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Angeama - Es war einmal

GeschichteAbenteuer, Humor / P18 / MaleSlash
Son Goku Vegeta
01.04.2021
15.09.2021
14
81.257
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15.09.2021 4.357
 
13. Das Feuerzeug - Die Hexe und die Hunde


Der schon bekannte Sog hatte Vegeta erfasst und anstatt ihn diesmal kreuz und quer durch ein Nichts zu schleudern, wurde der Prinz einfach unaufhörlich und immer schneller nach vorne gezogen. Er hatte das Gefühl ausgespuckt zu werden, als dieses Ziehen und Drücken plötzlich nachließ, er stolperte un mit seinen Armen rudernd versuchte, die Geschwindigkeit mit der seine Füße auf festen Boden gelandet waren, auszubremsen.
Etwas schlug gegen sein Bein, brachte ihn erneut ins Taumeln und nach zwei weiteren Schritten stand er endlich sicher auf einem hellbraunen, staubigen Weg. Er sah hinter sich, wo weder eine Türe noch Kakarott auftauche. Es war nur ein langer Feldweg da, der zwischen grünen Hügeln hervorkam. Links und rechts des Weges erstreckten sich Felder und Wiesen, in der Ferne konnte er einen Fluss sehen und Berge, der Himmel war blau, übersäht mit weißen Wattewölkchen, Vögel zwitscherten und es war angenehm warm.
So war das eben, wenn ER sich etwas aussuchte. Es war etwas Gescheites. Auch bei dem ersten Märchen hatte er die Rolle des Prinzen bekommen und das hier sah auch so aus, als würde nicht gleich der nächste Wolkenbruch, Nebel, Bean Sìdhe oder Wurm um die Ecke stürmen um ihn anzufallen. Wenn man etwas richtig machen wollte, dann musste man es eben selbst tun. So war das schon immer gewesen. Mit sich und seiner Wahl zufrieden sah er an sich herab.
Nun ja, nicht die Uniform eines Prinzen, aber immerhin eine Uniform. Dunkelblau, wie er tief einatmend feststellte, was eh eine Farbe war, die ihm schmeichelte, silbern aussehende Knöpfe, von denen aber der ein oder andere fehlte und dunkle, abgetragene Lederstiefel. Das Teil, was ihm ans Bein geschlagen hatte, entpuppte sich als ein einfacher Säbel und auf dem Rücken hatte er eine Tasche, die er auch erst mal zu durchsuchen gedachte. Grinsend zog er ein frisches Brot und ein Stück Käse heraus, schulterte die Tasche wieder und beschloss dem Weg und der Richtung, in die er hier herein gestolpert war, zu folgen.

Das Bild der Landschaft änderte sich nicht und ihm begegnete auch kein Mensch, kein Fuhrwerk oder was immer hier unterwegs sein mochte. Nichts ließ darauf schließen, was es in diesem Märchen zu tun gab. Da er auch nicht wusste, wie dieses Märchen hieß, beschloss er ganz untypisch sich einmal keine Gedanken zu machen und einfach nur die himmlische Ruhe und Gelassenheit zu genießen, ohne Kakarott. Kakarott … Kakarott … … … KAKAROTT!!! Gott allein schon an diesen Namen zu denken brachte die Wut zurück und er trat nach einem Stein. Dann nach einem anderen und nach noch einem und noch einem. Wie hatte dieser Kerl, wie hatte dieses Arschloch es geschafft, so lange zu überleben?! Der war so dumm wie der Dreck unter seinen Füßen und genauso viel wert!
Verflucht nochmal! Wenn er an früher zurück dachte … ihm fielen so viele Strafen ein denen er als Kind beigewohnt hatte und die er Kakarott hätte aufdiktieren können, bei diesem respektlosen Verhalten … wenn er davon auch nur eine, EINE, an ihm hätte ausleben können, das hätte ihm jetzt schon gereicht. Den Schweif schären zum Beispiel, oder einen Ring mit einem Glöckchen durch das letzte Glied treiben … dies hatte zu den größten Schanden gehört, waren aber auch noch milde Strafen gewesen. Interessanter wurde es dann, wenn man ihm den Schwanz Glied für Glied abgenommen hätte oder noch besser, man hätte ihn gleich an die Mauer der Verräter genagelt und er hätte jeden Tag zusehen können, wie Kakarott in der Sonne geröstet worden wäre. Oh … sein Vater hatte viele Möglichkeiten gekannt Saiyajins zu bestrafen, die ihm nicht gehorchten, oder ihre Aufgabe nicht erfüllten. Wahrscheinlicher wäre aber gewesen, dass er Kakarott nie begegnet wäre. Wenn aber doch … und er hätte ihn auch einmal nur falsch angesehen …
Ein Seufzen entkam den Lippen Vegetas, während er sich die nächste Methode ausmalte, mit der er seiner Wut an dem Jüngeren abreagiert hätte, wenn es ihr Volk noch gäbe und ihren Planeten und einfach alles, von dem dieser Vollidiot keine Ahnung hatte!

