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Sturmwolken am kristallblauen Himmel

von Caine
Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Alphinaud Leveilleur Estinien Wyrmblood
26.03.2021
07.07.2021
6
11.756
3
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26.03.2021 1.536
 
Sturmwolken am kristallblauen Himmel

Liebe Leser,
ich hatte diese fixe Idee schon seit dem Ende von Heavensward und hoffe, es gibt andere die ähnlich über die zwei denken ;)
Jeden Freitag gibt es ein neues Kapitel und ich schreibe abwechselnd aus Alphinauds und Estiniens Perspektive.
Viel Spaß beim Lesen!

Kapitel 1

Sehnsucht

*Alphinaud*

~*~

Wieso stellt er sich schützend vor mich? Er ist doch kein Verteidiger und gar nicht dafür ausgerüstet! Schnell bilde ich einen neuen Schild um ihn und lasse gleichzeitig mehrere Laserstrahlen auf die Monster niedergehen die uns umzingelt haben.
Verzweifelt sehe ich mich um, Estinien ist der Einzige, der außer mir noch auf den Beinen ist. Die anderen sind schwer verwundet und damit kampfunfähig oder liegen bewusstlos am Boden. Und Ney, die Kriegerin des Lichts, hat sich mit aller Macht auf den Ascien gestürzt, der diese Monster nicht nur befehligt sondern auch stärker macht.
Ich habe als ihr Heiler versagt. Händeringend versuche ich meine Kameraden zu schützen, damit sie nicht noch mehr Schaden nehmen.
Doch die Angst den Dragoner vor mir zu Boden gehen zu sehen, lähmt mich regelrecht. Immer wieder erneuere ich seinen Schild und heile so viele Wunden wie möglich, aber stets tauchen neue Risse in seiner Rüstung und Verletzungen auf. Zu meiner Sorge gesellt sich rasende Wut und mit neuer Kraft lasse ich einen todbringenden Regen über meinen Feinden niedergehen. Mit einem finalen Schlag und letzter Kraft gibt Estinien ihnen den Rest.
Erschöpft dreht er sich dann zu mir und mit einem schwaches Lächeln geht er auf mich zu. Erleichtert renne ich auf ihn zu und stürze mich in seine geöffneten Arme. Schnell wirke ich noch einen Heilzauber und genieße dann die kleinen Küsse die der Dragoner auf meinem Haar verteilt.
„Alphi“ murmelt er dabei und drückt mich fest an seine Brustrüstung.
Etwas beruhigter sehe ich nach der Kriegerin des Lichts, die noch einen Schild braucht und sehe dann grimmig zu, wie sie den Ascien fertig macht. Und gerade als wir uns den Verwundeten widmen wollen, verdunkelt ein riesiger Schatten die Sonne.
Luna-Bahamut beginnt ein markerschütterndes Brüllen und ich weiß, wir sind verloren, denn außer Ney, kann niemand der Besessenheit entkommen!
Ich kann nur panisch in Estiniens Augen sehen, während er verzweifelt versucht mich mit seinem Körper abzuschirmen.
Warum verliere ich ihn, gerade jetzt wo wir endlich zueinander fanden?


~*~

Nachdem nicht nur Thancred taumelnd zu Boden ging, sondern auch Urianger die Kontrolle über einen einfachen Zauber verlor, war ich mir sicher, dass uns nicht mehr viel Zeit blieb. Besorgt musterte ich Alisaie.
Wann würde sie erste Anzeichen für unsere schwächer werdenden Seelen zeigen? Hoffentlich kann ich sie in diesem Moment beschützen und bin nicht selbst geschwächt und nutzlos.
Aber ich durfte mich nicht in düsteren Gedanken verlieren, denn G'raha Tia und die Kriegerin des Lichts, ließen nichts unversucht, um unsere Seelen wieder mit unseren Körpern zu vereinen. Trotz schwächer werdender Vitalzeichen konnte Krile uns stabilisieren und wir hatten noch Zeit.
Ich musste unbedingt zurückkehren... zu lange war ich schon von meiner Heimatwelt getrennt. Doch ist es kein Ort, der mich in der Ursprungswelt anzog. Sondern nur eine Person, die ich einfach nicht aus meinen Gedanken verbannen konnte. Egal wie sehr ich es mir aus dem Kopf schlagen wollte … egal wie intensiv ich für Eorzeas Zukunft und den Bund der Morgenröte kämpfte, meine Gedanken wanderten stets zu ihm...
Ich weiß wie lächerlich ich mich machen würde, wenn ich diesen Gefühlen nachgehen würde. Für ihn bin ich nur ein „Knabe“, wie er es gerne ausdrückte. Mit meinen 17 Jahren (gut, meine Seele dürfte schon 18 Jahre sein - danke komische Zeitverschiebung, die keiner erklären kann!) und vielen Charakterschwächen nahm er mich halt einfach nicht als erwachsenen Mann wahr. Gut, ich hatte diesen Eindruck nicht gerade positiv beeinflusst als ich heulend an seinem Krankenbett gehockt hatte.
Damals wurde es mir das erste Mal bewusst, dass es mehr als nur Bewunderung war, was ich für den Azurdrachenreiter empfand. All die Zeit die wir gemeinsam gereist waren, Seite an Seite kämpften und all die Geheimnisse lüfteten... Immer mehr fühlte ich mich mit ihm verbunden – dass er ein Elezen ist wie ich, spielte dabei keinerlei Rolle. Gerade nach dem Verrat der Kristallstreiter war ich zutiefst verletzt und wütend über meine Naivität. Estiniens ehrliche und direkte Art, meine Unzulänglichkeiten anzusprechen war im ersten Augenblick unangenehm, aber vor allem hilfreich, denn sie baute mich wieder auf.
Nachdem Nidhoggs racheerfüllter Geist vom Azurdrachenreiter Besitz ergriff, wollte ich alles tun, um ihn zurück zu bringen. Und dank unserer vereinten Kräfte hatten wir das Undenkbare geschafft. Der Anblick von Estiniens bewusstlosen Körper in Aymerics Armen war besorgniserregend und gleichzeitig verspürte ich Hoffnung. Und durch die Arbeit der besten Heiler in Ishgard durfte ich seinem Erwachen beiwohnen. Glück und Erleichterung durchströmten meinen Körper als ich seine Augen das erste mal sah. In ihnen tobte ein dunkler Sturm der mich fast mit sich riss und seine langen silbernen Haare, die er sonst immer unter seiner Rüstung versteckt hielt, hätten mich beinahe dazu verleitet mit meinen Fingern durch sie zu streichen. Aber ich riss mich zusammen und ließ mir hoffentlich nichts anmerken.
Danach trennten sich unsere Wege und ich hoffte inständig ihn wiederzusehen und vielleicht sogar wieder gemeinsam mit ihm Abenteuer zu bestreiten. Aber das Schicksal hatte wohl etwas anderes für mich geplant.
Seufzend blicke ich durch die Luftblase, die Bismarck für uns erschuf und betrachtete die stille Welt, deren Ruhe wir wieder einmal störten. Aber immerhin konnten wir diesmal den Ondos helfen und gleichzeitig für unseren eigenen Kampf Informationen sammeln.
„Bruderherz, bist du etwa Seekrank, oder hast du Angst doch noch schwimmen zu müssen? Du seufzt ja in einer Tour während du ins Wasser stierst.“ In Alisaies Stimme schwang Sorge sowie auch Schalk mit und nun grinste sie mich frech an. Mir war gar nicht bewusst, dass ich so viel geseufzt hatte.
„Nein, aber danke der Nachfrage!“ ich ließ ihr diese Frechheiten großmütig durchgehen, sie musste ja nicht meine wahren Sorgen kennen. Außerdem lag  ein langer Kampf um eine wichtige Stätte der Amaurotaner vor uns. Und wie aufs Stichwort konnten wir alle das schwache Leuchten vor uns wahrnehmen.
„Jetzt geht’s los!“ sagte Ney mit einem Lächeln auf den Lippen während sie ihre kreisrunden Klingen zückte und sich innerlich auf den Kriegstanz vorbereitete.
Motiviert öffnete ich mein Buch und rief meinen Smaragdkarfunkel.
Sobald wir Bismarcks schützenden Rücken verließen, stürmten immer neue vielfältige Gegner auf uns zu, doch wie immer meisterten wir jede Herausforderung die sich in unseren Weg stellte.
Nun konnten wir diesem geheimnisvollen Ort genau untersuchen und möglichst viel Wissen sammeln, um uns auf eine mögliche Konfrontation mit Elidibus vorzubereiten.

*Nach der Schlacht um Norvrandt*

Während wir den Verwundeten halfen und uns von dem Kampf erholten, sind all unsere Gedanken bei Ney und G'raha, die Elidibus nun endgültig aufhalten werden. Wir glauben fest an ihren Sieg und die Hilfe ihrer Abenteurerfreunde, die alle so mächtig sind wie sie. Doch trotzdem schleicht sich Angst und Sorge in mein Herz.
Warum muss ich mich nur so machtlos fühlen wenn die Kriegerin des Lichts ohne uns kämpft? Warum konnte ich nicht mehr wie Estinien sein, der sich bisher mutig und zuversichtlich in jeden Kampf stürzte.
Die nächsten Minuten dehnten sich gefühlt zu endlosen Stunden aus...
Aber dann leuchtete der Kristallturm auf und wir alle konnten es nicht mehr aushalten und stürmten schnell zum Kampfschauplatz, auf dem Ney ganz allein und verloren stand.
Und als ich ihrem Blick folgte verstand ich auch wieso. Ein erstarrter G'raha aus Kristall stand mit entschlossener Mine vor uns und wir alle wussten, dass er alles gegeben hatte, um Elidibus endgültig zu besiegen.
Ney berichtete uns alles genau und als wir den Auraciten mit G'rahas gespeicherten Erinnerung in ihren Händen sehen, schöpften wir alle neue Hoffnung. Es musste uns einfach gelingen, seine Erinnerungen zu bewahren und mit dem G'raha aus unserer Zeit zu vereinen!

*Viele Abschiede später*

Endlich war es soweit! Am liebsten wäre ich sofort nach unserem Sieg über Elidibus in unsere Welt zurückgekehrt, aber ich konnte verstehen, dass alle anderen sich gebührlich verabschieden wollten. Also biss ich die Zähne zusammen, behielt meinen Wunsch für mich und begann selbst mit der Abschiedsarie, schließlich würde ich alle unsere neuen Gefährten nie wieder sehen.
Mit Wehmut, ließ ich alle Bewohner von Crystarium hinter mir und begab mich ein letztes Mal in das Ocular des Kristallturms. Doch während ich leichte Sorge in den Augen der anderen erkannte, spürte ich nur Zuversicht. Ich konnte nur nach vorne blicken. Denn nur dann konnte ich Estinien wiedersehen, auch wenn er mich vielleicht nicht wahrnimmt, aber wir würden uns wieder auf der selben Welt befinden. Dieser Gedanke ließ mich lächeln und nicht wieder damit aufhören.
„Seid ihr bereitigst bereit?“ fragt Beq Lugg nachdem Alisaie Angel beschworen hatte.
Einer nach dem anderen sah sich ernst an und nickte dann, aus dem Augenwinkel sah ich, wie Ney seufzte und genervt die Augen rollte.
Noch immer lächelnd konzentrierte ich mich auf die Übertragung und hoffte bald die Chance zu haben, wieder in Estiniens sturmblaue Augen zu sehen. Dann fühlte ich mich als würde ich mich auflösen und ich konnte nichts anderes mehr wahrnehmen, außer gleißendem Licht.
Und dann wurde es dunkel und mein Bewusstsein schwand...
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