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The Last Of Us 2 - Fortsetzung Teil II

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18 / Mix
Abby Anderson Ellie
03.04.2021
05.05.2021
36
57.639
5
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04.05.2021 1.305
 
„Ellie?“ Sanft wurde Ellie an der Schulter berührt. Schlaftrunken versuchte sie die Augen zu öffnen. Es musste mitten in der Nacht sein. Die Glut der beiden Kamine ließen den Raum in einem schaurigen Orange schimmern. Gleichzeitig fühlte sie die Wärme unter ihrer Bettdecke. „Ellie, kann ich mit dir reden?“
Dann drehte sie sich um und sah die Umrisse von Abby, die dicht neben ihr auf der Seite lag.
„Natürlich“, flüsterte sie, um weder Dina noch jemand anderen im Raum zu wecken.
„Ich kann das nicht mehr, Ellie.“
„Was?“
„So tun, als wär da nichts. Je mehr ich meinem Gehirn verbiete, dich zu lieben, desto krasser wird es. Ich weiß nicht mehr, was ich tun soll."
„Abby?“
„Ich bin so krass eifersüchtig auf Dina.“ Abby legte ihre Hand auf Ellies Oberarm. Ellie nahm ihre Hand und hielt sie fest.
„Scheiße.“ Ellie vermutete, dass Abby sich eine Träne aus dem Gesicht wischte.
„Du sagst es.“ Abby atmete tief durch.
„Wenn sich meine Gefühle nicht bald ändern, muss ich eine Entscheidung treffen.“
„Eine Entscheidung?“
„Ich muss diesen Ort verlassen.“
„Erzähl keinen Quatsch, Abby.“
„Das ist es ja. Ich kann nicht mehr dabei zusehen, wie ihr euch küsst. Mein Herz erträgt es nicht. Ich sehne mich so sehr an diesen Moment im Wald zurück. “
„Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“ Ellie sah Abby mit schläfrigen, aber großen Augen an.
„Ich will euch nichts kaputtmachen, Ellie. Aber ich kann auch nicht so tun, als wäre nichts. Ich bin so krass verliebt, hörst du?“
„Auf gar keinen Fall will ich dich verlieren, Abby.“
„Ich hoffe so sehr, dass sich dieses Gefühl wieder legt. Ich ertrage es sonst nicht mehr.“
„Ich kann das verstehen.“ Ellie streckte ihren rechten Arm aus und bot Abby an, ihren Kopf auf Ellies Schulter zu legen. „Komm zu mir.“
Vorsichtig zog sich Abby samt Bettdecke die restlichen Zentimeter zu Ellie und nahm ihre Einladung an. Dann nahm Ellie ihre Hand und legte sie auf ihren Bauch.
„Ich weiß, dass es das jetzt nicht besser macht. Vermutlich sollte ich eher abweisend reagieren. Aber ich will, dass du dich wohlfühlst. Und zwar jede Sekunde.“
„Danke.“ Abby schloss die Augen und fühlte Ellies Wärme durch ihre Schläfe und der Handfläche, die auf Ellies Nachthemd ruhte. „Es ist so absurd. Auf der einen Seite möchte das Herz, dass man jemanden an seiner Seite weiß, mit dem man alles teilt und sich alles erzählen kann. Und das haben wir eigentlich. Und dann verlangt das Herz plötzlich noch mehr, als wäre es nie satt.“
Abby drückte ihre Knie gegen Ellies Oberschenkel. Jetzt, wo Ellie es zuließ, wollte sie so viel von ihr aufsaugen wie nur irgendwie möglich. In der Hoffnung, die Berührungen würden den unbändigen Hunger nach Liebe ihres Herzens sättigen. Auch diese Berührung ließ Ellie zu.

