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Fingerübung: 10 Minuten Projekt

von DocKnod
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
24.03.2021
09.04.2021
3
1.132
 
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24.03.2021 372
 
Vor etwa 5 Minuten habe ich einen Anruf bekommen, auf den ich eigentlich die ganze Zeit gewartet habe: eine Klinik bietet mir zum 1.5. einen Job an! Das ist eigentlich super und genau das, was ich mir seit Monaten wünsche. Endlich arbeiten, Geld verdienen, endlich das ganze lange Studium nutze. Trotzdem fühle ich mich gerade wirklich überfordert. Irgendwie unter Druck gesetzt. Ich weiß, es ist das was ich will, und ich weiß auch ich werde zusagen, aber im Moment fühlt sich das alles so surreal an. Plötzlich bin ich gestresst, die Aussicht auf eine Arbeitsstelle wird so real, und mit fallen tausend Dinge ein, die ich vorher noch mit meiner ganzen Freizeit anfangen könnte. Außerdem schweifen die Gedanken zu meiner besten Freundin, bei der ich genau weiß, dass sie nicht arbeiten möchte und erst reisen, und den Wunsch nach einer Anstellung nicht nachvollziehen kann. Was wird sie denken? Kann sie sich für mich freuen, oder zerstört diese Sache unser mühsam aufgebautes Konstrukt der Freundschaft? Nicht falsch verstehen, sie ist meine beste Freundin und ich habe sie lieb, aber wir haben im Moment recht große Schwierigkeiten. Alles hat sich geändert, und sie tut sich schwer, ihren Platz in alldem zu finden. Meine Eltern und all meine anderen Freunde werden sich sehr für mich freuen, das hilft. Ich freue mich selbst ja auch, aber irgendwie auch nicht. Wie man an diesem wirren Text erkennen kann, bin ich mir bei allem irgendwie auch nicht so sicher. Wieso muss immer alles so kompliziert sein? Mein Leben war immer so einfach. Alles hat sich einfach irgendwie gefügt, ich habe eine tolle Beziehung, gute Freunde, hatte nie Geldsorgen und eine Familie, die sich immer gut gekümmert hat. Diese Jobsuche hat alles schwerer gemacht, auf einmal wurde mir klar, dass ich nicht immer alles fügt und gut funktioniert und man manchmal einfach Rückschläge hinnehmen muss. Nach den ersten Vorstellungsgesprächen war ich jedes Mal euphorisch, habe mir schon vorgestellt wie es wäre, dort anzufangen und habe jedes Mal den Job nicht bekommen. Ich bin eine von vielen, ich unterscheide mich durch nichts von den anderen Bewerbern. Wieso sollte man mich einstellen? Zum Glück wurde mir diese Frage nie gestellt, ich hätte sie beim besten Willen nicht beantworten können.
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