So in Gedanken versunken, übersah Vegeta den gigantischen Baum, der am Wegesrand stand und immer näherkam. Erst als er einen Schritt bereits in seinem Schatten tat, wurde ihm das gigantische Gewächs bewusst und er legte den Kopf in den Nacken, um in die Baumkronen zu sehen. „Riesenteil...“, murmelte er vor sich hin und bekam von dem Stamm eine Antwort.
„Nicht wahr?“
Der Saiyajin blinzelte. Nein, nicht der Stamm … da stand ein verhutzeltes, altes Weib, hässlich wie die Nacht und in braune Lumpen gekleidet zwischen den großen Wurzeln. Angeekelt verzog Vegeta das Gesicht und wollte weiter gehen, als die Alte ihn mit ihrer krächzenden Stimme zurückhielt.
„Junger Soldat, wenn du mir einen Gefallen tust, dann kannst du dir hinterher jeden Wunsch erfüllen.“
Schon wieder dieses Märchengelabber und eigentlich war ihm das scheiß egal, aber da das garantiert zu dieser Geschichte gehörte und er, zwar möglichst lange ohne Kakarott unterwegs sein wollte, aber nicht wieder Monate hier drinnen feststecken wollte, würde er der alten Hexe wohl zuhören müssen.
„Spuck‘s aus!“
„Dieser Baum hier, der ist hohl Söhnchen und du bist ein strammer junger Soldat. Du musst wissen, unter der Erde, in seinem Inneren da gibt es Geld, viel Geld … so viel Geld, dass du dir damit all deine Wünsche erfüllen kannst. Du könntest dir ein Königsschloss kaufen, ein Prinz sein, ein König, nie wieder Hunger, nie wieder Sorgen … all das wartet da drin auf dich und du musst es dir einfach nur holen.“
Das klang zu gut um wahr zu sein und stank zum Himmel. Da gab es mit Sicherheit einen Haken. „Und du sagst mir das weil...?“
„Ich zu alt bin um hinunter zu klettern.“
„Und ich soll dir wohl die Hälfte von dem Geld geben, was?“
„Nein, alles was ich will, ist ein Feuerzeug, welches ich dort unten vergaß, als ich das letzte Mal Geld holen war. Es gehörte meiner Großmutter und ist ein Erinnerungsstück.“
Vegeta hob skeptisch die Braue. „Und du willst nichts von dem Geld?“
„Söhnchen, Söhnchen, wenn du in mein Alter kommst, dann machst du dir nichts mehr aus Geld, sondern hängst lieber an den Erinnerungen deiner Kindheit.“
In Anbetracht der Tatsache womit er die letzten Stunden verbracht hatte, konnte er das sogar nachvollziehen. Die Augen leicht verdrehend fragte Vegeta: „Und was erwartet mich da unten genau?“
Die Alte trat von den Wurzeln weg und humpelte gebückt und auf einen knochigen Ast gestützt auf ihn zu. Dabei zog sie ein dunkelblaues Tuch aus der Tasche. „Ich geb dir dieses Zaubertuch. Alles was du darauf setzt, verschwindet in seinem Inneren und du kannst so viel hineingeben wie du möchtest. Wenn du es wieder herausholen willst, dann musst du es nur ausbreiten, deine Hand darauf legen und an das denken, was du haben willst und es wird auf der Oberfläche erscheinen.“
„Praktisch.“
„Gewiss. Dort unten gibt es drei Kammern. In der ersten findest du eine Truhe mit Kupfermünzen und einen Hund, halb so groß wie du, aber mit rasiermesserscharfen Zähnen, doch der wird dir nichts tun, auch nicht, wenn du dir alles Kupfer aus seiner Truhe nimmst. Willst du aber lieber Silbermünzen, dann musst du in den zweiten Raum. Dort sitzt allerdings ein Hund, der ist so groß wie ein Pferd und seine Eckzähne sind halb so groß wie du. Sollte es dich aber nach Gold verlangen, dann ist die dritte Kammer die deine. Dort wacht ein Hund, so groß wie ein Haus mit Zähnen die alles zerreißen und zerfleischen können. Aber auch vor dem musst du dich nicht fürchten, denn auch er wird dir nichts tun, selbst wenn du all sein Gold nimmst.“

