Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

FUCHSFEUER

von Snowfoxy
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Action / P18 / Het
Megumi Fushiguro Nobara Kugisaki OC (Own Character) Satoru Gojo Shoko Ieiri Yuji Itadori
30.03.2021
23.02.2022
69
238.515
111
Alle Kapitel
315 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
02.12.2021 3.575
 
Ein kleines Late-Night-Kapitel für euch :3

Eigentlich sollte ich schon längst im Bett liegen, schliesslich darf ich in weniger als 5h aufstehen, doch ich hatte versprochen bis heute hochzuladen, also halte ich mich daran! ⊂(•̀﹏•́⊂ )∘˚˳°

_______________________________________________________________________________________________

I know it's warmer where you are
And it's safer by your side
But right now I can't be what you want
Just give it time

And if you and I
Can make it through the night
And if you and I
Can keep our love alive, we'll fight

We can meet in the middle
Bodies and souls collide
Dance in the moonlight
Where all the stars align
Oh you and I, oh you and I, oh

Well it's cold when we're apart
And I hate to feel this die
But you can't give me what I want
Just give it time

And if you and I
Can make it through the night
And if you and I
Can keep our love alive, we'll fight

We can meet in the middle
Bodies and souls collide
Dance in the moonlight
Where all the stars align
Oh you and I, oh you and I, oh

But for now we stay so far
'Til our lonely limbs connect
I can't keep you in these arms
So I'll keep you in my mind


Interpret: PVRIS - You and I: https://www.youtube.com/watch?v=D0NqJgcbHe8



.......................




