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Let me be your shelter again

von Marina92
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Hikari "Kari" Yagami und Gatomon Takeru "T.K." Takaishi und Patamon
26.03.2021
10.06.2021
11
30.741
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Dieses Kapitel
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26.03.2021 2.615
 
Herzlich willkommen zu meinem neuen Projekt! Seid willkommen auf einer neuen Reise von Kari und Takeru, in der sie auch dieses Mal nach vielen, vielen Jahren wieder zueinander finden müssen! Und seid dabei gespannt, ob es ihnen dieses Mal erneut gelingen wird!

Viel Spaß beim Lesen des ersten Kapitels!

*********

„Dann ist die Digiwelt also in Gefahr - wieder einmal…“ Kari bemühte sich erst gar nicht, den schneidenden Tonfall, der auch einen gewissen Grad an Resignation durch ihre Stimme zum Ausdruck brachte, auch nur auf die geringste Art und Weise zu unterdrücken. Sie mussten also ihren Pflichten nachgehen - wieder einmal. Ihre Pflichten, die ihnen damals in ihrer Kindheit bereits auferlegt wurden, ohne dass sie dabei auch nur ein einziges Mal gefragt wurden, ob sie sich in die waghalsigen Abenteuer stürzen wollten, die sie bisher schon hatten meistern müssen. Und sie mussten dafür nun auch wieder einmal ein sehr hohes Risiko eingehen - das Risiko, genau diesem Abenteuer nicht mehr lebend entkommen zu können.
Doch welche Wahl hatten sie? Wenn sie nicht eingriffen, dann hatte, zumindest soweit sie Tai richtig verstanden hatte, die Digiwelt keine Chance, vor der endgültigen Zerstörung bewahrt zu werden. Und wenn sie es nicht schafften, das Chaos, das gerade dort herrschte, gemeinsam mit ihren Digi-Partnern wieder zurückdrängen zu können, dann… dann würde auch irgendwann und wahrscheinlich eher früher als später, auch die Menschenwelt in Gefahr sein. Kari ließ ein leicht ironisch klingendes Aufschnauben erklingen, als sie sich diese Gedanken noch einmal durch den Kopf gehen ließ. Wie sehr war sie über diese Tatsache erstaunt gewesen - die Tatsache, welche Verantwortung schon immer in ihren Händen gelegen hatte, die auch in Zukunft immer noch in ihren Händen liegen wird und die die schon als Kinder bereits annehmen hatten müssen.

Die Braunhaarige verschränkte unter einer energischen Bewegung ihre Arme ineinander und ließ sich unter einem langgezogenen Seufzen mit ihrem Rücken gegen die Küchentheke fallen. Ihr suchender Blick fiel dabei immer wieder auf ihren älteren Bruder, der ihr gegenüber in ummittelbarer Nähe am Küchentisch ihrer geräumigen Wohnung saß. Seine Unterarme hatte er indessen auf seinen Oberschenkeln abgestützt und sein Oberkörper war ein gutes Stück nach vorne gefallen. Die eingefallene Haltung, die er selbst dabei annahm, brachte den inneren Zwiespalt deutlich zur Geltung, den der Braunhaarige gerade in seinem tiefen Inneren fühlte. Auch er wollte nicht - wenn er ganz tief in sich hineinhörte, dann war da eine ganz leise Stimme, die ihm aber immer wieder zuzuflüstern schien, dass es nicht ihre Verantwortung war, das Chaos in der Digiwelt wieder zurückzudrängen. Zumindest war es nicht ihre alleinige Verantwortung. Aber gleichzeitig… Ja, gleichzeitig beschlich ihn das eigenartige Gefühl, dass sie alle gerade nicht in der Position waren, um das zu entscheiden. Nein, es war ihre Bestimmung, die sie vor vielen Jahren angenommen hatten, der Digiwelt und vor allem ihren Digi-Partnern ohne auch nur eine Sekunde zu Zögern, zur Seite zu stehen.