Irgendwie klang das … nicht wirklich plausibel. Warum sollten da unten solche Tiere Wache halten, wenn sie dem, der kam um das Geld zu stehlen, nichts taten? Das war doch idiotisch! Andererseits … welches Märchen war nicht idiotisch …
„Und wo ist das Feuerzeug?“
„Das weiß ich nicht mehr…ich hab es irgendwo verloren. Irgendwo in den drei Zimmern, vielleicht ist es mir auch in eine der Kisten gefallen. Ach Söhnchen, das ist alles so lange her.“
Zögerlich griff Vegeta nach dem blauen Tuch. Ihm kam das alles noch sehr seltsam vor … und es war einfach UNMÖGLICH, dass diese ganze Sache keinen Haken hatte aber … er würde es wohl darauf ankommen lassen müssen. Zumindest würde ihn das von Kakarott ablenken.
„Und wie komm ich in den Baum?“
„Auf der Rückseite hängt ein Seil, Söhnchen. Damit kannst du bis zur Baumkrone klettern, wo du eine Öffnung finden wirst. Mit dem Seil kannst du dich dann in das tiefste Innere hinablassen.“
Jetzt wo die alte Schabracke so dicht vor Vegeta stand, begann er sie genauer zu mustern. Ihre Nase hatte einen gewaltigen Höcker und die Nasenspitze reichte ihr fast bis zum Kinn hinab. Ihre Haut war übersäht mit Falten. Auf dem Kopf hatte sie kaum noch Haare und die, die sie noch hatte, waren fettig und grau. Ihre Augen waren von einer so durchdringenden Schwärze, so ein Schwarz hatte er noch nie gesehen, nicht einmal bei einem Saiyajin. Sie waren … unheimlich. Als würden sie all das Böse dieser Welt verkörpern und als ob diese Hexe mit ihren Höllenaugen seine Seele in sich aufsaugen könnte. Er wandte schnell seinen Blick ab. Diese scheiß Märchen immer!

Ohne ein weiteres Wort an das alte Weib zu richten, ging er um den Baumstamm herum, entdeckte auch gleich das Tau, das, als er es mit seinem Blick verfolgte, irgendwann zwischen den dichten Ästen verschwand. Wundervoll. Er durfte also klettern. War ja nicht so als könnte er im echten Leben fliegen …
Erneut verdrehte Vegeta seine Augen. Dieses Märchen nervte ihn fast noch mehr als Kakarott. Obwohl … nein, nichts konnte ihm jemals so die Laune verderben wie dieser Clown! Schlimm genug, dass er andauernd an ihn denken musste! Missmutig schnappte er sich das Seil, stemmte sein rechtes Bein gegen die Rinde und begann den mühsamen Aufstieg. Sich durch immer dichter werdendes Gestrüpp hindurchquetschend erreichte er endlich diese ominöse Öffnung, von der die Alte gesprochen hatte. Direkt davor befand sich ein Ast, der dick genug aussah, dass Vegeta darauf steigen konnte und erst einmal einen Blick in das schwarze Loch werfen konnte. Erstaunlicherweise sah man am Boden des Schachts Licht flackern. Nachdem er das Seil nach oben gezogen und in das Loch geworden hatte, überkam ihn nochmal ein verdammt ungutes Gefühl. Es würde hier sowas von einen Haken geben, dessen war er sich nur allzu bewusst, aber … war doch im Endeffekt auch egal. Alles war ihm egal! Auch das hier würde er hinbekommen, ganz ohne Kakarott! Er würde da runtersteigen, das Feuerzeug der Hexe suchen und dann … scheiße verdammt! Warum hatte er sich nur nicht den Titel dieses Märchens angesehen?!

Vegeta staunte nicht schlecht als er sich der Schacht, den er hinunterkletterte, öffnete und er inmitten einer gigantischen, unterirdischen Halle hing. Sie war ausgeleuchtet von vielen, kleinen, umherschwirrenden Punkten … wohl Glühwürmchen, die kreuz und durcheinander flogen. Sich umblickend entdeckte er die drei Türen, von denen die Schabracke erzählt hatte. Immerhin das stimmte bis jetzt. Stück für Stück ließ er sich noch das letzte Stück Seil hinab, merkte, wie seine Kräfte langsam weniger wurden und er deswegen innerlich zu fluchen anfing. Wie schwach Menschen doch waren! Das Tau reichte zusätzlich nicht bis zum Boden, also musste er die letzten zwei Meter hinabspringen. Gleichzeitig verfluchte er sich selbst, denn er hatte keine Ahnung, ob der Körper, in dem er steckte, die zwei Meter wieder nach oben würde springen können. Als beim Landen ein kurzer, stechender Schmerz von seinem Knöchel durch sein Bein schoss, wurde er wieder wütend. Wütend darüber, dass er in dieses scheiß Loch hatte klettern müssen und dass diese Hexe ihn jetzt mit Sicherheit hier würde versauern lassen. Er würde eledig krepieren, weil er den Haken einfach nicht erkannte und … und wessen Schuld war das alles?! Natürlich die von Kakarott ...

Sich über seinen Knöchel reibend stellte er zumindest fest, dass er nicht gebrochen war. Diese dreckigen, alten Stiefel hatten seine Waden wohl soweit stabilisiert, dass sie diesem Sprung standgehalten hatten. Wenigstens etwas. Dann würde er im schlimmsten Fall hier verhungern. Tja … oder von diesen Viechern gefressen werden.
Noch während er das dachte, fiel sein Blick auf die drei Türen. Nach der Beschreibung der Alten war dahinter ein Köter gefährlicher als der andere. Von wegen, sie würden ihm nichts tun! Kakarott würde dem vielleicht Glauben schenken, aber sicher nicht er! Der Säbel an seiner Seite fiel ihm plötzlich ein, über den er fast gestolpert wäre, als er in diesem Märchen angekommen war. Er zog ihn und schlich auf die erste Tür zu. Wozu sollte er noch Zeit verlieren? Davon hatten sie ohnehin schon genug verschwendet!
Er ließ den Säbel einige Male über sein Handgelenk schwingen und stellte befriedigt fest, dass seine Figur, dieser Soldat, dieses Teil zu beherrschen schien. In geduckter Haltung drehte er an dem bronzenen Knauf der ersten Türe, stieß sie auf und sprang zurück, den Säbel über seinem Kopf haltend, bereit jederzeit dem Köter den Schädel zu spalten. Die Tür schwang auf und die Glühwürmchen wirbelten durch den Luftsog wild umher. Alles blieb seltsam ruhig ...

Vegeta wartete, darauf gefasst, dass sich jederzeit ein wildes Tier auf ihn stürzen würde und er es in hundert Fetzen zersäbeln konnte. Denn genau danach war ihm gerade. Er wollte irgendetwas zerfetzen, zerreißen, zerstückeln. Doch … nichts rührte sich in der Kammer. Wieso kam der Köter da nicht raus verdammt?! Er trat einen Schritt vor, hob den Säbel weiter an, dann noch ein Schritt, noch einer, bis er mitten in der Kammer stand. Die Glühwürmchen flogen in den Raum und ihr Licht fiel auf eine kleine Truhe. Er musterte sie aufmerksam, doch dann lenkte ihn eine Bewegung im Schatten dahinter ab. Wieder machte er einen Schritt retour.
„Komm raus, Köter!“
Als ob das Tier nur auf ein Kommando gewartet hätte, erhob es sich hinter der Truhe, reckte dabei sein Hinterteil in die Luft und streckte seine Pfoten nach vorne. Man hätte meinen können, es würde sich vor Vegeta verneigen, doch es gähnte herzhaft, legte dabei den Blick auf seine rasiermesserscharfen Zähne frei. Dieser Hund war nicht sonderlich groß, die Hexe hatte das Tier also richtig beschrieben. Irgendwie erinnerte es Vegeta an eines der Hundsviecher, die Bulmas Vater immer um sich hatte und die waren alles andere als gefährlich. Eine verblödete Rasse, die nur nach der Pfeife ihres Herrn tanzte …
Nachdem sich der Hund ausgiebig gestreckt hatte, kam er mit wedelndem Schwanz um die Truhe herum, setzte sich daneben und starrte Vegeta einfach nur an. Da sich der Prinz jedoch keinen Millimeter bewegte, legte der Hund seinen Kopf schief, als würde er fragen wollen, warum Vegeta denn nichts tat. Diese Geste … dieses Kopf schief legen … warum musste ihn einfach immer alles an diesen Vollidioten Kakarott erinnern?!
Vorsichtig und wachsam richtete sich der Prinz auf, ließ den Säbel sinken, hielt ihn jedoch immer noch fest in seiner Hand, bereit ihn jederzeit einzusetzen. Den Hund nicht aus den Augen lassend trat er an die Kiste heran. „Ja, so ist’s brav. Mach schön ‚Sitz‘…Köter.“
Hochkonzentriert öffnete Vegeta die Kiste. Stück für Stück. Den Hund ununterbrochen anstarrend, doch … der rührte sich auch weiterhin nicht. Als die Truhe zur Gänze offen stand, hob Vegeta fragend eine Augenbraue an. „Du bist ein schlechter Wachhund, das ist dir schon klar, oder?“
Als Antwort auf diese Frage erntete der Prinz ein erneutes Gähnen. Vegeta verdrehte die Augen.

Weiterhin aufmerksam griff er in die Truhe und holte Hand um Hand Kupferstücke heraus, legte sie auf das blaue Tuch der alten Schachtel und sie sanken einfach ab und verschwanden. Der Hund beobachtete ihn interessiert dabei, doch tat darüber hinaus nichts weiter. Als es nicht den Anschein machte, dass die Truhe leerer werden würde, legte Vegeta den Säbel griffbereit neben sich, behielt den Hund im Auge und hob mit einem Ächzen die ganze Truhe hoch um sie einmal auszukippen. All die Kupferstücke klimperten in das Tuch und es waren derer sehr viel mehr, als in die Truhe hätten passen dürfen; Märchen halt. Als nichts mehr herauskam, fand die Truhe ihren Platz wieder auf dem Podest und Vegeta packte das Tuch zusammen und den Säbel. Der Hund legte den Kopf auf die andere Seite, sah ihn an und schlabberte einmal mit seiner Zunge über seine Schnauze.
„Drecksvieh...“, murmelte der Saiyajin … genauso treudoof wie ein gewisser Jemand den er kannte. Dem Braten immer noch nicht trauend, ging er rückwärts aus der Türe und atmete erst auf, als er sie wieder schloss und tatsächlich einfach NICHTS passiert war. Das war einfach komplett … bescheuert!

Mit der gebotenen Vorsicht ging Vegeta an den zweiten und dritten Raum heran. Die Hunde waren hier sehr viel größer und sahen genauso aus, wie sie die Hexe beschrieben hatte, als könnten sie ihn beide mit einem einzigen Bissen umbringen. Besonders der gigantische Hund im dritten Raum, der hätte ihn mit einem Happs, unzerkaut hinunterschlucken können. Zu seinem Glück verhielten sie sich aber genauso unlogisch wie der Hund bei den Kupferstücken.
Der zweite Köter war aufgesprungen als Vegeta die zweite, größere Kammer betreten hatte, war schwanzwedelnd um ihn herumgelaufen und hatte sich dann auf den Rücken geworfen und ihm seinen Bauch präsentiert. Verächtlich schnaubend hatte Vegeta ihn einfach ignoriert und war an die Truhe mit den Silberstücken herangetreten.
In der dritten Kammer war ihm dann das größte und furchteinflößendste Vieh begegnet. Riesig, gigantisch ragte es bis zur Decke des Raumes, unter sich zwischen seinen Beinen die Truhe mit dem Gold. Als Vegeta nähergetreten war, den Säbel erneut zum Schlag erhoben, hatte sich der Kopf des Köters zu ihm herabgesenkt und sie hatten sich eine ganze Weile einfach nur angestarrt bis sich das Maul des Tieres geöffnet hatte und Vegeta nur noch dachte, dass jetzt seine letzte Stunde geschlagen hätte. Doch der gigantische Hund hatte nur zu hecheln begonnen, seine Lefzen nach hinten gezogen und fast hätte man meinen können, er grinse den Saiyajinprinz an. Die Krönung des Ganzen war es dann, als dieses Mistviech seine Zunge herausstreckte und Vegeta einmal von unten nach oben abschlabberte. Fluchend, sich den Sabber aus dem Gesicht wischend, hatte er den Köter angeschrien, dass er das gefälligst lassen sollte, woraufhin sich der Hund prompt auf seine Hinterbeine gesetzt hatte und sich artig nicht mehr bewegte. Das Verhalten dieser Tiere eindeutig weitere Beweise dafür, dass Muskeln ohne Hirn einfach nur nutzlos waren …

So fanden Silber und Gold ihren Weg zum Kupfer und Vegeta steckte das wertvolle, blaue Tuch sicher unter seine Uniform an seiner Brust. Sollte dieses Märchen noch etwas anderes zu bieten haben, außer Hunde, Hexen und diesen Feldweg, dann würde er es sich gut gehen lassen können.
Zufrieden mit sich und dem was er erreicht hatte, trat er wieder in den großen runden Raum, in welchem das Seil weit über dem Boden hing. Verflixt, er musste ja noch dieses blöde Feuerzeug finden. Suchend sah er sich um, ging den Raum ab, dann sogar noch einmal in die Räume mit den Hunden, welche wieder nur träge den Kopf hoben und ihn mit ihren Augen verfolgten, bis auf den größten von ihnen, der sofort wieder zu hecheln begann und sein gewaltiger Schweif freudig hin und her wedeln ließ.
Vegeta schlug auch die Deckel der Truhen hoch und sah, dass in ihnen schon wieder die ersten Münzen funkelten. Grinsend kehrte er in die große Halle zurück. Er konnte sich also immer wieder hier bedienen, wenn das Märchen länger dauern würde. Das Tuch noch einmal hervor holend betrachtete er es. Das war schon ein praktisches Teil … hoffentlich wollte es die Alte nicht zurück … und selbst wenn, er konnte es ihr ja auch einfach verweigern. Was konnte die schon gegen ihn ausrichten? Während er so darüber nachdachte, wo dieses Feuerzeug noch sein könnte, spürte er plötzlich etwas Hartes in seiner Hand aufschlagen. Mit gerunzelter Stirn, das Tuch wieder einsteckend, erblickte er das Objekt seiner Begierde. Es war wohl wirklich in einer der Truhen gewesen. Glück gehabt, so musste er nicht weiter seine Zeit damit verschwenden es zu suchen und es zeigte ihm auch, dass das Tuch genau so funktionierte, wie die Alte es ihm gesagt hatte.
Den Kopf in den Nacken legend starrte er nun zu dem Seil hoch, welches in zwei Metern Höhe über seinem Kopf schwebte. Probehalber sprang er einmal aus dem Stand nach oben und streckte seine Hand aus. Er hatte es zwar geschafft, das untere Ende mit seiner Hand zu erreichen und es zu packen aber … keine Chance. Die Figur, die er hier verkörperte, hatte nicht genug Kraft in den Armen um sich so an dem Seil hochzuziehen. Fluchend war ihm daraufhin das Seil aus der Hand gerutscht und er war wieder auf dem Boden gelandet. Auch die nächsten drei Versuche brachten dasselbe Ergebnis. Vor sich hin grummelnd sah er sich in der unterirdischen Halle um, fand jedoch nichts, was ihm bei diesem Problem hätte helfen können. Und alles nur wegen Kakarott! Wegen ihm war er in diesem beschissenen Buch!
Gedankenverloren spielten seine Finger mit dem Deckel des Feuerzeugs, klappten es auf und wieder zu. Dann blieb ihm nur die Möglichkeit diese elendig schweren Truhen hierher zu zerren, sie zu stapeln und von da aus zu dem Seil zu springen. Doch ehe sich Vegeta versah, saß der kleine Hund aus dem Kupferraum neben ihm und wedelte mit dem Schwanz. Einen Satz von ihm weg machend zog der Saiyajin sein Schwert und hielt ihn dem Vieh entgegen. Wie zum Teufel war der aus der verschlossenen Kammer gekommen?! Ob er jetzt doch noch von den Viechern angegriffen wurde? Ihm fielen fast die Augen aus dem Kopf, als der Hund plötzlich zu sprechen begann: „Befiel mein Herr und ich werde gehorchen.“
„Was?“
„Befiel mein Herr und ich werde gehorchen.“
„Das hab ich schon verstanden!“
Der Hund blieb stumm und starrte ihn weiterhin an. Vegeta knirschte mit den Zähnen. Das Vieh würde ihm also gehorchen? Konnte das sein? Aber was sollte er mit diesem kleinen Flokati anfangen? Er mochte keine Hunde … die waren dumm und folgsam und … erinnerten ihn an jemanden, an den er nicht erinnert werden wollte! Verdammt nochmal … jetzt dachte er schon wieder an Kakarott und auch noch mit den gleichen Gedanken wie schon zuvor! Das durfte doch nicht wahr sein!
Okay … gut, der Köter war aufgetaucht, als er mit dem Deckel des Feuerzeugs geschnippt hatte. Wenn er das nochmal tat, dann verschwand er vielleicht auch wieder. Gesagt, getan. Doch nichts passierte. Genervt klappte er den Deckel des Feuerzeugs zweimal schnell hintereinander auf und zu, doch anstatt dass der Köter jetzt verschwand saß plötzlich auch noch der vor ihm, der so lange Eckzähne hatte und so groß war wie er selbst.
„Befiel mein Herr und ich werde gehorchen.“
„Echt jetzt?!“ Aber Moment … er starrte auf das Feuerzeug und ein Grinsen stahl sich auf seine Lippen. Er ließ es diesmal dreimal hintereinander schnippen und schon stand der Hund vor ihm der so groß war wie ein Haus.
„Befiel mein Herr und ich werde gehorchen.“ Na das war doch mal wirklich ein nützliches Spielzeug. Kein Wunder, dass die Hexe es hatte haben wollen. Diese alte Schabracke! Ihn mit Kupfer, Gold und Silber ködern und den genialsten Schatz für sich behalten. Na der Alten würde er es aber zeigen!
Sich zu dem größten der drei Hunde umdrehend sagte er: „Heb mich zu dem Seil hoch.“ Ohne zu diskutieren oder anderweitig Zeit zu verlieren, legte sich der Hund auf den Boden, Vegeta begann an seinem Fell hochzuklettern und als er in dessen Nacken stand, erhob sich das gigantische Vieh wieder und Vegeta konnte sich ganz bequem direkt an dem Loch, durch das er hier herunter gekommen war, das Seil schnappen. Das Feuerzeug vorher noch gut verstauend machte er sich an den langen und beschwerlichen Aufstieg und, als er endlich wieder im Tageslicht stand, an den Abstieg am Baum.

Die alte Hexe wartete schon ungeduldig auf ihn. „So Söhnchen, hast du alles so vorgefunden, wie ich es dir gesagt habe? Hast du dein Gold?“
„Hab ich.“
„Und hast du auch das Feuerzeug gefunden, nach welchem ich dich gebeten habe zu suchen?“
„Habe ich.“
Gier blitzte in den Augen der Alten auf und ihre fordernde Hand, mit den langen Nägeln, schnellte in seine Richtung. „Gib es mir.“
„Nein.“
„Was?“
„Nein.“
Sie starrte ihn erbost an und ihre Augen sprühten Gift und Galle, sie begann mit ihrem Stock vor seinem Gesicht herumzufuchteln und allerlei Beschimpfungen gegen ihn auszusprechen.
„Du undankbarer Tunichtgut! Du unersättlicher Mensch! Ich habe dir den Weg zu Reichtum und der Erfüllung deiner Träume gewiesen und du verweigerst einer alten Frau das Andenken an ihre Großmutter?! In der Hölle sollst du schmoren, ich verfluche dich! Hörst du? Ich VERFLUCHE dich!“

Ohne mit der Wimper zu zucken schnippte Vegeta den Deckel des Feuerzeugs schnell zwei Mal und der mittlere Hund mit den langen Reißzähnen erschien neben ihm. Der Alten erstarb jedes Wort auf der Zunge.
„Befiel mein Herr und ich werde gehorchen.“ Und während eine kleine und sehr leise Stimme in Vegetas Kopf noch schrie, dass er das nicht machen konnte, dass sie ihm nichts getan hatte, dass es einfach jenseits jeder Moral war, was er grade vor hatte zu tun, zeichnete sich auf den Lippen des Saiyajinprinzen ein eiskaltes Lächeln ab. Ja, Kakarott hätte ihm das mit Sicherheit auch gesagt, aber der war nicht hier … niemand war hier … und es war ein Märchen, eine Geschichte, bei der er tun und lassen konnte was er wollte, ohne Konsequenzen für sein reales Leben. Sein Grinsen wurde noch breiter.

„Friss.“


*** *** ***



Hallihallo ^^

An dieser Stelle wollten wir uns schon einmal für eure Teilnahme an der Umfrage bedanken und natürlich auch, für Eure ganzen Rückmeldeungen. *freu* Es war und ist spannend zu verfolgen, welches Märchen Ihr euch wünschen würdet und ja klar, es war mit Sicherheit schwierig sich zu Entscheiden. ^^'
Bis Ende des Monats ja noch etwas Zeit, also an all die unentschlossenen Leser da draußen, die diese Geschichte verfolgen, votet JETZT für Euer Wunschmärchen, mit dem Ihr ins nächste Jahrs starten wollt. ;)

1. Schneeweißchen und Rosenrot
2. Hensel und Gretel
3. Die Hexe von Fife


Wenn Ihr es nicht öffentlich machen möchtet, kein Problem, eine kurze, private Nachricht an eine von uns, reicht auch. Muss auch gar nicht viel drin stehen, das Märchen reicht schon. Oh und ... wir verraten natürlich nicht, wer gewonnen hat. *grins* DAS erfahrt Ihr dann am ersten Januar 2022. =)
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