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Fußball Kurzgeschichten

GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
Borussia Dortmund Die deutsche Nationalmannschaft Eintracht Frankfurt FC Bayern München Premiere League Primera Division
05.04.2021
23.11.2021
48
84.688
8
Alle Kapitel
65 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
22.09.2021 1.115
 
Fear

Pairing: Mario Graf x Marco Reinders
Genre: Drama, Romanze
Warnung: /


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Kapitel 2


Marcos Pov.

Langsam öffnete ich meine Augen und zischte im nächsten Moment schmerzerfüllt auf. Mein Körper schmerzte. Was war passiert? Verwirrt sah ich mich um, bevor die Erinnerung mit einem Schlag zurück kam. Ruckartig drehte ich meinen Kopf und erschrak, bei dem Bild das sich mir bot. ,,Sunny?", flüsterte erstickt, ehe ich eilig versuchte dem Sicherheitsgurt zu lösen, was mir nach einigen Anläufen auch gelang. ,,Sunny, hörst du mich?", fragte ich angsterfüllt und rüttelte vorsichtig an seiner Schulter. Doch nichts geschah. Seine Augen blieben weiterhin geschlossen und schreckliches Gefühl der Angst machte sich in mir breit. ,,S...Sunny?" Aufgeregt versuchte ich nach seinem Puls zu tasten und atmete kurzzeitig erleichtert auf, als ich diesen schwach unter meinen Fingern spürte. Doch die Erleichterung war nicht von langer Dauer, denn nur Sekunden später, wurde ich mir der Situation, in der wir uns befanden, wieder bewusst. Panisch suchte ich nach meinem Handy, welches ich erst nach einigen Minuten fand und wählte den Notruf. ,,Sunny, bitte halte durch. Bleib bei mir. Bitte.", flehte ich verzweifelt. Die nächsten Minuten, bis endlich Hilfe eintraf, kamen mir ewig lang vor.

