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Das Singen der Berge

von QueenieK
GeschichteFantasy / P12 / Het
Kili OC (Own Character) Tauriel
06.04.2021
06.04.2021
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„Rasch kehrte er zurück. Sein Zorn hatte sich verdoppelt, nichts widerstand ihm, keine Waffe schien gegen ihn etwas zu nützen. Er jagte die Leibwache auseinander, fasste Bolg und zermalmte ihn. Da überfiel Entsetzen die Orks und sie flohen nach allen Richtungen.“  Der Hobbit, Der Weg zurück

Hoch über einem Meer aus Nebel stand ein gewaltiger Mann. Reglos lauschte er in den nahenden Morgen, dem Heulen des Windes hinterher, der die steilen Flanken und tiefen Grate der Ered Mithrin umspielte.

Seitdem vor wenigen Tagen ein mächtiges Heer die Orkfestung Gundabad verlassen hatte, war der Wind zu einem Sturm herangewachsen. Nun trug er ihm den Gestank ungewaschener Körper, verrottender Leiber und den unverwechselbar metallischen Geruch von Blut in die feine Nase. Schon machte er Anstalten das zu tun, was er immer tat- eins zu werden mit dem grauen Stein- unsichtbar zu werden, für die Augen und Ohren seiner Feinde, als ihm die Schreie entgegenwehten.

Aus den Höhlen unterhalb, ringelten sich ihm die Schmerzenslaute wie Schlangengetier um  die Brust und nahmen ihm die Luft. Rasselnd atmete er ein. Eine Kreatur derartig leiden zu lassen, dafür war er nicht geboren.

Vorsichtig machte er sich auf den Abstieg nach unten, seine massige Gestalt fand sicher alle Tritte und nur selten taumelten kleine Steine der Erde entgegen. Ein vertrautes Gefühl von Zorn bemächtigte  sich seiner, je näher er dem Geschehen rückte. Nun hörte er auch ein bösartiges Lachen, eingerahmt vom Geräusch zerfetzenden und reißenden Fleisches, welches ihm die Nackenhaare aufstellte. Die Schreie verstummten als er in Sichtweite kam. Im gleichen Moment erfüllte ein Sirren die Luft und fällte zwei Orks, die plötzlich vor ihm aus dem Nebel auftauchten. Ihre Gefährten beachteten ihn nicht, blickten nach oben und schrieen mit vielen Stimmen: „Uhkarr-páa!“ Die Berge warfen das Echo ihrer Schreie vielfach zurück, als er sich in einen großen Bären verwandelte und mitten unter sie stieß.

Augenblicklich versetzten die Gerüche und Geräusche das Tier in wilde Raserei. Er durchbrach die Reihen der Orks und fand sich in der Nähe eines Höhleneingangs wieder. Schmerzerfüllt heulten dabei die auf, die der Hieb seiner Pranken traf und zwei, die ihm in den Weg traten, zermalmte er den Schädel, indem er die Bestien packte und gegen die Felsen schleuderte. Aus dem Augenwinkel nahm er die Gestalt von Uhkarr-páa, der Elbin war, die sich gleichermaßen einen blutigen Weg durch die Orks bahnte. Er rauschte an ihr vorbei in die Höhle und plötzlich war da Stille.

Vor ihm richtete sich ein furchterregender Ork auf. Ein belustigtes Lächeln trat auf seine Lippen, als er seinen Gegner musterte und den Orks im Hintergrund bedeutete, sich ruhig zu verhalten.

Der Bär aber wischte ihm das Lächeln aus dem Gesicht, indem er sich mit ganzer Kraft auf seinen Gegner warf. Die Peitsche fiel dem Orkhauptmann aus den Händen und Knochen brachen als das Tier den Ork zu Boden drückte. Hände suchten es zu umschlingen, tasteten vergeblich nach einer Waffe, während der Bär immer wieder auf seinen Kopf einhieb. Und es wurde wieder still. Entsetzt versuchten die Orkwachen das Weite zu suchen, nur um der tanzenden Klinge der Elbin zum Opfer zu fallen. Und so starb Bolg, der Sohn Azog des Schänders und Anführer der Orkstadt Gundabad.
 
 
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