Einfach nur jämmerlich.
Mit kalkulierendem, präzisem Blick entfesselte Satoru Aka, seine Reversal Technik, die im Gegensatz zu Ao, welches eine starke Anziehungskraft erzeugte, sämtliche Curse User aufgrund der zerstörerischen Abstossung auseinanderriss. Ihm war nicht entgangen, wie ein Ruck durch diese kleine Nachhut gegangen war, nur Sekunden nachdem Satoru eine deutlich sichtbare Welle an Fluchkraft wahrnehmen konnte, die durch die Luft gefegt war.
Etwas ist geschehen, das konnte sein Rikugan anhand der Signatur erkennen, die unweit in der Ferne in der Luft flimmerte, nur wenige Meter oberhalb einer brennenden Lichtquelle, die ihm nur allzu bekannt war.
Junka.
Normalerweise leuchtete ihr Juryoku in zweifarbiger Harmonie, seine eigene Fluchkraft fest in ihr verankert und fester Bestandteil ihrer Kraft. Ein Umstand, der ihn auf einer ursprünglichen, zutiefst männlichen Ebene ansprach, Satoru konnte nicht anders als Stolz und Befriedigung zu verspüren, jedes Mal, wenn er sehen konnte, wie ein Teil von ihm in ihr existierte und sie stärkte.
Doch nun war davon nichts zu sehen, ihre Fluchkraft gleissend hell und instabil, er wusste sofort, dass dies nichts Gutes zu bedeuten hatte.
Hat sie die Kontrolle verloren?
Satoru hielt kurz in der Luft inne, streifte sich die Augenbinde ab und wischte sich über das Gesicht, registrierte am Rande das verschmierte Blut auf seiner Handfläche, welches sich bestimmt auch auf seinem Antlitz fand.
Er erhob sich weiter in die Lüfte, verschaffte sich einen Überblick mithilfe der Vogelperspektive und entfesselte sein Rikugan vollständig, fühlte sofort den Effekt, den es auf seinen Kopf ausübte.
Um dem Zellschaden in seinem Hirn entgegenzuwirken, wandte Satoru die Reverse Curse Technik an und regenerierte den Schaden, direkt nachdem er entstand, ein Vorgang, der eigentlich hochkomplex war, doch für ihn so beiläufig als würde er den Fuss heben um einen Schritt zu tätigen.
Sofort erkannte er die die Schemen von Yuta und Toge, die gemeinsam gegen zwei Special Grade Cursed Spirits kämpften. Nachdem er sich vergewissert hatte, dass die beiden Schüler die Situation im Griff hatten, fiel sein Blick auf Utahime und Masamichi, die gemeinsam mit Atsuya einen weiteren Special Grade abwehrten.
Ein bösartiger Ausdruck huschte über Satorus Züge, die Dreistigkeit der Muratas und der Verrat der Zen’ins triggerten eine Seite in ihm, die nicht oft zum Vorschein kam.
Er bevorzugte es diese Seite lediglich im Kampf hervorkommen zu lassen und auch nur wenn keine Aussenstehenden oder Mit-Sorcerer im Umkreis waren. Satoru kannte die Blicke, der flackernde Ausdruck von Angst und Unbehagen, wenn dieser düstere, skrupelloser Teil von ihm seine Mitmenschen beunruhigte.
Es gab nur eine Person, die diese Dunkelheit in ihm anerkannte, mit der gleichen Finsternis antwortete und zugleich die Kraft hatte, sie zerstoben zu lassen. Ebendiese Person hatte er im Visier, als er ihrer gleissenden Silhouette folgte und irritiert seine Augenbrauen zusammenzog.
Sie entfernt sich vom Gelände? Was hat sie vor?
Von ihrer grell pulsierenden Gestalt abgelenkt, erkannte er jetzt erst die Schemen, die nicht weit vor ihr sich mit ihr mitbewegen, als würden sie sie führen. Das Grinsen erstarb auf seinen Lippen und Satoru fühlte plötzlich einen starken Druck in seiner Brust, ein eigenartiges Gefühl, welches sich seiner bemächtige und ihn mit den Zähnen knirschen liess. Ungläubig schob er es zur Seite, versuchte sich gegen das Gefühl von Verrat zu wehren, welches sich mehrte, je weiter weg Junka sich von der Akademie bewegte.
Das würde sie nicht tun. Sie würde nicht einfach gehen. Sie darf nicht gehen. Als ob ich sie lassen würde.
Satoru ersetzte die erbärmliche Anwandlung von Verlustangst mit dem bissigen, sturen Wunsch nach Kontrolle, ballte seine Faust als ein Windstoss ihn erfasste und er genau beobachten konnte, wie ein Ruck durch Junkas Gestalt ging.
Sie reagiert sofort auf meinen Geruch. Selbst wenn ich ihre Wahrnehmung täuschen kann, ihre Nase findet mich immer.

