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Old scars

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
02.04.2021
28.11.2021
48
306.411
17
Alle Kapitel
142 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
10.10.2021 5.459
 
36. Neues von A


Freitag, 03. Dezember 2016

Blaine zuckte zusammen, als morgens um eins sein Handy brummte. “Ich lern es nicht”, sagte er leise zu Jessy. “Wollen wir es wissen?” Er nahm sein Handy und blinzelte gegen das helle Licht. “Oh Mann ... es geht um Adam.”

Jessy rieb sich müde die Augen und legte den Kopf auf Blaines Schulter um mitlesen zu können.

Wie ich schon einmal schrieb, Adam Levesque: Menschen quälen ist kein Kurzzeithobby. Wenn man einmal damit angefangen hat, wird man es nicht mehr los. Ein schlechter Mensch, bleibt ein schlechter Mensch, Adam. Du kannst deine Vergangenheit nicht einfach so abschütteln. Und seien wir ehrlich, kannst du wirklich von Dir sagen, Du hast Dich geändert? Ich sehe deine Blicke. Ich sehe es, wie Du Menschen ansiehst. Und ich habe gehört, wie Du mit Deinen Kumpels lästerst. Sind Dir andere Menschen nicht schön oder intelligent genug? Denkst Du, Deine Maßstäbe sind das Non plus Ultra? Sind sie nicht! Mobbing ist eine Straftat. Und es gibt Mittel und Wege, Menschen wie Dich zur Rechenschaft zu ziehen. Erinnerst du dich an Mattis Shother? Kam Dir nicht hin und wieder der Gedanke, dass er noch da wäre, gäbe es Menschen wie dich nicht? Erinnerst Du Dich an seine Tränen? An die Angst in seinen Augen? Hast du sie überhaupt gesehen? Hast du bemerkt, wie er jedes Mal bei lauten Stimmen zusammengezuckt ist? Kennst Du die Bilder seines verprügelten Körpers? Der leere Blick in seinen Augen? Daran war nicht der Tod schuld, sondern Du! Du hast ihm alles genommen, was ihn ausgemacht hat. Du hast ihn mit deinen täglichen verbalen und körperlichen Attacken gebrochen, bis er aufgegeben hat. Denk mal darüber nach, während wir auf dein Urteil warten.


Blaine schluckte hart. “Ach du scheiße”, flüsterte er. “Sein Opfer ist gestorben?”

“Durch ihn oder… Selbstmord?” Jessy biss sich auf die Unterlippe.

Blaine schaute auf und runzelte die Stirn. “Wo ist Jared?”

“Vielleicht im Bad?”

Blaine stand auf und schaute nach. “Nein.”


Jared saß draußen im Sand am Meer. Es war kühl und er war in Carters Jacke gewickelt und sah stur auf das raue Meer.

Blaine schaute aus dem Fenster. “Er sitzt am Wasser. Wieso sitzt er mitten in der Nacht allein da?”

“Ich weiß nicht. Vielleicht kann er einfach nicht schlafen? Er ist eine Nachteule.”

“Stören wir ihn dann?”, fragte Blaine und setzte sich auf die Bettkante. “Ob es jemals aufhört?”

“Irgendwann müssen alle durch sein.” Jessy rieb sich die Augen.

“Die Uni ist groß”, murmelte Blaine und legte sich wieder hin. “Wie geht es dir?”

“Ich weiß nicht genau. Ich denke ich bin noch geschockt. Und dir?”

“Tut noch ziemlich weh. Es geht mir nicht so recht aus dem Kopf. Dass sie alle so ausrasten ...”

“Sollte ich … die Aussage zurücknehmen?”

“Nein, darauf darf man sich nicht einlassen. Stattdessen sollten wir nochmal hingehen und deren Forderung melden.”

“Meinst du?” Jessy seufzte.

“Ja, definitiv! Das darf man genauso wenig durchgehen lassen.”

Jessy nickte leicht. “Blaine … sollten wir über vorhin reden? Was … davor passiert ist?”

Blaine zog ihn etwas fester an sich. “Ähm ... es war schön”, sagte er leise und lächelnd.

“Ja, aber der falsche Moment, oder? Ich hab mir das irgendwie … romantischer vorgestellt. Und wir waren verheiratet.”

“Wirklich? Hochzeitsnacht?”, fragte Blaine leise.

“Ja. So dachte ich es mir.”

“Es tut mir nicht leid, das gebe ich zu, aber es ist schade, weil das, was du da beschreibst, toll klingt.”

“Vielleicht … ist das unser nächstes Mal. Es war toll, aber es sollte etwas Besonderes bleiben.”

“Ja, definitiv. Aber es war nicht nur deswegen wunderschön, sondern weil du es warst”, sagte Blaine leise.

Jessy wurde rot und küsste ihn sanft. Vielleicht war genau das, was sie gebraucht hatten.


Viele waren in der Nacht wach geworden. A kannte keine Schlafenszeiten. Tatsächlich war Adam sogar noch unterwegs. Er hatte mit Tyler den Club am Strand besucht und befand sich gerade auf dem Weg hinaus, als sein Handy in der Hosentasche vibrierte. Mit bleichem Gesicht schaute er sich, so wie auch Tyler, A’s neuste Meldung an.

