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Wie Maiglöckchen im Winter

von Nic-Nac
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Het
Ruka Souen Zero Kiryu
25.03.2021
15.08.2021
3
8.578
1
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25.03.2021 2.707
 
Hallöchen!
Wie Maiglöckchen im Winter ist ein kleines Projekt meinerseits, welches mir sehr am Herzen liegt.
Wie man unschwer erkennen kann, dreht sich diese Fanfiction um ein eher ungewöhnliches Pairing. Und ich hoffe, dass ich dem gerecht werden kann!

Mit dieser FF schreibe ich das erste Mal seit Jahren wieder in der dritten Person. Falls es dadurch zu Fehler kommen kann, entschuldige ich mich und versuche so schnell wie möglich die Fehler wieder auszubügeln.

Ohne viel Worte zu verschwenden, hoffe ich, dass bei euch die Fanfiction einigermaßen Anklang findet. Über Anregungen oder Kritik würde ich mich natürlich sehr freuen!

Viel Spaß beim Lesen!


Titel: Wie Maiglöckchen im Mai
Genre: Liebesgeschichte/Drama
Pairing: Zero Kiryu/Ruka Souen
Raiting: 16
Disclaimer: Nur allein die FF gehört mir! Bekannte Charaktere, die Grundidee und Orte gehören Matsuri Hino-sensei! Ich verdiene damit kein Geld!


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Kapitel I: Unser Herzschmerz


Wie in Trance bewegte sich Zero Kiryu. Spürte weder die nächtliche Kälte noch das hörte er das Flüstern des Windes. Tage waren seit dem Augenblick verstrichen, als seine Welt nur noch Trümmer waren. Doch für ihn fühlte es sich wie Minuten an. Wie in Zeitlupe sah er vor seinem inneren Auge, wie Kuran sich das Einzige nahm, was er liebte.


Genervt schickte Zero zwei Day Class Schülerinnen wieder in ihr Wohnheim. Es war wieder eine dieser Nächte, in der die Tagesmädchen wieder besonders lästig waren. Er konnte und wollte es nicht verstehen, weshalb die Mädchen so besessen von den Blutsaugern waren.

Leise seufzte Zero und fuhr sich durch seine silberne Mähne. Wenn wenigstens Yuki da wäre.

Aber nein, diese war wie die letzten Nächten wie vom Erdboden verschluckt.

Wieder seufzte Zero, doch ein warmes Gefühl stieg in ihm auf, als er an die Braunhaarige dachte. Dieses besondere Mädchen hatte sich in sein Herz geschlichen und Zero wollte auch gar nicht das sie wieder verschwindet. Sie war immer präsent, egal was er tat oder dachte. Yuki war immer in seinem Kopf. Und es lag nicht nur an ihrem Blut, welches durch seinen Körper floss.

Es war ihr Lächeln. Ihr warmen braunen Augen, die aufbauend und unterstützend anfunkelten. Ihre zärtliche Ader, die jeden Menschen in ihrer Umgebung verfiel.

Zero hätte noch Stunden damit verbringen können, alle Eigenschaften und Vorzüge von Yuki Kurosu aufzuzählen. Doch eine leise Stimme unterbrach ihn.  

Genervt lief der Hunter in die Richtung, in der er die Verursacher des Flüsterns vermutete.

Wehe, es waren schon wieder diese nervigen Day-Class Schülerinnen…!

Natürlich hatte Zero keine Lust, sich wieder mit denen herumzuschlagen. Doch er widerstand dem Drang umzukehren und sich neben White Lily in das weiche Stroh nieder zulegen. Nein, er musste seine lästige Pflicht erledigen.

Doch als er sich dem Ursprung der Stimme näherte und sah, wer sich im Dickicht versteckt hatte, fühlte sich sein Körper an, als wäre in Eiswasser getaucht worden.

Liebevoll berührte Kuran das Gesichts seines Mädchens. Geschockt und nicht in der Lage sich zu bewegen oder den Blick abzuwenden, musste er zusehen, wie sich Kurans Gesicht dem von Yuki näherte. Zärtlich küsste der Reinblüter die Braunhaarige. Als der Kuss geendet hatte, sahen sich die beiden Liebenden voller Hingabe an. „Ich liebe dich, Yuki.“ Mit sanfter Stimme erwiderte Yuki den Liebesschwur. „Ich liebe dich auch, Kaname-senpai.“ Das war genug. Yuki hatte mit ihrer Stimme den Bann gebrochen. Mit einer ruckartigen Bewegung hatte sich Zero sich von seiner Starre gelöst.

