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More than a feeling

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Genevieve Cortese Jared Padalecki Jensen Ackles Misha Collins
31.03.2021
02.06.2021
12
35.660
3
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31.03.2021 3.416
 


So, you want to go to a real party?



Die Gespräche, die zur Zeit stattfanden, kamen nur durcheinander bei mir an. Ich schüttelte kurz den Kopf, um mich zu sortieren, und stand dann auf. Ich brauchte mal Abstand, von den anderen, so sehr ich die meisten auch mochte. Ständig die vielen Gespräche über die neueste Errungenschaften wie einer Yacht, die neueste Villa oder sonst irgendwas aus dem Kreis der Superreichen, was eigentlich keiner brauchte. Gucci, Prada, das war alles nicht meine Welt, auch wenn ich mit der Schauspielerei einen Haufen Asche verdiente; Ich steckte das Geld  lieber in soziale Projekte.

Ich verabschiedete mich mit einem flüchtigen Winken, schnappte mir meinen Laptop und verließ fast fluchtartig den Raum und suchte mir in der Hotellobby eine kleine Nische in der ich mich unbeobachtet fühlte. Dort konnte ich, von den anderen ungestört an meinem Manuskript arbeiten, für ein Buch das ich schon versuche seit Jahren endlich mal zu schreiben.

Ich rieb mir mit den Händen einmal übers Gesicht, um die Anstrengungen der letzten Gespräche hinter mir zu lassen und klappte meinen Laptop auf. Das grelle Licht stach in meinen Augen, doch ich schaffte es tatsächlich, drei Seiten zu schreiben, ehe mich Konzentration und Inspiration wieder verließen.

Als ich das letzte Kapitel speicherte und meinen Laptop runterfuhr, nahm ich aus dem Augenwinkel eine schattenhafte Bewegung wahr. „Hallo?“, fragte ich und sah um die Ecke.

Niemand zu sehen.

Ich schüttelte den Kopf und klappte den Laptop zu, als mich plötzlich mein Schauspielkollege Jensen Ackles mit einem breiten Grinsen begrüßte. Ich atmete erschrocken auf, als ich in sein Sommersprossen verfärbtes Gesicht starrte. Sein graues Led Zeppelin Shirt lag eng an seinem Oberkörper an, so das sich seine definierten Muskeln abzeichneten.

„Na, was hast du heute Abend noch so vor?“, fragte er mit einem frechen Grinsen im Gesicht. Ich seufzte.

„Naja, is in letzter Zeit alles ein bisschen viel. Von Dreh zu Dreh, von Convention zu Convention, kaum Zeit für sich, man hockt ständig aufeinander, da brauch man ab und an mal eine Auszeit. Du nicht?“, fragte ich mit hochgezogener Augenbraue.

„Doch, doch“, gab er zu und ließ sich neben mich auf die kleine Couch fallen. „Die … die wollt ich mir gerade nehmen, aber…“, er stockte. „Naja, aber is wahrscheinlich eine blöde Idee, vergiss es“, sagte er und zog einen Mundwinkel hoch und deutete ein Lächeln an.

„Sag schon, Jen“, sagte ich. Innerlich stöhnte ich auf, weil der Mann so gut wie nie wirklich auf den Punkt kam.

„Ich wollte hier eine Runde am See spazieren gehen, es geht Richtung Abend, da sind die Sonnenuntergänge bestimmt wirklich schön und wollte fragen, ob du vielleicht mit eine Runde spazieren willst. Und so oft kommt man nicht an den Gardasee, schon garnicht bei unserem straffen Drehplan und das wir fast die meiste Zeit unseres Lebens in Vancouver feststecken. Aber wahrscheinlich hast du besseres zu tun, wie ich sehe. Ich … ich geh dann mal“, sagte er nervöser als sonst und stand wieder auf, doch ich hielt ihn am Handgelenk fest.

„Wag es nicht, jetzt einfach so abzuhauen. Ich bring den Laptop aufs Zimmer, zieh mich kurz um und dann können wir gerne gehen.“, ich lächelte ihn an und er lächelte fast schon erleichtert zurück.

