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A winding path

von Eulchen68
GeschichteDrama, Freundschaft / P12 / Het
James "Krone" Potter Lily Potter OC (Own Character) Peter "Wurmschwanz" Pettigrew Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
03.04.2021
09.05.2021
14
43.929
14
Alle Kapitel
45 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
04.05.2021 3.016
 
Huhu

heute ein wenig verspätet, aber zumindest noch am passenden Tag, kommt das nächste Kapitel. Heute mit ein bisschen Freundschaft zwischen den drei Mädchen ;)
Der erste Teil meiner Prüfung ist gelaufen, der zweite folgt Morgen und danach kümmere ich mich um eure lieben Reviews! Ich danke euch für jede Einzelne!

Liebe Grüße
Die Eule

13. Mädelszeit


„Viel Spaß“, rief Hope ihr noch einmal hinterher, als Jolene in den grünen Flammen verschwand.

Lachend kam sie an ihrem Ziel an und trat in ein Wohnzimmer, das eindeutig von einer Frau mittleren Alters eingerichtet worden war. Der gesamte Raum war in beige gehalten und die Kissen auf dem Sofa passten zu den Vorhängen und der Deko auf den Regalen, die überall an den Wänden standen und vor allem mit Büchern gefüllt waren.

„Du bist spät dran“, stellte Mary fest, die gemeinsam mit Lily auf dem Sofa saß und eine Tasse Tee in den Händen hielt.

„Hope wollte mich irgendwie nicht gehen lassen“, lachte Jolene und ließ sich neben ihren Freundinnen auf das Sofa fallen, „sie hat mir noch mindestens zehn Mal gesagt, dass ich auf mich aufpassen, mir regelmäßig die Zähne putzen und höflich sein soll.“

„Die ersten beiden Sachen solltest du schaffen“, kommentierte Lily grinsend, „bei dem höflich sein, bin ich mir nicht so ganz sicher.“

„Und es hat exakt zwei Minuten gedauert, bis du angefangen hast, mich zu mobben“, stellte Jolene fest und tat so, als wäre sie auf den Tod verletzt, was Lily dazu veranlasste, ihr einen Arm um die Schulter zu legen.

„Du wirst es schon aushalten“, stichelte Mary und Jolene streckte ihr die Zunge heraus. Sie alle begannen gleichzeitig zu lachen und Lily entließ sie wieder aus ihrer Umarmung, um ihre Teetasse auf den Couchtisch zu stellen.

„Wo sind deine Eltern?“, fragte Jolene, nachdem sie sich alle wieder ein wenig beruhigt hatten.

„Arbeiten“, stellte Mary fest und grinste schief, „wir haben das Haus bis heute Abend für uns alleine.“

„Und was machen wir mit dieser Freiheit?“, fragte Lily. Einen kurzen Moment war es still, weil sie alle drei überlegten, was sie tun wollten, doch zumindest Jolene fiel nichts ein, was sie in diesem Haus hätte machen wollen. Seit Tagen hing sie vor ihren Schulbüchern und sie hatte das Haus kaum verlassen und nun wollte sie am liebsten nach draußen und die sommerlichen Temperaturen genießen.

„Wir könnten nach London flohen, uns in der Winkelgasse ein Eis holen und ein bisschen bummeln“, schlug Mary zu ihrer Erleichterung vor und auch Lily schien begeistert von dieser Idee zu sein. Keine zehn Minuten später standen sie im tropfenden Kessel und machten sich schnellmöglich auf den Weg in die Winkelgasse. Der Pub wirkte, ohne das Beisein von ihren Eltern, irgendwie zwielichtig und keines der Mädchen wollte sich länger dort aufhalten. An einem Montagnachmittag verbrachten dort nur Menschen ihre Zeit, die ihnen nicht vertrauenserweckend aussahen.

