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Red Days

GeschichteRomance / P18 / MaleSlash
Hawkeye / Clint Barton Winter Soldier / James Buchanan "Bucky" Barnes
07.04.2021
05.05.2021
5
18.283
24
Alle Kapitel
43 Reviews
Dieses Kapitel
10 Reviews
 
 
05.05.2021 3.363
 
AN: Heyy ~

Vielen Dank für eure Kommentare zum letzten Kapitel, ich habe mich wie immer sehr gefreut ^^ Heute muss Bucky leider erstmal wieder ein klein wenig zurückstecken, damit Tony etwas Screentime bekommt... ich liebe den Idioten nun mal. Sorry, not sorry ;)



(5) calm down, cupid



In den folgenden Tagen – oder besser gesagt Nächten – entwickelte sich tatsächlich eine Routine. Clint wusste nicht, was Bucky in den seltenen Fällen tat, in denen er selbst durchkam, ohne sein Apartment verlassen zu müssen, aber wenn sie ihre Zeit miteinander verbrachten – also im Großteil der Nächte – liefen diese immer auf dieselbe Weise ab.

Sie verbrachten mehrere Stunden in der Schießhalle (es war wirklich ein Wunder, dass sie noch nicht erwischt worden waren), bis sie beide wieder halbwegs funktionale Menschen waren. Dann belagerten sie die Couch im Gemeinschaftsbereich, wo Clint Bucky Stück für Stück in die Film- und Serienkultur der letzten Jahre einweihte. Clint war beeindruckt davon, wie entspannt Bucky in diesen Nächten war, jedenfalls nachdem sie beide ihre Emotionen mit Pfeilen von sich geschossen hatten.

'Dieser' Bucky stellte das komplette Gegenteil von dem Bucky da, den Clint tagsüber zu Gesicht bekamt.

Wenn er sich überhaupt einmal blicken ließ.

Bucky blieb weiterhin die meiste Zeit in seinem oder Steves Apartment, während Steve anscheinend entweder bei ihm war oder diverse Diskussionen mit SHIELD anzettelte, von denen Clint wirklich nichts mitbekommen wollte. Er sah Bucky in den nächsten zwei Wochen bloß drei Mal außerhalb ihrer nächtlichen Routine.

Einmal kamen er und Steve in den Gemeinschaftsbereich, um sich mit Kaffee und Sandwiches einzudecken, während Clint gerade Pepper und Tony bei einem Streit über PR-Management belauschte, und sowohl Bucky als auch Steve sahen so angespannt und unzufrieden aus, dass Clint absolut nicht einschätzen konnte, wessen Idee es gewesen war, gemeinsam hier runter zu kommen.

Das zweite Mal waren Bucky und Steve allein im Gemeinschaftsbereich und Clint drehte auf der Stelle wieder um, als er sie entdeckte, denn die Szene sah ziemlich genau nach dem aus, was Bucky als einen von Steves Ich-Bin-Für-Dich-Da – Vorträgen bezeichnet hatte, und das war wirklich nichts, in das Clint hineinplatzen würde.

Beim dritten Mal war Bucky tatsächlich ohne seinen scheinbar angewachsenen Babysitter unterwegs, wenn auch nicht lange. Clint war gerade in ein äußerst wichtiges Mario Kart Rennen gegen Peter und Sam vertieft, als Bucky ohne ein Wort zu sagen in dem Raum kam und sich an derselben Stelle des Sofas niederließ, an der er auch ihre nächtlichen Film-Marathons verbrachte.

Während die Anderen ihn entweder gar nicht bemerkten oder angestrengt so taten, als würde sie es nicht tun, warf Clint einen kurzen Blick in seine Richtung und grinste ihm zu, bevor er blitzschnell wieder zum Fernseher sah, nur um mit anschauen zu müssen, wie sein Charakter erneut von der Rainbow Road fiel.

Bucky schwieg und bewegte sich nicht, doch er wirkte deutlich entspannter als in den anderen zwei Momenten, in denen Clint ihn in den letzten Tagen gesehen hatte. Er blieb gut eine halbe Stunde dort sitzen und sah ihnen beim Spielen zu, was im Laufe der späteren Rennen überwiegend aus Flüchen bestand. Irgendwann gesellten sich auch Wanda und Vision dazu, die mit mehr oder weniger interessierten Blicken zusahen (Vision war der Sinn hinter Videospielen noch immer nicht klar).