„Aber was hat Agumon dir eigentlich alles erzählt? So viel weiß ich ja auch noch nicht darüber“, fragte Kari in die plötzlich zwischen ihnen eintretende, schneidende Stille hinein, während die mit ihren eigenen haselnussbraunen Augen das ebenso haselnussbraune Gegenpaar ihres Bruders suchte, die ihren eigenen so ähnlich waren. Doch nach einem kurzen Zögern, in dem der junge Mann offenbar erst einmal seine Gedanken sortieren und die Unterredung mit seinem Digi-Partner in seinem Kopf noch einmal Revue passieren ließ, nickte er schließlich. Immer noch klang dabei der flehende, fast schon panische Unterton des kleinen, orangefarbenen Digimon in seinen Ohren nach, der ihn jedes Mal einen unangenehmen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagte.
„So viel hat Agumon mir auch nicht erzählen können“, begann Tai zögerlich mit der Formulierung einer adäquaten Antwort, während er mit einer nervös wirkenden Geste damit begann, den Handballen seiner einen Hand mit den Fingern seiner anderen Hand zu kneten. „Ich weiß nur, dass in der Digiwelt anscheinend neue Digimon aufgetaucht sind. Nicht einmal Tentomon konnte genauere Informationen über sie herausbringen. Und wenn ich Agumon richtig verstanden habe, dann wissen sie auch gar nicht so genau, ob es überhaupt Digimon oder vielleicht doch andere Kreaturen sind.“ Kari zog bei dieser Aussage mit einer überrascht wirkenden Mimik ihre Augenbrauen nach oben.
„Das bedeutet also, dass wir gar nicht wissen, was da eigentlich genau auf uns zukommen wird“, fasste Kari Tais Aussage in einem nüchternen Tonfall zusammen, während sich ihre Augenbrauen immer weiter und Millimeter für Millimeter nach oben zogen. Sie bemerkte überhaupt nicht, wie sie schließlich in diesem Augenblick damit begann, ihre Unterlippe zwischen ihre beiden Zahnreihen zu ziehen, um gleichzeitig auf ihnen Herumzumahlen. Das waren ja heitere Aussichten, die sie dort in der Digiwelt erwarten könnten. Doch Kari beschlich das seltsame Gefühl, dass ihr Bruder bei dieser ganzen Sache noch irgendetwas Wichtiges verschwieg. Und sie glaubte auch, dass sie von diesem „Irgendetwas“ auch überhaupt nicht begeistert sein würde. Doch bevor sie erneut zum Sprechen ansetzen konnte, ließ ihr Bruder ein geräuschvolles und gleichzeitig langgezogenes Seufzen hören, ehe er weiter auf ihre Frage einging.

„Ich will ehrlich zu dir sein, Kleines. Agumon hat mir nämlich auch erzählt, dass diese neuen Gegner sehr stark sein werden - unvorstellbar stark sogar. Und die Digimon, die gerade versuchen, ihre Dörfer und Städte zu verteidigen, schaffen es nicht, gegen sie anzukommen. Und wenn diese neuen Gegner in der Digiwelt weiter vordringen, dann…“ Tai ließ in einer mutlos wirkenden Geste seinen Kopf nach vorne fallen, sodass seine inzwischen fein zugeschnittenen Haarsträhnen sich bis in seine Augen verirrten. Kari wusste, dass sie nun nicht den Fehler machen und ihn zum Reden bringen sollte. Er musste von sich aus auf sie zukommen, sonst würde ihr Bruder ihr niemals die volle Wahrheit erzählen. Und vielleicht - ja, vielleicht würde er sogar auf die dumme Idee kommen, alleine mit Agumon in die Digiwelt zu ziehen, um niemand anderen zu gefährden.
Eine winzige Sekunde lang überlegte und zögerte der Braunhaarige noch. Doch als er den Kopf hob und den Blick seine Schwester suchte, die eine entschlossene Mimik zeigte, da wusste er, dass es in diesem Augenblick kein Zurück mehr für ihn gab. „Bitte, Tai. Wenn du nicht mit mir und auch nicht mit den anderen redest und mir sagst, was los ist, dann können wir unseren Digi-Partnern nicht helfen…“, traute sich Kari schließlich nach einer Weile vorsichtig nachzuhaken. Ihre Finger krallten sich dabei immer tiefer in ihre Oberarme, die sie immer noch ineinander verschränkt hielt und die dort schon sichtbar unschöne Abdrücke hinterließen.