Der starrte auf sein Handy. “Was … was hat das zu bedeuten?”, fragte er verwirrt.

Adam schwieg. Für einen Moment wollte er sein Handy auf den Boden feuern, doch das hätte nichts geändert. Stattdessen ging er an Tyler vorbei. “Ich will jetzt wissen, wer der Freak ist!”

“Adam!” Tyler folgte ihm. “Was meint er? Hast du … jemanden getötet?”

“Nein!”, fauchte er. “Denkst du echt, ich bin ein Mörder?”

“So steht es da! Rede doch mit mir!” Was für ein Date!

“Was? Was soll ich denn sagen? Was willst du hören?”, brüllte Adam. Er war von null auf hundert verdammt wütend.

Tyler zuckte zusammen. “Nichts… “, murmelte er.

Adam sah ihn an, während er den Weg zum Campus einschlug. “Ich bin kein Mörder, Ty. Er hat Selbstmord begangen.”

“Wegen dir?”

Adam schwieg, zündete sich eine Zigarette an. Dann zuckte er die Schultern. “Keine Ahnung.

“Rede mit mir, Adam. Sag mir, was er meint, ansonsten bin ich weg. Dann ist das Date gelaufen.”

Genervt blieb Adam stehen. “Hast du von McCoy gehört?”

“Was genau meinst du?”

“A’s Bericht von Blaine. Dass er ein Mobber gewesen ist.”

“Ja.”“Nun, bei mir ist es das gleiche. Nur, dass ich nicht die Chance hatte, mich zu entschuldigen.”

“Was hast du ihm angetan?”

“Ich will nicht darüber reden. Das ist Vergangenheit, Ty. Das spielt keine Rolle mehr!”

“Für mich schon. Ich will wissen, wen ich date.”

“Tja, dann hast du in der Tat Pech, weil ich nicht darüber reden werde.”

Tyler sah ihn schweigend an, dann nickte er und änderte die Richtung. Er wollte keine Angst vor dem Mann haben, mit dem er vielleicht eine Beziehung haben wollte. Vergangenheit war schön und gut, aber man musste darüber auch reden!

Adam hämmerte wenig später an die Tür des Verbindungshauses. Licht war an, also war auch jemand wach.

Josh Larpar öffnete und sah ihn fragend an. Er war einer der Schwimmer. “Was ist?”

“Ich will zu Blaine McCoy!”, knurrte Adam.

“Tja, dann wirst du ihn suchen müssen. Hier ist keiner mehr.”

“Wie meinst du das? Es ist keiner mehr da?”

“So wie ich es sage. Die Spinner haben sich geprügelt. Es ist keiner mehr hier außer mir.”

Adam schaute ihn ungeduldig an, dann machte er einfach kehrt. Er war so wahnsinnig wütend, dass er nicht wusste, wohin mit sich. Also rief er Marco an.

“Hast du sie noch alle?”, kam es müde durchs Telefon. “Es ist kurz vor zwei!” Sein Kopf platze ohnehin schon und er hatte ewig gebraucht, um einzuschlafen. Hoffentlich brütete er nichts aus.

“Jaja, du kannst gleich weiterschlafen. Ich brauch die Nummer von McCoy. Oder weißt du, wo er ist?”

“Vermutlich im Bett! Scheiße, du hast sie doch nicht alle.” Marco legte wieder auf und machte sein Handy lautlos. Er war unausstehlich, wenn er müde war.

Adam fluchte laut, doch er sah auch ein, dass er in dieser Nacht definitiv nichts mehr ausrichten konnte. Tolle Scheiße.


Tyler biss sich auf die Unterlippe. Er war fast automatisch vor Thareks Tür gelandet. Er sah nur ein leichtes Licht, vermutlich lief der Fernseher. Würde er ihn jetzt wecken? Er tigerte gut eine Stunde vor dem Wohnblock hin und her, bis er ihm doch schrieb. >>Störe ich dich?<<

>>Nein, warum?<<

>>Lässt du mich rein?<<

Tharek schaute verwirrt auf sein Handy, stand dann auf und drückte auf den Summer.

“Hey”, sagte Tyler verlegen, nachdem er die Treppe hochgelaufen war. “Darf ich mich auf deinem Sofa einnisten?”“Klar, wenn ich deswegen jetzt nicht ins Bett muss. Was hast du?” Tharek trat beiseite und ließ ihn hinein.

“Ein blödes Ende von einem guten Date.” Tyler trat ein und sah ihn entschuldigend an. “Ich wollte nicht mit ihm zurück zum Campus.”

Instinktiv schaute Tharek an ihm auf und ab. “Geht es dir gut? Hat er dir was getan?”

“Nein, alles gut. Er hat nur eine Nachricht von A bekommen, es mir nicht erklärt und ich bin abgehauen.”

“Du warst mit Adam Levesque unterwegs?”

“Ja.” Tyler setzte sich aufs Sofa und zog die Beine an.

“Ist nicht wirklich schmeichelhaft, was A von sich gegeben hat, wenn man seine Nachrichten überhaupt so nennen kann.” Tharek goss in zwei Gläser Whiskey und reichte ihm eins.

Tyler nahm es ihm ab und klopfte neben sich.

