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Escape the Arena <MMFF>

von Filou
MitmachgeschichteFreundschaft, Action / P16 / Gen
02.04.2021
07.06.2021
8
11.238
5
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
23.04.2021 1.707
 
Hey:D
Erst einmal vielen Dank für die Steckbriefe, die ich schon erhalten habe. Nach und nach werden immer mehr Leute vorgestellt werden, so dass ich dann richtig mit er MMFF durchstarten kann.
Man liest sich
LG Filou

***

Hared Bowman blickte abwartend auf, als sich die Gefängnistüre mit einem Zischen öffnete. Zwei dieser ekligen Trandos warfen ein Wesen in die Zelle. Es rollte sich ziemlich geübt ab, drehte sich nach der Rolle in der Hocke und gab einen kreischenden Laut von sich, während aus der rötlichen Rüstung zwei gigantische Flügel hervorschnellten. Die Türe war jedoch schon wieder zu. Mit einem Schütteln der Flügel und einem weiteren erbost klingenden Laut ließ dieses Wesen, was Hared zuvor noch nie gesehen hatte, die Flügel genauso schnell wieder verschwinden. Es war als wären sie einfach unter der Rüstung verschwunden, denn von außen waren sie nicht zu sehen. Jetzt drehte es sich zu ihm um. Er selber stand äußerlich lässig wirkend an die Wand angelehnt und war erst einmal auf Beobachten aus. Innerlich war Hared jedoch auf alles gefasst. Schnell hatten die gelben Augen des Raubvogelähnlichen Wesens ihn fixiert und einer Musterung unterzogen.
Der andere trug eine rötliche Rüstung, die aus verschieden großen Platten bestand, die sich optimal den Bewegungen des Trägers anpasste. Zudem sah sie ziemlich teuer aus, was ihn zu einem verächtlichen Schnauben bewegte, doch trotzdem war da auch ein gewisser Neid dahinter. Der Vogel war etwa einen Meter sechzig groß. Die gelben Füße waren auch vogelartig und wiesen je drei Zehen vorne, sowie zwei hinten vor, was er jedoch noch nie so gesehen hatte. Die rotgefiederten Flügel waren nicht mehr zu sehen, jedoch die Arme, welche auch gepanzert waren. Erst an den Händen hörte sie auf, wo die Federn nur noch sehr klein auf den Handrücken waren. Ansonsten waren sie sehr menschenähnlich.
„Du bist ein Mensch!“, rief auf einmal der andere in einem leicht krächzenden Basic aus. „Sieht wohl so aus du Vogel“, gab Hared nur kalt von sich und schüttelte den Kopf. „Ich bin ein Sapir und nicht ein Vogel! Aber egal, woher kommst du?“ – „Mir doch egal, was du bist und was geht dich das an?“ Der Vogel plusterte sich vermutlich etwas unter der Rüstung auf, bevor er ein paar Schritte nähertrat. Dabei gaben die Krallen immer einen dumpfen Laut auf dem metallenen Boden ab. „Ich bin bis vor kurzem noch nie von meinem Heimatplaneten runtergekommen und habe eigentlich nie etwas über die Außenwelt erfahren“, meinte der Vogel... Sapir... was auch immer. „Willst du mir jetzt deine ganze Lebensgeschichte vorheulen?“, schnaubte der Mensch schnippisch und drehte sich kopfschüttelnd weg. „Sind alle Menschen so unfreundlich wie du?“, die leicht enttäuscht klingende Frage kam nach einem kurzen Moment Stille. Der Sapir hatte sie sehr ruhiggestellt, doch die gelben Augen funkelten noch immer vor Neugierde. „Woher soll ich das denn wissen? Ich bin nicht wohlbehütet groß geworden, sondern habe mir mein Leben wortwörtlich erkämpft, wobei es immer um Leben oder Tod ging und da interessiert mich so etwas nicht, also lass mich endlich in Ruhe!“, Hared war mit jedem Wort lauter geworden und dabei dem Vogel immer nähergetreten, so dass dieser bis zur Ecke zurückgewichen war. Die letzten Wörter hatte er geschrien, die Hände zu Fäusten geballt.