Nach einer guten viertel Stunde war ich ausgehfertig, hatte mein verschwitztes Hemd ebenfalls gegen ein Bandshirt getauscht und traf mich mit Jensen am Hinterausgang des Hotels.

Ich wusste um einige verrückte Fans, die nur auf den Tag warteten, das Jensen und ich uns endlich verraten würden, mit einer unbedachten Geste oder Äußerung und davor hatte ich ein klein wenig Angst, auch was das für meine und  unsere Karriere bedeuten könnte.

Doch bei Jensen fühlte ich mich wohl, das konnte ich nicht leugnen. Meine Kindheit war nicht immer leicht, ich redete eigentlich kaum mit jemandem darüber, aber bei ihm hatte ich endlich das Gefühl, einmal ich selber sein zu können.

„Hey“, rief er, als er mich entdeckte. Er trug eine schwarze Sonnenbrille, ähnlich wie meine, nur das ich mich in seinen Gläsern spiegelte. Ich versuchte, mein nervöses Lächeln irgendwie zu verbergen.

„Gut siehst du aus. Steht dir viel besser, als diese Spießer-Hemden“, grinste er. Ich lachte. „Danke für die Blumen“

„Imme gerne“, sagte er. Wir schwiegen. So war das vermutlich nicht geplant gewesen. Immer noch schweigend starteten wir unseren kleinen Spaziergang. Die Ortschaft in der wir uns befanden, Saló, war nicht besonders groß. Die Hecken in den Vorgärten der Menschen waren aufgrund der heißen Sommertemperaturen ausgedörrt und der Rasen sah auch nicht wirklich besser aus.

Selbst die Abendsonne war noch ordentlich heiß und brachte uns ganz schön ins Schwitzen. Vor einer heruntergekommenen Tankstelle hielt Jensen plötzlich an.

„Wartest du hier? Ich muss kurz was besorgen“, sagte er und ließ mich mit einem Stirnrunzeln stehen. Es roch nach Hitze, Asphalt und Benzin. Normalerweise würde ich um solche Orte einen riesengroßen Bogen machen, grade in Ländern wie Italien, die mir bisweilen irgendwie suspekt waren, aber mit Jensen würde ich mich überall heimisch fühlen. Sogar hier.

Hatte ich das tatsächlich gedacht?

Es hatte etwas seltsam romantisches, als er mit einer Packung Zigaretten, zwei Dosen Bier und einer Packung nicht definierbaren Knabberzeugs wieder rauskam. „Hier, fang“, rief er und warf mir eine der Dosen zu. „Danke“, murmelte ich und  sah ihn skeptisch an, als er sich eine der Kippen anzündete.

„Ich wusste gar nicht, das du rauchst“, stellte ich nüchtern fest. „Tu ich auch eigentlich nicht“, antwortete er nuschelnd. „Jetzt halt die Klappe und komm weiter, wir sind gleich da“

„Da? Wo ‚Da‘? Ich dachte, wir machen nur einen Spaziergang ohne festes Ziel“, fragte ich nervös  und wischte mir meine schwitzigen Handfläche an der verwaschenen Jeans ab.

„Nun, da hab ich vielleicht ein bisschen geflunkert, ich hoffe das nimmst du mir nicht übel“, sagte er und blies den Zigarettenrauch gen untergehende Sonne.

„Oh“, machte ich nur. Ein warmes Gefühl breitete sich in meiner Brust aus und ich lächelte.

„Lass dich einfach überraschen,  was der Abend noch für uns bereit hält“, entgegnete  Jensen. Wir bogen in eine kleine Seitenstraße ab, die uns direkt zur Uferpromenade führte. Jensen hatte recht, es war ein wunderschöner Sonnenuntergang. Wir liefen ein Stück schweigend nebeneinander her, bis der befestigte Weg zu Ende war.

„Hier, setzen wir uns auf die Felsen und genießen die letzten Strahlen der Sonne“, er trat als Erster  auf die Felsen und streckte mir dann seine Hand hin, damit ich unbeschadet zu ihm rüber kam.  Ich ließ mich auf die überraschend warmen Steine nieder, meine Füße suchten noch nach Halt, um nicht von den leichten Wellen das Sees nass zu werden. Zu spät. Eine Welle erfasste meine schwarzen Sneaker. Jensen lachte laut los. Ob willkürlich oder unwillkürlich vermag ich nicht mehr zu sagen.

