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Abschied

GeschichteFamilie / P12 / Gen
Katharina Strasser Markus Kofler Mia Steiner
02.04.2021
11.06.2021
9
26.679
7
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11.06.2021 3.387
 
So und hier kommt Kapitel 9.
Da zur Zeit recht wenig geschrieben wird, habe ich versucht so schnell wie möglich mit dem neuen Kapitel fertig zu werden. Es ist auch wieder recht lang geworden, wollte es aber nicht teilen, da es einfach nicht gepasst hätte.
Lasst mich doch gern wieder wissen, wie ihr es fandet, vor allem mit den neuen Entwicklungen in diesem Kapitel.
LG
Anette
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Katharinas Vater hatte sich wirklich selbst übertroffen. In Absprache mit dem Brautpaar hatte er den großen Festsaal mit allen dekoriert, was man sich nur vorstellen konnte. An einer langen Tafel, geschmückt mit vielen frischen Blumen, fand die gesamte Gesellschaft Platz. Diese war noch etwas größer geworden, da einige von Verenas Arbeitskollegen ebenfalls gekommen waren. Eine kleine Live-Band spielte angemessen Musik und in der Mitte des Raumes konnte das Tanzbein geschwungen werden. Ferner gab es Platz für ein reichliches Büfett und zur Freude der männlichen Gesellschaft stand in einer Ecke eine Bierzapfanlage, an der man sich selbst bedienen durfte.
Nachdem alle Gäste Platz genommen und den Festsaal bewundert hatten, stand Michi auf und schlug mit einem Löffel an sein Glas. Ein kurzes ‚Kling‘ verdeutlichte allen, dass der Pilot etwas Wichtiges zu sagen hatte. Jeder schaute in die Richtung des Brautpaares.
„Also Freunde, ihr wisst’s, ich bin kein Freund großer Worte, aber ich wollte euch einfach mal allen Danke sagen. Vor allem dir Katharina, dass du deinen Vater überzeugt hast, Verena und mich zu trauen und uns diese tolle Location zur Verfügung zu stellen. Wir sind dir definitiv was schuldig.“ Michi zwinkerte der Bergretterin zu, der die Röte zum zweiten Mal an diesem Tag ins Gesicht gestiegen war. Mit erhobenem Glas prostete er ihr voller Dankbarkeit zu. Die Sanitäterin stand nicht gern im Mittelpunkt, von daher erwiderte Katharina die Geste beschämt. Der Rest der Gesellschaft ließ es sich allerdings nicht nehmen Michis Aufforderung nachzukommen und auf die jungen Frau anzustoßen.
Der Pilot, der noch immer stand, setzte seine Rede fort: „Danken möchte ich allerdings besonders der Frau neben mir, meiner wunderbaren Angetrauten, Verena Dörfler.“ Ein Grinsen breitete sich auf dem Gesicht des Mitgliedes der Bergrettung aus, als er stolz den Namen seiner Braut aussprach. Lange hatten sie darüber diskutiert, welchen Nachnamen sie beide haben würden und schlussendlich fiel die Wahl auf Dörfler. Immer noch mit einem Lächeln auf den Lippen wandte sich Michi direkt an seine Angetraute: „Du bist die Liebe meines Lebens und ich bin so froh, dass du doch noch eingewilligt hast, meine Frau zu werden. Ich werde versuchen, wann immer es mir möglich ist, dir jeden Wunsch von den Lippen abzulesen und falls ich das mal vergessen sollte, darfst du mir gern mal in meinen Knackarsch treten. Ich liebe dich, Verena und freue mich, den Rest meines Lebens mit dir verbringen zu dürfen.“ Der Ärztin traten augenblicklich Tränen in die Augen und sie gab ihren Mann, nach dessen Rede, einen liebevollen Kuss. „Ich liebe dich auch, Michi. Mit all deinen Eigenheiten und deinen dummen Sprüchen.“ Alle Anwesenden waren gerührt und vor allem bei den weiblichen Gästen blieb kaum ein Auge trocken.
„Auf Herr und Frau Dörfler“, rief schließlich Markus und erhob sein Glas. Die gesamte Hochzeitsgesellschaft sagte im Chor: „Auf Herr und Frau Dörfler“
„Danke und nun lasst’s uns endlich was essen. Ich bin am verhungern“, waren Michis letzte Worte, bevor er sich auf den Weg zum Büfett machte.

Die Stimmung war ausgelassen und alle genossen die Party. Markus, der sich gerade angeregt mit Simon unterhielt, wurde von Peter Herbrechter zur Seite genommen.
„Kann ich dich mal kurz sprechen?“ Der Bergretter entschuldigte sich bei seinem Gesprächspartner und folgte dem Hotelbesitzer auf den Flur. Dort angekommen wurde der junge Mann etwas unsicher. Peter hatte einen strengen Blick aufgesetzt und schien sich über irgendetwas sehr zu ärgern. Markus bekam weiche Knie. Hatte er irgendetwas falsch gemacht? Dem Bergretter fiel beim besten Willen allerdings nichts ein, womit er den alten Herrn hätte verärgern können.
„So, du willst also meine Tochter heiraten?“ Der junge Mann wurde kreidebleich. Darauf wollte Peter Herbrechter also hinaus.
„Ja, also…“, stammelte Markus.
„Glaubst du denn, dass ich Katharina jedem X-Beliebigen zur Frau gebe?“ Der Gefragte schüttelte eingeschüchtert den Kopf. Eigentlich war der Leiter der Bergrettung niemand, der sich so schnell etwas sagen ließ, aber der Vater seiner Verlobten machte ihm schon fast Angst. Er hatte großen Respekt vor dem Hotelier und sein ernster Gesichtsausdruck verstärkte in Markus das Gefühl, dass der ältere Herr mit der Verlobung nicht einverstanden war. Was sollte er nur tun, wenn Peter ganz und gar nicht für eine Hochzeit zwischen ihm und  Katharina wäre? Würde seine Traumfrau ihn überhaupt noch heiraten wollen? Der Bergretter wurde immer unsicherer, was dem Hotelbesitzer natürlich nicht entging. Dass das allerdings seine volle Absicht gewesen war, wusste der junge Mann nicht. Freundschaftlich klopfte der ältere Herr Markus auf die Schulter, wodurch dieser leicht zusammen zuckte.
„Schon gut mein Sohn. Natürlich könnte ich mir keinen Besseren an ihrer Seite vorstellen.“ Peter lächelte aufmunternd und zugleich belustigt. Seitdem seine Tochter mit dem Bergretter zusammen war, wirkte sie fröhlicher und Peter wollte dem Ganzen schlicht nicht im Weg stehen. Katharina hatte es verdient endlich ihr Glück gefunden zu haben nach all den Verlusten, die sie bereits erleben musste. Markus schien wirklich ihr Seelenverwandter zu sein und vielleicht bekäme der Hotelbesitzer vielleicht ja doch noch die Chance einen rechtmäßigen Erben für das Hotel zu bekommen.
Der Leiter der Bergrettung atmete hingegen erleichtert auf. Der Hotelbesitzer hatte ihn auf den Arm genommen und er war komplett darauf rein gefallen. Zum Glück hatte Katharinas Vater nichts gegen die Hochzeit. Markus fiel ein gewaltiger Stein vom Herzen. Auch wenn der Hotelier ihn auf den Arm genommen hatte, war er froh, dessen Zustimmung zu haben.
Mit etwas ernsterem Blick fügte der ältere Herr abschließend hinzu: „Aber ich sag dir eins, wenn du ihr in irgendeiner Weise weh tust, dann Gnade dir Gott. …Ach und du hast bald eine richtige Familie, vergiss das bitte nie, vor allem nicht, wenn du im Einsatz bist.“
Markus, der sich so langsam wieder aus seiner Schockstarre befreit hatte, erwiderte: „Ich liebe ihre Tochter und könnte es nicht ertragen, sie leiden zu sehen. Von daher werde ich immer auf sie aufpassen. Und auch auf mich. Versprochen.“
Peter nahm seinen Schwiegersohn In Spe in den Arm und klopfte ihm auf den Rücken. In dem Moment kam auch Katharina zu den beiden. Überrascht sagte sie: „Hier seid ihr also. Ich hab euch schon die ganze Zeit gesucht. Vor allem dich, Papa.“ Nun war es der Hotelbesitzer, der verblüfft seine Tochter anschaute. Die Sanitäterin, die während ihrer Worte neben ihren Verlobten getreten war und dessen Hand in ihre geschlossen hatte, fügte erklärend hinzu: „Na ja, wir wollten es dir eigentlich zuerst sagen, dass wir verlobt sind, aber irgendwie hat der Moment da oben einfach gepasst. Tut mir leid, dass wir dich so überrumpelt haben.“
Katharina nahm ihren Vater in den Arm. Nachdem sie sich wieder voneinander gelöst hatten, zwinkerte der ältere Herr seiner Tochter aufmunternd zu.
„Ich freu mich für euch und mit deinem Zukünftigen habe ich auch schon ein ernstes Wörtchen geredet. Mach dir also keine Sorgen.“
Mahnend sprach Katharina: „Papa. Du kannst doch Markus nicht so vergraulen.“
Nun brachte auch der Leiter der Bergrettung sich wieder ins Gespräch: „Hat er nicht, zumindest nicht ganz. Dein Vater will einfach nur das Beste für dich und ich auch.“ Verliebt gab der junge Mann seiner Freundin einen Kuss. Peter, der sich in diesem Moment fehl am Platz vorkam, zog sich unauffällig zurück. Er gönnte seiner Tochter und ihrem zukünftigen Mann die Zweisamkeit und war stolz, solch tolle Menschen in seiner Familie zu haben.

Währenddessen saß Mia an der langen Tafel und wusste nicht so recht, wohin mit ihrem Blick. Immer wieder erwischte sie sich dabei, dass sie Leon suchte. Dieser unterhielt sich mit den unterschiedlichsten Leuten und genoss anscheinend die Party. Mia selbst war überfordert. Solche Gefühle kannte sie nicht und irgendwie machten sie ihr Angst. Natürlich hatte sie auch schon an ihrer alten Schule mal ein Auge auf einen Jungen geworfen, aber das, was der Teenager oben auf dem Berg erlebt hatte, war mit den Schwärmereien nicht zu vergleichen. Wenn sie nur an diese wunderschönen braunen Augen von Michis Sohn dachte, bekam sie Schmetterlinge im Bauch. In gewisser Weise konnte sich das Mädchen nun genau vorstellen, warum man alles durch eine rosarote Brille sah, wenn man jemanden wirklich mochte. Alles schien zu glänzen und jede Begegnung wurde zum Erlebnis.
Vertieft in ihre eigene Welt bekam der Teenager überhaupt nicht mit, wie sich Katharina wieder an den Tisch setzte. Die Bergretterin erkannte sofort, dass ihre Tochter von irgendetwas oder irgendjemand fasziniert war, was darauf schließen ließ, dass das Mädchen zumindest nicht von ihrem Abschiedsschmerz geplagt wurde. Die langhaarige Blondine folgte Mias Blick und schlagartig wurde ihr bewusst, worüber der Teenager nachdachte. Mia schien ein Auge auf den Sohn von Michi geworfen zu haben und so wie Leon ebenfalls verstohlene Blicke zu Mia warf, beruhte es auf Gegenseitigkeit. Katharina wurde ganz warm ums Herz als sie daran dachte, wie sich ihre erste Liebe angefühlt hatte. Zwar war die Beziehung recht schnell wieder zu Ende gewesen, aber die Gefühle, die sie dabei erlebt hatte, waren überwältigend. Die Sanitäterin konnte sich von daher gut vorstellen, wie es ihrer Tochter momentan ging.
Sanft strich die junge Frau über den Arm ihrer Tochter, welche sogleich etwas zusammen zuckte. Ertappt wandte Mia schnell ihren Blick anderen Dingen zu und hoffte, dass ihre Mutter nichts bemerkt hatte. Doch Katharina wusste Bescheid und die Geste des Teenagers zeigte der Sanitäterin, dass sie mit ihrer Vermutung wahrscheinlich richtig lag. Sie musste jetzt vorsichtig sein, damit das Mädchen sich ihr anvertraute und sich nicht in ihr Schneckenhaus verzog.
„Hast du gesehen, wie glücklich Leon ist, dass sein Vater endlich Verena geheiratet hat?“
Mia nickte. Katharina fuhr langsam fort: „Ich finde ja, dass er in seinem Outfit richtig gut aussieht.“
Verträumt antwortete der Teenager: „Oh ja, und es passt so wunderbar zu seinen Augen.“ Hatte Mia das wirklich gerade gesagt? Erschrocken über ihre eigenen Worte schaute sie Katharina an und hoffte, dass diese sie nicht gehört hatte. Die junge Frau lächelte ihr allerdings liebevoll zu und Mia wusste sofort, dass ihrer Mama nichts entgangen war. Sie hatte Mias Schwärmerei natürlich mitbekommen. Am liebsten würde der Teenager jetzt im Erdboden versinken. Noch nie hatte sie mit jemanden über Jungs geredet und sie hatte auch noch keinerlei Erfahrung diesbezüglich. Dass ihre Mama nun auch noch alles mitbekommen hatte, verschlimmerte die ganze Angelegenheit noch.
„Hey Mia, du brauchst nichts zu sagen. Ich weiß wie du dich fühlst.“ Dem Mädchen stand die Schamesröte im Gesicht und nervös knetete sie ihre Finger. Sollte sie ihrer Mama vielleicht sagen, dass ihr Leon nicht mehr aus dem Kopf ging? Katharina war für sie auch eine gute Freundin mit der sie über alles reden konnte, aber würde sie nicht mit ihrem Papa dann darüber reden? Und der wäre mit Sicherheit nicht darüber erfreut, wenn seine Tochter bereits jetzt über Jungs nachdachte.
Katharina hatte bemerkt, dass Mia mit sich haderte und nahm sie daraufhin einfach nur in den Arm. Vorsichtig, um sie mit nicht zu überfordern, fragte die Bergretterin: „Du magst ihn, oder?“ Das Mädchen löste sich etwas von ihrer Mutter und schaute ihr wehmütig in die Augen. „Ich weiß selbst nicht so genau, was das ist. Immer wenn ich ihn sehe, wird mir ganz warm und meine Hände schwitzen. Ich hab das Gefühl, dass mein Herz aus der Brust springen möchte und ich kann an nichts anderes mehr denken.“ Katharina hatte ihrer Tochter gespannt zugehört. Das waren genau die gleichen Reaktionen, die sie in ihrem Körper spürte, wenn sie Markus sah. Ihre Vermutung hatte sich demnach bestätigt. Mia war bis über beide Ohren in Leon verknallt.
„Mia Spätzchen, ich glaube du bist verliebt.“ Ungläubig schaute der Teenager seine Mutter an.
„Aber…, aber, Papa, der reißt mir doch den Kopf ab.“ Mias Augen wurden glasig. Sie hatte wirklich Angst vor der Reaktion ihres Vaters und konnte sich nicht vorstellen, wie er damit einverstanden sein würde, dass seine Tochter mit dem Thema ‚Jungs‘ anfing. Die langhaarige Blondine lächelte Mia aufmunternd zu und sagte: „Lass das mal meine Sorge sein, ok?“ Der Teenager nickte und nahm Katharina erneut in den Arm. Es war richtig gewesen, Katharina von ihrem Gemütszustand erzählt zu haben.
„Magst du nicht mal zu ihm rüber gehen und ihn fragen, ob er was mit dir trinken möchte?“ Mia schaute die Sanitäterin geschockt an. Nie im Leben würde sie sich trauen auf Leon zu zugehen. Sie hätte viel zu große Angst davor, dass ihr Michis Sohn eine Abfuhr erteilen würde und sie wusste selbst noch nicht, ob sie diese verkraften würde.
Mias Gedankengänge wurden unterbrochen von Rudi, der sich das Mikrofon geschnappt hatte und nun lauthals verkündete: „Meine Damen und Herren, jetzt kommt der Hochzeitstanz von Verena und Michi. Ein Applaus für das Brautpaar.“
Die Eheleute begaben sich auf die Tanzfläche und bewegten sich sachte zu Ed Sheerans „Afterglow“. Alle umstehenden betrachteten das Brautpaar und waren gefangen, von der wundervollen Atmosphäre. In der Mitte des Liedes hob Michi seinen Arm, als Geste, dass auch die anderen auf die Tanzfläche kommen sollten, um ebenfalls ihre Hüften zu schwingen. Sogleich trat Simon mit Jessi auf die Bühne. Markus schnappte sich Katharina und verschwand ebenfalls in der tanzenden Menge.
