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Das Leben unser Mutter

von Anilam
OneshotDrama, Schmerz/Trost / P16 / Het
Moroha Rin Sesshōmaru Setsuna Towa Higurashi
24.03.2021
24.03.2021
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3.141
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24.03.2021 3.141
 
Mit einem Lächeln gewidmet für Kyra96, die beim Mitschauen der Serie meine dramatischen Höhen und Tiefen aushält. :)


Die Luft brannte. Die Erde bebte. Nachdem sie Rin aus dem Baum befreit hatten, wollte Towa ihre Hand nicht loslassen. Setsuna und Sesshomaru versuchten Kirinmaru zu stellen. Moroha versuchte Rin Rückendeckung zu geben. Nichts lieber hätte Towa getan als ihrer Schwester beizustehen, aber sie konnte nicht riskieren, dass Kirinmaru ihre Mutter tötet. 14 Jahre lang hatten er und Zero das versucht, deshalb hatte Sesshomaru sie im Weltenbaum versteckt. Aber als ihm klar wurde, dass er das doppelte Spiel nicht aufrechterhalten konnte, hatte er die Halbdämonenkinder hingeführt und Jaken den Bannkreis brechen lassen. Towa war mit Rin auf Ah uhn geflohen bis Zero ihn außer Gefecht gesetzt hatte. Sie konnte also jeder Zeit bei ihnen auftauchen…

Setsuna erschlich im Kampf, dass widerliche Gefühl überflüssig zu sein. Sie jagte beiden Dämonen eher hinterher, als dass sie einem der beiden eine Hilfe war. Kam sie mal zum Zuge, musste sie dann derart einstecken, dass ihr kaum ein Angriff gelang. Sesshomarus vorwurfsvolle Blicke sorgten nicht gerade für Unterstützung.
„Halt dich raus“ schienen seine Augen zu sprechen. Doch solange sie lebte, würde sie keine Befehle von diesem Dämon annehmen. Früher hätte sie einen Vater gebraucht. Jetzt brauchte er sich auch nicht mehr, um ihr Wohlergehen zu sorgen. Kurz drehte sieh sich abermals nach Towa, Moroha und Rin um. Ihre menschliche Mutter schien sehr warmherzig zu sein. Trotzdem hatte Setsuna es vermieden sie direkt anzusehen.
Sesshomaru anzusehen war leicht. Er strahlte Dinge aus, die Sie von anderen gewohnt war. Gefahr, Wachsamkeit und Herablassung. Rins Augen waren… sie waren…
Sie hatte nicht ein Wort ihr gegenüber rausgebracht, seitdem sie offen waren. Sie waren so neugierig und warm wie die von Towa. Kraftvoll genug, um auch in ihr eine Wärme zu erzeugen, die mitten im Kampf ganz und gar nichts verloren hatte. Im nächsten Moment beobachtete sie wie Zero Moroha angriff. Auf der Stelle eilte sie zu ihr.

Die Vierteldämonin gab nicht gern zu, dass sie Unterstützung gebrauchen konnte. Seitdem sie auf ihre Tante getroffen war, fragte sie sich, ob Kirinmaru auch für das Verschwinden ihrer Eltern verantwortlich war. Gerade noch rechtzeitig bemerkte sie, dass die Volldämonin angriff. Bereits mehrere Attacken dieser Art hatte sie wegstecken müssen und war dementsprechend müde. „Törichtes Kind,“ verhöhnte sie Zero.
„Verzieh dich endlich“, zischte Moroha. Konnte sie es riskieren eine Hand vom Schwert zu lösen, um nach ihrem Rot zu greifen?
Bevor sie den Gedanken umsetzen konnte, half ihr Setsuna. Ihr harpunenähnlicher Stab unterstützte sie. Gemeinsam drängten sie Zero für kurze Zeit zurück, lange genug für einen Platzwechsel. Geschwind wankte Moroha zu Towa und Rin.
„Los, los Setsuna!!“, feuerte Rin ihre jüngere Tochter an.
„Das nenn ich optimistisch Tantchen“, kommentierte Moroha trocken und bemerkte danach die Anspannung im Towas Körper. Ihre freie, linke Hand war zur Faust gekrampft.
„Na geh schon, hilf ihr“, forderte Moroha, Towa auf. Aber die Halbdämonin zögerte. „Ich… ich kann euch doch nicht hier allein lassen.“
„Sag mal willst du mich beleidigen???“, fragte Moroha gespielt. „So schwach, dass ich nicht mehr mit jemandem wegrennen kann, bin ich nun wirklich nicht!“
„Hilf deiner Schwester“, ertönte Rins glockenklare Stimme. Towa sah sie nun entschlossen an. Sie zog ihr Schwert und eilte zurück.
„Wir sollten gehen“, drängte Moroha sogleich und Rin nickte. Sie liefen und liefen. Doch Moroha hörte immer aufs Neue die aufeinandertreffenden Klingen hinter sich, während Rin besorgt die in der Ferne glühenden Kugeln beobachtete. „Bitte beeil dich, Sesshomaru!“, dachte sie.

„Mir will sich nicht erschließen, weshalb ausgerechnet du dich für diese Sterblichen einsetzt“, ertönte Kirinmarus Stimme, gedämpft durch die Knochenmaske.
Sesshomaru parierte seinen Angriff, ohne zu antworten. Es war ihm nur all zu Recht, dass Setsuna sich zurückgezogen hatte. Von Kirinmaru ging die größte Gefahr aus. Er wollte nichts lieber als ihn schnellstmöglich ins Jenseits zu befördern. Doch er war und blieb ein ebenwürdiger Gegner, so ungern er das zugab. Kirinmaru genoss den Kampf mit ihm und drängte ihn absichtlich in Rins Nähe, damit der Sohn des großen Daiyokai seine vollen Kräfte nicht entfalten würde.
„Ganz offensichtlich hast du Angst vor mir. Sonst würdest du mich nicht ständig auf diese Höhe locken“, versuchte er ihn zu provozieren. Sesshomaru sah wie er grinste.
„Hast du nicht eher Angst, um deine Familie?“
„Du müsstest mich besser kennen“, erwiderte Sesshomaru stolz und griff ihn wieder an. Bakusaiga kreischte.
„Ich dachte, ich kenne dich“, antwortete Kirinmaru wütend und hielt mit seinem Schwert stabil dagegen. „Ich dachte, dass du die Ehre unseres Gleichen im Leib besitzt, aber du bist so schwächlich wie dein Vater!“
Zornig durchbrach Sesshomaru seine Abwehr. Kirinmaru wich abermals vor ihm zurück.

„Warte bitte“, bat Rin hechelnd, „Ich muss kurz ausruhen.“
Widerwillig und besorgt blieb Moroha stehen. Zero war immer noch zu nah. Im nächsten Moment ertönten Schreie und die Schwestern wurden an die Felswand wenige Meter vor ihnen geschleudert. Sie kamen mit dem Rücken auf und sackten mit Schmerz verzerrtem Gesicht nach unten.
"Towa, Setsuna!!"
Rin lief sofort zu ihnen während Moroha notgedrungen in Kampfposition ging. Zeros Gestalt lichtete sich im Nebel.
„Nichts weiter als unerfahrene Kinder“, sprach sie zu sich.
„Bleib weg du verfluchte Hexe“ brüllte Moroha und spannte einen ihrer Pfeile ein. Zero schritt unbeeindruckt auf sie zu. Die Bogenschützin schoss, obwohl sie wusste was passieren würde. Der Pfeil wurde umgelenkt. Sie hatte keine Wahl. Sie musste das Rot benutzen.
Wenn ich dieses Rot auftrage, erzittert vor Moroha, der Zerstörerin der Landstriche“, kündigte sie ernst an.

„Setsuna, Towa, sagt doch was!!“
Setsuna folgte der Stimme und blinzelte kurz darauf.
„Nicht so laut…“, meldete sie sich zu Wort und versuchte sich aufzusetzen. Offenbar war noch nichts gebrochen. Kurz darauf rührte sich auch Towa. Rin viel ein Stein vom Herzen.
Towas Kopf dröhnte. Beide realisierten zeitgleich, dass Moroha sie mit ihren Leben verteidigte. Sie sahen einander an und wollten gerade wieder losstürmen, als Moroha ebenfalls gegen die Wand krachte. Alle Drei schrien ihren Namen.
Rin und Towa knieten bei ihr. Setsuna beugte sich nah über sie.
„Haut ab, sie kommt…“, säuselte Moroha.
Zeros dämonische Augen leuchteten vor Ungeduld. Sie wirkte adrett wie immer, ohne einen Kratzer. Setsuna knurrte vor Wut.
„Das wirst du bereuen ZERO!“
„Bitte“, mischte sich Rin ein, „Lass wenigstens die Kinder in Ruhe!“
„Es ist vorherbestimmt, dass sie sterben“, äußerte sich Zero ungerührt. „Du und diese Brut hat in unserer Welt nichts zu suchen. Du hast Sesshomaru befallen wie ein Ungeziefer.“
Rin wirkte entsetzt über diesen Vergleich. Sie hatte nie etwas anderes getan als Sesshomaru zu lieben. Sie hatte sich schon immer gegen die Aussage gewehrt, dass Menschen und Dämonen nicht zusammengehörten. Möglicherweise waren Dämonen wie Zero aber tatsächlich nicht in der Lage solche Gefühle zu verstehen.
„Ihr seid.. das Ungeziefer“, Towa stellte sich schützend vor Rin mit Setsuna an ihrer Seite. „Ihr zerstört eine ganze Familie nur, weil jemand nicht nach eurer Pfeife tanzt!“
„Wie kannst du es wagen!“, zischte Zero und begann final ihre Energie zu sammeln.
„Bleib hier bei Moroha“, wies Setsuna Rin an und wartete auf ihren Einsatz.
„Noch ein bisschen“, dachte Towa. Als der richtige Moment gekommen war, zog sie den Griff aus dem Gürtel und ließ ihre Magieklinge Zeros Dämonenenergie aufsaugen.
Setsuna sprang auf sie zu. „Das ist für Moroha, der Hieb ist für meine Schwester und dieser ist für mein TRAUMLOSES LEBEN!“

Zero war wie festgenagelt. Ihr Körper wurde zerschnitten. Sie spürte aufgrund ihres Dämonenblutes keine Schmerzen, aber wusste das es vorbei war, als Sesshomarus älteste Tochter ihr ihre Fähigkeit in vollem Umfang demonstrierte. Entkräftet sackten Towa und Setsuna Rücken an Rücken zu Boden.
„Du warst richtig gut“, lobte die kleinere die ältere Schwester.
„Ja, geschafft“, sagte Towa froh.

Moroha erwachte zunächst in dem Irrglauben, dass Gesicht ihrer Mutter zu sehen, aufgrund der einzigen Erinnerung, die sie an Kagome hatte. „Tantchen, haben wir gewonnen…?“
„Ja“, sagte Rin lächelnd.
Voller Mitleid begutachtete Rin wenig später den leblosen Körper der Dämonin. So viele Tode hatte die Liebe zwischen ihr und Sesshomaru verursacht. Egal wie böse sie war, letztendlich war auch diese Dämonin nur eine Frau, die-
„Was tust du da??“, kreischte Rin als Moroha ihr Schwert zückte.
„Der Kopf wird mir ein Vermögen bescheren“, erklärte sie schlicht.
„Nimmst du wohl deine Pfoten weg“, antwortete Zero leise.
„Sie lebt noch???“, kam es von Rin entsetzt.
„Nicht mehr lange“, kommentierte Moroha kühl. Wenn jemand außer Kirinmaru den Tod verdiente, war es diese Person. Noch immer halten in ihrem Kopf die Worte, die Zero gesagt hatte, bevor sie für kurze Zeit bewusstlos gewesen war.
Es ist vorherbestimmt, dass sie sterben. Du und diese Brut hat in unserer Welt nichts zu suchen."
„Haben du und Kirinmaru meine Eltern entführt? Sags mir du Hexe!“

Towa war die erste, die es bemerkte, das Leuchten einer Regenbogenperle. Offenbar hatte sie Kirinmaru nicht alle an sich genommen. Aber schlicht diese Perle schien mit Zeros Kräften verbunden. Vor allem Setsuna spürte das besonders deutlich. Die Perle nahm auf Zeros Wunsch hin, die Form eines Dolches an und flog auf die Vierteldämonin zu. Denn ihr letzter Wunsch war es Sesshomarus Weib mit sich in den Tod zu reißen.
„Pass auf!“, versuchten die Schwestern ihre Freundin zu warnen.
Moroha hörte sie rufen und wurde im nächsten Moment geschubst. Zero lachte ein letztes Mal auf, bevor der Wind ihren zu Staub zerfallenden Körper zerstreute.

Moroha rappelte sich auf und sah verängstigt in das blasse Gesicht ihrer Tante, der ein Messer in der Brust steckte. Reflexartig ließ sie zu, dass Rin sich an ihren Schultern festhielt. Wie als hätte er seine Pflicht erfüllt, löste sich der Dolch funkelnd auf. Was blieb, war eine stark blutende Wunde. Sie färbte den weißen Kimono rot.
„Es ist nicht deine Schuld“, hörte Moroha Rin flüstern. „Hörst du, du bist nicht…“
Dann brach sie zusammen.

"MUTTER!!!!!"
Er roch das Blut seiner Ehefrau und hörte die Schreie seiner Töchter. Sie sorgten dafür, dass der Kampf unterbrochen wurde, da Kirinmaru daraufhin zu Boden stürzte. Nicht um Vergeltung an seiner Schwester zu üben, sondern lediglich, um die Perle an sich zu nehmen. Rin lag am Boden, den Kopf auf Setsunas Schoß gebettet, während Towa sie offensichtlich untersuchte.

Towa musste sich eingestehen, dass sie nichts für Rin tun konnte. Auch die Mittel aus der Moderne konnten keine Wunde heilen, die so tief ihre Lunge verletzt hatte.
„Wachbleiben Bitte!“, flehte Setsuna Rin beinahe an. Mutter. Dieses Wort „Mutter“ war vorhin einfach so aus ihr herausgesprudelt. Vor wenigen Sekunden war ein Blickkontakt zu ihr noch unmöglich gewesen. Nun gab es für die Halbdämonin nichts Wichtigeres.
„Alles gut…“, sagte Rin leise. Aber Setsuna hatte bereits genügend Menschenkenntnis, um zu erkennen, wenn sie angelogen wurde.
„Was wirst du jetzt machen?“, rief Kirinmaru ihm neugierig zu. „Wirst du mich mit den Regenbogenperlen verfolgen oder verweilst du bei deinem Menschenweib!“
Unter anderen Umständen hätte Setsuna die Gestalten über Ihnen keines Blickes gewürdigt. Doch alles war nun anders. „Denk nicht mal dran zu verschwinden klar, Rin braucht dich jetzt!“
Sesshomaru hörte Kirinmarus Lachen noch in der Ferne als seine Füße längst den Boden berührten. Setsunas Betonung hatte ihn, zusätzlich, enorm beunruhigt. Wie im Traum nährte er sich der Verletzten und kam auf diesem Weg an seiner Nichte vorbei, die mit angezogenen Beinen reglos dar saß.

Opa Myogas Stimme war nicht mehr als ein Rauschen für Moroha.
„Hör auf mich, du musst verschwinden!!!“
Doch ihre Beine wollten ihr nicht folgen. Sie hatte ihre Tante auf dem Gewissen. Wenn auch nicht absichtlich, so hätte Sesshomaru allen Grund sie dafür verantwortlich zu machen. Verängstigt von seinem prüfenden Blick krabbelte sie plötzlich doch auf allen Vieren aus Rins Nähe. Wie ein aufgewühlter Käfer. Rin musste überleben, sonst würde sie ihre Eltern in diesem Leben nicht mehr wiedersehen…

Doch noch hegte der Hundedämon keinen Groll gegen das geistig neben sich stehende Mädchen. Er hatte nur Rins Geruch in der Nase und hörte ihren Herzschlag. Man konnte den Kindern keinen ernsthaften Vorwurf machen, bei einer Gegnerin wie Zero. Aber wieso klebte Rins Blut an der Vierteldämonin anstatt das der Yokaidame? Hatte sie sie womöglich im Blutrausch verletzt?
Setsuna und Towa ließen sich nicht von ihm ablenken, als er sich dazu kniete.
„Wie schön, dass du da bist“, grüßte ihn Rin, genauso als ob er sie gerade im Menschendorf besuchte. Dabei war ihre Lage wirklich ernst. Er fühlte es und dieses Mal würde er nichts für sie tun können.
„Zero hat hinterrücks angegriffen, wir konnten nichts tun“, berichtete Setsuna bemüht nüchtern, die mit den Tränen rang. Towa hingegen flossen die Tränen ungehindert aus den Augen. „Es tut mir so leid!“
Zaghaft streckte Rin die Hand nach Towa aus. „Nein, Du bist ein gutes Kind“, lobte sie matt. „Es tut mir leid, dass ich nicht für dich da sein konnte. Für euch beide“, ergänzte sie und sah zu Setsuna. Traurig sah Rin zu, wie auch sie zu weinen begann.
„Könntet ihr nicht Tensaiga benutzen, um ihre Wunden zu heilen?“, erkundigte sich Myoga plötzlich aufgeregt auf Towas Schulter.
„Was ist das?“, wollte die Halbdämonin gleich wissen.
„Das Schwert des Lebens, dass die Kraft besitzt, die Seelen von toten Menschen wiederzubeleben!“, antwortete der Flohgeist.
„Mehr musste Setsuna nicht wissen. „Wenn es so eine Waffe gibt, dann benutze sie augenblicklich“, fuhr sie ihren Vater an. Dass er weiterhin teilnahmslos auf ihre Mutter starrte, machte sie noch wütender auf ihn. Er wusste, darüber etwas, aber was verschwieg er…?
"Euer Vater kann mich nicht retten“, kam die Antwort von Rin. „Der Versuch ist aufgebraucht.“
Der kleine Hoffnungsschimmer, an den sich die Kinder geklammert hatten, wurde schwer erdrückt.
„Du weißt es?“, ertönte Sesshomarus Stimme ungewollt überrascht.
„Es kommt nicht vor, dass man mutterseelenallein den Angriff eines Wolfsrudels übersteht“, sagte sie lächelnd. „Kannst du mich bitte nochmal so in den Arm nehmen wie damals?“
Er hätte es eh getan.
„Wie kannst du dann nur so dumm sein?!“ begann Moroha ungehemmt zu kreischen. Sie hatte sich erhoben, doch ihre Arme und ihre Beine zitterten. Sesshomaru schaute gereizt in ihre Richtung und Towa und Setsuna standen alarmiert auf.
„Wie kannst du dich dann einfach so vor mich werfen?“, sagte sie vorwurfsvoll weinend. „Ich bin doch nicht mal deine Tochter!“
Verzweifelt rannte sie weg. Setsuna folgte ihr. Sie würde das Ableben ihrer Mutter nicht ertragen können. Towa war hin und hergerissen. Doch sie entschied sich dafür beide wieder herzubringen, bevor es zu spät sein würde…

„Moroha bleib stehen! Moroha warte!“
Obwohl sie einen Vorsprung hatten, holte Towa sie fast zeitgleich mit Setsuna ein. Jede ergriff einen ihrer Arme.
Lasst mich los! Ihr sollt mich in Ruhe lassen“, wehrte sich Moroha. „Ihr müsst mich doch jetzt hassen!!!“
Die Mädchen fixierten sie am Boden.
„Was redest du da bloß für einen Unsinn“, widersprach Setsuna und schluchzte. „Natürlich sind wir traurig!“
„Aber wir könnten dich nie dafür hassen“, sprach Towa weiter. „Wir sind ihr so dankbar, dass du noch lebst!“
So schlecht sich das beim Vergleich zum Leben ihrer Mutter anhören musste. Sie wusste, ihre Schwester dachte genauso.
Moroha konnte es nicht fassen, wechselte immer wieder den Blick zwischen ihren Cousinen hin und her. „Denkt ihr wirklich so?“
Setsuna nickte und die Schwestern halfen der Vierteldämonin auf.
„Sollte Sesshomaru anderer Ansicht sein, muss er an uns vorbei.“


„Sesshomaru“, ihre Stimme holte ihn aus seinen pechschwarzen Gedanken. „Es war meine Entscheidung sie zu beschützen. Du darfst keinen Groll gegen Moroha hegen.“
„Ich hatte dir gesagt, du sollst auf dich aufpassen“, tadelte er sie leise. Seine Augen verrieten jedoch wie aufgewühlt er war. Rin würde sterben.
„Mittlerweile bin ich eine Mutter. Darum konnte ich nicht anders.“

„Er wusste nicht genau, weshalb ihm gerade jetzt dieser weibliche Yokai, names Unfrau, durch den Kopf ging, den er einmal auf Inuyasha angesetzt hatte. Sie hatte sich schließlich gegen ihn aufgelehnt und hatte den Hanyou mit ihrem Leben geschützt. Es war eine erfolgreiche Strategie zum Fund Tessaigas gewesen, doch zum ersten Mal bedauerte er es tatsächlich sie benutzt zu haben.
„In Zukunft musst du allein auf die drei aufpassen“, sagte Rin traurig. Das einzige Gute an diesem schrecklichen Moment war, dass die Kinder ihren Abschied nicht mitansehen mussten.
„Wenn ich dich schon verlassen muss, hatte ich gehofft es würde auf der Wiese sein, wo du um mich geworben hast.“, fuhr sie fort. Daraufhin begann sie wieder zu strahlen. „Ich hatte zwar so ein glückliches Leben, aber.. in meinem nächsten wäre ich gern eine Dämonin an deiner Seite, damit dieser bedeutungslose Blutkrieg aufhört.“
Seine Augen weiteten sich, nur ihr zu Liebe beherrschte er sich.
„Für eine Totgeweihte redest du zu viel“, bemerkte er knapp.
Sie konnte dem mit einem Lachen begegnen, da ihr Körper schon längst nicht mehr wehtat. „Du weißt, ich rede viel, wenn ich Angst bekomme“, sagte sie leise.
Der Arm, der sie hielt, begann zu zittern. Ein Ausdruck des Zorns über seine Hilflosigkeit.
Sie streckte die Hand nach ihm aus und berührte sein Gesicht. „Mein Liebster, Ich werde im Jenseits auf dich warten“. Schließlich als sich ihre Lippen ein letztes Mal trafen, war Rin gestorben.

Die Kinder hielten sich im Hintergrund. Unfähig einen Ton von sich zu geben. Moroha hatte trotz allem Schuldgefühl diesen Moment zwischen den beiden nicht kaputt machen wollen.
Sesshomaru stand auf, schritt in entgegen gesetzter Richtung mit Rin auf den Armen davon. Er würde sie bei den Gebeinen seines Vaters begraben. Denn es hatte ihr immer Gefallen in seiner Nähe zu sein. Nirgendwo wäre sie näher mit ihm verbunden als am Sterbeort seines Vaters.
„Folgt mir“, sagte er stolz und blieb stehen, weil sich außer Setsuna noch niemand bewegte.
„Das gilt auch für dich Moroha.“

Setsuna hatte sich geschworen, ihm niemals zu gehorchen. Aber im Augenblick hatte sie nicht die Kraft zu widersprechen. Es tat gut, dieser Stimme Folge zu leisten, statt selbst denken zu müssen. So konnte sie sich vollständig der Trauer hingeben.
„Wohin gehen wir jetzt?“, fragte Towa ihn als Einzige, wo sie gerade jetzt den Mut dazu aufbrachte, wusste sie selbst nicht. Sie wusste nicht, ob es eine gute Idee war ihm zu folgen, insbesondere wegen Moroha.
„Wir beerdigen eure Mutter auf dem Dämonenfriedhof“, kam es von ihm ruhig. „Danach.. beseitigen wir Kirinmaru.“
„Sesshomaru...“, kam es nervös von der Vierteldämonin. „Meine Tante wird nicht umsonst für mich gestorben sein.“ Stillschweigend blickte er kurz zu ihr nach hinten.
So eine selbstredende Aussage. Seine Nichte fing jetzt schon an ihn zu stören. Es wurde höchste Zeit, dass er sie zu ihren Eltern brachte.
Towa seufzte. Man konnte ihren Vater nicht als kommunikativ bezeichnen. Das hier würde also eine sehr stille Reise werden. Drum hingen alle in Gedanken Rins Leben nach, durch deren entschwundene Seele die Welt ein wenig trüber geworden war.
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Puh… War es für Euch so schrecklich wie für mich??? XD Auf das es niemals so passieren wird!!
Bittee das wahre Staffelfinale nicht in freigestellten Reviews spoilern. Alternativ könnt ihr meine Geschichten auch einfach auf Fanfiktion.de empfehlen und habt Dank für die insgesamt 100 Favoriten meiner Geschichten. Das sie Euch gefallen bedeutet mir sehr viel!
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