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Ostern im Geweihten Land

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Gen
Kiara Kion Nala Rafiki Simba Vitani
05.04.2021
15.04.2022
4
6.771
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05.04.2021 1.743
 
Es war ein herrlicher und schöner Morgen im Nachtland, an dem Simba`s Sohn Kion gemütlich am Baum des Lebens mit seiner geliebten Rani eingekuschelt vor sich hin schlief. Kurz vor Mittag wurde das glückliche und junge Königspaar plötzlich von der top munteren Gepardin aus dem Tiefschlaf gezogen, als Fuli zu Nala`s Sohn aufgeregt verkündete: „Kion, nun ist es wieder so weit: In ein paar Tagen ist Ostern und deshalb sollten wir möglichst schnell aufbrechen, damit wir noch rechtzeitig vor diesem Fest ins geweihte Land kommen und am Königsfelsen unsere Familien und Freunde wieder sehen.“ „Oh Fuli, wir haben doch noch genug Zeit“, murmelte Kion genervt und wollte sich am liebsten nochmal umdrehen, wurde aber von seiner liebevollen Rani abgehalten, die zu ihm mit schnurrender Stimme sprach:

„Kion, ich weiß, wie gemütlich du es hier findest, aber Fuli hat Recht. Wir können nicht den ganzen Tag vor uns hindösen. Auch wenn viele Löwen tatsächlich fast 20 Stunden am Stück schlafen. Und außerdem hast du doch deinen Eltern versprochen, dass du sie noch vor Ostern besuchen wirst.“ „Ja, überredet“, schmunzelte der Löwe mit langer roter Mähne seine mit braunem Fell durchzogene Löwin freudig an. „Ich bereite alles vor, damit ich mit dir und unseren Freunden gleich aufbrechen kann. Aber wer beschützt in der Zeit, in der wir weg sind, den Baum des Lebens?“ „Da mach dir mal keine Sorgen“, sprach Rani`s jüngerer, aber körperlich größer gewachsener Bruder Baliyo zu Kion.

„Ich werde zusammen mit der weisen Löwin Nirmala, dem starken Löwen Surak und unserer guten Nachteule Ullu erfolgreich das Nachtland vor Gefahren in deiner Abwesenheit beschützen. Mich freut es auch nach wie vor, dass Vitani im geweihten Land mit ihren Löwinnen Kasi, Tazama, Imara und Shabaha eine gute Anführerin der und ihrer Löwengarde ist. Und dass du mal der Anführer einer Nachtschar wirst, hättest du bestimmt nicht geglaubt.“ „Ja, da hast du Recht“, lächelte der König des Nachtlands Baliyo glücklich an. „Ich bin froh darüber, dass das Nilpferd Beshte, der Reiher Ono, Bunga der Honigdachs mit seiner Freundin Binga, Fuli und der Gepard Azaad, sowie Anga die Adlerin meine besten Freunde sind und zu der Nachtschaar gehören. Dadurch fühle ich mich auch sicherer, wenn ich den langen Weg zum geweihten Land mit ihnen wieder antrete.“

„Ja, auf deine Freunde kannst du dich wirklich verlassen“, übernahm nun Nirmala das Gespräch, die an ihrem rechten Ohr immer eine rote Rose als Kopfschmuck trug und schon länger die Diskussion interessiert verfolgte. „Aber vergiss mir nicht bei deiner Rückkehr in zwei Wochen ein paar Schokoeier mitzubringen. Darüber würde ich mich so freuen, wenn ich mal wieder zarte Schokolade in meinem Maul zergehen lassen könnte.“ „Keine Sorge, Nirmala, ich werde dir welche mitbringen“, nickte Kion eifrig. „Meine gute Hyänenfreundin Jasiri bereitet mit ihrer Schwester Madoa immer die tollsten Schokoeier am Vulkan zu. Mehrere Kakobohnen knackt sie dort auf und verfeinert sie mit frischer Büffelmilch, die sie sonst in den Flaschenkürbissen aufbewahrt. Dann lässt sie die Kakomasse vor der Vulkanlava schmelzen und führt dort noch geriebene Früchte hinzu. Dann gießt sie die flüssige Masse in hohle ovale Kürbisschalen und lässt sie abkühlen. Fertig sind die süßen Schokoeier.