Am Ende landete Clint auf dem zweiten Platz, was zu einer lautstarken Diskussion über Fairplay führte, die wahrscheinlich noch deutlich länger angedauert hätte, wären in diesem Moment nicht Tony und Steve in den Raum gekommen. Okay, normalerweise war das kein Grund, um eine Diskussion zu unterbrechen, aber Steve sah so aus als würde er jeden Moment explodieren und Tony schien auch nicht allzu weit davon entfernt zu sein.

Entgegen Clints Erwartung, gleich Zeuge eines neuen Tony vs. Steve Schreikampfes zu werden, verschwand Tony ohne ein Wort zu sagen in der Küche, während Steve die Gruppe auf dem Sofa beobachtete. Er presste den Kiefer fest zusammen, doch der Rest seiner Wut verschwand aus seinem Blick und machte Platz für Sorge und weitere Emotionen, die Clint allerdings nicht beschreiben konnte. Steve warf diesen Blick Bucky zu, der anscheinend verstand, was für Clint ein Rätsel war, nickte und dann vom Sofa aufstand.

„Sam hat übrigens absolut fair gespielt.“, sagte er als Kommentar zu ihrer bis eben laufenden Diskussion, dann verließ er an Steves Seite den Raum.

„Pff, der Kerl ist 100, er hat Mario Kart noch nie in seinem Leben gesehen.“, murmelte Clint beleidigt.

Das schien die Anderen jedoch kein bisschen zu interessieren. Stattdessen sahen sie sich verwundert an, bis Wanda schließlich sagte: „Hat der Winter Soldier gerade tatsächlich mit uns kommuniziert?“

„Bucky Barnes. Und natürlich kommuniziert er.“, wollte Clint sagen, doch er hielt die Worte im letzten Moment zurück, als ihm einfiel, dass das für die anderen wahrscheinlich wirklich das erste Mal gewesen war, dass sie Bucky sprechen gehört hatten. Außerdem wusste niemand von seinen und Buckys nächtlichen Treffen und er hatte ihm indirekt versprochen, niemandem davon zu erzählen, also sagte Clint nur: „Scheint so.“

Er sah von der Stelle auf dem Sofa, an der Bucky bis eben gesessen hatte, zum Fahrstuhl und fragte sich, was genau Steve und Bucky den restlichen Tag über tun würden. Er könnte Bucky natürlich in der Nacht fragen, doch als er es das letzte Mal versucht hatte, hatte er als Antwort nur ein Achselzucken und den Satz „Wir haben einiges aufzuholen“ bekommen. Bucky hatte dabei jedoch keineswegs glücklich ausgesehen, also hatte Clint das Thema fallengelassen.

Er ließ es auch jetzt fallen (jedenfalls in seinem Kopf) und stand stattdessen auf, um ebenfalls in die Küche zu gehen. Tony lehnte an einem der Schränke und starrte mit leerem Blick auf den frischen Kaffee, der langsam in die Kanne tropfte.

„Was ist los?“, fragte Clint. Er war wahrscheinlich die schlechteste Wahl, wenn man mit jemandem über Gefühle sprechen wollte, aber selbst er konnte erkennen, wenn es jemandem nicht gut ging und es wäre eine ziemlich beschissene Aktion, das einfach ignorieren.

„Nichts.“, sagte Tony seufzend und trommelte ungeduldig mit den Fingern auf der Arbeitsplatte herum, wie als ob der Kaffee dadurch schneller kochen würde.

„Jup, das kauf ich dir leider nicht ab.“, sagte Clint und trat einen Schritt näher. „Was ist, haben deine hundertacht Kilo Nationalstolz noch immer keine Zeit dich durchzuvögeln?“

Tony stieß ein trockenes, humorloses Lachen aus. „Steve darf nie erfahren, dass ich ihn so genannt habe.“ Er schüttelte gedankenverloren den Kopf. „Und es geht nicht wirklich ums Durchvögeln- hey, kann dieses beschissenen Teil mal schneller machen?!“ Er versetzte der Kaffeemaschine einen leichten Schlag und setzte zu einem weiteren an, doch Clint war schnell genug bei ihm, um seine Hand vorher abzufangen.

