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Spock and James

von Kessy
GeschichteSchmerz/Trost / P16 / MaleSlash
James T. Kirk OC (Own Character) Spock
24.03.2021
22.04.2021
7
10.708
4
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
08.04.2021 1.799
 
A/N: Hallo liebe Leserinnen,
Vorab eine kleine Warnung. Im Rahmen der Plotline verhält sich Jim ein wenig bis sehr OoC. Dafür bitte ich um Verständnis.

Und ein großes Hallo an meine liebe Reviewgemeinschaft, bestehend aus Minifutzi, Jay, Ti Leyni Miju und Sum! Danke für eure lieben Worte und entschuldigt die Verwirrung mit dem Bonding oder auch nicht Bonding zwischen Spock und Jim - ich hab es in diesem Kapitel aufgedröselt, auf welchem Stand die beiden aktuell sind :)
Eine Sache gibt es noch: ich hab das Kapitel jetzt ungefähr 4 mal geschrieben und ich weiss gerade nicht, ob ich damit zufrieden bin oder nicht. Ich freue mich hier wieder sehr auf eure Meinung, damit ich mich in Zukunft weiterhin verbessern kann!
So, jetzt aber auf zum Kapitel!

Viel Spaß beim Lesen!

_________

Schlaftrunken tastete Jim nach seinem Wecker und schaltete das lärmende Gerät aus. Am Liebsten hätte er sich wieder in seine warme Decke eingewickelt, aber sein Pflichtgefühl trieb ihn aus dem Bett. Wie immer um diese Uhrzeit war Spock bereits verschwunden, um seine Visite in den Laboren zu tätigen. Üblicherweise trafen sie sich zum Frühstück in der Offiziersmesse. Trotz seinem langen und tiefen Schlaf fühlte sich Jim wie gerädert und sein Kopf schmerzte noch immer etwas. Pille würde nicht begeistert sein. Jim schmunzelte beinahe bei dem Gedanken an seinen Freund, doch als ihm seine fiesen Hyposprays in den Sinn kamen, verflog die gute Stimmung. Routiniert nahm Jim eine kurze Dusche, putzte seine Zähne und zog ordnungsgemäß seine Uniform an. Ein leises Klingeln lenkte Jims Aufmerksamkeit auf seinen Schreibtisch. Sein PADD hatte eine Nachricht angekündigt. Mit wenigen Schritten erreichte er sein PADD. „Ashayam, ich schaffe es heute nicht zum gemeinsamen Frühstück. Wir sehen uns auf der Brücke.“ Mit einer kraftvollen Handbewegung donnerte er sein PADD an die gegenüberliegende Wand, das mit einem Krachen zerbarst. Erschrocken über sich selbst blickte Jim auf seine leeren Hände. Dann auf das kaputte Gerät am Boden. Jim fuhr sich durch die Haare. Seine Hände zitterten und die plötzliche Wut hatte einen fiesen Knoten in seiner Magengegend gebildet. ‚Vielleicht sollte ich mir heute einfach noch frei nehmen.‘, überlegte Jim und verwarf den Gedanken genauso schnell, wie er kam. Wenn er nicht zum Dienst erschien, war er gefundenes Fressen für Pille und seine 101 Foltermethoden, die er als ‚medizinische Untersuchungen‘ tarnte. ‚Ich hab einfach nur schlecht geschlafen. Das ist alles.‘, versicherte er sich selbst und warf einen Blick auf die Uhr. Er musste los. Das Chaos hier würde auf ihn warten müssen.

Etwas außer Atem erreichte Jim die Krankenstation. McCoy erwartete ihn bereits mit vor der Brust verschränkten Armen. „Ich dachte nicht, dass du kommen würdest.“, witzelte er und verwies ihn auf eines der Biobetten. „Liegt wohl an Spocks gutem Einfluss.“, seufzte Jim und setzte sich ergeben auf das Bett. In aller Seelenruhe, aber dennoch hocheffizient checkte ihn McCoy auf Herz und Nieren. Wortwörtlich. „Hast du noch irgendwelche Symptome? Kopfschmerzen, Übelkeit?“, fragte Pille. „Ein bisschen Kopfweh.“, gestand Jim. McCoy nickte und beinahe im selben Moment injizierte er Jim ein Hypospray. „Bist du jetzt unter die Magier gegangen? Wo hattest du das Ding her?“, schimpfte der Captain und rieb sich über die schmerzende Einstichstelle. Er wollte wirklich empört klingen, doch sein Lächeln betrog ihn. Pille warf ihm als Antwort nur seinen berühmten „Sei nicht so ein Baby“-Blick zu. „Deine Hirnaktivität hat sich wieder normalisiert. Du bist diensttauglich, Jim. Die Kopfschmerzen kommen womöglich von deiner Prellung. Wenn sie schlimmer werden, oder weitere Symptome auftreten, erwarte ich dich umgehend hier auf diesem Bett zurück.“ Pille hatte seinen besten Kommandoton ausgepackt. „Alles klar, Chef.“, antwortete Jim und salutierte. „Wie wäre es mit Frühstück?“

