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Wüstenrose [BoyxBoy]

von nucahund
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
23.03.2021
18.04.2021
14
22.205
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Dieses Kapitel
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08.04.2021 1.618
 
Bereits seit mehreren Minuten schliff man den Hellhaarigen und seine Mitgefangenen durch die dunklen Straßen der Stadt.

Trotz der aufgehenden Sonne verdeckten die Häuser den Weg ihrer Strahlen, so dass die Wege, welche sie liefen im Schatten lagen.

Niemand sprach ein Wort, bloß schmerzerfülltes Keuchen war zu hören.

Vorne war das Seil, an welchem sie alle befestigt waren, an einen Karren gebunden, welcher von einem großen schwarzen Pferd gezogen wurde.

Auf dem Karren saß der Mann.

Das Pferd schnaubte immer wieder und stieß angestrengt die Luft aus.

Die Nüstern blähten sich immer wieder auf und Spucke, in Form von weißem Schaum tropfte seine Lippen herunter.

Der Kopf war leicht hinunter gebeugt, und die ebenfalls schwarze lange Mähne hing ihm nicht nur den Hals herunter, sondern auch ins Gesicht.

Auf der Stirn hatte es eine hellere bräunlich verfärbte Stelle.

Mit tränenden Augen blickte der magere Junge zu Boden.

Sein Körper schmerzte und der Zug, welcher stetig auf seinen Armen lastete verbesserte dies nicht wirklich.

Plötzlich hörte er zwei nackte Füße hektisch auf dem Boden aufkommen.

Sein Blick hob sich und er erblickte ein Mädchen, welches ein paar Personen weiter vorne in der Reihe stand.

Sie strauchelte und taumelnd schlugen ihre Füße sich in die kleinen Steinbrocken und den warmen Sand.

Das Mädchen schrie gequält auf. Ihr langen hellbraunen Haare waren verstrubelt, strähnig und fettig.

Sie knickte zur Seite weg und fiel auf die Knie.

Das verdreckte Knielange Kleid, mit welchem sie bekleidet war, flatterte und kam einige Sekunden nach ihr selbst im Sand auf.

Eine kleine Staubwolke wurde aufgewirbelt.

Der Karren kam zum Stehen und beinahe wäre der Hellhaarige gegen das Mädchen vor ihm gestoßen.

Das Seil, an welches das zu Boden gefallene Mädchen ebenfalls gebunden war, spannte und die Handschellen schnitten schmerzhaft in die Handgelenke des dünnen Jungen.

Die Mädchen und Jungen zwischen ihm und dem Mädchen fielen ebenfalls zu Boden und keuchten schmerzerfüllt.

Auf einmal wackelte der hölzerne Karren.

Das Pferd schnaubte unwillig und schwere Schritte waren zu hören.

Der Mann kam mit festen Schritten auf das Mädchen zu und beugte sich spöttisch vor ihr in die Knie.

Sein Gesicht war herablassend verzogen, während er das Kinn des Mädchens packte und es hin und her drehte.

Seine Lippen verzogen sich zu einem ekelhaften Grinsen und seine gelblich verfärbten Zähne kamen zum Vorschein.

Das Mädchen hatte den Kopf abgeneigt weggedreht, so dass ihre Haare ihr ins Gesicht fielen.

Leise schluchzte sie. Ihr Schultern erzitterten immer wieder.

Der Griff um ihr Kinn schien immer enger zu werden bis sie es schließlich nicht mehr aushielt und gepeinigt aufschrie.

Daraufhin packte der Mann ihren Hals und zog sie ein wenig in die Höhe. Die andere Hand hob er langsam.

Plötzlich schnellte sie hervor und das Nächste, was man hörte, war ein lautes Klatschen, gefolgt von einem herzzerreißenden Schrei.

Er zuckte kurz zusammen bevor er sich behutsam umsah.

Die Augen aller waren auf die Beiden gerichtet.

Unauffällig schielte er auf die Handschellen, welche mit einem Knoten am Seil befestigt waren.

Seine Hände schoben sich zitternd bis an den Anschlag aus den Handschellen heraus.

