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Blutjagd

von J Sparrow
GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P16 / Gen
Nscho-Tschi Old Shatterhand Sam Hawkens Winnetou
04.04.2021
09.05.2021
3
3.600
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09.05.2021 1.423
 
Hau ihr da draußen!

Endlich geht es hier mal weiter *hihi*. Viel Spaß , oder besser gesagt innere Wut mit diesem Kapitel. Ich hoffe auf Rückmeldung, Kritik, Anregungen, etc ;)
P.s.: Ich hab mal versucht mehr Absätze zu setzen.



Man hatte uns Seile um die Handgelenke gebunden und diese an den Hälsen unserer Mustangs fixiert. Die Indianerkrieger ritten stets neben uns, sodass jeder Fluchtversuch im Keim erstickt werden würde.
Wir ritten in Richtung Nordosten und damit weg der Grenznähe und näher dem Gebiet der Comanchen. Zwar war es uns damit gelungen, den drei Weißen ein unbemerktes Hinkommen zum Apachenstamm zu ermöglichen. Doch es beunruhigte mich, wie offensichtlich unser Weg uns in das Feindesgebiet brachte. Brachte man uns tatsächlich zum Stamm der Comanchen, dann war jeglichem Entkommen ein beinahe unüberwindbares Hindernis in den Weg gelegt: Mehrere Hundert Krieger.

Meine Augen glitten zu meinem Blutsbruder. Noch immer war Winnetou bewusstlos. Der harte Schlag mit dem Messerknauf Tokvi-kavas, der präzise gegen Winnetous Schläfe getroffen hatte, hatte eine blutende Platzwunde hinterlassen und ich ahnte, dass Winnetou so schnell nicht aufwachen würde. Sicher hatte er eine Gehirnerschütterung davongetragen.

Ich seufzte innerlich und überblickte die Weite. Nichts als karges Land lag vor, hinter und zu beiden Seiten von uns. Nicht ein Baum barg Schutz vor der brennenden Sonne, die stetig höher in den Himmel hinauf kletterte und einen erneut heißen Sommertag heraufbeschwor. Meine Gedanken kreisten um einen Fluchtplan, wie der Adler am Himmel um seine potenzielle Beute. Wir mussten den Händen der feindlichen Indsmen irgendwie entrinnen. Drohend deutete ich jene Blicke, die sich Tokvi-kava und Hong-peh-te-keh immer wieder zu warfen. Und ich mutmaßte, dass sie ganz anderes mit uns vor hatten, als zunächst vermutet.

Unser Ritt erschien mir endlos und so strichen die Stunden unter der brennenden Sonne nur quälend dahin. Auf ihrem Weg in den Westen, lag uns die helle Himmelskugel nun im Rücken. Mindestens vier Stunden mussten vergangen sein, seitdem wir von den Feinden mitgenommen worden waren. Es würde nicht mehr lange dauern und wir müssten eine längere Rast einlegen, denn die Pferde waren erschöpft. Auch mir schwirrte allmählich der Kopf und ich mochte nicht daran denken, wie es dem Apachen ergehen musste. Ernüchternd hatte ich feststellen müssen, dass Winnetou noch immer nicht bei Bewusstsein war. Meine Sorge um ihn war ins Unermessliche gestiegen. Hatte er vielleicht mehr, als eine Gehirnerschütterung erlitten? Gerade wollte ich die feindlichen Häuptlinge bitten anzuhalten, als Tokvi-kava seine rechte Hand hob. Das Zeichen für eine Rast.
Ein jeder roter Mann, wusste sich gut um seine Pferde zu kümmern und so hatten die Sioux und die Comanchen erkennen müssen, dass sie um eine Nacht Ruhe nicht herumkamen. Der Sommer in der Steppe dieses Gebiets konnte tödlich enden, für Tier und Mensch. Ausreichend Pausen und Wasser waren lebenswichtig.

Ich staunte nicht schlecht, als meine Augen das hier, mitten im Schutze eines großen Felsenbogens, provisorisch errichtete Lager erblickten. Große Baumstämme waren in den Boden gelassen und ersetzten, die normalerweise bunt und bedrohlich bemalten Marterpfähle. Das Lager ließ jeden Zweifel auf einen zufälligen Überfall zerspringen, sofern es überhaupt noch einen gegeben hatte. Die Gefangennahme Winnetous war genauso penibel geplant worden, wie die Errichtung dieses Lagers und der Zeitpunkt einer Rast. Hier im Schutze des Felsens, würde man nicht so schnell gesehen werden und das Gestein fing jegliche Lautstärke ab.

Wir wurden von unseren Pferden gebunden. Sogleich schubsten mich drei der feindlichen Indsmen zu einem der Pfähle und fesselten meine Hände hinterrücks um den Stamm. Jegliches wehren meinerseits, war zum Scheitern verurteilt, einzig durch die erneute Drohung des silbernen Laufs meines Henrystutzens, der sich jedoch diesmal nicht auf meine, sondern auf Winnetous Stirn legte.

Den besinnungslosen Apachen fesselten sie zwischen zwei Pfähle, sodass er mit auseinander gereckten Armen in den Seilen hing. Mir trieb dieser Anblick ein unsichtbares Messer in die Rippen und Zornesfalten legten sich ungestüm auf meine Stirn. Einmal mehr verfluchte ich unsere Fahrlässigkeit einem solchen Gegner beinahe kampflos in die Arme gelaufen zu sein. Doch gleichermaßen war mir bewusst, dass es die einzige Möglichkeit gewesen war, die Apachen aus der Gefahr zu halten. Winnetou war der Häuptling des Apachenstammes und es war seine Pflicht seinen Stamm zu erhalten. So wusste ich, dass sich mein Blutsbruder so oder so nicht hätte aufhalten lassen.

