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Rache an Kommissarin Stamm

GeschichteAngst, Freundschaft / P12 / Gen
Alexandra Rietz Daniela Stamm Michael Naseband Philipp Steher
03.04.2021
12.04.2021
7
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08.04.2021 2.502
 
„Michael?! Michael bist du noch dran?“ fragte Alex ins Telefon. An der anderen Leitung hatte sich die Stille wieder gelegt und Michael seufzte. „Ja Alex, ich bin noch dran. Gibt es denn schon irgendetwas. Hinweise oder so?“ fragte er Alex.

Nach einer Unterbrechung und einem kurzen Blick auf den Wohnzimmerboden, fing Alex an zu sprechen. „Die Tür war angelehnt, der Teppich war verrutscht und...“ sie schluckte kurz. „...und auf den Fußboden ist Blut.“ erklärte sie mit einer emotionalen und leisen Stimme. Alex musste sich wirklich zusammenreißen, um nicht mit weinen anzufangen. Doch es funktionierte nicht.

Am Telefon hörte Michael ein schluchzten. „Hey Liebelein, wir finden Dani und du brauchst dir echt keine Vorwürfe machen. In den letzten Jahren haben wir so viel schon geschafft und Dani, die bekommen wir auch wieder zurück. Ich verspreche dir das!“ Michael versuchte Alex ein wenig zu beruhigen.

Alex wischte sich die Tränen weg. „Ich warte hier noch auf die Spurensicherung und dann komme ich wieder ins Büro.“

„Alles klar, Alex. Wir sehen uns später.“ er verabschiedete Alex und erklärte Philipp, was er gerade von Alex erfahren hatte. Philipp hatte gerade eine Vernehmung hinter sich gebracht und konnte deshalb das Telefonat nicht mit verfolgen.

„Und Ich habe auch noch Witze darüber gemacht, dass Dani nur verschlafen hatte.“ in Gedanken ohrfeigte Philipp sich selber und hoffte einfach, dass sie Dani so schnell es geht finden werden.

„Ach Philipp, das was du da gesagt hast, gehört der Vergangenheit an und das ist jetzt auch nicht wichtig. Wir müssen einfach herausfinden, wo Dani ist und wer sie entführt hat.“ nachdenklich warf Michael einen Blick nach draußen.

Philipp stellte sich neben ihn ans Fenster und dachte ebenfalls nach.

Nachdem die Spurensicherung in Danis Wohnung angekommen war und sich ausgebreitet hatte, machte sich Alex zurück zum Auto und fuhr wieder zum K11.


Derweil Bei Dani:

Dani war kurz eingeschlafen und wachte nach einiger Zeit wieder auf. Sie hatte gehofft, dass das alles nur ein Traum gewesen sei, aber nein. Es war die Realität. Sie saß immer noch gefesselt auf den Boden, war allein und hatte immer noch keine Ahnung, wer sich hinter diesem schwarz gekleideten Mann mit Sturmhaube befand. Dani setzte sich hin und wollte kurz aufstehen, um einen Blick aus dem kleinen Fenster zu werfen. Als sie aber Schritte hörte, welche immer und immer näher kamen, legte sie sich wieder hin und tat so als würde sie Schlafen.

Der Entführer schloss die Kellertür auf und trat herein. Er hatte eine Kleinigkeit zum Mittagessen gekocht. Das Essen stellte er auf den Tisch. Langsam begab er sich zu ihr und kniete sich vor sie hin. Er streichelte über ihren Arm und fuhr durch ihre Haare. Doch diesmal sprach er mit ihr.

„Hey, Mädchen aufwachen.“ sagte er mit einer festen und doch strengen, lauten Stimme. Er war aber kurze Zeit später wieder wie ausgewechselt, als Dani nicht reagierte. Wiedermal packte er sie am Arm und zog sie in den Sitz.

Dani zuckte zusammen und tat so, als wurde sie gerade erst aufgewacht sein. Sie sah ihn mit kleinen Augen an und warf einen Blick auf seine Hand, welche sich noch um ihren dünnen Arm befand. Sie wandte sich von ihn ab, doch er packte sie schließlich an beiden Armen.

„Sei schön brav, Mädchen und sei ruhig sonst wird dir auch nichts passieren. Vorerst nicht.“ er ließ sie los und holte sich vom Tisch das Essen. „Du isst jetzt was, damit du dann gestärkt bist, wenn uns dann einer meiner Kunden besucht. Sonst wird mein Kunde sauer! Du kennst das doch, der Kunde ist immer König“ langsam riss er ihr das Klebeband vom Mund und stellte das Essen neben sie auf den Boden.

