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Glück im Unglück?

GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P12 / Het
Alexis Castle Jim Beckett Kate Beckett Martha Rodgers Richard Castle
06.04.2021
06.05.2021
11
24.967
7
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46 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
 
06.04.2021 1.980
 
Wie versprochen starte ich heute die neue Geschichte. Mal wieder eine *lach*

Heute lege ich es euch besonders nah, den Storykopf zu lesen. Dort stehen einige wichtige Infos.

Ansonsten alles wie gehabt: ich poste ALLE DREI TAGE  ;-)
Ihr würdet ja völlig durcheinanderkommen, wenn ich davon auf einmal abweiche. Das kann ich natürlich nicht zulassen.

Und nun viel Vergnügen.

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Autor: The white Countess
Rating/Pairing: ab 12 Jahren / Kate & Rick
Kategorie: Romanze, Drama
Inhalt: Seit dem Tod ihrer Mutter ist das Verhältnis von Kate zu ihrem Vater schwierig. Er trinkt, hat seinen Job verloren und sie versucht, trotzdem den Rest der Familie zusammenzuhalten. Sie hat ja nur noch ihren Vater. Doch nach einem Ultimatum, welches sie Jim gestellt hat, findet sie sich plötzlich auf der Straße wieder. Ohne Geld, nur mit dem was sie am Körper trägt … im Winter
Anmerkung 1: Ich hatte KBRC87 um eine Idee für eine neue FF gebeten. Auf dieser Grundidee, die im Prinzip im Inhalt zusammengefasst ist, basieren die ersten 6 Kapitel.
Anmerkung 2: Die Episoden der Serie spielen nicht wirklich eine Rolle. Es werden aber Fakten aus einigen übernommen. Vor allem aus einer bestimmten
Anmerkung 3: Kursiv geschriebenes sind Gedanken / Erinnerungen
Kapitel:  11  Seiten: 31  (Arial 10, schmaler Rand) – Veröffentlichung:  06.04. – 06.05.21
Disclaimer: Wie üblich gehört mir außer der Idee zur Story nichts.  Alle Castle Charaktere sind Eigentum von ABC Studios. Diese Fanfic wurde lediglich zum Spaß geschrieben und nicht um damit Geld zu verdienen. Jegliche Ähnlichkeit zu Lebenden und Toten Personen ist zufällig und nicht beabsichtigt. Alle weiteren Charaktere sind Eigentum des Autors.

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Kate Beckett schaute am Gebäude hoch. Früher war sie gerne nach Hause gekommen. Da erwartete sie ein schönes, stets ordentliches Zuhause, liebevolle Eltern. Heute war davon nichts mehr übrig. Gar nichts. Nur Kummer und Schmerz.
Langsam betrat Kate das Haus und genauso langsam ging sie die Treppe nach oben. Sie hätte den Fahrstuhl nehmen können, immerhin wohnten sie im vierten Stockwerk, aber sie hatte es nicht eilig die Wohnung zu erreichen. Kate wischte sich eine Träne fort.  Gefühle waren hier nicht mehr willkommen. Schon gar nicht ihre.

