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Seelenfrieden

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Het
OC (Own Character) Samu Haber
30.03.2021
08.05.2021
21
29.680
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30.03.2021 1.824
 
Sie ließ sich seufzend gegen die Motorhaube ihres Autos sinken. Sie hatte doch nur eine kurze Pause einlegen wollen, nun saß sie hier wohl erstmal fest. “Ach Sophie, du sollst heute wohl nicht mehr nach Hause kommen.”, murmelte sie und nippte an ihrem Latte-to-go. Sie sah sich für einen Moment das geschäftige Treiben an.  
Hier auf dem Parkplatz der Raststätte “Nürnberg Feucht”, im hinteren Bereich, wurde wohl gerade ein Filmset aufgebaut.  
Auf der Fahrbahn vor ihrem Auto lag ein Schienengestell, für einen Kamerawagen.  
Und diese zwei Trucks gehörten wohl zum Team.  
Sophie überlegte. Hatte sie eine Absperrung übersehen, als sie ihr Auto hier abgestellt hatte? Sie parkte doch immer etwas weiter entfernt. So bekam sie etwas Bewegung. Sophie schnaubte, als aus einem der Trailer eine Blondine kam.  
Die Art und Weise, wie sie mit den herumwuselnden Arbeitern umging, ließ Sophie erahnen, dass diese Frau zu den Schauspielern gehören musste.  
Sophie sah an sich runter. Sie seufzte leise auf. Ja, sie war nicht die dünnste und wohl auch nicht besonders hübsch, aber sie fühlte sich eigentlich ganz wohl in ihrer Haut. Nur in solchen Momenten, da kamen die Zweifel auf. Sophie lächelte, als der Arbeiter bei ihr vorbeikam. “Könntest du mir vielleicht verraten, wie lange das hier dauern soll?”, fragte sie.  
Er hob die Schultern. “Es sollte eigentlich ganz schnell gehen. Es war eigentlich nur eine knappe Stunde für den Dreh angesetzt.”  
“Eigentlich?” Sophie lachte. “Nur gut, dass ich heute nichts mehr vorhabe und es hier recht interessant ist.”  
Er grinste, bevor er sich wieder an die Arbeit machte. “Es wäre schön, wenn alle hier so nett wären, wie du.”, rief er noch.  
“Danke.”  

Sophie steckte sich ihre Ohrhörer in die Ohren und suchte sich eine Playlist aus, bevor sie sich auf einen kleinen Spaziergang begeben wollte. Sie stockte, als erneut jemand den Trailer verließ. Sophie hob die Augenbrauen, als sie ihn erkannte. Auch wenn sie ihn eher auf der Konzertbühne sah.  
Versuchte er es jetzt, nach der Auflösung seiner Band, als Schauspieler?  
“Jedem das Seine.”, murmelte Sophie schmunzelnd, bevor sie ihren Weg fortsetzte.  

Sophie kam etwa eine halbe Stunde später zurück, wieder hatte sie einen Kaffee dabei, natürlich in ihrem eigenen Keramikbecher. Sie lehnt sich an ihr Auto und ließ ihren Blick zum Filmteam schweifen.  
Dort schien es nicht gut zu laufen.  
Es herrschte Aufregung.
Ihr Blick blieb an dem blonden Hünen hängen.  
Samu schien ziemlich angepisst  zu sein.  
Zu gern würde sie Mäuschen spielen.  
Gerade wandte er sich ab und stapfte zurück zum Trailer.
So wütend hatten ihn bestimmt nur wenige gesehen.
Sophie schloss die Augen, sie spürte die  Anspannung in der Luft. Sie nahm einen Schluck von ihrem Kaffee und hielt ihr Gesicht in die Sonne.

“Hey.”
Sophie zuckte zusammen, als sie angesprochen wurde. Sie lächelte, als sie den Arbeiter wiedererkannte. “Hey, es dauert wohl doch länger.”, stellte sie leise fest.
Er verzog das Gesicht. “Hättest du gerade Zeit?”  
Sophie schnaubte. “Ich komme hier ja nicht weg. Ich kann ja wohl kaum über eure Schiene fahren. Also ja, ich habe gerade Zeit. Warum?”  
Er grinste schief. “Du könntest eventuell eine Komparsenrolle übernehmen.”  
Sophie sah ihn verwirrt an. “Sowas habe ich noch nie gemacht.”, murmelte sie.
“Sie werden dir sagen, was du tun musst. Wenn sie dich denn nehmen. Kommst du mit?”, bat er ernst.
Sie stieß sich von ihrem Auto ab.  
“Einen Versuch ist es wert. Wie heißt du eigentlich?”, fragte er neugierig.
“Ich bin Sophie.”  
“Danke Sophie. Der eigentliche Komparse ist nicht aufgetaucht, was den ganzen Plan durcheinander bringt.”  
Sie lächelte schief. “Dann schauen wir mal, ob ich überhaupt helfen kann.”  
“Prima. Ich bin übrigens Markus. Ich bringe dich jetzt zum Regisseur und zum Aufnahmeleiter.”  