Tharek ließ sich wieder auf seinen Platz fallen, legte einen Arm auf die Lehne der Couch und die Füße auf den Tisch.

Tyler lächelte leicht, denn dadurch waren sie sich etwas näher. “Du bist ganz schön oft meine Rettung.”

Tharek lachte leise. “Was ziemlich traurig ist, weil ich an einem Samstag allein zu Hause rumsitze.”

“Warum hast du kein Date?”

“James ist schuld. Früher hatte ich Dates mit Studenten oder James. Aber der Dekan war recht deutlich.”

“Und was sagt er?”

“Dass wir nichts mit Studenten anfangen dürfen.”

“Und du hältst dich daran?”

“Nicht in meinen eigenen vier Wänden.” Tharek schaute ihm in die Augen.

“Hm… dann muss nur noch einer zu dir kommen.” Tyler lächelte. Gott, dieser Mann war sein Untergang.

“Jaah und hey, ich muss nicht mal viel dafür tun. Sie flattern mir ständig ins Haus.” Thareks Finger streichelten dessen Nacken.

“Du solltest dringend die Fenster schließen. Wenn es zu viele sind, bist du total ausgepowert.” Tyler trank einen Schluck. Er wollte Tharek nicht zeigen, wie sehr er ihn anmachte. Wie sehr er ihn fesselte. Tharek war überzeugter Single und er wollte ihn nicht in Verlegenheit bringen.

Tharek grinste. “Mich powert nichts so schnell aus, Kleiner.” Er griff etwas fester in dessen Nacken.

“Habe ich anders in Erinnerung. Du warst schon ziemlich außer Atem beim letzten Mal.”

“Und du warst platt!” Er nahm Tyler das Glas aus der Hand und zog ihn auf seinen Schoß.

“Niemals. Ich wollte nur dein Ego streicheln.”

Tharek hob die Augenbrauen. “Ahja. Lass es uns nochmal testen!”

“Bist du denn Fit und wach genug?” Tyler grinste und streichelte Thareks Nacken. Der Abend war anders geplant, aber das hier war viel besser.


Blaine öffnete die Tür der kleinen Hütte, als er am Morgen erwachte. “Gott, die Luft hier drin ist zum durchschneiden”, murmelte er. Sein Blick fiel auf den schlafenden Jared. Er spürte eine lange nicht dagewesene Wut in sich und doch musste er schweigen. Er setzte sich aufs Bett zurück und nahm sein Handy. Schnell hatte er eine Gruppe mit den anderen vier Jungs erstellt.

Blaine: >>Habt ihr schon das neuste gelesen?<<

Sid: >>Ja. Hast du irgendwas mitbekommen?<<

Blaine: >>Er war nicht in der Hütte, als die Nachricht kam. Er saß allein am Wasser.<<

Marek: >>Seid ihr euch mit diesem Verdacht echt sicher? Das ist wirklich harter Tobak.<<

Sid: >>Es kann nur Jared sein. David sollte nochmal ein Signal suchen. Vielleicht Richtung Hütte. Stein ist nicht mehr bei uns. Er ist auf dem Nordcampus.<<

Blaine: >>Ich sags ihm. Versteh ich das bei Adam richtig? Ist wegen ihm jemand gestorben?<<

Sandro: >>Klang so. Entweder wegen ihm oder durch ihn.<<

Marek: >>Ich sagte gerade schon zu Sandro, dass beides extrem übel ist. Blaine ist schon Spießruten gelaufen, wie wird es dann erst ihm ergehen?<<

Sid: >>Das wird eine Hexenverfolgung.<<

Keegan: >>Glaube ich auch. Adam wird vermutlich nicht mehr glücklich.<<


Blaine seufzte leise und schaute zu Jessy, der ihn beobachtete. “Hey”, flüsterte er.

“Hey.” Jessy nahm ihm das Handy ab. “Wie gehts dir?”

“Gut, es drückt ein wenig, aber ich trau mich nicht aufs Klo”, grinste er.

“Solltest du aber vermutlich, oder?”

“Irgendwann bestimmt. Mich nervt es, dass ich nicht in meinem Zimmer bin. Jess, was machen wir, wenn wir kein neues zu Hause finden?”

“Wir holen uns so eine Hütte? Irgendwie sind die süß.” Jessy sah zu Jared, der auf dem Sofa schlief. “Und für zwei ganz nett.”

Blaine schaute ihn an. “Uh, die Idee gefällt mir. Wie kommt man an so eine Hütte? Wem gehört die hier eigentlich?”

“Carter und James”, nuschelte Jared in seine Decke, welcher er bis zur Nase zog.

“Cool, ich frage James.” Blaine zog die Nase kraus. “Okay, ich muss aufs Klo. Ich bin mutig, ich bin ein Mann.”

Jared sah ihn müde an, griff nach seinem Handy. >>Wann kommst du wieder?<<, schrieb er Carter.

“Auauauauau. Mann, dafür hab ich bei dem Wichser noch was gut”, fauchte Blaine aus der Toilette. “Jess, ich tu dem weh!”

“Ja bitte. Das ist mein Baby da unten!”

Blaine sah an sich runter. “Hmmm ... ja! Deiner.” Blaine zog sich an. “Gehen wir zu James?”