Sobald sie in dem kleinen Hinterhof angekommen waren, zückte Jolene ihren Zauberstab und tippte den passenden Stein an. Sofort glitt die Wand auseinander und gab den Blick frei auf die Winkelgasse. Wie jedes Mal stockte Jolene ein klein wenig der Atem. Die Winkelgasse war wunderschön und aufregend zugleich und sie erinnerte sich jedes Mal daran, wie sie zum ersten Mal hier gewesen war. Sie war vielleicht acht oder neun gewesen. Auf jeden Fall hatte sie mit Jonathan schon nicht mehr in ihrem Familiensitz gewesen, sondern hatten in einer sehr kleinen schäbigen Wohnung in Mugglelondon gelebt. Jolene war begeistert gewesen von der bunten Gasse und der ganzen Magie, die sie umgeben hatte.

Kopfschüttelnd vertrieb sie den Gedanken an das wunderbare Gefühl, dass sie damals durchströmt hatte und wandte sich wieder an ihre Freundinnen, die gerade genauso fasziniert gewesen waren, wie sie selbst. Offensichtlich hatte die Winkelgasse nicht nur auf sie eine solche Wirkung.

„Zuerst das Eis?“, fragte Mary und bekam einstimmiges Nicken. Sie machten sich auf den Weg zum Eissalon und setzten sich draußen in die Sonne an einen der kleinen Tische. Die Sommersonne wurde von einem kleinen Sonnenschirm abgehalten, sodass die Temperaturen sich aushalten ließen, und schweigend studierten sie die Speisenkarten. Jolene haderte eine Weile mit der Auswahl, jedoch nicht, weil sie nichts fand, sondern eher, weil ihr direkt drei Eisbecher ins Auge fielen, die sie nehmen konnte. Am Ende entschied sie sich jedoch für einen einfachen Erdbeerbecher. Als Kind hatte sie einen Faible für das farbwechselnde Eis gehabt, doch mittlerweile reizte sie dieser kleine Trick nicht mehr so sehr.

Nachdem sie bestellt hatten, lehnte Lily sich ein Stück nach vorne. „Habt ihr schon eure Hogwartsbriefe bekommen?“

„Die kommen frühestens in zwei Wochen, Lily“, erinnerte Jolene sie belustigt, „hoffst du etwa auf den Schulsprecherposten?“

„Ja“, strahlte Lily, „am liebsten mit Remus, aber jemand aus Ravenclaw wäre auch in Ordnung, denke ich.“

„Remus hat keine Ambitionen für den Posten“, stellte Jolene fest, „er würde lieber wieder Vertrauensschüler werden. Allein das ist für ihn schon schwer genug, wenn man bedenkt, wie oft seine Freunde die Schulregeln brechen.“

„Dann also jemand aus Ravenclaw“, sagte Mary und warf Lily einen kurzen mitleidigen Blick zu, „immer noch besser, als manch andere Personen.“

„Dumbledore würde niemals Potter oder Black zum Schulsprecher machen“, sagte Jolene überzeugt, „das wäre der reine Selbstmord für die Moral der gesamten Schule.“

„Mal ehrlich“, begann Mary ein wenig zweifelnd, „auch wenn ich wirklich zu Professor Dumbledore aufblickte, als Zauberer und als Schulleiter. Ich traue ihm so eine Aktion zu, einfach nur, weil er es lustig finden würde.“

„Bitte sag so etwas nicht“, bat Lily sie beunruhigt, „sonst mache ich mir die restlichen Ferien Sorgen, dass ich am Ende mit Potter zusammenarbeiten muss.“

„Mach dir keine Gedanken“, versuchte Jolene sich aufzumuntern, „das wird nicht passieren. Dumbledore hängt an seiner Schule und Potter würde sie aus Versehen in die Luft jagen.“

„Und Black ist nicht besser“, fügte Mary schulterzuckend hinzu, „obwohl es vermutlich ein kluger Schachzug wäre, einem von den beiden so viel Verantwortung zu übertragen.“

„Das wäre ein ganz dummer Schachzug“, widersprach Lily entgeistert, doch Jolene legte den Kopf ein wenig schief, während sie über Marys Aussage nachdachte.