Sie schloss die Wohnungstür auf und sofort kam ihr der muffige Geruch entgegen. Gepaart mit dem Geruch von Whiskey. Sie hing ihre Jacke an die Garderobe und legte ihren Schlüsselbund in die kleine Schale auf dem Tischchen, der neben der Garderobe stand. So wie sie es jedes Mal beim Betreten der Wohnung tat. Früher lagen in dem Schälchen drei Schlüsselbunde, hingen an der Garderobe drei Jacken.
Sie ging zum Fenster und öffnete es. Den eisigen Wind, der ihr entgegenkam, ignorierte sie. Ein wenig Frischluft musste sein.
Kate hörte das Schlurfen ihres Vaters bereits, bevor er das Wohnzimmer betreten hatte.
„Mach das Fenster zu oder willst du, dass ich mir eine Lungenentzündung hole“, schnauzte Jim sie an.
„Wenn du dich mal richtig anziehen würdest, statt immer nur im Schlafanzug rumzulaufen, wäre dir wärmer“, entgegnete sie. Einen Schlafanzug, den er bestimmt seit Monaten trug.
„Ich trage, was ich will.“ Jim ließ sich auf die Couch fallen und griff zur Flasche. Leer. „Gib mir mal ne neue Flasche.“
„Nein, das werde ich bestimmt nicht tun.“ Kate ging zur Couch und sah ihren Vater flehentlich an. „Lass dir doch endlich helfen, Dad, damit du wieder gesund wirst.“
„Ich bin nicht krank“, entgegnete er unwirsch. „Holst du mir jetzt die Flasche?“
„Nein.“
„Dann nicht.“ Er stand auf, doch Kate stellte sich ihm in den Weg.
„Dad, bitte!“
„Lass mich vorbei!“ Sie schüttelte den Kopf, da schubste Jim sie beiseite und weil Kate damit überhaupt nicht gerechnet hatte, verlor sie den Halt und fiel dabei mit der rechten Seite auf die Ecke des Tisches, bevor sie auf dem Fußboden landete.
Während Jim unbeeindruckt davon in die Küche schlurfte, stand Kate mühsam wieder auf. Sie hatte Schmerzen, doch die waren nichts im Vergleich zu den Schmerzen in ihrem Herzen, ihrer Seele.
Als Jim, mit einer neuen Flasche in der Hand, wieder zurückkam, stand Kate wieder.
„Dad, wenn du mich nicht auch noch verlieren willst, dann muss du mit dem Trinken aufhören. Sonst gehe ich.“
Jim hielt an und Kate hatte die Hoffnung, dass er nun einlenken würde. Er konnte sie doch nicht wirklich verlieren wollen? Seine einzige Tochter.
„Das ist die erste gute Idee, die ich seit langem von dir höre. Dann habe ich meine Ruhe. Los verschwinde.“
Kate glaubte, sich verhört zu haben. „Dad!“
„Ich sagte, du sollst verschwinden. Los raus hier.“ Jim stellte die Flasche auf den Tisch, packte Kate beim Arm und zerrte sie zur Tür. So betrunken ihr Vater auch war, er hatte mehr Kraft als Kate. Vor allem, weil ihre Rippen wahnsinnig wehtaten. Das sie vor Schmerzen aufschrie kümmerte ihn nicht. Er öffnete die Tür, stieß Kate raus und knallte die Tür wieder zu.
„Dad!“, rief Kate.
„Verschwinde. Ich brauche dich nicht.“
„Dad, mach auf. Bitte!“
Eine halbe Stunde blieb Kate vor der Wohnungstür stehen, dann gab sie auf.

Weinend verließ Kate das Haus. Sie wollte ihren Schlüsselbund, an dem sich auch ihr Wagenschlüssel befand, aus der Hosentasche holen, da fiel ihr ein, dass der ja in der Wohnung war. Sie hatte nur ihr Portemonnaie dabei, da war ihr Ausweis drin. Aber kaum noch Geld. Ihre EC Karte steckte in der Innentasche ihrer Jacke, zusammen mit den fünfzig Dollar, die sie heute abgehoben hatte. Und die Jacke hing an der Garderobe.

Ziellos irrte Kate durch die Straßen, spürte nicht die Blicke der anderen Passanten, die sie teils neugierig, teil mitleidig anschauten. Irgendwann blickte Kate auf und entdeckte, dass sie vor einer McDonald´s Filiale stand. Sie hatte Hunger und Durst, aber ohne in ihr Portemonnaie zu schauen, wusste sie, dass dort nicht genug drin sein würde. Aber reingehen und sich etwas aufwärmen, das konnte sie wenigstens.

