Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Das Leben danach

von Saskiak
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
03.04.2021
07.05.2021
6
11.215
2
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
03.04.2021 2.835
 
A/N: Vorab die Geschichte behandelt sensinble Themen wie: Vergewaltigung und Gewalt und könnten auf manche Personen triggernd wirken! Betaleser ist Moonlord, der mir tatkräftig zur Seite steht.

                             ♤♤

Mein Morgen begann wie immer mit den Nachrichten, die meine Eltern jeden Morgen sahen. Mein Körper schmerzte noch, was sie mir zum Glück nicht ansahen. Vor dem Wohnzimmer vernahm ich Stimmen der Nachrichtenredakteurin.
Gesucht wird ein Mann mit kräftiger Statur und grünen Augen. Das Opfer, das die Videoaufnahmen aufzeichneten, sollte sich unverzüglich bei der Polizei melden.
Meine Eltern schüttelten wortlos mit dem Kopf und musterten mich von oben bis unten. Mein Blick musste komisch für die beiden gewesen sein, aber das war mir egal. Meine Mutter gab mir das Geld für die Schulkantine und ich verließ das Haus. Auf dem Weg in die Schule begegnete ich meinem Klassenkameraden Liroy, mit dem ich ziemlich gut zurechtkam. Wir waren nicht die besten Freunde, aber gut genug um in der Schule oder auf dem Hinweg Gespräche zu führen.
„Morgen Eliott, hast du die Nachrichten gesehen. Der Penner hat einen Jungen in unseren Alter vergewaltigt.“

Wenn er wüsste, wer das Opfer war...

„Ja habe ich gehört.. Unfassbar und dass in unserer Gegend.“
Wir waren nicht gerade reich, aber auch nicht arm. Als der Bus kam, stiegen wir beide ein. Das Sitzen war noch so eine Sache, die mir Schmerzen bereitete. Ich ließ mir aber nichts anmerken. So verbrachte ich die ganze Fahrt stehend. Der Gedanke später sieben Stunden in der Schule zu sitzen war der Horror. Zwanzig Minuten später erreichten wir völlig durchgeschwitzt das große graue Schulgebäude. Auf dem Schulgelände hingen Fahndungsflyer mit dem Phantombild meines Peinigers. Liroy bemerkte, dass ich langsamer wurde, weil der Schmerz in meinem Hinterteil unerträglich wurde. Es waren ja schließlich erst drei Tage vergangen, nachdem es passiert war. Bevor ich in den Unterricht ging, lief ich noch einmal zu den dreckigen Toiletten und spritzte mir eiskaltes Wasser auf mein heißes Gesicht. Kurz bevor es klingelte, kam ich in die Klasse und blickte durch den Klassenraum. Der Lehrer saß schon am Pult und sah mich erwartungsvoll an. Rick und Tom saßen ganz hinten am Tisch, so gut platziert, dass die beiden mich jeden Tag mit Papierkügelchen abschmeißen konnten. Der Lehrer sah meinen zögernden Blick als ich vor meinem Stuhl stand. Langsam platzierte ich mich schräg auf den Stuhl, sodass nur eine Pobacke den Stuhl berührte. Ohne zu zögern begann Mr. Haw den Matheunterricht. Die Stunde versuchte ich mich so auf dem Stuhl zu positionieren, dass kein starker Schmerz aufkam. Liroy guckte mich immer wieder unauffällig an, sagte jedoch nichts. Mr. Haw bemerkte natürlich die ganze Stunde nicht,  was die Jungs in der hinteren Reihe taten. Besser gesagt,  er wollte es nie merken. In der Pause lief ich gezielt zu den Toiletten und schloss mich in einer der engen Kabinen ein. Ich zog mir langsam meine dunkle Jeans runter, gefolgt von meiner Unterhose. Leise vor Schmerz stöhnend sah ich nach unten und entdeckte einen kleinen Blutfleck. „Shit“ fluchte ich leise. Als ich kaum hörbar die Stimmen meiner verhassten Mitschüler vernahm, wurde mir noch heißer als es schon war. Mein Herz hämmerte gegen die Brust.
„Hast du Eliott heute gesehen wie er da saß? Was für ein Opfer!“
„Ohne Scheiß, er war heute so komisch. Der verheimlicht doch etwas.“ Erwiderte Rick und ging lachend mit seinem Freund raus.


