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Old scars

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
02.04.2021
27.03.2022
65
418.428
18
Alle Kapitel
173 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
04.04.2021 6.648
 
Happy Osterhasi, ihr Lieben!
Hier kommt das neue Kapitel. Ich hoffe, ihr genießt die Feiertage, trotz all der Beschränkungen.

Bleibt alle Gesund!

Küsschen
Juli & ihr Hörnchen

P.S. Das nächste Kapitel kommt am Mittwoch. Es ist die 1. Sidestory und wird nur auf Wattpad gepostet! Den Link findet ihr im 1. Kapitel, in unserem Profil und auf unserer Facebookseite!
Hier geht es regulär wieder nächsten Sonntag weiter! <3



2. Heiße Rhythmen in lauwarmen Nächten

Samstag, 01. Oktober 2016

Blaine saß am Nachmittag im Garten des Verbindungshauses und grinste leicht, denn Jessys nackter Po lag nun tatsächlich in der Sonne. Sein bester Freund hasste Sonnenstreifen. Er hatte sich jedoch in den Schatten an den Tisch gesetzt. “Wir brauchen einen süßen Butler, der uns jetzt gekühlten Eistee bringt.”

“Warum machst du das nicht? So mit Fliege um den Hals und nur schwarze Shorts.” Sid grinste und trank einen Schluck eiskalten Kirschsaft.

“Ich arbeite. Mach du das doch, steht dir bestimmt auch gut.” Blaine grinste ihn breit an. “Und nimm dein Glas vom Tisch, wenn es sich auf meinem Blatt ergießt, bin ich sauer!”

“Es ist Samstag, Baby. Mach‘s, wie deine bessere Hälfte. Er lässt sich die Sonne auf den Arsch scheinen.”

“Mag sein, aber ich muss das hier Montag abgeben und mir ist der Sonntag heiliger, als der Samstag.”

Sid sah ihn an und schmunzelte. “Mir sind beide Tage heilig.”

Blaine schaute seufzend auf sein Bild. “Tja, das ist die Strafe, wenn man die Hausaufgaben nicht gleich macht. Merk dir das, Siddy, lass es niemals schleifen!”

“Niemals”, sagte der grinsend und schloss die Augen.

Marek lehnte mit einer Flasche Wasser an einem der zwei Pfeiler. “Sid, wen massierst du? Und das war übrigens kein Scherz. Wir bestehen darauf.”

“Keegan.”

Marek schaute zu Jessy. “Das wird toll. Ich dachte einen Momentlang, es wäre nur ein Scherz gewesen. Aber nein.”

“Jessy sollte sich langsam wenden, nicht das sein Hintern rot wird”, sagte Sid nachdenklich.

“Baby, umdrehen. Für dich und für uns”, sagte Marek trocken.

Jessy sah über seine Schulter und musterte Marek. “Für dich und Sid. Blaine ist beschäftigt.”

“So beschäftigt werde ich niemals sein”, murmelte Blaine, der sich auf Kaycees Augen konzentrierte. Für Licht und Schatten hatte er eine echte Schwäche und so saß er immer recht lange an diesen Details.

Jessy lachte leise und drehte sich auf den Rücken. Er hatte hier im Verbindungshaus keine Probleme damit, sich so zu zeigen. Die vereinzelten Kommentare einiger Bewohner ließen ihn kalt. Er war jung, schwul und sah gut aus. Sollten sie doch gucken.

Blaine schenkte Jessy einen kleinen Blick, bevor er sich wieder lächelnd an die Arbeit machte. “Sagt mal, Jungs ... wer ist in diesem Haus eigentlich so strange und fotografiert mich schlafend?”

“Wie bitte?” Sid sah ihn verwirrt an.

Blaine zog das Foto raus und schob es über den Tisch, bevor er weiter malte.

Sid zeigte das Foto Marek. “Bestimmt dein bester Freund. Du wachst doch sofort auf, wenn einer in euer Zimmer kommt.”

Nun hob Blaine den Blick. “Er sagt, er war es nicht.”

“Sieht aber so aus, als wäre er dir sehr nahe gewesen. Uns hättest du gemerkt.”

Blaine musterte Jessy nachdenklich. “Tiger?” Er nahm Sid das Bild aus der Hand und hob es hoch. Fragend schaute er ihn an.

“Was?”

“Die beiden sagen, du warst es ...”

Jessy blinzelte gegen die Sonne und sah auf das Bild. “Warum sagt ihr sowas?”

“Leute ... ist mir egal, wer das war, aber das ist gruselig, also lasst das. Und bei Keegan und Elias bin ich sicher, dass sie es nicht waren. Ihre Fotos sind stets verwackelt und unscharf. Die beiden können kein Stück fotografieren.”

“Ach und bei mir denkst du, ich war es? Warum sollte ich dich fotografieren?” Jessy richtete sich etwas auf und stützte sich auf die Unterarme.

“Das sag ich ja nicht. Ach kommt, bei solchen Bildern fragt man sich doch sofort, wer einem da nachts über dem Gesicht hängt.”

“Es war einer der Jungs. Es wird keine weiteren geben.”

Blaine schaute die drei nacheinander an. “Okay.” Entschlossen zerriss er das Bild. Es war unheimlich, nicht zu spüren, wenn ihm jemand so nahe kam.

Jessy ließ sich wieder zurücksinken. “Wie kommst du voran?”

Er drehte das Bild um und zeigte es Jessy. “Was denkst du?”

“Komm mal her damit.”

Mit nackten Füßen lief er über die Wiese und setzte sich mit seinem Bild vor Jessy. Abwartend schaute er ihn an.

Jessy lächelte sanft. “Es sieht toll aus.”

“Wirklich? Nichts zu beanstanden?”

“Nein. Es ist perfekt.”

Blaine war ehrlich gerührt und glücklich. Er kannte niemanden, der besser zeichnen konnte, als Jessy. Er war der Beste im Kurs und der absolute Lehrerliebling ihres Kunstdozenten, ohne dass er viel dafür tat. Blaine gab ihm einen Kuss auf die Nasenspitze und strahlte. “Gut, dann mache ich mich jetzt an die persönliche Note.”

Jessy lachte leise. “Schaffst du es überhaupt heute auszugehen?”

Schnell warf Blaine einen Blick auf seine Armbanduhr. “Ist doch erst kurz nach fünf.”

“Gut, dann mach weiter.”

