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Deep //Namjin//

KurzgeschichteAllgemein / P18 / Gen
Kim Seokjin RM
05.04.2021
09.04.2021
5
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07.04.2021 2.194
 
Das war weitaus besser, als in seiner Fantasie. Um Längen.

Namjoons große Hände umfassten Jins Gesicht, hielten es in Position. So hatte er keine Chance, sich ihm zu entziehen, als die Zunge zwischen seine Lippen glitt, Besitz von seinem Mund nahm.

Atemlos erwiderte Jin die harten Küsse, unterwarf sich dem dominanten Zungenspiel, seufzte immer wieder flehend auf.

Kaum verwunderlich war er bereits jetzt so hart, es schmerzte fast. Und seine Hüften bewegten sich automatisch, als er seine Mitte an Namjoons Oberschenkel rieb.

Er wollte ihm zeigen, was allein diese prallen weichen Lippen bei ihm auslösten. Wollte ihn ermutigen, die Hände wandern zu lassen. Ihn am besten an Ort und Stelle an den nächstbesten Baum zu drücken und einfach nur zu vögeln.

„Es regnet.“, nuschelte Namjoon stattdessen zwischen zwei Küssen.

Ach?

Na und. Das war kein Grund, ihn bestimmend von sich zu drücken. Und vor allem nicht, die Knutscherei abzubrechen.

Was war mit seinem privaten Porno zwischen Tannen und Sträuchern?

„Lass uns zu mir gehen.“, lächelte Namjoon ihn hoffnungsvoll an. Wartete er darauf, dass Jin ablehnen würde? Weil er so unschuldig war und bloß nichts überstürzen wollte?

Herrgott, er hatte einen Ständer wie seit Wochen nicht mehr. Wäre sein eigenes Apartment nicht gefühlt hunderte von Kilometern entfernt, Namjoon würde bereits im Auto sitzen. Und Jin auf ihm drauf, das aber nur am Rande.

Kein Wunder, dass er bei dem Vorschlag deshalb derart schnell mit dem Kopf nickte, dass jeder vernünftig denkende Mensch die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen hätte.

Jetzt gerade hatte Jins untere Körperhälfte die Herrschaft übernommen. Ihm wurde der Porno im Wald in Aussicht gestellt. Da hatte er gar nicht mehr genug Blut in seinem Hirn für die Überlegung, dass es sich doch noch zu einem Horrorfilm entwickeln könnte.

Wie paralysiert ließ er sich mitziehen, grinste dabei wie ein debiles verknalltes Mädchen, weshalb er froh über die fehlende Beleuchtung hier draußen war.

Im Kopf notierte er sich vorsichtshalber, bei der Ankunft einen Gesichtsausdruck aufzulegen, der einen Ticken attraktiver war.

Vollkommen in seine Gedanken vertieft, bemerkte er das versprochene Haus erst, als sie bereits auf der dazugehörigen Veranda standen.

Er hatte mit fast allem gerechnet, einem Bretterverschlag inbegriffen. Aber ganz sicher nicht mit einem Blockhaus wie aus dem Katalog. Oder einem klischeehaften Heimatfilm.

„Am besten, ich heize erstmal den Kamin an.“, meinte Namjoon beim Öffnen der nicht abgeschlossenen Tür.

Hallo, weitere typische Vorurteile. Jin würde sich nicht wundern, sollte plötzlich jemand mit einer hinter dem Vorhang vorspringen.

Neugierig, und eigentlich auf fast alles gefasst, blickte Jin sich im Inneren des Blockhauses um.

Wie es sich für eine echte Hütte im Wald gehörte, war das vorherrschende Material selbstverständlich Holz. Dazu gemütlich wirkende Möbel, eine kleine Nische, in welcher sich die Küche befand und im hinteren Wohnbereich eine wuchtige Treppe, die rauf zu einer Gallerie mit stabilem Holzgeländer führte.

Wahrscheinlich das Schlafzimmer.

Das wollte er am liebsten als erstes besichtigen.

Wie vorbereitet legte Jin seinen verführerischen Augenaufschlag auf, drehte sich zu Namjoon.

Der nicht einmal Notiz davon nahm, weil er tatsächlich damit beschäftigt war, fein säuberlich Holzscheite in den offenen Kamin zu stapeln.

Wenn er das selbst gehackt hatte, war zumindest schon mal verständlich, wie ein Student an so einen Körper kam. Unweigerlich stellte Jin sich vor, was für ein Anblick das wohl sein mochte: oberkörperfrei, das Licht der untergehenden Sonne auf der vor Schweiß glänzenden nackten braungebrannten Brust, während die Axt gekonnt das Holz zerteilte, als wäre es Butter.

„Möchtest du etwas trinken?“, wurde die wundervolle Fantasie durch Namjoons plötzliche Frage abgeschnitten.

Ein wenig schmollend schüttelte der Angesprochene den Kopf.

Jin wollte weder trinken, noch Feuer machen oder nutzlos mitten im Raum stehen.

Er wollte Namjoon. Jetzt. Am besten direkt auf diesem echt hübschen Teppich vor dem Kamin.

Wieder ein klischeehafter Anblick, aber selbst das nahm Jin einfach zur Kenntnis.

Viel wichtiger war, die aufgebaute Spannung zwischen ihnen aufrecht zu erhalten. Unter allen Umständen.

Ein Glas Wasser, oder gar ein ewig lange ziehender Tee, würde im schlimmsten Fall dafür sorgen, dass einer von ihnen (eindeutig Namjoon, weil… hey, die Fahne stand bei Jin unverändert senkrecht nach oben) einen Rückzieher machte.

„Ich hab einen wirklich guten Selbstgebrannten da.“, versuchte Namjoon es weiter.

Okay, entweder er wollte Jin abfüllen oder dazu bringen, schnellstmöglich einzuschlafen.

Beides würde allerdings unweigerlich dazu führen, dass das erhoffte Stelldichein vor dem Kamin nicht stattfinden würde.

„Von mir aus.“, seufzte Jin daher enttäuscht. Würde er sich eben betrinken und dann stumm im Selbstmitleid baden. Wäre ja nicht das erste Mal.

Er sollte wohl einfach froh sein, dass er dem Freiluftduscher wenigstens ein kleines bisschen näher gekommen war. Immerhin wusste er jetzt, wie seine Lippen sich anfühlten. Was für ein Jammer, die nicht auf seinem restlichen Körper spüren zu können.

Übertrieben dankbar lächelnd nahm er das Glas mit der goldbraunen Flüssigkeit entgegen.

Bereits, als er vorsichtig daran schnupperte, hatte er gefühlt ein Promille intus.

Guter Gott, was war das für ein Gebräu? Damit konnte man ganze Krankenhausflure desinfizieren.

Und dieses Zeug hatte er ernsthaft selbst gemacht? Das war nie und nimmer gesund. Geschweige denn überhaupt legal.

Noch schockierter war Jin über die Tatsache, dass Namjoon die Giftmischung mit nur einem Zug runterkippte. Und ihm danach auffordernd entgegengrinste.

„Ich trinke eigentlich nicht so oft.“, versuchte er, seine sichtbaren Zweifel zu rechtfertigen.

Das war gelogen. Eigentlich soff er sich regelmäßig jedes Wochenende halb ins Koma. Allerdings mit zertifiziertem Alkohol. Bei welchem man keine Angst haben musste, zu erblinden.

Namjoon sah ihn einige Augenblicke nachdenklich an, bevor er mit den Schultern zuckte und trocken meinte: „Du kannst es mir auch vom Körper lecken, wenn dir das lieber ist.“

Jin schlief beinahe das Gesicht ein.

Hatte er sich verhört?

Das musste an dem Zeug in seinem Glas liegen, ganz sicher. Die Dämpfe davon hatten ihn vermutlich bereits betrunken gemacht und nun halluzinierte er.

Was wohl auch der Grund war, weshalb er Namjoon nur verständnislos ansah.

„Man begegnet hier oben nur selten jemandem.“, fügte dieser erklärend hinzu, kam langsam auf ihn zu und griff nach Jins Glas, berührte dabei wie zufällig seine Finger.

Das dadurch ausgelöste leichte Ziehen in der Magengrube registrierte Jin nur am Rande.

„Du wohnst allein hier?“, hakte er vorsichtig nach, beobachtete Namjoon dabei, wie dieser das Glas zu den Lippen führte, einen Schluck nahm und nicht einmal ansatzweise das Gesicht verzog.

Hart im Nehmen schien er ja zu sein.

Dazu noch stark genug, um hier draußen zu überleben. Inklusive einem dafür prädestinierten Körperbau.

Somit eigentlich alles, was Jin an einem Mann attraktiv und heiß fand.

Und was einen psychopathischen Axtmörder ausmachte. Selbst wenn an den Wänden nette moderne Fotos hingen und nicht die Köpfe seiner letzten Opfer.

„Willst du wissen, ob ich einsam bin?“, stellte Namjoon mit einem beinahe süffisanten Lächeln die Gegenfrage.

Jin nickte leicht.

Obwohl er wohl eigentlich wissen wollte, ob es hier oben in den Bergen an der Tagesordnung war, dass man verirrte Touristen mit illegal gebranntem Alkohol gefügig machte, ehe man sie im Schutz der Dunkelheit abschlachtete und dann zwischen den Bäumen vergrub.

„Ein bisschen Ablenkung wäre nicht schlecht.“, gab der Größere zur Antwort, stellte das Glas auf einen nahe stehenden kleinen Beistelltisch und überbrückte die letzte Distanz zwischen ihnen mit einem weiteren Schritt, stand nun so nah vor Jin, dass dieser den alkoholgeschwängerten Atem seines Gegenübers wahrnehmen konnte.

Bis vor zehn Minuten hätte er mit jeder Faser seines Körpers laut Ja gerufen. Ablenkung war sein zweiter Vorname. Besonders bei so einer Ablenkung.

Allerdings hätte er sich nicht zu träumen gewagt, dass ausgerechnet er nun derjenige war, der kalte Füße bekam. Ausgerechnet er, der sich vor ein paar Stunden noch zwischen den Büschen einen von der Palme gewedelt hatte.

Sollte er auf diese leise Stimme in seinem Hinterkopf hören? Die ihm zur Vorsicht riet. Immerhin war er hier vollkommen allein mit einem angeblichen Studenten, der in seiner Freizeit Schwarzgebrannten herstellte. Aus was auch immer für Zutaten.

Oder war er tatsächlich so ein schwaches Fähnchen im Wind, das sich von seiner eigenen Erregung kontrollieren ließ und nur daran dachte, wie unglaublich heiß Namjoons Unterlippe aussah, wenn sie von intensiven Küssen rosig geschwollen war?

Die Antwort bekam Jin relativ schnell, als sein Gegenüber den Kopf senkte und mit der Zungenspitze hinter seinem Ohr entlangfuhr.

Alles klar, er war die Fahne.

Die sich liebend gerne jedem Sturm unterwarf.

Seufzend schloss Jin die Augen, drücke sich nicht nur der Zunge entgegen, sondern seinen Körper auch gegen den stahlharten von Namjoon. Seine Hände strichen über die muskulösen Oberarme, wanderten zu der breiten Brust. Knopf für Knopf löste er mit zitternden Fingern.

Und ja, er konnte gar nicht anders, als ehrfürchtig den Atem anzuhalten, in dem Moment, als er den karierten groben Baumwollstoff von den Schultern strich.

Verdammt, alleine vom Anblick dieses Sixpack wurde er augenblicklich hart. Und von den Küssen und leichten Bissen, die Namjoon auf seinem Hals verteilte.

Der machte sich allerdings nicht die Mühe, Jins teures Designerhemd ebenso sorgsam auszuziehen, packte stattdessen den Kragen und zerriss die Seide, als wäre es Papier.

Mit weit aufgerissenen Augen und noch weiter geöffnetem Mund blickte Jin den Fetzen hinterher. Allerdings kam er nicht einmal dazu, sich auch nur ansatzweise zu beschweren. Nur einen Wimpernschlag später wurde sein Hinterkopf gepackt, er von Namjoon in einen harten Kuss gezwungen, dass ihm die Luft wegblieb.

Gleichzeitig drängte er ihn nach hinten, bis Jin die Rückseite der mittig im Raum stehenden Ledercouch spürte.

Es war, als würde Namjoon seine Gedanken lesen können. Als wüsste er, was diese dominante Art bei Jin auslöste, wie sehr er darauf stand, dass sein Nacken gepackt wurde, über seine Kehle geleckt und in die empfindliche Haut am Schlüsselbein gebissen wurde.

Ungehalten stöhnte Jin auf, je tiefer Namjoons Lippen wanderten, über seine Brustwarze strich, diese aufnahm und fast schon zu hart daran saugte.

Gleichzeitig spürte er, wie seine Hose geöffnet wurde. Diesmal zum Glück auf dem normalen Weg, aber selbst das wäre ihm in diesem Moment vermutlich egal gewesen. War er doch viel zu sehr damit beschäftigt, seine Lust zu zügeln, um das Ganze nicht vorzeitig zu beenden.

Dieses Vorhaben schien schwer umsetzbar, wie Jin festellen musste, just in dem Moment, als er die zupackende Hand von Namjoon erst um seine Hüfte spürte, er wenig sanft um die eigene Achse gedreht wurde und nach vorn über gedrückt.

Wie ein nasser Sack hing er nun über der Lehne des Sofas, das Gesicht fast im Polster vergraben, den Hintern dafür in die Luft gestreckt. Perfekt für Namjoon, dessen Fingerspitzen erst Jins Bauch entlangstrichen, sich schließlich unter den Hosenbund schoben und seine Härte erkundeten.

„Sieh nur, wie nass das hier schon alles ist.“, hörte er Namjoons Flüstern so nah an seinem Ohr, dass er jedes einzelne Wort spürte, dadurch eine Gänsehaut seinen Körper überzog. Verschämt wand er das Gesicht ab. Sollte er darauf etwa eine Antwort geben?

„Macht dich mein Anblick so sehr an?“, erkundigte Namjoon sich weiter, brummte zufrieden auf, als seine Daumenkuppe über die Spitze von Jins Härte kreiste und dieser ein ersticktes Keuchen nicht mehr unterdrücken konnte. „So wie heute morgen am Wasserfall?“

Zwar keuchte Jin erneut auf, diesmal allerdings in erster Linie vor Schreck.

„Du hast…“, er traute sich kaum, ihn anzusehen. „Mich gesehen?“  

Namjoon packte seinen Hinterkopf, zog ihn grob nach oben zu sich, flüsterte in beinahe bedrohlichem Ton: „Du warst nicht gerade unauffällig.“, mit der Zungenspitze fuhr er Jins Ohrmuschel entlang. „Was hast du dir vorgestellt, als du mich beobachtet und dir dabei einen runtergeholt hast?“

Was wollte er hören?

Jin war so schon kaum in der Lage, einen klaren Gedanken zu fassen.

„Antworte.“, forderte Namjoon harsch, erhöhte den Druck seiner Hand um Jins Härte, pumpte mehrfach in schnellen Bewegungen, dass Jin das Gefühl hatte, jeden Moment zum Höhepunkt zu kommen. Er spürte bereits den bekannten aufkommenden Druck in seinen Lenden und blies daher frustriert die Luft aus aufgrund des abrupten Endes.

Nur einen kurzen Moment lies der Namjoon ihn verschnaufen, bevor er das Spiel wiederholte, dabei erneut eine Antwort verlangte.

„Wir können das die ganze Nacht machen.“, die Art wie er es aussprach kam eher einem Versprechen gleich statt einer wirklichen Drohung. Ungeachtet dessen lies es Jin erschaudern.

Weshalb er angestrengt nach den passenden Worten suchte.

„Ich wollte…“, ein neuerlicher Schauer durchlief ihn aufgrund der rauen Behandlung durch Namjoon.

„Was wolltest du?“, erkundigte sich der andere, das Grinsen in seinem Gesicht deutlich zu hören.

„Dass du mich vögelst!“, schrie Jin flehend. Gott, er wollte so sehr kommen, egal wie. Egal, was er dafür tun musste.

Sein Körper schien ausnahmslos aus Lust zu bestehen, die sich in heißen Wellen auf seine Körpermitte zubewegte und einfach nur entweichen wollte. Wie automatisch bewegte er seine Hüften, versuchte sich so, irgendwie Erleichterung zu verschaffen, kam allerdings gegen den harten Griff nicht an.

Er war so abgelenkt, um ein Haar hätte er Namjoons  leises Lachen überhört und die herausfordernde Frage: „Bist du sicher, dass du das willst?“, die Art, wie er die Worte aussprach, lies Jin erschaudern. Unweigerlich schossen ihm die Bilder vom Wasserfall wieder in den Kopf, die Erinnerungen an Namjoons Körper. Besonders der Bereich abwärts der Taille. Und der dort vorherrschenden Größe.

Sollte Jin sich geehrt fühlen, dass sein dominanter Karohemdträger sich Sorgen machte, er könne ihm weh tun?

Oder war das gar eine indirekte Drohung, auf was er sich gefasst machen sollte?
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