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Wüstenrose [BoyxBoy]

von nucahund
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
23.03.2021
02.08.2021
67
119.256
11
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02.08.2021 4.131
 
Die Hitze schlug ihm ins Gesicht, während das Pferd, auf welchem er saß, den rotbraunen Sand aufwirbelte.

Das helle Fell des Tieres war aufgeheizt und die Mähne wehte unter dem angezogenen Tempo.

Der Hellhaarige genoss das Gefühl des angenehm kühlen Windes, welcher durch seine Haare fuhr und ihm die Haut unter den luftigen weißen Gewändern kühlte. In seinen Händen hielt er die ledernen Zügel des weißen Hengstes, doch auf einem Sattel saß nicht. Diesen brauchte er schon gar nicht mehr.

Mittlerweile ritt Ted bereits so lange, dass es für ihn selbst keinen Unterschied mehr machte, ob er nun mit oder ohne Sattel ritt. Für ihn war es bloß das Gefühl, welches er unterschied.

Ohne den Sattel spürte er das Pferd unter sich und hatte das Gefühl eine viel nähere Bindung zu diesem zu haben. Mit dem zusätzlichen Leder war es meist bloß einfach wärmer, da sich das deutlich dunklere Material mehr unter der prallen Sonne erhitzte als das helle Pferd an sich.

Bloß Eliot mochte es nicht, wenn der Weißhaarige ohne Sattel ritt. Bereits oft hatten sie darüber diskutiert, wobei der junge König immer mit dem gleichen, Teds Meinung nach, unakzeptablen Argument kam. Der Schwarzhaarige meinte nämlich, dass es viel zu gefährlich war, doch für den Blauäugigen war es bloß eine unnötige Einschränkung.

Es war so eine große Auseinandersetzung und Meinungsverschiedenheit gewesen, dass sie tagelang nicht miteinander geredet hatten. Ted war so beleidigt und eingeschnappt gewesen, dass sein Lebensgefährte ihm so ein unbeschreibliches Gefühl einfach untersagte, dass am Ende sogar James einschreiten musste.

Dieser war überraschenderweise jedoch ziemlich neutral geblieben. Der junge Mann hatte bloß die Meinung vertreten, dass Ted es selbst zu entscheiden hätte, wobei Eliots Sorgen auf der anderen Seite natürlich nicht ganz unbegründet waren.

Es hatte dann in einer ziemlich heftigen Knutscherei und auch ein wenig mehr geendet, mit welcher sie sich letzten Endes dann doch versöhnt und sich darauf geeinigt hatten, dass der Hellhaarige vorsichtig war, wenn er ohne Sattel ritt.

Zwar hatte er auf diese Aussage bloß genervt die Augen verdreht, immerhin war es nicht so gewesen, als hätte er dies nicht machen wollen, doch Weiteres darauf erwidert hatte er nicht. Wahrscheinlich wäre es in einem erneuten Streit ausgeartet, welchen erneut James hätte schlichten mussten.

Dabei hatte dieser, besonders in diesen Tagen, unglaublich viel zu tun. Dies lag jedoch nicht daran, dass er der erste Berater des Königs und gleichzeitig rechte Hand war, nein, immerhin hatte dieser ihn auch schon mit dem Einstellen weiterer entlastet. Es lag eher daran, dass der junge Mann immer mehr mit Edith unternahm.

Mal ritten sie aus, mal schauten sie sich zusammen den Sonnenuntergang an und mal holte er sie zu einem privaten Abendessen auf sein Gemach. Abgesehen von diesen immer häufiger werdenden, mehr oder minder geheimen, Treffen, nahm James die junge Frau auch oft mit zu Eliot und Ted.

Wenn sie sich alle mal wieder im Garten, oder aber im Teezimmer trafen, war die Schwarzhaarige bereits nach wenigen Wochen ein festes Mitglied geworden. Neben ihren Aufgaben im Krankenzimmer half sie auch dem Hellhaarigen, wenn dieser einmal wieder stundenlang im Nähzimmer oder der Palastschneiderei an einigen neuen Entwürfen für Uniformen saß. Sie beide hatten nämlich ihre Leidenschaft und ihr Talent in der Kreativität entdeckt.

