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kiss me like this is our last kiss

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P6 / Gen
Rebecca Jungblut Sabine Kaiser
23.03.2021
09.04.2021
22
12.537
3
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08.04.2021 1.050
 
Die Schlüssel klapperten in ihrer Hand als sie mit zitternden Händen versuchte die Haustür zu öffnen. Schließlich gelang es ihr und sie trat ein. Immer wieder dachte sie an Sabine. Wie gerne würde sie jetzt bei ihr sein. Wieso konnte nicht einfach wieder alles sein, wie früher? Dass es unmöglich war sie zu vergessen, das war ihr mittlerweile klar, aber konnte sie nicht einfach damit abschließen? Schnell lief sie die Stufen bis zu Mareikes Wohnung hinauf doch bei Stockwerk 1 musste sie stocken. Eine der Wohnungstüren stand sperrangelweit offen und von drinnen waren Schreie zu Hören gefolgt von einem dumpfen Geräusch dann war plötzlich alles still. Sofort griff Rebecca nach ihrer Dienstwaffe und lief langsam hinein. Die Waffe hielt sie währenddessen durchgehend vor ihrer Brust, während sie vorsichtig durch die Zimmer blickte. Immer wieder sah sie auch nach hinten, um sich zu vergewissern, dass sie nicht plötzlich aus dem Hinterhalt angegriffen werden würde, als sie die Leiche sah. Sofort wich ihr jegliche Farbe aus dem Gesicht. Die ältere Dame lag reglos auf dem Boden. An ihrer Stirn prangte eine Wunde, neben ihr lag ein zerbrochener Glasgegenstand an dem Blutspuren zu Sehen waren. Da erst bemerkte Rebecca den Schatten der sich langsam Richtung Fenster bewegte. Der Mörder war noch hier. Als er sie bemerkte begann er auf das Fenster zuzulaufen. Mit aller Kraft versuchte er es zu Öffnen, doch es klemmte. Sofort nutze Rebecca ihre Chance. Sie lief auf den Fremden zu und drückte ihn zu Boden. Dann drehte sie ihn mit einem gekonnten Griff auf den Bauch und band ihm mit einem nebenan liegenden Schal möglichst fest die Hände auf dem Rücken zusammen. Dann fischte sie ihr Handy aus der Tasche und wählte die Nummer des Reviers. Alle Kollegen hatten bereits Feierabend, also war vermutlich nur noch Das Büro besetzt. Keiner hob ab. Das war nicht seine Art. Michael Boehm war zwar ein sehr nachtragender Mensch, doch er würde sich niemals vor einem Gespräch scheuen. Egal wie unangenehm es auch sein mochte. Also wählte sie kurzerhand seine Handynummer und erstarrte im gleichen Moment. Das Klingeln kam von unten. Besser gesagt aus der Tasche des Mannes unter ihr. Sekundenschnell hatte sich Rebecca wieder gefangen und wählte kurzerhand die Nummer der Wolfratshausener Polizei, die sie noch immer auswendig konnte. Ihr Herz pochte wie wild. Was wenn statt der Zentrale direkt Sabine ans Telefon gehen würde. Würde sie es aushalten jetzt ihre Stimme zu hören und mit ihr zu Reden? Doch stattdessen erklang die Stimme einer jungen Frau. Erleichterung gemischt mit Enttäuschung machten sich in ihr breit.
Cristina Bayer hieß die Frau, wohl ihre Nachfolgerin. Schnell gab sie alle Daten durch und bat sie dann dies auch ihrer Chefin mitzuteilen woraufhin ein Schweigen von der anderen Seite der Leitung ertönte.

,, Alles in Ordnung, Frau Bayer?", fragte sie deshalb woraufhin diese erwiderte:
,, Ja schon. Es ist nur so, dass Frau Kaiser seit einigen Tagen nicht mehr im Revier erschienen ist, sich aber vorher auch nicht abgemeldet hat. Sie kennen sie ja vermutlich also wissen sie ja, dass das normalerweise nicht ihre Art ist. Die Nachbarn behaupten auch, dass sie seit vorgestern nicht mehr von zuhause weggefahren ist, jedoch auch nicht zuhause ist. Und naja vor 3 Tagen hat ein Polizist aus München Namens Boehm angerufen und wollte Einiges über Frau Kaiser und Sie herausfinden. Wissen Sie dazu Näheres?"