Doch diese Bewegung hatte die beiden Liebenden aufgeschreckt und Yuki sah ihn fassungslos an. „Zero! Warte!“ Doch konnte er nicht warten. Wie konnte Yuki ihm das bloß antun? Ihn so zu hintergehen?

Mit einer unglaublichen Geschwindigkeit wandte sich Zero ab und ihn seiner Verzweiflung bemerkte er nicht die andere Person, die die Offenbarung qualvoll beobachtet hatte.


Noch immer lief Zero über das Gelände der Cross Academy und konnte an nichts anderes denken als an seine zerstörte Welt. Wie hatte er das nicht kommen sehen? Doch wenn er darüber nachdachte, war es nur eine Frage der Zeit gewesen.  

Yuki war schon immer diesem, ihm verhassten, Reinblüter verfallen gewesen. Und auch Kuran hatte Yuki immer bevorzugt behandelt. Sie angesehen, als ob sie seine einzige Prinzessin wäre.

Noch nie hatte Zero in ihre Welt gepasst. Nie kam er infrage. Er war wie ein Fremdkörper gewesen, der sich in ihrer Welt breitgemacht hatte und nun musste er die Konsequenzen ertragen. Doch wieso konnte er nicht aufhören?

Aufhören damit darüber nachzudenken, was er falsch gemacht hatte. Aufhören, Kuran dafür zu hassen, dass er ihm das Mädchen gestohlen hatte. Aufhören, Yuki dafür zu verachten, dass sie ihn getäuscht hatte. Aufhören immer noch zu hoffen, dass Yuki zu ihm zurückkehren würde. Aufhören, Yuki zu lieben.


„Kiryu-kun!“ Zero zuckte zusammen, als er seinen Namen hörte. Im ersten Moment dachte er, dass Yuki wieder versuchen würde mit ihm zureden. Seit dieser Nacht hatte die Braunhaarige ihm immer wieder aufgelauert, um mit ihm zu reden. Doch worüber eigentlich? Es war doch alles gesagt. Yuki liebte Kaname Kuran und nicht ihn. Glücklicherweise hatte Zero diese Gespräche immer abwenden können, doch Yuki gab nicht auf.

Auch wenn Zero nicht mehr den Unterricht besuchte und kaum öffentliche Orte betrat, sondern sich nur in sein Zimmer und sich zu White Lily in Stall verkroch, hatte Yuki ihn immer gefunden. Glücklicherweise hatte White Lily Yuki das letzte Mal einen Heidenschreck bereitet, ehe sie anfingen konnte zureden, und hatte sie vertrieben.

Doch diesmal hatte sich nicht Yuki ihm in den Weg gestellt. Nein, diesmal hatte der Rektor nach ihm gerufen. Mit unleserlicher Miene stand der ältere Mann vor Zero und schaute ihn aus Bernsteinfarbenen Augen an.

„Kiryu-kun…“ prüfend schaute der Rektor an und sein Gesichtsausdruck wurde traurig. Zero wusste, was er dachte. Seit jener Nacht hatte er kaum Nahrung zu sich genommen, geschweige Blut getrunken. Seine Haut war noch blasser und fahl und seine Wangen eingefallen. Und er hatte abgenommen. Auch der Glanz seiner Augen war gewichen. Die Lavendelfarbigen Irden starrten nur noch in die Ferne. Waren leer und kein Leben war in ihnen. Auch hatte eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr geduscht, sodass seine silbernen Haare ihm strähnig ins Gesicht fielen.

„Kiryu-kun…“ Rektor Kurosu wiederholte seinen Namen, doch Zero reagierte kaum. Egal, was dieser Mann sagen oder tun würde, er konnte nichts an der Tatsache ändern, wie sich Zero fühlte. Ungeliebt und verstoßen.

„Komm bitte nach Hause. Dann können wir bestimmt darüber reden.“ Trocken und freudlos lachte Zero auf. Kein Gespräch der Welt würde irgendwas daran ändern können.

„Und was soll das bringen? Glauben Sie wirklich, dass würde irgendwas ändern. Machen Sie sich nicht lächerlich, Herr Rektor.“ Zero wollte sich gerade abwenden, als der Rektor zurückhielt. Eisern hielt der Blonde seinen Arm fest und das zwang ihn stehen zu bleiben.
„Was wollen Sie von mir?“ knurrte Zero und die ungewohnte Berührung versetzte ihn in Rage. „Zero…“ Diesmal nannte der Rektor ihn beim Vornamen, was er sonst nie tat. „Wir sind doch eine Familie und ich kann es nicht ertragen, wenn meine Kinder im Zwist miteinander sind.“ „Wir sind keine Familie!“ Wut bäumte sich in Zero auf. Dieser Mann wusste doch gar nicht, wovon er sprach. Seine Familie war tot. Sie würden nie wieder kommen. Und dieser Mann sprach von Familie? Nachdem was Yuki getan hatte?

Lächerlich!

Der Rektor schaute niedergeschlagen auf den Boden. Als Zero seine Trauer sah, spürte er, wie seine Worte den Rektor verletzt hatte und es begann ihm leid zutun. Immerhin konnte der Rektor nichts für diese Situation. Er hatte ihn nicht hintergangen und mit seinen Gefühlen gespielt.

„Ich kann verstehen, wie schwer das für dich ist, aber bitte komm nach Hause.“ Unwillig starrte Zero den Mann vor sich an. Tief in seinem Inneren wollte er zurückkommen, aber sie wäre auch da…

„Ich kann nicht.“ Widersprach Zero und der Rektor schenkte ihm ein zaghaftes Lächeln. „Ich verstehe dich… Jedoch bin ich nicht nur deswegen da. Der Verband hat einen Auftrag für dich.“ Verblüfft hob Zero seine hellen Augenbrauen als er den Themenwechsel hörte. „Und vielleicht kommst du danach wieder. Nur ein kleines Abendessen.“ Zero wollte gerade heftig protestieren, als der Rektor weitersprach. „Nur wir beide. Yuki…“ Doch der Rektor musste nicht weitersprechen. Yuki wird bei Kuran sein.

„Ich nehme an.“ Zero nickte dem Rektor zu und bestätigte, dass er den Auftrag annahm. „Gut. Und dusche vorher, ansonsten bringst du die Level E allein mit deinem Geruch um.“  Mit einem väterlichen Lächeln ließ der Rektor Zero allein.

Zero sah ihm nach, selbst als der Rektor in der Ferne nicht mehr zu sehen war.
Vielleicht würde ihm eine kleine Level E Jagd ganz gut tun und ihn auf andere Gedanken bringen…


Verzweifelt krallte sich die anmutige junge Vampirin in ihr weiches Seidenkissen. Leise Schluchzer der Trauer entkamen ihrer Kehle und die Tränen folgten ihnen.

Wieso, Kaname-sama? Wieso bloß?

Warum musste sie es sein? Was hatte dieses Menschenmädchen, was ich nicht habe?


Dachte Ruka voller Verzweiflung und drückte ihr Gesicht tiefer in das Seidenkissen hinein. Doch natürlich antwortete der Vampirin niemand. Wer auch? Es war ja niemand im Zimmer. Rima hatte sich kaum noch blicken lassen, seitdem Ruka seit dieser Nacht traurig und am Boden zerstört in das gemeinsame Zimmer zurückgekehrt war.

Ruka nahm es ihrer Zimmergenossin nicht übel, es war ihr lieber so. So gab es niemand, der sie in ihrer Trauer störte. Die Ausnahme war Akatsuki. Und überraschenderweise Hanabusa. Doch diesen hatte sie, genau wie Akatsuki, aus ihrem Zimmer geschmissen. Zwar wollten ihr Cousin und ihr Kindheitsfreund ihr nur helfen, Ruka wusste das, doch niemand konnte ihr helfen.

Niemand!

Rukas Tränen waren versiegt, sie hatte in den letzten Tagen schon zu viel geweint. Und vielleicht war schon alles Wasser aus ihrem Körper geflossen, vielleicht würde sie langsam vertrocknen, wer wusste das schon. Langsam richtete sich die Vampirin auf. Ausgelaugt schaute sie zu dem Spiegel, der gegenüber zu ihrem Bett stand.

Tränensäcke lagen unter ihren Augen und ihre Haut war bleich. Ihr Haar, welches immer seidig und glänzend ihren Rücken heruntergeflossen war, war nun strohig und stumpf. Es glich einem Vogelnest und Ruka überlegte sich, wann sie sich das letzte Mal gepflegt hatte. Es war eine gefühlte Ewigkeit her.

Ruka stand nun gänzlich auf und schritt zu dem Spiegel, um sich näher zu betrachten. War dieses Mädchen wirklich so viel besser als sie selbst? Ruka betrachtete ihr Gesicht. Ihr Gesicht war wie das einer Porzellanpuppe geschnitten und wiesen keine Makel auf. Sie war groß und schlank, doch hatte auch die Rundungen an den richtigen Stellen. Ihr Haar war aschblond und floss ihr normalerweise in dichten Wellen über die Schultern. Ein dunkler und üppiger Wimpernkranz zierten ihre braunen Augen, deren Farbe an flüssiges Nougat erinnerten.

Und was hatte dieses Mädchen?

Sie war von kleiner Statur, hatte keine Rundungen und war flach wie ein Brett. Ihre Haare tanzten in unordentlichen Strähnen auf ihren Schultern.  Ihr Gesicht war leicht rund vom Babyspeck, welches sie immer noch nicht abgebaut hatte. Und das als Oberschülerin! Und ihre Augen hatten keine besondere Farbe. Sie waren braun und schauten immer nur treu dumm durch die Gegend.

Also warum sie und nicht ich!

Verzweifelt schluchzte Ruka auf und krallte ihre Hand in ihre Haare. War sie so viel besser? Noch einmal schaute Ruka in den Spiegel mit einem Mal fand sie sich gar nicht mehr so hübsch. Viel mehr ähnelten sie einem hässlichen Entlein.

„Wieso sollte er jemanden wie mich auch mögen…?“ flüsterte die Vampirin leise und fand sich selbst abstoßend.

Für Ruka war Yuki Kurosu immer ihre Erzfeindin gewesen. Nicht einmal die aufdringlichen Day Class Schülerinnen hatten ihre Eifersucht wecken können, wie dieses Mädchen.
Schon am ersten Tag, als sie Kaname-sama mit diesem Menschen gesehen hatte, wusste sie, dass sie Ärger bedeuten würde. Die Art und Weise, wie Kaname-sama sie angesehen und mit ihr gesprochen hatte, war der Grund, wieso sie ihre Gefühle nicht im Zaum hatte.

Wieso konnte Kaname-sama nicht auch sie so ansehen? Nur ein einziges Mal!

Doch seit diesem Abend wusste sie, dass ihre Erzfeindin nun das hatte, wonach sich Ruka immer gesehnt hatte.

Und nun wusste es alle Welt, dass Ruka verloren hatte.

Mit widerstreben erinnerte Ruka sich daran, was ihr Akatsuki vor wenigen Stunden erzählt hatte, bevor sie ihn wutentbrannt rausgeschmissen hatte.


„Sie haben es offiziell gemacht.“ Rukas Augen weiteten sich. Ihr Kopf hatte die Worte verstanden, doch ihr Herz wollte sie nicht glauben.

„W-was meinst du?“ Akatsukis tiefbraune Augen schauten sie mitfühlend an. „Vor ungefähr einer Stunde hat Kaname-sama verkündet, dass er nun mit Yuki Kurosu in einer Beziehung ist.“ Rukas Herz raste. Nein, das konnte nicht sein. Das alles ist nur ein böser Traum. Bitte, lass mich endlich aufwachen…

Doch Ruka wachte nicht auf. Und dann wurden ihr Akatsukis Worte bewusst. Yuki Kurosu war nun offiziell Kaname-samas Geliebte. Die Geliebte eines Reinblüters. Und die Vampirin wusste, was das bedeutete. Sie als Adlige war nun diesem Menschenmädchen zur Treue verpflichtet.

Raus.“ Überrascht schaute Akatsuki sie an. „Hast du nicht gehört! Raus!“ Grob schmiss Ruka ihren Kindheitsfreund aus ihrem Zimmer und rutschte mit Tränen in ihren Augen an der verschlossenen Tür hinab.



Verhärmt öffnete Ruka wieder ihre Augen und sah sich selbst im Spiegel an, als sie daran dachte, was Akatsuki ihr berichtet hatte.

Mit verzerrter Miene dachte sie an seine Worte. Doch eigentlich hatte sie es immer gewusst. Gewusst, dass dieser Tag irgendwann eintreten würde. Schon vom ersten Moment an wusste Ruka, dass die beiden Geliebte werden würden. Und hatte sie nicht dieser eine verhängnisvoller Abend in dieser Vermutung bestätigt?

Der Abend an dem Kaname-sama der Vertrauensschülerin leise seine Liebe offenbart hatte. Der Abend als Rukas Herz und ihre Welt in tausend Stücke zerbrochen war. Wieso überraschte diese Neuigkeit sie überhaupt noch?

Weil du immer noch gehofft hast.

Flüsterte eine leise Stimme in Rukas Inneren. Stimmt, sie hatte gehofft. Vergeblich gehofft, dass Kaname-sama doch ihr Prinz sein würde.
Rukas Gedankengänge wurden unterbrochen, als ein leises Klopfen an ihrer Tür ertönte.
„Verschwinde, Akatsuki!“ rief Ruka und wollte nur alleine sein. Allein mit ihren Schmerz.
„Ich bin es, Ruka.“ Obwohl seine Stimme gedämpft durch die dicke Tür ertönte, erkannte sie sofort die ruhige und erhabene Stimme.

Kaname-sama!

Mit klopfenden Herzen und einen erwartungsvollen Lächeln beeilte sich Ruka die Tür aufzureißen. Vielleicht hatte sich Kaname-sama besinnt… Vielleicht… Doch als Ruka die Tür aufmachte, gefror ihr Lächeln. Vor der Tür stand Kaname-sama zusammen mit ihrer Erzfeindin.

„Schön, dass du Tür aufmachst.“ Kaname lächelte sie nonchalant an und schenkte ihrem äußerlichen Zustand keine Beachtung. Genau, wie meinem innerlichen… dachte Ruka verbittert, doch sie wollte hören, was der Reinblüter zu sagen hatte.

„Leider sind Ichijo und Shiki nicht anwesend. Aus diesem Grund möchte ich dich bitten, einen Level E, der sich in der Stadt herumtreibt, zu eliminieren. Nimm am besten Kain mit.“ Und mit diesen Worten wandte Kaname um und widmete seine Aufmerksamkeit Yuki, die an seiner Seite stand.

Verloren schaute Ruka dem Paar hinterher und hörte nur noch, wie sie über ein Restaurant sprachen, welches Kaname ausgesucht hatte. Selbst als die beiden nicht mehr im Gang standen, sondern schon längst verschwunden waren, starrte Ruka auf den Fleck, wo sie die beiden zuletzt gesehen hatte.

Verbitterung machte sich Ruka breit. Sie sollte Akatsuki mitnehmen? Das konnte der Reinblüter vergessen. Das erste Mal in ihrem Leben wollte Ruka gegen Kaname rebellieren. Sie wollte, dass er sie sah. Wirklich sah. Und wenn es auch nur wegen einer lächerlichen Level E Jagd war.


Geduscht und bereit für die Jagd stand Zero nun in diesem baufälligen Gebäude. Er hatte den Rat des Rektors beherzigt, dann als er an seinen Klamotten geschnuppert hatte, dachte er, er würde den Geruch von Tod riechen.

Aufmerksam lauschte der Hunter den Geräuschen des Hauses. Nichts Auffälliges. Doch dann hörte er es. Leise Schritte, die immer näher kamen.

Und nicht einmal einen Moment später spürte er es. Ein Vampir kam immer näher. Kein Level E, doch es war ganz sicher ein Vampir.

Mit geschmeidigen Bewegungen setzte sich Zero in Bewegung.

Sie kamen sich immer näher und Zeros Blut geriet in Wallung. Gleich würde er seiner Beute gegenüberstehen und das tun, wofür geboren wurde. Nicht um in Liebeskummer zu vergehen, sondern um Vampire zu töten.

Und dann bog Zero um die Ecke und wen dann vor sich stehen sah, überraschte ihn.

„Was machst du dann hier!?“ erschallte es von beiden Seiten.

Böse warfen sich Zero und Ruka einen Blick zu.
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