Jim stellte sein Tablett auf dem kleinen Tisch Pille gegenüber ab und ließ sich in den Stuhl fallen. Dass er nicht gut geschlafen hatte, machte sich bereits bemerkbar. Er fühlte sich unruhig und fahrig und er brauchte dringend einen Kaffee. „Wo ist Spock?“, fragte Pille und sah sich um. „Hat in den Laboren zu tun.“, erwiderte Jim. Zufrieden damit, dass es ihn nicht einmal annähernd so auf die Palme brachte, wie vorhin, dass Spock nicht da war, trank er einen großen Schluck seines Kaffees. „Arbeitet er immer noch mit Sat’hek an seinen Projekten?“, wollte McCoy wissen. Kirk zuckte mit den Schultern. „Meines Wissens nach ist alles so weit erledigt, aber Spock findet immer etwas zu tun.“ Pille nickte zustimmend. Keinen Moment später betrat Sat’hek die Messe. Jim bemerkte, wie er nicht umhinkam, ihn anzusehen. Irgendwas hatte er an sich, dass es Jim schwer machte, seinen Blick von ihm abzuwenden. Womöglich war es die frappierende Ähnlichkeit in der äußeren Erscheinung zu Spock. Vielleicht war es aber auch nur sein Bauchgefühl, dass ihm versuchte, etwas mitzuteilen. Jim verschluckte sich beinahe an seinem Frühstück, als sich Sat’heks Blick seinen streifte. Augenblicklich stellten sich seine Nackenhaare auf. Dann kehrte dieser unbändige Zorn von vorhin mit solch einer Wucht zurück, dass ihm beinahe schlecht wurde. „Jim?“ Pilles alarmierte Stimme riss ihn aus seiner Starre und als er den Blick von dem Vulkanier abwandte, flauten die tosenden Gefühle in ihm ab. „Du bist plötzlich so blass geworden.“ Jim sah es in der Körpersprache seines Freundes, dass dieser schon drauf und dran war, ihn zurück zur Krankenstation zu zerren. Jim atmete tief durch und versuchte, wieder Herr über seinen Körper zu werden und die aufkommende Übelkeit zu vertreiben. „Der Kaffee auf nüchternen Magen war wohl einfach nicht das Richtige.“, sagte er dann und setzte sein unbestechliches Grinsen auf. Pille musterte ihn für einen schier endlosen Moment eingehend. Dann neigte er zustimmend den Kopf. „Du hast vermutlich auch schon seit einer Weile nichts Richtiges mehr gegessen.“ Erleichtert darüber, Pilles Misstrauen besänftigt zu haben, schielte Jim noch mal zu Sat’hek. Irgendwas an diesem Vulkanier war wirklich ausgesprochen seltsam.