„Verdammt“, knurrte ich, stimmte aber keine Sekunde später in das Lachen ein. Eine Weile starrten wir erneut nur auf die langsam sinkende Sonne und die leicht aufgewühlte Wasseroberfläche, die das Spiegelbild der Sonne auf seltsame Weise verzerrte.

„Dieses ganze Superreichen-Gequatsche, es kotzt mich alles so an. Ich sitze lieber hier, mit billigem Bier, billigen Kippen und einer wundervollen Person an meiner Seite, die mich versteht und die mich hoffentlich gut leiden kann“, meinte er und nahm einen Schluck aus der Bierdose, die er mit einem Zischen geöffnet hatte.

Die Schmetterlinge in meinem Bauch liefen Amok bei den Worten,  und ich versuchte, nicht komplett knallrot anzulaufen. Ich war unfähig, irgendwas zu erwidern.

„Was?“, fragte er und lachte, „hat es dir die Sprache verschlagen?“, murmelte er und hielt seine Dose in meine Richtung, damit wir anstoßen konnten.

„Nein, ich bin nur überwältigt von dem Ausblick“, meinte ich und grinste verlegen.
Dann hob auch ich mein Bier und stieß mit Jensen an. „Auf die Sonnenuntergänge?“, murmelte er.

„Auf die Sonnenuntergänge.“, wiederholte ich und nahm einen Schluck. Es schmeckte furchtbar schal und widerlich, und doch war es irgendwie das beste Bier meines Lebens.

Die Sonne versank langsam am Horizont, aber es wurde nicht merklich kühler. Jensen hatte sich mittlerweile die zweite Zigarette angezündet und bot mir auch eine an. Schüchtern griff ich zu. Ich hatte noch nie in meinem Leben geraucht und wollte mich vor Jensen auf keinen Fall blamieren.

Schon beim ersten Zug musste ich husten.
„Anfänger“, lachte Jensen und grinste breit. Die Sonne war nun endgültig im blutroten Wasser des Gardasees verschwunden.

„Mish“, flüsterte er und sah mich liebevoll aus seinen katzengrünen Augen an. „Ich würd dir gern mal zeigen, was eine richtige Party ist“

Seine Lippen kitzelten an meinem Ohr und mein Puls ging rasant in die Höhe. Ich nickte nur und ließ mich von Jensen in eine andere Welt entführen.

Er nahm meine Hand, zog mich von den Felsen hoch und wir liefen eine Weile Hand in Hand einen steinigen Trampelpfad entlang, bis wir vor einem großen Loch in einem sehr heruntergekommenen Maschendrahtzaun angelangt waren.

„Schlüpf durch“, hauchte er und ich spürte seine warme Hand auf meinem Rücken ehe ich mich bückte und durch das Loch krabbelte. Er folgte mir unmittelbar.

Über ein vollkommen zugewachsenes, verlassenes Grundstück bis zu der eingetreten Hintertür eines heruntergekommenen Hauses.

Schon von weitem drangen Gitarrenklänge an unsere Ohren, so wie die Texte klassischer Rocksongs. Ich erkannte Dead Flowers von den Rolling Stones. Sofort fing mich die fast magische Stimmung dieses Ortes ein. Jensen nahm meine Hand und wir traten ein. Stimmengewirr, schwüle Luft und der strenge, aber nicht unangenehme Duft von Nikotin und Alkohol empfing uns in dem kaputten Haus.

„Wo sind wir denn hier gelandet?“, fragte ich und drängte mich an ihn. Die vielen geschwitzten, tanzenden und trinkende Menschen verunsicherten mich irgendwie.

„Is das nicht abgefahren?“, fragte er, die Lippen dicht an meinem Ohr. Eine Gänsehaut überkam mich, als er mich mitten durch die Menge zu einer improvisierten Bar zog und zwei Kurze orderte.

„Danke“, murmelte ich und nahm das kleine Glas entgegen. Überrascht musste ich feststellen, das darauf bekannte Zeichen aus unserer Serie zu entdecken waren. Das Anti-Posession-Zeichen und einige henochische Sigillen.

„Wieso sind wir hier, Jensen. Wenn uns hier jemand entdeckt, sind wir geliefert, du weißt doch um die Leute die uns zu gerne in einer Beziehung sehen würden und nur auf sowas hier warten.“

Jensen zog eine Augenbraue  hoch. „Mach dir nich in den Wrack, die Gläser waren eine Spende von mir. Und seit wann hast du so Probleme mit meiner Nähe, auf Conventions oder am Set kannst du mir gar nicht nahe genug sein und wenn ich mal wirklich abseits aller Öffentlichkeit Zeit mit dir verbringen will, ist das auf einmal ein Problem für dich?“, fragte er.

Ich spürte, wie Hitze in mir aufstieg. Da hatte er nicht ganz unrecht. Peinlich berührt kippte ich den Whiskey in mich hinein und konzentrierte mich auf die Musik.

I lost myself in a familiar song, I closed my eyes and I slipped away. It’s more than a feeling (more than a feeling), when I hear that old song they used to play (more than a feeling)

Wie oft hatten Jensen und ich den Song schon auf langen Autofahrten gehört und langsam beschlich mich der Verdacht, das mich Jensen genau hier haben wollte. Hier an diesem schäbigen Ort, mit der Musik, dem Whiskey, den Erinnerungen. Weg von den Kollegen, den Produzenten, der offen gelebten Homophobie am Set.

„Lass dich fallen, Misha. Für mich. Ich werd immer hier sein und dich auffangen.“, ich spürte seine rauen Lippen an meiner Wange und  in mir etwas, das ich schon viel zu lange unterdrückt hatte. Die  Schmetterlinge in meinem Bauch schienen zu  explodieren und das Ziehen in meinem Unterleib, das eine einzige Berührung von ihm in mir verursachte, wurde unerträglich.

Ich drehte meinen Kopf und ließ mich in den Kuss fallen. Ich spürte Jensen lächeln. Er biss mir in die Unterlippe und fast schon frech fragte seine Zunge nach Einlass, den ich sofort gewährte.

In unseren Mündern begann ein, wie ich zugeben musste, ein ebenbürtiges Machtspiel, ehe  wir durch ein Räuspern unterbrochen wurden. Ohne italienisch zu verstehen, wusste ich, was sie wollte. Jensen schnappte sich die Flasche Johnny Walker und mein Handgelenk und zog mich ein Stockwerk höher. Glasscherben knirschten unter unseren Füßen, als wir ungeduldig durchs Treppenhaus stolperten und in einer kleinen Nische auf einer alten Matratze landeten. Sogar an Orten wie diesen fühlte ich mich mit Jensen zu Hause.

Er presste mich in einem Kuss an die Wand, deren Tapete nur noch in Fetzen herunter hing. Rittlings saß er auf mir und ich spürte sowohl seine als auch meine Erregung ganz deutlich. Wir setzten unser Machtspiel fort, teilweise vergaßen wir sogar zu atmen.

Er bewegte seine Hüfte qualvoll langsam auf meiner, während seine Lippen über meine Wange bis hin zu meinem Hals wanderten und er zärtlich in meine Halsbeuge biss.  

Unwillkürlich entwich mir ein leises Keuchen, was ihn dazu veranlasste, noch intensiver zu küssen und mir einen Knutschfleck zu verpassen. Seine Hand wanderte über mein Shirt, bis sie am Bund meiner Jeans angekommen waren. Mein Bauch zuckte zusammen, als seine kühlen Finger über meine erhitzte Haut strichen. Er wanderte unter mein T-Shirt, fuhr mit den Fingerspitzen meinen Rippenbogen entlang, bis hin zu meiner Brust, die er mit sanften, kreisenden Bewegungen streichelte, was mir schon ein lauteres Stöhnen entlockte.



„Ach, sieh an“, nuschelte Jensen, ohne das er die Lippen von meinem Hals lösten. „Hör bloß nich auf“, sagte ich mit einer Mischung aus Fauchen und Flehen. Und doch ließ er von mir ab und zog mir mit einer schnellen Bewegung das Shirt über den Kopf.