„Ich versteh, dass du sauer bist, aber dieses beschissene Teil ist die Liebe meines Lebens, also lass deine Wut bitte an etwas anderem aus.“

Tony stöhnte und schlug seinen Kopf einige Male gegen Clints Brust und okay, das war vielleicht nicht genau das, was er gemeint hatte, aber allemal besser, als die Zerstörung der Kaffeemaschine zu riskieren. Irgendwann hob Tony seinen Kopf nicht mehr und Clint begann ihm etwas unbeholfen die Schulter zu tätscheln.

„Steve hockt also wirklich den ganzen Tag bei Buc- Barnes oder in Meetings mit SHIELD, hab ich recht?“

Tony nickte an seiner Brust.

„Und lass mich raten, du hast ihn drauf angesprochen, er hat dich egoistisch genannt, ihr habt euch ein bisschen angebrüllt und weil es nicht in Sex geendet hat, saht ihr beide gerade so aus, als würdet ihr am liebsten die gesamte Menschheit auslöschen.“

Tony nickte erneut und hob seufzend den Kopf. „Ich sag ja nicht, dass er seinen Cyborg-BFF vernachlässigen soll, aber komm schon, Barnes ist ein großer Mann, der braucht doch keine durchgehende Betreuung! Das habe ich Steve gesagt und joa… er sieht das nicht so.“

Clint nickte ebenfalls. „Ja, ist offensichtlich. Ich meine, das war gerade das zweite Mal in was, sechs Wochen, dass ich Barnes ohne Cap als Leibgarde gesehen habe…?“

Das schien Tony für einen kurzen Moment abzulenken, jedenfalls veränderte sich sein Ausdruck und er sah Clint mit einem Für-Wie-Blöd-Hältst-Du-Mich-Eigentlich – Blick an.

Fuck.

„Uhm…“ Clint fuhr sich nervös mit der Hand über den Nacken. „Du hast die Videos der Überwachungskameras gesehen?“ Was bedeutete, dass Tony wusste, dass er und Bucky sich definitiv mehr als zweimal ohne Steve gesehen hatten und auch, dass er einem der wahrscheinlich gefährlichsten Menschen eine Waffe in die Hand gedrückt hatte, obwohl es diesem strengstens untersagt war, eine zu benutzen.

Tony sah ihn weiterhin mit diesem Blick an und Clint spürte eine Welle der Panik in ihm aufsteigen. Oh Gott, er hätte Bucky dieses Angebot niemals machen sollen, ganz egal wie gut die Idee für ihn gewesen war.

„Oh fuckfuckfuck, bitte sag’s nicht Steve! Ich schwör’s dir, ich hatte alles im Griff! Ich lebe noch, Bucky lebt noch, dein Tower lebt noch und wir machen’s auch nie wieder! Aber bitte bitte halt Steve oder SHIELD daraus, ich habe einen Job und ein Leben und möchte beides noch behalten!“

Tonys ernster Blick löste sich in Amüsement auf und der Kerl hatte doch tatsächlich die Dreistigkeit, lachend den Kopf in den Nacken zu werfen, als würde nicht gerade Clints Leben auf dem Spiel stehen.

„Beruhig dich Cupid, ich hab die Aufnahmen alle immer sofort gelöscht. Die wird niemand je sehen.“

Clint stieß einen Schwall Luft aus und erlaubte sich einen Moment purer Erleichterung, bevor er anfing, ernsthaft über Tonys Worte nachzudenken. Er legte verwirrt den Kopf schräg und sah seinen Gegenüber irritiert an. „Warte, warte, du hast die Aufnahmen gelöscht? Ich dachte du warst einer von denen, die Buckys Waffenverbot überhaupt erst ausgesprochen haben…“

„War ich auch.“, sagte Tony seufzend. „Hätte ich es nicht getan, hätte SHIELD ihn aber gar nicht erst hierher gelassen. Und außerdem war der Gedanke daran, dem gehirngewaschenen Ex-Killer eine Waffe in die Hand zu drücken, irgendwie nicht so einladend.“

„Du weißt aber schon, dass er dich selbst mit einer Büroklammer auf dreiundsechzig verschiedene Arten umbringen könnte, oder? Genau wie Natasha und ich, ehrlich gesagt.“

„Barton, ich bin nicht blöd. Aber hey, das tut doch jetzt eh nichts mehr zur Sache! Ich lasse euch schon seit Wochen eure nächtlichen Schießduelle durchführen!“

„Ja, und warum genau?“

Tony zuckte die Achseln, es war ihm aber anzusehen, dass er genau wusste, warum.