„Du meinst, wenn einer der beiden den Schulsprecherposten bekäme, würden die Streiche weniger?“, begann sie zweifelnd, „weil sie dann für einen ruhigeren Ablauf zuständig wären?“

„Und weil derjenige mit genug Pflichten beschäftigt wäre“, fügte Mary an und grinste schief, „da bleibt neben dem Lernen für die Abschlussprüfungen kaum noch Zeit, um sich ausgeklügelte Streiche auszudenken.“

„Themenwechsel“, bat Lily flehend und genau in diesem Moment wurden ihre Eisbecher gebracht und sie waren für einige Minuten abgelenkt genug, um das Thema fallen zu lassen. Jolene löffelte zufrieden ihr Eis vor sich hin und freute sich einfach nur über den Geschmack. Die frischen Erdbeeren harmonierten gut mit dem kühlen leicht säuerlichen Joghurteis. Die perfekte Kombination für einen warmen Sommertag. Ihren Freundinnen schien es genauso zu gehen, denn sie schwiegen einträchtig vor sich hin, bis sie jeder die Hälfte ihres Bechers geschafft hatten.

„Wissen wir schon, wer uns in diesem Jahr in Verteidigung gegen die dunklen Künste beehrt?“, fragte Lily und schob sich einen weiteren Löffel mit Eis in den Mund. Mary lachte aufgrund der Frage leise und schüttelte den Kopf.

„Das werde wir wohl erst mit den Briefen erfahren, wenn überhaupt“, erwiderte Jolene, „ich glaube, sie schreiben es einfach nicht mehr in den Brief, damit die Eltern der Mugglestämmigen nicht mitbekommen, dass es jedes Jahr einen neuen Lehrer gibt.“

„Könnte sein“, stimmte Mary grinsend zu, „ist vermutlich ein wenig Ruf schädigend, wenn man nicht magischen Menschen erklären muss, dass ein Lehrposten in der Schule ihrer magischen Kinder verflucht ist.“

„Zumindest ist noch keiner der Lehrer gestorben“, warf Jolene ein, „Jonathan sagt, in seiner Schulzeit hatten sie einen Unfalltod und einen Selbstmord unter den Verteidigungslehrern.“

„Selbstmord vor den Schülern?“, hakte Lily entgeistert nach und Jolene schüttelte direkt den Kopf, „Merlin sei Dank. Stell dir mal das Trauma bei den Schülern vor, wenn sie sehen, wie einer ihrer Lehrer sich das Leben nimmt.“

„Nicht unbedingt das, was man einen gelungenen Ferienstart nennen würde“, sagte Mary.

„Unsere Themen sind heute ein wenig... schlecht gewählt“, meinte Jolene und versuchte sich an einem schiefen Grinsen, das ihr jedoch eher schlecht als recht gelang, angesichts des angeschlagenen Themas, „vielleicht sollten wir uns mal ein wenig nettere Themen suchen, damit wir nicht am Ende der Woche depressiv sind.“

„Wir können jetzt nicht depressiv werden“, stellte Lily fest und schaute selbstbewusst in die Runde, „dafür haben wir in unserem letzten Schuljahr einfach keine Zeit.“

„Ich bin nicht sicher, ob psychische Probleme Rücksicht auf deinen Schulabschluss nehmen würden“, kommentierte Mary lachend und steckte sich ihren Löffeln in den Mund, „aber gut, wir passen auf, dass wir nicht depressiv werden, damit wir brav lernen können.“

„Lass mich raten, du hast schon einen Lernplan für das gesamte Schuljahr aufgestellt?“, fragte Jolene und zu ihrer Entgeisterung nickte sie tatsächlich, „darf ich zumindest die ersten zwei oder drei Wochen noch meine Ruhe haben, bevor du mich dazu zwingst, ständig den gesamten Stoff zu wiederholen?“

