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Farther and even further

GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Izuku Midoriya Katsuki Bakugo OC (Own Charakter) Ochaco Uraraka Shouta Aizawa / Eraserhead
22.03.2021
13.04.2021
9
18.434
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13.04.2021 1.659
 
Zwei Wochen nach der Abschiedsgala ihres Patenonkels öffnete sie die Tür zu ihrem Elternhaus: „Hallo, ich bins!“, verkündete sie, schlüpfte aus ihren Schuhen und ging durch den Flur zur Küche aus der ein herrlicher Geruch drang.
Ihre Mutter stand vor dem Herd und wippte im Takt der Musik, welche aus dem Radio drang, als sie sich ihrer Tochter zuwandte: „Hallo Schätzchen. Willkommen zu Hause. Wie war dein Tag?“.
Natsumi setzte sich auf einen Stuhl in der Ecke: „Anstrengend.“.
„Habt ihr euch schon wieder gestritten?“.
Sie nickte. Matt war erneut stinksauer gewesen weil sie ihn für ein Meeting mit seinen Brüdern eingetragen hatte. Sowohl Yusaku als auch Yusei hatten sie mehrfach kontaktiert und die Wichtigkeit der Anwesenheit ihres Bruders deutlich betont. Da Natsumi allerdings wusste, dass Yamato herzlich wenig darauf gab, hatte sie alles arrangiert und ihn anschließend ins offene Messer laufen lassen. Die Rache folgte auf dem Fuße. Den ganzen Tag war er ihr auf die Nerven gegangen und hatte noch langsamer gearbeitet als sonst einzig und allein damit es sie zur Weißglut brachte. Kurz vor Feierabend hatte es dann noch einmal richtig gekracht weil sie die Schnauze voll von seinen dämlichen Spielchen und seinem kindischen Gehabe hatte. Von dem Kerl ließ sie sich garantiert nichts mehr vorschreiben.
„Liebling, ihr seid zwei erwachsene Menschen. Es wird doch wohl möglich sein einen Tag ohne Streitigkeiten auszukommen.“.
„Als ob ich das mit Absicht mache. Er provoziert mich die ganze Zeit und dann pöbelt er auch noch rum. Ich bin doch kein Boxsack an dem er seine Laune auslassen kann. Kein Wunder warum so viele Assistentinnen kreischend davongelaufen sind.“, verteidigte sie sich: „Das reicht nach deinem super Curry!“.
Ochako lächelte: „Würdest du bitte den Tisch decken? Eigentlich sollte dein Vater das machen aber er ist ganz eilig in sein Arbeitszimmer gehuscht und rumort dort herum. Du kennst ihn ja. Der Mann ist vergesslicher als eine Fliege. Die ganzen Schläge im Laufe seiner Karriere waren nicht gerade gedächtnisfördernd.“, sie rührte in einem großen Topf herum: „Taichi ist mir Kaito eine Runde spazieren. Er müsste gleich wieder da sein.“.
Natsumi stand auf und salutierte: „Jawohl Ma´am!“.
„Versucht die Sache noch vor dem Abendessen zu regeln.“, rief ihr ihre Mutter hinterher, als sie in das gemütliche Esszimmer eilte.
Dort deckte sie den Tisch und hörte manchmal Gepolter aus dem Arbeitszimmer ihres Vaters direkt über ihrem Kopf.

Anschließend trat sie hinaus in den Garten, zog sich ihre alten Badeschlappen über die an der Tür standen und streckte sich. Die Luft war angenehm kühl und prickelte leicht auf ihrer Haut. Es war ein wunderbares Gefühl und eine angenehme Abwechslung zu den immer wärmer werdenden Tagen. Sie rechte ihren Hals und starrte hinauf in den Himmel, erkannte dort aber nur das Sternbild des Großen Wagens. Wie üblich. Als Kind hatte sie stets gedacht, dass sämtliche Sterne die Geister ehemaliger Superhelden waren, die auf die Erde hinabschauten und die künftigen Generationen auf ihren Wegen begleiteten und beschützten.
Natsumi bemerkte den kleinen Hund erst als ihr dieser gegen die Beine sprang. Sofort ging sie in die Hocke und begrüßte den süßen Shiba Inu Mischlung: „Kaito! Ja hallo mein süßer kleine Schnubbelbubbel. Wir haben uns ja lange nicht mehr gesehen, kleiner Kuschelbär.“.
„Deine Stimmlage geht mindestens drei Oktaven höher wenn du mit ihm sprichst.“, kommentierte Taichi Midoriya den Anblick seiner Schwester: „Das tut schon in den Ohren weh!“.
„Du bist nur neidisch weil dich keiner so herzlich begrüßt.“.
Er runzelte die Stirn: „Wenn mir dadurch die Zerstörung meines Trommelfells erspart bleibt, dann lege ich auch keinen großen Wert darauf.“.
Es herrschte eine unangenehme Spannung zwischen ihnen. Natsumi widmete sich Kaito und knuddelte ihn weiter, während ihr Bruder sie schweigend beobachtete.
Zwei Minuten vergingen ehe sie sich erhob und die Klamotten richtete: „Ich weiß, dass heute eine besonderer Tag ist und da Mum mich darum gebeten hat die ganze Geschichte endlich zu bereinigen, wäre es der richtige Zeitpunkt um endlich mit mir zu reden.“.
Er hielt ihrem Blick stand: „Dein Talent den falschen Augenblick auszuwählen ist wirklich beschissen.“.
Sie ballte die Hände zu Fäusten: „Ich denke, dass genau hier und jetzt alles stimmt.“, sie schluckte ihre auflodernde Wut herunter: „Was ist dein Problem Tai? Warum zum Teufel redest du nicht mehr mit mir und gehst mir aus dem Weg?“, als er nicht sagte, fuhr sie fort: „Du bist aufgrund dieser Ereignisse wütend. Ich verstehe nur einfach nicht wieso. Du sagst doch ständig, dass ich mich verteidigen soll und dann tue ich das und du benimmst dich direkt wie ein verzogener Bengel.“.
„Ich… das stimmt überhaupt nicht!“, blaffte er zurück: „Ich war einfach..es hat mich…naja du weißt schon…geschockt!“.
„Ist dir vielleicht einmal in den Sinn gekommen, dass es sicherlich nicht die verkehrteste Idee wäre mit mir darüber zu sprechen? Diejenige die direkt vor Ort war und alles miterlebt hat.“.
„Matt war auch dabei und hat…“, sie unterbrach ihn: „Ohja, natürlich. Wie konnte ich den heiligen Yamato nur vergessen.“.
„Rede verdammt nochmal nicht so über ihn! Er hat dich gerettet!“.
„Hör auf ihm in eine Krone aufzusetzen nur weil du zu bescheuert bist mit mir zu reden. Ja er war dabei und ja er hat mir geholfen. Darüber bin ich wirklich froh aber das heißt noch lange nicht, dass er …“, diesmal wurde sie unterbrochen: „ICH HATTE EINFACH VERDAMMTE ANGST!“, polterte es aus Tai heraus und Natsumi starrte ihn an: „Wie bitte?“, flüsterte sie kaum hörbar.

Er atmete schwer aus, raufte sich die Haare, fuhr sich übers Gesicht, setzte sich anschließend auf eine Terrassenstufe, kramte eine Packung Zigaretten hervor und zündete sie sich an. Taichi nahm einen tiefen Zug und stieß nur sehr langsam den Rauch aus.
„Mum bringt dich um wenn sie das sieht.“.
Ihr Bruder zuckte lässig mit Schultern und schnippte etwas Asche weg: „Weißt du als wir damals die Vorschule beendet hatten und du kurz vor unserer Einschulung mit unseren Großeltern in die USA ausgewandert bist, da war ich das erste und bis heute letzte Mal richtig sauer auf dich. Bis zu diesem Augenblick waren wir die ganze Zeit zusammen. Unzertrennlich. Ich wusste was du dachtest und du wusstest was ich dachte. Doch als du gegangen warst, da hatte ich das Gefühl als hätte ich irgendetwas verloren. Als wäre ein Teil von mir mit dir gegangen und würde nicht zurückkehren. Wenige Wochen später kam ich in die erste Klasse und behauptete keine Schwester zu haben. Soweit ich mich erinnern kann lebte ich ganz gut damit, immerhin traf ich direkt am ersten Tag Matt und mit der Zeit wurde er für mich wie ein Bruder. Trotzdem war die Wut präsent. Jedes Mal wenn unsere Eltern über dich sprachen, ich mit unseren Großeltern telefonierte oder einen Brief von dir erhielt, war ich einfach nur wütend. Du hattest deinen Nachnamen geändert, warst in ein anderes Land gegangen und ausgerechnet meine Zwillingsschwester war plötzlich aus meinem Leben verschwunden.“, er zog erneut an der Zigarette: „Erst als ich dich zu Weihnachten wieder sah, erkannte ich wie sehr du dich verändert hattest. Du warst nicht mehr meine kleine blöde Schwester. Du hast mehr gelacht, warst aufgeweckter und einfach glücklicher als zuvor. Letztendlich war es die beste Entscheidung die du jemals getroffen hast.“, er blies den Rauch aus. Natsumi schwieg. Sie wusste wenn sie jetzt etwas sagen würde, wäre es einfach nur falsch.
„Dann passierte die Sache mit Shinya und wieder verlor ich etwas. Um meiner Trauer zu entkommen suchte ich ein Ventil und wieder warst du mein Opfer. Ich war nicht wütend. Nur enttäuscht. Denn nun war ich komplett alleine und du kamst einfach nicht zurück. Ausgerechnet in dieser Zeit wo wir zusammengehalten hätten, waren wir auf uns allein gestellt. Auf der anderen Seite war ich froh, dass du in Sicherheit warst und ich wusste, es wäre das Beste einfach weiterzumachen. Die Gefühle zu ignorieren und alles runterzuschlucken. Nicht einfach für einen achtjährigen Knirps aber ich schaffte es. Wir sahen uns schließlich jedes Jahr zu Weihnachten und zu unserem Geburtstag. Ich fand mich mit allem ab, doch tief in meinem Inneren fehlte mir meine Schwester. Als du nach dem Abschluss der Mittelschule wieder zurückkehrtest, war das ungewohnt. Versteh mich nicht falsch Umi, ich war froh dich wieder hier zu haben aber gleichzeitig war mir auch bewusst in welche Gefahr du dich mit diesem Schritt brachtest. Weg von der Normalität die du dir immer so gewünscht hattest. Von einem Tag auf den nächsten hattest du eine Zielscheibe auf der Brust als Tochter unserer Superhelden Eltern.“, er nahm erneut einen Zug: „Doch wieder hast du mich überrascht. Du hast deine falsche Identität Natsumi Miyamoto beibehalten und eine normale Oberschule besucht. Einfach weitergelebt wie bisher, während ich mein Ziel stets verfolgt habe und ich wusste, dass du in Sicherheit bist oder zumindest einen Schutz um dich herum errichtet hast.“, er stieß den Rauch durch seine Nase aus: „Doch dann sah ich dich bei der Aufnahmeprüfung der Schulwechsler an der U.A. und dann wurdest du auch noch angenommen. Einfach so warst du plötzlich im meinem letzten Jahr dabei und in dem Augenblick als du meine Klasse betreten hattet, wusste ich, dass ich dich eigentlich gar nicht kenne. Wir waren zwar Geschwister aber aus der einst so engen Verbindung war eine hauchdünne Schnur geworden.“. Tai starrte zum Gartenteich: „Und dann beginnt meine kleine Schwester mich in meinem letzten Jahr auch noch zu überholen. Ausgerechnet du. Diejenige die nie eine Superheldin werden sollte. Gute Noten, meisterhaftes Verhalten bei Gefahreneinsätzen, ausgezeichnete Bewertungen von den Superhelden und mit einer ähnlichen Power ausgestattet die ich mir gewünscht hatte.“, er schnaufte verächtlich: „Das war frustrierend. Einfach frustrierend.“, mit Nachdruck drückte er seine Zigarette auf der Treppenstufe aus: „Als dann deine wahre Identität herauskam, gab auch noch Stress mit den anderen Schülern. Erneut war ich etwas pissig. Auf deinen Egoismus und das du einfach wieder so reingeplatzt bist in einen Teil meines Lebens der dir doch so völlig am Arsch vorbeigehen sollte. Doch auch gleichzeitig wuchs die Angst. Ich wollte nicht noch jemanden aus der Familie verlieren nur weil er den Namen Midoriya trägt.“.
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