Eigentlich hätte James sie bereits ganz von ihren Aufgaben als Krankenschwester befreit, gerade, weil sie dort häufiger Männern nahkommen musste, doch da die junge Frau sich vehement sträubte die Arbeit aufzugeben, für welche sie lange geschuftet hatte, hatte der Schwarzhaarige seufzend aufgegeben darüber zu diskutieren und es bei einer Minderung und Entlastung der Stunden und Zeiten belassen.

Vor allem seitdem die beiden so viel miteinander unternahmen war auch die Eifersucht des jungen Mannes zurück gegangen.

Ted und Eliot für ihren Teil glaubten fest daran, dass zwischen den beiden mehr lief, als sie bei ihren Treffen immer wieder zugeben wollten. Allein der Fakt, dass sie immer wieder zusammenkamen und gingen, ließen ihre kleinen Lügen auffliegen.

Ein Treffen solcher Art hatten sie auch an diesem Tag geplant. Dieses Mal jedoch blieben die nicht im Palast sondern ritten zu viert, wenn man von der Horde Wachen absah, welche ihnen auf Schritt und Tritt folgten, an den Stadtrand zu den staubigen Feldern.

Ted selbst hatte sich dieses Treffen, diesen Ausflug gewünscht, da er endlich endgültig mit seiner Vergangenheit abschließen wollte.

Anfangs war Eliot strikt dagegen gewesen, da dieser einfach nicht wollte, dass sie an einen Ort gingen, welcher seinem Geliebten einmal so unglaublich viel Schmerz bedeutet hatte und es wohl immer würde, doch eben dieser hatte so lange gebettelt, dass der junge König nicht mehr anders konnte, als es endgültig zu erlauben.

Zwar hatte er noch immer einige, wohl sehr berechtigte Bedenken, jedoch glich der Fakt seiner Anwesenheit dieser ein Stück weit wieder aus. So war er nämlich wenigstens in der Lage dem wunderschönen Jungen zu helfen und sich um ihn zu kümmern, ihn zu beschützen, falls es diesem doch zu viel werden würde. Falls doch etwas geschehen würde.

Zugegebenermaßen war er ziemlich froh gewesen, dass der Hellhaarige nicht geplant hatte allein dorthin zu gehen. Dass er sowohl ihn als auch James und Edith mitzunehmen geplant hatte. Sie an diesem grausamen Punkt seiner Vergangenheit teilhaben ließ.

Und es machte ihn stolz, dass seine geliebte Rose nicht bloß bereit war mit seiner Vergangenheit abzuschließen, sondern auch nach all dieser langen grausamen Zeit die letzten Dämonen besiegen wollte.

James und Eliot saßen jeweils auf einem schwarzen, unheimlich riesigen und anmutigen Wallach, wobei die Schwarzhaarige hinter James saß und sich an diesem festkrallte. Ted selbst saß auf einem weißen, wunderschön grazilen, wenn auch nicht ganz so großen Pferd, welches Eliot ihm einige Monde zuvor geschenkt hatte. Es war mit Abstand eines der schönsten Geschenke gewesen, welche er von diesem je bekommen hatte.

Ein verliebtes träumerisches Schmunzeln schlich sich bei diesen Erinnerungen auf sein Gesicht. Des jedoch hielt nicht lange an, denn bald schon schloss er die Augen, ließ die Zügel fallen und streckte seine Arme aus, um den angenehmen Wind besser genießen zu können.

Dabei spürte er zwar den unmutigen und besorgten Blick Eliots auf sich, doch darauf achten tat er nicht. Immerhin passte er gut auf. Außerdem war dieses Gefühl der Freiheit besser als alles, was er sich jemals hatte erträumen können.

Damals als er noch gefangen war unter den Klauen dieser anderen, zu dieser Zeit, schrecklich mächtigen Menschen, hatte er immer davon geträumt reiten zu können und diese Freiheit zu spüren. Er hatte von der Freiheit selbst geträumt.

Wenn er nun jedoch darüber nachdachte, kam dieses Gefühl nicht einmal im Entferntesten an die Realität heran. Dafür fühlte sich diese nämlich viel zu gut an.

Ted ritt an der Spitze. Dicht hinter ihm die Pferde von James und Eliot, mitsamt Reiter, und erst dahinter kamen die großen, muskulösen Hünen, welche ihm auch nach all der Zeit noch eine schreckliche Gänsehaut über den Rücken rieseln ließ.

