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Fußball Kurzgeschichten

GeschichteDrama, Romance / P18 / MaleSlash
Borussia Dortmund Die deutsche Nationalmannschaft Eintracht Frankfurt FC Bayern München Premiere League Primera Division
05.04.2021
20.10.2021
46
80.758
8
Alle Kapitel
63 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
11.08.2021 2.257
 
Little Wonder

Pairing: Julian Brandt x Kai Havertz
Genre: Romanze
Warnung: mpreg

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Kapitel 1



Julians Pov.

Erschöpft ließ ich mich auf die Couch, in der Wohnung meines Bruders, fallen. ,,Alles gut, Jule?", erklang da auch schon Jannis Stimme. ,,Klar, alles super.", erwiderte ich leise. ,,Siehst nicht so aus ehrlich gesagt.", meinte er wenig überzeugt. ,,Willst du was trinken?" Langsam nickte ich, während Jannis in der Küche verschwand und kurz darauf mit einer Flasche Wasser und einem Teller mit belegten Brötchen zurückkam. Während er mir erst das Wasser reichte, nahm er sich selbst eines der Brötchen, bevor er mir ebenfalls den Teller reichte. Nur einen Moment später konnte ich den Geruch der Wurst riechen und spürte wie die Übelkeit, welche mich bereits seit ein paar Wochen heimsuchte, in mir hoch kam. Schnell sprang ich auf, presste mir die Hand vor den Mund und stürmte ins Badezimmer . ,,Jule?!" Eilig beugte ich mich über die Toilette und übergab mich. ,,Gehts wieder?", fragte mein Bruder besorgt und strich mir beruhigend über den Rücken. Vorsichtig nickte ich und stand langsam wieder auf, um mir am Waschbecken den Mund auszuspülen. ,,Mein Gott Jule, du bist weiß wie eine Wand. Was ist denn los mit dir?", wollte Jannis wissen, während er mir zurück ins Wohnzimmer half, da ich jetzt doch etwas taumelig auf den Beinen war. ,,Dir gehts doch schon länger nicht wirklich gut. Ich hab das jetzt schon öfter bemerkt." Unsicher sah ich auf meine Beine, nicht sicher, wie ich ihm mein kleines Geheimnis gestehen sollte, woraufhin er sich neben mich setzte. ,,Jule, Mensch. Was ist es denn? Magen-Darm? Corona?...Schwanger?", spaßte er am Ende. Kurz hob ich beim letzten Wort den Kopf und als ich immer noch nicht antwortete, wurde auch Jannis wieder ganz still, schien die Situation, nach kurzem überlegen, zu erfassen. ,,Das ist nicht dein Ernst?!", entfuhr es ihm entsetzt. ,,Ernsthaft jetzt?", fragte er, nachdem ich weiterhin kein Wort von mir kam. ,,Du bist schwanger? Aber wie? Ich meine wann?", stotterte er perplex. Ich konnte es ihm nicht verdenken. Kais kurzer Besuch nach der letzten Länderspielpause war ziemlich spontan gewesen, hatte allem Anschein nach ziemlich süßen Folgen geendet und ich hatte danach auch niemandem etwas davon erzählt, dass er da war. Umso überraschender musste es jetzt natürlich auch für meinen Bruder sein. ,,Ich...Das war so nicht geplant..
Also...eigentlich schon, aber...", brachte ich schließlich doch irgendwann hervor. ,,Ich versteh kein Wort. Wann ist das überhaupt passiert?", schien sich Jannis langsam wieder gefangen zu haben. ,,Kai hat mich nach der Länderspielpause besucht.", gestand ich leise. ,,Hättet mir ruhig mal Bescheid geben können. Ich hätte ihn auch gerne mal wieder gesehen.", warf er ein. ,,Es waren nur ein paar Stunden." ,,Scheinen ausgereicht zu haben." ,,Das..." ,,War so nicht geplant?!" ,,Irgendwie nicht und irgendwie schon." ,,Was denn jetzt?" ,,Naja, anfangs haben wir...Also...Wir haben halt in der Eile vergessen zu verhüten und dann...als wir es bemerkt haben..." ,,Wars schon zu spät?", scherzte er. ,,Ja, das auch, aber...wir wollen Kinder haben und wir sind uns auch einig, dass wir damit nicht mehr allzu lange warten wollen, also haben wir es einfach dabei belassen, nur...wir haben nicht gedacht, dass es so schnell klappt." Einen Moment herrschte komplette Stille, dann brach Jannis ihn schallendes Gelächter aus. ,,Mein Gott. Ihr beiden seid echt die absolute Krönung.", lachte er. ,,Damit könnte man meinen ihr habt genug Erfahrung darin." ,,Sehr witzig.", meinte ich leicht genervt. ,,Entschuldige. Aber das war jetzt wirklich...Damit hab ich echt nicht gerechnet. Mit allem.", erklärte er. ,,Weiß es Kai schon?" ,,Nein. Ich will es ihm nicht am Telefon sagen, das wäre irgendwie nicht passend und außerdem..." ,,Was?" ,,Vielleicht...ist es ihm ja doch noch zu früh und..." ,,Jule, hör mir mal zu. Er wird sich unheimlich freuen. Er meinte mal zu mir, dass eine Familie mit dir sein größter Wunsch wäre und das größte Glück, das er sich vorstellen könne. Also glaub deinem kleinen Bruder." Tatsächlich etwas erleichterter nach seinen Worten, schaffte ich es jetzt ein Lächeln auf meine Lippen zu bekommen. ,,Kai wird vor Freude in die Luft gehen!", meinte er überzeugt. ,,Und jetzt lass dich endlich drücken. Ich werd nicht jeden Tag Onkel." Lachend zog er mich an sich. ,,Herzlichen Glückwunsch, großer Bruder." ,,Danke."