Scheiße, ich hoffe es fliegt nicht auf. Wobei man mich doch erkennen konnte bei den vermeintlichen Videoaufnahmen. Auch wenn es leicht verpixelt war.

Als ich mir wirklich sicher war, dass niemand mehr in den Räumlichkeiten war, ging ich aus der Kabine raus und ging Richtung Schulhof. Die Flyer hingen überall und mir wurde kotzübel. Kreidebleich stellte ich mich zu Liroy und seinen Freunden.
„Ich melde mich ab für heute, sag dem Lehrer Bescheid.“
Ohne auf ein Wort zu warten, ging ich mit schnellen Schritten zu der Bushaltestelle. Jeder Schritt zog bis in die Beine. Zuhause ging ich sofort in mein Zimmer und schloss mich ein.

Warum müssen die Flyer auch überall hängen? Und er war immer noch auf der Flucht.

Am Nachmittag klingelte es an der Tür. Schmerzerfüllt stand ich auf und begab mich dorthin.Durch den Spion sah ich zwei Beamte, die warteten. Sofort bekam ich Panik und lief leise zwei Schritte nach hinten.

Nein, dass darf nicht wahr sein.

Als die Stimmen vor der Türe verstummten atmete ich durch und ging in unser Wohnzimmer. Im Stehen durchforstete ich alle Kanäle im Fernseher, doch es war nichts zu sehen,  was ich nicht schon kannte. Wenige Minuten später kam meine Schwester durch die Tür gestürmt und ging direkt auf mich zu.
„Liroy wollte dir gerade deinen Rucksack bringen. Hab ihn abgenommen und mich in deinem Namen bedankt. Warum zur Hölle stehst du hier rum, wenn wir ein Sofa zum Sitzen haben?“
Mary. Meine jüngere Schwester. Mit ihren fünfzehn Jahren war sie viel zu überfürsorglich. Sie bemerkte immer, wenn etwas nicht stimmt. Ich setzte mich langsam auf das weiche Sofa und ließ mich  in den Stoff gleiten. Eine weitere Stunde später kamen meine Eltern nachhause. Ich saß immer noch eingesunken im Sofa und konnte mich vor Schmerz kaum bewegen.
„Eliott! Du hast ja gar nichts gegessen. Willst du so enden wie Jimmy?“

Essen, Essen, ich höre nur noch Essen.

Jimmy war mein ältester Bruder. Er ist vor drei Jahren in der Klinik gestorben. Mein Bruder litt an Magersucht. Nach dem Tod meines Bruders war alles anders. Meine Eltern stritten sich die meiste Zeit nur noch und wir mussten so lange am Tisch sitzen, bis wir unsere Teller leer hatten. So war es auch diesmal der Fall. Meine Mutter rief mich zum Essen in die Küche. Sie blickte auf meine Beine und bemerkte meinen leicht veränderten Gang.
„Ist alles okay, Eliott?“

Klar! Alles bestens. Nur ich habe Schmerzen, weil ich das Opfer bin, was stundenlang gequält wurde.

„Ja doch … Alles bestens.“
Ich setzte mich wieder auf eine Pobacke und wurde immer noch schräg angeguckt. Für meine Mutter war ich immer der selbstbewusste Eliott, doch tief im Inneren war ich gebrochen. Mein Vater interessierte sich nie für meine Gefühle. Wenn ich mit ihm sprechen wollte, hatte er nie Zeit. Ich zwang mir die Lasagne runter und stand auf.
„Blutest du?“ kam es von der Seite.

Shit, auch das noch.

Mein Vater hatte es bemerkt. Trotz der dunklen Jeans. Ich drehte mich um und sah einen kleinen roten Fleck auf dem Stuhl.
„Hab vorhin gekleckert.“

Ja genau Eliott... Dann hast du hinten einen Fleck.

