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Was kühn das Herz gewollt

von Yueve
GeschichteRomance, Angst / P16 / MaleSlash
Bilbo Beutlin Thorin Eichenschild
06.04.2021
28.04.2021
2
9.769
6
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5 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
06.04.2021 2.646
 
Disclaimer: "Der Hobbit" und die darin vorkommenden Figuren sind geistiges Eigentum von J. R. R. Tolkien. Als visuelle Vorlage dienten die Filme von Peter Jackson, die Handlung knüpft alternativ an den 3. Film “Die Schlacht der fünf Heere" (Original: The Battle of the Five Armies) an. Diese Geschichte dient keinem kommerziellen Zweck und ist ausschließlich der Unterhaltung gedacht. Sie beabsichtigt keinerlei Verletzungen des ursprünglichen Eigentums- oder Kopierrechts.

Anmerkung des Autors: Teil 1 von 3. Der erste Teil wirkt noch recht düster, was natürlich Bilbos Stimmung unterstreichen soll. Dennoch wird dies eine durchaus romantische Fan Fiction. Der Titel entstammt dem folgenden Gedicht  von Friederieke Henriette Christiane Eugenie John (1825 - 1887), erschienen unter ihrem Pseudonym E. Marlitt.


Hoffnung

So ist, was kühn das Herz gewollt, zerschellt,
Der Hoffnung Grün umhüllt mit Trauerflören,
Es glimmen unter jener Trümmerwelt
Nur Wünsche noch, die nicht der Welt gehören,
Nicht jener Macht, die grausam sich gefällt
In ewigem Vernichten und Zerstören.
Ruh aus, empörtes Herz, in dem Gedanken,
Daß Hoffnungszweige sich ins Jenseits ranken

E. Marlitt



1. Teil - Rabenberg - Danach


Am Ende kehren die Raben zurück.
Sie kreisen über dunkelroten Pfützen, die das Eis schwärzer als den Himmel über dem Rabenberg färben.

Der Geruch von Blut, Rauch und Tod hängt so schwer in der Luft, dass er allgegenwärtig ist, ganz egal wohin man sich entscheidet zu gehen, der Kampf und der beißende Gestank, der ihm anhaftet, verfolgt einen bis in die abermals gestürmte Stadt Tal hinein. Es gibt keinen Ort, der einen vergessen ließe, was in den letzten langen Stunden hier geschehen war.

Sie alle scheinen wie von der Welt verstoßen, in ein eigenes einsames Exil gedrängt, getränkt in Blut und Ruß. Noch viele Jahre danach würde sich Bilbo an manche Szenen danach erinnern. Nach dem Ende oder dem Anfang. Wer wüsste es noch so genau voneinander zu unterscheiden?

Die Welt ist ein Zittern und Sterben, ein ohrenbetäubendes Rauschen bar jeder Gnade. Das Schlachtfeld kennt keinen Trost, kein Erbarmen oder Entgegenkommen. Der Himmel lichtet sich unter Rauch und Staub, aber bleibt dennoch verhangen von einem Nebel aus feuchten Gerüchen des Todes. Selbst der Sieg vermag dem nichts entgegenzuwirken und wenn Schwarz ein Geschmack auf der Zunge wäre, dann wäre es dieser nach Metall und Stein.

Er weiß nicht mehr, wie er hierher gekommen ist, wo auch immer dieses Hier auch gerade ist. Es ist nicht mehr auf dem Rabenberg und bis hinunter nach Tal ist es ein weiter Weg. Jemand muss ihn getragen haben, denn er erinnert sich nicht mehr an auch nur einen einzigen Schritt, den seine Füße getan haben. Er ist jedoch zweifellos wach, auch wenn er unfähig ist zu sehen, sich die Szene vor ihm weigert, deutlich zu werden. Auch seinem Gehör vermag er nicht zu trauen, die Geräusche kehren nur zögerlich und von einem dumpfen Rauschen begleitet zurück, als würde er sich langsamen Schrittes dem Inneren einer Höhle nähern.