“Wer ist heute mit dem Abendessen dran?”, fragte Blaine auf dem Rückweg zur Terrasse.

Marek trat vor den Plan neben der Treppe und kam wieder raus. “Kee. Ob er das noch weiß?”

“Ich sag’s ihm.” Sid nahm sein Glas, gab Blaine einen Kuss auf den Kopf und verschwand nach drinnen, wo er sich auf die Suche nach Keegan machte. “KEE!”

Der saß über einem Heft und sah auf seinem Bett sitzend auf. “Was denn?”

Sid fand ihn und lächelte. “Hey. Du bist mit Abendessen dran.”

“Ich weiß. Ich guck mir nur gerade die Aufstellung für die Staffel an. Der Coach hat sie gerade geschickt.”

“Bist du aufgeregt? Der erste Wettkampf in dieser Saison.”

“Ja, das ist immer ziemlich besonders. Seid ihr da? Wir brauchen unseren Fanclub.” Keegan grinste und stand auf.

“Klar. Als würden wir das verpassen. Einen Haufen halbnackter Jungs im knappen Badehöschen!” Sid lächelte und hielt ihm die Tür auf.

Nun lachte Keegan. “Habt ihr Hunger?”

“Ja. Wir mussten uns gerade Jessy nackt ansehen. Das macht Appetit.”

Keegan schaute aus dem Fenster. “Schade, er ist weg.”

Gemeinsam gingen sie die Treppe hinunter. “Leute, wir müssen den Plan ändern. Donnerstag, Samstag und Sonntag ist es künftig schwer, zu kochen.”

“Warum?”

“Naja, da sind die Haupttrainingszeiten und Wettkämpfe. Das gilt auch für Elias.”

“Dann teilen wir es anders auf.” Sid zuckte die Schultern. “Was kochst du uns heute?”

“Ich hab Steaks besorgt. Die lege ich auf den Grill. Jessy, für dich gibt’s Grillkäse.”

“Du hast welchen bekommen?” Jessy trat in Shorts in die Küche. Vegane Sachen waren hier am Campus echt schwer zu bekommen.

“Jap, beim Dealer meines Vertrauens.” Keegan grinste und stellte den Gasgrill auf der Terrasse an. “Den Salat hab ich vorhin schon gemacht. Sid, nimmst du ihn aus dem Kühlschrank?”

“Jap. Sag mal, wann soll ich dich massieren? Marek sagte, du bestehst darauf.”

Keegan grinste frech. “Das sag ich dir dann. Keine Sorge, ich vergesse das nicht.”

“Wäre mir völlig egal”, sagte er schmunzelnd und nahm den Salat aus dem Kühlschrank.

Während Keegan grillte, Elias sein Trainingszeug zusammensuchte, zeichnete Blaine die vielen Piercings in Kaycees Gesicht. Ohren, der kleine Ring im linken Nasenflügel und der Ring in der rechten Augenbraue. “Ich bin schwul, aber ich steh auf ihr Zungenpiercing. Schade, dass ich die Zunge in ihrem Mund gelassen habe.”

“Ich habe auch mal überlegt, ob ich mir eins machen lasse”, sagte Jessy, der neben Blaine saß und die Beine auf dessen Schoß hatte. “Mum war dagegen.”

“Du bist ein großer Junge. Du darfst es jetzt allein entscheiden.”

“Ja, aber ich weiß nicht, ob es mir steht.”

Blaine sah auf. “Zeig mir deine Zunge”, sagte er frech.

Jessy streckte seine Zunge raus und sah ihn fragend an.

Den Kopf schief legend schnurrte Blaine. “Du hast eine schöne Zunge. Ich wäre dafür.”

“Ist bestimmt toll beim knutschen.”

“Jaah ... hatte ich noch nie und ich gebe zu, für einen Moment wollte ich Kaycee knutschen.”

“Ernsthaft?”

“Jaah, sie ist süß.”

Jessy beobachtete ihn. “Kommst du mit, wenn ich das machen lasse?”

“Na klar.” Blaine hatte Kaycees Gesicht in düstere Ranken gesetzt. “Manchmal glaube ich, der liebe Dante ist eine Nummer zu klein für Kay. Sie ist ... irgendwie verrucht. Und ja, ich weiß, das klingt seltsam.”

“Würdest du was mit ihr anfangen?”

Überrascht schaute Blaine auf. “Nicht, wenn sie nicht doch einen Schwanz in der Bikinihose versteckt hat. Ich bin schwul, Schatz. Mit Kopf, Herz und Hoseninhalt!”

“Kann ja sein, dass du bi bist.” Jessy lächelte dennoch etwas erleichtert.

“Oh nein!” Blaine lachte leise. “Aber ... Mädchen sind schön. Also manche. Kaycee ist wunderschön. Und dunkel. Verstehst du, was ich meine?”

“Nein.”

Blaine versuchte seine Gedanken über Kaycee zu ordnen. “Sagen wir es mal so: wenn ich sie nachts auf einem Friedhof treffen würde, mit einer Kerze in der Hand - nichts Satanistisches - sondern eher ... mystisch, dann würde es mich nicht wundern.”

Jessy lächelte. “Hm… Ja, vielleicht hast du Recht.”

“Manchmal, wenn sie den Blick hebt”, sagte Blaine und zeigte Jessy, was er meinte, indem er den Kopf nicht hob, aber Jessy dennoch anschaute, “da fühle ich .. eine dunkle Aura. Ich kann’s nicht richtig erklären. Halt mich nicht für verrückt, bitte.”

“Ich würde dich nie für verrückt halten.” Jessy kam etwas näher und gab ihm einen Kuss auf die Wange.

“Das beruhigt mich. Manchmal denke ich selbst, ich hab sie nicht alle”, grinste Blaine.

“Hast du auch nicht, aber das ist okay für mich.”

Nun lachte Blaine auf. “Du bist immer so charmant!”

“So kann ich sein.” Jessy lachte und setzte sich richtig hin. “Bist du fertig?”

“Nein.” Blaine schaute zu Keegan, der das Fleisch wendete. “Neben unseren Steaks sieht dein kleiner Käse immer ganz verloren aus.”

“Du solltest mal mit unserer Familie grillen oder generell essen. Das sieht aus wie ein Festmahl und alles vegan. Sollte ich hier auch mal machen.”

“Seid ihr alle Vegan?”, fragte Blaine und zeichnete nebenbei weiter.