,, Ja, das stimmt. Sabine, ähm ich meine natürlich Frau Kaiser und ich waren Kolleginnen von Herrn Boehm. Es kann tatsächlich sein, dass Frau Kaisers Verschwinden etwas mit Herrn Boehm zu tun hat. Ich habe ihm vor etwa 3 Jahren ein Abfuhr erteilt und er ist ein sehr nachtragender Mensch. Wahrscheinlich wollte er sich an mir rächen & die Dame im Haus hat ihn dabei erwischt, wie er das Haus verlassen hat. Die Frage ist nur woher wusste er, dass... Naja egal", Rebecca schwieg und kämpfte erneut mit den Tränen.

Verdammt, was war nur mit ihr los. Sie weinte sonst nie und jetzt so gut wie jeden Tag. Wann war sie so sensibel geworden? Eigentlich wusste sie die Antwort selbst. Sie hatte Sabine gerade geduzt und mit Sicherheit war es der anderen Polizeimeisterin aufgefallen. Sabine war eben noch immer der wichtigste Mensch in ihrem Leben und die Angst, ihr könne ihretwegen etwas zugestoßen sein zerbrach sie innerlich.

,, Okay danke für die Informationen aber, Frau Jungblut, wenn Sie wollen, dass der Fall geklärt wird müssen Sie 100% ehrlich sein. Ich habe das Gefühl sie verschweigen mir etwas und im Moment könnte alles zur Aufklärung des Falles beitragen. Ich fahre jetzt zu Ihnen und helfe Ihnen bei der Festnahme. Wenn es sich hierbei tatsächlich um ihren Chef handelt müssen wir den Herrn Polizeirat in die Sache einweihen. Die Frau Dr Fuchs muss denke ich erst einmal nicht dazukommen, denn Sie haben den Täter ja offenbar auf frischer Tat ertappt, trotzdem bringe ich die Leiche später noch zum DNA Abgleich in die Pathologie. Bleiben Sie bitte wo Sie sind & sorgen Sie dafür, dass der Verdächtige nicht Flüchten kann. Ich mache mich auf den Weg", sagte Frau Bayer und legte auf.

Also steckte Rebecca das Handy zurück in die Tasche und ließ die Gedanken an Sabine zu während sie weiterhin auf Michael Boehms Rücken kniete und darauf achtete, dass er nicht das Weite suchen konnte. Dann versuchte sie mit möglichst fester Stimme zu sprechen, die dennoch vor Wut zitterte:

,,Was um alles in der Welt hast du mit Sabine gemacht? Ich schwöre dir, wenn du ihr auch nur ein Haar gekrümmt hast sorge ich dafür, dass du nie wieder etwas anderes als deine Gefängniszelle sehen wirst". Ihre Stimme wurde immer lauter und ihre Unterlippe zitterte doch sie wollte besser sein als die Anderen, nicht einfach zuschlagen sondern versuchen Konflikte mit Worten zu lösen. Doch das war in diesem Moment beinah unmöglich.

Michael schwieg also entschied sie sich auf Frau Bayer zu Warten. Als sie hereintrat und sie Herrn Boehm die Handschellen legten und ihn in den Wagen verfrachteten war Rebecca die Erleichterung ins Gesicht geschrieben. Dann erzählte sie Frau Bayer die Wahrheit, eine lange Zeit herrschte nichts als Schweigen und Rebecca liefen Tränen über die Wangen. Frau Bayer schwieg weiterhin dann sah sie die andere Polizeimeisterin aufrichtig an und drückte leicht ihre Hand. Es war nur eine kleine Geste doch allmählich entspannte sich Rebecca...
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