Sie wirkten so unglaublich bedrohlich, beängstigend und einschüchternd. Auch, wenn er wusste, dass diese Männer besonders ihm nicht mehr weh tun, sondern mit ihrem Leben beschützen würden, hatte er einfach zu schlechte Erfahrungen mit Menschen ihrer Art gemacht.

Wahrscheinlich würde er noch nahezu Jahre brauchen, bis er normal mit ihnen sprechen und interagieren können würde.

Das dumpfe Geräusch der Hufe auf dem Sand erfüllte sie sonst sehr stille Gegend. Bloß der Wind und in allen Richtungen rieselnde Sand, füllte die Umgebung mit sanften Tönen.

Gerade bogen die gut dutzend Pferde auf einen weiteren, sandigen und staubigen Feldweg ein, als der Blauäugige plötzlich inne hielt, die Augen aufriss und das Tempo des weißen Pferdes etwas verlangsamte.

Bloß hunderte Meter von ihnen entfernt sah man eine hölzerne, ziemlich heruntergekommene und brüchige Hütte, daneben ein, in sich zusammengefallener, Ziegenstall.

Der Blauäugige konnte nicht sagen, wie lang es genau brauchte, bis sie die wenigen letzten Meter zurücklegten. Viel zu sehr war er in den Erinnerungen gefangen, welche in diesem Moment in Form von einzelnen Bildern in seinem Kopf auftauchten.

Seine Augen weiteten sich leicht, während das weiße Tier unter ihm langsam, aber sicher zum Stillstand am. Der Weg war seiner Meinung nach viel zu schnell zurückgelegt gewesen. Am liebsten hätte er noch ein wenig Zeit gehabt, um sich auf die kommende Situation vorzubereiten.

Doch woher wusste er, wann es genug Zeit war? Wäre da überhaupt ein Punkt, an welchem er mit gutem Gewissen hätte sagen können, dass seine Gedanken genug Zeit hatten, um mit dem Vergangenen abzuschließen? Um sich mit eben diesem zu konfrontieren?

Er wusste es nicht. In diesem Moment war sein Kopf wie leergefegt.

Stille und Leere herrschte gleichermaßen, während er sich langsam von dem felligen Rücken gleiten ließ und sich die hölzerne Hütte besah.

Sie sah nicht mehr so aus, wie in seinen Erinnerungen. In diesen, war das Holz bei weitem noch nicht so morsch gewesen und auch die Balken hatten nicht unter dem stetigen heißen Wind geknarzt, wenn sie sich darunter wanden.

Ted konnte aber nicht sagen, ob es nun seine Erinnerungen waren, welche ihm den Blick auf die Vergangenheit verzerrten, oder ob es einfach die Zeit war, welche er die Hütte schon nicht mehr gesehen. Die Möglichkeit, dass diese sich mit der Zeit so sehr ins Negative wendete, bestand jedoch auch noch immer.

Er hatte nicht gemerkt, wie lange er wirklich paralysiert auf die Überreste seiner Kindheit gestarrt hatte.

Je länger er jedoch auf das, deutlich vom Wind und Sand gezeichnete Holz starrte, desto hektischer und panischer schien sein Atem zu werden. Weit riss er unbewusst seine Augen auf, während sein Herz begann laut und unkontrolliert in seiner Brust zu pochen. Er hatte das Gefühl, das würde eine unsichtbare Hand sich um seine Lunge legte und zudrückte. Keine Luft schien diese mehr zu erreichen und gerade war er dabei keuchend und nach Luft schnappend zu Boden zu gleiten, da umgriffen plötzlich zwei starke Arme seinen Brustkorb.

Sein Rücken wurde an eine muskulöse Brust gepresst und sofort stieg ihm der beruhigende Duft des Königs in die Nase. Augenblicklich verschwand das beklemmende und panische Gefühl.

Genießend lehnte er sich weiter an die starke Brust und schloss ein wenig die Augen. Obwohl um sie herum noch immer eine beinahe unaushaltbare Hitze herrschte, genoss er die Körperwärme seines Geliebten.

Leicht schmunzelnd musste er feststellen, dass dieser seine kräftige Nase in seinen empfindlichen hellen Nacken drückte und sanft darüberstrich. Das Lächeln auf seinen Lippen wurde bloß ein wenig breiter.

Erst als sich die Nase wieder etwas zurückzog und er tief durchatmete, öffnete er seine Augen wieder. Selbstsicher löste er sich aus den starken Armen und atmete erneut tief durch, bevor er es wagte und einige Schritte auf die Hütte zutrat.