„Ich weiß. Aber ich mag es mir gar nicht vorstellen… Agumon hat gesagt, dass… wenn diese neuen Gegner sich immer weiter in der Digiwelt vorarbeiten und dabei alles zerstören, was ihnen auch nur irgendwie in den Weg kommt, dann… dann werden sie bald bei der Stadt des ewigen Anfangs ankommen. Und das würde im logischen Umkehrschluss heißen, dass…“ - „…dass keine neuen Digimon mehr geboren werden können, wenn sie diese auch noch zerstören…“, vervollständigte Kari den Satz, den ihr Bruder gerade begonnen hatte, während die Bedeutung ihrer eigenen Worte erst in diesem Augenblick in ihrem Kopf ankamen. Die Braunhaarige konnte gerade noch den tief, aber gleichzeitig auch unaufhaltsam in ihr aufsteigenden Drang unterdrücken, sich einmal kurz Schütteln zu wollen. Das durfte niemals passieren - sie mussten das unbedingt verhindern. Kari wollte sich erst gar nicht vorstellen, wenn Gatomon…
„Genau. Und das ist auch einer der Gründe, warum die Digimon uns um Hilfe gebeten haben. Sie haben zwar alle vor den Zerstörungen bisher immer in Sicherheit bringen können, aber lange schaffen sie das nicht mehr, ohne dass dabei jemand zu Schaden kommt. Wenn nicht sogar irgendwann vielleicht sogar Schlimmeres passiert…“, schob Tai noch kurz hinterher. Und auch wenn er seinen Satz gerade unvollendet ließ, so wusste Kari doch ganz genau, worauf ihr Bruder in dieser Sekunde anspielte.

„Wir müssen in die Digiwelt aufbrechen. Und das so schnell wie möglich“, preschte Kari verbal vor und stieß sich in selben Augenblick mit einer ausladenden und ruckartigen Geste von der Küchentheke ab. Mit ihren Fingern tatstete sie währenddessen nach ihrem Digi-Vice, das sie seit Jahren immer bei sich trug. Und sie stellte mit einem kurzen Seufzen fest, dass sie es auch heute wieder an seinem gewohnten Platz in ihrer Hosentasche trug. Sie glaubte, das kalte, raue Material fühlen zu können, aus dem es gearbeitet war und das ihr seit ihrer Kindheit ein geborgenes Gefühl der Sicherheit gegeben hatte. Immerhin wusste sie, dass sie damit die Möglichkeit hatte, gemeinsam mit Gatomon gegen jeden Gegner vorgehen zu können.

„Das sehe ich auch so. Wir müssen bald aufbrechen. Morgen früh gehen wir in die Digiwelt“, bestätigte Tai Karis Aussage, während auch er im Unterbewusstsein nach seinem Digi-Vice griff. Auch er hatte die Angewohnheit, es immer bei sich zu tragen, obwohl er es nun schon viele lange Jahre nicht mehr gebraucht hatte. Natürlich hatte er sich in der Digiwelt regelmäßig mit Agumon getroffen, aber sonst war die Digiwelt nie von Gegnern mehr bedroht worden, seitdem sie MaloMyotismon zurückgedrängt hatten. Doch nun… nun mussten sie wieder ihren Pflichten nachgehen. Und vor allem mussten sie ihren Digi-Partnern so schnell wie möglich ihre Hilfe anbieten.
Doch da gab es noch etwas… Etwas, was er seiner kleinen Schwester noch unbedingt sagen musste, bevor sie aufbrechen würden. Und etwas, was seiner kleinen Schwester auch in diesem Zusammenhang wahrscheinlich überhaupt nicht gefallen würde. Aber er hatte wieder keine andere Wahl. Wenn er es ihr verschweigen würde, dann…

„Nimmst du Naoki mit? Immerhin ist er ja schon lange in dem Alter, in dem auch wir schon lange unsere ersten Abenteuer in der Digiwelt bestritten haben. Und wir könnten wirklich jede Hilfe brauchen“, riss Kari ihn unvermittelt aus seinen Gedanken, als ihre vor Aufregung, die sich durch Tais Erzählungen in ihr aufgetaut hatte, ein paar Nuancen höher klingende Stimme durch die große Küche hallte. Die Tonlage, in der sie dabei jede Silbe aussprach, zeugte von einer solchen Entschlossenheit, dass der Braunhaarige für einen winzigen Augenblick seine Augen über seine Schwester schweifen ließ.

Von dem kleinen, unsicheren Mädchen, das sie noch bei ihrem ersten Abenteuer in der Digiwelt war, ist inzwischen nicht mehr viel übrig geblieben. Kari war inzwischen achtunddreißig Jahre alt und mit jedem neuen Lebensjahr war ihre Schüchternheit und ihre Unsicherheit Stück für Stück schließlich einer selbstbewussten, eigenständigen Frau gewichen. Ihre Augen waren an ihr das Auffälligste, die in jeder Sekunde ihre Entschlossenheit verdeutlichten und auch ihre Haare, die sie inzwischen ein Stückchen über ihre Schultern trug, hatte sie oft zu einem strengen Zopf oder auch zu einem streng wirkenden Halbzopf zusammengebunden. Dennoch war sie trotz allem immer noch der sensible, liebevolle und auch liebenswerte Charakter ihrer Kindheit, aber sie hatte deutlich an Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen in all den Jahren dazugewonnen - vielleicht lag das aber auch daran, dass…
Tai schüttelte sich kurz, als wäre er stundenlang durch den strömenden Regen gelaufen, womit er das vollkommen absurde Ziel verfolgte, diesen Gedanken auf diese Art und Weise genauso abschütteln zu können. Es war in diesem Augenblick nicht an der Zeit, um über die Vergangenheit nachzudenken. Sie hatten eine riesige Aufgabe vor sich und genau diese Aufgabe würde ihnen alle Energie und alle Konzentration abfordern, die sie gemeinsam aufzubringen vermochten.

„Nein, Naoki werd ich in der Zeit, in der wir in der Digiwelt sind, zu Mama und Papa bringen. Wenn wir selbst das Ausmaß noch nicht abschätzen können, was da auf uns zukommen wird, dann ist es mir auch zu gefährlich, meinen eigenen Sohn mitzunehmen“, beantwortete er schließlich ihre Frage, wobei er aus den Augenwinkeln bemerkte, wie sich Karis Lippen zu einem feinen Lächeln verzogen - auch wenn dieses eher traurig wirkende Lächeln ihre Augen nicht ganz erreichen konnte.
„Möchtest du das? Ich kann mir nämlich vorstellen, dass da gerade Mimis Worte aus dir heraus sprechen“ Kari betonte das „du“ in ihrem ersten Satz noch einmal mit Nachdruck und Tai glaubte, dass das Lächeln seiner Schwester genau in diesem Augenblick noch ein winziges Stückchen breiter wurde. Die Braunhaarige gab sich auch gar keine Mühe, den beißend-ironischen Unterton dabei aus ihrer Stimme herauszunehmen, was nun Tai ein leises Lachen entlockte.

„Erwischt“, bestätigte er Karis Vermutung. Naoki, sein inzwischen zwölfjähriger Sohn, war bitter enttäuscht gewesen, als Tai und Mimi, mit der er nun beinahe fünfzehn Jahre verheiratet war, ihm eröffnet hatten, dass er dieses Mal wieder nicht mit in die Digiwelt kommen durfte. Und das, obwohl sie ihm eigentlich versprochen hatten, dass sie ihn, sobald er zwölf Jahre alt war, endlich in die Digiwelt mitnehmen würden, die er sich in seiner Phantasie schon eine nicht mehr überschaubare Zeitspanne lang in den buntesten Farben ausgemalt hatte. Bisher war es ihnen immer zu gefährlich gewesen, aber irgendwann hatten sie den Bitten ihres Sohnes doch nachgeben müssen. Aber nun, da die Bedrohung durch die neuen und vor allem ihnen völlig unbekannten Gegner immer präsenter und vor allem im immer greifbarere Nähe rückte? Nein, Mimi hatte vollkommen recht gehabt, als sie ihm vermittelt hatte, dass es keine gute Idee wäre, wenn auch ihr Sohn, der noch nie zuvor in solch brenzlige Situationen geraten war, nun bei seiner ersten Aufgabe gleich mit solchen Gegnern konfrontiert werden würde. Da wäre er bei seinen Eltern eindeutig in dieser Zeit besser aufgehoben, auch wenn Naoki lautstark dagegen protestiert hatte.

„Und du? Nimmst du Aiko mit? Ich meine, sie ist ja sogar noch etwas älter als Taro und war schön mehrmals mit uns in der Digiwelt“, hakte Tai vorsichtig nach, nachdem Kari die kurze Distanz zu ihm mit ein paar wenigen und mit Bedacht gesetzten Schritten überbrückt hatte, bevor sie sich auf dem Platz ihm gegenüber fallen ließ. Doch seine kleine Schwester verneinte seine Frage mit einem kurzen Kopfschütteln. „Nein, das wäre keine gute Idee. Natürlich, Aiko ist fünfzehn Jahre alt, aber trotzdem möchte ich nicht, dass mich meine eigene Tochter in diese Ungewissheit begleitet.“ Kari bemerkte aus ihren Augenwinkeln, dass Tai bei dieser Aussage sich mit einer fahrigen Geste die feinen, braunen Haarsträhnen aus dem Gesicht strich und es dabei vermied, ihr direkt in die Augen zu sehen. Irgendwie beschlich sie aufgrund dieser kleinen Signale der Unaufmerksamkeit das seltsame Gefühl, dass diese eben gestellte Frage nicht die letzte war, die ihren Bruder in diesem Augenblick interessieren würde. Er war mit den Gedanken bereits bei einem anderen Thema, das konnte sich Kari aus den kleinen, non-verbalen Signalen sofort zusammenreimen.

„Du verschweigst mir doch irgendetwas, Tai“, zögerte Kari kurz, bevor sie sich dazu entschloss, ihren Bruder doch direkt auf ihre Vermutungen ansprach. Der Braunhaarige hob kurz den Kopf und suchte mit seinen eigenen die haselnussbraunen Augen seiner Schwester.
„Ich weiß gar nicht, was du meinst, Kleines…“ Tai versuchte, schnell ein anderes Thema anzuschneiden, indem er Karis Aussage mit diesen Worten abzutun versuchte, was er zusätzlich mit einer abwinkenden Geste seiner Hände unterstrich. Doch er wusste, dass ein Schritt zurück nun nicht mehr möglich war - so sehr er sich das in dieser Sekunde auch wünschte. Kari hatte ihn durchschaut und er hatte es in der Vergangenheit noch nie geschafft, sich über einen längeren Zeitraum vor ihr zu verstellen - ganz egal, was er vor ihr verschweigen oder nicht aussprechen hatte wollen. Doch eigentlich… ja, eigentlich war nicht der richtige Zeitpunkt gekommen, ihr das zu sagen, was er ihr sagen musste. Es war alles so viele Jahre her. Und es waren Zeiten, die in Karis Erinnerungen schmerzten. Unglaublich schmerzten sogar. Es war einfach so viel passiert, so vieles nicht ausgesprochen und es sind so viele Fehler begangen worden. Da konnte er doch nicht einfach…

Doch als Kari leise seinen Namen flüsterte, da konnte er dem inneren Druck, den dieser Zwiespalt gerade tief in ihm verursachte, nicht mehr standhalten. Ohnehin würde er die Wahrheit nur noch herauszögern können, ehe Kari irgendwann ganz von selbst mit ihr konfrontiert werden würde. Daher…

„Na ja, wir… wir werden jede Hilfe brauchen, die wir bekommen können. Und da… da mussten wir auch Takeru bitten, dass er uns begleiten wird…“
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