Mit einem ohrenbetäubenden Schrei stieß der Sapir Hared von sich weg, ließ seine Flügel wieder hervorschnellen, während er nun selber mittig im Raum stand. Er spreizte seine Schwingen vollends aus und konnte sie gerade so im fast vier Meter breiten Raum ausbreiten. Der Gefiederte schlug ein paarmal mit ihnen, bevor er einen weiteren Schrei von sich gab. Automatisch griff Bowman zu seiner rechten Hüfte, bevor er innerlich mit der Faust auf den Boden haute. Man hatte ihm alle seine Messer abgenommen und damit meinte er auch wirklich alle, selbst die gut versteckten. „Was kann ich denn für deine schlechte Laune? Ich habe dir gar nichts getan“, krächzte der andere, welcher mit seinen ausgebreiteten Flügeln seine eher kleine Größe versuchte wett zu machen. „Du hast mich nicht in Ruhe gelassen“, knurrte der Mensch, während er wieder etwas Aufstand ging und abwartend zum Vogel sah. Kurz fuhr er sich durch die kurzen roten Haare, aber seine verschiedenfarbigen Augen fixierten die gelben des anderen.
Mit einem klackern des gelben Schnabels ließ der andere seine Flügel wieder verschwinden. „Ich wollte reden und nett sein, aber dann lass mich wenigstens nur noch eines wissen, denn ich habe keine Lust dich mit ‚Mensch‘ anzusprechen. Wie heißt du?“, die Stimme des Sapirs war bemüht ruhig, aber trotzdem sah der Rothaarige, wie der andere mit den Federn an seinen Händen spielte. „Hared Bowman“, brummte er noch immer in einem unfreundlichen Ton. „Ich heiße Tamino Lesharo.“ Damit wurde es still in der Zelle. Hared hatte sich gegenüber der Türe niedergelassen, während Tamino diese inspizierte. Der Mensch schnaubte nur, als ob er dies nicht auch schon gemacht hätte, doch der Sapir war unglaublich interessiert an allem, was ihn selbst nur den Kopf schütteln ließ. Wie konnte man nur so unwissend sein?
Immer wieder kratzten die Krallen des Vogels über den metallenen Boden, wenn er mit den Flügeln schlug, und ließen dabei ein unangenehmes Geräusch entstehen. „Lass das sein!“, fauchte Hared so unfreundlich wie zuvor schon. Der andere sagte nichts, jedoch drehte er sich um und schlug dabei einmal fester mit den Flügeln, dabei verpasste er dem Menschen einen Schlag. Nicht fest oder wirklich schmerzhaft, aber spürbar genug, um den Rothaarigen wissen zu lassen, dass die nicht unabsichtlich passiert war. Wütend sprang er auf und als Tamino sich vollends zu ihm umgedreht hatte und dabei die Flügel wieder in seiner Rüstung hatte verschwinden lassen, wie dies auch immer funktionierte, packte er den Vogel am Hals und schleuderte ihn zu Boden. Hared beherrschte den Nahkampf hervorragend und dies nutzte er nun aus, während der andere noch zu überrumpelt war von der allgemeinen Situation, setzte der Mensch sogleich nach und drehte den Sapir auf den Bauch. In einer flüssigen Bewegung war sein linkes Knie in dessen Nacken und sein rechtes auf der Rückenpanzerung. Taminos Arme hatte er unsanft auf dessen Rücken gedreht. Ein leicht atemloser Protestlaut verließ den Schnabel des anderen, während er sich versuchte zu befreien. Durch die Bewegungen schnürte er sich jedoch nur selber die Luft ab, weil Hareds Knie in seinem Nacken war. Als der Mensch merkte, dass der andere seine Flügel entfalten wollte, erhöhte er einfach den Druck auf den Hals und sofort hatte der Vogel seine Schwingen wieder verschwinden lassen. Schnell erstarben die Bewegungen wieder und Tamino blieb ruhig liegen, auch wenn sein Atem schnell und vor allem flach ging.