Satoru liess sich herabsinken, das Grinsen auf seinen Lippen verzerrte sich vor Anstrengung, da der schuldbewusste Ausdruck in ihrem Gesicht das ungute Gefühl in ihm verstärkte. Seine Zähne schabten lautstark aufeinander, als er das verspritzte Blut auf ihren Händen, Armen und auch in ihrem Gesicht wahrnahm, die sonst warm leuchtende Farbe ihrer Iriden matt und stumpf.
Was ist passiert? Was ist mit ihr geschehen?
Er erkannte wie ihr Bruder, der Attentäter seine Hände auf die Griffe seiner Dolche legte, die in einem breiten Gürtel untergehakt waren, seine wunden, verbrannten Unterarme vollständig geheilt, sogar die Narbe in seinem Gesicht war deutlich geschrumpft und sein unbeständiges, zuckendes Juryoku war nun wieder im Gleichgewicht.
Satorus Blick zuckte zurück zu Junkas Aura, er erfasste die Situation direkt und fühlte, wie seine Augen schmaler wurden.
Was spielen die Zwei für ein Spiel? Habe ich mich in ihr getäuscht? Nein- Irgendetwas muss geschehen sein.
Lachend fuhr er sich durch das Haar und richtete sich kerzengerade auf, als er festen Boden unter seinen Füssen spürte.
«Wohin so schnell des Weges, Junka-chan?», ihr heftiges Zusammenzucken entging ihm nicht, ebenfalls nicht wie sie seinem Blick auswich, sich fahrig über die besudelte Haut rieb, in der Hoffnung das Rot so wegwischen zu können. Satoru machte einen Schritt auf sie zu und stiess ein spöttisches Geräusch aus, als Masato sich neben sie hinstellte, eine Hand auf ihre Schulter legen wollte, doch von einer zierlich wirkenden Frau neben ihm zurückgehalten wurde.
Sie schüttelte ihren Kopf und beäugte ihn dann ängstlich, schien unter seinem vernichtenden Blick noch mehr zu schrumpfen und zog dann den Murata mehrere Schritte weit mit in den Hintergrund.
«Wieso finde ich dich mit zwei Mitgliedern des Murata-Clans vor, drauf und dran zu verschwinden? Etwas, was du mir sagen willst?», Satoru versuchte sich zu zügeln, das ungute Gefühl in seiner Brust zu ersticken und verspürte den Drang Junka in seine Arme zu schliessen.
So dicht vor ihr stehend, erkannte er vereinzelte Tropfen von Tränen, die in ihren Wimpern glitzerten, helle Spuren auf ihren Wangen, dort wo die Feuchtigkeit Russ, Schmutz und Blut fortgewaschen hatte. Als sie nicht reagierte, ballte Satoru seine Hände zu Fäusten und konnte nicht verhindern, dass seine Stimme abkühlte, da sie, statt seinen Blick zu erwidern, ständig auf ihren Handrücken starrte und an einer schwarzen, unheilvoll wirkenden Rune rum rieb.
«Was wird das? Antworte mir. Sofort.», er wollte bereits erleichtert aufatmen, als sie endlich den Blick hob, doch der gebrochene Ausdruck in ihren Augen liess ihn erstarren.
Ohne nachzudenken streckte er seine Hand aus und wollte über ihre Wangen streichen, als sie entsetzt zurückzuckte und seine Hand wegschlug.
«Nicht anfassen!», Satorus Augen weiteten sich und eine beängstigende Empfindung bemächtigte sich seiner, liess ihn grob ihr Kinn packen. Ohne den Augenkontakt zu brechen, näherte er sein Gesicht ihrem, suchte in dem leblosen, erloschenen Gold nach einem Funken ihres Kampfgeistes, dem glimmendem Feuer ihres Blickes.
Erst als er seinen Griff verstärkte und seine Finger in ihre Haut grub, blitzte eine Regung darin auf, unmittelbar darauf fühlte Satoru wie die Haut unter seinen Fingerspitzen sich erhitzte, nicht heiss genug um ihn zu verletzten, doch warm genug, um eine Warnung auszusprechen.
Er registrierte wie ihre Unterlippe zu zittern begann, wie ihre Augen verdächtig zu glänzen begannen und ihre Nasenflügel bebten. Sie versuchte mit aller Macht ihre Tränen zurückzuhalten, doch Satoru wusste genau, auf welche Weise er sie ansehen musste, um ihre auferlegte Fassade von Tapferkeit zu durchdringen.
Leise ausatmend zog er sie an sich, fühlte wie sein Herz sich schmerzhaft zusammenzog, als sie ihr Gesicht aufschluchzend an seiner Brust barg und in ein heftiges Zittern ausbrach.
Ich hätte sie suchen müssen. Sie beschützen, sie davor bewahren sollen, was ihr passiert ist.
Denn Satoru hatte mit aller Macht seine Schüler beschützt, dafür gesorgt das sich bis auf die zwei ranghöchsten Schüler alle zurückziehen konnten. Er hatte nicht eine Sekunde daran gezweifelt, das Junka sich zur Wehr setzen könnte, doch er hatte vergessen, was es bedeutete, das erste Mal auf Leben und Tod auf sich alleine gestellt zu sein.
Ihr weiches Herz unterschätzt.
Den Attentäter nicht aus den Augen lassend, beugte er sich zu ihr, rieb seine Wange an ihrem Kopf und flüsterte leise: «Egal was geschehen ist, du wirst es durchstehen und überwinden. Lass den Schmerz zu, wachse daran aber verlier dich nicht darin.» Satoru fuhr mit seiner Handfläche über ihren Hinterkopf, umfasste sanft ihr Kinn und hob ihren Kopf, wischte mit seinem Daumen die frischen Tränen aus ihren Augenwinkeln, um dann leise weiterzusprechen: «Ich werde dir dabei helfen, auch wenn du das gar nicht benötigst. Du bist stark, so viel stärker als du ahnst.»
Die Qual wich aus ihrem Blick und liess den Fluss ihrer Tränen versiegen, für mehrere Sekunden konnte den warmen Reflex von Gold in ihrem Blick wahrnehmen, das hitzige Leuchten welches Ähnliches in ihm auslöste, doch dann fiel ihr Blick auf ihre besudelten Hände und Satoru konnte zusehen wie sich ihre Pupillen zu schmalen Schlitzen verengten, die roten Linien auf ihren Wangenknochen prominent abdunkelten.
Ein Rasseln liess ihren Brustkorb vibrieren und als sie hasserfüllt folgende Worte ausspuckte, wusste Satoru das sie ihm entglitten war: «Ich bin… ein Monster!»



Zu viel, es ist alles zu viel!
Satorus Geruch der meine Nase bestürmte, auf mein aufgewühltes Inneres wirkte wie Balsam und doch zugleich meinen Hunger nach seinem Juryoku schürte. Das bedingungslose Verstehen in seinem Blick, die Weichheit wie er mich ansah, die sanfte Berührung seiner Hände, so als wäre ich etwas Wertvolles, Zerbrechliches.
Ich verdiene das nicht.
Ich stiess mich von ihm, stemmte mich gegen seinen Griff, als Satoru meine Handgelenke packte, ein drängendes, ungewöhnlich beunruhigtes Flackern im Blick.
So als ob er Angst hätte etwas zu verlieren.
Sein Griff wurde unangenehm fest, schraubstockgleich drückten seine Finger zu, zwangen mich seinem entwaffnenden Blick standzuhalten, der jede meiner Schwächen, sämtliche Facetten meines Schmerzes offenbarten.
«Das bin ich auch. Wir spielen mit unserer Menschlichkeit, laufen den schmalen Grat zwischen Einzigartigkeit und Monströsität. Ich weiss genau, wie du dich jetzt gerade fühlst. Lass mich dir helfen. Du brauchst mich-», ich fühlte, wie ein Riss sich durch mein Herz zog, eiskalt und schmerzhaft, als ich den intensiven, bewegten Ausdruck in seinem Gesicht erkannte.
«Ich… brauche dich. Wir brauchen einander, um uns unsere Menschlichkeit zu bewahren. Gemeinsam.», das letzte Wort hauchte er, so leise, dass ich das Wort nur aufgrund meines übermenschlichen Hörsinns wahrnehmen konnte.
Heiss rannen erneut Tränen aus meinen Augenwinkeln und mein wild trommelndes Herz verwandelte sich in eine schmerzliche, zuckende Masse, ich konnte beinahe hören, wie es brach.
Ich biss mir fest auf meine Unterlippe, konnte nicht verhindern das meine Stimme brach, als ich zerstört flüsterte: «I-Ich kann nicht. Ich kann nicht zurück, noch nicht. Ich bin schu-», ich biss mir auf die Zunge und wollte schluchzend auf meine Knie sinken, als ich mich erneut gegen Satorus Griff stemmte und fühlte, wie er seine Finger lockerte, wie sie von meinen Handgelenken rutschten. Ich starrte auf den Waldboden, auf meine Füsse, war zu feige meinen Blick zu heben.
«Ich muss das in Ordnung bringen. Es soll niemand mehr meinetwegen verletzt werden.», als Satorus heiseres Lachen erklang, brach mir Gänsehaut aus, doch nicht, weil der Klang mich auf besondere Weise berührte wie sonst. Sondern, weil ich zuhören konnte, wie der melancholische Tonfall umschlug in ein kratziges Kichern voller Wahnsinn.
Alarmiert hob ich meinen Blick, machte zwei Schritte zurück als Satoru ausholte und nach mir schnappte. Herausfordernd zwinkerte er mir zu, das Grinsen auf seinen Lippen teuflisch und kühl.
«Ich habe es auf die weiche Art versucht, doch du lässt mir keine andere Wahl. Sei ein braver Kitsune und komm jetzt mit.», das Grinsen vertiefte sich, das surreale Blau seiner Augen begann dämonisch zu glimmen. Sein Blick zuckte zu Mato und Ichika, das Purpurn seiner Aura verfinsterte sich, seine Stimmung war derart unberechenbar das ich mich vor ihnen aufbaute, mich Satoru entgegenstellte und meine Hände hob. Instinktiv senkte ich meinen Kopf, versuchte ihn milde zu stimmen und flüsterte: «Tu das nicht. Bitte.»
Satoru legte seinen Kopf schräg, hob bedrohlich seine rechte Hand und schwenkte die Finger in der Luft, liess das blaue Licht von Ao auf seinen Fingerspitzen tanzen.
«Tu was nicht? Feindliche Curse User angreifen? Das Gelände von Eindringlingen säubern? Einen Murata daran hindern meine- einen Halb-Yokai zu entführen?», erneut füllten sich meine Augen mit heisser Feuchtigkeit als Satorus Stimme stolperte und so einen Blick hinter die mordlüsterne Fassade der Grinsekatze offenbarte.
Davon selbst überrascht senkte er seinen Blick, schnaubte verächtlich und für eine Sekunde erkannte ich herzzerreissende Verletzlichkeit auf seinen Zügen, so kostbar und rar, dass ich mir nicht sicher war, ob ich dies nicht gerade halluziniert hatte.

Als er seinen Blick hob, war der Ausdruck hinfort und sein Entschluss gefestigt. Ich reagierte instinktiv, formte das Handzeichen vor meiner Brust und entfesselte meine Macht, brüllte den beiden Curse Usern hinter mir ein panisches ‘Lauft!’ zu, als ein blaues Licht hell aufblühte.
Nein!
Ich reagierte instinktiv, schnellte hervor, fing den Angriff mit meinem Körper ab und wirkte gerade noch im letzten Moment Kanzen Kyanseru, bevor Satorus Ao mich verletzen konnte. Hart kam ich mit dem Rücken auf dem Boden auf und wirbelte direkt wieder hoch, zog fauchend eine meterhohe Feuerwand, als Mato seine Dolche packte und Satoru angreifen wollte.
«Wage es nicht! Rühr ihn nicht an!», meine Stimme peitschte durch den Wald, das aggressive Knurren, das unterschwellig darin kratzte, liess Mato innehalten. Ich zog gerade die Wand höher, als ich einen groben Griff um meinen Oberarm fühlte, Satoru hatte mich gepackt und wollte mich gerade in die Luft ziehen, als ich meine Fluchtechnik ausweitete, mit Kanzen Kyanseru sein Mukagen negierte.
Mit zusammengepressten Lippen schüttelte ich seine Hand ab, wehrte die andere ab, wich ihm aus. Fluchend schnellte er hervor, hätte mich beinahe um meinen Hals gepackt, als ich mit meinem Ellenbogen dies vereitelte und mich schnell um meine Achse drehte, einen warnenden Faustschlag auf seinen Bauch platzierte.
Satoru prallte zurück, ein verbissener, gnadenloser Zug um seinen Mund, das irre Grinsen war fortgewischt, als er erkannte, dass ich mich ihm aktiv widersetzte. Ich nahm eine defensive Haltung ein und schüttelte langsam meinen Kopf: «Ich werde gehen, das ist beschlossene Sache. Die Angreifer werden meiner Spur folgen und von euch ablassen. Das ist der Plan.»
Satoru atmete lautstark aus und schnippte in seine Finger, beschwor eine dichte Barriere um uns herum, ich musste die Oberfläche nicht berühren, um zu wissen, dass er uns gemeinsam einschloss.
«Das werde ich nicht zulassen. Du bleibst hier.», er musste es nicht sagen, ich konnte die Worte ‘bei mir’ in seinen Iriden lesen und musste jede Unze an Willenskraft aufwenden, um dem Sehnen nicht nachzugeben.
Mich in seine Arme zu werfen, der Angst in mir nachzugeben, zu kapitulieren und mich von ihm beschützen zu lassen.
Und so alle weiterhin in Gefahr begeben. Das Risiko eingehen, das vielleicht sogar er Schaden nehmen könnte.
Ich begann zu zittern, fühlte als würde ich in einen tiefen Abgrund fallen, als ich realisierte, wie sehr letzteres mich verängstigte.
Wenn Satoru etwas passiert. Wenn ich ihn verliere… Nein!
Mein Magen rebellierte, das korrumpierende Säuseln des Yokais befeuerte meine Angst, beschwor regelrechte Hysterie hervor und ich fauchte: «Das werde ich nicht. Und du kannst nichts dagegen tun!»
Ich wirbelte herum, erzeugte grelles Licht mit meinen Schwanzspitzen und wollte zur Wand der Barriere rennen, als das vertraute Gefühl von Mukagen mich berührte. Doch nicht neckisch und verspielt wie sonst, die gewaltige Kraft von Limitless riss mich zu Boden, wirkte erbarmungslos auf meinen Körper und ich spürte wie meine Knochen unter der geballten Kraft ächzten.
Ich griff auf das heiss brennende Juryoku des Ara-Mitama zu, keuchte als es ohne neutralisierende Fluchkraft Satorus in meinem Körper wütete und meine Zellen durchbrennen liess. Inari begann Druck auf mein Bewusstsein auszuüben als ich Satorus Angriffen lediglich auswich, keinen Ansatz machte zurückzuschlagen.
Lass mich übernehmen, wenn du es nicht fertigbringst, dich zu wehren!
Scharfe Krallen bohrten sich in meine Glieder, zogen unangenehm daran und ich schmeckte Blut in meinem Mund, als ich, abgelenkt durch den Yokai einen Faustschlag direkt auf meinen Magen einsteckte, durch die Luft flog und an einem Baumstamm abprallte. Ein heller Lichtblitz raubte mir die Sicht und ich hatte es nur meinem Geruchssinn zu verdanken, dass ich dem nächsten Angriff ausweichen konnte.
Niemand darf sich einmischen, nicht mal du.
Ich versuchte mit Satorus Geschwindigkeit mitzuhalten, den Yokai unter Kontrolle zu und dem heiss brennenden Juryoku in meinen Adern standzuhalten. Die Macht des Ara-Mitama beflügelte mich, ich sah, wie Satorus Augen sich weiteten, erkannte wie er seine anfängliche Zurückhaltung aufgab.
