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FUCHSFEUER

von Snowfoxy
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Action / P18 / Het
Megumi Fushiguro Nobara Kugisaki OC (Own Character) Satoru Gojo Shoko Ieiri Yuji Itadori
30.03.2021
23.02.2022
69
238.515
111
Alle Kapitel
315 Reviews
Dieses Kapitel
8 Reviews
 
20.01.2022 3.963
 
Lone wolf, I was running by myself
I don't want, don't want anybody else
I'm solo, being on my own was easy
Thought that I was all I needed, but no

Then something changed
Something hit me in the face
I can't get you out my brain
And I know this sounds insane
Thinking 'bout you every night
Like an addict on a high
I can't come down, down

Cross my heart and hope to die
I swear to God, I'll make you mine

I'd go through hell to have you
You are the fire I can't lose
You could burn my veins, I would take the pain
I'd go through hell to have you
I'd go through hell to have you

I'd lie for you, die for you
Take a bullet and I wouldn't think twice for you
Ain't nothing right now that I wouldn't do
You know it's true, you know it's true
Oh, I was so cynical
But now I never wanna let you go

My whole life changed
Something hit me in the face
I can't get you out my brain
And I know this sounds insane

I'd go through hell to have you
You are the fire I can't lose
You could burn my veins, I would take the pain
I'd go through hell to have you
I'd go through hell to have you
You are the fire I can't lose
You could burn my veins, I would take the pain
I'd go through hell to have you

I'd go through hell to have you
Cross my heart and hope to die
I swear to God, I'll make you mine (yeah)

I'd go through hell to have you
You are the fire I can't lose
You could burn my veins, I would take the pain
I'd go through hell to have you

I'd go through hell to have you
I'd go through hell to have you (I'd go through hell to have you)
Hell to have you
I'd go through hell


Interpret: Our Last Night & Sam Tinnesz - HELL TO HAVE YOU : https://www.youtube.com/watch?v=um8kPeDooD0

Na, erratet ihr für wen genau die Lyrics und die diesmalige Songempfehlung steht? (⚈ ̫ ⚈)



.......................