Danach nahm ich alles nur noch wie in Watte.gepackt wahr. Die kommenden Stunden, während ich selbst behandelt wurde und danach auf irgendwelche Neuigkeiten wartete, fühlten sich wie endlose Stunden an. Die quälende Angst, um meinen Freund, raubte mir regelrecht den Atem, das schlechte Gewissen, welches mich plagte, fraß mich beinahe auf. ,,Marco? Marco!" Verwirrt blickte ich auf und sah direkt in die besorgten Gesichter von Mats und Marcel. Sofort traten mir die Tränen in die Augen, während ich mich in Mats Arme fallen ließ. ,,Es ist meine Schuld. Es ist alles meine Schuld.", wimmerte ich und klammerte mich an meinem besten Freund fest. ,,Sshh. Alles wird wieder gut. Es wird alles wieder in Ordnung kommen.", sprach dieser auf mich ein, während Marcel beruhigend über meinen Rücken strich. ,,Was ist denn passiert?", fragte Schmelle nach einer Weile. ,,Wir...Wir wollten nach Hause fahren und...und haben schon wieder bestritten. Ich...Ich habe nicht aufgepasst. Ich wollte das doch nicht. Ihm darf nichts passieren. Ich kann ihn nicht verlieren." ,,Das wirst du bestimmt nicht. Mario ist doch ein Kämpfer." Ich konnte nicht genau sagen, wie lange wir so da saßen, doch es schienen nochmal ein paar Stunden gewesen zu sein, ehe ein Arzt auf uns zutrat. ,,Herr Reus?" ,,Ja. Was ist mit Mario?" ,,Wir konnten Herrn Götze stabilisieren. Sein Zustand ist jedoch weiterhin kritisch. Er hatte mehrere innere Blutungen, unter anderem an Milz und Leber, die wir Gott sei Dank stillen konnten. Ansonsten konnten wir noch einige Quetschungen und Prellungen feststellen. Für eine Kopfverletzung gibt es momentan keine konkreten Anhaltspunkte, wir konnten es jedoch auch nicht ausschließen, solange Herr Götze noch nicht wieder bei Bewusstsein ist.", erklärte er ruhig. ,,Und wann wacht er wieder auf?" ,,Das können wir leider nicht sagen. Wir müssen warten, wie sich sein Zustand weiter entwickelt. Aber ich muss Ihnen leider sagen, dass Sie sich objektiv gesehen, auch auf den schlimmsten Fall einstellen sollten." ,,Ka...Kann ich zu ihm?" ,,Natürlich, eine Schwester wird sie holen und zur Intensivstation bringen."  Damit verabschiedete er sich und ließ uns wieder in dem kargen Krankenhausflur zurück. Keiner von uns schaffte es, in diesem Moment auch nur ein Wort zu sagen, wir saßen nur weiter schweigend dort, während ich es mir nicht gelang auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Das einzige, was die ganze Zeit, sehr präsent in meinem Kopf war, war die Tatsache, dass mein Freund vielleicht, wegen mir, sterben würde. Wenige Minuten später kam eine junge Krankenschwester auf uns zu und bedeutete mir ihr zu folgen. Wir gingen einen langen Flur entlang, durch eine Glastür und blieben schließlich vor einer Tür stehen. ,,Sie müssen sich einen Kittel überziehen, bevor Sie das Zimmer betreten.", erklärte sie und reichte mir selbigen. ,,Erschrecken Sie nicht, wenn Sie reingehen. Es sieht alles ein bisschen gruselig aus. Ich hol Sie dann in 30 Minuten wieder ab, Herr Götze braucht aktuell sehr viel Ruhe." ,,Danke.", meinte ich leise, bevor ich die Türklinke hinunter drückte und nach einem letzten tiefen Atemzug das Zimmer betrat. Im ersten Moment erschrak ich tatsächlich ziemlich. Auf den Anblick, der sich mir bot, konnten mich keine Worte der Welt vorbereiten. Augenblicklich traten mir die Tränen in die Augen, die sich schnell ihren Weg über meine Wangen suchten, während meine Beine ganz weich wurden. Meine große Liebe lag, völlig blass, in einem großen Krankenbett und war an unzählige Maschinen angeschlossen, die seine Werte überwachten. Ein Atemschlauch sorgte für genügend Sauerstoffzufuhr. ,,Sunny.", entfuhr es mir gequält. Langsam ging ich die letzten Schritte, bis zum Bett, setzte mich auf den Stuhl daneben und griff vorsichtig nach seiner Hand, immer darauf bedacht, den Zugang, der in seinem Handrücken steckte, nicht zu berühren. ,,Es tut mir so leid. Verlass mich bitte nicht. Ich mach alles wieder gut, nur bitte, bitte bleib bei mir. Ich liebe dich doch! Ich hab das nicht so gemeint. Ich liebe dich, Sunny. Du bist die Liebe meines Lebens. Ich will dich doch niemals verlieren. Ich will mit dir alt werden und alles machen, was wir uns für die Zukunft ausgemalt haben. Nur bitte lass mich nicht alleine. Ich kann nicht verlieren."

Mehrere Wochen lang saß ich jeden Tag auf diesem Stuhl, redete mit Mario und hoffte, jede Sekunde hoffte ich, dass er seine Augen aufschlagen und zu mir zurück kommen würde. Und jeden Tag wurde diese Hoffnung enttäuscht, stattdessen wurde, laut der Ärzte, die Wahrscheinlichkeit, dass er wieder aufwachen würde, geringer. Die Zeit, die ich nicht im Krankenhaus verbrachte, saß ich Zuhause in unserem Haus, wo Mats und Marcel, sowie viele andere unserer Freunde, vergeblich versuchten, mich irgendwie abzulenken. Keiner dieser Versuche zeigte die gewünschte Wirkung, das einzige, das ich wollte war meinen Freund zurück. So saß ich auch heute wieder auf dem harten Stuhl, in dem sterilen Zimmer und erzählte ihm alles was seit meinem gestrigen Besuch geschehen war und was mir so durch den Kopf ging. Gerade sprach ich von Jules dämlichen Versuch mich abzulenken, den dieser gestern Abend gestartet hatte, als ich plötzlich einen leichten Gegendruck an meiner Hand spürte. ,,Sunny?", fragte ich zitternd. ,,Kannst du mich hören? Drück nochmal meine Hand, wenn du mich hören kannst." Tatsächlich spürte ich erneut einen leichten Druck, der mir die Tränen in die Augen schließen ließ. Schnell drückte ich die Notfallklingel und beobachtete weiterhin ganz genau das Gesicht meines Freundes. Die Tränen liefen über meine Wangen, als sich seine Augen langsam öffneten.
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