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The Last Of Us 2 - Fortsetzung Teil II

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P18 / Mix
Abby Anderson Ellie
03.04.2021
05.05.2021
36
57.639
5
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02.05.2021 1.314
 
„Jetzt hör auf ihn anzustarren. Für mich bist du immer noch besonders.“ Dina lächelte neben Ellie, während sie ihre Freundin beobachtete.
„Ich starre nicht.“ Rasch wandte Ellie den Blick von Michael auf ihre Matratze, vor dem drei Teller mit den Resten ihres Abendessen standen.
„Ob ihr immune Kinder bekommen würdet?“
„Klappe, Dina.“
„Hab nur laut nachgedacht.“
„Ich frage mich nur, warum er es sofort angesprochen hat, vorhin. Irgendwie muss er es herausgefunden haben.“ Ellie knöpfte die letzten beiden Knöpfe ihres hellgrauen Baumwollhemdes zu.
„Ich habe tatsächlich danach gefragt. Also nach dem Stoff um seinen Oberarm, den er nie abgelegt hatte. Er sagte, es sei vom Shirt seiner Mutter. Schätze es wäre unhöflich, das anzuzweifeln.“
„Jetzt wissen wir, was er darunter verbarg, die ganze Zeit.“
„Was wusste Steven über deine Immunität?“
„Joel und er waren gut befreundet. Aber Joel hat aus allem, was mit Immunität und den Fireflies zu tun hatte, geschwiegen wie ein Grab. Maximal Tommy und Maria wussten davon.“
„Ihr habt die Fireflies gesucht, um ein Heilmittel aus deinem Körper zu gewinnen? Warum hast du mir nie davon erzählt?“
„Du weißt von meiner Immunität doch auch erst seit gut einem Jahr. Hab es dir damals im Versteck von Eugene versucht zu erklären. Und später wurde meine Atemschutzmaske beschädigt. Spätestens da musstest du mir glauben.“
„Und die Fireflies?“
„Sie hätten vor sechs Jahren versucht, ein Heilmittel zu entwickeln. Dabei wäre ich wohl gestorben. Aus dem Grund entschied sich Joel, mich zu befreien und tötete dabei Abbys Vater. Den Rest der Geschichte kennst du.“ Wieder sah Ellie zu Michael, der gerade eine Matratze auf die andere Seite der Halle zog.
„Gute Entscheidung von Joel.“
„Ansichtssache.“
„Was meinst du?“
„Joel und ich haben nie mit diesem Thema final abgeschlossen. Ich hätte mich für die Rettung der Menschheit geopfert. Er war in diesem Augenblick egoistisch. Dennoch sagte er mir kurz vor seinem Tod, dass er es, wenn er erneut vor der Wahl stehen würde, exakt genauso machen würde wie damals.“
„Und damals dachtest du, du wärst die einzige Immune auf diesem Kontinent?“
„Bis vor einer Stunde dachte ich es noch immer.“
„Warum hast du nie weiter nach den Fireflies gesucht, in all den Jahren?“ Dina wandte ihren Blick von Michael zu Ellie, doch Ellie beobachtete wieder Michael.
„Joel wollte es nicht. Er hat mit dem Thema abgeschlossen und seine RUhe in Jackson gefunden. Und wenn niemand daran glaubt, die Fireflies erneut zu finden, wäre es für mich äußerst schwierig geworden, alleine. Ich weiß ja nicht einmal, wo ich jetzt anfangen würde zu suchen. Das erste Mal, dass ich wieder von ihnen gehört habe, war von Abby. Sie vermutete, dass die Fireflies einen Außenposten vor Santa Barbara hatten. Oder sich dort grundsätzlich neu formiert haben.“
„Aber das war nicht der Fall?“
„Ehrlich gesagt, Dina. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie dort waren. Aber als Abby versuchte sie zu finden, waren sie nicht mehr dort.“
„Würdest du dich für die Heilung der Menschheit noch immer opfern wollen?“ Dina sah Ellie in die Augen.
„Dina, ich.“
„Besonders jetzt, wo du weißt, dass du nicht die Einzige bist.“
„Seitdem wir bei den Fireflies waren, hatte ich keinen sehnlicheren Wunsch, als ihnen bei ihrem Vorhaben zu helfen.“
„Aber?“
„Euch als Familie zu haben macht die Entscheidung deutlich schwieriger.“
„Untersteh dich, morgen loszuziehen, Ellie.“ Dina grinste. Dann sah sie Ellie ernst an.
„Keine Sorge.“ Ellie blickte tief in Dinas Augen. „Ehrlich."


„Kann ich kurz mit euch sprechen?“ Michael hatte sich zu ihnen geschlichen und sah erst Dina und dann Ellie in die Augen. „Es geht um die Fireflies.“
„Ellie wird sie nicht suchen“, stellte Dina entschieden fest.
„Das verlange ich auch nicht. Aber vielleicht habt ihr eine Ahnung, wo ich sie finden kann?“
„Bloß Abby hatte eine Vermutung, die sich aber auch als Luftnummer herausstellte.“ Ellie sah kurz an die Decke der Stadthalle. „Und du willst sie finden?“
„Das wolltest du doch auch?“
„Jetzt aber nicht mehr.“ Dina versuchte für Ellie zu sprechen, ehe Ellie den Mund aufmachen konnte.
„Wir haben sie gefunden, Michael“, begann Ellie. „Am Ende hat Joel eine persönliche Entscheidung getroffen, die er über die er über ein mögliches Heilmittel gestellt hatte. Lange Zeit habe ich das nicht akzeptieren können, weil ich mich als die Auserwählte sah. Damals habe ich zu kurzfristig gedacht. Sieh dir nur mal an, was wir jetzt haben. Wir sind eine große Familie in diesem Raum.“
Dina begann zu lächeln. Genau diese Worte hatte sie sich von Ellie erhofft.

„Würde es den Krieg an der Westküste nicht geben, wenn es ein Heilmittel gibt?“ Ellie sah in Michaels braune Augen.
„Wahrscheinlich würde es Kriege um das Heilmittel geben“, führte Michael Ellies Gedanken fort.
„Die Menschen sind so egoistisch geworden. Mit einem Heilmittel würden die Fireflies so unfassbar viel Macht erlangen, dass sie entweder vollständig ausgelöscht werden oder sämtliche Gemeinschaften unterdrücken könnten. Sie würden über das Leben in den USA nach dieser ganzen Scheiße verfügen. Entscheiden, wer das Recht auf eine Impfung hat und wer nicht.“
„Du meinst…?“ Michal sah Ellie an.
„Dass es vielleicht auch besser sein könnte, wenn es kein Heilmittel gibt. Oder glaubst du, dass Wolves, Rattler und diese Gruppe aus San Francisco sich nach der frohen Kunde der Fireflies die Hand schütteln und nachhause gehen würden? Es geht doch mittlerweile um so viel mehr.“ Ellie dachte kurz nach. „Das Virus hat nicht nur die Menschen fast ausgerottet, sondern vor allem die Menschlichkeit. Auch die Fireflies sind in einer solchen Welt nicht barmherzig.“
Michael sah sie schweigend an.
„Abby?“ Ellie sah, dass sich vor wenigen Sekunden Abby neben sie gestellt hatte und zugehört hatte.
„Selbst, wenn es den Fireflies damals gelungen wäre, aus Ellie ein Heilmittel herzustellen. Wie viele Dosen hätten wir mit den vorhandenen Mitteln in kurzer Zeit herstellen können? Oder besser: herstellen wollen.“ Abby zog sich einen verwaschenen, roten Pullover über.
„Nur für die Fireflies?“ Michael sah zu ihr.
„Es wäre ein entscheidender Vorteil für die Fireflies gewesen. Überleg dir nur welche Macht sie hätten, wenn nur Mitglieder der Fireflies immun gegen Infizierte wären. Man hätte Runner und Clicker im Kampf gegen Feinde einsetzen können. Ganz ohne die Gefahr, selbst infiziert zu werden.“
„Joels Entscheidung war damals vielleicht zu kurz gedacht. Aber im Nachhinein hat er das Richtige getan. Mit der Ausnahme, dass es ihm hätte viel früher einfallen müssen. Dann wäre Abbys Vater noch am Leben.“ Ellie sah auf den Boden.
„Die Menschheit wird diesen Virus überleben. Auch ohne Heilmittel. Würden die Quarantänezonen wie geplant funktionieren, gäbe es sie noch, nachdem der letzte Infizierte auf diesem Kontinent ausgerottet wurde. Infizierte sind nicht intelligent, sie überfallen keine Quarantänezonen. Das kann nur der Mensch. Und der bleibt nun mal Mensch. Deshalb kämpft er an der Westküste einzig und allein um wirtschaftliche Interessen.“ Abbys Augen analysierten die Reaktionen in Michaels Mimik.
„Was würdet ihr tun?“, fragte er.
„Das eine oder andere Mal den Vorteil nutzen, dass wir Immune in der Gemeinschaft haben“, sage Dina und dachte an Sporen in Gebäuden beim Plündern.
Ellie nickte.
„Wir wollen dich auf keinen Fall überreden, Michael“, fügte Abby hinzu. „Jahrelang habe ich versucht, die Fireflies zu finden. Ich bin mit ihnen großgeworden. Es war meine Familie. Es soll nicht so klingen, als würden sie ausschließlich Macht wollen. Zumindest war es mal so.“

„Bleib bei uns, Michael.“ Ellie fiel dieser Satz bedeutend schwerer als alles, was sie zuvor sagte. „Du bist kein schlechter Mensch. Das hast du in Portland bewiesen. Das mit Dina…“
„…war einfach nur echt beschissen“, vervollständigte Michael ihren Satz und sah auf den Boden.
„Fass Dina noch einmal an und ich beiß dir deine scheiß Halsschlagader raus. Dann kannst du deine Immunität vom Boden aufsammeln.“ Ellie sah ihm tief in die Augen.
„Alter“, grinste Dina.
Auch Ellie musste grinsen. „Aber ich mein es ernst.“
„Ich weiß“, sagte er und streckte die Hand aus. „Ich mach es wieder gut. Versprochen.“
Ohne zu zögern griff Ellie nach seiner Hand. Dann reichte er sie auch Dina.
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