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Let me be your shelter again

von Marina92
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Hikari "Kari" Yagami und Gatomon Takeru "T.K." Takaishi und Patamon
26.03.2021
17.07.2021
13
34.156
4
Alle Kapitel
38 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
04.05.2021 2.118
 
Guten Abend zusammen!

Etwas schneller als gewohnt, aber das neue Kapitel ist tatsächlich heute schon fertig geworden - ich hoffe, es gefällt euch :)
Leider muss ich gestehen, dass dieses Kapitel vorerst das letzte Kapitel sein wird - zumindest für die nächsten Wochen... Das hat zwei große Gründe: Auf der einen Seite startet bei uns in der Arbeit bald eine wichtige und unglaublich arbeitsintensive Phase. Wir stehen damit zwar schon am Anfang, aber in den nächsten drei bis vier Wochen wird erst die richtig arbeitsintensive Phase starten, für die ich meine ganze Energie und auch meine ganze Konzentration benötigen werde. Und ich merke jetzt schon, dass es mir am Abend oft zu viel wird und ich gar keinen richtigen Kopf mehr dazu habe, noch an dieser Fanfiktion zu arbeiten - so gern ich das auch machen würde. Irgendwie wäre es aber nicht gerecht gegenüber der Fanfiktion und vor allem auch nicht gegenüber euch als Leser, in so einer stressigen Phase, in der ich mich ganz bald befinde, so halbherzig an dieser Geschichte weiterzuarbeiten. Daher hab ich mich ganz schweren Herzens für diese Pause entschieden...
Auf der anderen Seite glaube ich aber, dass mir die Pause auch guttun wird, um etwas Abstand zum Schreiben zu bekommen. Ich habe das Gefühl, dass ich diesen Abstand gerade brauche, um neue Ideen zu sammeln und auch, um "alte Gewohnheiten" in meinem Schreibstil zu überdenken und selbige vielleicht sogar abzulegen und zu verbessern!
Daher hoffe ich auf euer Verständnis und bedanke mich bei allen, die mir hoffentlich die Treue halten und auf das neue Kapitel nun ein wenig länger warten! Ich verspreche euch, dass ich bald zurückkomme - und wie ich mich kenne, komme ich schon eher früher als geplant zurück - nur weiß ich eben noch nicht, ob in drei Wochen, ob in vier Wochen oder ob ich vielleicht sogar noch länger brauchen werde! Aber wie gesagt: sobald es mir wieder zeitlich möglich ist, hört ihr wieder mit einem neuen Kapitel von mir!

Bis dahin wünsche ich zunächst: viel Spaß mit dem neuen Kapitel!

*********

Tick. Tack. Tick. Tack
Eins. Zwei. Drei. Vier

Tick. Tack. Tick. Tack
Eins. Zwei. Drei. Vier


Langsam… Ja, so langsam konnte sie es einfach nicht mehr ertragen. Das ewige und unerträglich rhythmische Ticken der Wanduhr, das sie bereits von der ersten Sekunde an, in der eine junge Krankenschwester sie in den kleinen Wartebereich auf den langen Krankenhausflur gebeten hatte, vollkommen wahnsinnig gemacht hatte. Mit den freundlichen, aber doch irgendwie gehetzt klingenden Worten ‚Warten Sie hier bitte kurz. Ich werde der Stationsärztin sofort Bescheid geben, dass sie hier sind’ war sie mit langen Schritten im nächsten Flur abgebogen - und seitdem warteten Kari und Takeru ungeduldig, dass sie endlich irgendjemand über den Gesundheitszustand ihrer Tochter informieren würde.