Satoru war kein besonders geduldiger Mensch. Bereits als Kind war es für ihn überaus lästig gewesen, sich zurückzuhalten, still zu sitzen, sich nicht mithilfe seiner Fähigkeiten einfach zu holen, was er wollte.
Was ihm seiner Meinung nach gehörte, zustand.
Dies hat sich auch Jahrzehnte später nicht geändert, er war ein Mann, kurz vor Dreissig, der nie den Sinn von Geduld oder Besonnenheit verstanden hatte. Für ihn war der Übergang von ‘Ich will es’ zu ‘Ich hole es mir’ fliessend und nahtlos, also bedeutete jede Sekunde, in denen er dem nicht nachkommen konnte, pure Frustration.
Wo versteckst du dich kleine Kitsune? Ojisan mag es dir nachzujagen, aber genug ist genug.
Das Lächeln auf seinen Lippen nahm einen angestrengten Zug an, sein bisher unbeschwerter Gang veränderte sich, als seine Schultern sich anspannten und er sich immer stärker über sein Kinn rieb, der Stoff seiner Augenbinde plötzlich störend und kratzig.
Unbewusst beschwor er eine Erinnerung, der Anblick ihrer schlafenden, nackten Gestalt hervor, die sich mit einer verheerenden Niedlichkeit an seine Brust schmiegte, das dunkelbraune Haar zerzaust, ihre rechte Ohrspitze zuckend, so als ob sie selbst im Schlaf seinen Blick spüren würde. Satorus Kehle wurde eng und eine eigenartige Enge machte sich in seinem Brustkorb breit, so als dieser klopfende Klumpen fleischiger Materie auf dieses Bild reagieren würde.
Mit einem starr wirkenden Grinsen schüttelte er seinen Kopf und holte sein Handy hervor, prüfte das Ortungsprogramm, welches nur alle paar Stunden ein Signal verschickte. Unauffällig genug, um den wachen Augen des ehemaligen Attentäters der Muratas zu entgehen, der Satorus Objekt der Begierde seit Monaten versteckt hielt.
Sie ist viel mehr als das und das weisst du.
Eine überaus lästige und nervenaufreibende Stimme, die überraschend viel Ähnlichkeiten mit Shoko innehatte, widersprach ihm augenblicklich. Satoru schnalzte missbilligend mit der Zunge, blickte kurz zur Seite, als mehrere Stimmen aufgeregt hinter ihm flüsterten, eindeutig weiblich und schmeichelhaft schwärmerisch.
Früher hätte Satoru in seiner üblichen Manier seine Augenbinde angehoben und ihnen ein charmantes Augenzwinkern geschenkt, das ihnen direkt die Röte auf die Wangen getrieben hätte.
Doch mittlerweile waren die einzigen roten Wangen, die ihn interessierten, diejenigen eines Halb-Yokais mit einem ausgeprägten Sinn, ihre Liebsten zu beschützen, selbst wenn dies bedeuten sollte, von ihnen getrennt zu sein. Nachdenklich rieb Satoru sich über sein Kinn, seufzte leise und schüttelte den Kopf, das starre Grinsen verblasste und machte einer angespannten Linie Platz, welche einen Hauch auf die Unzufriedenheit erahnen liess, die ihn ganz aus dem Gleichgewicht brachte.
Er lebte bisher immer im Hier und Jetzt, nahm jeden Tag, jeden Moment, den er kriegen konnte und genoss die Höhenflüge, die intensiven Momente, die prickelnde Gefahr, die sein Leben als Jujutsu-Sorcerer mit sich brachte, ohne einen Gedanken an eine Zukunft zu verschwenden.
Selbstverständlich hatte er Pläne für die Welt des Jujutsu, Vorkehrungen für die Zeit nach Gojo Satoru getroffen, wenn der helle Stern, den er darstellte, einer Supernova gleich mit einem grossen Knall verglühen würde.
Megumi, Yuji und Yuta, die sein Erbe antreten und dafür sorgen werden, dass kein Cursed Spirit, kein Curse User, das Machtgleichgewicht in Gefahr bringen könnte.
Bis er wortwörtlich über ein Mädchen in einer Seitengasse Tokyos gestolpert war, völlig zerzaust, fauchend und mit flauschigen Ohren bestückt, welche vielleicht niedlich anzumuten waren, jedoch über die rasiermesserscharfen Klauen, das beeindruckende und zerstörerische Feuer und die gewaltige, uralte Macht hinwegtäuschten, die in diesen Tiefen von warmem, sattem Gold, diesen Seen von Bernstein innewohnten.
Erneut seufzte Satoru, schnippte sich selbst gegen seine Stirn und zwang seine Gedanken in eine andere Richtung.
Klaren Kopf bewahren, sonst findest du sie nie.
Ein kurzer Blick gegen den winterlichen Himmel zeigte ihm, dass die Sonne sich bereits gegen Westen neigte und bald der schützende Mantel der Nacht es ihm erlauben wird, auf sein Rikugan und Mukagen zurückzugreifen und alle umliegenden Örtlichkeiten nach einem ganz bestimmten Leuchtfeuer Ausschau zu halten. Ein letzter Blick auf sein Mobiltelefon zeigte ihm immer noch keine neuen Anhaltspunkte zu Junkas Aufenthaltsort, also blies er genervt Luft zwischen seine Lippen aus und legte die Hände in die Hosentaschen, um durch die geschäftigen Strassen der Küstenstadt entlangzulaufen, auf der Suche nach einer Kleinigkeit zu essen.
