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FUCHSFEUER

von Snowfoxy
Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Action / P18 / Het
Megumi Fushiguro Nobara Kugisaki OC (Own Character) Satoru Gojo Shoko Ieiri Yuji Itadori
30.03.2021
23.02.2022
69
238.515
111
Alle Kapitel
314 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
30.03.2021 2.385
 
Hallöchen an jeden, der sich hier verirrt :3

Die Idee für den Plot ist mir bei meinem ca. dritten Rewatch eingefallen und hat sich in meinem Kopf festgesetzt wie ein nerviger Ohrwurm. Da ich Anime- & Mangareader bin, versuche ich mich so gut wie möglich über das ganze JJK Universe schlau zu machen, falls euch Unstimmigkeiten oder OOC auffallen sollten, bin ich immer sehr dankbar für Einwände!
Die Begriffe werden grösstenteils in englisch sein, da ich Sub und Mangas ebenso in englisch lese.

Die Kapitel mit P18 Content werden nicht speziell markiert, Lesen also auf eigene Gefahr ;)

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Alles schien in diesem Augenblick stillzustehen. Der leise Wind, mein rasender Herzschlag, das klackende Rasseln der Kreatur vor mir und das schmerzerfüllte Ächzen der Personen hinter mir.
Was machst du da? Dreh um und renn weg!
Meine innere Stimme schrie mir das in Worten entgegen, was meine Instinkte mir signalisierten.
Vor mir lauerte eine Gefahr, eine lebensbedrohliche Gefahr und ich hatte in einem sehr dummen und idealistischen Moment beschlossen mich dem entgegen zu stellen.
Vor mir ragte eine mehrere Meter hohe, deformierte Kreatur mit rissiger, dunkelbrauner Haut auf, mehrere Augen bedeckten seinen überdimensionalen Kopf. Es riss sein grosses Maul auf, um mir entgegen zu brüllen, schwarze, blubbernde Flüssigkeit tropfte von seinen Zähnen.
Eine Welle von unerträglichem Gestank schwappte mir ins Gesicht und trieb mir Tränen in die Augen.
Mit donnernden Schritten setzte es sich in Bewegung und rannte mir entgegen, nein, auf die zusammengesunkenen Gestalten hinter mir. Ein tentakelarmiger Arm schnellte auf mich zu und ich fühlte plötzlich einen starken Luftzug hinter mir.
Das Gefühl als würde ich fallen, umfasste meinen Körper und gerade als ich bemerkte, dass ich durch die Luft segelte, prallte mein Körper auf die Steinmauer am Ende der Gasse auf.
Ein lautes Krachen erklang und Schmerz blitzte wortwörtlich in meinem Kopf auf, ein heller Lichtblitz raubte mir für mehrere Sekunden die Sicht.
Meine Knochen knirschten und ich konnte fühlen, wie Taubheit meine Glieder überzog. Ich fühlte keinen Schmerz als ich auf dem Boden aufschlug, einen kurzen Moment dachte ich, ich könne meine Glieder nicht mehr bewegen.
Ächzend versuchte ich einen Atemzug zu machen und musste direkt husten. Ich hob meinen Kopf und versuchte etwas zu sehen, der Aufprall hatte etwas mit meiner Sicht gemacht.
Ich blinzelte die Schwärze hinfort, um mit Grauen zuzusehen, wie die Kreatur Sayuri, meine beste Freundin, packte und sie in seinen Schlund zu heben begann.
Meine Beine setzten sich trotz Taubheit in Bewegung, ich rannte ohne nachzudenken auf die Kreatur zu.
Lass sie los. Lass sie sofort los!
Die pochenden Schmerzen und die Angst machten mir das Atmen schwer, ich spürte wie etwas meine Brust abklemmte und mir Energie raubte. Jedoch beflügelte mich diese Pein auch, machte das ich noch schneller rennen konnte.
Ein heisses Brennen brandete auf meinen Brustbein auf, setzte meine Haut in Flammen, doch ich nahm kaum Notiz davon. Alle meine Sinne waren auf das Monster gerichtet, welches meine Freundin fressen wollte.
Mit einer weit ausholenden Bewegung versuchte ich die Kreatur zu packen, meine Finger glitschten durch die rissige, nässende Haut und ich spürte wie Fetzen davon sich unter meinen Nägeln sammelten.
Ich kriegte sie nicht zu packen und fiel unsanft auf meinen Hintern. Triumphierend erkannte ich jedoch wie die Kreatur innehielt und meine Freundin achtlos fallen liess, sie schlug auf dem Boden auf wie ein nasser Sack.
Nun, da ich gänzlich im Besitz der Aufmerksamkeit der Monstrosität war, verliess mich die brennende Energie, mein Kopf wurde ein klein wenig klarer.
Ich werde sterben.
Mein Blick glitt hinter das Monster, sah die belebte Gasse, die Menschen die achtlos weiterliefen, nichts davon mitbekamen.
Die flimmernde, dünne Schicht, die das ganze Geschehen hier von der Aussenwelt verdeckten. Eine perfekte Falle.
Eine schnelle Bewegung, ein kurzer, unaufmerksamer Augenblick von mir und ich sah, wie der Arm der Kreatur auf mich zuschoss, die weiche Spitze des Tentakels plötzlich hart und spitz. Sie brach durch meine Bauchdecke, als wäre sie ein Stück weiche Butter.
Es ging so schnell, dass das Blut zu Boden tropfte, bevor ich irgendetwas spüren konnte.
Mit einer ruckartigen Bewegung stiess es erneut zu, ich konnte fühlen wie die Spitze unterhalb meines linken Schulterblattes wieder austrat, mich pfählte.
Die Luft wurde durch die Kraft aus meinen Lungen getrieben und ich hustete, schmeckte eine metallene, warme Flüssigkeit, die sich in meiner Luftröhre sammelte.
Das wars.
Während mich meine Lebenskraft samt Blut verliess, spürte ich erneut die Hitze in meiner Brust aufbranden, stärker als vorhin. Hitze erfasste meinen ganzen Körper und etwas in mir zerbrach, ein lautes Splittern erklang und setzte nur noch mehr Feuer frei.
Ein dunkles Lachen erklang in den Tiefen meines Kopfes und ich spürte nur noch, wie Etwas meine Seele in Brand steckte.


Wenige Stunden zuvor…


Ich schien unter dem strengen Blick meiner Mutter zu schrumpfen.
Ihre braunen Augen blickten mich prüfend an. «Du kennst die Regel, Junka. Ich und dein Vater wollen nicht, dass du nachts mit Freunden herumstreichst. Ausserdem hast du morgen Schule. Kommt nicht in Frage.»
Ich grub meine Fingernägel in meinen Handballen und verzog meinen Mund in eine leicht gewölbte Linie, öffnete meine Augen auf genau die Weise, die sie kugelrund aussehen liessen.
«Aber es ist doch mein Geburtstag, Mama. Ich werde nur einmal siebzehn Jahre alt. Ich bleib auch nicht lange, Sayuri und Daichi werden mich von der Haustüre bis zurückbegleiten. Wir wollen uns nur leckeren Kuchen aus der Stadt holen, das ist alles. Maximal eine Stunde!», ich setzte mein strahlendstes Lächeln auf und sah wie die Mauer in den Augen meiner Mutter zu bröckeln begann.
Mit einem langgezogenen Seufzen gab sie auf und tätschelte in einer liebevollen Geste mir über meinen Kopf. «Eine Stunde. Versprich es mir Junka.», Sorge schwamm in ihrer Stimme und ich unterdrückte den Impuls meine Augen zu verdrehen.
Ich bin doch kein kleines Kind mehr.
Ich nickte ihr zu und schloss sie kurz innig in meine Arme, glücklich darüber die ansonsten eisern eingehaltene Regel zu umgehen, wenn auch nur für heute.
Meine Eltern waren streng, zurzeit noch strenger als gewöhnlich. Bis auf Clubaktivitäten musste ich nach der Schule immer direkt nach Hause, ich durfte nie mit Freunden etwas unternehmen, besonders nicht nach Sonnenuntergang.
Ich konnte auch nie Freunde mit nach Hause nehmen, nicht Mal meine beste Freundin. Früher einfach akzeptiert, fiel mir das mit zunehmendem Alter schwerer, ich sehnte mich nach Freiheiten, mein Leben so zu leben, wie ich es wollte und nicht wie es mir vorgeschrieben wurde.
Mein einziger Lichtblick war mein achtzehnter Geburtstag, das Versprechen meiner Eltern, das sich ab da alles ändern sollte. Nur noch ein Jahr durchhalten, dann ist es geschafft.
Ich löste mich von ihr und strich mir meinen Kapuzenpulli glatt, in einer optimistischen Stimmung hatte ich mich schon für den kurzen Trip in die Stadt umgezogen. Kapuzenpulli, dazu eine hübsche Jeans, ganz einfach.
Ich riss die Wohnungstüre auf und blickte den grinsenden Gesichtern meiner beiden besten Freunde entgegen, Sayuri und Daichi. «Sie hat also ja gesagt?», Sayuris weiche Stimme klang hoffnungsvoll und ihr Blick funkelte mit ihrem Lächeln um die Wette.
Sie hatte ihr haselnussbraunes Haar zu zwei Zöpfen geflochten und sich rosafarbene Bänder um die Enden in Schleifenform drapiert. Was für die einen zu kindlich wirken konnte, passte zu ihr perfekt.
Ich liebte Sayuris sanftes Wesen, welches mich oft erdete und meine aufbrausende Art beruhigte. Daichi war ihr grosser Bruder und in gewisser Weise auch meiner, er passte auf uns auf, seit ich die beiden kannte. Was schon mein halbes Leben war.
Er hatte ein kleines Päckchen in der Hand, himmelblau verpackt mit mintgrüner, übergrosser Schleife. Mit einem jungenhaften Grinsen überreichte er mir es und ich nahm es mit kribbelnden Wangen entgegen, ich liebte Geschenke.
«Ach, die beiden sind schon hier? Da war aber jemand sehr optimistisch, nicht wahr?», die spöttische Stimme meiner Mutter erklang und während ich das Geschenk auspackte, drehte ich mich um, um sie versöhnlich anzulächeln.
Vorsichtig hob ich den Deckel der länglichen Packung und erblickte einen dicken Schal in einem warmen Weinrot.
Mein Mund öffnete sich für ein lautloses Wow und ich strich mit meinen Fingerspitzen über das Material, der Stoff unglaublich weich darunter.
«Darf ich?», Daichis Hände schoben sich in mein Blickfeld und ich stand wortlos da, als er den Schal um meinen Hals wand und ihn geschickt auf diese Weise festmachte, die den Knoten versteckte.
Meine Wangen wurden plötzlich heiss und ich wusste genau, dass sie das Rot des Schals perfekt ergänzten.
Gott, wie peinlich. Reiss dich mal zusammen, du bist doch nicht mehr Zwölf.
Ich haspelte ein rasches ‘Danke’ hervor und verbeugte mich schnell vor beiden, zu schüchtern, um mehr zu sagen.
Als wir aus dem Treppenhaus auf die dicht belebte Strasse traten, streichelte ich immer wieder unbewusst über den weichen Stoff des Schals.



Ich schob mir gerade eine Gabel voll mit süssem Erdbeerkuchen in den Mund, Sayuri und Daichi entsorgten schon ihre Pappteller in einem nahen Mülleimer. Die Strassen Shibuyas, dem Stadtteil von Tokyo, welcher in der Nähe unserer Wohnung lag, waren um diese Zeit sehr voll, die Sonne war gerade am untergehen und tauchte den Himmel in weiches Violett.
Ich kuschelte mich enger in den weichen Schal, der kühle Herbst zeigte sich immer erst, wenn die Sonne, und mit ihr die wärmenden Strahlen, verschwand. Ich wollte gerade zu Sayuri und Daichi aufschliessen, als mein Handy in meiner Hosentasche zu vibrieren begann.
Ich stiess ein genervtes Seufzen aus und wusste schon wer anrief, ohne auf das Display zu sehen. Mit kontrollierter Stimme nahm ich den Anruf meines Vaters entgegen und stellte mich auf seine üblichen Fragen ein.
«Junka, wo genau bist du jetzt?», der gehetzte Tonfall liess mich langsamer werden. «Ähm, ich bin gerade in Shibuya vor dem kleinen Laden, in dem wir immer unsere Äpfel holen. Die sauren grünen, die du so gerne-», mein Vater schnitt mir das Wort mit seiner nächsten Frage ab.
«Komm sofort nach Hause. Wie lange brauchst du etwa?» Ich blieb verdutzt stehen und ballte meine freie Hand zu einer Faust. Ich hatte bestimmt noch fünfzehn Minuten meiner ganzen Stunde.
«So etwa eine halbe Stunde?», ich betete das er meine Lüge nicht heraushören würde, ich brauchte von zuhause aus zwanzig Minuten hierher. Ich wollte doch noch ein, zwei Fotos mit meinen Freunden schiessen. «Das dauert zu lange. Ich hole dich mit dem Auto ab.», ich konnte hören, wie er seine Schlüssel in die Hand nahm und schon zur Türe hinausging.
Bevor ich etwas entgegnen konnte, hatte er den Anruf schon beendet und ich starrte mit zusammengepressten Lippen auf das Display. Das ist jetzt nicht sein Ernst!
Ich winkte Sayuri und Daichi zu, die gerade in einer Gasse verschwanden.
Na toll. Jetzt bin ich wieder mal der Spielverderber, weil ich früh nach Hause muss. Wie ein kleines Kind. Das ist so peinlich.
Ich rief laut in die Menge, jedoch konnte Sayuri mich schon nicht mehr hören. Als ich mich in Bewegung setzten wollte, überkam mich auf einmal ein eisiger Schauer.
Meine Nackenhaare stellten sich auf und ich fröstelte. Irritiert drehte ich mich um, fühlte mich plötzlich beobachtet.
Komisch…
Ich lief los, mein Blick immer noch über meine Schulter geworfen und prallte prompt mit jemandem zusammen. Erschrocken verlor ich das Gleichgewicht und landete auf meinem Hintern.
«Oh, das tut mir aber leid. Hast du dir wehgetan?» Ein Junge mit freundlichen, grossen Augen streckte mir seine Hand entgegen. Ich ergriff sie zögernd, mein Blick blieb an seinem hellen Haarschopf hängen, dessen Farbe eine Mischung zwischen rosa und hellbraun war.
Ausserdem fielen mir zwei feine Narben direkt unter seinen Augen auf.
Woher er die wohl hat?
Als ich seine Hand umschloss und er mich in einer kräftigen Bewegung auf die Füsse zog, wusste ich instinktiv, dass das Frösteln vorhin von ihm ausgelöst wurde.
Ich unterdrückte den Reflex meine Hand aus seiner zu reissen und wollte mich gerade bei ihm bedanken, als ein Bild plötzlich vor meinen Augen aufblitzte.
Ein Berg von Leichen, auf der Spitze eine menschenähnliche Gestalt mit vier ausgebreiteten Armen, lauthals lachend.

Eine kurze Schwindelattacke überkam mich und mir drohten die Beine einzuknicken, als mich ein kräftiger Griff aufrecht hielt.
«Oi, oi, vorsichtig! Bist du dir sicher, dass du dir nicht doch wehgetan hast?» Ich schüttelte kurz meinen Kopf und presste meine Augen zusammen, prüfte, ob das Bild erneut auftrat.
Wie eigenartig. Hab ich kurz getagträumt?
«Nein, alles gut. Tut mir leid, mir war kurz schwindelig.», ich öffnete meine Augen und sah wie der Junge mich besorgt betrachtete. Ein kleines Stück zu nah.
Ich schlug verlegen den Blick nieder und spürte die Röte auf meinen Wangen, der Junge schien zu merken, dass er ein Stück zu nahe stand.
Mit einem breiten Grinsen kratzte er sich ebenso verlegen am Hinterkopf. «Du bist ja gross, hast auf dem Boden ganz klein ausgesehen.»
Entsetzt öffnete ich meinen Mund und blickte sofort auf meine Turnschuhe, peinlich berührt darüber, dass ein Fremder meinen Komplex so direkt ansprach.
So gross bin ich doch gar nicht, du bist bestimmt noch ein, zwei Zentimeter grösser...
Ein lautes Klatschen erklang und ich sah wie ein Mädchen mit ihrer Handfläche auf seinen Hinterkopf schlug. Ihre kinnlangen Haare waren von einem warmen Orange und sie schüttelte genervt ihren Kopf.
«Yuji! Belästigst du das Mädchen etwa?», sie packte ihn an seiner roten Kapuze und ich erkannte, dass beide noch ihre Schuluniformen trugen. Ihr Blick wandte sich mir zu und der Stahl darin erweichte ein wenig.
«Ich entschuldige mich für diesen Trottel hier, er weiss nicht wie man mit Frauen spricht.», während sie das sagte, drückte sie seinen Kopf herunter, was Yuji laut protestieren liess. Ich kicherte und fühlte mich durch die beiden an Sayuri und Daichi erinnert.
Ach Scheisse, ich muss die beiden finden. Mein Vater ist bald hier.
«Alles gut, ich bin nur kurzhingefallen, war sowieso meine Schuld. Ich muss weiter, ich wünsch euch beiden einen schönen Abend.», ich winkte den beiden zum Abschied und lief eilig weiter.
In welcher Gasse sind die beiden verschwunden? Was machen die so lange?
Verwirrt blieb ich vor der Gasse stehen, in der ich die beiden eigentlich wähnte. Ich kniff meine Augen zusammen und versuchte in der Schwärze ihre Schemen auszumachen. Die Gasse war jedoch leer und fast wäre ich umgedreht, hätte ich nicht eines von Sayuris Bänder am Boden entdeckt.
Ein eigenartiges Gefühl beschlich mich und als ich mich bückte, um das Band aufzuheben, glaubte ich leise erstickt meinen Namen zu hören. Mit mulmigen Magengefühl machte ich einen Schritt in die Dunkelheit.
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