„Commander Spock.“, grüßte Jim seinen Ersten Offizier erfreut, als dieser nach der Mittagspause auf der Brücke auftauchte. „Captain.“, erwiderte er höflich und als er zu Jim sah, lag ein so warmer Ausdruck in seinen Augen, dass Jim beinahe dahinschmolz. Schnell setzte der Captain wieder seine professionelle Miene auf. „Konnten Sie Ihre Arbeit in den Laboren erfolgreich beenden?“, fragte Jim. Manchmal hasste er diese aufgesetzte Förmlichkeit. „Ja, Captain.“ Spock fand sich an seine Station ein. Im Vorbeigehen streifte seine Hand unauffällig über Jims und dieses Mal konnte er sich ein Lächeln nicht verkneifen. „Einkommende Übertragung von Neu-Vulkan.“, riss ihn Uhuras klare Stimme aus dem Moment der Zärtlichkeit. Jim warf einen kurzen Blick zu Spock, der bekräftigend nickte. „Stellen Sie Sie auf den Hauptbildschirm durch, Uhura.“, befahl er und stand auf. Spock trat an seine Seite. „Captain Kirk.“ Das Bild einer vulkanischen Frau formte sich vor Ihnen. „Älteste T’Pau“, grüßte er höflich. „Was kann ich für Sie tun?“ „Es trifft sich gut, dass Commander Spock bei Ihnen ist.“, begann die Älteste und der Benannte neben ihm machte eine höfliche Verbeugung. „Die Admiräle haben uns informiert, dass Sie morgen um 16 Uhr Erdenzeit Neu-Vulkan erreichen.“ „Exakt.“, antwortete Spock und T’Pau wirkte fast zufrieden. „Ich halte das Abendessen für eine gute Gelegenheit, Sie kennenzulernen, James Kirk. Zudem möchte ich gerne mit Ihnen die Details der Bondingzeremonie besprechen.“ Jims Herz machte einen freudigen Hüpfer. „Es ist mir eine Freude, T’Pau.“ Er imitierte die höfliche Verbeugung, die er vorhin bei Spock gesehen hatte. Ein leichtes Funkeln in T’Paus Augen war der Lohn dafür. „Ich setzte Spock über die Details in Kenntnis. Zudem werde ich ihm mitteilen, wo wir Sat’hek erwarten, damit ein reibungsloser Ablauf Ihrer Mission gewährleistet wird.“ Jim bedankte sich und mit einem kurzen Grußwort beendete T’Pau die Übertragung. Augenblicklich glitten alle Blicke zu Spock und Jim. „Dann klappt es also? Mit dem Bonding?“, fragte Sulu und schien mindestens so aufgeregt, wie Jim selber. Der Captain konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und Spocks Finger umschlossen sanft seine Hand. „Wir werden sehen.“ Er sah in Spocks dunkle Augen und über ihre Berührung spürte er Spocks Zuversicht und seine bedingungslose Liebe. „Meine Großmutter ist eine erfahrene Frau und sie wird uns nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen. Sie ist zuversichtlich, dass wir keine Komplikationen aufgrund unserer verschiedenen Herkunften zu erwarten haben.“, erklärte Spock und Jim war sich nicht sicher, ob diese Erklärung ihm oder der Crew galt. Womöglich allen, spekulierte er. „Wunderbar.“, erwiderte Jim und löste sich von Spock. Dieser begab sich wieder an seine Arbeit und auch der Rest der Crew schien diese unausgesprochene Aufforderung verstanden zu haben. Nur Uhura fixierte nach wie vor Kirk mit ihrem Blick und als Jim sich ihr zuwandte, umspielte ein aufrichtiges Lächeln ihre Lippen. „Ich freue mich für euch.“ Damit ging auch sie wieder an die Arbeit und Jim war wirklich erleichtert über ihre Reaktion. Ein Seitenblick zu Spock verriet ihm, dass er das Gleiche empfand.

Es war schon bemerkenswert, wie problemlos die Crew ihre Beziehung akzeptiert hatte, trotz der Tatsache, dass Spock und Uhura zuvor das Traumpaar schlechthin gewesen waren. Doch selbst sie hatte Jim gegenüber immer die Contenance gewahrt und nicht einmal durchblicken lassen, wie sie die Situation empfand. Manchmal hatte sich Jim still und leise darüber gewundert, ob Uhura ihn wohl hasste, doch ihre offene, hilfsbereite und ehrliche Art hatte ihn immer wieder vom Gegenteil überzeugt – zurecht. Und nun standen sie kurz vor ihrem Bonding, mit der Crew hinter sich und der Unendlichkeit des Weltalls vor sich.

Sie verfügen weder über den Intellekt, noch über die telepathischen Möglichkeiten um die Bedürfnisse des Commanders zufrieden stellen zu können.' Die verblasste Erinnerung kehrte unvermittelt zurück und hatte eine ähnliche Wirkung auf Jim wie eine eiskalte Dusche.
Wärst du kein einfacher Mensch, dann hätte Spock das Bonding schon längst durchführen können.', ergänzte eine hämische Stimme in seinem Kopf. Jim ballte unwillkürlich die Hände zu Fäusten. Da war sie wieder, diese rasende Wut. Er registrierte Spocks fragenden Blick, als er in den Bereitschaftsraum stürmte. Getrieben von etwas, das er selbst nicht verstand, fegte er mit einer ausladenden Handbewegung die Gegenstände von seinem Schreibtisch auf den Fußboden.  Die erhoffte Genugtuung blieb jedoch aus. Jims Herz pochte wie wild und wieder zitternden seine Hände. Es war noch schlimmer, als am Vormittag.
Du bist nicht gut genug. Du wirst es auch nie sein. Du bist Schuld am Tod der Vulkanier. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Spock das selbst erkennt.', die Stimme in seinem Kopf. "Sei still.", keuchte Jim. Du bist nur ein Mensch. Nicht mehr als eine Bürde, die er sich ans Bein bindet. Die stete Erinnerung an den Tod seiner Landsleute - DAS bist du!' "SEI STILL!" Jims Fäuste schlugen krachen auf dem Schreibtisch auf. Die Stimme in seinem Kopf verstummte abrupt und mit der Stille kehrte auch die Ruhe in ihm zurück. Erschrocken und erschöpft ließ sich Jim auf die Knie sinken und betrachtete das Chaos um sich.
"Was ist nur los mit mir?"
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