Nachdem ich Jannis von der Schwangerschaft erzählt hatte fühlte ich mich wirklich etwas besser. Es war ein gutes Gefühl, dass endlich jemand von dem kleinen Wunder, welches in meinem Bauch heran wuchs, Bescheid wusste und mit meinem Bruder hatte ich damit die beste Wahl getroffen, wie ich bereits nach kurzer Zeit feststellte. Er unterstützte mich in allen Dingen und war immer da, wenn es mir nicht gut ging oder ich einfach jemanden um mich brauchte und tat sich meine wirklich dauernd wechselnden Launen an. Außerdem versuchte er mich ständig davon zu überzeugen, Kai von dem Baby zu erzählen, doch ich hielt auch eine Woche nach dem ersten Gespräch mit Jannis an meiner Meinung fest. Es kam mir einfach nicht richtig vor meinem Freund so eine Sache am Telefon zu erzählen. So hielt ich mein kleines Geheimnis noch etwas länger geheim und musste damit leider auch alleine, mit Ausnahme von Jannis, mit den Schwangerschaftsbeschwerden zurecht kommen, die zu meinem Leidwesen in der letzten Zeit immer schlimmer wurden. ,,Wie hast  
du es nur geschafft das so lange geheim zu halten?", meinte Jannis, nachdem ich mich heute schon zum fünften mal übergeben hatte. ,,Weiß nicht." ,,Leg dich noch ein bisschen hin. Ich mach dir einen Tee, okay?" ,,Danke.", erwiderte ich leise und stand langsam auf. Trotzdem begann sich im nächsten Moment alles um mich herum zu drehen und es war nur Jannis schnellen Reflexen zu verdanken, dass ich mich nicht wieder auf den Hosenboden setzte. ,,Okay Planänderung. Ich bring dich ins Bett und dann mach ich deinen Tee." Nachdem ich mir noch kurz den Mund ausgespült hatte, brachte er mich zurück ins Schlafzimmer, wo ich mich völlig erschöpft wieder in meine Kissen kuschelte. Nachdem Jannis mir noch eine Tasse Pfefferminztee gebracht hatte und sich dann in mein Wohnzimmer zurückgezogen hatte, wollte ich eigentlich nur noch eine Runde schlafen. Meine Pläne wurden jedoch schnell zunichte gemacht. Kaum das ich mich gemütlich hingelegt und die Augen geschlossen hatte, begann mein Handy zu klingeln. Stöhnend richtete ich mich wieder etwas auf und griff nach dem Gerät, welches auf dem Nachttisch lag. Kaum das ich den Namen auf dem Display erkannt hatte, besserte sich meine Laune schnell wieder. Seit den Vorbereitungen auf das Champions League Finale hatten wir immer weniger Zeit gehabt, in der wir miteinander telefonieren konnten und als Kai dann ins Trainingslager der Nationalmannschaft gefahren war, war diese Zeit noch weniger geworden. Ich vermisste ihn unheimlich. Umso mehr freute ich mich jetzt über seinen Anruf. ,,Hallo, mein Engel.", erklang seine Stimme und nur Sekunden später konnte ich meinen Freund auf dem Display sehen. ,,Hallo.", gab ich leise zurück und lehnte mich wieder in die Kissen. ,,Gehts dir gut, mein Schatz?" Besorgt sah er mich an. ,,Ja." ,,Wirklich? Du siehst ziemlich blass aus." Er kannte mich einfach zu gut und die besorgten Blicke, mit denen er mich ansah, ließen mich ein schlechtes Gewissen bekommen. ,,Mach dir keine Sorgen. Mir ist nur ein bisschen übel, aber das wird schon wieder.", versuchte ich ihn zu beruhigen und lächelte ihn leicht an. ,,Was machst du so? Langweilst du dich schon?", versuchte ich ihn abzulenken, was zum Glück auch zu funktionieren schien. Lächelnd hörte ich ihm zu, wie er über seinen Tag erzählte und streichelte dabei sanft über meinen inzwischen leicht gewölbten Bauch. Doch während all seiner lustigen Erzählungen, bemerkte ich immer noch seinen besorgten Gesichtsausdruck. ,,Julchen, es tut mir leid. Ich muss gleich zum Training.", meinte er nach einer Weile bedrückt. Sofort merkte ich, wie sich die Freude in Trauer umwandelte und mir die Tränen in die Augen stiegen. ,,Was ist denn los, mein Schatz? Bitte, nicht weinen.", entfuhr es ihm erschrocken. ,,Nicht auflegen, Kai. Bitte. Ich vermisse dich so.", schluchzte ich. ,,Oh, mein Liebling. Nicht weinen. Ich vermisse dich auch. Nach der EM hast du mich nur für dich, versprochen. Dann machen wir beide uns eine schöne Zeit und ich werde dich mal wieder so richtig verwöhnen.", sprach er beruhigend auf mich ein. ,,Okay?" Ich nickte nur langsam, während ich mir die Tränen von den Wangen strich. ,,Ruh dich aus und schlaf dich gesund. Ich liebe dich, mein Engel!" ,,Ich liebe dich auch!" Er lächelte mich noch ein letztes mal an, bevor der Bildschirm wieder schwarz wurde. Leise seufzend legte ich das Handy wieder beiseite. Niedergeschlagen vergrub ich mein Gesicht im Kissen und versuchte gleichzeitig hoffnungsvoll die wieder aufsteigenden Tränen zurückzuhalten. Schluchzend kuschelte ich mich tiefer in das Bettzeug. Ich fühlte ich ohne Kai so furchtbar alleine. Es tat entsetzlich weh ihn nicht bei mir zu haben, vorallem jetzt, wo ich mir nichts sehnlicher wünschte, als mich in seine Arme zu kuscheln und mich von ihm halten zu lassen. Nur langsam schaffte ich es mich wieder zu beruhigen. Schlafen konnte ich jetzt nicht mehr. Trotzdem ging es mir jetzt tatsächlich  zumindest körperlich, etwas besser, sodass ich das Schlafzimmer verließ und zu Jannis ins Wohnzimmer ging. ,,Na, gehts wieder besser?", fragte er. ,,Ja. Jetzt könnte ich aber wirklich was zu Essen vertragen." ,,Super. Ich hab heute Morgen Brötchen mitgebracht.", sagte er grinsend. ,,Hast du mir Kai telefoniert?", fragte er, als ich gerade ein Brötchen mit reichlich Nutella verdrückte. ,,Woher weißt du das?" ,,Ich hab euch reden gehört, aber ich wollte nicht stören. Obwohl ich natürlich auch gern mal wieder mit Kai geredet hätte." ,,Das ist ja wohl nicht meine Schuld. Ich hab dich nicht abgehalten.", zickte ich ihn sofort an. ,,So war das doch gar nicht gemeint. Ich wollte euch nur ein bisschen Zeit für euch allein geben." Augenblicklich bekam ich ein schlechtes Gewissen. ,,Tut mir leid, Janni. Ich wollte dich nicht so anmotzen.", entschuldigte ich mich traurig. ,,Ach was. Inzwischen bin ich deine Stimmungsschwankungen gewöhnt.", grinste er und brachte mich damit ebenfalls wieder zum lachen.

Kais Pov.

Völlig in meine Gedanken versunken machte ich mich auf den Weg zum Training. So sehr ich es auch versuchte mich auf das Wesentliche zu konzentrieren, wanderten meine Gedanken doch immer wieder zu Julian. Mein Freund hatte eben keinen wirklich gesunden Eindruck gemacht. Wenn ich es mir so überlegte, hatte Jule eigentlich schon in den letzten Wochen immer wieder angeschlagen gewirkt. Besorgt über diese Tatsache konnte ich mich auch nicht richtig auf das Training konzentrieren. Außerdem war ich doch ziemlich erschrocken darüber, wie sehr er mich augenscheinlich vermisste. Natürlich war mir klar, dass unser Kontakt in der letzten Zeit ziemlich kurz gekommen war, aber ich hatte nicht gedacht, dass ihn das so belasten würde. Obwohl ich wusste, das Jule normalerweise derjenige war, der meine Nähe brauchte. Vor meinem Wechsel hatte er sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit an mich gekuschelt, etwas das ich ebenso genoss wie er. Ich liebte es meinen Kleinen in meinen Armen zu halten und ich liebte das Strahlen in seinen schönen blauen Augen, wenn ich ihm eine Freude machen konnte. Im Moment wünschte ich mir nichts mehr, als genau das zu tun. Er hatte sich zwar die ganze Zeit nicht beschwert, das ganze Jahr über, das wir uns fast gar nicht gesehen hatten, doch das es, jetzt wo es ihm auch gesundheitlich nicht gut zu gehen schien, und ich zweifelte nicht daran, dass er mir gegenüber seinen Zustand heruntergespielt hatte, als ihm herausbrach, sorgte dafür, dass ich am liebsten alles hier stehen und liegen lassen würde, um zu ihm zu fahren und mich selbst um ihn zu kümmern. ,,Kai? KAI!" Erschrocken fuhr ich aus meinem Gedanken auf. ,,Was ist los, Kai?", fragte mich Timo. ,,Du bist total unkonzentriert. So kenn ich dich gar nicht." ,,Alles gut." ,,Und jetzt nochmal die Wahrheit." ,,Ich...Ich mach mir Sorgen um Jule."  ,,Was ist mit ihm?", erklang eine Stimme hinter mir. Überrascht drehte ich mich um und sah Kevin hinter mir stehen. ,,Wie kommst du darauf, dass etwas mit ihm ist?" ,,Bitte, Kai. Ich kenn dich. Du bist nur so neben der Spur, wenn irgendwas mit Jule ist.", meinte mein ehemaliger Teamkollege und hatte natürlich, im Gegensatz zu Timo, den Vorteil, von unserer Beziehung zu wissen. ,,Es geht ihm nicht gut. Schon länger. Aber er versucht es vor mir zu verheimlichen und herunterzuspielen. Ich hab es anfangs wirklich gar nicht bemerkt.  Ich hab so wenig Zeit für ihn in letzter Zeit. Mein Gott, Kev. Ich hätte mir die Zeit einfach nehmen sollen. Ich will nicht das er deswegen so traurig ist." ,,Hey, Jule versteht das. Er ist bestimmt nicht böse auf dich deswegen." ,,Aber es geht ihm nicht gut und bin nicht bei ihm." Auch auf Kevins Gesicht konnte man ein wenig Sorge erkennen. ,,Ruf ihn später einfach nochmal an, vielleicht gehts ihm dann ja ein wenig besser. Es ist wahrscheinlich nur was ganz harmloses.", versuchte er mich zu beruhigen, während Timo die Verwirrung ins Gesicht geschrieben stand. Nicht wirklich überzeugt wendete ich mich wieder dem Training zu und schaffte es diesmal mich wenigstens auf die wichtigsten Aufgaben zu konzentrieren, schließlich hatten wir morgen das Spiel gegen Lettland.
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