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Das kleine Mädchen, das mit ihrem Dad am Tisch gegenüber von Kate saß und ihr Eis genoss, beobachtete sie eine ganze Weile.
„Dad, du musst ihr helfen.“
Rick Castle, der gerade in seinen Hamburger beißen wollte, schaute seine Tochter irritiert an. „Wem muss ich helfen?“
„Na, der jungen Frau dort. Sie weint. Schon lange.“
Nun wurde auch Rick auf sie aufmerksam. Sie wirkte wie ein Häufchen Unglück. „Aber Alexis, ich kenne sie doch gar nicht.“
„Macht doch nichts. Dann lernst du sie kennen.“ Bevor Rick sie aufhalten konnte, rutschte Alexis von ihrem Stuhl und lief rüber, doch Kate reagierte nicht. Erst als Alexis ihre kleine Hand auf ihre legte, schreckte sie hoch und sah ein kleines, rothaariges Mädchen, was sie mitfühlend musterte. „Hast du Aua?“, erkundigte sie sich.
Kate schüttelte den Kopf. „Ich bin nur etwas traurig.“
„Oh, soll mein Dad dich in den Arm nehmen? Das macht er immer wenn ich traurig bin, und dann geht es mir besser.“
Rick war inzwischen an Kates Tisch getreten und hatte die Worte von seiner Tochter gehört. Er wurde rot, was Kate, die zu ihm hochschaute, süß fand.
„Alexis!“ Rick schaute Kate zerknirscht an. „Ich muss mich für meine vorlaute Tochter entschuldigen.“
Zum ersten Mal, seit sehr langer Zeit, lächelte sie. Es war nur leicht und es erreichte nicht ihre Augen, wie Rick feststellte, dennoch war es das schönste Lächeln, was er je gesehen hatte.
„Nein, das müssen Sie nicht. Ihre Tochter hat das Herz auf dem rechten Fleck und Augen für den Kummer ihrer Mitmenschen. Sie können stolz auf sie sein.“
„Das bin ich.“ Er streichelte Alexis über den Kopf. „Dabei ist sie erst fünf.“
Alexis schaute erbost zu ihrem Vater hoch. „Was heißt erst fünf? Das ist schon sehr alt. Außerdem werde ich im Sommer sechs.“
Rick unterdrückte ein Lachen, auch Kate musste schmunzeln.
„Da hast du recht. Fünf ist schon ziemlich alt. Vor allem, wenn du bald sechs wirst. Kommst du denn noch dieses Jahr zur Schule?“ Alexis nickte heftig. „Da erwartet dich dann eine spannende Zeit.“
„Ich freu mich auch schon.“ Nachdenklich musterte die Kleine Kate. „Bist du noch immer traurig?“
Kate nickte. „Ja, ein wenig schon.“
Rick konnte sehen, dass <ein wenig> stark untertrieben war. Die ganze Haltung dieser jungen Frau zeigte ihm, dass sie sogar unendlich traurig sein musste. Aber sie wollte das vor seiner Tochter nicht so zeigen und das rechnete er ihr hoch an.
„Dann nehme ich dich in den Arm. Vielleicht geht es dir dann besser.“ Sofort setzte Alexis ihren Plan in die Tat um, krabbelte auf die Bank und umarmte Kate, die mit Mühe ein schmerzhaftes Stöhnen unterdrücken konnte, sich aber stattdessen auf die Lippen biss, was Rick nicht entging. Gerade als er seine Tochter ermahnen wollte, ließ sie Kate los und die reagierte sofort. Und auch das fand Rick bewundernswert, denn es war nicht zu übersehen, dass sie starke Schmerzen hatte.
„Danke, Alexis. Das hat wirklich gutgetan.“ Sie lächelte die Kleine an, die wieder von der Bank rutschte.
„Geh doch ein wenig spielen, Alexis“, bat Rick seine Tochter, die Kate anschaute.
„Wie heißt du eigentlich?“
„Kate.“
„Schöner Name.“
„Danke. Mir gefällt deiner auch sehr gut.“