Meine Eltern werden sich bestimmt auch darüber freuen. Vor allem, wenn sie mich und Rani, sowie meine Freunde nach längerer Zeit wiedersehen.“ „Ja, das denke ich auch“, schmunzelte Nirmala Kion freudig an, der daraufhin seine Nachtschar zusammentrieb und mit ihnen gemeinsam Richtung geweihtes Land aufbrach. Fuli lief neben Rani und Simbas Sohn entlang, und winkte noch kurz Baliyo und der Blumenlöwin hinterher, die sich glücklich und zufrieden im Baum des Lebens zurückzogen. Anschließend lief die Gepardin mit Azaad vor Kion und seinen Freunden immer wieder voran, bis sie plötzlich nach der Hälfte des langen Weges auf einer bunten Blumenwiese zum Stolpern kam.

„Fuli, alles in Ordnung?“, fragte Kion mit seinen Freunden besorgt nach. „Ja, es geht schon“, rappelte sich die schlanke Gepardin wieder auf. „Aber ich bin über etwas verdammt Hartes gestolpert. Was kann das nur sein?“ „Ah, ich glaube, ich weiß was das war“, beantwortete Rani die Frage von dem schnellen und sportlichen Tier, während sie ihren Kopf verstärkt ins hohe Gras streckte und anschließend mit ihren Pfoten etwas zum Vorschein brachte, was alle Anwesenden ins Staunen versetzte. „Schaut mal, was ich hier habe“, verkündete die Königin vom Nachtland in die versammelte Runde. „Ein dickes und schweres Ei aus purem Gold und es sind sogar zwei Bildmalereien darin eingemeißelt, die aber irgendwie wie unfertige Löwen aussehen und nichts weiter bedeuten als N+S.“

„Wow“, staunte der gut gelaunte Beshte. „Wie mein Vater immer sagt: „Wenn man nur lang genug lebt, sieht mal alles.“ Aber was die Zeichen bedeuten, weiß ich leider auch nicht.“ „Vielleicht ist es ein Freundschaftsei“, meinte der kluge Reiher Ono dazu. „Mein Vater hat mir mal erzählt, dass solche Eier früher speziell von Nashörnern gebastelt wurden, wenn ein erwachsener Vogel sein erstes Ei ausgebrütet hatte. Dabei haben die angehörigen Tiere das Lied: „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“ scheinbar immer gesungen.“ „Ja, da hat dein Vater bestimmt Recht, Ono“, wedelte Kion mit seinem Schwanz hin und her und fragte anschließend die Gepardin, die sich vom Sturz wieder einigermaßen erholt hatte:

„Fuli, da du über das goldene Ei gestolpert bist, ist es natürlich deins.“ „Ja, im Prinzip stimmt das, aber es gehört irgendwie auch deiner Freundin, da ich es ohne sie nie aus dem großen Gras geholt hätte. Aber unabhängig davon wäre es das Beste, wenn es Beshte mit uns als starkes Nilpferd ins geweihte Land tragen könnte. Vielleicht finden Simba und Nala heraus, von wem es gefertigt wurde.“ Mit diesem Vorschlag war Fuli`s ganzer Freundeskreis einverstanden und setzte mit ihr die Reise fort.

Nachdem das Team auf ihrem steinigen Weg an mehreren Wasserflüssen und Löchern immer wieder rasten musste und anschließend endlich die grünen Täler vor dem Schattenland erreichte, beobachteten sie, wie ein Krokodil und ein Vogelstrauß gegenseitig aufeinander losgingen. Ohne lange zu zögern, griffen Rani und Kion in den dortigen Kampf ein und pinnten die beiden Streithähne auf den Boden. Mit knurrender Stimme fragte der König des Nachtlands das gereizte Krokodil: „Hey, warum hast du den armen Vogelstrauß angegriffen?“ „Das ist nicht meine Schuld, dass es so weit kommen musste“, antwortete das grüne und kräftige Wassertier.

„Jedes Jahr, wenn in unserer Familie neue Eier ausgebrütet wurden, kam bisher immer rechtzeitig der Osterhase vorbei und hat sie mit grüner Farbe angemalt. Dann konnte man sie mit den Straußeneiern nicht mehr verwechseln. Viele Paviane spielen mit diesen Eiern immer herum und legen sie zum Spaß in fremde Nester. Daher wird auch der Geruch verfälscht. Und durch den Umstand, dass der Hase in diesem Jahr noch nicht vorbeikam, hat die Straußenmutter jetzt mein Krokodilei und behauptet, es wäre ihrs.“

„Unsinn, es ist genau umgekehrt“, wehrte sich der zappelnde Strauß. „Du hast in Wirklichkeit mein Ei.“ „Ach, Schluss jetzt“, kommandierte die Gepardin die zerstrittenen Tiere zurecht. „Wieso macht ihr es nicht einfach so: Jeder von euch brütet die Eier weiter aus, die bei euren Nestern liegen und sobald sie geschlüpft sind, erkennt ihr ja an der Tierform, ob es euer echtes Baby ist. Und wenn nicht, dann könnt ihr es zu der dazugehörigen Familie daraufhin zurückbringen.“ Erst nach diesen überzeugenden Worten von Fuli versöhnten sich das Krokodil und der Vogelstrauß wieder und Kion konnte mit seiner Nachtlöwin und seinen Freunden den Weg fortsetzen.