“Schickt ihr meinen Mann zu mir?”

“Komm doch mit”, sagte Blaine und zog sich sein Shirt über.

“James will mich nicht in der Wohnung.”

Blaine runzelte die Stirn. “Du sollst doch da nicht einziehen.”

Jared zögerte, doch dann zog er sich an. Er wollte Carter nur zurückholen, da dieser nicht antwortete.

Gemeinsam machten sie sich auf den Weg. “Hast du mitbekommen, das A wieder geschrieben hat?”, fragte Blaine Jared.

“Ja. Ich war gerade draußen, als die Nachricht kam.” Jared seufzte. “Furchtbar, was hier passiert.”

“Oh ja. James hat den Sack angezeigt. Ich hoffe, es bringt was. Der Dekan ist auch sehr daran interessiert, dass der Kerl auffliegt.”

“Gibt es denn irgendwelche Hinweise?”

Blaine schaute ihn kurz an. “Naja, er wohnt im Verbindungshaus, in der Highland Hall oder der Westland Hall. Das konnte eingegrenzt werden.”

“Naja … da wohnen wie viele? Hundert? Zweihundert?”

Blaine zuckte die Schultern. “Er wird geschnappt, das weiß ich und ich denke, lange wird’s nicht mehr dauern.”

“Ja … das Gute siegt immer, richtig? Ich meine, er wird irgendwann einen Fehler machen.” Jared lächelte leicht. “Ich kann es kaum erwarten, bis mein Handy nicht mehr piept und klingelt.”

“Ja, wem sagst du das. Scheinbar bist du ihm zu nett.” Blaine schnaubte innerlich. Jared, du verlogener Penner!

“Wie kommst du darauf?”

“Du hast nie etwas von ihm bekommen. Ist doch schön, du bist eben nett. Ohne Geheimnisse oder so.”

“Ich habe Nachrichten bekommen.” Jared sah ihn an. “Wegen Carter und mir. Wegen meiner Vergangenheit.”

Blaine schaute erst Jessy an, dann Jared und blieb stehen. “Was?”

“Er drohte, es dem Dekan zu stecken. Ich sollte mich von Carter trennen oder die Uni verlassen.”

“Wieso hast du das niemandem gesagt? Jessy, wusstest du davon?”

“Nein.” Jessy schüttelte den Kopf und sah seinen Bruder an.

Jared seufzte. “Ich dachte, dass er uns in Ruhe lässt, wenn wir es niemanden sagen. Wenn ich es niemanden sage. Carter weiß davon nichts. Wir haben es dem Dekan selbst gesagt, bevor A es weitergeben konnte.”

Blaine schaute ihn prüfend an. “Achso.” Sie kamen am Wohnhaus der Lehrer an und Blaine klingelte.

“Ja?”, kam es von der Gegensprechanlage.

“Wir sind’s.”

James runzelte die Stirn, ließ sie dann aber hoch. “Was macht ihr hier?”, fragte er verwirrt, als er Blaine und Jessy sah. Bei Jared hob er die Augenbrauen. “Warum sieht Jessy aus, als hätte er sich mit jemanden angelegt?”

“Lange Geschichte. Mein Tiger braucht einen Kaffee. Hast du welchen?” Blaine nahm Castiel hoch. “Hey, du kleiner Mops.”

“Ja … Carter! Dein Mann ist hier!”

Der schaute aus James Schlafzimmer und zog sein Shirt über. “Hey. Was tust du denn hier?”

Jared runzelte die Stirn. Was machte Carter halb nackt in James’ Zimmer? “Dich abholen. Dich und Cas.”

“Okay, ich bin so weit.” Er zog seine Schuhe an. “Legst du den Zwerg an die Leine?”

Schweigend nahm Jared den Hund aus Blaines Arme und legte die Leine an. “Hey Baby”, sagte er sanft und schmuste mit Castiel. Er hatte ihn schrecklich vermisst.

Der Welpe leckte ihm übers Gesicht.

“Bis später, James. Spätestens gegen zehn heute Abend bin ich da.”

“Super. Was willst du heute essen?”

“Pizza. Die mögen Tharek, Nick und Brandon auch.”

“Okay.” James gab ihm einen Kuss. “Bis heute Abend.”

Carter, Jared und der Hund verließen die Wohnung. “Frühstück?”

“Kein Hunger.” Jared lief neben Castiel her. Er war wütend. Und enttäuscht. Noch ein Abend ohne ihn?

“Kaffee?”

“Habe ich noch da.”

Carter seufzte leise. “Was ist los?”

“Ich dachte, du bist heute Abend bei mir.”

“Ich schlafe nicht bei James. Brandon hat sich von seiner Frau getrennt und verlangt nach einem Männerabend. Ich kann nicht nein sagen. Aber danach komm ich zu dir.”

“Hättest du mir das nicht sagen können? Gestern?”

“Ich weiß es erst seit heute Morgen um sieben.” Carter schaute ihn an.

“Und wann wirst du zurück sein?”

“Das weiß ich nicht.” Carter beobachtete seinen Hund. “Jared, ich habe Freunde, die ich nicht im Stich lasse.”

“Nein, dafür mich. Du hast nicht gefragt, ob ich etwas mit dir vorhabe. Den zweiten Abend hintereinander.”