Mein Vater richtete seine Brille und widmete sich seinem Essen. Ich stellte den Teller weg und ignorierte die Worte die meine Mutter sprach. Es dauerte nicht lange, da stritten sich die beiden wieder. Am liebsten hätte ich meine Sachen gepackt und wäre nie wiedergekommen. Am Abend machte ich einen kleinen Spaziergang. Auch wenn mir die Dunkelheit seit nach dem Vorfall Angst machte, ich musste raus aus dem Irrenhaus. Auf dem Weg zum Supermarkt begegnete ich Liroy, der anscheinend ebenfalls einen Spaziergang machte.
„Was willst du denn hier, so spät?“ fragte Liroy verwundert.
„Ach, ich muss meiner Schwester so ein paar Hygieneartikel kaufen.“

Wenn er wüsste, dass es für mich gedacht war.

Peinlich berührt lief ich damit an die Kasse und bezahlte alles. Nach dem Vorfall ging ich nicht in das Krankenhaus, auch wenn ich wenige Tage danach lieber gegangen wäre. Ich schämte mich und fühlte mich immer noch dreckig. Mit den gekauften Sachen unter der Jacke versteckt verabschiedete ich mich von Liroy und lief nachhause. Noch bevor ich die Türe aufschließen konnte, riss sie  auf und ließ mich rein. Ich ging, ohne meine Mutter anzusehen, an ihr vorbei und schloss mich im Badezimmer ein.
Mit zitternden Händen öffnete ich die Packung und legte mir eine Binde in die Unterhose. Es blutete immer noch.
Tränen schossen mir in die Augen und meine Hand begann zu zittern. Ich setzte mich auf den kalten Boden und ignorierte den Schmerz der meinen Körper durchzog. Erst als mein Vater an der Türklinke rüttelte und meine Mutter nach mir rief, kam ich  zu mir. Langsam schmiss ich das Papier weg und legte meine Unterhose in den Wäschekorb, in der Hoffnung das meine Mutter nichts merkte. Frisch angezogen kam ich aus dem Badezimmer und vergaß die Binden im Badezimmer.

Oh man... Kann auch nur mir passieren. Mein Vater denkt bestimmt, dass es meiner Mutter oder Schwester gehört.

Am nächsten Morgen wachte ich schweißgebadet auf. Der Schmerz war noch schlimmer und signalisierte mir, dass ich einen Arzt aufsuchen musste. Meine Eltern waren nicht mehr zuhause, sodass ich mich in Ruhe fertig machen konnte. Kurz vor Unterrichtsbeginn wurde ich von Rick aufgehalten. Er drückte mich gegen die Wand und boxte mir in den Magen.
„Wo will der kleine Eliott denn so schnell hin?“
Bevor ich etwas erwidern konnte ertönten die Schulglocken und er ließ mich los. Meine Mitschüler liefen Richtung Turnhalle. Wir hatten die ersten zwei Stunden Sport. In den Umkleiden lief ich langsam zu Liroy. Wenn ich bei ihm war, ließen die anderen mich meistens in Ruhe. Der Sportlehrer Mr. Dum kam in die Umkleide rein, um uns zu sagen, dass wir in fünf Minuten in der Sporthalle sein sollten. Die Tatsache das ich meine Sportsachen nicht dabei hatte, machte Mr. Dum sauer. Während die anderen auf der Bank saßen, stellte ich mich davor und bekam böse Blicke zugeworfen.
„Eliott setz dich bitte hin. Es gibt drei Extrarunden für dich, ohne Sportbekleidung.“

Der Kerl ist widerlich. Mit den Schmerzen kann ich doch nicht laufen.

Wie in Trance nickte ich und lief langsam den anderen hinterher. Ich lief immer langsamer und blieb nach der zweiten Runde stehen. Es pochte und schmerzte. Mit schnellem Atem humpelte ich Richtung Wand und stützte mich ab. Liroy lief zu mir und musterte mich besorgt. Der Schwindel und die schwarzen Punkte vor meinen Augen wurden immer schlimmer. Nach längeren Zögern kam auch Mr. Dum zu mir. Das einzige, was ich danach noch vernahm, war die Stimme des Sportlehrers. Danach war alles schwarz. Eine Weile später befand ich mich im Umkleideraum auf einer der Bänke und hörte Stimmen, die ich nicht kannte. Erst als meine Sicht sich wieder normalisierte, erkannte ich zwei Rettungssanitäter, die mit mir redeten.
„Weshalb kam es zu diesen Zusammenbruch?“
„Er humpelte, vielleicht sollten sie sich mal seinen Fuß anschauen", rief Mr. Dum.
„Das machen wir im Krankenhaus, wir müssen ihn mitnehmen.“
Kopfschüttelnd setzte ich mich auf. Ich wollte mit allen Mitteln verhindern, dass alles herauskam.