Wie sich ein Raubtier auf seine erlegte Beute stürzte, stürzte sich Jensen mit seinen Lippen auf meinen glühenden Oberkörper und küsste  mich erneut. Seine Küsse waren heiß und feucht, aber es gab für mich keine schönere Situation. Das war viel besser als mit jeder Frau mit der ich in meinem Leben Sex hatte.

Jensen war auf mich gekrochen, lag auf mir, jeder Zentimeter zwischen uns,  jede Lücke war ausgefüllt mit unserem Körper und Schweiß.

Langsam begann auch ich die Initiative zu ergreifen. Ich legte meine Hände an seinen Hintern, fuhr provokant darüber und glitt auch unter sein T-Shirt; seine Haut glühte ebenso wie meine.

Wir küssten uns; leidenschaftlich und doch mit einer gewissen Aggressivität, als hätten wir so viel versäumt und so viel nachzuholen.

Immer ekstatischer begannen wir, uns komplett auszuziehen, ohne uns aber voneinander lösen zu können.

Jensen küsste mich noch einmal – oder erneut – dann griff er nach  dem Whiskey und nahm einen kräftigen Schluck, sodass die goldbraune Flüssigkeit aus seinem Mundwinkel runterlief. Er sah verboten heiß aus, was mich um so mehr anmachte.

Ich näherte mich ihm und küsste den Tropfen weg und wanderte zu seinen Lippen. Der Whiskey brannte auf meiner zerbissenen Lippe, doch ich ignorierte den Schmerz und ließ mich von Jensen wieder verführen. Ich ließ meine Hand an seinem muskulösen Armen hoch wandern und seine Muskeln zuckten; nicht nur an den Armen.

Spürte ich bei diesem sonst so selbstsicheren Mann etwa Unsicherheiten? „Hey, was ist los?“, fragte ich, als er aufhörte, mich zu küssen.

„Naja, wir … wir sind  betrunken und … und ich hab Angst, das wir … das du es bereust“, sagte er. Ich nahm seine Hand und führte sie auf meine Brust, in  der mein Herz in Rekordtempo schlug. „Spürst du das? Wie sollte ich das bereuen?“, fragte ich und lächelte. Statt einer Antwort gab mir Jensen wieder einen Kuss und presste mich tief in die Matratze. Er schmeckte nach Alk und Nikotin. Sein Oberkörper lag auf mir, als wären wir zusammen geschweißt, als hätte es schon immer nur uns beide gegeben.

„Leg dich auf den Bauch“, hauchte er mir ins Ohr. Mein Herz überschlug sich beinahe vor Aufregung. Ich küsste ihn noch einmal stürmisch, dann tat ich was er von mir verlangte. Die Matratze roch widerwärtig, ich wollte gar nicht wissen, was oder wer dann schon alles drauf gelegen hatte, aber das war mir egal. Alles was ich wollte, war Jensen. Hier und Jetzt.

Sein Lippen berührten meinen Nacken, wanderten mit seiner Zunge immer weiter meinen Rücken hinunter. Kurz vor meinem Hintern stoppte er und wiederholte die Prozedur. Mein Atem ging zitternd, jedes Mal wenn seine Zunge meine Haut berührte.

„Bist du bereit?“, hauchte er erneut in mein Ohr. Mein Verstand war vor Lust so verschleiert, das ich nicht mehr als ein Stöhnen rausbekam.

Er löste seinen erhitzten Körper von mir und fischte aus seiner Hosentasche eine Tube Gleitgel und einen Kondom. Verdammt, er hatte sich da wirklich darauf eingestellt.

„Entspann dich“, sagte er leise und strich zärtlich über meinen Hintern. Ich zuckte sofort zusammen und ein warmes Kribbeln breitete sich wieder überall in mir aus. Er küsste mich, bevor er das kühle Gleitgel auf meinem Hintern verteilte. Es war angenehm kühl. Mit sanften Berührungen verteilte er das Gel und drang vorsichtig mit einem Finger in mich ein. Ich stöhnte überrascht auf. Es war nicht unangenehm, im Gegenteil, ich wollte mehr und drängte mich ihm erwartungsvoll entgegen. „Hey, hey, langsam Cowboy“, murmelte er mit rauchiger Stimme und küsste meinen Nacken. Er saugte schon wieder zärtlich an meiner Haut und biss leicht hinein.