Noch immer hatte niemand etwas gesagt und der Junge war sich durchaus bewusst, dass jeder ihn anstarrte, doch seine Gedanken und Sinne waren trotz dieses Wissens zu blockiert, um es zu verstehen.

Sein Herz pochte heftig und nervös schluckte er, während er seine Hand langsam ausstreckte und mit größter Vorsicht die heruntergekommene Tür aufstieß.

Augenblicklich schlug ihm eine geballte Hitze entgegen, welche er nur zu gut kannte. Bei diesen Gedanken rieselte ihm ein unangenehmer Schauer über den Rücken. Kurz schüttelte er den Kopf, um diese Gedanken loszuwerden.

Sich selbst Mut aussagende Gedanken zusprechend, machte er weitere Schritte nach vorne und musterte den Raum genau. Hinter sich nahm er die beruhigende Präsenz Eliots wahr. Er wusste, dass sollte etwas passieren, sein Geliebter sofort zur Stelle sein würde. Er brauchte also keine Angst zu haben.

In dem Raum wirklich etwas verändert, hatte sich nichts geändert. Noch immer stand dort der Krug, wobei in diesem nicht mal mehr ein Tropfen Wasser zu finden war. Sonst war in den beiden Räumen einfach nur eine Menge roter Sand durch die unzähligen Löcher in den Wänden geweht worden.

Es dauerte nicht lange, da hatte er alle Räume genaustens betrachtet, doch dort war nicht einmal das kleinste Anzeichen auf seinen Vater, geschweige denn seine Brüder.

Wie er sich genau mit dem Gedanken fühlen sollte, dass diese also wohl entweder nicht mehr lebten oder aber das Weite gesucht hatten, wusste er nicht. Auf der einen Seite war er froh ihnen nicht mehr begegnet zu sein, doch auf der anderen Seite, wäre er ihnen gerne mit seinem neugewonnenen Selbstbewusstsein entgegengetreten.

Doch wahrscheinlich hatte diese fehlende Konfrontation eher Gutes. Sonst hätte er nachher wieder Panikattacken erlitten und die ganze Arbeit, welche in den letzten Monaten darin geflossen war, dass er eben diese nicht mehr durchlebte, wären umsonst gewesen.

Tief atmete er durch, als er aus der Hütte trat und endlich nicht mehr diese unglaublich stickige Luft um die Nase hatte. Ein paar wenige Schritte trat er nach vorne, bevor er stehen blieb und seinen Blick verträumt auf den roten Sonnenuntergang richtete.

Erneut schlangen sich starke Arme um seinen Körper und er merkte, wie Eliot sein Kinn auf seiner Schulter ablegte. Leicht kicherte er, als er dessen Atem kitzelnd in seiner Halsbeuge spürte. Sein Herz begann derweil unglaublich schnell zu pochen und in seinem Bauch begann es merkwürdig zu kribbeln. Er würde sich wohl nie daran gewöhnen, wie sein Körper auf den Größeren reagierte.

Im Augenwinkel sah er, wie sich James und Edith stillschweigend zu ihnen gesellten und ebenfalls den Sonnenuntergang betrachteten.

>>Geht es dir gut?<< fragte Eliot sanft, während er seinen Hals noch ein wenig streckte, sich so weiter um den zarten Hals seines Lebensgefährten herumschlängelte und ihm einen sanften Kuss auf die Wange gab.

Wohlig seufzend kuschelte sich dieser daraufhin noch näher an seine Brust, wenn dies überhaupt noch möglich war und lehnte seinen Kopf nach hinten. Aus dem Augenwinkel beobachtete Ted seinen geliebten König.

Die letzten Strahlen der Sonne ließen seine Haut noch goldener glänzen und die Haare wehten leicht im heißen Wind. Die dunklen filigranen Wimpern warfen wunderschöne dunkle Schatten auf die kantigen Wangen. Die scharfen, kantigen Gesichtszüge des jungen Mannes im Allgemeinen warfen Schatten hinter sich.

Schwer musste er schlucken und sich dazu zwingen seinen Blick abzuwenden. Sonst hätte er ihn wohl noch weiter angestarrt.

Dabei entging ihm jedoch das amüsierte Schmunzeln Eliots, welcher die Blicke seines Geliebten bloß zu gut gespürt und bemerkt hatte. Doch einen Teufel würde er tun und jemals zugeben, wie sehr ihm diese Blicke wirklich gefielen.

Zwar mochte es Ted, wenn man ihn umsorgte und er dieses wunderbare Gefühl der Geborgenheit in seinen Adern spürte, doch trotzdem wollte er nicht mehr darüber reden, geschweige denn auch nur nachdenken. Das hatte er in seinem Leben wahrscheinlich bereits genug, wenn nicht sogar viel zu viel getan.

Also setzte er zwar zum Antworten an, doch mit dem Ziel das Thema und auch die Stimmung zu wechseln. Dass ihm dies nicht ganz so gut gelang, erkannte er erst, als es zu spät war.

>>Ja... Sag mal?<< zustimmend brummte der Adelige und erfreut musste dieser mit ansehen, wie sich daraufhin eine Gänsehaut übe die helle Haut zog. Wohlig seufzte sein Geliebter auf, bevor er erneut zu sprechen begann. >>Wie haben du und James euch eigentlich kennengelernt? Euch verbindet eine unglaublich innige Freundschaft und ein nahezu undurchtrennbares Band... Was steckt dahinter?<< diese Worte entkamen bloß zaghaft seinem Mund.

Bei der Erwähnung seines Namens drehte sich James, zusammen mit der Schwarzhaarigen ein wenig in die Richtung der anderen beiden. Ted hatte sich derweil in den Armen seines Geliebten zu eben diesem umgedreht und betrachtete ihn leicht schmollend.

Eliot seufzte jedoch bloß schwer, während er James einen unauffälligen, fragenden Blick zuwarf. Dieser nickte leicht lächelnd. Erneut seufzte der junge König also.

>>Bist du dir sicher? Das könnte etwas länger dauern...?<< der kleinere Junge in seinen Armen gab bloß ein freudiges und gleichzeitig zustimmendes Geräusch von sich, während er aufgeregt nickte.

Um sich das Gequengel zu unterdrücken, da der Weißhaarige sich dies schon unglaublich lange gefragt und gewartet hatte, bis er es schließlich gefragt hatte, und der Schwarzhaarige ihn so auf die Folter spannte presste er neugierig seine Lippen aufeinander.

Erneut tauschte Eliot einen Blick mit James, welcher das Lächeln auf seinen Lippen jedoch bloß breiter werden ließ und etwas nähertrat.

Erneut seufzte der junge Mann also ergebend, während er begann gedankenversunken und träumend hinter den Weißhaarigen zu starren.

>>Du musst wissen, das erste Mal, als wir uns gesehen haben ist schon unglaublich lange her. Es sind mittlerweile bestimmt schon fünfzehn oder sogar sechzehn Jahre... Damals ist James zusammen mit seinen Eltern an den königlichen Hof gekommen. Seine Mutter war damals als die oberste Kammerzofe meiner Mutter gekommen und sein Vater war ein Teil der königlichen Garde meines Vaters... Er war nicht nur in meinem Alter, sondern auch mit das einzige Kind, welches ich mochte... So haben wir also angefangen jeden Tag miteinander zu spielen, den Palast unsicher zumachen und den Angestellten sie Arbeit zu erschweren...<< leicht musste er bei diesen Gedanken schmunzeln, doch dieses verging ihm direkt wieder. >>Meine Eltern jedoch fanden unsere Freundschaft nicht gut und waren dagegen. Dies lag wohl auch mitunter daran, dass ich nicht nur einmal meinen Lehrstunden für ihn habe ausfallen lassen... Meine Eltern hat dies so erzürnt, dass mein Vater seinen auf einen tödlichen Auftrag schickte und meine Mutter seine des Verrates bezichtigte und schlussendlich hinrichten ließ... Sie hofften, dass er dann von selbst verschwinden und gehen würde... Seine Eltern waren tot und ihn hielt nichts mehr im Palast...<< schwer schluckend wandte der junge König den Blick gen Boden und presste seine Augenlider fest zusammen.

Um ihn ein wenig zu beruhigen und ihm zu zeigen, dass er nicht allein war, schlag Ted seine Arme um den muskulösen gebräunten Nacken und presste sein Gesicht in dessen Halsbeuge. Sanft strich er mit seinem Nasenrücken über die weiche Halsbeuge bis hinauf zum Hals und wieder von vorne.

Er spürte gut, wie Eliot tief ein und ausatmete, um sich zu beruhigen. Auch ohne, dass er genau wusste, was im Inneren seines Geliebten vor sich ging, bereute er es bereits dieses Thema angesprochen zu haben. Wohl zurecht, denn der junge Mann versank in diesem Moment, wie so oft in den letzten Jahren, in unglaublichen Schuldgefühlen und drohte beinahe zu ersticken.

Der Schwarzhaarige fühlte sich einfach so unglaublich schuldig, dass er die wahren Absichten seiner Eltern damals weder erkannt noch rechtzeitig verhindern hatte können.

Seine Augen begannen sich langsam mit Tränen zu füllen und um sich ein wenig zu beruhigen, konzentrierte er sich auf die Berührungen des Blauäugigen. Sanft presste er sein Gesicht in dessen Haare und atmete tief den sanften und unglaublich sinnlichen Duft.

Dabei bemerken, dass James ihn herantrat, tat er erst, als dieser eine Hand auf die Schulter seines Vertrauten legte und selbst zu sprechen begann. Auch in den Augen des fröhlichen Mannes hatten sich kleine Tränen gebildet und rettend umklammerte er mit einer die Hand von Edith, welche ihn bloß beruhigend anlächelte.

>>Eliot jedoch sträubte sich dagegen mich aufzugeben... Stundenlang kämpfte er in Auseinandersetzungen und Diskussionen mit seinen Eltern dafür, dass ich bleiben und ihm weiter Gesellschaft leisten konnte... Wie man sieht haben sich seine Mühen gelohnt, denn unglaublich entnervt und wütend hatten seine Eltern die ewigen Gespräche satt... Sie erlabten ihm, dass ich blieb... Doch dadurch wuchs nicht nur der Hass mir, sondern auch ihm gegenüber... Sie hatten versucht meine Eltern und somit auch mich loszuwerden... Doch durch Eliot hatte es nicht funktioniert...<< zittrig atmeten beide Männer unisono bei diesen Worten ein.

Zögernd sah der junge König auf und seiner und der Blick seines Vertrauten schienen sich zu verflechten. In ihren Augen spiegelte sich Dank, freundschaftliche Liebe, Schmerz und unglaubliche Freude wider.

Ein paar wenige Momente war es still bevor Eliot schwer schluckte, um den Kloß aus seiner Kehle zu bekommen und die Erzählung fortsetzte.

>>Es war die Zeit, in welcher mein Vater begann mich niederzumachen, als schwach zu bezeichnen und zu beleidigen... Doch Jahre lang war James trotz dessen meine nötige Stützte... Ich hielt es für ihn aus...<< seine Stimme war hauchend, zittrig und schwach.

Ted verstärkte seinen klammernden Griff um den Hals seines Geliebten und vergoss ebenfalls einige Tränen. Er hatte mit dieser Frage doch gar nicht gewollt, dass die Stimmung noch weiter kippte und nun alle traurig waren.

Eliot strich ihm durch die Haare und über den Rücken, um ihn zu beruhigen. Mit diesen Gesten wollte er ihm sagen, dass es ihn Ordnung war, dass dieser gefragt hatte. Es war völlig in Ordnung, abgesehen davon, dass er diese Frage so oder so irgendwann einmal hätte beantworten müssen.

>>Besonders zuzuspitzen begann es sich jedoch erst dann, als Eliot in seiner fortgeschrittenen Jugend einen Botenjungen, welcher im Palast angestellt war, kennenlernte... Sie verliebten sich ineinander...<< leicht lösten sich die beiden Jungen voneinander und starrten sich gegenseitig in die Augen.

Der Blick Eliots war gefüllt voller Schmerz und bedauern, während Ted in diesen bloß die unbändige Liebe zu dem Jungen damals und auch zu sich selbst sah. Zwar hatte sein Geliebter seine erste Liebe niemals vergessen, doch den Hellhaarigen auch nicht genommen, um das riesige Loch in seinem Herzen zu füllen und die große Narbe auf seiner Seele zu heilen.

Er liebte Teddy aufrichtig.

Sanft fuhr der kleinere junge Mann mit seiner hellen Hand zu dem goldgebräunten Gesicht und strich mit seiner Hand leicht über die raue Wange. Es war der Moment, in welchem sich eine Träne aus seinen Augen löste und eben diese Wange hinunter tropfte.