Satoru liess sich von seiner Nase leiten und blieb gerade vor einem Stand mit köstlich duftenden Fischgerichten stehen, als er plötzlich eine Präsenz spürte. Ein Blick, zwei Augenpaare die sich in seinen Rücken bohrten, das Juryoku hart und angespannt.
Äusserlich blieb er die Ruhe selbst, doch die Hände in seinen Hosentaschen ballten sich zu Fäusten, der Schwung seines Nackens wurde eisern und Sehnen hoben sich von der blassen Haut ab. Als er sich umdrehte, traf der Anblick seiner Beobachter ihn unerwartet, keuchend und völlig derangiert stand da Akkai Jakkaru höchstpersönlich. Ein triumphierendes Grinsen formte sich auf Satorus Mund, das gefror, als er erkannte, dass jemand sehr wichtiges fehlte.
Augenblicklich meldete sich seine Intuition, dieser unfehlbare Instinkt, der ihn zu dem Besten der Besten ausmachte. Kaum das Masato Murata einen Schritt auf ihn zumachte, an der Art wie seine Augenwinkel sich verzweifelt krümmten und sein Juryoku sich verfinsterte, wusste Satoru das etwas geschehen war, etwas Schlimmes.
Ein kaltes, taubes Gefühl kroch seinen Rücken hinab und aus einem ihm untypischen Impuls packte er den Curse User an dem Riemen seines Lederharnisch, brachte seinen Mund nahe an sein Ohr und flüsterte: «Wenn ihr etwas geschehen ist, breche ich jeden einzelnen deiner Knochen.»
Mit einem verächtlichen Schnauben schlug dieser seine Hand weg und verpasste Satorus Schultern einen kräftigen Stoss.
«Wir haben keine Zeit für Spielchen dieser Art. Sie haben sie. Masaru hat sie.», seine Zähne verursachten ein unangenehmes Geräusch, als Satoru, breit grinsend, seine Zahnreihen aufeinander mahlte.
In einer gefährlich langsamen, ruhig wirkenden Geste strich er sich durch das durcheinandergeratene Haar, versuchte das Zucken und Kribbeln zu unterdrücken, welches ihm zuflüsterte, er solle doch die Kehle dieses Mannes vor ihm zerquetschen.
Die Frau an seiner Seite schien seinen Gefühlsumschwung zu spüren und stellte sich vor ihn, was Satoru nicht im Geringsten beeindruckte. Ohne sie eines Blickes zu würdigen, schob er sie zur Seite und packte den roten Schakal an seinem Hals, rammte ihn gnadenlos gegen die Wand hinter ihm, die vielen Zuschauer, die stehen blieben und sie beobachteten, ignorierend.
«Gib mir einen guten Grund, dein jämmerliches Leben nicht sofort zu beenden. Du hast versagt. Es war deine Aufgabe sie zu beschützen, wenn du dessen nicht fähig bist, hättest du sie nicht vor mir verstecken sollen!», mit einem Krachen bohrte sich Satorus Faust nur knapp neben Masatos Gesicht durch das Holz der Wand hindurch.
Das bist nicht du. Beruhige dich, behalte einen kühlen, klaren Kopf. Angst ist der Tod der Vernunft.
Nun konnte Satoru schwören, das Nanamin in seinem Kopf rumspukte, ihn an seinem Arm zurückhielt, bevor er den Schädel des Curse Users vor ihm mit einem Fingerschnippen zertrümmerte.
«Ohne mich kommst du nicht an sie ran. Masaru ist unbezwingbar, man kann ihn nicht töten.», Satorus Griff, verengte sich sekündlich um Masatos Kehle, seine Knochen und Sehnen wirkten verführerisch zerbrechlich unter seinen Fingern.
«Umso besser. Ich wurde schon lange nicht mehr gefordert.», selbstsicher schob Satoru seine Augenbinde hoch, um in das Gesicht des Curse Users zu starren, erkannte trotz der sichtbaren Narbe seine Gesichtszüge wieder, konnte nun die Verwandtschaft und Ähnlichkeit zu Junka klarsehen.
An den hohen Wangenknochen, den markanten, energischen Augenbrauen, der grossen, runden Form ihrer Augen, die auf ihre exotische Herkunft aus den südlichen Inseln Japans schliessen liess.
Wenn ich ihn töte, hat sie ein Familienmitglied weniger. Auch wenn er es verdient hat.
Mit einem herabwürdigenden Tätscheln seiner Wange gab Satoru ihn frei, schüttelte kurz seine rechte Hand, in denen noch Splitter der Holzwand steckten, durch die er hindurchgeschlagen hatte.
Ein Gefühl, welches er jahrelang nicht mehr gefühlt hatte, bemächtigte sich langsam seiner selbst, eroberte Stück für Stück mehr Raum in seiner Brust und machte ihm das Atmen schwer.
Panik.