“Schön, sag ich halt ab.” Carter ging weiter. Das war echt peinlich, wenn er jetzt anrufen sollte.

“Ich will einfach, dass du vorher mit mir redest. Du bist ein einer Beziehung! Man spricht sowas ab.”

Carter hob die Augenbrauen. “Bei aller Liebe, Jay, aber ich darf doch wohl bitte etwas allein entscheiden. Das war spontan. Brandon braucht uns. Soll ich sagen: Sorry, ich muss erst meinen Freund fragen?”

“Ich rede nicht von Fragen! Ich rede von Bescheid geben.” Jared seufzte und hob die Hände. “Ist okay. Viel Spaß. Tut mir leid”, murmelte er.

“Jay, wie sollte ich dir denn Bescheid geben?”, fragte Carter seufzend. “Morgen Abend bin ich bei dir. Versprochen. Und bis heute Abend ist noch Zeit, ich geh nicht weg.”

Jared nickte und schwieg den Rest des Weges. Doch in der Hütte schaltete er die Kaffeemaschine an und bezog das Bett neu. Er mochte den Geruch von anderen nicht in seinem Bett haben. “Geht es Brandon gut?”

“Naja ... er fängt quasi wieder von vorn an. Seine Frau hat alles behalten. Er zieht erstmal zu Nick.”

Jared setzte sich aufs Bett. “Du hast mir gefehlt.”

Carter lächelte und drückte ihn zurück, um sich auf ihn zu legen. “Du mir auch.”

“Warum kann ich heute Abend nicht mitkommen?”, fragte Jared leise. Er hasste es allein zu sein.

“Da sind nur Lehrer, Schatz. Jared, das geht nicht. Aber ich bleibe nicht lange. Versprochen. Und Cas bleibt hier.”

Jared nickte leicht. “Okay”, flüsterte er leise.

Carter biss ihm sanft in den Hals. “Und was machen wir heute?”

“Kuscheln? Am Strand rumlaufen?”

“Gut. Aber ich will erst Kaffee.”


Blaine schaute James an, nachdem die beiden weg waren. “Er kam aus deinem Schlafzimmer, du Ferkel.”

“Schön wärs.” James lachte leise. “Er hat Cas aus dem Bett geschmissen.”

“Jaja.” Blaine trat in die Küche. “Hast du Kaffee?”

“Klar.” James lächelte. “Was denkst du, hm? Dass ich meinen besten Freund verführe? Ihn über Nacht in mein Bett nehme und ihm zeige, wo er hingehört?”

“Wo er hingehört?” Blaine lachte leise und nahm drei Tassen aus dem Schrank. “Aber ja, klingt gut.”

Da Jessy im Bad war, stellte James sich frech hinter Blaine. “Soll ich dir das auch zeigen?”, raunte er ihm amüsiert ins Ohr.

Der bekam eine heftige Gänsehaut. “Mach keine Versprechungen, die ich nicht halten kann”, sagte er leise.

James Hand lag auf Blaines Hüfte. Ja, er vermisste ihn. Und gerade noch mehr als vorher. Sanft küsste er ihn in den Nacken, bevor er sich wieder im Griff hatte und einen Schritt zurück machte. “Was ist mit euch passiert?”

Blaine holte tief Luft und nuschelte etwas von Bastard. “Die Jungs in unserem Haus sind ausgerastet”, sagte er und berichtete, was passiert war.

“Gehts dir gut?”, fragte James besorgt.

“Es tut weh. Ich denke, ich geh nachher zur Polizei und werde Anzeige erstatten.”

“Daran tust du gut. Was sagt er Arzt? Wann hören die Schmerzen auf?”

“Dauert ein paar Tage. Ich Sexmonster bin lahmgelegt”, sagte er, als sie ihre Tassen nahmen und Jessy zu ihnen stieß.

“Muss schlimm für dich sein. Aber Jessy kann sich dann endlich mal ausruhen.” James grinste frech.

“Jess, hast du gehört? Du darfst dich jetzt ausruhen.”

“Na endlich!” Jessy kicherte.

“Genau und wenn es dir doch fehlt ... ach James darf ja nicht mehr.” Er streckte diesem die Zunge raus.

“Arsch.” James grinste und schüttelte den Kopf.

Jessy sah hin und her. Er hatte noch immer Sorge, dass Blaine zu James gehen würde. Sanft griff er nach der Hand seines Freundes. Das war sein Mann. James sollte sich einen eigenen suchen!

Blaine schaute Jessy an. “Ich mach nur Spaß”, sagte er lächelnd und setzte sich neben ihn. “Jess, können wir heute Nacht hier bleiben? Ich möchte nicht noch eine Nacht in der Hütte verbringen bei Jared. Zumal Carter ja wohl wieder da sein wird.”

Jessys Blick ging zu James, der auf sein Handy sah. Dann sah er wieder zu Blaine. “Hm… Okay.”

“James? Wäre das okay? Nur eine Nacht. Jess hat Angst im Verbindungshaus.”

“Klar. Kein Problem.”

“Du, sag mal ... Jared sagte, dass die Hütte Carter und dir gehört. Ist die gekauft oder gemietet?”