„Ich vertraue dir. Fuck, vergiss sofort wieder, dass ich das gesagt habe, ja?“ Er warf Clint einen warnenden Blick zu, bevor er fortfuhr. „Na ja, jedenfalls schien es euch beiden gut zu tun und keiner von euch hat irgendwem Schaden zugefügt, also sehe ich keinen Grund, euch zu verpetzen. Sollte Barnes aber irgendwann auf dich statt auf die Scheibe zielen, spiel ich nicht mehr den Guten.“

Clint hob eine Augenbraue und studierte Tonys Gesicht eindringlich. „Mmm.“, machte er nicht überzeugt. „Du willst mir also wirklich sagen, dass der einzige Grund ist, dass es mir und Bucky guttut? Sorry man, aber das reicht selbst für dich nicht als Erklärung.“ Er stieß mit dem Zeigefinger auffordernd gegen den Arc Reactor in Tonys Brust.

Tony schob seine Hand genervt beiseite und rollte stöhnend mit den Augen. „Okay, vielleicht habe ich euch auch machen lassen, weil ich gehofft habe, dass ihr zwei auch tagsüber Best Buddies werdet und Steve vielleicht mal fünf Minuten Zeit für mich hat.“

Er ließ seinen Kopf wieder nach vorne auf Clints Brust fallen. „Keine Ahnung, ob dir’s aufgefallen ist, aber es geht nicht nur um Sex.“, murmelte Tony und Clint schlang seufzend die Arme um ihn.

Er dachte an das, was Natasha gesagt hatte und den Kuss, den er vor Wochen in der Werkstatt beobachtete hatte. „Ja, ist mir aufgefallen.“, sagte er. Clint kaute nachdenklich auf seiner Unterlippe herum und beobachtete abwesend den Kaffee, der weiterhin langsam in die Kanne tropfte. „Ich würde ja versuchen euch Zeit zu verschaffen, aber Steve ist irgendwie versessen darauf, Bucky immer bei sich zu haben. Er saß grad ganz entspannt bei uns, hat niemanden umgebracht, nicht einmal böse Blicke verschenkt und er hat sich auf Sams Seite bei der Diskussion gestellt, was, okay, ein ziemlicher Arschloch-Move war, aber hey, der Kerl ist eben ein Fairplayer. Aber als du mit Steve reingekommen ist haben die zwei sich nur einmal angeguckt und schon war er weg.“

„Die zwei vögeln bestimmt.“, maulte Tony, aber Clint lachte nur und rieb ihm beruhigend über den Rücken.

„Keine Sorge, dafür ist Bucky viel zu genervt von jeglichem Gefühls-Gefasel, das Steve von sich gibt.“„Stimmt, ihr zwei kommuniziert ja.“

„Aber Nat hat vor ein paar Wochen durchblicken lassen, dass es wohl alles nicht so einfach ist. 'Gehirnmanipulation hinterlässt Spuren' oder so.“

„Das kannst du ja bestens bestätigen.“

„Halt die Klappe. Na ja, jedenfalls habe ich keine Ahnung, was genau da abgeht. Panikattacken, Nervenzusammenbrüche, ich weiß es nicht. Aber ich habe Bucky jetzt seit sechs Wochen in fast jeder Nacht gesehen und sobald er ein paar Zielscheiben malträtiert hat, ist er komplett entspannt. Und gerade eben schien er auch nicht so, als würde er jeden Moment austicken.“

Tony nickte. „Steves Beschützerinstinkt dreht mal wieder durch.“

„Mmm.“, murmelte Clint zustimmend. „Aber hey, geben wir ihm noch ein bisschen Zeit, vielleicht kriegt er sich irgendwann von selbst wieder ein. Und wenn Bucky aufhört die Klette zu spielen und nicht direkt abhaut, wenn Steve auftaucht, weihe ich ihn in die Kunst des Mario Kart Spielens ein und du bekommst deinen Sex. Und deine Kuscheleinheiten. Was auch immer du von Steve willst. So genau will ich’s nicht wissen.“

Tony nickte erneut an seiner Brust und wollte anscheinend gerade zu einer Antwort ansetzen, als Wanda die Küche betrat. Sie betrachtete die beiden für einen Moment und hob dann eine Augenbraue. Okay, sie verbrachte definitiv zu viel Zeit mit Natasha, denn dieser Blick sah eins zu eins aus wie der, den Clints beste Freundin ihnen in diesem Moment zugeworfen hätte.

„Wenn’s euch glücklich macht.“, sagte Wanda schließlich mit einem Achselzuckend und ging an ihnen vorbei zur Kaffeemaschine, die – wie Clint jetzt erst bemerkte – ihre Arbeit beendet hatte.

„Hey!“, protestierten Tony und Clint gleichzeitig, doch Wanda ignorierte sie und verschwand mit der vollen Kanne im Wohnzimmer.

„Frechheit.“, murmelte Tony beleidigt und lehnte sich in Clints Armen zurück. „Ich zahle für diesen Kaffee!“ Er starrte Wanda kopfschüttelnd hinterher, dann wandte er sich seufzend wieder an Clint. „Und okay, das ist ein Versprechen, an das du dich gefälligst hältst, ja? Diese Kuscheleinheiten mit Steve klingen nämlich wirklich verlockend.“

Clint schob die Frage an sich selbst, seit wann er versprach, Zeit mit Caps bestem Freund zu verbringen, gekonnt beiseite und grinste Tony an. „Alles klar, Boss.“ Dann fiel ihm plötzlich etwas ein, dass er schon die ganze Zeit über fragen wollte und sagte: „Apropos Kuscheln: Kann Lucky für ein paar Tage hierbleiben?“

Tony rollte mit den Augen und löste sich endgültig aus Clints Umarmung. „Wusste ich doch, dass du nicht einfach nur nett bist.“ Er schlug sich offensichtlich gespielt verletzt die Hand vor die Brust. „Immer wollt ihr alle irgendwas von mir.“

„Du bist 'ne Drama Queen. Und Kate muss dieses Wochenende weg, also… bitte?“

Tonys getroffener Gesichtsausdruck veränderte sich und er grinste wieder. „Du tust so, als würde ich sonst immer Nein sagen. Klar, hol den einäugigen Pelzball her! Aber lass ihn nicht schon wieder mit den guten Kissen spielen… ich musste dieses Jahr schon zweimal neue bestellen.“

„Perfekt, danke! Wenn du ganz nett bist, kuschelt er vielleicht sogar mit dir und ich müsste nicht nochmal als Steve-Ersatz herhalten.“

„Och, aber bei dir stimmen die Proportionen so schön!“, sagte Tony mit einem Zwinkern und trommelte auf Clints Schultern, bevor er seine Hände tiefer wandern ließ.  

Clint fing sie seufzend ab, bevor das hier zu etwas ausartete, das definitiv nicht in die Küche gehörte. „Tony, ich hab dich echt verdammt lieb, aber hör auf mich zu begrapschen, nur weil meine Muskeln mit Steves mithalten können.“

„Oh, deine Muskeln sind beeindruckend Legolas“, säuselte Tony und tätschelte ihm die Wange. „Aber mit Caps Mithalten können sie nie im Leben. Sorry.“

Tony warf einen sehnsüchtigen Blick auf die Kaffeemaschine, die nun ohne Kanne dastand, und ging dann seufzend zum Kühlschrank, um sich einen Energy Drink herauszunehmen.

„Nimm den letzten Roten.“, sagte Clint. „Wade wird sich so aufregen, wenn Peter ihn das nächste Mal anschleppt.“

Tony schnippte stolz in seine Richtung und nahm den empfohlenen Drink. „Ich wusste, es gibt einen Grund, warum du mein drittliebster Avenger bist.“

Clint hob belustigt eine Augenbraue. „Weil ich dir beim Teenager abfucken helfe? Nicht wegen der tollen Therapie-Stunde gerade?“

Tony schüttelte vehement den Kopf. „Nein, die war scheiße. Wenn ich wirklich Rat bräuchte, würde ich zu Romanoff gehen, so sehr mich der Gedanke auch abschreckt. Aber du kannst zuhören und hast tatsächlich schonmal mit Barnes kommuniziert. Das war ein großer Pluspunkt gerade. Und du gibst gute Umarmungen. Nicht so gut wie Thor, aber akzeptabel. 6 von 10 im Gesamtpaket. Na gut, 7 von 10, du hast einen süßen Hund, der uns bald besuchen kommt.“

„Ich hasse dich.“, murmelte Clint, doch er lächelte dabei, also war er ziemlich sicher, dass Tony ihn nicht ernst nahm.

„Natürlich Katniss.“, sagte er, gab Clint im Vorbeigehen ein Klaps auf den Hintern und verschwand aus dem Raum. Clint folgte ihm, ging aber in Richtung Sofa, anstatt wie Tony zum Fahrstuhl.

„Ich bin Tonys drittliebster Avenger.“, sagte er stolz zu den anderen.

„Jup, vollkommen unverständlich.“, sagte Natasha, die irgendwann während Clints Gespräch mit Tony aufgetaucht sein musste, ohne von der Zeitschrift in ihrer Hand aufzublicken.

„Ich wusste schon immer, dass er einen Knall hat, aber so sehr? Hmpf.“, sagte Sam und die anderen stimmten ihm nickend zu.

„Ach, seid doch still.“, grummelte Clint und warf ihnen einen beleidigten Blick zu.

„Also ich finde Sie klasse, Mr. Barton!“, sagte Peter und Clint machte sich nicht die Mühe, ihn zu verbessern, was seinen Namen anging. Peter hatte nie aufgehört, sie alle zu siezen, auch wenn er mittlerweile so gut wie jeden Nachmittag im Tower verbrachte. „Ich meine, Sie haben einen Hund!“

„Danke Kiddo.“, sagte Clint mit einem Zwinkern in Peters Richtung, bevor er sich wieder an die anderen wandte. „Seht ihr Leute, wenigstens einer hier hat ein funktionierendes Hirn. Hunde sind das Beste! Und jetzt gib mir deinen Kaffee, Spiderling.“

„Was?!“ Peter starrte ihn mit einer Mischung aus Verwirrung und Entsetzen an und klammerte sich förmlich an seine Tasse. „Nein.“

„Ach komm, du bist viel zu jung für Kaffee!“

„Ich bin siebzehn!“

„Viel zu jung, sag ich doch! Geh und hol dir 'n Energy Drink!“

Peter rollte stöhnend mit den Augen und murmelte irgendetwas Unverständliches, das jedoch alles andere als freundlich klang, verschwand dann aber in der Küche. Clint schnappte sich grinsend die zurückgelassene Kaffeetasse, ignorierte Natashas missbilligendes Kopfschütteln und ging nun selbst zum Fahrstuhl.

„Friday“, begann er im Inneren. „Ich finde, dieser Tag hat es jetzt schon verdient grün zu werden, oder? Ich meine, ich habe Tony geholfen und Bucky hat tatsächlich sozialisiert und wer weiß, vielleicht hat das ja sogar ein ganz kleines Bisschen mit mir zu tun!“

Agent Barton, Sie haben gerade einem Teammitglied den Kaffee gestohlen.

Clint starrte empört zur Decke der Fahrstuhlkabine. „Hey, ich habe Verantwortung übernommen! Kinder sollten von Koffein ferngehalten werden!“

Sie haben Mr. Parker dazu angehalten, sich einen Energy Drink zu holen. Verantwortungsübernahme fehlgeschlagen, würde ich sagen. Also keinen grünen Tag für Sie. Ich bin untröstlich.“

„Hm, komisch, du klingst aber gar nicht so.“

Weil es eine Lüge war.

„Ich hasse d-…“

Wollen Sie den Satz wirklich zu Ende bringen, Agent Barton?

Clint dachte kurz daran, welche Strafe er beim letzten Mal ertragen musste, als er Friday beleidigt hatte und entschied, dass es das definitiv nicht wert war. „Nein. Will ich nicht.“, seufzte er ergeben und trank rasch einen Schluck Kaffee, bevor er doch noch etwas sagte, dass er später bereuen würde.

Doch kaum hatte etwas von der Flüssigkeit im Mund, spuckte er sie auch schon prustend gegen die Spiegelwand der Kabine. „Fuck, Peter, hast du einen ganzen Candyshop darein gekippt?“, fragte er und beäugte die Tasse angewidert. Fucking Teenager.

~*~

AN: Tony und Clint sind in meiner Vorstellung Best Buddies und genauso schreib ich sie auch und ihr könnt absolut nichts dagegen tun ^^

...und sehe ich da etwa einen liebenswerten, einäugigen Golden Retriever am fernen Horizont des nächsten Kapitels? Hmm, vielleicht ;)
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