„Du bist grausam“, hauchte ich, „jetzt nimm mich endlich“, brachte ich nur ein Wimmern hervor. „Einen kleinen Augenblick noch, Baby“, flüsterte er und nahm einen zweiten Finger hinzu, dann einen dritten.

„Fuck“, keuchte ich, wie ich zitternd atmend auf der Matratze lag. „Lass dich nicht lange bitten, du verdammter Mistkerl“, keuchte ich. Ich war so bereit wie schon lange nicht mehr.  

Ohne zu antworten zog Jensen seine Finger aus mir, nestelte die Kondom-Verpackung auseinander. Er zog sich das hauchdünne Gummi über und keine Sekunde später spürte ich seinen Penis an meinem Eingang. Langsam drang er in mich ein.  Die unerwartete Enge um seine Erektion ließ ihn zusammen zucken. Ihm entwich ein leises Keuchen und mir ein kehliges Stöhnen, als er er immer tiefer in mich eindrang. Langsam begann er, seine Hüfte zu  bewegen, zu erst sanft und dann mit zunehmendem Tempo. Ich krallte mich in die Matratze und konnte an nichts  anderes mehr denken als an Jensen, wie er jeden Millimeter in mir ausfüllte und zum explodieren brachte.

Jensens Atem ging genauso wie meiner nur stoßweise. Seine Bewegungen wurden wieder langsamer und er hob vorsichtig meine Hüfte an. Er kniete hinter mir und umfasste ebenfalls meine Erektion, und begann, sie im Rhythmus seiner Hüften zu stimulieren. Ich stöhnte lauf, konnte nicht mehr an mich halten. Nach nur wenigen Stößen kam ich zum Höhepunkt und biss mir in den Unterarm, um nicht allzu laut zu stöhnen.

Jensens verzücktem Schrei oder Stöhnen nach zu urteilen, war er ebenfalls zum Höhepunkt gekommen. Ich konnte mich nicht mehr auf den Knien halten, als er seinen Griff um meine Hüften lockerte. Erschöpft, aber glücklich sank ich auf die Matratze, und spürte sogleich Jensen erhitzten Körper, der sich zum ausruhen auf mich legte. Langsam versuchte ich meinen rasenden Puls unter Kontrolle zu bekommen.

„Das war atemberaubend. Im wahrsten Sinne des Wortes“, hauchte er mir ins Ohr. „Du sagst es“, antwortete ich ebenfalls außer Atem.

Wir blieben noch einige Minuten aufeinander liegen, um uns von den Nachbeben der Orgasmen zu erholen. Dann löste er sich von mir und stand auf; das benutzte Kondom warf er achtlos in die Ecke. Er nahm sein Shirt und wischte mir damit die Spermareste von der Brust. Ich hielt ihn in der Bewegung an und griff nach seinen breiten Schultern. Ich zog ihn fest an mich und sog seinen so vertrauten Geruch ein, fuhr mit der Nase und dem Gesicht durch seine dunkelblonden Haare, die nach einer Mischung aus Schweiß und herben Männershampoo dufteten.

„Du bist unglaublich“, flüsterte ich und gab ihm einen sanften Kuss auf den Kopf. Er hatte sich ebenfalls wieder an mich geschmiegt und küsste meine Halsbeuge. „Du auch“, flüsterte er in den Kuss auf meine empfindliche Haut, „warum haben wir uns nicht früher schon so entdeckt? Wenn ich könnte, würde ich dich hier und jetzt in einen umgebauten VW Bully packen und mit dir abhauen, weit weg von den anderen Idioten vom Set, die dich wundervollen Menschen sowieso nur fertig machen, nur weil du anders bist als die anderen“, sagte er und strich mir mit seinen Händen sanft über den Rücken.

Ich war gerührt aufgrund seiner zärtlich geflüsterten Worte und strich mir verstohlen eine Träne von der Wange.

Noch einige Minuten verharrten wir so, dann gönnte sich jeder noch einen Schluck des Whiskeys, der dann endlich leer war und Irgendwann im Laufe dieses wunderschönen Abends glitt ich – Jensen Körperwärme neben mir spürend – in einen traumlosen Schlaf.



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