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Kill My Mind

GeschichteLiebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Harry Styles Louis Tomlinson
01.04.2021
15.04.2021
4
7.646
 
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08.04.2021 2.188
 
„Verflucht Louis, du hast schon wieder verschlafen!“ seine Tür wurde aufgestoßen und schlug mit einem lauten Knall gegen seinen Kleiderschrank. Senkrecht fuhr er in seinem Bett hoch. Mit verstrubbelten Haaren starrte er zur Tür. Die Arme wütend in die Hüfte gestemmt, sah ihn seine jüngere Schwester Lottie missbilligend an.
„Wir müssen in 15 Minuten los und die Zwillinge haben immer noch kein Essen für die Schule, also schwing dein Arsch aus dem Bett und komm endlich!“ mit den Worten rauschte sie wieder davon, seine Zimmertür immer noch sperrangelweit offen.
Fluchend strampelte er sich aus seiner Decke und stand auf. Eigentlich hatte er vor gehabt heute früh noch zu duschen, doch das konnte er nun vergessen, außer er riskierte es das seine jüngeren Geschwister zu spät zur Schule kamen. Was für Louis definitiv nicht in Frage kam. Eine graue Beanie würde reichen müssen, um das Caos auf seinem Kopf zu vertuschen. Schnell schlüpfte er in eine frische Skinny Jeans und ein weißes T-Shirt. Louis hasste Montage. Aus gründen die sich seinem Verstand entzogen, schaffte er es einfach immer wieder zu verschlafen, was zur folge hatte das Lottie den ganzen Tag schlechte Laune schob und sie an ihm ausließ. Auf dem Weg zur Küche streifte er sich hüpfend ein Paar frische Socken. Kurz öffnete er die Tür zum Schlafzimmer ihres Dads. Die Vorhänge waren noch zu gezogen und der Gestank von schalem Bier schlug ihm entgegen. Vor dem Mittag würde wohl niemand mit ihm rechnen können. Louis hatte ihn gestern Abend nicht nach Hause kommen hören, obwohl er bis nach Mitternacht vor dem Fernseher im Wohnzimmer auf ihn gewartet hatte.
Enttäuscht schloss er die Tür wieder. Er vermisste seinen Vater. Auch wenn Mark nicht biologischer mit ihm verwandt war, war er doch der einzige Vater, den er je gekannt hatte. Nach allem was passiert war hatten sie ihn gebraucht. Zu Beginn war Mark auch für ihn und die Mädchen dar gewesen, doch je mehr Aufgaben Louis ihm abgenommen hatte, desto weiter hatte er sich von ihn allen entfernt. Doch so sehr Louis es auch versuchte, er würde für Lottie und die Zwillinge nie der Vater sein, den sie brauchten.
Seufzend sammelte er die Rucksäcke seiner jüngeren Schwestern ein und trug sie nach unten, wo er sie neben seine bereits gepackte Tasche stellte.

„Okey Daisy, Phoebe hoch mit euch Zähneputzen, sonst schaffen wir es nicht mehr pünktlich.“ Scheuchte Lottie die Zwillinge gerade hoch, als er die Küche betrat.

„Aber ich bin noch nicht fertig.“ Quengelte Daisy verärgert.

„Ich hab dir vorhin gesagt, dass du dich beeilen musst, jetzt haben wir keine Zeit mehr.“ Streng sah Lottie ihre jüngere Schwester an und schob sie in Louis Richtung.

Traurig sah er mit an, wie Lottie sich erschöpft die Haare aus der Stirn strich sobald die Zwillinge im Bad verschwunden waren. Früher hatte seine Schwester immer gelacht. Jetzt nicht mehr. Meist lag ein viel zu ernster und erschöpfter Ausdruck auf ihrem Gesicht. Sie hatten beide schneller erwachsen werden müssen, als gut für sie gewesen war.

„Ich mach den Rest hier, mach dich ruhig fertig.“ Bot Louis an und nahm ihr das Geschirr aus der Hand.

„Bist du dir sicher?“ fragte sie unsicher.

