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VIP

von GhostData
GeschichteErotik / P18 / Gen
Yasuo
03.04.2021
05.04.2021
2
3.125
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03.04.2021 1.486
 
11:54 PM. Es würde nicht mehr lang dauern. Um dich herum wurden die lauten Stimmen langsam leiser und wenn du ehrlich sein solltest, warst du inzwischen froh, nicht mehr in der schreienden Menge zu stehen. Du konntest verstehen, dass die Fans vollkommen überwältigt waren - das warst du auch - aber du konntest nicht nachvollziehen, aus welchem Grund sie sogar noch lauter als die Musik sein mussten.

Daran änderte es nicht einmal mehr viel, dass du einen Platz Recht weit vorn hattest ergattern können, doch dafür hattest du beim besten Willen auch lang genug angestanden. Du und deine Freunde, ihr hattet einen Tag zuvor bereits auf dem großen Gelände vor der Konzerthalle gecamped, nur um diese eine Chance nicht zu verpassen - True Damage, live, in deiner Nähe und die Karten hattest du auch mit unverschämtem Glück ergattert. Um ehrlich zu sein hattest du sie nur bekommen, weil du schnell genug gehandelt hattest als du bemerktest das jemand keine Ahnung hatte, was er seiner Tochter entwendet hatte, um Fehlverhalten zu bestrafen. Die vier Karten, welche du also für einen Spottpreis ergattern konntest, beinhalteten immerhin VIP-Pässe und waren in jenen Moment somit das Einzige, was dich vielleicht noch einmal überzeugen konnte, diesen Tag eine weitere Chance zu geben, denn...

Solltest du ehrlich sein, war das Konzert für dich enttäuschend - trotz der Menge an Alkohol, welche deine drei Freunde mitgebracht hatten. Es lag jedoch nicht an der Leistung der Künstler, sondern mehr an den anderen Menschen, welche ihre Gefühle einfach nicht unter Kontrolle hätten, dass du inzwischen froh warst, angetrunken zu sein. Du hättest gern mehr mitbekommen als eine schreiende Meute, du hättest es gern mehr genossen.

Die Halle leerte sich langsam und die VIPs begannen sich abzugrenzen. Insgesamt wärt ihr vielleicht noch zwanzig Leute. Definitiv eine tragbare Zahl für eine Person, welche auch sonst nicht sozialer war als sie es sein musste. Je weniger Menschen es waren, die du im Auge behalten musstest, umso besser war es auch. Beschweren würdest du dich dementsprechend nicht. Dennoch hieltst du dir schließlich leicht den Kopf. Es waren noch ein paar Minuten Zeit und ihr musstet nur in dem Raum warten, welcher sich am Ende des langen Ganges befand. Dann konntest du dir auch die wenige Zeit herausnehmen, um dich einfach nur für einen Moment anzulehnen. Der Alkohol hatte sein Bestes getan.

Gab es irgendwo einen Notausgang?


Du wolltest sicher nicht auf ein exklusives Meet & Greet verzichten, aber du brauchtest wirklich dringend frische Luft, bevor alles schief ging, was du dir nur hättest vorstellen können. Wahrscheinlich hättest du nicht trinken dürfen. Selbst wenn du es nur gemacht hattest, um die anderen Menschen zu ertragen, es war eine schlechte Idee. Immerhin hattest du inzwischen nicht einmal mehr eine Ahnung, wie viel du eigentlich getrunken hattest. Es war schon beinahe traurig, vermuten zu können, dass deine Freunde wohl besser wussten, wie viele Flaschen sie dir eigentlich nachgereicht hatten.
"Hey, alles in Ordnung?"
Einer deiner Freunde hatte dich leicht an der Schulter gepackt als er schnell bemerkte, dass du ein wenig schwanktest. Du nicktest nur.
"Ja, ich glaube, ich brauche... Nur ein bisschen frische Luft.", presstest du zwischen deinen Lippen hervor.
"Da ist wohl jemand aufgeregt?"
Diese Stichelei hätte sich dein Freund wirklich sparen können.

Ein vielsagender Blick traf deine Begleitung, bevor du auch schon wieder den Kopf schütteltest.
"Schwachsinn, das sind auch nur normale Menschen, warum sollte ich sie deswegen anders behandeln? Es ist nur cool-"
Weiter kamst du nicht. In deinem Kopf drehte sich alles und für dich gab es nur noch ein Ziel, der Weg aus der nächstbesten Tür, welche du in diesem Moment finden konntest. Selbst die Sicherheitsangestellten ließen, die in jenem Augenblick problemlos passieren, hatten anscheinend auch schon bemerkt, wie blass du aussahst. Dennoch überwältigte dich der erste Atemzug der frischen Nachtluft beinahe.

Leicht stütztest du dich auf deine Oberschenkel, atmetest erst einmal tief durch, auch wenn es sich anfühlte als sei die Luft beinahe schon zu kalt für deine Lungen. Ein Husten konntest du noch unterdrücken, räuspertest dich mehrfach. Dennoch spürtest du den Alkohol noch immer mehr als deutlich.
"Sozialphobie?"
"Nein, aus eigener Verantwortung zu viel getrunken und das ist der Preis, den ich dafür zahle.", lachtest du leicht.
Wenn dir einer der Sicherheitsangestellten mit nach draußen gefolgt war, musstest du wahrscheinlich wirken wie das blühende Leben. Darüber konntest du nur lachen.

Noch einmal atmetest du tief durch und erhobst dich wieder ein wenig, die Übelkeit hatte schon einmal nachgelassen, das war der positive Teil, das Gefühl jedoch, dass deine Sicht langsamer funktionierte als du deinen Kopf drehtest, blieb auch weiterhin bestehen. Du hattest es versaut. Ein flüchtiger Blick auf deine Uhr konnte dir deutlich sagen, dass du inzwischen zu spät warst - fünf Minuten, und warten würde man auf dich ganz sicher nicht.
"Scheiße."
Du wolltest nicht, dass dir dieses Wort über die Lippen huschte, aber der Alkohol ließ nicht zu, dass du auch noch an Selbstbeherrschung dachtest, wenn du etwas sagtest. Dafür reichte es schlichtweg nicht aus. Mehr als hektisch drehtest du dich um, nur um Sekunden später auch schon wieder abrupt in der Bewegung abzubrechen. Selbst wenn alles vor deinen Augen verschwamm, konntest du dich von deinem Hirn nicht derart schnell hinters Licht führen lassen. Dafür waren deine Gedanken noch zu anwesend.

Oder?


Nachzufragen konnte nicht schaden und wenn du falsch lagst, konntest du alles noch immer auf den Alkohol schieben, selbst wenn du dir sicher warst, dass man sich schlichtweg nicht so sehr irren konnte. Gleichzeitig musste das jedoch heißen, das es ganz sicher kein Sicherheitsangestellter war, der dich vor wenigen Sekunden angesprochen hatte, sondern genau die Person, welche in jenem Moment lässig an der Wand des Gebäudes lehnte, die Arme vor der Brust verschränkt und die Augen geschlossen.
Nein, so sehr konntest du dich nicht irren.
"Solltest du nicht beim Meet & Greet sein?"
"Das Gleiche könnte ich dich ebenfalls fragen."
Noch immer hatte er die Augen geschlossen. Dass er ein wenig amüsiert war, konntest du an seiner Stimme vernehmen und langsam dämmerte dir gleichfalls, dass du diese Stimme ebenfalls kattest, also konntest du dich nicht irren. Das war Yasuo und du standst, noch immer leicht irritiert, nur wenige Meter von ihm entfernt.

Langsam tratst du einen Schritt auf ihn zu, nur um endlich zu bemerken, dass er dich direkt ansah. Wann er seine Augen geöffnet hatte, hattest du nicht einmal mitbekommen.
"Nein, jetzt mal ehrlich... Solltest du nicht bei den anderen sein?"
Diese eine unlogische Feststellung schien deinen Verstand nicht loslassen zu wollen. Offensichtlich ließ dich der Alkohol auch nur noch merkwürdige Dinge denken.

Yasuo zuckte mit den Schultern, stieß sich leicht von der Wand ab.
"True Damage's Sänger können das auch allein regeln, lass ihnen den Spaß. Außerdem sind Meet & Greets ohnehin nicht mein Ding. Was soll ich den Leuten erklären? Wie das Mischpult funktioniert?"
Er lachte, was daran jedoch derart lustig war, konntest du nicht verstehen.
"Ja?"
Du solltest mehr nachdenken. Wahrscheinlich hättest du dir wirklich ein paar Minuten Zeit lassen sollen, bevor du überhaupt etwas sagtest. Anscheinend machtest du dich lächerlich. Yasuo schüttelte den Kopf.
"Und du denkst, das finden außer dir noch mehr Leute spannend?"
"Wahrscheinlich.", zucktest du mit den Schultern, während Yasuo seine Arme lockerte und die Hände in seine Hosentasche schob.
Diese merkwürdige Stille war schon beinahe unangenehm, welche nach diesen Worten über euch hereinbrach und erinnerte dich unweigerlich an deinen Alkoholkonsum. Er war ruhig, dass wusstest du schon, es waren genug Informationen über ihn bekannt, aber das änderte gar nichts daran, dass du keine Ahnung mehr hattest, über was du eigentlich mit ihm reden solltest, nachdem die Stille hereingebrochen war.
"Und jetzt?", schafftest du es schließlich, die Stille zu brechen, bekamst als Antwort von Yasuo jedoch auch nicht mehr als ein Schulterzucken.
"Wenn es nach mir geht, muss ich nicht zwingen wieder da rein."

Du musstest unweigerlich leicht lächeln.
"Wahrscheinlich warten da drin auch nur wieder Fans, die den Mund nicht aufbekommen oder hyperventilieren, während sie versuchen eine Frage zu stellen. Hier ist es angenehmer, du fängst wenigstens nicht an zu stottern. Wie kommt es?"
Wieder sah er dich direkt an und für einen Augenblick erwidertest du den Blick.
"Ich weiß es nicht. Es wäre doch übertrieben, euch wie Gottheiten zu behandeln, nur weil ihr mehr Erfolg habt als der Durchschnittsmensch. Da gibt es keine Gründe, zu hyperventilieren."
"Interessante Ansicht. Also, wenn du nicht reingehen willst, und ich will es auch nicht... Die Veranstaltung geht noch eine Stunde; Lust auf eine Rundfahrt?"
Aus welchem Grund hättest du auch ablehnen sollen?


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Wie immer gibt es auch bei dieser Reader FF eine englische Version auf AO3 (die deutlich besser klingt btw <.<), also schaut doch auch dort vorbei, wenn euch englisch lieber ist - wie mir. :)
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