„Darf ich?“, wurde Mia keine drei Sekunden nachdem ihre Eltern nicht mehr neben ihr standen, gefragt. Das Mädchen hob ihren gesenkten Blick und schaute erneut in Leons wunderschöne Augen. Ihr Herz raste augenblicklich und nur mühsam schaffte es der Teenager zu nicken. Vorsichtig nahm Mia Leons Hand und verschwand mit ihm auf der Tanzfläche.
Markus, der das ganze argwöhnisch beobachtet hatte, räusperte sich. „Wusstest du davon?“ Katharina, der die kleine Szene zwischen Mia und Leon ebenfalls nicht entgangen war, sprach: „Mia hat mir gerade eben gestanden, dass sie Leon toll findet.“ Der Leiter der Bergrettung atmete schwer und versteifte sich. Wie konnte jemand jetzt schon Interesse an seiner Tochter haben? Mia war doch noch viel zu jung für eine Beziehung. Und musste es ausgerechnet der Sohn seines Piloten sein? Michi hatte schon so einige Eskapaden seines Sohnes erzählt und die verbesserte Markus‘ Laune in keinster Weise.
Katharina, der die Reaktion ihres Freundes nicht entgangen war, legte eine Hand auf die Wange des Bergretters. Vorsichtig drehte sie seinen Kopf in ihre Richtung und nachdem Markus ihr endlich wieder in die Augen schaute, begann sie zu reden: „Markus, Mia hat mir beschrieben, wie sie sich fühlt und was soll ich sagen, es ist das Gleiche, wie wenn ich dich sehe. Ich weiß, sie ist erst dreizehn, aber wenn du ihr jetzt gleich verbietest, ihre eigenen Erfahrungen machen zu dürfen, verschließt sie sich wahrscheinlich komplett.“
„Katharina, du weißt, was Leon schon alles gemacht hat.“ Verzweiflung lag im Gesicht des Leiters der Bergrettung.
„Ja, aber daran war zum Teil auch Michi Schuld, der sich bei Leon nicht durchsetzten konnte. Mia ist vernünftig und Leon scheint bei seiner Mutter auch besser aufgehoben zu sein. Lass sie ihre Erfahrungen machen. Die erste Liebe ist etwas ganz Besonderes.“ Die Blondine schaute ihren Freund bestimmend an. Dem Leiter der Bergrettung blieb nichts anderes übrig, als seiner Tochter zu vertrauen und, wie Katharina gesagt hatte, ihre eigenen Erfahrungen machen zu lassen. Wie es schien wurde sein kleines Mädchen nun erwachsen und auch wenn er diese Tatsache nicht wirklich wahr haben wollte, war der junge Mann stolz auf seine Tochter.
Die Aufregung des Bergretters hatte sich gelegt, was zum größten Teil die Arbeit seiner Verlobten gewesen war. Auch wenn er immer noch nicht ganz davon überzeugt war, dass seine Tochter bereits jetzt mit Jungs anfing, war er in gewisser Weise froh, dass es jemand war, den er bereits kannte. Und Katharina schien Recht zu haben. Leon wirkte auf ihn erwachsener und vor allem vernünftiger. Argwöhnisch schaute er ein letztes Mal zu seiner tanzenden Tochter und sah deren schwaches aber glückliches Lächeln, welches ihm das Herz erwärmte. Trotzallem würde der junge Mann ein Auge auf Michis Sohn haben.

Mia hingegen wusste nicht so recht wie sie sich verhalten sollte. In ihrem Bauch fuhren die Gefühle Achterbahn. Leon warf ihr immer wieder ein sanftes Lächeln entgegen, welches das Mädchen schwach erwiderte. Sie traute sich nicht so richtig hier vor allen anderen, ihre Zuneigung zu dem Jungen zu zeigen. Ihre Angst war zu groß, dass ihr Vater gleich herkommen und sie und Leon trennen würde.
Das Lied endete und wie als hätte es Michis Sohn gespürt, dass sich Mia beobachtet vor kam, hatte er vorgeschlagen, ein Stückchen spazieren zu gehen. Unter dem argwöhnischen Blick ihres Vaters verließen die Zwei den Festsaal. Sie liefen den Flur entlang bis sie im großen Wintergarten angelangt waren. Dort setzten sie sich auf eine gemütliche Couch mit Blick auf die verschneiten Berge. Der Kamin im Wintergarten brannte und verbreitete eine romantische Stimmung. Mia und Leon hatten den gesamten Raum für sich, da alle anderen Gäste zu dieser Uhrzeit an ihren Tischen das Abendbrot zu sich nahmen.
Leon rutschte etwas näher an Mia heran und streifte dabei vorsichtig ihr Bein. Sogleich schauten sich beide tief in die Augen. Das Herz der Teenagerin raste und auch Leon ging es nicht besser. Noch nie hatte er solch starke Gefühle für ein Mädchen gehabt und um nichts in der Welt wollte er etwas falsch machen. Jedoch war der Junge unglaublich von der Schönheit vor ihm angezogen, dass er nicht anders konnte und sich langsam ihrem Gesicht näherte.
Wird das jetzt mein erster Kuss? , dachte sich Mia und wurde noch aufgeregter. Sie hatte keine Kontrolle mehr über ihren Körper und blieb wie angewurzelt sitzen. Augenblicke später lagen Leons Lippen auf den Ihrigen und im Inneren des Mädchens startete ein Feuerwerk. Sanft erwiderte sie die leichte Berührung und spürte, wie Leon im Kuss zu lächeln begann. Auch sie musste lächeln und keiner von beiden wollte die Zärtlichkeit beenden.
Nach einer gefühlten Ewigkeit löste sich das Paar voneinander. „Wow“, war dabei das Einzige, was Mia sagen konnte. Sie war immer noch total überfordert von der ganzen Situation, aber nicht im negativen Sinne. Abermals lächelte Michis Sohn seine vielleicht Freundin an.
„Mia, ich mach so was normalerweise nicht, also ich mein schon, aber nicht nachdem ich jemanden erst seit ein paar Stunden wieder gesehen habe.“ Das Mädchen sah Leons Aufregung und drückte sanft seine Hand. „Als ich dich heute da oben auf dem Berg wieder gesehen hab, hat es mir fast die Füße weggezogen. Du bist einfach… so wunderschön.“ Die letzten Worte hatte der Junge ganz leise ausgesprochen. Normalerweise war er nicht so schüchtern, aber bei Mia bekam er weiche Knie. Die Angesprochene hatte ihren Kopf beschämt gesenkt. Sie war es nicht gewohnt, Komplimente zu bekommen, schon gar nicht von jemandem, den sie wirklich gern hatte.
„Ich weiß, wie du dich fühlst“, war Mias leise Antwort auf Leons Geständnis. Verliebt schauten sich die Teenager in die Augen und keine drei Sekunden später lagen ihre Lippen abermals aufeinander.
Nach zehn Minuten beendete das Mädchen die Liebkosungen mit Leon und sprach: „Ich glaube, wir sollten so langsam mal wieder zu den anderen gehen, sonst werden die misstrauisch.“ Der Teenager nickte. Händchenhaltend begaben sie sich auf den Rückweg und gaben sich einen letzten Kuss bevor sie den Festsaal wieder betraten. Mia strahlte über das ganze Gesicht und egal woran sie auch dachte, schaffte sie es nicht dieses zu verbergen.
Katharina und Markus, die immer noch auf der Tanzfläche die Beine schwangen, sahen das glückliche Gesicht ihrer Tochter und lächelten ebenfalls im nächsten Moment. „Na wenn Leon so einen guten Einfluss auf Mias Gemütszustand hat, kann er uns gern mal zu Hause besuchen.“ Leicht geschockt schaute die Bergretterin ihren Freund an. Hatte sie da gerade eben richtig gehört und der Bergretter war mit der Wahl seiner Tochter einverstanden? Fragend schaute sie ihre Verlobten an. Dieser lächelte der Sanitäterin zu und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss. „Wie sagt man doch so schön: Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln und wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel. Wenn das bedeutet, dass Leon die Flügel sind, bin ich damit einverstanden.“ Katharina schaute ihren Verlobten freudig an. Markus war über seinen Schatten gesprungen und würde Leon eine faire Chance geben. Die langhaarige Blondine hoffte nur, dass Michis Sohn diese nicht vermasseln würde.
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so und nun haut rein in die Tasten und lasst mir ein Feedback da. Vor allem, ob ihr mit der Beziehung von Mia und Leon einverstanden seid.
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