“Nein eigentlich nur ich aber die anderen probieren es zwischendurch aus. Gerade zum Semesterende wenn ich nach Hause komme.”

Blaine lächelte. “Mum kocht immer mein Lieblingsessen, wenn ich Heim komme. Das ist irgendwie schön.”

“Was ist dein Lieblingsessen?”

Blaine lächelte. “Rouladen mit Rotkohl. Mum macht die besten.” Blaine war mit Kaycee komplett fertig und schaute nachdenklich auf das Bild. Etwas fehlte noch. Lächelnd dachte Blaine an die dunklen Motten auf dem Nacken von Adam. Sie gefielen ihm sehr und er hatte sie schon oft gezeichnet. Diese fügte er nun schattenähnlich in Kaycees fliegendes Haar ein.

Jessy beobachtete wie das Bild entstand und lächelte. Blaine konnte unglaubliche Bilder zeichnen, auch wenn er sich selbst immer klein machte. Er legte seinen Kopf auf dessen Schulter und deutete auf die Motte. “Da Highlights.”

Blaine setzte kleine versteckte Lichter. “Wir sollten endlich mal zusammen arbeiten. Das dürfte irre werden.”

“Ich will später meine Wohnung bemalen. Das könnten wir zu zweit machen.”

“Gern, aber ich meinte sowas hier auf einer großen Leinwand.”

“Ich hab noch eine große im Zimmer oben.”

“Hast du Lust? Ein großes Projekt?”

“Klar. Was hast du dir vorgestellt?”

“Fantasy. Unsere gemeinsamen Vorstellungen.”

Jessy überlegte. “Hm.. ein sich küssendes Paar? Im Weltall?”

“Schön mit Farben?”

“Ja. Alles Kunterbunt.”

“Ja. Bin ich dabei.” Blaine lächelte und drehte das Bild. “Und, was denkst du?”

“Das wird ein Sternchen bekommen.”

Blaine lächelte. “Süß, dass du das sagst. Ich werde es Kaycee danach schenken.” Blaine setzte seine Signatur in die rechte untere Ecke und schob es in die Mappe zurück.

“Erste Monatsaufgabe geschafft”, lächelte Jessy. “Jetzt machst du aber Wochenende.”

“Ja. Ich bring es hoch und wasche mich. Dann geh ich in den Pool.” Blaine küsste Jessy auf den Kopf. “Kee, wie lange brauchst du noch?”

“Paar Minuten. Bade nach dem essen.”

Blaine nickte und verschwand im Haus.

“Oh ja, Pool nach dem Essen!”, seufzte Sid auf.

“Pool nach dem essen.” Blaine grinste und sprang die Treppe hoch.

Am späten Abend schaute Shannon in den Spiegel. “Okay, ich denke, so geht’s”, murmelte er und schaute zu Jared. “Hey PC-Maus, Lust mal deinen Abend unter Menschen zu verbringen?”

“Mach ich doch.” Jared deutete auf den PC, wo er inmitten von mehreren Spielern stand.

Shannon runzelte die Stirn. “Echte Menschen, die man anfassen kann!”

“Bäääh!”

Mit erhobenen Augenbrauen schaute Shannon auf Jareds verzogene Mimik. “Bäääh?”

“Ja, wenn ich jemanden anfassen will, dann tu ich einfach so, als müsste ich an dir vorbei.”

Shannon schüttelte den Kopf. “Also lebst du nur virtuelle Freundschaften aus?”

“Die sind cool. Mach dich schick, du kommst sonst zu spät.”

Shannon sah an sich hinunter und breitete die Arme aus. “Nicht schick?”

Jared sah ihn prüfend an. “Zu brav. Komm mal her.”

Langsam und zögerlich ging er auf ihn zu. “Nicht meine Klamotten zerschneiden.”

“Was denkst du von mir?” Jared stand auf und verwuschelte Shannons Haare, öffnete einen Knopf an dessen Hemd und griff nach einem seiner eigenen Gürtel. “Ummachen.”

“Das ist aber kein Superman-Gürtel, oder?”, fragte er, denn Jareds hielt die Schnalle so in der Hand, dass Shannon sie nicht sehen konnte.

“Batman”, sagte er ganz ernst.

“Keine von Thor da?”, fragte Shannon und streckte die Hand aus.

“Zuhause.” Jared reichte ihm den schwarzen, mit kleinen nieten besetzten Gürtel.

Nun lächelte Shannon und band ihn sich um. “Und nun?” Wieder breitete er seine Arme aus.

“Sexy.”

“Vielen Dank. Also ... möchtest du wirklich nicht mitkommen?”

“Nein, danke. Ich spiel noch weiter.”

“Na schön. Bis dann. Hab einen schönen Abend.” Shannon verließ das Zimmer und lief den Flur, dann die große weiße Treppe hinunter. Überall an den Wänden hingen gerahmte Fotos von herausragenden Studenten des Hauses aus den letzten Jahren. Sein Blick huschte immer wieder mal darüber, wenn er sie hinunter ging. “Hey Steven.”

“Hey.” Der stand unten an der Treppe und sah Shannon aufmerksam an. Er selbst hatte eine einfache Jeans, ein dunkles Hemd und schwarze Sneaker an.

“Ich habe gehört du hast heute eine Niederlage eingesteckt?”

“Ja, aber das ist okay. Und du?”

“Ich war mit Joe unterwegs ... am Strand.” Langsam traten sie vors Haus, wo sie auf Noah und Mia warteten.

“Mit Joe. Läuft da was zwischen euch?”

“Nein, warum?”

“Ihr habt geknutscht.”

“Hast du gesehen, hm?” Shannon wurde etwas rot.

“Wer nicht?” Steven sah ihn aufmerksam an.

“Ist das schlimm?” Shannon wusste nicht, ob Steven es stören würde. Sein Gesicht zeigte keinerlei Mimik.

“Nein. Warum sollte es?”

“Weiß nicht, du siehst so ernst aus.”

“Oh… nein.” Steven lächelte und legte seine Hand auf Shannons Rücken, als Noah und Mia kamen.

“Sehr gut. Du ... wir hatten doch heute ein Date, oder?”, fragte Shannon leise.

Steven sah ihn an und lächelte ehrlich. “Dann musst du aber mit mir tanzen”Shannon reckte das Kinn. “Kannst du das denn?”

“Nein”, grinste er.

“Also wird’s nur für mich peinlich”, lachte Shannon und begrüßte das junge Paar. “Na, hattet ihr einen schönen Tag?”