„Wenn du mich noch einmal nervst, dann habe ich keine Hemmungen dich zu töten. Kapiert?“, knurrte Bowman mit einer kalten Stimme. „J-Ja“, krächzte Tamino keuchend. Um seinen Worten nochmals Nachdruck zu verleihen, nahm Hared sein Gewicht zwar vom Sapir runter, jedoch packte er ihn am Hals und warf in die Ecke, die am weitesten von ihm entfernt war. Unsanft überschlug sich der Gefiederte, doch er blieb in dieser Ecke. Hamed ließ sich selber im Schatten einer anderen Ecke auf den Boden gleiten.
Lesharo hatte die die Beine angezogen, die Arme drum herumgeschlungen und den Schnabel in den Knien vergraben. Leise klickerte er mit diesem, doch ein scharfer Blick aus Bowmans Augen ließ ihn schnell wieder damit aufhören. Hared schloss die Augen und lehnte seinen Kopf an die kalte Metallwand. Es dauerte nicht lange da spürte er den aufmerksamen Blick des anderen auf sich, doch er tat weiterhin so, als würde er schlafen. Nach wenigen Minuten hörte er das leise Schaben der Rüstungsteile des Sapirs und dann wie der andere versuchte möglichst leise aufzutreten, um zur Türe zu gelangen. Knurrend öffnete der Rothaarige sein braunes Auge und fixierte den Vogel, welcher in der Bewegung erstarrt war. Unsicher sah der gefiederte zu ihm. Die Flügel waren dieses Mal schon nicht mehr in der Rüstung versteckt, er hatte also dazugelernt.
„Was soll das werden?“, keifte Bowman wirsch und öffnete nun auch sein anderes Auge. „Ich dachte du schläfst“, murmelte der Sapir leise, während er nervös seine Federn schüttelte. „Ich brauche keinen Schlaf.“ – „Jeder braucht Schlaf“, widersprach der Vogel jedoch schon wieder. Hared sprang auf die Füße, woraufhin der Sapir hastig etwas zurückwich und die Flügel mehr ausbreitete. „Ich bin nicht, wie die anderen und du weißt nichts von der Galaxie! Also sag mir nicht, was richtig und falsch ist“, fauchte der Mensch und trat einen Schritt auf den Gefiederten zu. Ein nervöses Zittern strich durch dessen Schwingen. Der Sapir wollte ihn nicht noch einmal unterschätzen. „Was ist dein Problem mit mir? Was habe ich dir angetan, dass du so aggressiv bist?“, krächzte Tamino, während er mit seinem Schnabel wieder diese klackernden Geräusche machte. „Das geht dich überhaupt nichts an, aber falls es dich so sehr interessiert, dann sag ich dir halt, dass ich lieber alleine bin und meine Ruhe haben will! Also. Halt. Jetzt. Gefälligst. Deinen. Schnabel!“, wieder wurde er immer lauter, doch der andere wich nicht zurück, ließ nur die Flügel etwas hängen, bevor er sie in der Rüstung verschwinden ließ. Mit einem leisen Krächzer, der wie ein Schnauben klang, trottete der andere zurück zur Ecke, in die Bowman ihn nur kurz zuvor geschmissen hatte. Der Sapir hockte sich hin und schlang die Arme wieder um die Beine, bevor er langsam anfing leicht vor und zurück zu wippen. Den Kopf legte der andere auf die Knie, während die gelben Augen überall hinsahen, nur nicht zum Rothaarigen.
Dieser Anblick weckte eine alte Erinnerung in Hared hoch, die er so lange versucht hatte zu unterdrücken. Er würde sie auch jetzt nicht wieder hervorkommen lassen. Sie würde ihn wieder zu sehr in seine Kindheit zurückversetzen an den Tag an dem seine kleine heile Welt zuerst Risse bekommen hatte und schließlich komplett zerborsten war. Mit einem genervten Geräusch schüttelte der Rothaarige seinen Kopf, als könne er die Erinnerungsfetzen so verscheuchen. Es gab nur einen Weg sie nicht an ihn heranzulassen. Hared atmete tief durch, bevor er sich von allem löste und in einen tranceartigen Zustand glitt. Nun bekam er zwar alles um ihn herum mit, jedoch konnte er sich so vor seinen Erinnerungen verstecken, die ihn schon zu lange immer wieder ablenkten von seinem eigentlichen Ziel. Sobald Hared konnte, würde er versuchen abzuhauen und sich aus dem Staub machen, bloß einfach weg von diesem Sapir.
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