Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

paper crown

von clotho
Kurzbeschreibung
KurzgeschichteAbenteuer, Fantasy / P16 / Gen
Atsuya Kusakabe Kenjaku OC (Own Character) Satoru Gojo Uraume
05.04.2021
09.09.2021
13
33.550
2
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
05.04.2021 1.682
 
••• paper crown •••




Er hatte keine Chance.

„Wartet, wartet! Ich gebe euch alles, alles, was ihr wollt! Bitte, bitte lasst mich–“

Wie sehr er auch flehte, wie lange er auch um sein Leben bettelte, am Ende wurde er doch von ihnen erschlagen. Ein Mann gegen fünf hölzerne Keulen – dieser Kampf war doch schon von Anfang an verloren gewesen.

Und so lag er da, die Schädeldecke offen und zertrümmert inmitten seiner eigenen Blutlache, während er die letzten Sekunden auf Erden damit verbrachte, auf seine Leinwand zu starren. Zu starren und starren, zu bereuen und hassen, bis sein Blick den Glanz des Lebens verlor und alles Wärme seinen Körper verließ.

Die Welt war verstummt.







Wie ein Fisch am Lande zappelte sie. Ihre Hände waren angekettet, die Beine und Brust fest an die Pritsche zugeschnürt.

Sie schrie.

Sie schrie so lange, bis ihre Kehle austrocknete und sich der Geschmack von Blut in ihrem Mund ausbreitete. Doch es wollte sie keiner hören. Der mit ihrem Speichel vollgesogene Knebel schnitt sie von der gesamten Außenwelt ab genau so wie es die Dunkelheit des eisernen Kellers tat.

Kein Entrinnen.

Nur Entsetzen.
Angst.
Und Verzweiflung.

„Hab ein kleines bisschen Geduld.“

Das Grinsen eines wahrhaftigen Teufels erschien über ihrem Gesicht und sie erstarrte. Übelkeit wallte sich in ihr auf, sie erstickte. Die Tränen verschleierten ihr die Sicht, doch im Schein der nackten Glühbirne konnte sie gerade so das Aufblitzen der Messerspitze erkennen.

„Gleich gesellst du dich zu den anderen meiner Freunde.“







„EILMELDUNG – Unregelmäßige Ströme ausgesetzter Fluchenergie wurden im Innenbezirk von Kawaguchi registriert und haben kürzlich einen besorgniserregenden Wert erreicht. Es wird um Unterstützung bei der genaueren Ursachenbestimmung gebeten. Erforderlicher Mindestrang zur Bearbeitung des Falles – Drei.“








„Danke, Jungs“, rief er den Umzugshelfern zu, ehe er ihnen und dem großen, schmuddelig weißen Lastwagen vom Fenster seiner neuen Wohnung aus hinterher winkte.

„Wer war das?“, ertönte es aus dem Hörer, dessen Kabel er bereits so weit ausgedehnt hatte, dass er sich lieber beeilte, zurück ins Wohnzimmer zu gehen, an dessen Wand das Telefon hing.

„Die Umzugsleute. Sehr angenehm, sie haben mir viel von der Stadt erzählt.“

„Was denn?“, hakte seine Schwester interessiert nach und er konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen.

„So einiges. Ich erzähle es dir, wenn du mich besuchen kommst.“

Ganz deutlich hörte er, wie sie am anderen Ende der Leitung laut aufstöhnte, bevor sie ihr Geschirr lautstark in die Spüle tat. „Du weißt doch, dass ich mir keinen kurzen Abstecher in die Stadt erlauben kann.“

„Ja ja, wir haben nicht genug Geld, ich weiß.“ Sanft lächelte er vor sich her, während er mit seiner freien Hand die Kabelleitung des Telefons zwirbelte. „Ich werde genug arbeiten, damit du ohne Sorgen hierher ziehen kannst. Und dann können wir an derselben Universität studieren. Wie hört sich der Plan an?“

„Wie ein falsches Märchen.“ Obwohl sie schroff und patzig klang, konnte er spüren, wie die Vorfreude sie bereits erfasst hatte. Während er ihr dabei zuhörte, wie sie Wasser aus dem Hahn fließen ließ, drehte er sich um und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand. Überraschenderweise hatte er mehr Umzugskisten zu packen gehabt als die Größe seines Zimmers ihm weismachen wollte.