“Ja und du?” Die junge Frau mit den hellbraunen Locken umarmte die beiden kurz. Die beiden waren ein süßes Paar. Noah war beinahe zwei Köpfe größer, als seine Freundin.

“Bei mir heiß, bei Steven niederschmetternd”, lachte Shannon und klopfte Steven auf die Schulter. “Gab‘s eigentlich einen Spieleinsatz?”

“Massage für die Gewinner. Ich hab Elias unter mir.”

Shannon blieb stehen. “Im Ernst? Er ist nett, aber ein kleiner Proll. Er ist so dominant.”

“Sagt der, der mit Joe Hill geknutscht hat.” Steven lachte. “Ich massiere ihn nur. Wir vögeln nicht.”

“Berichte bitte davon”, lachte Shannon leise. Er blieb vor Stevens Auto stehen. “Der ist toll.” Er fuhr mit der Hand über den tiefblauen Lack.

“Mein Baby. Wollen wir fahren?”

“Ja, aber ist das okay? Dann kannst du nichts trinken.”

“Passt schon. Ich muss nichts trinken. Steigt ein.”

Shannon nahm neben Steven Platz und schaute sich im Auto um. “Schraubst du an ihm rum?”

“Ja, gefällt es dir?” Steven schaltete kleine Lichter im Fußbereich an und grinste.

“Wow ... Lass mich das nächste Mal dabei sein.” Als Steven den Motor startete, der wie ein zufriedener Kater schnurrte, bekam er eine Gänsehaut. “Darf ich morgen einen Blick unter deine Haube werfen?”

Steven sah ihn grinsend an. “Klar.” Frech wackelte er mit den Augenbrauen und fuhr los, als auch Noah und Mia saßen.



Das Underside war ein gut besuchter Club mit regionalen DJs. Es war ein offenes Geheimnis, dass diesen Club oft auch Talentsucher verschiedener Plattenfirmen besuchten.

Den Besuchern war‘s egal. Sie wollten Tanzen, Spaß haben und ein wenig trinken, denn hier schaute niemand so genau hin.

Blaine nippte an seinem Bier und beobachtete Jessy, der mit Sid auf der Tanzfläche war. So talentiert er selbst beim Zeichnen war, so wenig Talent hatte er dabei, sich zu einem Rhythmus zu bewegen, den er nicht selbst vorgab.

Jessy und Sid bewegten sich fast schon verboten Sexy auf der Tanzfläche, während sie lachten. Jessy sah zu Blaine und lockte ihn mit dem Finger zu sich.

Amüsiert schüttelte Blaine den Kopf und biss sich auf die Unterlippe.

Jessy ging auf ihn zu und nahm Blaines Hände in seine. “Komm schon.”

“Baby, du blamierst dich mit mir”, sagte Blaine amüsiert. “Ich kann nicht tanzen.”

“Ich helfe dir. Komm schon, Blaine, tanz mit mir”, quengelte Jessy.

“Auf deine Verantwortung.” Blaine drehte Jessy frech und legte seinen Arm um ihn. “Muss ich dich dabei loslassen?”

“Nein, du hältst mich ganz doll fest.” Jessy zog ihn auf die Tanzfläche zu Sid und legte seine Finger auf Blaines Hüfte. “Bewegen”, grinste er und machte es vor.

Blaine unterdrückte ein Lachen und gab sich alle Mühe. “Ehrlich, beim Sex habe ich mehr Rhythmus.”

“Da geht’s in die falsche Richtung.” Jessy nahm Blaines Hände und legte sie sich auf die Hüfte. “Mach‘s mir nach”, sagte er und bewegte seine Hüfte leicht gegen Blaines.

Marek trat neben Sandro. “Was genau versucht McCoy da?”

“Ich glaube, er versucht zu tanzen.”

“Neeeein”, sagte Marek lachend. “Also ... in der Tat, er versucht es, aber mehr auch nicht.”

Sandro lachte leise und zog Marek an sich. “Kommst du heute zu mir?”

“Was machst du mit Dante?”

“Mir doch egal”, grinste er, zog ihn für einen Kuss fest an sich.

Leise schnurrte Marek und schlang die Arme um Sandros Hals. “Okay, überredet.”

“Ich bin gut.” Er legte seine Hände auf Mareks Hüften. “Tanzen?”

“Ja ... neben dem Tollpatsch da. Er erinnert mich an den Esel von Winnie Pooh. Ebenso schwerfällig.”

“Unser Eselchen.” Sandro grinste und zog Marek mit sich. “Hey Eselchen. Mach dich mal locker.”

“Wie hast du mich genannt?”

“Eselchen. Marek sagte, die bist wie der Esel aus Winnie Pooh.”

“Was?” Blaine lachte auf. “Der ist dick und depressiv!”

“Naja und du bist dick und weißt nichts mit dem heißen Kerl in deinem Arm anzufangen.”

Blaine öffnete die Mund, schloss ihn aber wieder und zog sein Shirt schweigend hoch und schaute auf seinen Bauch.

Die Blicke der Freunde folgten und Jessy, der den besten Blick hatte, biss sich auf die Unterlippe. “Hm… also… “ Er kratzte sich am Nacken.

Blaine zog Jessy an sich. “Sollten wir mal durchs Bett tanzen, mach ich es wieder gut. Frag Sandro, der weiß es”, knurrte Blaine spielerisch in dessen Richtung. Bereits im Frühjahr 2015, als all die Unis die Kennlern-Wochenenden veranstalteten, hatte Blaine einige der Jungs, die heute seine Freunde waren, kennengelernt und Sandro sogar etwas genauer. Das Wiedersehen ein paar Monate später war freudig - überrascht gewesen.

Sandro lachte auf. “Du hast stöhnend unter mit gelegen!”

“Und stöhnend auf dir gesessen. Prima, das Wichtigste hat er vergessen”, sagte Blaine zu Jessy.

Der sah ihn einfach nur mit leicht geröteten Wangen an. Sein Kopfkino funktionierte perfekt. “O… okay…”

“Alles okay?”

“Ja! Ich glaube ich brauche eine kleine Pause.”

“Ich hab dir gesagt, ich kann nicht tanzen”, sagte Blaine und folgte ihm.

“Alles gut. Das lernen wir noch.” Jessy lächelte und bestellte zwei Bier.

“Ich hab gehört, es soll eine Tanzschule auf dem Campus geben”, warf er beiläufig ein.