„Bleibst du noch hier, Kate?“
„Ja“, versprach diese ihr.   Wo sollte ich auch hingehen
Die beiden Erwachsenen sahen Alexis hinterher, wie sie zu den Spielgeräten ging.
„Darf ich mich setzen?“, erkundigte sich Rick.
„Gerne.“
„Ich möchte nicht aufdringlich sein, Kate … ich darf Sie doch Kate nennen?“
„Da dies mein Name ist … sicher.“
„Ich bin Rick. Also Kate, was ich fragen wollte … kann ich Ihnen irgendwie helfen?“
Diese Frage kam so überraschend, mitfühlend, so ehrlich gemeint, dass alles aus Kate herausbrach, eigentlich ohne dass sie es wollte.
„Heute ist der erste Todestag meiner Mum, mein Dad hat mich rausgeschmissen, weil ich ihm ein Ultimatum gestellt habe, und ich besitze nichts mehr, außer den Sachen, die ich trage“, erzählte sie in Kurzform.
„Nicht mal eine Jacke?“, erkundigte sich Rick fassungslos, denn er konnte nirgends eine sehen, und fragte sich, was das für ein Vater war, der seine Tochter bei diesen Minusgraden aus der Wohnung warf. Noch dazu ohne Jacke.
Kate schüttelte den Kopf. „Auch kein Geld und keine Freunde zu denen ich gehen könnte.“ Von denen hatte sie sich nach dem Tod ihrer Mutter nach und nach zurückgezogen.
„Dann kommst du mit zu uns“, meinte Alexis, die Kates letzte Worte gehörte hatte, weil es ihr an den Spielgeräten zu langweilig geworden und deswegen an den Tisch zurückgekommen war
Rick nickte. „Ausnahmsweise stimme ich dem vorlauten kleinen Ding mal zu. Wir haben ein Gästezimmer, dort können Sie übernachten und morgen sehen wir weiter.“
„Aber das geht doch nicht, Rick. Ich meine wir kennen uns gar nicht.“ Auch wenn er ihr bekannt vorkam.
„Ich habe keine unanständigen Absichten“, versicherte Rick ihr. „Ich möchte Ihnen nur helfen. Das Gästezimmer können Sie abschließen, es hat auch ein eigenes Bad.“ Er lächelte. „Und einen Anstandswauwau gibt es auch. Meine Mutter lebt nämlich bei uns.“
„Komm doch mit. Bitte. Das wird bestimmt schön. Du kannst auch Monkey-Bunkey haben, damit du nicht mehr so traurig bist.“
Fragend schaute Kate zu Rick. „Ihr Lieblingskuscheltier.“
„Das ist sehr lieb von dir, Alexis, aber ich glaube Monkey-Bunkey möchte lieber bei dir sein.“
Alexis wirkte nachdenklich. „Mhm, möglich. Er ist immer traurig, wenn wir nicht zusammen sind.“
„Na siehst du. Aber vielen Dank, dass du ihn mir geben wolltest.“
Bittend schaute sie Kate an. „Kommst du denn trotzdem mit?“
Eigentlich war es völliger Irrsinn, einen fremden Mann nach Hause zu begleiten, aber Kate wusste, dass sie keine Angst zu haben brauchte. Und das nicht nur, weil es Alexis gab. Oder seine Mutter. Sie vertraute diesem Mann. Abgesehen davon konnte es nicht gefährlicher sein als auf der Straße zu übernachten, was ihr unweigerlich bevorstand.
„Ja, ich komme mit euch.“ Sie schaute zu Rick. „Danke.“
Er lächelte leicht. „Immer.“
Rick brachte das Tablett zur Ablage, dann machten sich die drei auf den Weg.

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Und schon habt ihr das erste Kapitel geschafft.  Es war kurz, aber hoffentlich schmerzlos ;-)
Nun freu ich mich auf eure Reviews und wünsche euch eine schöne Woche - Freitag folgt dann Kapitel 2
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