„Wie ist die neue Wohnung eigentlich?“

Wie auf Stichwort. „Sie hat ein Balkon.“

„Wirklich?“

„Ja, wirklich. Hätte ich auch nicht gedacht.“

Er hatte sich in aller Eile nach einer Bleibe umschauen müssen, da er die Zusage zur Universität erst eine Woche vor Beginn der Lehrveranstaltungen erhalten hatte. Dass er ein Angebot unterbreitet bekommen hatte, das weit unter seiner möglichen Budgetgrenze lag – da hatte er doch einfach zuschlagen müssen! Ihm wäre es egal gewesen, ob diese Wohnung in einem Drecksloch oder kurz vor dem Zerfall gestanden hätte, denn er hätte sich in der Stadt angekommen auch jederzeit nach einer neuen Bleibe umblicken können.

Das hatte er zumindest gedacht. Sobald er jedoch über die Türschwelle getreten war, hatte ihn das Gefühl gepackt, hier nie wieder weggehen zu wollen. „Sie ist groß und geräumig. Sie ist weit mehr, als ich es vom Mietpreis erwartet hätte.“

„Und ich dachte, der Makler wollte dich über den Tisch ziehen“, zischte es ihm ins Ohr zurück. Weiteres Tellergeklirre am anderen Leitungsende, ehe er das Wasser gurgelnd abfließen hörte.

Er gluckste. „Keine Sorge, Schwesterherz du bist nicht die Einzige gewesen, die das geglaubt hat.“ Er hob seinen Blick von seinen nackten Zehen und ließ ihn über die Wände seines neuen Zuhauses wandern. „Als ich hergekommen bin, habe ich mir aber trotzdem fast in die Hosen gemacht.“

Er wusste, dass er sie auf diese Weise zum Lachen bringen konnte. „Was, wieso denn? Ist dir eine Ratte begegnet?“

„Das hättest du wohl gerne, was?“, erwiderte er schnippisch, ehe er in ihr Lachen einstieg. „Nein, das ist es nicht …“ Alle Wände seiner neuen Wohnung wurden mit seltsamen Papieren zugekleistert, nicht einmal eine einzige freie Stelle war zu sehen, da manche Flächen sogar mit mehreren Lagen von diesem Papier zugedeckt waren. Zuerst hatte er gedacht, dass es nur ein Streich des Maklers gewesen sei, der schließlich über das Ziel hinausgeschossen war, doch als er die einzelnen Papierstreifen genauer betrachtet hatte, hatte er sich dazu entschlossen, sie dort hängen zu lassen. Auf jedem Stück waren immer andere Muster zu sehen gewesen als auf dem zuvor und als eingeschworener Kunstliebhaber konnte er sich nicht dazu aufraffen, diese abzureißen und in den Müll zu schmeißen.

„Das grenzt schon was an Aberglaube, was du hier siehst.“

„Dann mach ein Foto davon. Schnell! Ich will es sehen. Bis wann hat die Poststelle offen?“

Gespielt entnervt seufzte er auf. „Aber dann muss ich meine Kamera auspacken. Weißt du, wie aufwändig das ist? Ich weiß gerade nicht mal mehr, in welcher Kiste ich sie verstaut habe.“

„Beeil dich!“

Er lachte den drängenden Unterton in ihrer Stimme fort, bevor er meinte: „Alles klar, hetz mich nicht.“ Eine Weile unterhielten sie sich noch über die Farm und den Gesundheitszustand ihres Vaters, als ihm wieder etwas bezüglich des angeforderten Fotos einfiel. „Soll ich dir auch gleich eins von diesem Gemälde schicken?“

„Was für ein Gemälde?“, hakte sie interessiert nach. Wie der Bruder, so die Schwester. In dieser Familie gab es nur Kunstvernarrte.

„Ja, ich war genau so überrascht. Der Makler hat nicht erwähnt, dass der Vormieter so etwas Wertvolles zurückgelassen hat.“ Selbst auf dem ersten Blick hatte er erkannt, wie antik diese Zeichnung war.

„Ui, was ist denn drauf?“

Er schloss die Augen und rief sich das künstlerische Meisterwerk in seinem Kopf auf, da er mit dem Telefonkabel nicht so weit ins nächste Zimmer laufen konnte. Wenn er sich rechtens erinnerte, waren auf dem Gemälde keine Personen oder Gegenstände zu erkennen gewesen, nur Pinselstriche und Pinselstriche in allerlei Farben und Tönen übereinander gelegt. Als er davor gestanden und es in Augenschein genommen hatte, hatte er wirklich geglaubt, an einem Ort sein zu können, wo er noch nie zuvor in seinem Leben gewesen war – was auch der Realität entsprach.