Für diesen einen Augenblick war alles, was bisher passiert war, vollkommen in den Hintergrund gerückt worden. Vergessen waren alle Streitereien wie auch alle Probleme, mit denen sie in der Vergangenheit viele, viele Jahre hatten kämpfen müssen. Und vergessen war in dieser Sekunde auch alle Aufregung, alle Wut und alle Enttäuschung, die sich durch Karis Offenbarung zum Vater-Tochter-Verhältnis zwischen ihnen allen ergeben haben. Dazu hatten sich in den letzten Stunden die Ereignisse viel zu sehr überschlagen…

~*~


Ein paar Stunden zuvor in Karis Wohnung…

„Ich weiß es doch selber einfach nicht, was damals in mich gefahren ist. Weißt du, wie oft ich es in den letzten Jahren schon bereut habe, dass ich es nie geschafft habe, meiner Tochter die Wahrheit zu sagen? Woche um Woche, Jahr um Jahr ist ins Land gezogen, in den ich mir immer wieder gesagt habe: heute sagst du es ihr. Und dann? Was war dann? Ich war feige - jedes einzelne Mal“ Takeru konnte deutlich den bitter klingenden Tonfall aus ihrer Stimme heraushören, der zusätzlich von Selbstvorwürfen und Schuldbekenntnissen gezeichnet war.

Kari drehte in diesem Augenblick in einer nervösen Manier die schmale Karaffe, aus welcher sie eben noch Takeru einen Schluck der Wasser in sein Glas eingeschenkt hatte. Noch zu genau hatte sie seinen beschwichtigenden Gesichtsausdruck vor Augen, als sie ihm vor ein paar Tagen die Türe geöffnet, während sich Aiko zeitgleich hinter seinem Rücken versteckt hatte. Kari musste gerade den Drang unterdrücken, sich kurz schütteln zu wollen, als sie immer noch den eisigen Blick ihrer Tochter auf sich spürte, den sie ihr zugeworfen hatte, ehe sie unter einem lauten Knallen der Tür wortlos in ihr Zimmer verschwunden war.

„Weißt du… Ich kann Aiko das Verhalten, das sie gerade an den Tag legt, ja nicht einmal verübeln. Und auch nicht, dass sie im Augenblick von mir nichts wissen möchte. Sie hat in den letzten Tagen ja kaum ein Wort mit mir gewechselt. Aber… Wie gesagt, ich kann es ihr ja nicht einmal verdenken. Ich glaube, ich wüsste auch nicht, wie ich mich verhalten würde, wenn ich auf diese Art und Weise so plötzlich erfahren würde, wer mein Vater ist - und das nach fünfzehn langen Jahren…“ - „Damals, da hab ich mich ja auf dem Heimweg noch lange mit ihr unterhalten, als ich sie am Strand getroffen habe - oder eher, als ich damals schon geahnt habe, dass sie sich dorthin zurückziehen würde.“ Kari konnte es nicht verhindern, dass sich bei diesen Worten Takerus ein feines Lächeln auf ihren Lippen zeigte.
Sie wusste nur zu genau, worauf ihr Gegenüber in diesem Augenblick anspielte, denn Aiko kam in dieser Hinsicht wahrlich nun ganz nach ihr selbst. Auch sie hatte sich schon zu Kindheitszeiten immer an den Strand zurückgezogen, wo sie oft stundenlang einfach nur auf das Meer hinaussehen konnte. Irgendwie hatte die ganze Kulisse - der warme Sand unter ihren Füßen, das leise Rauschen des Meeres, der kalte Wind, der mit ihren Haaren spielte - sie schon immer zum Nachdenken gebracht. Allerdings auf eine eben durchaus positive und angenehme Art und Weise. Nicht selten hatte sie dort unter dem leisen Geschrei der Möwen klare Gedanken fassen oder wenigstens ein bisschen Mut schöpfen können, sich dem, was sie in dieser Sekunde beschäftigte, zu stellen.

Doch ehe Kari auf Takerus Aussage näher eingehen konnte, wurde sie unvermittelt aus ihren eigenen Gedanken aufgeschreckt, in denen sie sich bis eben noch vollkommen verloren hatte, als plötzlich das Handy in ihrer Hosentasche den ihr vertrauten Klingelton zu hören gab. Eigentlich wollte Kari nur kurz auf das Display schielen, als sie mit ihrer Hand nach dem Mobiltelefon griff, um die Person, die sie gerade versuchte zu erreichen, irgendwann zurückrufen zu können - doch ein deutlich sichtbares Stirnrunzeln entstand in ihrer Mimik, als sie eine ihr bekannte Nummer auf dem kleinen Bildschirm ablesen konnte. Warum wollte sie Michiko, die beste Freundin ihrer Tochter, erreichen? Gerade jetzt, wo sie noch vor ein paar Stunden erst mit Michikos Eltern miteinander aufgebrochen waren, um ein paar Tage in den Bergen zu verbringen.