Irgendwann wäre es herausgekommen, aber nicht an diesen Tag.

„Mein Fuß ist angeknackst, dafür brauche ich keinen Arzt.“

Für meinen Arsch aber...

Nach dem Vorfall wurde ich nachhause geschickt. Das Auto meiner Mutter stand vor dem Haus. Sie hatte einen Anruf von der Schule bekommen und  war danach sofort  heimgefahren. Ich schloss langsam die Türe auf und hörte durch den Flur das Radio.


Gute Nachricht. Der Täter, den wir auf den Überwachungskameras gesehen haben,  wurde gefunden. Jetzt sollte sich das Opfer melden.

„Eliott!“ wurde ich aus den Gedanken gerissen. Sie kam auf mich zu und begutachtete meinen angeblich verletzten Fuß. Später zog sie mich Richtung Esstisch und stellte einen Teller Tomatensuppe hin.
„Iss was und schon dich.“
Mir war mal wieder nicht nach Essen. Jeder Schluck der Tomatensuppe ließ mir die Kehle zuschnüren. Im Radio hörte man wieder von der Vergewaltigung. Es verfolgte mich Tag ein Tag aus. Am Nachmittag kam meine Schwester hektisch in mein Zimmer und durchsuchte meine Sachen. Ich setzte mich leicht auf und ignorierte den aufkommenden Schmerz.
„Ich suche ein großes Oberteil, bekommst du zurück und … Was ist das?“ fragte Mary und hielt die Packung Binden in der Hand.

Shit.. Was soll ich sagen?Mary ein Mann hat mich von hinten genommen und jetzt blute ich. Sag es bitte nicht Mom.

„Gehört Mom, weiß auch nicht wie die hierhin kommen..“
Sie nickte ungläubig und suchte nach dem Oberteil weiter. Als sie endlich ging, schlief ich in wenigen Sekunden ein. Am späten Nachmittag wurde ich von einem leisen Klopfen an der Holztür geweckt. Mein Vater kam langsam rein und setzte sich auf die Bettkante. Angst stieg in mir hoch.
„Eliott.. Was ist mit dir? Du kannst doch mit mir über alles reden. Mary … hat mir von heute Mittag erzählt. Warum hast du Damenhygieneartikel unter deiner Kleidung versteckt?


Erstens hat er sich nie für meine Probleme interessiert und jetzt kommt er an.

Nun kam auch meine Mutter, die offensichtlich alles mitbekommen hatte,  in mein Zimmer und setzte sich daneben.
„Mein Junge, es sind nicht meine und das weißt du. Wir würden gerne wissen was los ist.“
Ich fühlte wie meine Luft immer dünner wurde und ihre Blicke immer eindringlicher wurden. Mein Vater war Polizist und hatte Übung darin. Ich zog mir die Decke weg und setzte mich richtig auf.
„Würdet ihr ein klein wenig genauer hinsehen und hinhören wüsstet ihr was ist, aber da ihr nie Zeit für eure Kinder habt und auch nie hattet, werdet ihr es wohl nie erfahren. Jetzt wisst ihr, warum Jimmy nicht mehr hier ist. Weil ihr verdammt nochmal keine Zeit habt!“ schrie ich und stellte mich mit schmerzverzerrtem Gesicht hin.
Ich bemerkte die traurigen Blicke meiner Mutter und zog mir eine leichte Jacke über die Schultern. Meine Füße trugen mich in die Apotheke, wo ich mir Schmerzmittel kaufte. Danach lief ich zu Liroy und schmiss ein paar kleine Steine  gegen sein Fenster. Sofort riss er das Fenster auf und sah verdutzt zu mir runter.
„Was machst du denn hier, solltest du dich nicht schonen mit deinem Fuß?“

Wohl eher Arsch.