„Ich hatte eigentlich gedacht, wir fangen nach den Weihnachtsferien richtig mit lernen an“, meinte Lily und Mary und Jolene atmeten beide gleichzeitig erleichtert aus, „aber wenn ihr schon früher anfangen wollt?“

„NEIN!“, riefen Mary und Jolene synchron aus und sie alle begannen zu lachen. Giggelnd und glucksend machten sie sich über die Reste ihres Eisbechers her und schwiegen. Jede von ihnen hing ein wenig ihren Gedanken nach und genossen es einfach, in der Eisdiele zu sitzen und die Sonne zu genießen. Jolene dachte einige Minuten an Jonathan, der sich nun in Frankreich aufhielt und sich in der Zeit nicht melden konnte. Sie glaubte jedoch fest daran, dass er wusste, was er tat und sie vertraute darauf, dass er im ganzen Stück wieder nach Hause kam. Er hatte ihr versprochen, dass er sich direkt bei ihr melden würde, und das glaubte sie ihm.

Nachdem es noch immer still zwischen ihnen war, wanderten ihre Gedanken weiter und ohne, dass sie es sich selbst erklären konnte, kam sie gedanklich bei Black an. Er und Potter waren, an dem Tag, an dem sie die Vase zerdeppert hatten, mit Remus zusammen verschwunden, als dieser sich auf den Weg in den Wald gemacht hatte, um die Vollmondnacht außerhalb von bewohntem Gebiet zu verbringen. Sie konnte sich zwar kaum vorstellen, dass sie ihn begleitet hatten, doch Black und Potter waren durchgeknallt genug, um es doch zu tun. Auch wenn sie es nicht zugeben würde, aber sie hatte sich Sorgen um alle drei Jungs gemacht und als Remus am kommenden Morgen wieder zuhause angekommen war, war sie erleichtert gewesen, als er erklärte, dass er den Nachmittag bei Potter verbringen würde, nachdem er zumindest ein paar Stunden geschlafen hatte. Ihre Sorge verwirrte sie noch immer ein wenig, doch sie verbot sich selbst, die Gründe zu hinterfragen.

„Gehen wir noch zu Flourish and Blotts?“, fragte Lily, nachdem sie ihr Eis und ihre eigenen Gedankengänge offensichtlich beendet hatte.

„Aber nur, wenn ihr beiden nur so viele Bücher kauft, wie ihr auch tragen könnt“, spottete Mary und Jolene streckte ihr die Zunge heraus.

„Überleg dir gut, was du sagst“, neckte Lily sie grinsend, „wir dürfen zaubern und können Verkleinerungszauber. Somit kann ich so viele Bücher kaufen, wie ich will.“

„Oh, Merlin“, stöhnte Mary, doch sie erhob sich, um zur Theke zu gehen und die Eisbecher zu bezahlen. Sie hatte entschieden, dass sie Lily und Jolene einladen würde, da sie Geld von ihrer Mutter bekommen hatte. Weder Lily noch Jolene hatten ihr versucht, zu widersprechen, denn ein geschenktes Eis schmeckte noch einmal besser.

Nachdem Mary zum Tisch zurückgekehrt war, machten sie sich auf den Weg zur Buchhandlung und sie hatten den Laden kaum betreten, da war Lily auch schon zwischen den Regalen verschwunden. Jolene blickte ihr hinterher und sah dann zu Mary, die ihr grinsend zunickte. „Verschwinde schon. Ich weiß mich schon zu beschäftigen.“

„Danke!“, sagte sie lachend und folgte ihrer Freundin tiefer in den Laden. Schon bald vergaß sie alles um sich herum und wühlte sich durch das Angebot. Zuerst suchte sie nach zusätzlicher Lektüre für den Zauberkunstunterricht. Sie kam noch immer nicht so ganz hinterher und sie würde die ganze Sache erst ruhen lassen, wenn sie sich sicher war, dass sie ihren UTZ am Ende des kommenden Schuljahres schaffen würde. Zu ihrem Glück wurde sie recht schnell fündig und konnte sich anderen Büchern zuwenden.