„Wenn du wüsstest, wie heiß mir gerade ist, Ellie.“
„Hör auf.“ Auch Ellie durchlief ein heißer Schauer. „Du weißt, wie abscheulich ich es fand, dass Dina mit Michael geschlafen hat. Ich kann ihr das nicht antun. Und schon gar nicht neben ihr.“
„Das verlange ich auch nicht.“
„Ich kann aber nachvollziehen, wie schrecklich du dich jetzt gerade fühlst.“ Ellie hörte hinter ihr ein Rascheln und sah im Augenwinkel, dass Dina ihnen den Rücken zugedreht hatte und weiterschlief. Dann wandte Ellie sich wieder zu Abby. „Ich könnte an deiner Stelle vermutlich nicht schlafen.“
„Ich kann gerade an nichts anderes denken, als mit dir zu schlafen.“
Erneut kribbelte Ellies ganzer Körper. „Sag das nicht, bitte.“ Ellies Gedanken vermischten sich in einer unfassbaren Geschwindigkeit. „Warum kannst du nicht einfach auf Typen stehen?“ Sie lächelte.
„Ich habe mir das nicht ausgesucht. Ich weiß nicht, was mit mir passiert.“
„Normalerweise würde ich dir sagen, dass du ins Bad gehen solltest und dich kalt abduschen musst.“
„Aber?“
„Würde das helfen?“
„Vermutlich nur kurz.“
„Dann mach es dir jetzt.“
Abby riss die Augen auf. „Wirklich?“
„Mach es dir, Abby. Ich habe nichts gesehen und ich habe es nie mitbekommen. Aber es ist vermutlich genau das, was du jetzt brauchst.“
Ohne ein weiteres Wort zu sagen, schloss Ellie die Augen und begann gleichmäßig zu atmen. Sie fühlte, wie Abby das Bein, das sie vor Ellies Oberschenkel geschoben hatte, angewinkelt zwischen Ellies Oberschenkel stellte. Gleichzeitig rutschte Abbys Hand von Ellies Nachthemd langsam tiefer. Kurz berührte sie Ellies Bauchnabel, da ihr Hemd im Schlaf hochgerutscht war. Ellie zuckte zusammen, genoss diese Berührung aber sehr. Dann, am Bund ihrer Shorts, verließ Abbys Hand Ellies Körper. Nun konnte sich Ellie nur noch vorstellen, was gerade unter ihrer Decke passierte.
Zunächst dachte Ellie, die Zeit würde rasend schnell verfliegen, doch Abby kam tatsächlich nach nur zwei Minuten. Am ganzen Körper zitternd und schwer atmend krallte sie sich in Ellies Oberschenkel. Dann griff sie sich erneut in die Shorts und kam zweites Mal nach wenigen Sekunden.
Wie in Schockstarre lagen die beiden Frauen nebeneinander. Ellie auf dem Rücken, die Augen noch immer geschlossen und Abby auf der Seite. Langsam zog Abby ihr Bein wieder zurück und legte es vorsichtig ab.
„Danke“, flüsterte Abby, öffnete ihre Augen aber nicht.
„Wofür?“, fragte Ellie, die in den letzten Minuten spürte, wie es zwischen ihren Beinen immer heißer wurde.
Ellie fühlte, wie Abbys rasanter Puls sich langsam wieder normalisierte und sie wieder durch die Nase atmete.
„Es tut mir so leid. Ich hab das so gebraucht.“
„Ich weiß nicht, wovon du redest.“ Ellie lächelte und öffnete kurz ihre Augen, um Abbys Reaktion mitzubekommen. Doch Abby lächelte auch. Dann drückte sie sich noch ein wenig fester in Ellies Schulter.

„Verlass mich nicht, hörst du.“ Ellie legte vorsichtig ihren Arm um Abby.
„Niemals. Ich kann nicht mehr ohne dich. Nicht umsonst folge ich dir überall hin.“

Die wilden Gedanken in Ellies Kopf schienen sich zu beruhigen und langsam begann sie Herz und Hirn nach einer Lösung zu fragen. Eifersucht kann unfassbar zermürbend sein und sich früher oder später auf ihre Konzentration auswirken. Auf keinen Fall wollte sie gerade in Abbys Haut stecken. Nicht einmal aus dem Weg gehen konnte Abby ihrer Eifersucht. Selbst, wenn sie sich auf die andere Seite des Raumes legen würde. Das wiederum würde Ellie nicht zulassen. Zum einen, weil sie Abby an ihrer Seite brauchte und zum anderen würde das in der kleinen Gemeinschaft schnell Aufmerksamkeit erregen. Abby gehörte genau dorthin, wo sie jetzt gerade war: in Ellies Arm. Und doch war Ellie hin und hergerissen. Früher oder später musste sie eine Entscheidung fällen, denn das, was gerade passiert ist, muss eine Ausnahme gewesen sein. Entweder schlief sie mit Abby und beendet die Beziehung zu Dina oder sie muss Abby in die Schranken weisen. Ellie spürte durchaus großes Verlangen mit Abby zu schlafen und hätte sie gerade am liebsten an die Hand genommen und ins Bad gezogen. Auf der anderen Seite wollte sie auf keinen Fall das Zerstören, was sie mit Dina aufgebaut hatte. Warum zur Hölle brachte Abby Ellie so aus dem Gleichgewicht? Warum kann sie nicht einfach sagen, dass sie auf Bill, Joe oder Floyd steht. Mit Sicherheit würden sie sie mit Kusshand empfangen.

Macht es vielleicht sogar Sinn, Abby verkuppeln zu wollen? Anders als Ellie steht Abby eigentlich auf Kerle. So schwer kann das doch nicht sein. Gleich morgen würde sie versuchen, ihre Fühler auszustrecken, um herauszubekommen, wer Abby wirklich mag. Nur ob das eine langfristige Lösung sein könnte? Etwas besseres fiel Ellie zu diesem Zeitpunkt nicht sein.

Nun lag sie da und würde am liebsten Abby oder Dina fragen, wer es ihr denn jetzt machen würde. Vermutlich hat sich Abby genau so vor fünf Minuten gefühlt. „Reiß dich zusammen, Ellie“, ermahnte sie sich und überkreuzte ihre Beine.
„Dass dich das so kalt lässt“, murmelte Abby im Halbschlaf. „Eiskalt.“
„Wenn du wüsstest“, flüsterte Ellie und schob ihren freien Arm unter ihren Rücken. Das letzte, was sie gebrauchen könnte, ist eine Hand, die sich plötzlich selbstständig macht. Ellie lächelte und brauchte eine halbe Ewigkeit, um einzuschlafen.
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