Jemand kniet vor ihm und packt ihn bei den Schultern. Ein Gesicht schiebt sich in sein Blickfeld, aber er erkennt es nicht, hört nichts und wundert sich, dass er überhaupt fähig ist zu atmen, fühlt er sich doch wie tief unter Wasser.
Blut tropft an seinem rechten Auge vorbei und er fängt es in seinen gekrümmten Fingern auf, nicht vollends sicher, ob es tatsächlich seine Hände sind, die er da betrachtet, seine Handflächen, die er wendet und die bedeckt sind mit schwarzem Schmutz und leuchtend rotem Blut, das sich zu einer neuen scheußlichen Farbe zu vermischen beginnt.

„Gib ihm einen Moment. Er steht nur unter Schock.“

Er weiß nicht, wem die Stimme gehört, weiß nicht, ob er gemeint ist, weiß nicht, wo und wann er ist. Er ist nicht bei Thorin. Nur das weiß er. Es ist die einzige Erkenntnis, die ihn erreicht, die plötzlich heran gespült wird wie Treibgut an ein kiesiges Flussufer.

Er weiß es, weil er ihn nicht mehr spüren kann. Sein Haar, das er berührt hat, als er sich über ihn beugte, Thorins Hand, die die seine gehalten hat und die kalte Haut seiner Stirn, als er wagte, sie zu küssen, weil er glaubte, es könnte das Einzige sein, was er noch mit ihm teilen könnte.

Plötzlich ist alles wieder da. Die Szene schnappt zurück wie die Sehne eines Bogens und er zuckt zusammen, als hätte ihn der Pfeil mitten in die Brust getroffen.

„Thorin!“

Er brüllt und atmet seinen Namen aus, springt von dem zertrümmerten Stück Mauer auf, auf dem er gesessen hat, und prescht nach vorne, direkt in Bofurs Arme, die ihn aufhalten und zwingen, sich wieder hinzusetzen.

„Shhh, ist schon gut. Beruhige dich, es ist… du blutest, Bilbo.“

Nun kann er sein eigenes Zittern spüren, die Kälte, die ihn augenblicklich umfängt, als hätte man ihn in den See aus Eis oben auf dem Rabenberg gestoßen.

„Es hat wieder zu bluten angefangen. Warum blutet es wieder?“

Er kann Bofurs Frage nicht beantworten, auch wenn es sich so anhört, als würde dieser eher zu sich selbst sprechen. Blut läuft ihm in die Augen und er schließt sie, blinzelt und spürt, dass ihm ein Stück rauen Stoffs auf die Schläfe gedrückt wird. Da ist noch immer kein Schmerz, nur das Zittern und die Kälte und er fragt sich, wann er ihn spüren wird, ob die Verzögerung es noch schlimmer machen wird.

„Thorin“, flüstert er nunmehr, was es zu einer ängstlichen Frage macht.

Etwas in Bofurs Miene ändert sich, aber für einen Moment ist er zu fasziniert davon, wie unversehrt und lebendig Bofur aussieht. Das einzige winzige Stück Leben in seinem Sichtfeld. Er selbst fühlt sich kaum lebendig oder gar anwesend.

„Er lebt.“

Das ist Gandalf. Erst jetzt bemerkt Bilbo ihn, erblickt ihn links von sich, den Blick auf das elegante Zelt gerichtet, in das man ihn vor einem Tag, einem Jahr oder einem ganzen Leben gebracht hatte und er den Arkenstein Thranduil überlassen hatte. Im Tausch gegen Thorins Schuld und um einen Krieg zu verhindern, der letzten Endes ein Ausmaß angenommen hatte, das sich niemand vorzustellen vermochte.

Doch im Augenblick sind Gandalfs Worte alles, was wirklich zu ihm hervordringt.

„Thorin lebt?“, wiederholt er hektisch und hat dennoch Angst, nicht schnell genug zu fragen.