Die Häuptlinge der gegnerischen Stämme näherten sich dem Apachenhäuptling und blieben in unmittelbarem Abstand zu ihm stehen. Argwohn schlich in mir auf und ich beobachtete die Szene mit wachsendem Unmut. Tokvi-kava legte die Klinge seines kurzen Messers unter Winnetous Kinn und hob den Kopf von der Brust. Wäre der Apache wach gewesen, hätte er diese Geste abgewehrt, dessen war ich mir bewusst. Jedoch ging die  Bemusterung des Comanchen, von Winnetou unbemerkt, vonstatten. Tokvi-kava machte kein Geheimnis aus dem Groll den er gegen den jüngeren Häuptling hegte und so konnte man selbst aus meiner Position aus, den Hehl auf seinem Gesicht ablesen.

Folglich glitt der Blick des Comanchen zu Winnetous Schnitt am Bauch und seine Hand, samt der Klinge, folgte den Augen, ließ den Kopf des Bewusstlosen achtlos zurück auf seine Brust fallen. Er fasste über den cremeweißen Verband, den die Heilerin Claire so sorgsam angelegt hatte und ließ nun ein zähnebleckendes Grinsen auf seinem Antlitz nieder. Winnetou zuckte von der Berührung zusammen und ein Stöhnen entkam ihm. Der Comanche lachte böse, als sich seine Augen für einen Moment auf mich legten: „Der Apache ist unnatürlich schwach.“, säuselte er gespielt unwissend, „Vielleicht hätte er bessere Krieger um sich scharen sollen, als ein geringfügiges Bleichgesicht!“ Sein Ausruf entrang mir ein verachtungsvolles Schmunzeln, mehr nicht. Wusste ich doch wie sehr der schwarze Mustang Winnetou und auch mich insgeheim anerkannte. Doch war er einer der Wenigen, der uns in keinster Weise fürchtete. Und genau das machte ihn zu einem unserer gefährlichsten Feinde. Seine große, hulkige Gestalt unterstrich punktgenau Tokvi-kavas Ruf als ehrenlosen Häuptling, der jeden zu Tode marterte, der es wagte auch nur einen Fuß auf sein Land zu setzen. Und dennoch hatte er Winnetou vor wenigen Tagen nicht getötet, obwohl er das, bei den Indianern geltende, Recht dafür im Zweikampf erlangt hatte, indem er Winnetou besiegt hatte.

Tokvi-kava brachte sich näher an den gefesselten Apachenhäuptling und ich ahnte, dass er meinem Blutsbruder erneut Schmerzen zufügen wollte. „Winnetou.“, zischte ich, versuchte vergebens in das Bewusstsein des Apachen einzudringen. Der harte Schlag gegen die Schläfe, ließ den Apachen jedoch nicht aufwachen. Tokvi-kava atmete hörbar gereizt aus, ehe er Winnetou mit der flachen Hand klatschend ins Gesicht schlug.  Der Kopf des Apachen flog zur Seite und er riss die Augen auf. Keuchend sah er sich um, orientierte sich. Als Winnetous Augen folglich in die seines Erzfeindes trafen, legte sich unbändiger Zorn und tiefste Abneigung in seinen Ausdruck. Nur Sekundenbruchteile danach, erblickte er mich unmittelbar hinter seinem Rivalen. Unsere Blicke trafen sich und wir Beide wussten, um die Bedeutung dieser Gefangennahme. Auf Winnetou war ein erhebliches Kopfgeld ausgesetzt worden und die Sioux Oglallah hatten davon Wind bekommen. Der weiße Schund Nick Stone trieb Jagd nach dem Apachen und sammelte nach und nach, so schien es, all jene zusammen, die Winnetous Feinde waren. So folgte nach dem Häuptling der Sioux, eben auch der Häuptling der Comanchen und es hätte mich nicht gewundert, wenn auch Tangua mit seinem Stamme der Kiowas in die Hetzjagd mit einsteigen würde. Doch es blieb inständig zu hoffen, dass dies nicht der eintretende Fall werden würde.

Auf Dick Hammerdulls Farm, auf die Sam Hawkens ein paar Wochen aufgepasst hatte und auf der auch wir uns noch vor wenigen Stunden befunden hatten, hatten Winnetou und ich einen Entschluss gefasst. Wir konnten Stone nicht aufhalten. Getrieben von Rachsucht und mit einer Bagage an Gaunern und blutrünstigen Indsmen im Rücken, lag Stone am längeren Hebel. Davon laufen hielt Winnetou für endlos und ich wusste, dass es genauso wenig seiner Natur entsprach. Die einzige Möglichkeit bestand darin den weißen Goldgeier in eine Falle zu locken. So planten wir Stone ausfindig zu machen, ehe er herausbekommen würde, wo Winnetou sich befand und vor Allem, dass er erheblich verletzt war. Der Ritt zu den Plains der Apachen war der erste Zug unseres Plans gewesen, wir mussten die Apachen warnen und ein paar Krieger als Patrouille aussenden.

Doch die Begegnung mit den Stämmen der Sioux und der Comanchen machte uns einen erheblichen Strich durch die Rechnung. Noch bevor wir annähernd in Dorfnähe geraten waren, hatte Winnetou seinen Iltschi gezügelt und unverzüglich die drei weißen Freunde losgeschickt. Nick Stone war uns zuvorgekommen.



-- TO BE CONTINUED --

Frage: Habt ihr die RTL Neuverfilmung der Winnetou-Filme gesehen? Falls ja, wie fandet ihr sie?
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