„Das Meer.“

Denn am Meer zu sein, seine Füße ins Wasser zu strecken und die sommerliche Brise auf seiner Haut spüren zu können ohne irgendwelche Sorgen ums Geld oder die Zukunft – das glich wahrlich der Erfüllung all seiner Träume.







D A T U M
1 7 - 0 2 - 2 0 1 8

O R T
K A W A G U C H I
P r ä f e k t u r   S a i t a m a


„STATUS des AUFTRAGS: in Bearbeitung
Jujuzist(en) vor Ort: Amane Kanezane (Beachte → Seite 3)“






••• author’s note •••
05 - 04 - 2021

Nach anderthalb Monaten steht die Rohfassung von paper crown, wofür ich gerade – persönlich gesagt – total stolz auf mich bin. Mein Gekritzel hat sich zwar stilistisch gesehen nicht verbessert, aber es hat mir Spaß gemacht, mal wieder etwas Längeres zu schreiben. Stressig, aber spaßig.
(⁄ ⁄•⁄ω⁄•⁄ ⁄)

Jetzt muss ich alles nur noch feinschleifen, detaillierter und eventuell verständlicher formulieren und ungewollte Plotfehler ausmerzen, doch im Großen und Ganzen steht die Kurzgeschichte – aka die erste Episode von Amanes fantastischen Abenteuern – mit zehn Kapiteln.
( ´ ∀ ` )ノ

Da jedoch demnächst die Uni wieder an meiner Tür klopfen wird, wird diese Überarbeitung etwas länger andauern als die eigentliche Schreibphase; insbesondere da noch nicht feststeht, wie es nun pandemiebedingt mit meinen Laborpraktika aussieht. Nichtsdestotrotz wollte ich schon mal den Teaser veröffentlichen, weil dieser – nun ja – nur ein Teaser ist. Er verrät etwas, aber auch nicht so viel, dass es zu Ungereimtheiten im weiteren Verlauf kommen könnte.
(づ ◕‿◕ )づ

Wann das erste Kapitel genau erscheinen wird, weiß ich im Moment nicht, da ich etwas Abstand von der Kurzgeschichte brauche. Ich habe unentwegt in diesen anderthalb Monaten an ihr gesessen, da braucht mein Kopf etwas Freiraum – Pause – Frischluft – whatever –, um mögliche Fehler eher finden und qualitativer ausbessern zu können. Was ich aber versichern kann, ist: Sobald das erste Kapitel hochgeladen wird, werden auch die restlichen Kapitel relativ zügig oben sein, da ich mit dem ersten Upload erst nach Ende der Überarbeitung warten möchte.
٩(× ×)۶

Ansonsten muss gesagt werden, dass Amanes Kurzgeschichte(n) vor den Ereignissen rund um Jujutsu Kaisen stattfinden. Ich habe mir vorgenommen, mich möglichst nahe an der Welt von Gege zu orientieren, so dass es vor allem zu Spoilern bezüglich des Prequels kommen kann – (oder eher gesagt wird).
(⌒_⌒;)

Jede Kurzgeschichte beschreibt eine Episode seiner mehr oder minder abwechslungsreichen Abenteuern, die man letztlich jedoch separat voneinander lesen kann. Pro Kurzgeschichte steht daher auch nur ein Fall im Fokus, den Amane zu bearbeiten hat. Die nächste Episode ist in Planung, wie viele Episoden es am Ende sein werden, hängt von meiner Freizeit, Kreativität – leider kaum vorhanden – und Motivation ab.
( ̄  ̄|||)

Da ich mit ziemlich vielen Own Characters arbeiten werde, bin ich auch gerade am Überlegen, daraus in Zukunft eine Art Mitmachfanfiktion zu machen, in der interessierte Leser/innen eine Person nach meinen wenigen Vorgaben erstellen können, die ich dann in mindestens einer Episode einarbeiten werde, aber dazu mehr, wenn paper crown vollständig veröffentlicht wurde. Ist momentan eigentlich auch eher so etwas wie eine Schnapsidee haha.

Ansonsten bedanke ich mich ganz herzlich fürs Lesen und wünsche viel Spaß und Freude mit der erste Episode, die demnächst erscheinen wird.
( ◡‿◡ )
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast