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Seelenfrieden

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Samu Haber
30.03.2021
02.06.2021
33
44.236
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02.05.2021 2.426
 
Sophie wich zurück, während sie die Fingerspitzen an ihre Lippen legte. “Samu? Was?” Sie schüttelte den Kopf. “Hast du getrunken?”
“Du hast gesagt, Ich soll rausgehen.”, murmelte er.
“Ich weiß. Aber ich habe nicht gesagt, dass du dich abschießen sollst. So sehr, dass du mich küsst. -- Wieviel hast du nur getrunken?”
Samu wischte sich übers Gesicht. “Ich… Die Jungs sind davon überzeugt, dass wir beide etwas miteinander haben. Sie würden wetten, dass wir miteinander schlafen.”, stammelte er.
“Und weil die Jungs das denken, küsst du mich?” Sophie schüttelte den Kopf. “Geh schlafen, Samu. Bevor du es morgen noch mehr bereuen musst.”
Samu wollte etwas sagen, aber ihr bittender Blick, ließ ihn stumm bleiben.

Sophie saß bereits am Frühstückstisch, als Samu am nächsten Morgen herein schlurfte.
Still nahm er sich einen Kaffee und sah Sophie fragend an. “Habe ich gestern etwas angestellt?”, fragte er leise.
Sie hob den Blick. “Was solltest du getan haben?”, fragte sie.
Samu hob die Schultern.
“Samu? Hast du ein komisches Gefühl, dass du etwas angestellt hast? Vielleicht solltest du deine Jungs fragen.”, schlug sie vor.
Er nickte langsam. “Fahren wir nachher zusammen zu Timo?”
Sophie sah ihn verblüfft an. “Klar.”, murmelte sie erfreut.

“Samu, jetzt konzentrier dich endlich mal.”, rief Timo aus. “Du willst dich doch nicht verletzen.”
Samu seufzte.
“Was ist los bei dir und Sophie? Sie hat dich doch sonst nicht so sehr abgelenkt.”, stellte Timo leise fest. “Willst du reden?” Da Samu die Schultern hob, zog Timo ihn ein Stück zur Seite. “Was ist bei euch passiert?”
“Ich habe sie gestern geküsst.”
Er hob die Augenbrauen. “Also hattet ihr bisher nichts miteinander? -- Ich war mir da nicht mehr sicher, ich beide versteht euch so gut.”
Samu schüttelte den Kopf. “Sie will mich wohl nicht. Sie verdrängt den Kuss, tut so, als wäre er nicht geschehen, weil ich getrunken hatte.”
“Und warum hast du sie geküsst?”, fragte Timo forschend.
Erneut hob Samu die Schultern. “Ich wollte wissen, ob es sich immer noch gut anfühlt. Jetzt, wo ich solo bin, also als Partner zur Verfügung stehe. -- Sie meinte, ich würde es bereuen.”
“Naja, sie ist nicht ganz der Typ Frau, die du sonst so gedatet hast.”, murmelte Timo. Auch er hatte Etel kennengelernt und die beiden Frauen waren sich so gar nicht ähnlich im Aussehen.
Aber auch wenn Sophie keine Modelmaße hatte, sah sie nicht übel aus. Wenn sie von etwas begeistert war, dann leuchteten ihre Augen und wenn sie lächelte, dann konnte man gar nicht anders, als ebenfalls zu lächeln.
Timo sah zu Sophie und fing ihren fragenden Blick auf. “Geh du mal an den Sandsack, Samu. Da kannst du nachdenken, während du trainierst, der schlägt nicht zurück. -- Ich kümmere mich derweil mal um Sophies Training.”

Zwei Tage später tauchte Sophie wieder einmal alleine bei Timo auf. “Samu hat einen Zahnarzttermin.”, erklärte sie, während sie die Matte betraten.
Timo hielt bereits die Polster in die Höhe. “Was ist bei euch beiden anders?”, fragte er zwischen zwei Schlägen. “Er hat dich doch nicht wirklich geküsst?”
Sophies Stocken ließ ihn schmunzeln.
“Doch?”, hakte er nach.
“Er war betrunken.”
“Und das soll die Erklärung sein?”
“Na nüchtern würde er es ja wohl kaum tun.”
“Warum nicht?”, fragte Timo irritiert.
“Na, schau dir doch mal seine Ex-Freundinnen an.”
“Und?”
Sophie seufzte. “Die sind alle wunderschön. Da passe ich nicht rein. Wir sind Freunde, mehr wird es nie sein.”
Timo grinste, als sie ziemlich fest zuschlug. “Würdest du es nicht mal ausprobieren wollen? Vielleicht würdet ihr gut passen und Spaß haben.”
“Ich will doch nicht unsere Freundschaft riskieren, für ein bisschen Spaß.”
Er grinste. “Reizt er dich gar nicht?”, fragte er und verzog das Gesicht, als der nächste Schlag hart traf.
“Du meinst sexuell? -- Es wäre gelogen, wenn ich nein sage. Samu ist ein gutaussehender Kerl und er ist ein Mann, bei dem man sich wohlfühlen kann. Aber mir ist diese Freundschaft sehr wichtig, also brauche ich nicht darüber nachdenken.”
“War der Kuss so schlecht? Du hast ihm gesagt, da war nichts, deshalb war Samu am zweifeln, ob er es nicht nur geträumt hatte.”, murmelte Timo schmunzelnd.
“Er hat ernsthaft mit dir darüber gesprochen?”, fragte Sophie ungläubig.
“Hm, ich habe gefragt, weil er so abgelenkt war.”
Sie schüttelte den Kopf.
“Könntest du dich nicht einfach in Samu verlieben?”, fragte er leise.
“Du verstehst ihn so gut. Du würdest nicht einfach gehen, oder? Nur einen Brief hinterlassen?”
Sophie schüttelte den Kopf. “Ich hätte versucht, zu reden. -- Aber es würde nichts nützen, wenn ich mich verliebe.”, murmelte sie und schlug noch eine rasche Folge.
“Hm, Samu müsste sich auch in dich verlieben und dich dann davon überzeugen, dass es das Risiko wert ist.” Timo grinste, als sie noch fester zuschlug, bevor sie schnaubte. “Feierabend für heute.”, murmelte er. Timo schüttelte seine Hand, bevor er die Polster ablegte.
Irgendetwas musste in ihr brodeln, so wie sie zuschlug.

Samu stockte in der Tür. Er sah zu Sophie, die telefonierend auf und ab ging.
“Okay. Sobald ich das okay vom Arzt bekomme, komme ich nach Deutschland. -- Hm? Der Doc meint, es würde bald nicht mehr besser werden können. -- Sie haben mir eine ziemlich lange Reha-Phase ermöglicht. -- Ich kann trainieren und dabei reden, damit hat keiner gerechnet. Ich denke auch, dass es langsam Zeit wird, dass ich wieder arbeiten gehe. Ich kann mich nicht für immer bei meinem besten Freund einquartieren.”
Samu runzelte die Stirn. Wollte Sophie so unbedingt fort von ihm?
“Ja. Hör dich schon mal um, ob jemand meine Wohnung haben will. Und meinen Eltern sagst du einfach, dass ich noch lebe.” Sophie seufzte, nachdem sie aufgelegt hatte.
“Alles okay?”, fragte Samu leise. Er verzog das Gesicht, als sie heftig zusammenzuckte.
Sie hob die Schultern. “Hm, weil ich zu Hause nicht erreichbar bin, haben meine Eltern bei meiner Anwältin nachgefragt.”
Samu hob die Augenbrauen. “Du hast gesagt, du kommst bald zurück. Willst du weg von mir?”, fragte er leise.
Sophie seufzte. “Ich will nicht weg, aber ich kann auch nicht ewig hierbleiben. Erstens koste ich dich Geld und ich sollte auch langsam nach einem neuen Job suchen. -- Ich habe Miriam gebeten, sich nach einem Käufer für meine Wohnung umzusehen. Wenn sie verkauft ist, bin ich frei, neu anzufangen, wo auch immer.” Sie sah Samu forschend an, als er leise seufzte.
“Du kannst bleiben, solange du magst. Noch kostest du mich nichts, die Versicherung zahlt doch die Pauschale für deine Verpflegung.” Er strich ihr eine Strähne aus der Stirn, lächelte schief dabei. “Du musst nichts überstürzen.”
Sophie nickte zögernd. “Okay.”
“Hast du heute noch etwas vor? Sollen wir mal schauen, was im TV läuft?”, schlug Samu vor, bevor er sich abwandte.

Samu grinste, als Sophie gähnte.
Sie lehnte in der anderen Ecke der Couch und sah ihn fragend an.
“Ich bin bequem.”, murmelte er und klopfte auf seine Brust.
Sophie schnaubte kopfschüttelnd und musste grinsen, als er eine Schnute zog.
“Bist du bequem?”, fragte er leise.
Sie hob die Augenbrauen, als Samu sich zu ihr lehnte. “Bist du heute kuschelbedürftig?”, fragte sie leise.
“Hm.”, machte Samu, während er sich hinlegte, den Kopf auf ihrer Hüfte abgelegt.
“Samu?”
“Hm?”
“Warum hast du letztens versucht, mich zu küssen?”
Er schwieg einen Moment. “Ich weiß auch nicht genau. -- Du bist mir so nah, wie keine andere, Sophie. Ich erinnere mich, dass sich unsere Kussszene gut angefühlt hat. Ich wollte wohl ausprobieren, ob es da mehr zu spüren gibt, wo ich jetzt auch Single bin.”
Sophie sagte nichts, sie wusste nicht, was sie dazu sagen sollte.
“Sophie?”
“Samu, wir sind Freunde. Wollen wir das wirklich riskieren? Ich bin doch gar nicht dein Typ. Irgendwann wirst du wieder einer tollen Frau begegnen. Sie wird die Richtige sein, sie wird dich lieben und dich glücklich machen.”
Er schüttelte den Kopf, was sie mehr spürte, als dass sie es sah. “Du bist eine tolle Frau und du fühlst dich ziemlich gut an. Ich hatte mit meinem Typ kein Glück. -- Einen Versuch? Wenn es sich nicht gut anfühlt, vergessen wir es und reden nie wieder darüber?”
“Hast du es so nötig? Dass du sogar mich nehmen würdest?”
Samu starrte Sophie fassungslos an. “Was zum… Wieso sagst du so etwas? Warum sollte ich dich nicht haben wollen? Dass ich eigentlich ein anderes Beuteschema hatte, heißt doch nicht, dass du nicht begehrenswert bist. Du bist eine schöne Frau, du fühlst dich gut an. -- Außerdem bist du eine sehr einfühlsame Frau. Du strahlst eine Wärme aus, dass man sich bei dir nur wohlfühlen kann. -- Warum machst du dich selbst so klein?”, fragte er leise. “Denkst du etwa immer noch an diese dämlichen Kommentare? -- Sophie, ich dachte, ich hätte dir das damals klargemacht. Ich hab dich lieb, das ist ja wohl Beweis genug, dass diese Leute keine Ahnung haben. -- Ich habe es nicht nötig, aber ich würde es gern probieren, ob zwischen uns mehr sein könnte, als Freundschaft.”
Sophie schüttelte ungläubig den Kopf. “Mehr, als Freunde.”, murmelte sie.

Samu setzte sich auf. Er nahm Sophies Hand und zog sie sanft zu sich.
“Ein Versuch.”, meinte sie ernst.
Samu nickte, während ein lausbübisches Schmunzeln auf seinen Lippen lag. Ein kurzer Zug und Sophie landete an seiner Brust.
Sie blinzelte, als Samu ihr so nahe kam. Sophie schloss die Augen, als er seine Lippen sanft auf ihrer legte. Sie zögerte einen Moment, dann fing sie an, seinen Kuss zu erwidern.
Samu seufzte leise auf, bevor er Sophie noch ein wenig näher zog. Sanft strich er mit der Zunge über ihre Unterlippe und bat so um Einlass. Er zog ihre Unterlippe zwischen seine Zähne und spürte sie schaudern, während er mit seinem Daumen, über die warme Haut, an ihrer Taille, strich. “Sophie.”, flüsterte er und strich ihr das Haar hinters Ohr. Sein Atem ging flach, wie ihrer.

Sophie blinzelte, sie sah ihn lächeln und schloss die Augen wieder, bevor sie ihren Kopf an seine Schulter lehnte.
Samu strich mit seinem Daumen immer wieder über ihre warme Haut, während er versuchte, seinen Atem zu normalisieren. “Du spürst das doch auch, oder Sophie? Du und ich, da könnte mehr sein.”, murmelte er.
Sophie seufzte. “Vielleicht. Aber, will ich wirklich, dass es mehr wird? Samu, du bist mein bester Freund. Ich will das nicht riskieren. Ich will nicht meinen besten Freund verlieren, wenn es dann doch nicht funktioniert.”
Samu drückte sie an sich. “Das verstehe ich schon. Aber sollen wir die Möglichkeiten leugnen?”, fragte er leise.
“Es wäre nur Sex, Samu. -- Da draußen gibt es Millionen Frauen, die sofort auf dieses Angebot eingehen würden und bestimmt auch noch eine Menge Männer. Für mich ist es nicht möglich, diese Entscheidung zu treffen. Ich würde dich zu sehr vermissen, wenn es nicht funktioniert.”
Samu lächelte sanft, als sie ihn endlich ansah. "Ich bin nicht auf einfachen Sex aus, nicht ohne, dass ich etwas für meine Partnerin empfinde. So etwas ist nicht erfüllend, da könnte ich auch gleich selbst Hand anlegen.”
Sophie blinzelte. “Samu du solltest dich einfach verlieben, dann wird es dich erfüllen.”
Er schüttelte den Kopf. “Ich mache es wie du, im Moment mag ich nicht an die Liebe glauben. Ich glaube an Zuneigung und Freundschaft. Wenn mich jemand fragen würde, gibt es jemanden, den du liebst, dann wäre meine Antwort, ja. Ich liebe dich Sophie. Als meine beste Freundin bist du mir gerade näher, als jeder andere Mensch auf dieser Welt. Ich werde dich gewiss nicht zum Sex überreden, aber ich kann dir  auch nicht versprechen, dass ich nicht versuchen werde, dich zu verführen.”
Sophie schnaubte. “Du glaubst, ich lasse mich von dir verführen? Du bist ganz schön überzeugt von dir.”
Samu verzog das Gesicht, bevor er den Kopf schüttelte. “Ich tue nur so und das weißt du auch.”
Sie legte ihren Kopf wieder an seine Schulter, bevor sie ihn fest drückte. “Du hast es nicht nötig, so zu tun. Du bist nicht nur groß, du bist auch stark. Ich denke, du wärst als Liebhaber bestimmt nicht übel, also rede dir das auch nicht selber ein.”
“Willst du es nicht doch ausprobieren?”
Sophie schüttelte den Kopf. “Nicht heute.”
“Denkst du darüber nach?”, fragte Samu leise.
“Wer weiß das schon, die Gedanken sind frei.”
Er lachte leise, während er sie an sich drückte und sie den Abend vor dem TV ausklingen ließen.

Sophie stand auf dem Balkon und sah hinunter zum Wasser. Sie seufzte schwer auf, als Samu hinter sie trat und seine Arme um sie schlang.
“Was ist los, Sophie?”, fragte er leise.
“Der Doc hat mich heute, für so gesund wie möglich erklärt.”, wisperte sie.
Samu legte sein Kinn auf ihre Schulter. “Deine Reha ist beendet?”, fragte er leise.
Sophie nickte.
“Was bedeutet das jetzt?”
“Ich fliege nach Deutschland zurück.”
Samu drehte sie zu sich um. “Aber du kommst doch wieder?”, fragte er leise, während er seine Stirn gegen ihre lehnte.
“Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht. Ich brauche einen Job und eine Bleibe. Eine Bleibe hätte ich in Deutschland, aber keinen Job.”
Er lächelte sanft, während er einen Finger unter ihr Kinn legte, damit sie ihn ansah. “Du hast auch hier eine Bleibe. Sophie, du darfst gern bleiben, so lange, wie du bleiben möchtest.”
Sie zog eine Grimasse. “Und wenn du dich doch wieder verliebst? Meinst du, sie fände das toll? Das geht doch nicht, Samu.”
“Doch, es geht, denn ich habe nicht vor, mich neu zu verlieben.”, erklärte er ernst.
Sophie strich ihm über die Wange. “So etwas kann man nicht planen.”
“Ich würde dich gern begleiten, nach Deutschland. Ich kann dir beim Packen helfen.”
“Willst du sichergehen, dass ich zurückkomme?”
Samu nickte.
“Wenigstens bist du ehrlich.”, flüsterte Sophie. Sie seufzte leise, als er sie fest an sich drückte.
“Du findest einen Job, vielleicht kannst du auch mal wieder drehen.”
Sie schüttelte den Kopf. “Wohl kaum. Ich habe die Versicherung der Produktion geschröpft.”
“Dafür schließt man Versicherungen ab.”, murmelte Samu, während er ihr über den Rücken strich. “Wann willst du fliegen?”
“Die Produktion hat den Flug für Montag gebucht.”
“Sophie, du kriegst das hin.” Er legte ihr erneut den Finger unters Kinn, als sie den Blick senken wollte. “Du bist die stärkste Frau, die ich kenne. Du hast dich bis hierher durchgekämpft. Du schaffst alles, wenn du es wirklich willst.”
Sie schüttelte den Kopf. “Wie schaffst du es nur, dass du mir Mut machst, aber an dir selbst zweifelst?”
Samu verzog das Gesicht. “Genauso, wie du das auch bei mir machst.”, flüsterte er und schluckte trocken, bevor er sich über die Lippen leckte. Er zog Sophie an seine Brust. “Nimmst du mich mit?”, fragte er nochmals.
Sie nickte zögernd.
“Dann buche ich gleich mal meinen Flug. Ich habe bestimmt noch ein paar Meilen gut, ich könnte dich upgraden lassen.”
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