„Ja, ich schaff das schon.“

„Danke, Lou.“ Erleichtert sah sie ihn an und er drückt ihr noch schnell einen Kuss auf den Kopf, bevor sie ebenfalls nach oben verschwand.

Eilig schmierte ihnen allen ein paar Pausenbrote und packte Daisy noch ihre Stulle ein, die sie beim Frühstück wegen der Zeit nicht geschafft hatte. Besorgt stellte er während dessen fest, dass ihre Vorräte beinahe aufgebraucht waren. Er würde heute einkaufen gehen müssen, wenn sie nicht schon wieder Pizza bestellen wollten. Ein Blick in die Familienkasse verriet ihm aber auch, dass das Budget für den Einkauf nicht groß war. Das Geld, was er durch seinen Ferienjob im Sommer verdient hatte, wollte er eigentlich benutzen, um den Stapel Rechnungen auf dem Küchentresen abzuarbeiten. Doch so wie es jetzt aussah, würde er wohl schon ein Teil davon für den Einkauf verwenden müssen. Die neuen Schulsachen für die Zwillinge hatten mehr Geld geschluckt, als er einberechnet hatte. Während Louis die Brote auf die Rucksäcke verteilte, machte er sich gedanklich eine Notiz, sich nach einem dauerhaften Nebenjob neben der Schule umzusehen. Wenn er sich recht erinnerte suchte der Daily um die Ecke gerade eine Aushilfe.
Ein lautes Hupen riss ihn aus seinen Gedanken. Ein Blick aus dem Fenster, zeigte ihm das sein Freund da war, um sie abzuholen. Er war Niall unglaublich dankbar, dass er ihn und die Mädchen jeden Tag mit zur Schule nahm, so konnten sie den teuren Sprit für das Auto sparen.

„Niall ist da!“ rief Louis die Treppen rauf und zog sich seine ausgetretenen Vans an. Sobald alle ihre Schuhe und Jacken anhatten, scheuchte er die Drei raus zum Auto und zog hinter sich die Tür ins Schloss. Die Mädchen quetschten sich zu Dritt auf die Rückbank, während er neben Niall auf dem Beifahrersitz platz nahm.

„Alle angeschnallt?“ fragte Niall und legte den ersten Gang ein, sobald ihm ein einstimmiges Ja entgegenschlug. Sie warfen die Zwillinge an ihrer Primary School raus – sie würde später mit dem Bus wieder nach Hause fahren – und fuhren anschließend weiter zu ihrer Schule.
Sobald Niall seinen Wagen zum Stehen gebracht hatte, drückte ihnen Lottie zum Abschied noch einen Kuss auf die Wange und verschwand anschließen in der Masse der Schüler.

„Ich glaube es ist ihr peinlich mit uns gesehen zu werden.“ Sprach Louis seine Gedanken laut aus und gönnte sich einen Schluck Kaffee aus Nialls Thermobecher.

Sein Freund runzelte bei seinen Worten die Stirn und schaute in die Richtung, in welche Lottie verschwunden war. Nur hier und da tauchte ihr blondierter Schopf in der Menge auf.

„Sicher?“

„Absolut. Kein Mädchen in ihrem Alter, will in der Schule mit ihrem großen Bruder und dessen komischen Freund gesehen werden.“ Sagte Louis und gönnte sich einen weiteren Schluck. Niall nickte langsam mit dem Kopf, bis ihm klar wurde, dass Louis ihn gerade beleidigt hatte.

„Hey! Ich bin nicht komisch, wenn überhaupt bin ich voll cool.“ Beschwerte er sich.

„Sagte der komische Typ, der an einem bewölkten Tag eine Sonnenbrille trägt.“

„Das mache ich doch nur, damit nicht jeder gleich DAS hier sieht.“ Niall riss sich die Brille vom Kopf und entblößte dabei ein hübsches Veilchen auf seinem rechten Auge, dass sich langsam in ein hässliches Grün verfärbte.
Erschrocken sah Louis seinen besten Freund an, bevor er lauthals los Lachte. Beleidigt verschränkte Niall die Arme vor der Brust.