„Noch ist dem so“, lautet die schwere Antwort, die ihn ebenso schwer trifft und zurücktaumeln lässt. Nur dank Bofur fällt er nicht nach hinten zurück, denn er hält ihn, hält ihn fest, selbst als alles zusammenbricht und die Gegenwart schrecklich real wird und von allem Vergangenen überrollt wird, bis er nicht mehr daran glauben kann, dass es auch nur irgendeine Form der Zukunft geben kann.

Gandalf wendet sich ihnen endlich zu. Und Bilbo bemerkt, wie ungewohnt müde er wirkt, als hätte er seine Kraft und Zeitlosigkeit ebenfalls auf dem Schlachtfeld verloren.

„Keine Sorge, Bilbo.“

Das ist Bofur und er lächelt sanft mit Tränen in den Augenwinkeln, aber er lächelt, obwohl sich Bilbo fragt, wie so was überhaupt noch möglich sein kann. Nach alldem.

„Er schafft es. Natürlich schafft er es.“

Wie kannst du dir so sicher sein? Er will es fragen und schafft es doch nicht, blickt immer wieder von Bofur zu Gandalf und schüttelt den Kopf, ungewiss, ob er verneint oder vielleicht dennoch hofft, hofft, dass Bofur recht behalten mag. Auch wenn die Erinnerung ihn nun einholt. Thorins kalte Stirn, die er unter seinen Lippen fühlen konnte, sein rasselnder Atem, die Worte, die ihn alle Mühe gekostet hatten zu sprechen und die er niemals vergessen wird. Selbst wenn er der älteste Hobbit werden würde, den Mittelerde jemals gesehen hat, selbst dann nicht.

Die Welt verliert an Bedeutung. Für eine lange Zeit ist da nichts mehr, was noch irgendwie Sinn für Bilbo ergeben würde. Nichts hier von dem fühlt sich wie ein Sieg an. Wie kann es überhaupt ein Sieg sein, wenn Thorin es nicht miterleben wird? Für einen kurzen Augenblick schämt er sich für den Gedanken, der obwohl jemand anderem gewidmet, sich so egoistisch anfühlt.
Tränen rinnen ihm nun von den Wangen, von denen er nicht gedacht hätte, sie noch erübrigen zu können, da er sich plötzlich so leer fühlt, so ausgemergelt und müde, dass er kaum glauben kann, dass er selbst noch hier ist.  

Sie lassen ihn zu ihm. Nach Stunden, die wie Minuten oder vielleicht auch Tage verstreichen. Die Sonne ist bereits untergegangen, blutet ihr letztes Licht in den rissigen Himmel, der sich langsam in ein dunkles Blau wandelt. So sehr Bilbo dafür gekämpft hat, Thorin zu sehen, gar ein letztes Mal vielleicht, so sehr fürchtet er sich nun vor diesem Moment. Gewiss, es ist eine irrationale Angst, die ihm selbst unbegreiflich bleibt, aber es gelingt ihm nicht, diese zu unterdrücken, egal wie sehr er sich bemüht, als er mit tauben Schritten an Gandalfs Seite das Zelt betritt.

Der Moment kommt ihm so leise vor, so konzentriert, als würde alles Nichtige in die Leere rücken. Selbst die lauten, grauenvollen Geräusche, die das Nachbeben der Schlacht mit sich bringt, sind nun nahezu zu dumpfen Klängen verblasst. Dennoch ist es trügerisch. Draußen kämpft man noch immer auf dem Schlachtfeld, kämpft um das Leben der Verletzen, deren Schreie in diesen Stunden nur allzu schnell für immer verstummen.

Im Kerzenlicht reifen die Schatten zu riesigen bedrohlichen Figuren, die zitternd an die Wände geklebt scheinen und dennoch ihre Krallen in alle Richtungen ausstrecken. Er schreitet an ihnen vorbei und fühlt sich mit einem Mal so verlassen und einsam, dass das Gefühl zu einem körperlichen Schmerz heranwächst, der auf seine Brust drückt und ihn fast zu Boden wirft.