“Gemietet. Warum? Wollt ihr euch eine zulegen?”

“Naja, wir brauchen ein neues zu Hause. Die sechs Spinner werden wieder zurückkommen. Und wenn das so ist, scheiß ich auf die Verbindung.”

“Verständlich. Ja, ihr könntet dort hin oder ihr fragt den Dekan, ob ihr hier ins Haus ziehen könnt. Ein paar Wohnungen sind noch frei.”

Blaine runzelte die Stirn. “Ich dachte, das sind Lehrerapartments.”

“Sind es auch, aber es wäre ein Versuch wert, oder?”

“Hm ... ich glaube, so eine kleine Hütte würde uns reichen. Das ist schön und man ist direkt am Meer, was ich mehr, als cool finde. Hast du eine Telefonnummer?”

“Klar.” James suchte die Nummer raus und reichte sie ihm.

“Danke. Jess, wir sollten aber nochmal zurück. Ich muss meinen Rucksack und ein paar Bücher holen. Der Aufsatz für Kenneth schreibt sich einfach nicht von allein.”

“Na das ist ja ein Ding. Und ich könnte unsere Babys von Sandro und Marek holen.”

“Ja, unbedingt. Dann treffen wir uns wieder hier?”

“Ja, klingt gut.” Jessy lächelte und küsste Blaine.

Blaine nahm sein Handy und schrieb in die Gruppe: >>Treffen wir uns im Verbindungshaus? Ich will unsere Sachen holen und Marek braucht bestimmt auch ein bisschen was. Keegan, du solltest mit Elias reden. Ich hab die Befürchtung, der steht da grad allein auf weiter Flur!<<

>>Grundsätzlich weiß Elias Bescheid. Er ist bei Joe geblieben.<<

Sid sah Keegan an. “Er könnte auch erstmal hier bleiben, denke ich. Todd hat sicher nichts dagegen. Ihm ist das Haus eh immer zu ruhig.”

“Ich sags ihm. Dann hol ich mal ein paar Sachen, oder?” Keegan seufzte unzufrieden. “Ich bin Verbindungspräsident. Ich gebe nicht einfach auf, so, wie der Rest, Sid. Die Jungs werden gehen, nicht wir!”

“Ja, aber als Übergang, bis wir wissen, was wir machen. Das hier ist keine Dauerlösung, das weiß ich.”

“Okay, dann hol ich ein Paar Sachen.”

“Kuss!”

Keegan grinste und küsste ihn sanft. “Du hast gleich einen Dreh, oder?”

“Niemals. Was würde der Dekan sagen?” Sid zwinkerte ihm zu. Er wusste, dass Keegan nicht wollte das er drehte, aber er akzeptierte es.

“Ach, der guckt das bestimmt heimlich.” Keegan küsste ihn einen Moment intensiver. “Denk an mich dabei”, flüsterte er.

“Tu ich immer. Ich würde so gern einen Film mit dir haben.”

“Na, das dann aber nur im heimischen Schlafzimmer. Mehr darf ich nicht, wie du weißt.”

“Was wirklich schade ist.” Sid kniete sich aufs Bett und legte die Arme um Keegan. “Würdest du das mit mir machen? Ein kleiner privater Film?”

“Und den kennen dann nur wir beide?”, schnurrte er leise und legte die Arme um ihn.

Sid nickte und küsste ihn wieder.


Eine Stunde später hatten sich alle drei Männer vor dem Verbindungshaus versammelt, als Josh Larpar herauskam.

“Josh, hey.” Keegan ging langsam auf ihn zu.

“Hey. Wieder da?”

“Nicht so richtig. Sag mal ... sind die Jungs wieder da? Clarkson, Connor, Toby, Carlos, Mitchell und Chuck.”

“Ja … hört mal … ihr solltet wirklich aufpassen. Die sind echt sauer.”

“Versteh ich gar nicht. Mir tun die Eier weh, ihm der Arm. Die haben doch nichts abbekommen”, sagte Blaine murrend.

“Ihnen ist das nicht genug, Blaine.”

“Na Prima. Sind sie unten oder in den Zimmern?”

“Küche.”

Keegan nahm sein Handy und rief Jessy an, da Sid beschäftigt war.

“Ja?”

“Ich bins. Jess, wenn du in zwanzig  Minuten nichts von uns hörst, schick die Campuspolizei zum Verbindungshaus, okay?”

“Was? Kee, was…. was meinst du damit?”

“Die Spinner sind zurück. Ich will uns nur absichern.”

“Bitte passt auf euch auf. Ich…. lasst meinetwegen eure Klamotten da. Wir holen sie ein anderes Mal.”

“Mag sein, aber ich brauch dennoch ein bisschen was. Mach dir keine Sorgen, die werden hoffentlich nicht so dumm sein, uns nochmal anzugreifen.”

Dessen war Jessy sich nicht sicher. “Schreibt mir sofort, wenn ihr raus seid.”

“Mach ich.”

Keegan legte auf und nickte Josh zu. “Okay, dann los. Kopf hoch, Jungs. Am Ende werden wir gewinnen.”

“Woher du immer diese ekelhafte Zuversicht nimmst, ist mir ein Rätsel”, sagte Blaine.