„Nein, hab Stress mit meinen Eltern. Kann ich hereinkommen?“
Ich fröstelte leicht und wurde von Liroy hineingelassen. Seine Eltern schliefen schon und bekamen gar nichts mit. Mit Schmerzmitteln intus ließ sich das Sitzen aushalten.
„Junge, du hast mich geweckt. Warum hattet ihr Streit?“
„Kann ich bitte einfach nur hier pennen?“
Ich schlief zwar noch nie bei Liroy, hatte auch außerhalb der Schule kaum Kontakt zu ihm. Ein zaghaftes Nicken verriet mir, dass er nicht nein meinte. Mit meiner Kleidung,  die ich anhatte, schlief ich auf dem Sofa ein.


Warme Sonnenstrahlen kitzelten mich in meinem Gesicht und ein Geruch von gemahlenen Kaffeebohnen stieg mir in die Nase. So gut es auch roch, so schmerzhaft wurde es als ich mich aufsetzte. Liroys Eltern saßen unten und redeten mit ihrem Sohn. Nach einer gefühlten Ewigkeit schaffte ich es aufzustehen,  um mir wieder zwei Schmerztabletten in den Rachen zu schieben. Das kühle Wasser,  das meinen trockenen Rachen runterfloss, tat gut. Liroy kam mit Frühstück in das Zimmer und schloss die Türe ab.

Na super, ich glaube seine Eltern sins nichg  begeistert, dass ich da bin.

Ich aß und erntete jede Menge besorgte Blicke von Liroy.
„Willst du gleich zurück?“
„Ja muss ich ja wohl… Du bist ja in der Schule.
Nachdem wir beide uns fertig machten, lief ich zurück nachhause. Zu meinem Pech waren alle zuhause und saßen in der Küche. Meine Mutter sprang auf und kam mit einer Unterhose zu mir. Es dauerte eine Weile bis ich merkte, dass es meine war.


Sie hat in der Wäsche herumgewühlt...

„Warum ist da Blut drauf? Erst die Sachen in deinem Schrank. Jetzt das. Sag mir, was ist passiert, Eliott.“
Ich verdrehte meine Augen und wäre vor Scham und Angst in den Erdboden versunken. Als mir meine Mutter erklärte, dass mein Vater mit mir in das Krankenhaus fahren wollte, ließ es mir die Kinnlade nach unten fallen.
„Ich bin achtzehn und kann ja wohl selber entscheiden was ich mache und was nicht. Lass mich in Ruhe!"
Stampfend ging ich die Treppen hoch in mein Zimmer und schmiss mich auf mein Bett. Ab dem Zeitpunkt ließ ich meinen Gefühlen freien Lauf und schluchzte so laut, dass meine Eltern es hörten. Mein Zimmer war glücklicherweise abgeschlossen, sonst wäre meine ganze Familie hereingekommen. Der Schmerz,  der Gedanke an den Vorfall, den werde ich nie vergessen.

Hätte ich doch den Bus genommen wäre es nicht passiert. Nein, Eliott musste am Bahnhof vorbeilaufen...

Am Nachmittag klopfte es leise an meiner Türe. Ich hievte mich hoch und machte genervt die Türe auf. Schnell blickte ich in ein vertrautes Gesicht, was mich etwas aufmunterte. Liroy gab mir die Schulaufgaben und setzte sich auf ein Stuhl, der vor meinen Schreibtisch stand.
„Deine Mutter sah ziemlich besorgt aus.“Da war er wieder. Der ziehende Schmerz im Unterleib. Ich sah Bilder vor mir wie er in mich eindrang. Gänsehaut bildete sich an meinen ganzen Körper.
„Sie hat etwas gesehen, was sie nicht sehen sollte.“
Erwartungsvoll sah mein Gegenüber mich an, doch ich schwieg. Der Schmerz saß zu tief. Es fühlte sich an als würde ich innerlich zerreißen.
„Willst du darüber reden?“ fragte er mit einem Rotschimmer auf den Wangen.

Klar doch... Ich will dir alles erzählen, jedes kleinste Detail.

Ich schwieg. Daraufhin klopfte es noch einmal an der Tür und mein Vater lugte rein.
„Eliott es gibt Aufnahmen des Opfers von der Vergewaltigung. Ich muss mit dir reden.“
__________________________________
Tbc..
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast