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Farther and even further

GeschichteFamilie, Freundschaft / P16 / Gen
Izuku Midoriya Katsuki Bakugo OC (Own Charakter) Ochaco Uraraka Shouta Aizawa / Eraserhead
22.03.2021
13.04.2021
9
18.434
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07.04.2021 3.072
 
Die Wochen verstrichen ohne großartige Ereignisse und Einsätze. Keine Explosionen, keine Toten und keine Schurken - zumindest nicht in ihrem Team mit Yamato.
Stattdessen plagte sie sich mit dem üblichen Papierkram für ihn herum, ging zu den Pflichtveranstaltungen an der U.A. Oberschule und unterstützte Sakura bei Uraraka Industries. Nach der ganzen Geschichte mit dem Toten hatte Matt sie für eine Woche rausgeworfen und sogar richtig ausgesperrt in dem er den Türcode geändert hatte. Vor Wut hatte sie fast sein Haus demoliert und war anschließend in ihre Firma geflüchtet. Der Papierstapel auf ihrem Schreibtisch sowie einige Telefonate mit Kunden hatte sie wunderbar abgelenkt. Ihre Mutter und Sakura waren froh über ihre Hilfe gewesen, da es immer wieder Händler gab, welche nur mit ihr höchstpersönlich sprechen wollten. Natsumis Zwillingsbruder hingegen ignorierte seine Schwester so gut wie es nur ging. Er vermied es über die Explosion und allem was damit zu tun hatte zu sprechen. Dementsprechend herschaffte mal wieder Eiszeit zwischen den Midoriya Geschwistern und die Gesprächsinhalte waren dermaßen oberflächlich, dass Ochako Midoriya das wöchentliche gemeinsame Abendessen für die nächste Zeit absagte. Ein Highlight, denn eigentlich bestand ihre Mutter stets darauf die gesamte Familie einmal in der Woche am großen Esstisch versammelt zu haben.

Während einer Trainingsstunde an der U.A. - im Beisein von Herrn Aizawa und weiteren Lehrern - hatte der ganze Zoff seinen endgültigen Höhepunkt erreicht. Tais Nahkampftechnik war nicht so geschmeidig wie sonst. Im Gegenteil. Es war als würde er ihr in einer Partnerübung absichtlich den Hals umdrehen wollen und er hatte so fest zugedrückt, dass Natsumi beinahe erstickt wäre. Anschließend war ein Kampf ausgebrochen den ihre ehemaligen Klassenkameraden und die Lehrer nur mit Mühe und Not beenden konnten. Sie hatten dabei kein einziges Wort miteinander gesprochen sondern waren einfach blind aufeinander losgegangen. Nur Herr Aizawa hatte sich aus dem ganzen Spektakel herausgehalten und ihnen anschließend sogar noch Verbesserungsnotizen zukommen lassen.
Nach diesem Vorfall war die Spannung zwischen den beiden Geschwistern allerdings greifbar. Nicht einmal Yamato - der eindeutig mit Taichi gesprochen hatte - zog Natsumi in irgendeiner Art und Weise auf. Auch mit ihrem Vater hatte sie nicht großartig über die Geschehnisse gesprochen. Dieser hatte genug zu tun und momentan sowieso kaum Zeit für seine Familie. Ihre Mutter war sich nicht einmal sicher wo er überhaupt war und ob er sich genug um seine Gesundheit kümmerte. Ständig war er auf dem Weg quer durch das Land und wesentlich unruhiger als jeder andere Superheld. Mit Sakura und ihrer Mutter hatte sie die Ereignisse natürlich ausgiebig besprochen aber dennoch fehlte ihr das Gespräch mit Izuku Midoriya. Nicht nur als Superheld Nummer Eins sondern hauptsächlich als ihr Vater.