Ein verächtliches, freudloses Lachen platzte aus ihm heraus und Satoru presste eine Hand gegen sein Gesicht, vergrub seine Finger in seinem hellen Haarschopf, zog leicht daran. Sein erster Impuls war es diesen nutzlosen Bruder vom Erdboden zu fegen und sich dann auf den Weg zu Masaru zu machen, um Junka endlich von seinem Fluch zu erlösen.
Doch seine Intuition warnte ihn erneut vor, signalisierte ihm, dass es nicht so einfach werden würde, einen jahrhundertealten, ehemaligen Jujutsu-Sorcerer zu töten, der nicht nur aus dem goldenen Zeitalter stammt, sondern auch noch über die andere Hälfte Inaris verfügte.
Und im Gegensatz zu Junka hatte er all diese Jahrhunderte Zeit, seine Fähigkeiten zu trainieren und zu verfeinern.
Ohne die beiden Curse User weiter zu beachten, kaufte Satoru sich einen Pappteller eines Fischgerichts, welches der Verkäufer mit zitternden Knien so sehr befüllte, dass der Turm aus gekochtem, zerhacktem Fisch umgekippt wäre, hätte Satoru nicht mit Mukagen ein klein wenig nachgeholfen.
Während Satoru geschickt und ohne zu kleckern sich das Essen hineinschaufelte, betrachteten Masato und die Curse Userin sich ratlos, Satoru fiel erst jetzt der kleine Katzenkopf auf, der aus ihrem Rucksack herausragte, schneeweiss und mit schmalen, ihn verurteilenden Augen bespickt.
Eine Katze? Ist das ihr Ernst?
Mit der Spitze seiner Plastikgabel zeigte Satoru auf Masato, schluckte den Bissen herunter und sagte dann in aller Ruhe: «Du wirst mich zu Masaru bringen, mir egal wie gefährlich und unbezwingbar der Kerl auch sein mag. Entweder freiwillig oder mit ein bisschen Nachhilfe.»
Seine Lippen verzogen sich in ein teuflisches Lächeln, welches den beiden Curse Usern gegenüber von ihm einen ängstlichen Schauer über den Rücken jagte.  Ohne ihre Antwort abzuwarten, vertilgte Satoru den Rest seines Abendessens und warf den Teller mit perfekter Präzision in einen weit entfernt stehenden Mülleimer, um dann munter weiterzusprechen.
«So eine grosse Nummer kann werter Herr Vater auch nicht sein, da ich noch nie von ihm gehört habe. Niemand hat das, ihr Muratas seid uns Jujutsu-Sorcerer nahezu unbekannt. Wahrscheinlich alles nur heisse Luft.», Satoru holte sein Handy hervor und tippte eine Nachricht ein, als Masatos tonlose Stimme ihn innehalten liess.
«Heisse Luft… Masaru ist vieles, aber bestimmt keine heisse Luft. Wir haben es Inari zu verdanken, dass dieses Monster all die Jahrhunderte gebändigt auf dieser Insel verbrachte. Junkas und meine Heimat, die Geburtsstätte der Muratas ist sein Gefängnis. Er wurde mit göttlicher Macht versiegelt, so stark, dass dieses Siegel all die Jahre überdauert und nicht abgenommen hat. Der einzige Schlüssel, dieses Siegel zu überwinden, befindet sich im Hoju-», Masatos Stimme brach, er ballte seine Hände zu Fäusten, wandte seinen Blick ab und blickte gebrochen zu Boden.
«Welches sich nun in seinem Besitz befindet. Grossartig.», Satorus Entschluss festigte sich, die Nachricht, die er gerade in diesem Moment abschickte, umso wichtiger.
Das Grinsen war aus seinem Gesicht gefegt, nicht mal der Hauch eines Gefühls auf seinen schönen Zügen lesbar, intensiver Fokus legte jeden einzelnen seiner Gesichtsmuskeln lahm.
Die ausdruckslose Maske die Satoru zur Schau stellte, schien die Curse Userin zu beunruhigen, sie trat mehrere Schritte zurück, legte ihre Hand an den breiten Gürtel an ihrer Hüfte, in dem bestimmt die eine oder andere Waffe untergehakt war.
«Wie viel Zeit bleibt uns noch?», Satoru linste auf die Uhr an seinem Handgelenk, fühlte wie sein Herzschlag sich erhöhte, wie seine Nervenenden entflammten, sämtliche seiner Sinne darauf ausgelegt Junka zu finden und jede Gefahr in ihrem Umkreis zu pulverisieren.
Masato tauschte einen langen Blick mit der Curse Userin an seiner Seite aus, atmete lautstark aus und presste einen Kuss auf ihre Stirn, um sie dann behutsam an ihrem Unterbauch zu berühren.
«Kommt drauf an wie lange Junka durchhält. Vater war schon immer sehr kreativ, wenn es darum ging, zu bekommen was er wollte.», ein lautes Krachen erklang, was Masato dazu brachte, sich schützend vor seine Frau zu stellen, als die sowieso schon lädierte Hauswand hinter ihnen zersplitterte. Die Menschen, die geschäftig ihrem Treiben nachgingen, keuchten erschrocken auf, als sämtliche Gebäude in ihrem Umkreis unter einer unsichtbaren Macht erzitterten.
Glas zerbarst mit lautem Getöse, mehrere Wasserleitungen platzten und unterstrichen das Chaos perfekt, das urplötzlich ausbrach. Gefährlich langsam drehte Satoru sich um, hob seine Augenbinde an und offenbarte eine vor purem Wahnsinn glühende Iris, welche nur ein Bruchteil der Macht widerspiegelte, die in seinem Körper innewohnte.
«Ich an deiner Stelle wäre jetzt still. Oder ich lasse dich einen Teil davon spüren, was deine Schwester deinetwegen durchleiden muss.»
Satoru packte Masatos Schulter mit beherztem Griff, fühlte wie seine Knochen unter seinen Fingern ächzten und ignorierte das leidende Zucken seines Augenwinkels.
Wenn ich sie verliere, werde ich dir noch viel schlimmere Schmerzen zufügen.
«Bring mich zu Masaru. Sofort.»



Kyushu Region, Okinawa Präfektur, mehrere Tage später…



Eiskaltes Wasser, welches in mein Gesicht klatschte, weckte mich unbarmherzig. Japsend zuckte ich zurück, fühlte kalten, nackten Stein unter meiner Wange und riss meine Augenlider auf, um in tiefe Dunkelheit zu starren.
«Guten Morgen Sonnenschein, hast du wohl geruht?», eine unbekannte Stimme begrüsste mich mit beissendem Sarkasmus und erneut traf ein eisiger Schwall Wasser meinen Oberkörper.
Wo zur Hölle bin ich? Was ist passiert?
Mein Blick glitt an meinem Körper hinab, der nicht in meiner gewohnten Uniform steckte, sondern von einer schwarzen Yukata nur notdürftig bedeckt wurde. Dicke, eiserne Fesseln umfassten meine Handgelenke, deren eingravierte Runen leicht schimmerten, ich konnte das unnachgiebige Metall auch um meinen Hals fühlen. Erkenntnis breitete sich eiskalt auf meinen Schultern aus, liess mich wortwörtlich erstarren.
Ich habe versagt und wurde gefangen genommen.
Eine Hand glitt ruckartig in mein Sehfeld und schnippte penetrant vor mir, ein heller Haarschopf blitzte in meinem Augenwinkel auf. Ich erkannte diesen Farbton sofort, ebenfalls erkannte ich die Beschaffenheit ihres Juryoku, es war die ‘Geheimwaffe’ der Muttsu, einer der Elite-Sechs der Muratas.
Nun ja, wohl eher Fünf. Einen habe ich bereits erwischt.
Erinnerungsfetzen blitzten vor meinem inneren Auge auf, der Curse User, der mithilfe seines eigenen Blutes tödliche Geschosse formen konnte und meinen Körper durchlöchert hatte in einem letzten, verzweifelten Angriff.
Obwohl die Ketten die Verbindung zum Ara-Mitama, zu Inari stark schwächten, konnte ich sie tief drin fühlen, erkannte auch ihre Kraft, die erneut angewachsen war.
Ich muss das weitere Fragment in mich aufgenommen haben, als ich den Curse User getötet habe. Also muss ich keinen Körperkontakt herstellen, um ihre Kraft zurückzuholen, nur die falschen Besitzer ausschalten. Wie diese freundliche Lady vor mir.
Mein Blick streifte durch den Raum um dann bei der Curse Userin stehen zu bleiben, welche vor einem kleinen Hocker vor mir sass und eine leere Schüssel in der Hand hielt. Ihre hellen Augen hatten mich ebenfalls im Visier und blitzten angriffslustig, ich beschloss auszutesten, wie stabil ihr Geisteszustand war, um mich auf den kommenden Kampf gegen sie vorzubereiten.
«Wie geht’s deinem Freund? Ich hoffe er hat sich nicht kopflos in die Arbeit gestürzt?», das leichte Kichern liess ihre Augenbraue zucken und ein scharfer Schmerz brandete auf meiner Wange auf, als sie mich hart ohrfeigte.
Der salzig-metallische Geschmack von Blut breitete sich in meinem Mund aus, ihre Hand musste mich ungünstig an meiner Lippe getroffen haben.
Seufzend spuckte ich das Blut aus, schenkte ihr ein strahlendes Lächeln und säuselte: «Ara ara, wie ungezogen. Sag bloss, du hast ihn gemocht? Dann habe ich schlechte Nachrichten für dich.»
Shinku, die Curse Userin die Sauerstoff kontrollieren konnte, packte grob mein Gesicht, in dem sie meine Wangen zusammendrückte, ihr Blick immer noch angriffslustig, doch ich konnte deutlich die Angst erkennen, die tief dahinter sass.
Dem dunklen, finsteren Teil in mir gefiel dies, die Macht, die mir die Angst meiner Feinde verlieh, das Gefühl der Oberhand, das ich in diesem Moment verspürte. Ich fühlte, wie Blut aus der Wunde an meiner Lippe hinabrann und lachte, als ich eine kühle Klinge an meiner Kehle spürte, die Angst nahm in den Augen der Curse Userin zu.
Während ihre Furcht sich mehrte, spürte ich meine eigene schrumpfen, als ob ich sie auf sie übertragen würde.
«Ich werde jeden einzelnen von euch töten. Mir zurückholen, was mir genommen wurde. Dich, ‘Geheimwaffe’ hebe ich mir als Letzte auf.», mein kratziges Lachen hallte von den Wänden nieder, als die scharfe Klinge sich in meine Haut bohrte und heisses Blut meinen Hals und mein Dekolleté hinabrinnen liess.
Die Schnittwunde brannte zuerst leicht und dann immer stärker, je tiefer sie die scharfe Klinge in meine Haut trieb, das Grauen in ihren Iriden liess ihre Pupillen auf Stecknadelkopf-Grösse zusammenschrumpfen.
Angriff ist die beste Verteidigung.
Ich wollte auf meine Hitze zurückgreifen, als die Runen an den metallenen Fesseln aufleuchteten und nahezu brutal mir die Energie absaugten, die ich hervorrufen wollte. Meine Lider flatterten und das Gefühl von starkem Schwindel liess meine Beine einknicken. Während ich langsam zu Boden sank, hörte ich wie eine steinerne Tür aufgestossen wurde und wollte hochschauen als ein Handrücken mich hart in meinem Gesicht traf.
«Zoll gefälligst Respekt vor Murata-sama, Moho.» Ich hätte beinahe über ihre Beleidigung gekichert, welche nichts anderes bedeutet als ‘schlechtes Imitat’, als ich plötzlich eine Präsenz fühlte, die mein Inneres zu Eis gefrieren liess. Zitternd drehte ich mich zur Seite und stützte mich an der steinernen Wand ab, stiess mich daran in eine sitzende Position hoch als ich am Fusse der steinernen Treppe, die in diese Gruft führe, eine Silhouette erblickten konnte, die mich zur Salzsäule erstarren liess.
Gleissend hell und in verschiedensten Abstufungen von Rot leuchtend, strahlte die Person eine unheilvolle, beängstigende Aura aus unterdrückender Macht aus.
Ich wusste innerhalb eines Wimpernschlags, dass dies Masaru Murata war, mein Erzeuger und Besitzer des Nigi-Mitama Inaris, der anderen Hälfte von Kitsune no Megami.