“Und da willst du hin?”

“Könnte doch lustig sein ... oder? Nur wir beide.”

Jessy lächelte ihn an. “Wirklich?”

“Ja. Hast du Lust?”

“Na klar!”

Blaine küsste ihn auf die Wange. “Ist alles okay?”, fragte er ihn noch einmal.

“Ja. Ich habe mir nur vorgestellt wie du und Sandro…” Jessy lachte leise und trank einen Schluck.

Blaine grinste. “Gibt Fotos. Wenn er damit kein Problem hat, zeig ich sie dir.” Blaine zuckte die Schultern.

“Warte was? Du hast Fotos davon wie du auf Sandro sitzt?” Jessy sah ihn ungläubig mit offen stehendem Mund an.

“Ja, wir haben damals eine Kamera aufgestellt. Es war ein Witz, aber ein paar Bilder waren ganz gut.” Blaine grinste leicht.

“Wow… das ist… strange, aber mit Sicherheit nett anzusehen.”

“Och, joar.” Blaine grinste frech.

“Mein Ex wollte ein Sextape von uns.”

“Hast du es gemacht?”, fragte Blaine und trank sein Bier.

“Was denkst du?”, fragte Jessy.

“Hm ... ich denke, dass du Wert auf Privatsphäre legst. Ich würde Nein sagen.”

“Richtig. Nur ihr dürft meinen nackten Hintern im Garten sehen.” Jessy lachte leise. “Er war zutiefst beleidigt, als ich ablehnte.”

“Naja ... den nackten Hintern in die Sonne zulegen und auf einem anderen Kerl rumturnen sind zwei Paar Schuhe.”

“Ja… ich finde Pornos schon komisch und dann selbst einen zu machen? Nein.”

Shannon tanzte mit Steven, und amüsierte sich massiv. “Das ist nicht so schräg, wie bei Blaine, aber du bist auch extrem Talentfrei”, sagte er und trat hinter ihn. “Lass dich führen.”

“Ich bin nicht talentfrei!”

“Oh doch”, sagte Shannon in dessen Ohr.

Steven grinste und ließ sich von Shannon führen. “Du bist fies.”

“Und warum?”, fragte dieser und betrachtete ein kleines Muttermal in Stevens Nacken. Seine Mutter würde jetzt sagen, es wäre entzückend. Und er würde ihr Recht geben.

“Ich hab dir gesagt, ich kann nicht tanzen.”

“Es gefällt mir dennoch.” Shannon lächelte und legte die Hände auf dessen Bauch.

Steven legte seine Hände auf Shannons und bewegte sich mit ihm.

Elias betrat mit Keegan den Club. “Gutes Training heute.” Gemeinsam gingen sie zum Tresen. “Sind alle da, die wir kennen, oder?” Er schaute sich nach Joe um. “Bis auf einen.”

“Wo ist er?”

“Wenn ich das wüsste.” Er nahm sein Handy und rief seinen besten Freund Joe an.

Der lag auf seinem Bett, hatte die Augen geschlossen und eine Hand in Daniels Nacken, als er ans Handy ging. “Ja?”

“Wolltest du nicht ins Underside? Wo bist du?”, fragte Elias.

“Noch auf dem Campus. Ich wurde aufgehalten.”

“Von was? Oder sollte ich fragen von wem?”, fragte Elias amüsiert.

Joe lachte leise. “Ich komme gleich nach.”

“Hab Spaß.” Elias legte auch und schaute zu Keegan. “Einer ist schon mal befriedigt heute.”

Daniel hob den Blick, schaute Joe mit dessen Schwanz im Mund an und lächelte. Mit der Zungenspitze leckte er über dessen Spitze. “Alles okay?”

“Oh ja…” Joe stöhnte leise. “Wir werden nur schon vermisst.”

“Ohh”, sagte Dan gespielt bedauernd und verschlang ihn wieder. Er liebte Oralsex. Eigentlich mehr, als normalen Sex, passiven Sex. Das tat ihm weh. Aber er stand darauf, wenn in seinem Mund ein Schwanz wuchs.

Joe stöhnte, dirigierte Daniels Kopf in seinem Schoß einen Moment. “Baby?”

Wieder löste Daniel sich und knabberte an der Spitze. “Ja?”

“Darf ich dich ficken?”

Nun hielt Daniel inne. “Warum? Gefällt es dir so nicht?”

“Doch, aber ich will’s richtig.”

Daniel schaute ihn unsicher an und zögerte. Sie lagen auf Joes Bett. “Ich weiß nicht ... ich mach das echt ... nicht oft.”

“Baby, du bläst mir so oft einen. Du kennst ihn. Er würde dir nie wehtun.”

“Er?” Daniel lächelte und schaute auf Joes Erektion. “Er mag meinen Mund. Er wollte nie woanders hin.”

“Wovor hast du Angst.”

Daniel setzte sich auf, ohne seine Hand wegzunehmen. “Ich hatte ... das erst drei Mal. Also ... passiv sein und ... es tat weh.”

Joe streichelte Daniels Nacken und küsste ihn tief. “Bitte… ich mach langsam.”

Daniel seufzte leise auf. “Aber es wird dennoch wehtun, oder?”

“Ich bereite dich vor.”

“Das hat bisher noch nie jemand gemacht ...”

Joe sah ihm in die Augen und schob seine Hand auf Daniels nackten Hintern. Sie hatten geduscht, um sich fertig zu machen. Doch dazu war es nicht gekommen. Daniel sah einfach verboten heiß aus mit den dunkelblonden Haaren, die helle Sonnensträhnen hatten, dem leichten Bartansatz und der schlanken und dennoch muskulösen Figur.

Dan konnte ein leichtes Zittern nicht unterdrücken, als er sich auf Joes Schoß setzte. Hart schluckte er und schaute Joe in die Augen.

Der drehte sich mit ihm, nahm das Gleitgel aus dem Nachtschrank und benetzte seine Finger, die er langsam ansetzte. Er massierte Daniel Anus und küsste ihn.

Leise stöhnte Daniel. Dieses Gefühl kannte er nicht. Er zitterte wahnsinnig, aber vor Lust.

Joe nahm sich Zeit, bewegte seine Finger in Daniel und weitete ihn immer mehr. Er hatte nicht gerade wenig, das wusste er. Wenn er jedes Mal einfach loslegen würde, würde er keinen Sex mehr bekommen.