Josh sah hin und her. “Geht gleich hoch. Vielleicht bemerken sie euch nicht.”

Keegan nickte und öffnete die Tür.

Aus der Küche drang lautes Gelächter und einige Wortfetzen, die Blaine gar nicht schmeckten, doch er schaute Sandro an und atmete tief durch. Er war noch nicht wieder fit genug für die nächste Prügelei.

Sandro nickte. Er hatte es auch gehört. Ihre Freunde wurden aufs übelste beleidigt. Es fiel ihm schwer wegzuhören, doch er schob Blaine zur Treppe. “Hoch”, sagte er leise.

“Und Stopp!” Clarkson war gerade aus seinem Zimmer gekommen und hatte die Jungs gesehen. “Hey, Freunde, schaut mal, wer wieder da ist.”

Blaine verdrehte die Augen und seufzte genervt. “Hätte ja klappen können.”

Carlos grinste. “Na ist das nicht nett? Sie kommen uns besuchen.”

“Ach, halt die Klappe, du Freak”, sagte Blaine, doch Keegan bremste ihn.

“Lasst stecken, wir sind gleich wieder weg. Vorerst. Also geht zurück in die Küche, aber räumt danach wieder auf.”

“Wo sind denn eure Schlampen hm? Trauen sie sich nicht mehr? Sind sie gerade dabei für andere die Beine breit zu machen?” Carlos lachte. “Die lassen echt jeden ran.”

“So, wie du, oder? Du hast doch auch jeden Tag eine andere. Mädchen sind ja so niveaulos”, sagte Blaine lächelnd. Und ging die Treppe weiter hinauf.

Clarkson und Connor nickten Toby, Mitchell und Chuck zu, die den Jungs folgten und sich ihnen in den Weg stellten.

“Hab nur ich gerade ein Deja Vu?”, fragte Keegan genervt.

“Jungs, vielleicht sollten wir dafür sorgen, dass unsere Freunde hier keine Angst mehr haben müssen, dass ihre Typen sich von anderen vögeln lassen. Was denkt ihr?”, fragte Carlos nachdenklich. “Wie wäre es … wenn sie vielleicht nie wieder den Arsch hinhalten?”

Blaine schaute zwischen Keegan und Sandro hin und her. “Ich raffs nicht. Ihr?”

“Er will sie sich vornehmen.” Sandro knurrte. Es reichte. Gestern hatten sie verloren, doch heute würde er sie nicht ungestraft davonkommen lassen. Niemand rührte Marek an.

“Ganz ruhig, Sandro. Wir wissen beide, dass sie nichts tun werden.” Keegan lächelte ihn an und schaute auf die Uhr. “Noch sechzehn Minuten.”

Carlos grinste. “Was ist in sechzehn Minuten, hm?”

Keegan schaute ihm in die Augen, wandte sich dann aber an Dandy Clarkson. “Du bist doch der Anführer eurer Gurkentruppe, oder?”, fragte er mit ernster Miene.

Der sah ihn einfach nur an und verschränkte die Arme vor der Brust.

“Okay, dann solltest du ihnen sagen, dass sie uns durchlassen sollen. Noch vierzehn Minuten. Dann wird die Campuspolizei alarmiert.”

“Um was zu tun? Wir tun euch doch nichts. Noch nicht.” Er sah ihn ernst an. “Kommt ihr nochmal her, kann ich für nichts garantieren.”

“Was passiert denn dann?”, fragte Keegan.

“Dann prügle ich die Scheiße aus dir und deiner Schlampe raus. Ihr seid so widerlich und pervers. Schade, dass die Zeiten vorbei sind, in denen Menschen wie ihr verbrannt wurden.”

Blaine schnappte nach Luft und Sandro machte einen Schritt auf ihn zu, doch Keegan hielt ihn zurück. “Ich verstehe. Noch zwölf Minuten. Geht jetzt beiseite!”

“Denk an meine Worte. Sehe ich euch nochmal hier … es wird mir Spaß machen ihm wehzutun.”

Keegan sagte nichts zu ihm, doch er schickte Blaine und Sandro in die Zimmer. Sie durften sich einfach nicht provozieren lassen. Nicht jetzt. Er selbst packte ihr Unterrichtsmaterial ein und in Sids Reisetasche ein paar Klamotten. Er schaute auf seine Uhr. “Noch drei Minuten. Seid ihr fertig?”

Sandro nickte. Er hatte Mareks Klamotten und Bücher eingepackt, sowie das Spielzeug der Katzen.

Auch Blaine war fertig und schüttelte den Kopf, als sie praktisch hinaus geleitet wurden. Dann schloss sich die Tür und lautes Gelächter erklang. “Wir können sie jetzt auflaufen lassen oder morgen beim Dekan. Aber eigentlich möchte ich sie gern endlich anzeigen.”

“Und was willst du tun? Sie provozieren?” Sandro seufzte. Er wollte einfach zu Marek zurück.

“Nein, nicht provozieren. Sandro, ich gebe nicht auf. In einer Minute aktiviert Jessy die Polizei. Und ich habe alles, was eben passiert ist, auf Band.” Er hielt sein Handy hoch und lächelte leicht. “Ich bin der Verbindungspräsident. Hier liegt ein schwerer Fall von Diskriminierung, Beleidigung, Bedrohung und Körperverletzung vor. Ich kenne die Statuten der Uni. Das ist ihr Rauswurf. Sie sind nur noch da, weil wir sie gestern nicht angezeigt haben!”

“Stein ist auch noch da. Und der hat Jessy fast vergewaltigt. Warum sollte man diese Idioten rauswerfen?”

“Weil es eben nur fast war und weil Stein einen reichen Daddy hat. Haben die da nicht. Keiner von ihnen.” Keegan sah auf die Uhr. “Die Zeit ist um. Also?”

Blaine schaute zum Haus. Er mochte sein Zimmer und das Leben mit den Jungs. “Ich will unser Haus zurückerobern.”

“Dann los”, sagte Sandro. “Dann ist es vorbei.”

Keegan setzte sich mit seinen Sachen auf die Bank, die dem Haus gegenüberstand und rief Jessy an.

“Kee? Gehts euch gut?”, fragte dieser aufgeregt. Er saß bei Marek und war völlig fertig mit den Nerven.

“Ja, wir sind draußen. Hast du schon angerufen?”

“Ja … Ich dachte euch wäre was passiert.”

“Schon gut, wir warten hier auf den Security. Dann bringen wir die Sachen zu euch und gehen dann alle zusammen zur Polizei. Hast du mit Elias gesprochen?”

“Ja … kannst du mir Blaine geben?”

Keegan reichte das Handy weiter.

“Hey Jess. Mir gehts gut”, sagte der sofort.

“Wirklich?”

“Ja. Ich hab deinen Kuscheltiger mitgenommen. Er ist bald wieder bei dir.” Blaine wusste genau, wie wertvoll dieses Kuscheltier für Jessy war, hatte er ihn doch zur Geburt von seiner kürzlich verstorbenen Großmutter bekommen.

“Danke”, sagte Jessy leise. “Komm zu mir.”

“Wir warten noch auf die Polizei. Das ganze muss ein Ende haben.” Blaine rieb sich das Gesicht. “Bleib bei Marek, okay? Er passt auf dich auf.”

“Ich liebe dich”, sagte Jessy ganz leise.

“Ich liebe dich auch.” Blaine lächelte und sah auf. “Sie kommen.”

“Bis gleich.”

Blaine legte auf und erhob sich, so, wie auch Keegan.

Die beiden Männer der Campuspolizei stiegen aus und traten auf sie zu. “Guten Morgen, wir wurden hergerufen?”

“Ja, Sir. Guten Morgen. Nun, bei Ihnen können wir keine Anzeige erstatten. Deswegen wäre uns die städtische Polizei lieber, jedoch könnten Sie uns den Gefallen tun und zumindest aufnehmen, dass sie hier waren. Sie wurden von einem Verbindungsmitglied geholt, weil er den Verdacht hatte, wir würden angegriffen.”

Der Mann nickte langsam. “Wir wissen, dass die Polizei gestern hier war. Wie geht es Ihnen?”

Blaine zuckte die Schultern. “Es tut noch immer weh.”

Die Security nahmen die Aussage der jungen Männer auf, doch viel machen konnten sie wirklich nicht.


Eine halbe Stunde später öffnete Sandro die Tür zu seinem Zimmer und lächelte. “Hey ihr beiden.”

Blaine, der ihm folgte, fing Jessy auf und lachte leise. “Hey, alles okay, mir gehts gut”, sagte er und umarmte ihn fest, während Marek sich aufs Bett kniete und Sandro an sich drückte.

Sandro küsste Marek sanft. “Keegan hat alles aufgenommen.”

“Was haben sie getan?”, fragte Marek aufgeregt.

“Gedroht, dass sie euch wehtun werden.” Sandro seufzte. “Das sind kranke Psychos.”

Marek, der sich mit Homofeindlichkeiten gut auskannte, seufzte leise. “Irgendwie dachte ich, dass es leichter wird, wenn ich aus der High School raus bin. Aber so ist es nicht.”

“Nach der Uni. Dann wird alles besser.”

“Daran glaube ich nicht mehr”, sagte Marek und musterte Blaine, der ihn mit trauriger Miene anschaute. “Wie geht es jetzt weiter?”, fragte er schließlich.

“Wir gehen zur Polizei und zeigen sie an. Dann sind es sechs Spinner weniger, die uns unser Leben ruinieren”, sagte Sandro leise.

“Das glaube ich erst, wenn es soweit ist.”

Blaine musterte Jessy. “Wir sollten alle zusammen hingehen. Das hat mehr Gewicht, sagt der Typ von der Unipolizei. Sie sorgen dafür, dass der Vorfall von gestern ebenfalls in den Akten auftaucht.”

“Machen wir das jetzt?”

“Ja. Kee sagte, dass Sid durch seinen Job nicht dabei ist, aber der Rest. Wir sollten es nicht weiter aufschieben.”

“Okay. Dann… machen wir das.” Jessy küsste Blaine sanft. “Schaffst du das?”

“Klar. Ich hab so viel Frust im Bauch, dass ich das hinter mich bringen will.”

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Also, ich muss ja gestehen, wir waren von Adam genauso geschockt, wie die Jungs. Krasse Hausnummer!!!
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