Weiter konnte er sie nicht aus dem Metall befreien.

Langsam verdrehte er seine Finger, so dass sie mit Mühe den Knoten erreichte und sich langsam darumlegten.

Noch immer blickten Alle auf die Szene vor ihnen.

Kräftig, fast schon hektisch fummelte er nun an dem Knoten herum.

Er hatte angenommen, dass er ihn leicht öffnen und dann verschwinden konnte, doch er war weitaus fester, als er angenommen hatte.

So bemerkte er nicht, dass das Seil begonnen hatte zu wackeln.

Er war so sehr auf sein Tun fokussiert, dass ihm nicht auffiel wie viele ihm nun ängstliche Blicke zu warfen.

Der Mann löste seinen Blick verwirrt von dem schluchzenden Mädchen und folgte dem wackelnden Seil mit den Augen zu der Quelle der Bewegung.

Währenddessen stand er auf und kam mit langsamen schweren Schritten auf den Weißhaarigen zu.

Seine Augen verengten sich.

Tränen der Verzweiflung liefen dem leise wimmernden Jungen über die Wangen.

Er sah kaum noch was er da eigentlich tat, da die Tränen sein Blickfeld verschwimmen ließen.

Seine Finger brannten, da er den Knoten einfach nicht aufbekam, doch er wollte und konnte nicht aufgeben.

Seine Freiheit war so unglaublich nah, dass er sich selbst mehr als hassen würde, diese Gelegenheit nicht zu nutzen.

Den großen, erzürnten Mann erkannte er erst, als dieser direkt vor ihm stand.

Seine Finger hielten Inne und langsam hob er seinen Blick. Ängstlich blickte er dem Mann ins Gesicht und die Tränen, welche seine Augen verließen, schienen kein Ende zu nehmen.

Nun grinste der Mann auch ihm gehässig und schadenfroh an und im nächsten Moment hatte er auch schon eine Faust im Gesicht.

Erschrocken schrie er auf und sofort spürte er wie seine linke Gesichtshälfte zu pochen begann.

Leicht taumelte er. Bevor er umfallen konnte, packte der Mann ihn schmerzhaft am Arm und hielt ihn oben.

Sofort spürte er den zweiten Schlag.

Sein Arm fühlte sich an, als würde zerquetscht werden. So fest hielt der gebräunte Mann seinen Arm. Es war als würde er fühlen, dass sein Knochen zermahlen wurden.

>>Was fällt dir ein?! Du wagst es dich mir zu widersetzen?! Was glaubst du könntest du gegen mich ausrichten?! Du weißt gar nicht, wie sehr ich dich gerade erwürgen würde, aber leider kriegt man für Leichen kein Geld!<< hysterisch lachte der Mann.

Er beugte sich nach hinten, legte seinen Kopf in den Nacken und riss seinen Mund auf.

So konnte der Hellhaarige konnte die gelben Zähne betrachte. Angeekelt verzog er sein Gesicht.

Unglücklicherweise bemerkte sein Gegenüber diese Geste und verfestigte seinen Griff um den dünnen Arm. Gepeinigt wimmerte der kleinere Junge auf und kniff die Augen zusammen.

Die Tränen, welche ihre Produktion zuvor wieder ein wenig eingestellt hatten, flossen scheinbar endlos aus seinen geschlossenen Augenlidern.

>>Werd nicht frech! Ich kann Dinge mit dir anstellen von deren Grausamkeit du nicht einmal gewusst hast!<< mit diesen Worten drehte der Mann sich um, schritt mit schweren Schritten wieder auf den Karren zu und stieg schwer ächzend auf.

Das Holz knarzte und wackelte beunruhigend, doch er ließ sich davon nicht beirren, sondern nahm die braunen, ledernen Zügel in die Hand und schlug das Pferd mit einer schwarzen Gerte.

Erschrocken zuckte der helle Schopf bei diesem Geräusch zusammen. Er wusste nur zu gut, wie sie sich auf seiner eigenen Haut anfühlte und so wusste er auch, wie sich das Tier gerade fühlen musste.