Von irgendwoher kannte Dani diese Stimme, sie hatte sie schon mal gehört. Es muss einer sein, welche Dani noch auf ihrer Liste stehen hatte. Sie checkte ihn von oben bis unten ab, aber das er eine Sturmhaube trug und man so sein Gesicht nicht sehen konnte, machte die Sache nicht einfacher. Der Mann war ca. 1.80 groß, kräftig gebaut und sie schätzte ihn auf 55 bis 60 Jahre. Dann blickte sie zum Essen. Klar hatte sie Hunger, aber sie wollte immer noch nichts Essen. Sie wusste ja nicht, ob er da irgendwas rein getan hatte.

„Hören Sie, ich kenne Sie irgendwoher. Bitte, machen sie mich los. Man kann doch über alles reden!“ sie versuchte ruhig auf den Mann einzureden, aber das machte ihn nur noch aggressiver.

„Hör zu Mädchen, du sollst Essen verdammt.“ das sie ihn kannte, war ihm egal. Für ihn hatte es Jahre gedauert, bis er sie endlich wieder gefunden hatte. „Ich bin froh, nein sogar glücklich, dass jetzt du von uns beiden das Opfer bist und du wirst es in wenigen Stunden am eigenen Leib erfahren.“

'Man, was hat dieser Mann nur vor mit mir?' überlegte sie ängstlich. „Ich habe keinen Hunger. Ich will hier raus!“ ständig versuchte sie irgendwie ihre Fesseln von ihren Handgelenken zu lösen. „Lassen Sie mich hier raus, verdammt“

Der Mann wurde immer zorniger, aggressiver und wütender. Er kniete sich zu ihr und zog ihr am Pferdeschwanz, sodass ihr Kopf in den Nacken gedrückt wurde.
„Jetzt pass mal auf Mädchen. Ich habe so viele Jahre auf dem Moment gewartet, mir an dir Rache zu nehmen. Du hast meinen Laden auseinander genommen mit deinen Kollegen und du hast mich für 8 bescheuerte Jahre in den Knast gebracht.“ schrie er ihr ins Ohr.

„Ich kann doch auch nichts dafür, sie waren doch selbst Schuld!“ Dani schubste ihn zur Seite und wandte sich von ihn ab. „Lassen Sie mich hier raus, verdammt nochmal! HILFE!!“ schrie sie und versuchte sich weiterhin von den Fesseln zu lösen.

Dem Entführer platzte der Kragen. Er rappelte sich auf, packte sie erneut am Arm und schlug ihr mit der Faust ins Gesicht. „Das hast du davon!“ Dani sackte in seinen Armen zusammen und verlor nach und nach das Bewusstsein. Er legte sie zurück auf den Boden und holte sich einen neuen Klebebandstreifen, welchen er ihr auf den Mund klebte. Das Essen ließ er stehen, falls ihr doch nochmal der Hunger kam oder sie etwas essen wollte. 'Auf frühen Abend, wird dir das Lachen vergehen!' er verließ den Kellerraum wieder, sperrte die Tür zu und machte sich wieder auf den Weg nach oben.

Im Büro:

Alex war wieder im Büro angekommen und hatte sich wieder auf ihren Stuhl niedergelassen. Die Spurensicherung hatte auch nichts Neues in Danis Wohnung gefunden bzw. feststellen können. Auch wenn die Bude bis in die kleinste Ecke auf den Kopf gestellt wurde. Es gab weder Hinweise noch Fingerabdrücke. Die einzigen Fingerabdrücke waren von Dani.

Es war schon fast 3 und sie und ihre Kollegen hatten noch überhaupt nichts, was ihnen weiterhelfen konnte. Dani ist seit mehr als 10 Stunden verschwunden. Bis es Alex einfiel. „Ach Gott bin ich doof!“ Michael und Philipp hatten Alex nachdenklich und erwartungsvoll angeschaut. „Ja, was ist denn, Alex?“ fragte Philipp seine Kollegin.

Ohne auch nur Philipps Frage zu beantworten, stand Alex wieder von ihren Platz auf und ging rüber zu Danis Schreibtisch. Sie fand die Liste mit den Inhaftierten, welche Dani gestern bearbeitet hatte.