Keuchend wandte ich den Blick von seiner schmerzhaft grell blendenden Fluchaura und blickte auf den feuchten Boden, auf meine blossen Füsse und wie meine Zehen sich einrollten, als mein ganzer Körper sich verkrampfte. In den Tiefen meines Bewusstseins konnte ich Inari bestialisch grollen hören, rechnete mit dem altbekannten Schmerz ihrer Krallen, wie immer, wenn sie versuchte mit Gewalt meinen Körper zu übernehmen.
Doch ihr Einfluss war so schwach, kaum vorhanden das ich mich kurz fragte, ob ich mir das Zuppeln an meinen Gliedern eingebildet hatte.
Das Geräusch seiner Geta, das laute Klacken der traditionellen Holzschuhe liess mich zusammenzucken und mit jedem Schritt meinen Kopf mehr einziehen. Die Erkenntnis über meine Gefangenschaft, darüber versagt zu haben, rieselte langsam auf mein Haupt herab wie feiner Bleistaub, der sich ansammelte und mich mit jeder Sekunde, die verging mehr niederdrückte.
Er wird mich töten, sobald er das Hoju hat. Er wird Inari aus mir herausreissen und sie verzehren, die Hälfte ihrer Kraft in sich aufnehmen und sie so auslöschen.
Mein Herzschlag verlangsamte sich und eine ohrenbetäubende, dumpfe Stille breitete sich in meinem Kopf aus, eine eisige Gänsehaut liess mich erzittern. Die vertraute, liebgewonnene Hitze abwesend, sogar das nervenaufreibende Flüstern Inaris war so leise, dass ich mich allein und vor allem beängstigenderweise verletzlich fühlte.
Niemand kann mir mehr helfen. Das wars. Immerhin kamen Mato und Ichika davon, vielleicht können sie irgendwann ein einigermassen normales Leben führen?
«Habe ich dir erlaubt, sie anzurühren? Vergiss nicht, wo dein Platz ist.», die tiefe, männliche Stimme war mir bekannt, ich hörte sie regelmässig in meinen Alpträumen, wenn ich von Momenten aus meiner Kindheit träumte, die gezeichnet waren von Schmerz, Grausamkeit und seelischer sowie körperlicher Misshandlung.
Das Gesicht Masarus war stets unscharf und schwer erkennbar, doch der Klang seiner Stimme, die sich so glatt und sanft anfühlte, wie eine Klinge, die so scharf war, dass man nicht spüren konnte, wenn sie einen durch die Haut schnitt, hatte sich in meinem Körper fest verankert.
Das unkontrollierbare Beben, welches meine Zähne aufeinander klappern liess, war nur die Spitze des Eisbergs, namenloses, allumfassendes Entsetzen liess mich gedanklich laut schreien. Ein paar Füsse, schwarze Tabisocken, welche von roten Riemen umsäumt wurden, schoben sich in mein Blickfeld und das Gefühl, als ob sämtliche meiner Zellen gewaltsam in der Mitte auseinandergerissen würden, verzerrte mein Gesicht vor Schmerz.
Ich will nicht. Ich will das nicht, ich will nicht hier sein! Ich will nach Hause! Bitte!
Tränen der Furcht brannten in meinen Augen, als Masaru sich hinkniete, in der Absicht mir auf Augenhöhe zu begegnen. Als er mit seiner Hand mein Kinn umfasste, um meinen Kopf in die Höhe zu drücken, konnte ich die Pein nicht länger zurückhalten.
Fauchend stemmte ich mich gegen die Ketten, die fest in der Wand verankert waren, versuchte instinktiv der Qual zu entfliehen, obwohl ich es besser wusste.
Ich bin eine Gefangene. Das Opferlamm, welches darauf wartet, geschlachtet zu werden.
Sein Griff wurde hart und unnachgiebig und als ich seinem Blick, diesen eiskalten Augen begegnete, die dieselbe elliptische Pupille und goldene Farbe wie die meinen besassen, glaubte ich in bodenlose Schwärze zu Fallen. Doch im Gegensatz zu meinen wirkte sein Blick leer und seelenlos, das besondere Gold unnatürlich matt und ohne Reflexion, wie eine spiegelglatte, gefrorene Oberfläche.
Sein langes Haar, welches von dunkler, tiefroter Farbe war, fiel ihm offen über die Schultern und hoben sich von der blütenweissen, mit roten Blumen geschmückten Yukata ab, die ihm ein zeitloses Aussehen verlieh, so als ob seit Heian-Jidai die Zeit für ihn stehen geblieben ist.
Als unsere Blicke sich verbanden und Inari sich in mir aufgrund des schmerzhaften Körperkontakts winselnd wand, formten seine Lippen sich langsam zu einem grausamen, überlegenen Lächeln: «Willkommen zurück Zuhause, Kami-sama.»

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Nach diesem SEHR intensiven Kapitel eine kurze Frage zu dem heiss erwarteten Bonus-Chapter: auf einer Skala von 1 bs 10, wie steamy solls denn werden? ⚈   ̫ ⚈

Volle Kanne? Ein bisschen?
Bedenkt einfach das YOURS TRULY dabei ist, und Steam mit ihm vielleicht nicht unbedingt jedermanns/jederfraus Geschmack ist... :3
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