„Bist du dann fertig?“ fragte Niall ihn schmollend, nachdem er einige Minuten später sich immer noch nicht beruhigt hatte. Louis wischte sich eine Träne aus dem Gesicht.

„Du musst mir unbedingt erzählen, wie dass passiert ist!“ forderte er atemlos, immer noch ein breites Gesicht auf den Lippen. Niall kniff die Augen leicht zusammen und sah seinen Freund abschätzend an.

„Ich erzähle es dir, aber nur wenn du mir versprichst nicht zu lachen.“
Bemüht ernst, setzte Louis sich aufrecht hin und legte sich eine Hand übers Herz.

„Ich schwöre ich werde nicht lachen.“
Kurz zögerte Niall noch, bevor er mit der Sprache rausrückte.

„Ich bin eventuell am Freitag in Zayns Faust reingestolpert.“ Die Wangen vor Verlegenheit gerötet, wich Niall seinem Blick aus.

Ungläubig sah Louis seinen Freund einige Sekunden lang an, den Mund sprachlos geöffnet. Dann hielt ihn nichts mehr zurück. Hemmungslos brach er in Gelächter aus. Bei nahe rutschte er von seinem Sitz in den Fußraum. Sein Magen schmerzte und er schnappte japsend nach Luft. Ein Blick in Nialls Richtung genügte und er wieherte erneut los. Wage bekam er mit wie Liam die Tür öffnete und sich auf die Rückbank setzte.

„Was ist denn mit dir los?“ fragte dieser Louis, da er immer noch nach Luft schnappend auf dem Beifahrersitz lag.

„Niall ist…er ist in Zayns Faust rein…reingestolpert.“ Gackerte Louis und deutete auf Nialls blaues Auge.

Liam folgte dem ausgestreckten Finger. Bei Nialls Anblick schloss er sich Louis Gelächter an. Im Gegensatz zu Louis, rutschte Liam tatsächlich ab und landete lachende im Fußraum. Das gab Louis den Rest. Tränen rannen ihm übers Gesicht und er hielt sich haltsuchend an der Tür fest. Niall sah sie verärgert an.

„Ihr seid Arschlöcher!“ sagte er eingeschnappt und setzte seine Sonnenbrille wieder auf, bevor er ausstieg.

***

Es dauerte noch einen Moment, bis sie sich soweit beruhigt hatten, dass sie ebenfalls aussteigend konnten. Auch wenn das breite Grinsen sie bis zum Klassenraum nicht mehr verlies.

„Hey, Honey!“ raunte eine liebevolle Stimme in sein Ohr und zwei Arme umschlangen ihn von hinten. Eleanors Parfum stieg ihm in die Nase. Glücklich drehte er sich auf seinem Stuhl zu ihr herum.

„Hey.“ Hauchte Louis und zog ihr Gesicht zu sich herunter.

Als ihre Lippen sich berührten, gab Niall eine Reihe Würggeräusche von sich. El kicherte leise und löste sich von ihm.

„Du bist ja nur neidisch, weil du niemand hast.“ Warf sie Niall lachend vor, während Louis sie auf seinen Schoss zog und einen Arm um ihre Hüfte schlang.

Überaus erwachsen streckte Niall ihr daraufhin die Zunge raus, was El erwiderte. Glucksend vergrub Louis den Kopf am Hals seiner Freundin. Seine Freunde waren manchmal so kindisch, aber deshalb liebte er sie ja.

„Geht es dir gut? Du hast dich am Wochenende gar nicht gemeldet.“ Flüsterte El und strich über sein Kinn.

„Ja. Es tut mir leid, El. Ich hätte Freitag nicht einfach so gehen dürfen, ich war wohl ziemlich durch.“ Wisperte er zerknirscht und sah sie entschuldigend an.

„Schon okey. Aber du sagst mir, wenn es zu Hause wieder stress gibt?“ eindringlich sah El ihn an und er schluckte schwer.

Sie war die Einzige, die wusste, wie schlimm die Situation zu Hause wirklich war. Nicht einmal Niall oder Liam hatte er es erzählt. Natürlich wusste er, dass Beide, ohne zu zögern ihn unterstützen würden, wenn er es ihnen erzählte, doch noch war er zu Stolz, als dass er ihre Hilfe annehmen konnte.
Bevor Louis die Chance bekam, Eleanor zu antworten, betrat Harry den Raum. Jegliches Glücksgefühl, dass ihn bis eben noch durchströmt hatte verflog augenblicklich. Unglücklich zog Louis die Augenbrauen zusammen. Harry unterhielt sich gerade mit Zayn, als sein Blick auf ihn und El viel, die immer noch auf seinem Schoß saß. Abfällig zog Harry eine Augenbraue hoch und sah Louis wissend an. Wütend malmte Louis mit seinen Zähnen. Welches Recht hatte Harry schon, dass er glaubte über Louis urteilen zu können? Keines.

Eleanor merkte, dass seine Aufmerksamkeit nicht mehr ihr galt und folgte seinem Blick. Als sie merkte, dass Harry sie Beide anstarrte, blickte sie unsicher zu Louis.

„Ich denke ich sollte zu meinem Platz gehen.“ Flüsterte El und erhob sich.

„Warte!“ Louis zog sie zurück auf seinen Schoß.

Er sah an ihr vorbei zu Harry. Es war albern und normalerweise würde er sich niemals auf ein solches Niveau herablassen. Sobald er sich sicher war, dass Harry immer noch zu ihnen sah, vergrub er seine Hände in Eleanors Haaren und zog sie zu sich heran. Sie erstarrte vor Überraschung. Doch einmal überwunden, schmiegte sie sich in seine Arme und erwiderter den Kuss.

Niall stieß neben ihnen einen anzüglichen Pfiff aus. „Sucht euch ein Zimmer, lads.“

Er spürte, wie sie an seinen Lippen lächelte und löste sich von ihr. Die Wangen rot vor Verlegenheit, vergrub sie ihren Kopf kurz an seinem Hals. Sie gab ihm einen letzten Kuss auf die Wange und setzte sich anschließend auf ihren Platz einige Reihen weiter vorne.
Harry stand noch immer in der Tür, die Stirn düster gerunzelt sah er ihn an. Obwohl Louis nicht einmal eine Ahnung hatte um was es eigentlich ging, fühlte es sich so an als hätte er einen Sieg davongetragen. Wütend rauschte Harry an ihm vorbei und Louis konnte nichts gegen das befriedigende Grinsen auf seinem Gesicht tun.
Jemand tippte ihm von hinten auf die Schulter. Überrascht drehte er sich zu Liam um. Ernst sah dieser ihn an, den Oberkörper zu ihm vorgebeugt.

„Ich hab keine Ahnung was zwischen dir und Styles vorgefallen ist, aber du solltest Eleanor nicht für irgendwelche albernen Spielchen verwenden, nur um ihm eins reinzuwürgen.“ Sagte Liam, die Stimme gedämpft sodass niemand ihn hören konnte.

Louis presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen, nickte aber. Als Liam sich sicher war, dass seine Botschaft angekommen war, lehnte er sich wieder zurück.
Verstimmt drehte er sich wieder nach. Ein Blick zu Niall zeigt ihm, dass dieser nichts mitbekommen hatte. Dazu war er viel zu sehr in die Nachrichten auf seinem Handy vertieft. Louis ärgerte sich über Liams einmischen, gleichzeitig schämte er sich auch zu Tode, weil er ertappt worden war.
Sein Hass auf Harry verstärkte sich. Er hasste ihn dafür, dass er ihn am laufenden Band dazu brachte Eleanor zu verletzen. Gegen seine moralischen Grundsätze zu verstoßen, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern.
Heimlich sah er über seine Schulter zu Harry. Versunken tippte dieser auf seinem Handy. Die langen Haare hatte Harry heute zu einem albernen Dutt nach oben gebunden. Es sah total lächerlich aus. Von dem blauen Nagellack auf seinen Fingernägeln, wollte er gar nicht erst anfangen.
Louis würde ihn heute definitiv wegen der Sache vom Freitag noch zur Rede stellen. Und er hatte auch schon eine Ahnung, wie er das schaffen konnte.
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