„Hier. Das ist eine Liste von den Leuten, welche Dani mal festgenommen hatte und welche wieder freien Fuß sind.“ sie zeigte den Jungs, die sich gerade auf den Weg zu Danis Platz machten, die Liste. „Einige hatte Dani gestern nicht mehr geschafft und wollte sie, naja...für heute aufheben.“

Michael schaute sich die Liste an. „Schau mal, von den 15 fehlenden, haben 9 Münchner Postleitzahlen. Ich denke, nein ich glaube, um die sollten wir uns als erstes Kümmern.“ sagte Michael zu Philipp und Alex. Philipp und Alex nickten einverstanden. „Gut dann würde ich sagen, jeder 3?“ fragte Philipp die Zwei. „Ja, jeder 3 und wenn es irgendwas Neues gibt, dann wird sich gemeldet!“ sagte Alex.

Philipp kopierte die Liste noch schnell 2 Mal und die Drei machten sich dann auf zu den jeweiligen Adressen.


Bei Dani:

Dani war vor kurzer Zeit wieder aufgewacht. Ihr Kopf tat vom Schlag weh und sie fühlte sich schlapp. Das Essen stand immer noch neben ihr auf den Boden. 'Ich muss was essen, verdammt, aber wie?' ihre Arme waren hinter den Rücken gefesselt und ein Klebstreifen klebte immer noch auf ihrem Mund. Diesen versuchte sie mit der Schulter abzustreifen. Es funktionierte nicht. Sie gab es auf und schob das Essen mit den Füßen zur Seite.

'Man, was will der Mann von mir?! Denk nach Dani, denk nach. Du kennst den Mann. Was hatte er vorhin noch gleich gesagt? Ich habe mit Kollegen den seinen Laden auseinander genommen und er saß 8 Jahre im Knast.' fiel ihr ein. Sie dachte weiter nach und schloss kurz die Augen. Nach einigen Minuten fiel es ihr doch tatsächlich ein und sie konnte sich an den Namen erinnern.

'Richard Ebert! Oh Gott, ich hätte schon viel eher darauf kommen sollen. Ehemaliger Bordellbesitzer, welcher auch Drogen vertickt hatte und Frauen verkauft und ins Ausland gebracht hatte.' sie schüttelte den Kopf und erinnerte sich an den Tag vor knapp 10 Jahren. Ihr lief es eiskalt den Rücken hinunter. 5 Frauen konnten sie damals retten und 3 Kilo Kokain sicherstellen.

Dani war glücklich, dass sie jetzt endlich den Namen des Mannes kannte, welche sie geführt und hier unten im Keller eingesperrt hatte. Sie legte sich wieder hin und schloss die Augen.


Bei Alex:

Alex war gerade mit der zweiten Adresse fertig geworden. Auch da war alles normal. Die beiden Männer meinten, sie hätten mit Dani sowie der mit der Polizeit abgeschlossen. Auch so hatten sie keinen Kontakt mehr. Der Eine hatte sich mit seiner Frau in München ein Haus gebaut und eine Familie gegründet. Das Dani in München sei, wusste er gar nicht. Ihn interessierte es auch nicht. Die beiden Männer kamen Alex sehr glaubhaft rüber. Also machte sich Alex auf den Weg zur letzten, auf der Liste stehenden Adresse. Zwischendurch hatte sie bei Michael und Philipp angerufen und gefragt, ob es bei ihnen etwas Neues gab. Aber Fehlanzeige. Auch die Männer waren alle sauber, naja einer konnte Michael nicht erreichen, da er gerade auf Montage im Ausland ist. Jedenfalls hatten sie ebenfalls Familien gegründet oder lebten alleine in einer Wohnung. Kontakt oder Stress mit der Polizei hatten alle schon seit Jahren nicht mehr.

„So Michael, ich bin jetzt an der letzten Adresse. Wenn da wieder nichts ungewöhnliches ist, dann können wir wieder von vorne anfangen.“ sagte sie am Telefon zu Michael. „Ich muss Schluss machen. Bin gerade bei Richard Ebert angekommen. Wir sehen uns dann im Büro. Bis später.“ sie beendete das Telefonat und parkte ihren Wagen. Alex stieg aus und ging zum Haus. Ein Haus kann man das ja nicht nennen. Es war wohl eher eine Villa. Ziemlich groß.

'Also wenn da wieder eine Familie lebt oder sonst was, dann weiß ich auch nicht mehr...' dachte sie und ging vor zur Haustür. Sie klingelte an der Tür und wartete bis jemand öffnete.

Nach einigen Minuten kam ein Mann und öffnete die Tür. Es war Richard Ebert, welcher immer noch schwarz gekleidet war. „Ja, was möchte denn...“ er betrachtete Alex von oben bis unten. „..diese schöne Dame hier?“ er grinste sie an.