Der einzige Mann der sie auffing war Toshi. Anfangs war er besorgt gewesen und hatte sie bemuttern wollen, doch das legte sich ziemlich schnell wieder. Sie trafen sich jetzt öfter und die Chemie zwischen ihnen stimmte wie damals zu Oberschulzeiten. In seiner Anwesenheit fühlte sie sich gut und er gab ihr ein Gefühl Sicherheit. Er interessierte sich für ihren Aufenthalt in den USA und ihr Studium, da er ebenfalls für ein halbes Jahr auf der anderen Seite des Ozeans gelebt hatte. Sie tauschten sich aus, lachten viel miteinander, hatten unglaublich guten Sex und die Zeit war einfach unbeschwert, trotz der dunklen Vergangenheit die wie ein Schwert über ihrem Kopf schwebte.

Seine Hand rutschte von ihrer Schulter hinunter bis zu ihrem Steißbein, während er mit zwei Prominenten sprach. Auf Natsumis Rücken hinterließ diese Berührung eine Gänsehaut und sie trank hastig einen Schluck Champagner. Es war der Abend. Toshis großer Abend. Er würde EXPLOSIV übernehmen und damit einen der größten Superhelden aller Zeiten beerben. Eigentlich hatte sie gar keine Lust gehabt auf diese Feier zu gehen. Immerhin hieß dieser Übergang gleichzeitig den Abschied ihres Patenonkels aus dem aktiven Dienst und es versetzte ihr ein Stich ins Herz. So oft war sie als kleines Mädchen in dieser Agentur ein und aus gegangen. Jetzt würde alles anders werden und dieser Ort wäre nicht mehr der Zufluchtsort aus ihren Kindertagen.
„Werden Sie ebenfalls Partnerin?“, fragte Yoko Hatori - eine der angesagtesten Schauspielerinnen der Welt.
„Wie bitte?…Oh…ähm…nein. Nein, eigentlich habe ich das nicht vor. Ich bin keine Superheldin. Zumindest nicht aktiv.“, antwortete sie höflich und versuchte ihre Gedanken wieder in die Gegenwart zu versetzen.
Toshi zog sie näher an sich heran: „Nur im privaten Bereich. Ansonsten würde sie den ganzen Sidekicks sicherlich den Kopf verdrehen. Nicht wahr, Liebling?“.
Natsumi errötete und lächelte verlegen. Ihre Augen huschten durch den riesigen Raum. Eigentlich ein Pressesaal aber man hatte ihn umgebaut, so dass nun über 400 Gäste darin einen Platz fanden. Über all waren Tische und Stühle aufgebaut worden. Ein großes Banner über einer Bühne verabschiedete Katsuki Bakugo, Blumen und Ballons waren drapiert worden und eine gigantische Torte wartete hinter den Kulissen auf die Rede ihres Patenonkels und dem anschließend Verzehr.
Sofort erkannte sie das platinblonde Haar der Frau, welche soeben den Saal betreten hatte. Natsumi gab Toshi ein sanftes Zeichen, entschuldigte sich, löste Toshis Hand und eilte dann durch die Menschenmenge auf ihre Freundin Sakura zu. Als diese sie erblickte, weiteten sich ihre Augen: „Mein Gott, du siehst unglaublich aus!“.
„Toshi hat es mir gestern Abend geschickt. Er meinte rot würde mir gut stehen und naja… ich finde der Rückenausschnitt ist ziemlich heftig. Man kann beinahe meinen Hintern sehen.“.
„Das Teil sitzt wie für dich gemacht. Vermutlich werden heute Abend einige Männer ihren Blick nicht von dir lassen können.“.
„Das sagt die Richtige. Du siehst aus wie ein verdammter Filmstar, Sakura.“.
Ihre Freundin grinste: „Ich fühle mich auch so wie einer. Hey Toshi. Super Party! Schon die Garderobe hat mir gefallen!“, begrüßte sie den Gastgeber.
„Herzlich Willkommen. Schön dich zu sehen! Wo sind denn die anderen eurer Gruppe?“.
„Die müssten gleich kommen. Männer…du weißt ja wie das ist.“, Sakura beugte sich leicht zu Natsumi herüber: „Dein Bruder ist heute Abend meine Begleitung. Ist das für dich in Ordnung?“.
Umi hob überrascht die Augenbrauen: „Du hast ein Date mit meinem Bruder?“.
„Er hat mich einfach gefragt und ich wollte nicht allein aufkreuzen. Außerdem hat Matt..“, sie grinste als Tai durch die Tür trat: „Hey da bist du ja endlich.“.
Natsumis Zwillingsbruder schüttelte Toshi die Hand: „Danke für die Einladung. Wird sicher super. Ich musste mich erst einmal zurechtfinden. Ist ja bereits einiges umgebaut worden.“, dann gab er seiner Schwester einen flüchtigen Kuss auf die Wange: „Der klägliche Rest kommt gleich. Ihr wisst ja wie das ist.“.
„Ich kann einfach nicht glauben, dass euer Onkel heute das Zepter weitergeben wird.“, sagte Sakura und fügte schnell hinzu: „Nicht, dass ich mich nicht für dich freuen würde Toshi aber Dynamight ist einfach eine Legende.“.
Ihr Freund lächelte: „Das stimmt. Es ist mir eine große Ehre dieses Erbe antreten zu dürfen.  Eigentlich sollte ich dir danken, Liebling.“, er blickte zu ihr herab: „Immerhin war der Platz sehr lange für dich reserviert. Wenn du eine aktive Superheldin geworden wärst, dann hätte ich jetzt nicht diese Chance erhalten.“.
Tais Augen funkelten: „Dafür, dass sie das immer sagt, ist sie ganz schon fahrlässig.“.
„Ist das dein Ernst? Willst du jetzt wirklich an diesem Ort darüber streiten?“, fauchte Umi ihren Bruder an.
„Onkel Katsuki würde das sicherlich gefallen. Er liebt Shows.“.
„Hey ihr beiden, kriegt euch wieder ein! Zoffen könnt ihr euch doch später und außerdem…hey guck mal…selbst der Dümmste findet irgendwann seinen Weg.“, mischte sich Sakura ein und deutete auf die Tür.

Yamato Tanaka trat herein, einen Arm um die Schulter einer wunderschönen Frau gelegt und leicht heruntergebeugt um ihr etwas ins Ohr zu flüstern. Seine Begleitung kicherte und gab ihm schnell einen Kuss auf die Wange. Sie hatte schwarze lange Haare, die zu einem eleganten Knoten gebunden waren und trug ein zartrosa Kleid mit weißen Applikationen. Ihre Wangen waren leicht gerötet und für einen kurzen Augenblick schienen ihre grünen Augen nur den jüngsten Tanaka Sohn zu sehen und sonst niemanden.
„Ah Leute. Ich dachte schon, dass ich euch in der Menschenmenge suchen müsste. Wäre ein bisschen kompliziert geworden.“, er begutachtete Sakura und anschließend Natsumi: „Du schießt den Vogel mal wieder ab, Umi. Wenn du in dem Outfit an den Besprechungen teilnehmen würdest, könnten wir sämtliche Geschäftspartner getrost über den Tisch ziehen.“, er reichte Toshi die Hand: „Das Teil ist doch sicherlich von dir oder? Rot wegen ihrer Feuerkraft?“.
Ihr Freund nickte und schüttelte die entgegengestreckte Hand: „Und natürlich aufgrund ihres bezaubernden Temperamentes.“.
„Was uns allen irgendwann den Kopf kosten könnte.“, murmelte Tai und begrüßte seinen besten Freund.
Umi verdrehte die Augen und lächelte Matts Begleitung zu: „Hör nicht auf die Spinner. Ich bin Natsumi. Natsumi Midoriya.“.
Die Frau lächelte zurück: „Natürlich weiß ich wer du bist. Matti hat mir so unglaublich viel von dir erzählt. Es ist so als würde ich dich schon ewig kennen.“, sie zwinkerte ihr zu: „Yuri Kudo. Aber das weißt du sicherlich auch schon.“.
Ehrlich gesagt hatte Natsumi keine Ahnung wovon die Frau sprach, daher warf sie Matt einen kurzen aber vielsagenden Blick zu und tat wissend: „Yuri. Natürlich. Schön dich endlich mal kennenzulernen.“.
„Wollen wir dann mal? Ich habe einen Tisch recht weit vorne reserviert.“, Toshi führte sie an einen freien Tisch und deutete in eine andere Ecke des Raumes: „Da sind eure Eltern. Falls ihr sie begrüßen wollt.“.
„Nicht nötig.“, kommentierte Tai das Angebot und setzte sich sofort.
Natsumi wandte sich um strahlte herüber, gab ihrer Mutter ein Zeichen, dass sie sie später treffen würde und zwinkerte ihrem Vater zu. Sein Blick entging ihr allerdings nicht und sie konnte ihn noch Spüren als sie sich setzte.
Yuri setzte sich prompt neben Umi: „Er hat dir sicherlich erzählt, dass ich im Marketing Team der Tanaka Group arbeite oder?“.
„Ja, natürlich. Ich bin nur leider ein ziemlicher Schussel. Wenn der Typ mich den ganzen Tag vollsabbelt, registrierte ich nicht unbedingt alles.“, log Natsumi.
Matt beugte sich zu ihr herüber und grinste schelmisch: „Termine zu streichen ist Beispielswiese nicht ihre Stärke.“, dann wandte er sich wieder Tai zu, der direkt neben ihm saß.
Yuri kicherte: „Er ist so ein Witzbold, nicht wahr?“.
„Ja. Zum totlachen.“, antwortete sie trocken.
Neben ihr unterhielten sich Sakura und Toshi über die Modernisierung des Innendesigns und so wie es sich anhörte, hätte ihre Freundin demnächst einen neuen Kunden. Natsumi wandte sich wieder Yuri zu: „Hat Yamato dir von dem Austauschprogramm erzählt?“.
Diese nickte: „Selbstverständlich. Die ganze Firma weiß darüber bescheid. Ich finde das ist wirklich eine besondere Maßnahme. Eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass Matti sich ebenfalls darin einspannen lässt. Seine Tätigkeiten als Superheld sind vorbildlich und er arbeitet mit jedem gut zusammen.“, sie warf Umi einen vielsagenden Blick zu: „Nun ja, anscheinend mit Ausnahmen aber das ist keine Schande. Eure Fähigkeiten sind einfach viel zu unterschiedlich um gut kooperieren zu können. Ich meine Wasser und Feuer…“, sie machte eine Handbewegung, die anscheinend nichts Gutes heißen sollte und fuhr fort: „Ich war seitdem du bei ihm arbeitest auch nicht mehr in seinem Loft. Er sagt, dass das ganze Chaos ihn wahnsinnig mache. Aber wen wundert es. Wie gesagt, Wasser und Feuer…puuuuuuh.“.
Chaos? Welches Chaos? Wovon in Gottes Namen sprach diese Frau eigentlich? Sie räumte stets ihren Arbeitsplatz auf und hinterließ alles blitzblank. Sogar seine scheiß Küche hatte sie neulich geputzt, nachdem er die Mikrowelle hatte explodieren lassen.
Natsumi räusperte sich: „Das tut mir wirklich leid. Ich war mir dessen absolut nicht bewusst. Ich dachte es würde an seiner Art der Reinigung liegen, dass seine Räumlichkeiten stets wie ein Saustall aussehen.“, sie betonte die letzten Worte mit Nachdruck und sah an seinem angespannten Nacken, dass er sie sehr wohl gehört hatte.
Jemand tippte ihr auf die Schulter: „Entschuldigt bitte die Unterbrechung aber ich müsste meine Tochter für einen kurzen Moment entführen.“, sagte Izuku Midoriya, welcher hinter sie getreten war.
Toshi gab Natsumi einen Kuss auf die Wange, bevor diese sich erhob und ihrem Vater folgte. Tais gehässiger aber misstrauischer Blick entging ihr nicht.
„Kacchan möchte dich sprechen. Es ist dringend. Er wartet dort hinten in seinem Büro.“, er deutete auf eine Tür.
„Werden wir auch noch einmal die Gelegenheit bekommen miteinander zu sprechen?“, fragte sie ihrem Vater als sie ihm folgte.
„Sicherlich. Du bist schließlich meine Tochter.“.

Sie nickte, ging schnurstracks zur Tür und trat in den Raum. Ihr Vater schloss sie und Natsumi wusste, dass er nun davor Wache stand damit sie nicht unterbrochen wurden.
