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Hier beginnt ein neues Leben

GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Chakotay Kathryn Janeway
22.03.2021
06.05.2021
93
103.085
5
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22.03.2021 483
 
Ungläubig starrte ich auf den Bildschirm vor mir. Träumte ich? Waren wir wirklich Zuhause? Hatte ich meine Crew, mein Schiff nach sieben Jahren nach Hause gebracht? Mein höchstes Ziel endlich erreicht mit Admirals Janeway's Hilfe?
Doch zu welchen Preis? Ich hatte viele feindliche Erstkontaktsituationen wenden können, viele Spezies und Kulturen entdeckt und kennengelernt, ein wenig Frieden in den Delta Quadranten gebracht, aber auch einige Crewmitglieder verloren. Ein jedes war eins zu viel. Ich habe aus zwei sich feindlich gegenüber stehenden Crews eine geformt. Wir haben viele technische Neuerungen entwickelt und angepasst. Ich bin über meine Rolle als befehlshabender Captain gewachsen, habe aus zwei Crews eine Gemeinschaft werden lassen, gar eine Familie gemacht. Und doch, könnte ich nie meinem Herzen folgen. Meine allmächtigen Prinzipien vergessen und mich ganz Chakotay hingeben.

Ich spürte die seitlichen Blicke von Chakotay. Er war wie üblich nicht weit weg von mir, an der Comm, denn Tom war bei seiner kleinen Familie auf der Krankenstation. Er wartete auf meine Reaktion, auf Befehle oder doch auf meine eigentlich typische Berührung?

Ich löste meinen Griff vom Monitor und drehte mich um 180 Grad. Zu meinen Sitz. Ich befahl Chakotay in Richtung der Erde zu fliegen und auf die Ladungskoordinaten der Sternenflotte zu warten. Ich überlegte es mir anders, überließ Chakotay die Brücke und ging in meinen Bereitschaftsraum. Dort angekommen, nahm ich mit einem frischen Kaffee Platz.

In meinem Kopf überschlug sich die Gedanken. Was würde ich als erstes tun? Natürlich meine Familie wiedersehen, dass war klar. Doch schnell gewann mein Pflichtbewusstsein die Oberhand. Was musste ich als erstes tun?
Ich nahm also Kontakt zur Sternenflotte auf, erhielt erste Befehle. Ich sollte die Quarantäne Vorschriften einleiten, die Crew auf die folgenden Einzelbesprechung vorbereiten und erste Berichte an das Hauptquartier schicken. Termine über Termine würden festgelegt, aber das war nur die Spitze des Berges. Die nächsten drei oder vier Wochen hieß das für mich, nur vier bis maximal sechs Stunden pro Nacht Schlaf, viel Bürokram und noch mehr Besprechungen. Gut, dachte ich, dann bleibt keine Zeit über Gefühle oder verpasste Chancen zu grübeln. Doch was habe ich ernsthaft erwartet? Das er ewig warten würde? Auf mich? Das ich meine Prinzipien vergesse und mich ihm hingebe? Nach sieben Jahren? Ich wusste, er würde nicht ewig warten. Ehrlich, ich freute mich für ihn und für Seven, als ich die flüchtigen Blicke und Berührungen bemerkte. Natürlich, ich war zuerst geschockt, verletzt und traurig, aber beide waren und sind mir sehr wichtig. Sie verdienten ein wenig Frieden und Glück. Ich zwang mich, meine Liebe für Chakotay weiter zu ignorieren, gar zu vergessen. Ich distanzierte mich zu beiden, um Ihnen die Möglichkeit zu geben, sich frei zu entwickeln und Ihre entdeckte Liebe zu vertiefen.

Als würde er spüren, dass ich über ihn nachdachte, klingelte er und bat um Einlass in meinen Bereitschaftsraum. Nachdem ich mich kurz sammelte und tief Luft geholt hatte, ließ ich ihn eintreten.
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