Unter Joes Händen zerfloss Daniel. Er wimmerte leise. “Gott, das macht mich wahnsinnig!”

Joe grinste zufrieden und küsste ihn erneut. “Darf ich?”

“Ja ... ja, okay.” Daniel rutschte etwas hoch und biss sich auf die Lippe.

Joe griff nach den Kondomen, sah drauf und seufzte. “Können wir… es ohne tun? Die engen mich immer ein.”

“Ohne? Nein. Joe, ich mag dich wirklich sehr, aber ... nein.” Daniel sah ihn verzeihend an.

“Du hast jetzt wie oft meinen Schwanz im Mund gehabt? Baby, ich bin sauber.”

Daniel sah ihm in die Augen. “Ähm ... na gut, okay.”

Joe küsste ihn sanft. “Es wird toll, vertrau mir”, raunte er und griff erneut nach dem Gleitgel.

“Versprochen?”, fragte Daniel leise und streichelte dessen Nacken.

“Versprochen. Entspann dich und öffne dich für mich.”

“Wie macht man das?” Leise lachend schaute Daniel ihn an. “Ganz schön peinlich, wie unerfahren ich bin.”

Joe lachte leise und drückte Daniels Beine auseinander. “Becken etwas hoch, Baby.”

Daniel ruckelte sich unter Joe zurecht und sah ihn aufgeregt an. Sein Herz raste, wie verrückt und er leckte sich immer wieder über die Lippen.

Joe verteilte Gleitgel auf seiner mittlerweile schmerzhaft harten Erektion und setzte dann an. Langsam, Millimeter für Millimeter drang er in ihn ein.

“Oh ... Oh Mann!” Daniel schluckte hart. Es tat nicht weh, aber das schönste Gefühl war es auch nicht. “Küss mich!”

Joe stöhnte leise und küsste Daniel tief und verlangend.

Allein die Küsse machten es besser. Viel besser. Daniel schlang die Beine um den Körper des anderen und zerging praktisch unter ihm. Immer wieder stöhnte er, wenn Joe sich in ihm versenkte. Gott, war das gut.

Die sanften Berührungen wurden schneller, härter. Joe stieß fest in den Körper unter sich und stöhnte laut. “Gott ja… Baby!”

Daniel nickte nur und biss Joe ungewollt heftig in den Halsansatz, als er zwischen ihnen kam. Alles an ihm klammerte sich plötzlich heftig an Joe fest. Arme, Beine, Hände und sogar sein Mund.

Joe stöhnte, bewegte sich noch einen Moment, bis er hart in Daniel kam. Das war das beste Gefühl überhaupt. In einem anderen zu kommen.

Daniel sah ihm ins Gesicht und so hart Joe manchmal wirkte, wenn er sich seinem Orgasmus hingab war von dieser Härte absolut nichts zu sehen. Er streichelte durch das fast schwarze Haar und lächelte.

Zufrieden seufzte Joe auf und küsste Daniel wieder. “Du bist … fantastisch.”

“Danke ... du auch. Es hat das erste Mal nicht ohne Ende wehgetan ...”

“Dann waren die vorher Loser. Du hast gerade fast zwanzig Zentimeter in dir, die nicht wehtun.”

“Und die scheinbar auch nicht weniger werden”, lachte Daniel leise.

“Niemals.” Joe grinste frech. “Ich könnte einfach weiter machen.”

“Wie geht sowas?”, fragte Daniel und spannte seine Beckenmuskeln an.

“Ich werde schnell hart, wenn ich will. Bei der Größe und Dicke… “ Joe bewegte sie langsam in ihm.

“Du Joe?”, Daniel streichelte dessen Wange und küsste ihn sanft.

“Hm?”

“Was ... würdest du sagen, wenn wir einfach hier bleiben?”

“Keine Party?”

“Naja, eine zwei-Mann-Party.”

“Okay, aber das muss ich Elias erklären.” Joe nahm sein Handy. “Darf ich ein Bild von uns machen?”

“Von unseren Gesichtern, ja. Der Rest nein!” Daniel küsste ihn frech. “Das gehört mir.”

“Mhhh ich steh aber auf Bilder und Videos”, raunte Joe dunkel.

“Dann such dir jemanden, der das mitmacht. Joe, wir sind Zimmergenossen, sowas sollte niemals zwischen uns stehen. Bitte mach das nicht”, bat er leise. “Und nun sag ihm Bescheid. Da steckt was in mir.”



James Catalano, seines Zeichens Professor und Fachbereichsleiter für Kunst stand mit dem Rücken am Tresen des Underside. Er hatte mit seinem Outfit nicht ganz so viel Aufwand betrieben, wie sein bester Freund. Ein enges Shirt und eine dunkle Jeans reichten ihm. Er suchte hier schließlich nicht den Partner fürs Leben. Und doch fand er sich gutaussehend. Er wusste, dass seine dunkelblauen Augen viele Herzen höher schlagen ließen.

Amüsiert sah seinen besten Freund an, während seine Hand durch das kurze, dunkelblonde Haar fuhr. “Du siehst aus, als würdest du wegrennen wollen. Warst du schon mal in einem Club?” Er musterte dessen Erscheinungsbild, denn so aufgemotzt hatte er ihn ewig nicht gesehen. Und das lag nicht an der schwarzen Jeans. Eher an den dunklen Hemd. Der Kontrast zu Carters dunkelblondem, kurzen Haar und den hellgrünen Augen war schon ziemlich irre.

“Ja, natürlich.” Carter lachte. “Es ist nur ... naja, die ganzen Studenten sind hier.”

“Nicht nur. Auch andere.”

“Ja, schon. Das war in Baltimore anders.” Carter drehte sich zu ihm. “Und wie war die letzte Woche? Du hast viel gearbeitet. Wir haben uns fast gar nicht gesehen.” Er war erst vor einer Woche angekommen, nachdem James ihm so unvermutet den Job beschafft hatte. Das Vermissen seines besten Freundes hatte ihm die Frage, ob er gehen sollte, schnell beantwortet. Dass die Stelle freigeworden war, verdankte er einen unglücklichen Herzinfarkt seines Vorgängers, dem es zwar besser ging, der aber definitiv nun seinen Ruhestand genießen wollte.

Nun bewohnten sie ein gemeinsames Wohnung in der Sandland Hall, einen Appartementkomplex, der ausschließlich den Lehrkräften vorbehalten war. Und sie hatten Glück mit ihrer Außenwohnung. Von der Küche aus hatten sie einen wunderbaren Blick aufs Meer.

