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How to save a live

von Celiiine
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P18 / Het
Daryl Dixon OC (Own Character)
31.03.2021
06.04.2021
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31.03.2021 1.022
 
„SIDNEY!“ Sein energischer Ruf erklang hinter mir und hallte in den kahlen und grauen Fluren mehrfach wieder. Eine Gänsehaut machte sich auf mir breit und ich rannte noch schneller. Mein Körper war gefüllt von Adrenalin und wie von selbst bahnte ich mir meinen Weg aus diesem kalten Labyrinth.
Ich hörte das Echo von Schritten, die mir dicht auf den Fersen waren, doch ich konnte nicht zuordnen aus welcher Richtung sie kamen.
War er vielleicht direkt hinter mir? Sollte ich es wagen mich umzudrehen?
Diese Gedanken verwarf ich sofort wieder und lief weiter. Sobald ich die Treppe erreichen würde, hätte ich es geschafft. Nur noch einmal nach rechts…
Plötzlich packte mich jemand von der Seite an der Taille und drückte mich mit eisernem Griff an sich. Erschrocken schrie ich auf und strampelte, trat und schlug um mich, um mich so aus den Fängen der Person zu befreien.
„Lass mich los!“ kreischte ich.
Es war nicht er. Er war nicht so kräftig. Es musste also einer der Wachen sein.  Und die Wachen hatten Waffen.
„Halt die Klappe!“ Der Mann packte meinen linken Arm schmerzhaft, doch dadurch, dass er den anderen noch immer um meinen Bauch geschlungen hatte, verschaffte er mir eine Chance. Mit aller Kraft die ich besaß rammte ich meinen Ellenbogen nach oben gegen seinen Kehlkopf.
Hektisch ließ die Wache mich los, fasste an seine Kehle und schnappte nach Luft. Ich stolperte nach vorne. Mit dem Schlag hatte ich mir ein kurzes Zeitfenster verschafft, in dem ich abhauen konnte, aber ich wollte seine Waffe mit holen. Irgendetwas sagte mir, dass ich sie noch brauchen würde.
Somit drehte ich mich schnell wieder um und griff nach der Waffe, die in der Halterung an seinem Gürtel steckte. Doch ich war zu langsam. Gerade als ich sie schnappte und losrennen wollte, ergriff die Wache meinen Arm und zog mich zu sich zurück. Dabei fiel mir die Pistole aus der Hand.
„Nein!“ schrie ich und begann mich zu wehren. Dabei schaffte ich es ihm einen ordentlichen Schlag in die Magengrube zu verpassen.
Er stöhnte vor Schmerzen auf, eher er mich zu Boden schubste.
„Du Miststück!“ fauchte er. Sein Gesicht war eine vor Wut verzerrte Grimasse.
Voller Angst rutschte ich auf dem Boden zurück  bis ich die Waffe aus dem Augenwinkel realisierte.
Ich rollte mich auf die Seite, um an sie heranzukommen, als ich auf einmal einen starken Schmerz in meinem Rück vernahm, der mich aufschrien ließ. Der Mistkerl hatte mich getreten.
Aufgebracht packte er mich am Bund meines T-Shirts während ich noch immer mit ausgestrecktem Arm versuchte an die Waffe zu kommen.
Und genau in dem Moment als er mich an meinem Oberteil nach oben zog, ergriff ich sie. Er schien es nicht zu merken.
„Du kommst jetzt wieder mit!“ Der Mann wollte erneut meinen Arm erfassen, doch in dem Moment hob ich die Waffe und schlug ihm damit so fest ich konnte auf den Kopf. Mein Körper war voller Adrenalin, was mir wohl die nötige Kraft gab, durch die er von mir abließ und bewusstlos zu Boden sank.
Außer Atem ließ ich mich ebenfalls auf meinen Knien nieder und atmete tief durch. Ich wusste nicht woher ich die ganze Kraft plötzlich hernahm, aber ich brauchte sie um jeden Preis. Jedoch immer noch vollkommen verwundert darüber sah ich auf den Mann, den ich soeben ausgeknockt hatte.
Doch als ich wie aus dem Nichts wieder das Hallen von Schritten in den Fluren hörte, lief mir erneut der kalte Schweiß den Rücken runter. Wie vom Blitz getroffen sprang ich auf, die Waffe fest umklammert und sprintete so schnell ich konnte zu den Treppen und nach oben.
Ich konnte schon das Sonnenlicht sehen, dass durch die Fenster fiel, als auf einmal ein dunkler Umriss in mein Sichtfeld gelang. Vor der Tür, die das letzte Hindernis zu meiner Freiheit darstellte, stand eine weitere Wache.
Es war Julian. Ich kannte ihn, da er einer der wenigen Wachen war, die mit mir sprachen und ich kam sogar gut mit ihm aus, denn er war immer freundlich zu mir.
„Bis hier und nicht weiter.“ Er streckte die Hand aus und ich blieb stehen.
„Julian, geh mir aus dem Weg!“ befahl ich.
„Das kann ich nicht. Wir brauchen dich hier.“
„Nein, nicht du auch noch. Du kannst mich nicht wieder da runter schicken.“
Seine Aussage erschrak mich. Ich habe immer gedacht, dass er ein Mensch mit Anstand und Mitgefühl ist. War er doch so grausam und egoistisch wie die anderen?
„Ich kann dich aber auch nicht gehen lassen.“
Aus dem Gang am Fuß der Treppe klangen Stimmen nach oben. Gleich würden sie hier sein.
Julian war zu stark und ich würde es nicht schaffen nochmal so zu kämpfen wie eben.
Verzweifelt sah ich auf die Waffe in meiner Hand und richtete sie nach kurzem Zögern zitternd auf den jungen Mann vor mir.
„Geh auf Seite.“ Auch meine Stimme war alles andere als ruhig und fest. Sie zitterte ebenfalls.
„Das würdest du nicht tun.“ Er kam näher.
„Ich will das nicht. Also lass mich durch.“
Julian schüttelte den Kopf. „Du wirst nicht schießen.“
„Lasst sie nicht entkommen!“ Seine Stimme drang vom Fuß der Treppe in mein Ohr.
Sie jagte mir eine solche Angst ein, dass ich aus Panik und ohne nachzudenken einfach abdrückte. Der Knall, der ertönte war ohrenbetäubend laut, doch als ich sah wie der Mann vor mir zu Boden fiel, fühlte ich mich wie betäubt.
Er schlug auf dem Boden auf und sah mich aus weit aufgerissenen, leblosen Augen an. Blut rann aus dem Loch in seiner Stirn. Ich hatte ihn umgebracht. Ich hatte gerade einen Menschen getötet.
„Schnell!“ brüllte seine Stimme von unten und riss mich aus meiner Starre.
Wie in Trance rannte ich weiter, über Julians Leiche hinweg, während ich das Bild seiner toten Augen nicht mehr aus meinen Gedanken bekam.
Aufgelöst drehte ich mich um während ich immer weiter lief und sah seinen leblosen Körper dort liegen. Doch was ich ein paar Meter hinter ihm erblickte, war noch schlimmer.
Es war er, der gerade das Ende der Treppe erreichte und mich durch die Tür, die nur langsam ins Schloss fiel, direkt aus seinen kalten Augen anschaute.
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