Obwohl er die Stimmen vage und verhalten um sich herum ausmachen kann, ist die Stille dennoch über allem ausgebreitet. Er kommt sich nicht wie er selbst vor, fühlt sich vielmehr als unbeteiligter Zuschauer, der sich selbst dabei zusieht, wie er an Thorins Bett steht, das eher einem provisorischen Lager gleicht. Als ob niemand damit rechnet, dass er noch lange hier verweilen wird.
Der Schmerz in Bilbos Brust wandelt sich nun in ein Beben, das ihn beinahe erdrückend umklammert und so sehr zittern lässt, dass er kaum die Hand auszustrecken vermag, als er Thorin so erblickt.

Er zwingt sich stillzuhalten, zieht seine Hand nur zurück, um sich selbst daran zu hindern, auf die Knie zu sinken, dem übermächtigen Gefühl nachzugeben, das ihn zu Boden drücken will. Er beißt sich auf die Zunge, bis er Blut schmeckt und kann doch nicht verhindern, dass ein Schluchzen seine Lippen verlässt.

Thorins Gesicht ist farblos, nicht blass oder grau, sondern leblos, selbst die Wunde, die sich über sein rechtes Auge zieht, birgt kein Rot, wirkt blutleer. Bilbo hofft so sehr, dass es einfach nur eine Narbe bleiben wird, die Thorin zurückbehalten wird. Egal wie tief, völlig gleich wie markant. Ohnehin gibt es nichts, das Thorins Gesicht entstellen könnte.

Lass es bitte eine Narbe werden, fleht er stumm und weiß nicht, wem seine Bitte gilt, ob es überhaupt noch etwas gibt, zu dem man beten könnte, dem man seine Bitte hervorbringen könnte, sein Flehen und Betteln.

Als ob es überhaupt noch irgendetwas geben könnte, dass es wert wäre…

Bilbo will ihn berühren und wagt es doch nicht. Da ist dieser absurde Gedanke, dass er irgendetwas bewirken könnte, wenn er es tut oder nicht tut. Als ob ein Zauber über den Dingen liegt.

Oder ein Fluch.

Er kann ihn nicht atmen hören, obwohl er sich nun doch zu ihm hinuntergebeugt hat, die Hände unter seinem Mantel verborgen, weil er sich noch immer nicht traut, es sich selbst verbietet, ihn anzurühren. Da ist nur die Stille, die sie beide umgibt und dafür sorgt, dass sie sich nah sein können, die sie alleine lässt, obwohl sie es nicht sind.

Sein Blick schweift über ihn. Ganz langsam wagen seine Augen, was seine Hände sich nicht getrauen. Man hat Thorin die spärliche Rüstung abgenommen, die im Grunde keine war und sich als so nutzlos erwiesen hat, dass Bilbo seine Wut gerne gegen diese leblosen Dinge gerichtet hätte. Oder auch gegen Thorins leichtsinnigen Wagemut, seine Selbstlosigkeit und nur allzu gerne gegen seine Sturheit und den elenden Heldenmut, der alle anderen zu retten vermag, aber nicht ihn selbst.

Seine Fingerspitzen berühren das kühle Kettenhemd aus Mithril unter seinem Mantel, und am liebsten hätte er es sich vom Leib gerissen und wutentbrannt zu Boden geworfen.

Wie konntest du mir so ein Geschenk machen und dich selbst nicht schützen?

Hatte es in diesem Berg, der angefüllt mit Gold und überirdischen Material war, wirklich nichts gegeben, das den rechtmäßigen König vor einer Orkklinge gestützt hätte? Wirklich nichts unter all diesen Reichtümern? Und augenscheinlich ist dem so und deswegen sind es für Bilbo keine Schätze, nichts Begehrenswertes, sondern nur nutzloser Schund, der nur Verderb über diejenigen bringt, die danach begehren.

Gabst du mir das einzig wertvolle unter all dem Gold und Silber? Warum gabst du es ausgerechnet mir? Das einzige, das im Stande war ein Leben zu bewahren.

Es ist, als ob dieser Gedanke den Bann schließlich bricht. Nun kann er die Tränen spüren, die ihm brennend über die Wangen laufen. Sie tropfen hinab auf Thorins Gesicht und endlich — endlich wagt er es, die Fingerspitzen nach ihm auszustrecken und ihn zu berühren. Zärtlich lässt er seine Finger über Thorins Wange wandern, nur der Hauch einer Berührung, kaum mehr als ein leises Ausatmen.

Da ist noch immer Wärme, die er durch all die Kälte fühlen kann. Auch wenn Thorins friedliches Gesicht ihm Angst macht — er will es nicht friedlich, denn die Hoheitsdeutung über Friedlich beherrscht nach einer solchen Schlacht mit unzähligen Verletzen meist der Tod, und er will nichts Friedliches hier. Selbst Thorins Wut, der Hass gegenüber den Elben, seine unübertreffliche Sturheit, ja, selbst seine von der Drachen-Krankheit wahnsinnige Gier wäre Bilbo jetzt lieber als dieser stumme, friedliche und kapitulierende Ausdruck in Thorins Gesicht.

Zwischen seinen Fingern wiegt er das kleine silberne Schmuckstück, das eines von Thorins geflochtenen Zöpfen ziert. Zitternd dreht er es vorsichtig hin und her, begutachtet verklärt die eingravierten Runen, ohne dass er Thorins Haar berührt, es gar streift. Irgendwie hat er, ohne danach zu fragen und es erklärt zu bekommen, auf ihrer langen Reise irgendwann verstanden, dass den Zwergen aus ihm unerklärlichen Gründen ihr Haar und ihre Bärte unheimlich wichtig sind.

Der Gedanke entlockt Bilbo ein Lächeln, das er jedoch nicht zu halten vermag, ein Schluchzen überkommt ihn und er hält sich den Mund zu, er will nicht laut sein, nicht hier und jetzt. Ein letztes Mal lässt er seinen Blick über Thorin schweifen. Über seine geschlossenen Augen, die grauen Strähnen in seinem langen Haar, das wild um seinen Kopf herum gefächert ist. Er will es erst berühren, wenn Thorin die Augen wieder aufgeschlagen hat. Dieses eine Versprechen gibt er für sie beide ganz gleich ob Thorin es gerade mitbekommen kann oder nicht.

„Hörst du, du sturer törichter Zwerg?“  

Am liebsten würde er es schreien, laut genug, um Thorin zu wecken, aber er hat Angst, völlig die Beherrschung zu verlieren, sollte er sich trauen, diese Stille so unbarmherzig aufzubrechen.

Stattdessen gestattet er sich doch noch einen weiteren Augenblick, in dem er Thorins Gesicht betrachtet. Die geschlossenen Augen, hinter denen das unendliche Blau eines frühen Wintertages liegt und Furcht erfüllt ihn wie ein Schauer, dass er es vielleicht nie wieder sehen könnte.

Jemand zieht ihn an der Schulter hinaus, und er weiß, dass es Gandalf ist, ohne dass er sich umzudrehen braucht oder den Blick von Thorin losreißt. Er zehrt von dem Anblick so lange es  ihm möglich ist, konzentriert sich auf Thorins Brustkorb, der sich leicht hebt und senkt, nur ein Hauch von Leben, zu leicht und zerbrechlich, um seine Hoffnung darauf zu bauen.

Doch Bilbo setzt dennoch darauf, legt den kargen Rest an Glaube zu Füßen jener Stunde und hofft und bangt, dass dem nicht vergeblich ist. Sollte es so sein… was gäbe es noch, dass ihm diese grausam gerissene Welt noch bieten könnte?

Die Stoffbahnen des Zeltes fallen hinter ihm in einem tosenden Geräusch zu und beenden die Stille. Zurück sind die Schmerzensschreie, das Wimmern und Sterben, das Beten und Verlieren. Plötzlich ist er allein.

So allein.


Fortsetzung folgt…
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