“Der Semesterstart ist immer aufregend und nun habe ich zwei Tutoren, die beschäftigt werden wollen. Die zusätzlichen Aufgaben machen den Job definitiv auch nicht leichter. Ich renne den halben Tag die Treppe rauf und runter.”

“Ach, deswegen siehst du plötzlich so sportlich aus”, lachte Carter leise.

“Ha ha. Ich war schon immer sportlich.” Er bestellte zwei Bier und sah sich neugierig um.

“Naja.” Carter wackelte mit dem Kopf. “Es ist schön hier. Zu Hause wäre es jetzt schon furchtbar kalt. Ich will mit einem Boot rausfahren.”

“Können wir ja mal machen.”

“Ja, das wäre toll. So wie damals auf dem See. Auch, wenn das hier kein See ist, aber das sollte uns nicht abhalten.” Carter beobachtete die Studenten. Junge Männer und Frauen, die sich auf der Tanzfläche tummelten.

“Wir können tun, was wir wollen”, sagte James leise und betrachtete Blaine McCoy, der scheinbar versuchte zu tanzen.

“So wie damals nach der High School, bevor du nach Atlanta gezogen bist?”, fragte Carter lächelnd.

“Ja! Das waren die besten drei Monate meines Lebens.”

Carter kratzte sich am Mundwinkel und lächelte. “Jaah ... wir beide ... auf dem Boot.” Carter war damals unglaublich verliebt gewesen, James hatte es jedoch nicht erwidern können. Und doch hatte es ihm das Herz gebrochen, als James in der Universität von Atlanta angenommen worden war und er nicht.

“Oh Gott, das ist ewig her.”

Carter nickte langsam und stellte die leere Flasche auf den Tresen. “Ja ... aber ich erinnere mich genau, James.”

“Kann man auch nicht vergessen.” Er lächelte und küsste ihn auf die Wange. “Ich bin froh, dass du hier bist.”

“Hat lange genug gedauert. Du hast mir massiv gefehlt!”

“Du mir auch.”

Carter drehte sich von der Masse weg und lehnte sich auf den Tresen. “Und wie ist es, wenn der kleine Bruder auch hier ist?”

“Oh, ich sehe ihn kaum. Er ist in einem anderen Kurs.”

“Echt? Als Mechaniker malt er keine Bilder? Wobei ... wollte er nicht mal Lackierer werden und Kunstwerke schaffen?”

“Macht er, aber Kunst ist erst später Nebenfach bei ihm.”

“Ah, okay.” Carter bestellte sich ein neues Bier. “Und hast du echte Künstler in deinen Kursen? So ein ... Picasso oder Van Gogh oder Monet?”

“Würde ich schon sagen. Einer kann super realistisch zeichnen und einer ist im Fantasybereich spitze. Wir werden sehen, wo sie später landen.”

“Ob einer meine Eltern und mich zeichnen kann? Als Geschenk zu Weihnachten?”

James nickte und deutete auf Jessy, der eng an Blaine tanzte. “Er.”

“Kannst du demnächst mal einen Kontakt herstellen?”

“Klar, aber du kannst ihn auch einfach antanzen.”

Nun drehte Carter sich ein wenig zu ihm. “Er ist ein Student!”

“Aber nicht deiner, oder?”

“Das kann sich ändern, wie du weißt. Studenten anmachen ist nicht erlaubt, James”, sagte Carter amüsiert.

“Okay Mr. Korrekt. Ich stell euch vor.”

“Wie lieb von dir.” Carter richtete sich auf. “Wenn ich Mr. Korrekt bin, wer bist du dann?”

“Hm… ich weiß nicht?”

“Jimmini, du baggerst doch wohl nicht die Studenten an, oder?”

“Würde ich niemals tun.” James lachte leise und trank einen Schluck aus seiner Flasche.

“Natürlich nicht. Du nicht.” Carter schüttelte den Kopf.

James zwinkerte ihm zu. “Ich geh mal aufs Klo.”

“Das darf doch nicht wahr sein.” Carter lachte leise.

Im Bad sah Blaine auf, der sich gerade die Hände wusch. “Mr. Catalano, Hi.”

“Hey. War … waren Sie nicht gerade noch tanzen?”

“Jaah und dann war ich pinkeln.” Blaine wartete, bis die Tür zu war, dann grinste er. “Wie geht es dir?”

“Ganz gut, und dir?” James lehnte sich an eine der Holztüren.

“Ich werde zum Tanzen genötigt.” Blaine ging langsam auf ihn zu.

“Das ist ja furchtbar.” James lächelte nur und betrachtete Blaine. Sie hatten sich dieses Semester noch nicht einmal sehen können. Der Stress im neuen Schuljahr, Carter, der bei ihm wohnte…

“Ich vermiss dich”, sagte Blaine leise und stand nun direkt vor ihm.

“Ich dich auch.” James legte seine Hand in Blaines Nacken und zog ihn in die Kabine. Sicher war sicher.

Blaine atmete auf und biss sich auf die Lippe. “Aber Professor!”

Leise lachte James. “Klappe”, sagte er und küsste Blaine.

Es fiel ihm nicht schwer, auf diese Küsse einzusteigen. Er liebte James Mund und knutschen konnten sie vom ersten Moment an sehr gut.

Und das taten sie. Sie knutschten Minutenlang einfach nur tief und streichelten sich gegenseitig. James konnte nichts dagegen machen. Der Kick erwischt zu werden, machte ihn verdammt an.

Blaine löste den Kuss um Luft zu holen. “Glückwunsch ... zum neuen Titel übrigens.”

“Was meinst du?”, fragte James und biss in Blaines Hals, während sich eine Hand unter dessen Shirt verirrte.

“Naja, du bist jetzt Professor Catalano ... kein Dozent mehr, oder war das nur ein Gerücht?” Blaine schloss die Augen und seufzte leise.

“Nein. Hab es in den Ferien geschafft.” James schnurrte und kniff frech in Blaines Brustwarze.

“Gott!” Blaine sah ihn überrascht an.

James fing Blaines Mund wieder zu einem tiefen Kuss ein und rieb dessen Schritt.

James schaffte es immer, dass Blaine binnen Sekunden auf Hundertachtzig war. Er bewegte sein Becken automatisch und wimmerte in den Kuss. “Lass mich nicht wieder in meine Hose kommen.”