Während seine Bewegungen kraftvoll und destruktiv auf mich niedergingen, las ich den Fluss seiner Energie, seiner Lebenskraft und passte mich ihm an.
Wie eine Flammenzunge, die an einem Scheit emporleckte, wand ich mich um ihn, umfasste seine Arme und führte verheerende Faustschläge ins Leere, darauf konzentriert, nicht zurückzuschlagen.
Das bösartige, unheimliche Glimmen seines Blickes wandelte sich in einen wehmütigen, sehnsuchtsvollen Ausdruck voller Gefühl, Satoru starrte mich an, als würde er mich zum ersten Mal sehen. Anerkennung zeichnete seine Züge weicher und auch seine Bewegungen wurden milder, ich erkannte den Moment als er resignierte, er aufgab.
Er gibt mich frei.
Kummer machte es mir schwer zu atmen und für eine Millisekunde vernachlässigte ich meine Deckung. Satoru packte sofort zu, eisern schlossen seine Finger sich um meine Kehle, drückten so fest zu das meine Stimmbänder versagten. Heftig atmend sah er auf mich hinab, ein Sturm von Emotionen liess das Blau irisierend reflektieren, unberechenbar und chaotisch, spiegelten das unbeständige Purpur seines Juryokus wider.
Die Ränder meines Sehfeldes begannen dunkel auszufransen, doch ich krallte mich nicht an seinem Handgelenk fest, unternahm keinen Versuch ihn von diesem Würgegriff abzuhalten. Tränen rannen über meine Wangen, glitten über seine Finger und brachten ihn dazu, seine Hand zu lockern, keuchend schlug er den Blick nieder und liess seine Schultern herabsinken.
Die dunkle Barriere, die uns eingesperrt hatte, zerfiel, doch Satoru liess mich immer noch nicht los. Unerwartet riss er mich an sich und rammte brutal seinen Mund auf meinen, sagte mit diesem verzweifelten, leidenschaftlichen Kuss so viel mehr, als es Worte formulieren konnten.
Ich schlang meine Arme um seinen Nacken, presste mich eng an ihn, unterdrückte das Schluchzen in meiner Kehle und ignorierte den salzigen Beigeschmack meiner Tränen, nahm so viel von ihm, von uns mit, wie ich konnte.
Ich will nicht ohne dich sein. Ich kann nicht ohne dich sein. Aber ich muss.
Atemlos lösten wir uns, ich liess meine Arme noch eng um ihn umschlungen, als Satoru seine Stirn an meine legte, die Augen noch geschlossen, meine Taille fest umklammert, so als ob er mich nie gehen lassen würde.
«Lauf schnell Junka. So schnell du kannst. Denn sobald ich hier fertig bin, werde ich dich suchen und finden.», seine Fingern gruben sich stärker in meinen Rippenbogen, «Du kannst mir nicht entkommen. Du gehörst mir.»
Einen normalen Menschen hätte diese fiebrige Besessenheit und grenzenlose Arroganz abgestossen, doch nicht mich. Ergriffen nickte ich, atmete tief ein, liess die Nuancen seines Geruchs tief in mir wirken und fühlte wie die Wärme in meiner Brust mich dazu bringen wollte etwas zu sagen.
Ich öffnete meine Augen, schluckte als ich die Notwendigkeit in seinen Augen sah, verstand nun seine Worte von vorhin.
Das Monster und der arrogante Gott. Wir brauchen einander tatsächlich.
Ich löste meine Arme, legte meine Hände sanft um seine Wangen und hauchte einen letzten, zarten Kuss auf seine Lippen, streifte ihm vorsichtig die Augenbinde ab. Während ich den Stoff um mein Handgelenk wickelte, spürte ich seinen Blick auf mir, biss mir auf die Zunge, um die drei Worte daran zu hindern, ausgesprochen zu werden.
Ich liebe dich.
Stattdessen flüsterte ich bittersüss: «Itsumo anata no koto o omotteimasu.»
Fest biss ich mir auf meine Unterlippe, als ich mich langsam umdrehte, so fest das ich metallisch-salziges Blut schmecken konnte.
Der äusserliche Schmerz lenkte mich von dem katastrophalen Brennen in meiner Brust ab, doch kein Schmerz der Welt konnte die Pein ersticken, als ich Satoru heiser hinter mir raunen hörte: «Itsumo.»
Der herrliche Geruch seines Juryoku verebbte, seine tröstende Präsenz verblasste, die kribbelnde Berührung von Mukagen streichelte mir kurz über meinen Rücken, um dann zu verschwinden.
Denn als ich mich umdrehte, war Satoru fort.

Und mit ihm ein Stück meiner Selbst

_______________________________________________________________________________________

«Itsumo anata no koto o omotteimasu.»   : I'm always thinking about you / Ich denke immerzu an dich.

«Itsumo.»  : Always / Immer
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast