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Hekates Fluch

OneshotAbenteuer / P12 / Gen
Patricia Rakepick
03.04.2021
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"Der Tagesprophet"


Hekates Fluch


Gringotts oberste Fluchbrecherin deckt tödliches Mysterium in Griechenland auf - ein exklusiver Bericht

Von Rita Kimmkorn


02. Oktober 1980

London – Gleich fünf Vermisstenmeldungen rund um eine Tempelanlage in den Pieria-Bergen nahe der Stadt Thessaloniki, Griechenland, hatten die dortige Zauberergemeinschaft in Angst und Schrecken versetzt (wir berichteten). Das griechische Zaubereiministerium sprach  von einem tödlichen Mysterium.

Rund um die Ruinen des Heiligtums der Hekate (griechische Göttin der Magie und Zauberei, Anm. d. Redaktion), welches verborgen und mit uralten Muggelabwehr-Zaubern versehen hoch im Gebirge liegt, war es zu mehreren Zwischenfällen im Rahmen von Restaurationsarbeiten gekommen. Die ca. im 2. Jahrhundert vor Christus erbaute Tempelanlage gilt als eines der wichtigsten und ältesten Kulturgüter der magischen Geschichte. Die rund um eine vergoldete Statue der Göttin in Form eines Pentagon angelegten Säulengänge sind aus verschiedenen wertvollen und magischen Gesteinen errichtet worden. Durch spezielle Stabilitäts- und Erhaltungszauber sollte nun durch Experten dem stetig voranschreitenden Verfall der Anlage entgegengewirkt werden.

Der erschwerte Zugang zur Tempelanlage, die durch eine Appariersperre vor Diebstahl geschützt ist, führt durch extrem hügeliges, dicht bewaldetes Gebiet. Man vermutete, dass den drei vermissten Zauberern auf dem Weg etwas zugestoßen war, denn eine Observation der Anlage aus der Besenperspektive erbrachte den Beweis, dass die Arbeiter den Tempel offenbar nicht erreicht hatten.
Wohl auch aufgrund der schwierigen Einsehbarkeit des Gebietes und wachsender Besorgnis war es den ansässigen Behörden auch nach größten Bemühungen nicht gelungen, das Mysterium aufzudecken.

Unter den Einheimischen kursiert die Sage, nach der die Göttin Hekate im Laufe der Jahrhunderte durch einen mächtigen Fluch Menschenopfer fordern würde, als Strafe dafür, dass sie von den Zauberern nicht mehr verehrt wurde. Was Wahrheit und was Fiktion ist, bleibt unklar. Tatsache ist jedoch, dass die Geschehnisse in Griechenland an Dramatik wohl kaum noch zu übertreffen sind.

Nachdem bereits zwei einheimische Fluchbrecher mit der Untersuchung des Falls beauftragt worden  und scheinbar ebenfalls dem grausamen Fluch zum Opfer gefallen waren, sah sich das griechische Zaubereiministerium dazu gezwungen, auf internationale Expertise zurückzugreifen und wandte sich mit dieser Angelegenheit höchster Priorität an ihre britischen Kollegen beziehungsweise an die Zaubererbank Gringotts, deren leitende Fluchbrecherin Patricia Rakepick umgehend nach Griechenland geschickt wurde, um der Sache auf den Grund zu gehen. Rakepick hatte in der jüngsten Vergangenheit eine herausragende Reputation was besonders gefährliche und schwierige Missionen im Gebiet der Fluchbrecherei angeht, erworben. Aktuell zählt sie zu den weltweit erfahrensten und gerissensten Experten.

„Das Ausmaß der Lage vor Ort war zugegeben mehr als besorgniserregend. Ich möchte Ihnen die besonders grausamen und blutrünstigen Details bewusst vorenthalten, doch ich kann Ihnen versichern,  dass das, was sich in den Bergen rund um die Tempelanlage abgespielt hat, die Vorstellungskraft der meisten Hexen und Zauberer bei weitem übersteigt“, sagt Patricia Rakepick mit bedeutungsschwerer Miene nach ihrer Rückkehr aus Griechenland.

Niemand außer der rothaarigen Fluchbrecherin selbst weiß, was genau passiert ist. Auf genaueres Nachfragen bezüglich ihrer Entdeckung und den Geschehnissen antwortet sie: „Auf dem Weg zum Tempel konnten ich und mein ortskundiger Begleiter nichts Verdächtiges festmachen. Von den verschwundenen Zauberern und meinen griechischen Kollegen fehlte jede Spur. Rund um das Gebiet ließen sich nach gründlicher Prüfung meinerseits keine weiteren Schutzzauber oder spezielle Flüche detektieren. Nach Begutachtung der baufälligen Tempelanlage, die ich ebenfalls als nicht gefährlich eingestuft hatte,  waren mein Begleiter und ich gerade auf dem Rückweg, als wir aus dem Hinterhalt angegriffen wurden.Von einem Mantikor.“

Ein Mantikor ist ein Mischwesen mit einem  menschlichen Kopf, dem Körper eines wilden Löwen und einem Skorpionschwanz, aus dem ein tödlicher Stachel ragt. Laut Newt Scamander prallen an der Haut dieses Biestes fast alle Zauber und Flüche ab. Beim Genuss seiner vorzugsweise menschlichen Beute pflegt der Mantikor zu summen. Er wurde in die Kategorie „XXXXX“ eingeordnet. (Anm. d. Redaktion)

„Selbst ich hätte nicht damit gerechnet, dieser seltenen Bestie zu begegnen. Doch als Fluchbrecher muss man mit allem rechnen. Das ist nur eine der vielen Anforderungen in diesem Beruf“,  fügt Patricia Rakepick mit einem schmalen Lächeln hinzu.

Tragischerweise sei jedoch bei dem Angriff ihr Begleiter ums Leben gekommen, so Rakepick. Der Mantikor habe die Fluchbrecherin und den sie begleitenden Zauberer angegriffen, ihn aus dem Hinterhalt gestochen und seine Beute anschließend in sein Versteck gebracht. „Es ist bedauerlich, aber ich konnte nichts mehr für ihn tun. Meine Schock-und Lähmungszauber waren wirkungslos.“

Dennoch  war die Fluchbrecherin wohl in einem Anflug von Kühnheit auf die Idee gekommen, diesen zutiefst tragischen Unfall zu nutzen, um das Blatt zu wenden. Ihr gelang scheinbar das Unmögliche und sie war in der Lage, den gefährlichsten Teil der Bestie unschädlich zu machen - indem sie den Schwanz mit dem giftigen Stachel abtrennte.

„Es bot sich die Gelegenheit. Der Schwanz des Mantikors ähnelt dem eines Skorpions und besteht aus Chitin. Die einzelnen Glieder sind nicht besonders stabil und weniger gut vor Zaubern geschützt, als der Rest des Körpers. Die Bestie war abgelenkt und durch das Summen konnte ich mich nah an sie heranschleichen. Ein starker Abtrennzauber aus kurzer Entfernung in Kombination mit kräftiger Zugwirkung zeigte Wirkung. Es war gefährlich, doch ohne das Gift war der Mantikor wesentlich ungefährlicher.“

Offensichtlich hatte die Bestie ihrer Gegnerin noch eine Verletzung zufügen können, denn bei ihrer Rückkehr nach London trägt die Fluchbrecherin den linken Arm in einer Schlinge. „ Ein Kollateralschaden“,  kommentiert Rakepick.

Das griechische Zaubereiministerium bestätigte die Heldentat Rakepicks nach Aushändigung des Mantikorschwanzes und konfiszierte diesen für Forschungszwecke.
Geschwächt und weniger tödlich konnte der verletzte Mantikor von der Abteilung für magische Geschöpfe eingefangen werden und die Restaurationsarbeiten am Hekate-Tempel ohne Zwischenfälle durchgeführt werden.

Auf die Frage, nach der Bezahlung lacht Rakepick und sagt, dass ihre Bemühungen in angemessenem Maße beglichen würden. „Es geschieht nicht alle Tage, dass man einem Mantikor gegenübersteht. Neben dem Lohn für meine Bemühungen nehme ich Erfahrung und Wissen für meine weitere Arbeit mit. Ich spreche mein Beileid für die Familie des griechischen Zauberers aus, doch erfreulicherweise konnte durch mein Einwirken die mysteriöse Gefahr rund um den Tempel der Hekate gebannt werden.“

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Disclaimer: Der Text entspringt meiner eigenen Fantasie, Charaktere und Handlungsorte gehören jedoch nicht mir. Ebenso verdiene ich kein Geld damit.
Die Beschreibung des Mantikors habe ich von der Seite www.harry-potter.fandom.com zitiert.
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