„Die schöne Dame ist von der Kripo. Alexandra Rietz“ Alex zeigte ihren Dienstausweis und hielt ein Foto von Dani hoch. „Herr Ebert, meine Kollegin Frau Stamm ist seit einigen Stunden verschwunden..“ sie wurde unterbrochen, als er ihr ins Wort fiel.

„Jetzt pass mal auf Blondschopf, diese Frau kann mich mal. Sie hat mein Leben zerstört und wenn das jetzt alles war, dann können Sie ja wieder abdampfen. Ich erwarte noch Besuch!“ knurrte er und baute sich vor Alex auf.

„Ist ja schon gut.“ sie wollte sich ungern mit ihn anlegen. Vor allem nicht allein. „Schönen Tag noch.“ sagte sie zu einer bereits geschlossenen Tür, welche er zugeknallt hatte und abgezischt ist.

Bei Dani im Keller:

'Alex?!' ging es ihr durch den Kopf. Es kam ihr so vor als hätte sie Alex reden gehört. Sie richtete sich auf und versuchte irgendwie hochzukommen. Nach wenigen Sekunden stand sie und hopste vor zum kleinen Fenster. Jetzt versuchte sie es nochmal, denn Klebestreifen von ihren Mund zu streifen. Diesmal klappte es.

„Alex?!“ rief sie leise und hoffte, dass es Richard Ebert nicht mitbekommen hatte, aber Alex schon.

Alex stand immer noch vor Richard Eberts Haus und wollte gerade Michael anrufen und ihm Bescheid sagen, dass sie sich wieder ins Büro machen wollte. In einem kurzem Moment kam es Alex so vor, als hätte da gerade jemand nach ihr gerufen. Es hörte sich an wie Dani. Nach einigen Sekunden hörte sie nochmal ihren Namen rufen. Es klang wieder wie Dani.

„Dani!?“ sagte sie leise und drehte ihren Kopf in die Richtung, von der sie ihren Namen gehört hatte. Ihr Blick fiel nach unten zu einen kleinen Fenster. Dann sah Alex sie. Sie kniete sich auf den Boden und sah ihn diesen kleinen Raum und ihr Blick fiel dann wieder zu Dani.

„Dani, du lebst, Gott sei Dank und oh Gott wie siehst du aus?!“ sie betrachtete ihr Gesicht, welches einiges abbekommen hatte und musste kurz schlucken.
„Alex!“ sie war erleichtert, dass Alex sie gefunden hatte. „Hol mich bitte hier raus. Der will irgendetwas mit mir machen.“ sagte sie.

„Hey Dani, keine Angst. Ich werde dich hier rausholen. Bis die Kollegen da sind, dauert das viel zu lange. Ich versuche irgendwie durch einen Hintereingang Zugang zum Haus zu bekommen.“ erklärte sie Dani. Doch bevor Dani darauf antworten konnte, war Alex schon weg und machte sich auf die Suche nach einem Hintereingang.

„Alex, pass verdammt nochmal auf. Dieser Mann ist gemein gefährlich.“ sagte sie. Langsam hopste sie wieder zu ihren Platz, setzte sich auf den Boden und wartete.

Schnell hatte Alex den Hintereingang gefunden und hatte Glück, dass die Tür nur angelehnt war. Sie zückte ihre Waffe und schlich durchs Haus. Oben hörte sie jemanden Telefonieren, es war Richard Ebert, aber das interessierte sie nicht. Leise und langsam ging sie nach unten in Richtung des Kellers. Vor einer geschlossenen und einzigen Tür im Keller blieb sie stehen. 'Da muss Dani drin sein.' sie suchte nach dem Schlüssel und fand ihn in einer kleinen Box auf einer Kommode. Vorsichtig öffnete sie die Tür, riss sie dann aber kürzere Zeit später auf und hielt die Waffe rein.

Niemand außer Dani war zu sehen. „Herr Gott, jage mir nie wieder so einen Schrecken ein!“ sie ging zu ihr und kniete sich auf den Boden. Alex umarmte Dani und betrachtete erneut ihr Gesicht. „Geht es dir soweit gut?!“ fragte sie nach. Dani nickte und ihre Angest war ein wenig verflogen.

„Ich werde dich hier rausholen.“ versprach Alex Dani und versuchte die Fesseln von ihren Beinen und Handgelenken zu lösen.

Doch Danis Angst nahm wieder zu, als sie zur Tür schaute und dort Richard Ebert stehen sah. „Alex, nein. Er ist hier. Hinter dir.“

Ehe sich Alex umdrehen konnte, bekam sie genau wie Dani einen derben Schlag auf den Hinterkopf und fiel zu Boden.....
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