Der Weißhaarige reagierte sofort, in dem er sich etwas vorbeugte und seine Lippen auf der rauen Haut platzierte, um das salzige Nass aufzufangen.

Sein Herz sprang aufgeregt in seiner Brust, während sich die großen muskulösen Hände haltsuchend in seine zarte Taille krallten. Um es dem Größeren gleichzutun und eine ebenfalls haltende Geste zu erwidern, löste er sich von diesem. Dies jedoch nur, um seine Lippen wenige Augenblicke später auf die dunklen Lippen zu legen und die hellen Hände in den pechschwarzen Haaren zu vergraben.

Ihre Herzen hüpften und schlugen beinahe im Gleichtakt. Ihre Lippen und Bäuche kribbelte, während ihre Gedanken, ähnlich wie von einem Wirbelsturm davongefegt wurden.

Immer weiter vertieften sie den Kuss und immer stärker krallten sie sich in Taille und Strähnen des anderen. Sie waren ihr gegenseitiger Anker. Sie waren die Rettung, welche sie beide gebraucht und immer gewollt hatten.

Nach Luft schnappend lösten sie sich wieder und blickten sich tief in die Augen. Leise seufzend riss Eliot jedoch seinen Blick los. Leider war es noch nicht zu Ende erzählt.

>>Dieser Junge jedoch spielte bloß mit mir... Durch mich kaufte er sich die Freiheit und verließ mich... Mein Herz war gebrochen, ich entfernte mich von James und dort war noch mehr Grundlage für meinen Vater mich zu hassen... In seinen Augen war ich einfach nur schwach und unwürdig...<< nicht bloß durch das schwere und lange schlucken des jungen Adeligen merkte man, wie schwer es ihm fiel, diese Dinge auszusprechen.

Teds Herz schien so schwer zu werden, dass es ihm schmerzte und ein leichtes trauriges Lächeln bildete sich aus seinen Lippen.

>>Weißt du Teddy... Du bist der erste der seitdem wieder sein Herz erobert, seine Maske heruntergerissen und ihn sich öffnen lassen hat... Du hast dafür gesorgt, dass er sich endlich gegen seinen Vater gestellt und diesen auch besiegt hat... Zwar hatte er anfangs unglaubliche Angst, doch durch dich hat er seine Dämonen besiegt...<< ruckartig schnelle der Blick des Blauäugigen zu James, welcher noch immer neben Eliot stand.

Seine eine Hand hatte er auf Eliots Schulter platziert, die andere hielt fest seine Geliebte an ihrer Hand. Ihre Hände waren schon seit geraumer Zeit untrennbar miteinander verflochten.

Um die Aufmerksamkeit seines Geliebten auf sich zu ziehen, legte der König seine kräftige Hand unter dessen Kinn und drehte seinen Kopf zu sich. Tief blickten sie sich in die Augen und verträumt strichen sie sich gegenseitig über die Wangen.

>>Und dafür danke ich dir meine kleine Rose... Ich liebe dich...<< mit diesen Worten zog er seine geliebte Rose in einen tiefen innigen Kuss.

Sie beide steckten in diesen so viele Gefühle, Emotionen und Empfindungen wie möglich. Für den jeweils anderen waren in diesem Moment nicht bloß ihre Gefühle gleich einem offenen Buch.

Kurz löste sich Ted wieder von seiner eigenen dunklen Rose. Hastig schnappten sie nach Luft. Ihre Lippen waren bloß wenige Millimeter voneinander entfernt, sodass sie den Atem des anderen auf ihren Lippen spüren konnten.

Ihre Blicke waren gefangen in dem des anderen und ihre Hände krallten sich noch immer fest. Sie würden sich einander halten. Bis in alle Ewigkeit.

Selbst wenn sie die Rosen in der einsamen Wüste waren, hatten sie einander und würden sich auch ewig haben. Bis die eine verdorrte und die andere an diesem tiefen Verlust zu Grunde ging.

>>Und ich dich erst...

Bis das Schicksal einen neuen Weg finden würde, ihnen dieses Glück wieder zu zerstören und sie auseinander zu bringen, doch dazu müsste es erst einmal den endlosen Willen ihrer unbändigen Liebe besiegen, denn sonst hatte auch dieses nicht mehr die leiseste Chance...
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