Im oberen Stockwerk fand sie die Abteilung für fortgeschrittene Verwandlung und suchte sich einige Bücher aus, die sie in den nächsten Monaten lesen würde. In ihrer Freizeit zog sie zwar Muggleromane vor, doch darum würde sie sich nächste Woche mit Remus kümmern. Sie hatten sich vorgenommen, in London in einen ganz normalen Buchladen zu gehen, damit sie beide wieder an ein wenig Lesestoff kamen.

Ohne, dass sie es wirklich gemerkt hatte, war sie die Treppen wieder nach unten gestiegen, während sie die Regale abgesucht hatte. Ihrer Meinung nach war dies ein ganz fieser Trick, die Regale auch an den Treppen anzubringen. So hatte sie kein einziges Mal ihr Stöbern unterbrechen müssen und der Stapel auf ihrem Arm war immer weiter gewachsen. Sie würde eine ganze Menge Gold hierlassen, wenn sie sich nicht ein wenig zügelte, doch bis jetzt war sie noch nicht einmal in der Abteilung für Flüche und Verteidigungszauber gewesen und dort fand sie ihrer Erfahrung nach immer am meisten.

„Willst du die alle kaufen?“, fragte Mary und deutete auf ihre Arme.

Jolene blickte selbst auf den Stapel und zuckte mit den Schultern. „Ich wüsste nicht, welche Titel ich aussortieren könnte.“

„Gib her“, forderte sie und entwand ihr den Stapel, um ihn auf einen kleinen Tisch in der Nähe zu stellen. Nach und nach ging sie die einzelnen Titel durch und sortierte sie auf zwei Stapel. Als sie fertig war, deutete sie auf den Größeren der beiden. „Das sind alles Titel, die wir entweder in der Hausbibliothek meiner Eltern finden werden oder für die wir zumindest einen vergleichbaren Titel dort finden. Die bleiben hier und du suchst dir bei uns etwas aus. Dad wird nichts dagegen haben, wenn du sie mit nach Hogwarts nimmst.“

„Sicher?“, fragte Jolene nach und blickte auf den Stapel.

„Ganz sicher“, stimmte Mary zu und machte eine scheuchende Handbewegung, „und jetzt schau noch in deiner Lieblingsabteilung nach, damit wir irgendwann wieder nach Hause können. Lily dürfte gleich auch fertig sein. Sie ist seit zwanzig Minuten in der Abteilung für Tränkekunst.“

„Dann kannst du damit rechnen, dass sie noch mindestens eine halbe Stunde braucht.“

„Und du wirst auch mindestens genauso lange brauchen, also zieh schon ab“, forderte Mary ungeduldig und Jolene tat, wie ihr geheißen und sah zu, dass sie Land gewann. Wenn Mary gelangweilt war, war mit ihr nicht zu spaßen, weshalb sie sich beeilen sollte, wollte sie heute Abend nicht die ganze Zeit Vorwürfe hören, dass sie und Lily ihre Freundin einfach im Stich gelassen hatten, nur weil ihnen die Bücher wichtiger waren. Ihnen war klar, dass Mary es nicht so meinte, aber man musste es auch nicht provozieren.

Tatsächlich brauchte sie nur noch eine halbe Stunde, um sich etwas auszusuchen, und der Einkauf wurde auch nicht ganz so teuer, wie sie es befürchtet hatte. Auch Lily hatte einen beachtlichen Stapel an neuem Lesestoff angehäuft, aber darüber verloren sie einfach kein Wort, als sie den Buchladen wieder verließen und sich auf den Weg zum tropfenden Kessel machten.

„Burke, warte mal!“, brüllte ihnen jemand hinterher, als sie gerade auf der Höhe von Ollivanders Zauberstabladen waren, und Jolene drehte sich um, nur um direkt die Augen zu verdrehen.

„Black“, stellte sie ein wenig entnervt fest, „was willst du?“

„Wann bist du wieder bei den Lupins?“, wollte er ungewohnt direkt wissen.

„Am Samstag“, sagte sie schulterzuckend und deutete auf Mary und Lily, die ebenfalls stehen geblieben waren, „ich bin die ganze Woche bei Mary.“

„Mädelszeit, ich verstehe“, kommentierte Black, doch Jolene war sich sicher, dass er das nicht verstand, aber sie sparte sich die Erwiderung, „kannst du Moony das hier mitbringen?“

Er drückte ihr ein Buch in die Hand, dass ihr vertraut vorkam, weshalb sie es eingehend begutachtete. Nicht nur, dass sie den Titel eindeutig kannte, zu ihrer Überraschung kannte sie auch die Macke im Buchrücken, denn sie selbst war der Verursacher der Beschädigung. Als Neunjährige hatte sie das Buch fallen gelassen, als sie sich mit Remus in der hauseigenen Bibliothek herumgetrieben hatte. „Das ist von Lyall.“

„Ja, ich hab es mir ausgeborgt und vergessen, es wieder zurückzustellen.“

So schnell sie konnte, drückte sie ihm das Buch wieder in die Hand. „Oh, nein. Ganz bestimmt nicht. Wenn Lyall schon gemerkt hat, dass sein heiliges Buch über Verwandlungszauber verschwunden ist und ich es wieder mit nach Hause bringe, dann kann ich mir die Strafpredigt anhören. Das tue ich mir bestimmt nicht an.“

„Aber auf dich wird er nicht so wütend sein“, versuchte Black es mit seinem liebsten Gesichtsausdruck, doch Jolene schnaubte, „er hat dich lieb.“

„Ja und das soll auch so bleiben“, erwiderte sie kopfschüttelnd, „das kannst du vergessen.“

Er grummelte leise vor sich hin, doch dann nickte er. „Hab verstanden. Ich bringe es zurück, wenn ich Remus besuche.“

„Guter Plan“, stellte sie fest und deutete dann ein weiteres Mal auf ihre Freundinnen, „ich muss weiter.“

Black nickte und wandte sich ab, um zurück zu Potter zu gehen, der einige Meter entfernt auf ihn gewartet hatte und versuchte, möglichst unauffällig zu Lily zu schielen, die schon wieder genervt aussah.

„Was wollte Black von dir?“, fragte Lily, als Jolene wieder zu ihnen aufgeschlossen hatte.

„Mich davon überzeugen, dass ich bei Remus Vater den Kopf für ihn hinhalte, weil er sich ein Buch von ihm ´geliehen´ hat.“

„Er hat es heimlich eingesteckt und vergessen, es zurückzustellen“, übersetzte Mary und Jolene nickte, „typisch Black also.“

„Und genauso typisch, dass er den Ärger nicht bekommen will“, fügte Lily hinzu und grinste schief, „aber lasst uns das Thema vergessen. Ich bin jetzt schon wieder genervt von Potter und ich habe nicht einmal mit ihm reden müssen.“

„Wenn man glaubt, Jolene und Black würden sich hassen, dann hat man noch nicht gesehen, wie sehr Lily Potter verabscheut“, sinnierte Mary, „das ist durch nichts zu übertreffen.“

„Manche Dinge ändern sich eben nicht“, stellte Jolene fest.

„Und das ist auch gut so“, fügte Lily hinzu und hakte sich auf jeder Seite bei einer ihren Freundinnen unter, „einfach, weil es die gegebene Ordnung ist.“
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