Sophie blieb etwas hinter Markus, sie sah sich neugierig um.
“Sophie?”
Rasch trat sie zu Markus.
“Das ist sie, Sophie. Sie würde sich als Komparse zur Verfügung stellen.”, erklärte Markus.
“Und wo hast du sie so schnell aufgetrieben?”
“An ihrem Auto.”
“Oh, du bist das, wir haben dich eingesperrt, das blaue Auto, oder?”
Markus hob die Augenbrauen. “Blau?”
“Schon okay, die Farbe ist für jeden Blick anders.”, flüsterte Sophie. “Ist ein Flip-Flop-Lack.”
“Also Sophie, können Sie Schauspielern?”
“Was müsste ich denn tun?”, fragte sie unsicher.
“Eigentlich nur die Straße entlanggehen.”
“Kann das nicht beinahe jeder?”
Der Regisseur grinste.  
“Aber es muss natürlich wirken.”, meinte der Aufnahmeleiter.
“Ich kann es nur probieren.”
“Okay, proben wir kurz den Zusammenstoß. --  Markus, übernimmst du Samus Part? --  Ihr geht ja einfach aneinander vorbei.”
Sophie atmete kurz durch und stellte sich Markus gegenüber.
“Aufnahme!”, rief der Regisseur.

Sophie ging ganz normal auf Markus zu, als er sie anrempelte, stockte sie kurz und sah ihm einen Moment nach, während sie weiterging.
“Schnitt!”
Der Aufnahmeleiter nickte. “Okay. --  Wir haben drei Szenen. Take eins, ist die Begegnung mit Samu.  Take zwei, ist eine kurze Szene aus der Entfernung. Du stehst bei einem Polizisten und deutest in eine Richtung, du bist nicht zu hören. Und zu Take drei, du gehst an Maria vorbei. Sie ist unser Opfer in der Folge.”
Sofia achtete gar nicht darauf, dass er sie plötzlich duzte. “Wäre es dann nicht besser, in umgekehrter Reihenfolge?”
Der Regisseur grinste, während Aufnahmeleiter nickte.
“Ja, aber die dritte Szene spielt im Regen.”
“Okay.”
“Du gehst am besten gleich in die Maske und lass dir die passenden Kleider geben. Du brauchst also drei verschiedene Outfits.”
“Ich zeig dir den Weg.”, rief Markus grinsend. “Cool, dass es klappt.”, murmelte er.
Sophie grinste. “Schauen wir mal.”
“Schau, hier ist die Maske. --  Viel Spaß!”  Damit ließ Markus sie allein.

Sophie betrat zögernd das Zelt.
“Hallo, kann ich helfen?”, fragte eine junge Frau sofort.
“Hey, ich mache eine Komparsin, ich soll wohl angerempelt werden.” , erklärte Sophie.
“Ich dachte, das sollte ein Mann sein.”
“Ich springe nur ein.”
“Na dann, setz dich. --  Welche Größe trägst du? Eine achtunddreißig?”, fragte die junge Frau.
“Achtunddreißig, vierzig.” , murmelte Sophie, während sie sich setzte.
“Da finden wir was. -- Joshua, schaust du mal im Fundus? Wir brauchen zwei Outfits für den Sommer, für einen Außendienstler, in achtunddreißig, vierzig. Und ein Frühjahrs-Outfit für Regentage. -- So, dann schauen wir mal, was wir mit dir machen. Ich bin Violett, aber du darfst mich Vio nennen. Wie heißt du?”
“Ich  bin Sophie.” sie lehnt sich zurück, während Violett ihr mit der Bürste durchs Haar fuhr.
“Ich mag deine Strähnchen und du hast schöne Augen, Sophie.”
“Danke.”  
“Ich stecke dir für den ersten Take die Haare hoch. Wir werden ein bisschen variieren. --  Du trägst nur Kajal und Mascara, oder?”  
“Nur Kajal, die Wimpern sind gefärbt.”
Violett nickte. “Okay. Aber kein Make-up, oder?”
“Nein, ich habe keine so tolle Haut und wenn ich sie zu kleistere... Nur wenn ich mal ausgehe, dann nutze ich auch mal Make-up.”
Violett lächelte ihr über den Spiegel zu. “Es muss ja auch nicht immer sein. --  Das schaut doch schon mal gut aus.”, murmelte sie und wandte sich um, da Joshua gerade zurückkam.
Er hielt drei Outfits im Arm.  
“Danke Joshua. -- Für Take eins nehmen wir das hier.”, bestimmte Violett und schob Sophie hinter einem Paravent.

Rasch zog Sophie den Rock und die Bluse über.
“Welche Schuhgröße hast du Sophie?”, fragte Violett und sah um den Paravent.
“Vierzig, einundvierzig.”
“Ich bin unterwegs.”, rief Joshua.
Violett zupfte Sophie den Kragen zurecht, dann nickte sie. “Passt. --  Setz dich wieder, deine Sachen legen wir ins Regal.”, erklärte sie. Violett lächelte sanft, als Sophie schwer durchatmete, da gerade Samu das Zelt betreten hatte. “Mensch Samu, kannst du deine Frisur nicht mal eine Stunde behalten?”, fragte sie grinsend.
Er hob nur die Schultern und ließ sich in den Stuhl neben Sophie fallen, das Handy-Display fest im Blick.

“Okay Sophie, flach oder hoch?”, fragte Violett und hob zwei paar Schuhe in die Höhe.
“Also, als Außendienstler fährt man viel, da wäre hoch ungeeignet, oder?”
“Da hast du recht.”, meinte Joshua und nahm Violett die hohen Pumps wieder ab.
“Du solltest mal Labello mit Honig ausprobieren, oder mehr knutschen, deine Lippen würden es lieben.”, meinte Violett blinzelnd.
“Ach und Honig hilft dabei?”
Die beiden Frauen grinsten.
“Perfekt.”, murmelte Violett etwas später.  
Sophie sah in den Spiegel und hob die Augenbrauen. “Woah, du machst echt nen guten Job, Vio. Ich hätte mich fast selbst nicht erkannt.” , flüsterte sie.
Violett trat schmunzelnd zu Samu. “Na komm, Großer. Richten wir mal deine Frisur.”
Er schnaubte, legt aber endlich sein Handy fort.
Sophie ging derweil schon mal nach draußen.  

“Sophie? Wir müssen noch den Vertrag fertig machen. Wir schicken dich und deine Aufnahmen schließlich in die Welt.”
Sie folgte dem Aufnahmeleiter in ein anderes Zelt.
“Wie ist dein voller Name?”
“Sophie Anna-Lena Vandermeer. -- Soll ich das schnell selbst ausfüllen?” Sie zog das Formular zu sich und fühlte sämtliche Punkte aus, bevor sie das Formular zurück schob.
“Danke. -- Also, wir machen die Szene, wie vorhin bei der Probe.  Es war gut, dass du ihm nachgeschaut hast, auch wenn es eigentlich nicht geplant war.”
“Ich gehe normal nie ohne Kaffee zum Auto zurück.”
“Gute Idee. -- Einen To-go-Becher für Sophie, bitte. --  Und wo bleibt Samu? Ah, da ist er ja. -- Auf eure Positionen. Komm Sophie, ich zeige dir deinen Startpunkt.”
Sophie folgte dem Aufnahmeleiter und nahm unterwegs noch den Kaffeebecher an. Sie nickte, als man sie fragend ansah. Ja, sie war bereit.

“Szene fünfzehn, Take eins. -- Aufnahme!”
Sophie ging los, sie sah nicht zu Samu, sondern spielte mit dem Autoschlüssel in ihrer Hand.
Der Moment, als Samu sie anrempelte, kam zwar erwartet, aber irgendwie auch nicht.
Sophie legte ihre Hand an ihre Schulter, bevor sie sich langsam umwandte und ihm nachsah. Sie schüttelte den Kopf und ging zu ihrem Filmauto.
“Schnitt! -- Das war schon ganz gut, aber wir machen das noch mal. Sophie, es ist gut, dass du Samu nicht direkt anschaust, aber ein kurzer Blick wäre natürlicher.”, rief der Regisseur.
Sie nickte. “ Okay. Ich werde es versuchen.”, murmelte sie, während sie an Samu vorbei, zu ihrer Position zurückging.

“Szene fünfzehn, Take zwei. -- Aufnahme!”
Wieder ging Sophie auf Samu zu, nur diesmal sah sie ihn auf dem Weg kurz an und wich ein wenig zur Seite, um nicht direkt in ihn hinein zu laufen.
Wieder rempelt er sie an und sie sah ihm kurz nach, bevor sie wenig später den Wagen erreichte.
“Schnitt! --  Perfekt. --  Danke Samu, das war's für dich. --  Sophie, du ziehst dich bitte um.”
Sie nickte und wandte sich dem Zelt für die Maske zu. Sophie schrak leicht zusammen, als Samu plötzlich neben ihr auftauchte.
“Ich hoffe, ich habe dir nicht weh getan.”
Sie warf ihm einen kurzen Blick zu. “Ich bin ja nicht aus Zucker.”, meinte sie grinsend und betrat das Zelt.

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So, das war dann mal der Beginn ...ja wovon? Wir werden sehen....
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