James seufzte auf. Er nahm ein Kondom aus seiner Hosentasche und sah Blaine in die Augen. “Traust du dich?”

“Stellst du mir die Frage wirklich?” Blaine nahm es ihm aus der Hand, klemmte es sich zwischen die Zähne, und öffnete James Hose. Auch seine zog er ein Stück hinunter, bevor er James das Kondom verpasste.

Der küsste Blaine nochmal. “Dreh dich um”, hauchte er.

Blaine grinste leicht und drehte ihm den Rücken zu. An der Wand stützte er sich an und schaute über die Schulter. “Trau dich, na los.”

James sah auf den nackten Hintern und schnurrte. Seine Finger zogen Blaines Hüfte etwas nach hinten, bevor er langsam in ihn eindrang. Fuck, das war heiß.

Ergeben ließ Blaine den Kopf hängen. “Hölle, hab ich das vermisst. Wir müssen uns öfter sehen!”

“Es geht … gerade nur so. Ich hab jetzt einen Mitbewohner.” James bewegte sich langsam in Blaine und unterdrückte ein Stöhnen, als er die Tür aufgehen hörte. Kurz drang die Musik aus dem Club in das kleine Bad.

Blaine sah über seine Schulter und richtete sich auf, um James zu küssen. Nichts zu tun und zu warten, bis der Unbekannte wieder weg war, ging nicht.

James seufzte leise in den Kuss und hielt Blaine an der Hüfte fest. Er konnte es gar nicht verhindern, dass er sich weiter bewegte. Sie hatten sich zu lange nicht gesehen.

Als die Tür erneut aufging und mehrere Stimmen zu ihnen drangen, lachte Blaine lautlos, seine Schläfe an James Stirn gelegt. “Ziemlich viel Betrieb”, flüsterte er.

“Schht”, machte James grinsend und legte seine Hand auf Blaines Mund.

Blaine schloss die Augen, als James sich heftiger bewegte. Er kniff die Augen zusammen und legte seine Hand um seine eigene Erektion. Flink bewegte sie sich.

James unterdrückte sein Stöhnen, biss fest in Blaines Hals und trieb sich hart in ihn. Da draußen standen bestimmt fünf Männer. Eine Hand verirrte sich ohne nachzudenken hoch zum Türrahmen, an dem er sich festhielt.

Immer fester bewegte sich Blaine gegen ihn, legte eine Hand in dessen Nacken und hielt die Luft an, als er seinen Samen an der Wand verteilte.

Leise keuchte James auf, als er von Blaine eingeengt wurde und sich ins Kondom pumpte. So ganz leise konnte er dann doch nicht sein.

Blaine grinste und küsste ihn, als er sich an ihn lehnte. “Perfekt”, wisperte er in dessen Ohr.

Leise schnurrte James, hielt ihn fest und lauschte ins Bad. Die Gespräche waren verstummt, nachdem es in einer Kabine gekeucht hatte.

Abwartend schauten sie sich beide an und grinsten leicht. Und während sie warteten, zogen sie sich so lautlos, wie möglich an.

Sandro sah zu der geschlossenen Kabine, aus der die Laute kamen und legte den Kopf schief. “Würde mir ja was fehlen auf dem Klo zu vögeln”, murmelte er leise.

“Du bist ja auch langweilig”, sagte Marek und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare.

“Bitte? Soll ich dich hier auf dem Klo vögeln?”

“Naja, nicht hier, aber in der Uni.”

“Ernsthaft? Du willst Sex an öffentlichen Orten?”

Marek schaute ihn überrascht an. “Hast du das noch nie gemacht?”

“Nein?”

“Oh Baby, das müssen wir machen, das kickt enorm!”

James verdrehte die Augen. Konnten die mal gehen?

Blaine unterdrückte ein Lachen, dann klappten die Türen.

“Na endlich”, sagte er leise und schüttelte den Kopf. “Ich steh auf öffentlichen Sex, aber manchmal nerven die Leute.”

Blaine trat hinaus, wusch sich die Hände und gab James noch einen Kuss. “Aber die sind es, die es besonders machen.” Er zwinkerte und trat hinaus. Dort schlang er einen Arm um Sandros Schultern. “Der Mann hat recht ...”

Erschrocken und ungläubig sah Sandro ihn an. “Warst du das da drin?”

Blaine grinste, zwinkerte nur und ging zu Jessy zurück.

“Hey, wo warst du solange?”

“Klo ... holen wir uns noch was zu trinken?”

Die Nacht war lang und erst gegen drei Uhr machten sie sich auf dem Weg zurück. Müde und angetrunken kicherte Jessy, als sie zurück im Verbindungshaus waren und er über seine eigenen Schuhe stolperte.

“Deswegen sind neun Paar Schuhe echt gefährlich”,. sagte Elias leicht lallend.

“Neiiiin”, Jessy lachte auf. “Shhhh … Keegan ist schon früher zurück. Ihr habt doch noch einen Wettkampf.”

“Jaaah, da war was.”

Blaine stieg leise die Treppe hinauf und schaute in Keegans Zimmer. “Keiner da.”

“Wo isser denn hin?”, fragte Jessy mehr als verwirrt.

Blaine ging weiter zu Sid. “Aaaah, da isser. Auf Siddy. Sorry, weitermachen ...” Blaine grinste. “Scherz, sie schlafen”, sagte er und betrat sein Zimmer, wo er aufs Bett sank. “Schlafen ist gut ...”

Jessy stand unsicher zwischen ihren Betten und sah hin und her. Allein schlafen oder kuscheln?

“Tiiiiiger”, nuschelte er in sein Kissen.

“Ja?” Jessy kämpfte mit seinem Shirt, was er verzweifelt versuchte auszuziehen.

“Komm her ins Bett.” Blaine strampelte die Schuhe weg, dann die Hose und auch die Shorts, auch wenn er das nicht merkte. “Schlafen ...”

Jessy zog sich ebenfalls aus und krabbelte aufs Bett. “Hab dich lieb”, nuschelte er und schmiegte sich an Blaine.



Elias rieb sich am Sonntagvormittag die Augen und gähnte. Auch, wenn er nicht wollte, er musste aufstehen. Müde tastete er nach seinem Handy und runzelte die Stirn, als das Bild auf seinem Nachttisch hinunter rutschte. Langsam hob er es auf und schaute drauf.

Hoffe, dass du heute nicht getestet wirst. -A
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