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Spock and James

von Kessy
GeschichteSchmerz/Trost / P16 / MaleSlash
James T. Kirk OC (Own Character) Spock
24.03.2021
10.05.2021
9
14.483
7
Alle Kapitel
29 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.04.2021 1.685
 
Hallo ihr Lieben, danke für eure vielen motivierenden Reviews! Weil es leider schon spät ist, bin ich zu müde für ein langes Vorwort und blöderweise habe ich beim Hochladen auch noch meine Einleitung verspult und hab sie natürlich nicht auf meinem Rechner gespeichert. Aber darum kümmer ich mich dann ein andern Mal.

Ich freue mich, dass ihr auch bei diesem Kapitel mit dabei seid und bin wie immer sehr gespannt auf euer Feedback!
Viel Spaß beim Lesen!
___

Jim räumte sorgfältig sein Chaos wieder auf. Er sammelte die Scherben seiner Tasse ein und stapelte die PADDs auf einen ordentlichen Haufen. Nur eines hatte einen leichten Schaden davongetragen, doch Jim befand es für funktionsfähig genug. Nach getaner Arbeit ließ er sich in seinen Stuhl fallen und starrte die gegenüberliegende Wand an. Seine Gedanken waren immer noch so durcheinander, doch zumindest hatte er seine Gefühle wieder halbwegs im Griff. Die Tür des Bereitsschaftsraumes öffnete sich mit einem fast unhörbaren Zischen und Spocks leise, aber selbstsichere Schritte verrieten Jim noch bevor er sich umwandte, wer gekommen war. Die Tür schloss sich hinter dem Vulkanier und erst dann hob Jim den Blick. Der Ausdruck auf Spocks Gesicht war unlesbar. „James.“, sagte er, ruhig, aber bestimmt. Jim erwiderte nichts. Er konnte sich schon vorstellen, welche Art von Gespräch dieser Ansprache folgen würde. „Du bist nicht du selbst.“, stellte Spock fest und Jim war beinahe überrascht darüber, dass Spock mit seiner Aussage direkt ins Schwarze traf. Jim wollte ihm ein aufmunterndes Lächeln schenken, aber er scheiterte kläglich daran. „Vielleicht war der Schlag auf den Kopf doch härter als gedacht.“, witzelte er. Doch der bittere Ton in seiner Stimme ließ Spocks Augenbraue nach oben schnellen. „Dein seltsames Verhalten fand heute mit T’Paus Anruf seinen Höhepunkt. Womöglich stellt das Bonding ein Problem für dich dar?“ Weder Spocks Stimme noch sein Gesichtsausdruck gaben Preis, was dieser gerade empfand. Dennoch registrierte Jim die beinahe schmerzhaft gerade Haltung seines Partners, die ihm dessen unglaubliche Anspannung verriet. Jims erster Impuls war, zu widersprechen und Spock zu versichern, wie sehr er sich nichts anderes wünschte. Doch die leise Stimme in ihm wurde wieder laut. ‚Du bist ihn nicht wert. Lass ihn frei.‘ Hatte Sat’hek nicht etwas Ähnliches zu ihm gesagt? „James!“
Spocks überraschend laute Stimme riss ihn aus seinen abschweifenden Gedanken und erst jetzt bemerkte Jim, dass der Vulkanier direkt vor ihm stand. Lediglich die Tischplatte trennte sie noch. „Spock, ich –„, begann er, doch brach ab. Sein Blick wanderte über Spocks Körper zu dessen Gesicht und blieb letztlich an dessen braunen Augen hängen. „Ich glaube, du hast Recht.“ Die Worte kamen ihm wie von selbst von den Lippen. Spock machte einen kleinen Schritt zurück. „Könntest du das etwas genauer erläutern?“, fragte er und die Spannung in seinem Körper schien sich zu intensivieren, sofern das noch möglich war. ‚Ich bin nicht der Richtige für dich.‘, war das erste, was ihm durch den Kopf schoss. Jim musste sich beinahe auf die Zunge beißen, um die Worte nicht auszusprechen. Er fixierte einen imaginären Punkt über Spocks rechter Schulter, atmete tief durch und versuchte, seine Gedanken zu sammeln. ‚Du hast etwas Besseres verdient. Ein Vulkanier könnte dich glücklicher machen. Ich bin nicht gut genug. Ich bin- „Ich bin wirklich nicht ‚ich selbst‘.“, brachte er schließlich etwas gepresst hervor. Die lauter gewordene Stimme in seinem Kopf wurde wieder leiser. Seine Konzentration lenkte seine Gedanken langsam aber sicher zurück in ihre ursprünglichen Bahnen. Ein Teil der Anspannung wich aus Spocks Körper. Jim wusste, dass er eine andere Antwort erwartet hatte und ein Teil ihn ihm hatte ihm genau diese geben wollen. Dieses Wissen stieß ihm unglaublich bitter auf. „Du solltest Doktor McCoy aufsuchen.“, forderte ihn der Vulkanier auf. Jim lenkte seinen Blick zurück auf Spock. Dieses Mal wirkte sein Lächeln überzeugend. „Nach Schichtende. Ich muss noch ein paar Berichte durchgehen.“ Spocks erhobene Augenbraue zeigte ihm, dass dieser nicht zufrieden damit war, dass Jim die Berichte vorzog. Dennoch wusste Spock es besser, als zu protestieren.

Nachdem der junge Captain einen langweiligen Inventurbericht nach dem Anderen gelesen und unterzeichnet hatte, legte er seinen Stift zur Seite und streckte den Rücken durch. Sein Nacken gab aufgrund der unbequemen Haltung ein Knacksen von sich. Ein Blick auf die Uhr verriet Jim, dass er sich etwas zu tief in der Schreibtischarbeit vergraben hatte. Seine Schicht war bereits seit fast 40 Minuten vorüber und er schuldete Spock schließlich noch einen Besuch bei Pille. Eilig stand er auf, begrüßte die Ablöse der Brückencrew und stieg in den Turbolift. Außerhalb der wohligen Sicherheit des Bereitschaftsraumes und fern der Ablenkung der damit verbundenen Arbeit wanderten seine Gedanken immer wieder zurück zu den Ereignissen des Tages und endeten stets damit, wie kurz er davor gewesen war, die Beziehung zu Spock zu beenden. Seine Füße trugen ihn beinahe automatisch zur Krankenstation. „Captain.“, grüßte ihn eine vorbeieilende Schwester höflich. Jim nickte nur kurz und sah sich nach dem Arzt um. Dieser sortierte pflichtbewusst Medikamente ein und scheuchte alle umliegenden Personen, den umfassenden Aufgaben der regelmäßigen Inventur nachzukommen. „Hey Pille.“, grüßte er und versuchte, so unverfänglich wie nur möglich zu klingen. Der Angesprochene unterbrach seine Tätigkeit abrupt und drehte sich zu ihm um. „Welche Symptome sind aufgetreten?“, fragte er lauernd und Jim stellte sich vor, wie Pille gedanklich schon die Hyposprays durchging, die er ihm auf seine unvergleichliche Art injizieren konnte. „Keine.“, antwortete Jim ehrlich, doch McCoy wusste es besser, als ihm einfach zu glauben. „Und wieso bist du dann hier?“, wollte er wissen. „Kann ich nicht einfach einen Freund besuchen?“, fragte Kirk dann, was ihm einen undefinierbaren Blick von McCoy einbrachte. „Der Whiskey ist noch in meinem Zimmer.“, sagte er dann nach einem Moment der Pause. „Du siehst aus, als könntest du einen vertragen.“ Jim zuckte nur mit den Schultern. „Ich hab sowieso Feierabend.“ Pille drückte sein PADD einer vorbeigehenden Schwester in die Hand und instruierte sie mit den restlichen Aufgaben. Nachdem alles geklärt war, gab ihm Leonard einen Schubs in Richtung Ausgang. „Lass uns gehen.“

Leonard stellte Jim ein großzügig eingeschenktes Glas vor die Nase. „Was geht dir durch den Kopf?“, fragte er und ließ sich neben dem Blonden aufs Sofa fallen. „Irgendwie eine ganze Menge.“ „Bist du nervös wegen dieser ganzen Bonding-Sache?“ Es überraschte Jim nicht, dass Leonard bereits davon wusste. Auch auf der Enterprise funktionierte die Tratschmühle hervorragend. „Ich weiß es nicht.“, seufzte Jim und trank einen Schluck. „Vielleicht schon.“ „Vielleicht?“, erwiderte Leonard eine Spur amüsiert. Jim hätte ihm beinahe die Zunge rausgetreckt, doch dann schüttelte er lächelnd den Kopf. Immerhin schaffte es Pille, ihn wieder ein bisschen aufzumuntern. ‚Du bist nicht gut genug. Du hättest ihn gehen lassen sollen, als du die Chance dazu hattest. Du bist ihm nichts weiter als eine Last.‘ Jim leerte sein Glas in einem Zug und stellte es mit etwas zu viel Schwung auf den Tisch. Pille verzog das Gesicht, sagte aber nichts. „Ich war mir so sicher mit Spock. Ich dachte, wir würden unser Leben miteinander verbringen.“, murmelte Jim. „Du dachtest?“ McCoy richtete sich etwas auf. Der Doktor-Modus kehrte langsam zurück. „Ich bin nicht gut genug für ihn.“ Pille wartete einen Moment ab, ob das vielleicht eine verdrehte Form irgendeines Scherzes war, doch Jim blieb ernst. „Das denkst du wirklich?“, fragte er dann überrascht. Etwas hilflos zuckte Jim mit den Schultern. „Ich kann an nichts anderes mehr denken. Es ist wie –„ ‚eine Stimme in meinem Kopf, die mich konstant daran erinnert.‘ Zum Glück konnte sich Jim bremsen, bevor er seinen Satz beendet hatte, Womöglich hätte ihn Leonard auf de Stelle einweisen lassen. „Es ist wie?“, fragte Pille gedehnt nach. „Ich war heute kurz davor, es einfach zu beenden, Pille. Es ist – er sollte – Er-„ Jim konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal so um Worte gerungen hatte. „Hast du vielleicht kalte Füße?“, fragte Leonard dann und hätte seine Stimme nicht diesen beruhigenden Ton, hätte Jim sich gefragt, ob er sich vielleicht über ihn lustig machte. Als Jim zur Antwort ansetzte, schnitt ihm Pille das Wort ab. „Womöglich machst du dir einfach zu viele Sorgen. Immerhin kommt da ganz schön was auf dich zu, ein Bonding kommt immerhin einer Ehe gleich. Zudem ist das Ausmaß der telepathischen Wirkung auf einen Menschen noch unerforscht.“ Was Pille sagte, klang vernünftig. Zu der hämischen Stimme, die in ihm Zweifel streute, mochte das ja vielleicht noch passen. Doch wie passten die Wutanfälle ins Bild? „Kann ich dich etwas fragen, Len? Als meinen Freund?“ Pilles Augenbrauen zogen sich ein wenig zusammen und bildeten eine steile Falte. „Du kannst mich alles fragen, Jim.“ Besagter hatte wieder sein Glas in die Hand genommen und drehte es nachdenklich. „Wenn du morgens aufwachen würdest und deine ganzen Gedanken und Gefühle am durchdrehen wären, was würdest du machen?“ Jim versuchte, seine Frage so einfach wie möglich zu formulieren, um Pille keinen Grund zu liefern, ihm das Kommando zu entziehen. „Ich würde meinen Freund aufsuchen, der zufälligerweise Arzt ist und mich auf eine posttraumatische Belastungsstörung oder generell auf die Auswirkungen von Stress untersuchen lassen.“, erwiderte Leonard. Jim stellte das Glas zurück auf den Tisch, diesmal sanfter. „Hättest du eine PTBS nicht bemerkt?“, wollte er wissen und Pille nickte. „Unter normalen Umständen, ja. Womöglich waren aber die ausschlagenden Hirnströme bereits ein Anzeichen.“ „Hm.“ Jim schloss die Augen und fuhr sich mit einer Hand übers Gesicht. „Morgen früh kommst du zum Durchchecken auf die Station. Wenn wir nichts finden, wäre mein Vorschlag zur Güte, dass wir den Aufenthalt auf Neu-Vulkan aufs Maximum ausdehnen und du dich so viel wie möglich erholst. Danach sehen wir wieder weiter.“ Pille legte ihm beruhigend eine Hand auf die Schulter. Jim antwortete nicht, sondern blickte einfach nur an die Decke. „Und Jim: Spock könnte es nicht besser treffen, als mit dir. Du bist das Beste, das der Sternenflotte, der Enterprise und auch Spock passiert ist. Und auch mir.“ Jim war gerührt von Pilles grenzenloser Offenheit. Diese Seite an ihm bekam er so gut wie nie zu sehen und gerade jetzt brauchte er das mehr, als Leonard hätte ahnen können. Doch auch die Worte seines besten Freundes konnte die zweifelnde, stichelnde Stimme in ihm nicht zum Verstummen bringen.



Nicht gut genug. Nicht gut genug. Du bist NICHT GUT GENUG!‘
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