Als sich der Zug langsam in Bewegung setzte, dachte er noch einmal über die Worte des Mannes nach.

Er war sich nicht sicher, ob er eine solche Strafe nicht bereits schon einmal gespürt hatte. Sein Vater hatte Sätze dieser Art oft verwendet und immer wieder verschiedenste Arten der Folter und Bestrafung an ihm ausprobiert, geübt und angewendet.

Er empfand es also als mehr als unwahrscheinlich, dass es da wirklich noch Strafen gab, welche über seine Erfahrungen hinausgingen.

Der Staub, welcher der kleine Menschenzug aufwirbelte und welcher durch den heißen Wind noch weiter durch die Luft gewirbelt wurde, schlug dem schwachen Jungen beinahe entgegen.

Seine Handgelenke schmerzten und er wagte es gar nicht seinen Arm zu bewegen.

Er wusste nicht wie lange sie schon unterwegs waren, geschweige denn wie lange sie noch unterwegs sein würden, doch er ahnte, dass er noch lange ausharren musst, bis man seinem Körper eine Pause gönnte.

Sie liefen lange durch die meist leeren der Stadt. Immer in den Schatten der heruntergekommenen Häuser.

Nicht selten kam es vor, dass jemand fiel oder nicht mehr konnte.

Doch darauf legte man keinen Wert. Es war als würden sie unter Zeitdruck stehen.

Die jungen Mädchen und Jungen, welche also gegen ihren Körper verloren, würden einfach weiter mitgezogen.

Teilweise liefen die Personen hinter ihnen auch immer wieder auf sie drauf.

Der Hellhaarige wandte seinen Blick ab. Er wollte das Alles nicht sehen.

Um sich zu beruhigen schloss er seine blauen, ausgetrockneten Augen.

Er wusste nicht wie lange es nun her war, dass er zuletzt etwas getrunken oder gegessen hatte, doch wahrscheinlich wollte er es auch gar nicht wissen.

Er wurde nur mehr Durst und Hunger bekommen, wenn er nun noch mehr darüber nachdachte.

Er hatte nicht darauf geachtet durch welche Gassen und Straßen sie bereits gelaufen waren, doch wahrscheinlich hätte er so oder so den Überblick verloren.

in seinen Gedanken war er so tief versunken, dass er erst nicht bemerkte, wie sie angehalten waren. Unvorbereitet lief er also in das Mädchen, welches vor ihm an das Seil gebunden war.

Seine Handschellen bohrten sich dabei in ihren knochigen Rücken, welchen man selbst unter dem dreckigen Kleid, welches sie ebenfalls trug, mehr als nur bestens erkennen konnte.

Eigentlich wollte er sich entschuldigen, doch als er den Blick sah, welchen der Mann dem Mädchen zuwarf, änderte er seine Meinung.

Zwar war es mehr als unhöflich, vor allem, weil es offensichtlich ausschließlich sein Fehler war, doch lieber hielt er seinen Mund, machte kein Geräusch und blieb still und bekam somit keinen Ärger, als noch mehr Schläge aushalten zu müssen.

Für ihn klang das mehr als nur verständlich und logisch.

Sie standen vor einem dunkel und unscheinbar wirkenden Haus.

Die steinerne Fassade war mehr als heruntergekommen war. Hier und dort fehlten Steine. Alles war mit einer leichten rötlichen Schicht überzogen, welche mit Sicherheit durch den Sand kam, Dieser wurde auch dort von den heißen Böen aufgewirbelt.

Ein Mann, braungebrannt, muskulös und hochgewachsen, trat aus dem Gebäude und sprach kurz mit dem Mann, welcher in diesem Moment von seinem knarzenden Karren stieg.

Immer wieder blickten die Beiden auf die mitgebrachten Jugendlichen.

Der größere, muskulöse Mann sagte noch etwas, bevor er sich von dem anderen, dicklichen Mann abwandte und jeden in der Reihe genau betrachtete.

Jener verschwand derweil im Haus. Falls man dies wirklich so nennen konnte.
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