Als sie das Schattenland erreichten, war Jasiri überglücklich, ihre Freunde wiederzusehen und Kion sprach zu der freundlichen Hyäne: „Ich finde es wirklich toll, dass du jetzt die Königin des Schattenlands bist. Du regierst es würdig mit Janja und der vereinten Meute, so wie es dir immer bestimmt war.“ Dann schlossen Kion und Jasiri mit liebevollem Blick ihre Augen und rieben sich gegenseitig ihre Nasen aneinander.“ „Ach, ist das nicht schön?“, sprach der Honigdachs Bunga begeistert zu seiner Freundin Binga. „Der Nasenkuss von den beiden sieht noch viel romantischer aus als beim letzten Mal. Ich glaube da sind wir doch ohne die Nachtlandkönigin ins geweihte Land zurückgekehrt.“ „Was hast du da gesagt?“, wurde Rani unruhig im Ton und sah von der Seite Kion und Jasiri unbewusst recht eifersüchtig an.

„Kion, es ist schön, dass ich deine Freundin und Königin bin“, versuchte mit diesem Satz Rani ihren Löwenfreund zu konfrontieren. Doch zu ihrer Unzufriedenheit konnte sie ihre Einwände nicht vertiefen, weil Jasiri plötzlich, nachdem sie den Nasenkuss mit Simba`s Sohn beendet hatte, ein recht ernstes Thema in der versammelten Runde einläutete: „Kion, viele Tiere vom geweihten Land machen sich zurzeit große Sorgen um ihre ungeschlüpften Babys in den Eiern. Es ist nämlich so, wie es deine Eltern vielleicht schon mal dir erzählt haben. Jedes Jahr vor Ostern ist bei vielen Vögeln Hauptsaison, was das Legen und Ausbrüten von Eiern angeht. Sowas lockt in der Nacht auch immer wieder Eierdiebe an, die sie mit Genuss verzehren wollen. Daher hat bislang jedes Jahr der Osterhase die Eier mit einer ganz besonderen Farbe angemalt, die dadurch geruchslos wurden und täuschend echt auf die Umgebung angepasst waren.

Das heißt, wenn Vogeleier ins grüne Gras gelegt wurden, fielen sie durch die identische Farbe nicht mehr auf. Sie wurden durch die geschickte Tarnung quasi für die Eierdiebe unsichtbar. Aber gestern habe ich von Sarabi erfahren, dass der Osterhase scheinbar schon länger krank ist. Rafiki hat schon alles versucht, eine eigene Farbe für die Eier zuzubereiten. Aber er bekommt sie einfach nicht so hin, wie es der begabte und gute Hase immer geschafft hat.“ „Ach deshalb wurden die Krokodileier nicht mehr bemalt, die vor dem Schattenland am Wasserloch liegen. Aber keine Sorge Jasiri“, lächelte der Löwe mit starker roter Mähne die freundliche Hyäne an.

„Ich und meine Rani, sowie meine Freunde kriegen das bestimmt auch hin.“ „Ja, genau. Deine Rani kriegt das hin“, sah Baliyo`s Schwester Jasiri immer noch etwas eifersüchtig an, was erneut eine kritische Anspielung auf Kion`s Nasenkuss mit Jasiri sein soll. Doch auch jetzt schaffte sie es nicht, dieses Thema zu vertiefen, weil plötzlich die treue Hyäne das goldene Ei auf Beshtes Rücken bemerkte und ihn fragte: „Wow, das ist ja ein tolles Ei. Wo hast du das gefunden?“ „Nun, das ist eine längere Geschichte“, fiel Kion dem starken Nilpferd ins Wort. „Das Beste wäre, Jasiri, du begleitest uns alle jetzt zum Königsfelsen. Dann erfährst du bestimmt mehr, weil ich auch nicht weiß, wem es eigentlich gehört. Vielleicht wissen ja meine Eltern mehr“. Nach diesem Vortrag zögerte die Nachtschar nicht lange und ging gemütlich mit ihr in die königliche Höhle hinein, wo sie mit großer Freude von Simba, Nala, Kiara, Kovu, Vitani und ihren Löwinnen begrüßt wurde.
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