Mit zitternden Fingern wischte Kari über den Display, während sie gleichzeitig ein ganz ungutes Gefühl beschlich. „Frau Yagami? Gut, dass ich sie so schnell erreichen konnte.“ Kari hatte nicht einmal den Hauch einer Chance, sich alleine nur mit ihren Namen am Telefon zu melden, ehe Michikos Mutter, deren Stimme sie am anderen Ende der Leitung sofort erkannte, nicht schon in einem extrem hohen Tempo auf sie einredete. Die Braunhaarige verstand deswegen nur wenig von dem, was ihr Gesprächspartner ihr gerade zu vermitteln versuchte, aber es war ein einziger Satz, der verursachte, dass Karis Handy der jungen Frau aus den Händen rutschte, kurz bevor es mit einem dumpfen Knall auf der Tischplatte zum Liegen kam.

„Frau Yagami… Bitte kommen Sie sofort zum Uniklinikum. Aiko hatte einen schweren Unfall…“


~*~


„Setzen Sie sich doch bitte“, murmelte die junge Stationsärztin, die sich ihnen als Doktor Nakamura vorgestellt hatte, während sie mit ihrer Hand auf zwei kleine Sessel deutete, die nahe des riesigen Schreibtisches in dem geräumigen Büro aufgestellt waren. Doch sowohl Kari als auch Takeru bemerkten, dass die Medizinerin mit ihren Gedanken bereits einen Schritt weiter war, wobei sie dafür immer wieder in einer dicken Akte hin- und herblätterte. Vor allem Kari fiel ebenfalls der sorgenvolle Gesichtsausdruck auf, zu dem sie ihre Mimik in diesem Moment verzogen hatte.

„Ihre Tochter ist ja heute morgen bei uns eingeliefert worden. Soweit ich den Aussagen ihrer besten Freundin folgen konnte, wollten die beiden Mädchen einen kurzen Abstecher nach draußen machen und am ersten Ferientag die Gegend erkunden. Sie wissen ja aber wahrscheinlich auch…“, erläuterte Doktor Nakamura, während sie den großen Bürostuhl ein Stück weit vom Schreibtisch wegzog, um sich anschließend mit einem kurzen, kaum hörbaren Seufzen auf selbigen fallen lassen zu können. „Sie wissen ja wahrscheinlich, dass die beiden in ihrer Freizeit immer miteinander Klettern, sei es in der Halle oder in der Natur am Felsen - ihre Tochter übt diese Sportart ja auch im Verein aus. Allerdings scheinen die beiden sich doch überschätzt zu haben, weswegen sie einen Felsen gewählt haben, der sich überhaupt nicht zum Klettern eignet. Zumindest scheint dem so, wenn man den Aussagen eines Mitglieds der Bergwacht glauben schenken mag, der zufällig als Ersthelfer schnell vor Ort war. Was genau passiert ist, wissen wir selbst nicht, aber am wahrscheinlichsten scheint es uns, dass Aiko entweder abgerutscht ist oder aber sich ein Stein gelöst hat, der auf die zugeflogen ist. Was wir aber sicher wissen, ist…“, fasste die junge Ärztin kurz zusammen, ehe sie mithilfe ihrer Finger eine Seite der Akte umblätterte. Sowohl Kari als auch Takeru zuckten unter dem für sie in diesem Augenblick unangenehmen Geräusch zusammen, welches das dünne Papier dabei verursachte.

„Was wir sicher wissen ist, dass Akio aus einer nicht gerade unerheblichen Höhe ungebremst auf den Boden gekracht sein muss. Leider konnten wir nicht mehr herausfinden, weil Michiko ziemlich aufgewühlt und durcheinander war. Da muss ich nochmal behutsam etwas genauer nachfragen, wenn sich bei ihr der allererste Schock wieder zumindest ein bisschen gelegt hat“, ergänzte sie nun auch ihre Ausführungen, ehe Doktor Nakamura die Akte des jungen Mädchens mit einem kurzen, erneuten Seufzten zuklappte, bevor sie Kari und Takeru über den feinen Rand ihrer dunkelbraunen Brille hinweg anblickte. Sie schien alle zentralen Informationen, die sie brauchte, um Aikos Eltern informieren zu können, den Unterlagen entnommen zu haben. Daher schob sie die Akte ein Stückchen von sich weg und dafür im Gegenzug ihre Brille ein kleines Stückchen weiter nach oben, ehe sie zwischen Kari und Takeru immer wieder hin- und herblickte.

„Wir haben nun die Erstuntersuchungen durchführen können und bisher haben wir einen gebrochenen Arm sowie zwei gebrochene Rippen entdecken können. Aber…“ Aus den Augenwinkeln konnte Doktor Nakamura erkennen, wie Kari damit begann, den Handballen der einen Hand mit den Fingern ihrer anderen Hand nervös zu kneten. Natürlich wusste sie, dass das, was sie gleich Aikos Eltern eröffnen musste, bisher noch nicht auf gesicherten Diagnosen fußte, was Kari und Takeru zusätzlich verunsichern könnte - doch… Sie war als Ärztin dazu verpflichtet, sie über den Gesundheitszustand ihrer Tochter hinreichend zu informieren.

„Ich habe die Befürchtung, dass Aiko bei dem Sturz ziemlich heftig auf dem Kopf aufgekommen sein muss - zumindest würden die ersten Untersuchungen dafür sprechen - was zu einer Hirnblutung geführt hat oder noch führen kann. Allerdings habe ich schon in die Wege geleitet, dass sie diesbezüglich sofort untersucht wird. Die Kollegen kümmern sich bereits gerade darum.“ - „Aber… Aber wie…“, stotterte Kari unbeholfen vor sich hin. Auf dem Kopf aufgekommen… Hirnblutung… All das waren Begriffe, die verschiedenste Szenarien in ihrem Kopf rauf und runter rauschen ließen, die sie sich nicht einmal in ihren kühnsten Alpträumen hatte vorstellen wollen. Zumindest nicht, wenn es um ihre eigene Tochter ging.
Aber sie wollte… nein, sie musste…

Verdammt… Sie konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen, konnte nicht einmal mehr einen einzigen geraden Satz über ihre Lippen bringen. Viel zu sehr kreiste alles in ihrem Kopf um ihre Tochter und um das, was dem jungen Mädchen in den letzten Stunden widerfahren war.

„Aber wie hoch… also, ich meine, wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Tochter tatsächlich eine Hirnblutung erlitten hat…“, fragte Takeru zögerlich. Doch das, was Kari in diesem Augenblick die größte Zuversicht schenkte, obwohl Takeru selbst eine eigene Unsicherheit ausstrahlte, war die liebevolle Geste, mit der Takeru ganz plötzlich nach ihrer eigenen, immer noch zitternden Hand griff. Sie war ihm so dankbar - dankbar dafür, dass er es ihr in dem Augenblick, in der sie selbst nicht dazu in der Lage war, das rationale Denken abnahm. Und dankbar dafür, dass er ihr in diesem Augenblick den Trost und den Halt schenkte, der ihr in all den letzten Jahren insgeheim so sehr gefehlt hatte.

Doch die junge Stationsärztin schenkte ihnen in dieser Sekunde nur wenig Hoffnung, als sie kaum merklich mit den Schultern zuckte. „Ich würde ihnen gerne etwas anderes sagen, aber das ist leider sehr schwer abzuschätzen, ohne dass ich nicht bestimmte Ergebnisse von meinen Kollegen bekommen habe. Wir werden leider abwarten müssen — aber kommen sie doch einfach mit mir mit. Vielleicht kann ich doch schon jetzt irgendwie genauere Informationen herausbekommen…“
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