Katsuki Bakugo saß an seinem Schreibtisch, telefonierte mit irgendjemandem und deutete ihr sich auf einen der Gästestühle zu setzen.
„Das besprechen wir morgen. Ja. Gut. Ich habe jetzt noch einen Termin und dann steigt die Feier. Einverstanden. Vielen Dank. Ja bis morgen.“, er legte auf und wandte sich ihr zu: „Tut mir leid. War wichtig.“.
„Kein Problem. Du wolltest mit mir sprechen?“.
Er lächelte: „Keine Umschweife. Das mochte ich schon immer an dir.“.
Sie hob eine Augenbraue: „Das ist dein großer Abend und du versteckst dich mit deinem Patenkind in deinem Büro. Nicht seh feierlich. Als Beteiligte dieses Szenarios sollte ich die Wahrheit wissen. Falls Ausreden benötigt werden.“.
Katsuki lehnte sich vor, stützte seinen Kopf auf seine Hände und musterte sie: „Kleine Rotzgöre. Ich wollte eigentlich nur wissen wie es dir nach dem Vorfall vor ein paar Wochen geht.“.
Sie blickte ihm in die Augen: „Gut. Sehr gut.“.
In dem Moment wo sie die Worte aussprach, wusste sie, dass er sie durchschauen würde. Ihr Patenonkel atmete schwer aus, ließ sich gegen die Rücklehne des Stuhles fallen und verschränkte die Arme hinter dem Kopf: „Ich weiß was dir in New York passiert ist. Was mit dir geschehen ist und wieviel Kraft es dich gekostet hat. Dein Vater…“, er schluckte: „Ich habe Deku oft in katastrophalen Zuständen gesehen aber zu dieser Zeit war er ein Wrack. Du weißt sicherlich, dass es die reinste Folter für deine Eltern war. Doch nach außen hin, waren sie weiterhin die strahlenden Helden. Das Powerpärchen. Hätte Taichi dich nicht gedrängt zurückzukommen, dann hätte ich es getan.“.
Sie schwieg. Ihr Blick war auf ihren Schoß gesunken, sie knetete die Hände und härte ihm nur zu.
„Ich weiß, was du unter diesem Feuer Zeichen, welches du dir auf das Handgelenk tätowiert hast, verstecken willst.“, er fuhr sich mit der Hand übers Gesicht: „Und ich verstehe wenn du immer noch nicht das ganze Ausmaß der Dinge die passiert sind reden möchtest. Aber irgendwann wird das der Fall sein und dann solltest du wissen, dass ich - ebenso wie deine Eltern und deine Freunde - an deiner Seite stehen werde.“.
Natsumi sah auf und lächelte zögerlich: „Danke.“.
Katsuki Bakugos Gesicht wurde ausdruckslos: „Seitdem du auf der Welt bist, habe ich versucht dir ein guter Patenonkel zu sein. Sicherlich bin ich nicht gerade der beste Umgang und mein Quirk ist ziemlich gefährlich aber du hattest niemals Angst davor - im Gegensatz zu deinem Bruder. Gerade weil du das Feuer beherrschen kannst war mein Handeln dir gegenüber niemals bösartig gedacht. Ich hoffe, dass du das weißt.“.
Sie nickte: „Natürlich. Sicherlich ist deine Art gewöhnungsbedürftig aber du bist niemals kaltherzig oder herablassend mir gegenüber gewesen.“.
„Ganz genau und deshalb möchte ich, dass du das hier nimmst.“, er zog eine Schublade auf und warf ihr eine Granate zu.
„Was zum Teufel soll ich denn damit?“, fragte Natsumi entsetzt.
„Dich im Notfall schützen.“.
„Ich kann mich durchaus selbst verteidigen, Onkel Katsuki!“.
Mit einem Grinsen was beinahe bösartig aussah, lehnte er sich vor: „Schon klar. Du hast die Power. Allerdings hat diese dir bei der Sache vor ein paar Wochen nun auch nicht wirklich etwas gebracht oder? War doch ne ziemlich knappe Kiste.“.
Es war als hätte er ihr mit einem Dartpfeil direkt ins Herz getroffen. Seit Wochen träumte sie von der Explosion. Hatte Albträume, schlaflose Nächte, sah die Leiche des Schurken vor sich und tat dennoch so als wäre alles in bester Ordnung.
„Das ist nicht fair.“, murmelte Natsumi.
„Jemand macht auf Helden jagt. Eure Truppe ist besonders verwundbar weil ihr nicht zusammenarbeitet. Die Zielmarkierungen sind eher auf euren Köpfen als auf denen der anderen Superhelden.“, er legte die Stirn in Falten: „Es ist das Einzige was ich tun kann um dir beiseite zu stehen wenn du allein sein solltest. Diese Granate ist in mehreren Stufen unterteilt. Je höher die Stufe vor der Aktivierung eingestellt wird, desto größer die Sprengkraft. Die letzte Stufe - Nummer Vier - solltest du möglichst nicht einschalten. Sie hätte die Kraft einen Stadtteil Tokios in die Luft zu jagen.“.
Sie steckte die Granate in ihre Handtasche: „Und das Ding geht garantiert nicht von selbst hoch?“.
„Selbstverständlich nicht!“, er stand auf, ging auf sie zu und lehnte sich gegen den Schreibtisch: „Ich möchte nicht, dass du eine der Leichen bist die ich in meinem Leben noch identifizieren muss.“.
Natsumi schluckte und bei dem Gedanken bekam sie eine Gänsehaut.
„Deine wievielte Leichte war dieser Kerl?“, fragte Katsuki sie.
„Er war der zweite.“.
„Nummer Eins war in New York?“.
Sie nickte.
Ihr Onkel tätschelte ihr die Schulter: „Hat dieser Vorfall Erinnerungen hervorgerufen?“.
Erneut nickte sie und versuchte die Tränen zurückzuhalten. Niemand sollte sehen, dass sie angreifbar war. Niemals sollte sehen, dass sie geweint hatte.
„Sei einfach wachsam. Ich gebe die Agentur nicht umsonst auf.“.
„Was soll das heißen? Machst du das etwa nicht freiwillig?“, fragte Umi verblüfft über die Aussage ihres Patenonkels.
Katsuki hielt inne: „Glaubst du, dass das die richtige Entscheidung ist? Ich meine EXPLOSIV an Toshi Yamamoto abzugeben. Du bist zwar mein Patenkind aber auch seine Freundin. Ich erwarte von dir daher eine ehrliche Antwort, Umi.“.
Sie überlegte kurz: „Ich glaube, dass du viel Zeit und Mühe in die Agentur gesteckt hast. Wenn du weißt, dass Toshi mit seiner Fähigkeit der richtige Nachfolger ist dann stehe ich hinter dir. Bei Zweifeln wäre es schon beinahe zu spät einzuschreiten.“, Natsumi erhob sich und nahm ihn in die Arme: „Du bist ein toller Mensch, Onkel Kacchan. Bist jetzt hast du immer den richtigen Weg eingeschlagen.“.
„Dein Vater und ich hängen bis heute an der Vorstellung, dass Taichi VICTORY übernimmt und du meine Nachfolgerin bei EXPLOSIV sein wirst. Allerdings habe ich mich mittlerweile damit abgefunden, dass du einen anderen Weg einschlägst. Uraraka Industries boomt und deine Familie könnte nicht stolzer auf dich sein.“.
„Du bist auch meine Familie.“, entgegnete sie.
Er blinzelte und lächelte: „Ich bin sehr stolz auf dich und ich denke, dass dein Freund eine sehr gute Wahl ist. Wenn du dennoch irgendwann einsteigen möchtest, kicke ich ihn höchstpersönlich aus dem Chefsessel.“.
„Er ist nicht mein Freund. Zumindest nicht richtig.“.
„Sondern?“.
„Wir haben nur Sex und verstehen uns gut.“.
„Boah das will ich gar nicht wissen, du kleine Rotznase!“, sagte er lachend und zog sie mit sich hinaus auf die Abschiedsparty.
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