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Feuer und Eis

von MaxiTaxi
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Het
Legolas OC (Own Character) Thranduil
21.03.2021
16.05.2021
19
37.827
5
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6 Reviews
Dieses Kapitel
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21.03.2021 1.295
 
Hallo liebe Community,

Nach 5 Jahren hat es mich wieder überkommen. Ich möchte meine ursprüngliche Geschichte „Pure Starlight“ (jetzt "Feuer und Eis") verbessern und dieses mal auch beenden. Mein kleines Herzensprojekt soll jetzt endlich nach der langen Zeit angemessen zu Ende gebracht werden. Für diejenigen, die sich vielleicht noch erinnern, es ist nach wie vor die selbe Story, wobei einige Details geaddet und andere Dinge, die
mein 15 jähriges Ich gut fanden, rausgestrichen. Der größte Teil der Geschichte ist schon fertig gestellt, also sie wird zu 100% beendet. Versprochen.
Genug von mir. Neue Kapitel kommen immer sonntags & donnerstags und jetzt wünsche ich
euch ganz viel Spaß beim Lesen.

Disclaimer: Alle auftretenden Charaktere aus Mittelerde gehören Tolkien. Lediglich meine
originalen Figuren sind mein Eigentum. Ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte.

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Es war ein ruhiger Tag im Reiche Thranduils.

Die ersten Frühlingsstrahlen bahnten sich ihren Weg durch die dichten Blätterkronen des Düsterwaldes.

Friedlich und still lagen die Hallen des Königs.

~

Schritte. Es hallte laut als Legolas um die Ecke in einen weiteren Gang des Palastes einbog. Er suchte seinen Vater. Mit energischen Schritten näherte er sich einer mächtigen, alten Eichentür. Als er sie erreicht hatte, drückte er sie langsam auf und stand nun in der
großen Bibliothek der Hallen. Der Geruch von alten Büchern durchzog seine Nase und er ging schnell durch die meterhohen Bücherreihen der Bibliothek bis er im Zentrum angelangt war. Ein großzügig angelegter runder Raum erstreckte sich vor Legolas und in der Mitte des Raumes erblickte er seinen Vater. Dieser saß an einem großen hölzernen Tisch und war tief in einem Buch versunken. So schien es zumindest. Neben ihm auf dem Tisch stand eine Flasche und in seinem Glas glänzte dunkelroter Wein. Sein goldenes Haar lag über seinen Rücken und verschmolz nahezu mit seinem langen rubinfarbenen Umhang, der auf dem Boden auflag. Legolas schritt nun langsam und ruhig durch den sonnenerfüllten Raum. Er ging um den Schreibtisch und stand nun vor seinem Vater.

„Was schleichst du so herum Legolas?“, fragte der König bedächtig ohne von seinem Buch aufzusehen. „Was wünschst du?“

„Vater, seit heute Morgen plage ich mich mit so einem starken Kopfschmerz. Es ist kaum noch zu ertragen. Ich habe gedacht, du könntest mir vielleicht sagen was das auf sich hat.“

Thranduil hob seinen Blick und einzelne Haarsträhnen fielen auf seine Brust. „Du spürst es also auch“, murmelte er.

„Wovon sprichst du?“, fragte Legolas etwas verwirrt.

Ohne eine Antwort erhob sich Thranduil von seinem Stuhl und schritt zielstrebig zu einem hohen Regal mit zusammengerollten Karten und Schriftrollen. Nach einem Augenblick zog er behutsam eine staubige, poröse Landkarte hervor. Er ging zurück zum Tisch und breitete die Karte vorsichtig darauf aus. Legolas ließ ohne Begeisterung einen Blick über die Karte schweifen. Dann sah er fragend in das Gesicht seines Vaters. Dieser blickte auf die Karte mit einem, von Legolas gewohnten, tristen Blick. Legolas sah nun nochmal genauer auf die Karte und bemerkte auf einmal etwas, was er noch nie auf irgendeiner Karte gesehen hatte. Er deutete mit seinem Finger auf die Karte westlich des Erebors.

„Das ist, beziehungsweise war, Solerion, das Königreich der Sonnenelben“, sagte Thranduil mit fester Stimme.

„Sonnenelben?“

Legolas starrte, wartend auf eine Antwort seines Vaters, auf die Karte. Von diesem Volk hatte er noch nie etwas gehört.

„Warum habe ich noch nie von diesem Reich gehört?“, fragte er erneut und sah nun zu seinem Vater. Dieser wandte ihm seinen Blick zu und antwortete endlich: „Es wurde zerstört, vor gar nicht all zu langer Zeit. Es ist allerdings schnell in Vergessenheit geraten.“

„Wer waren diese Sonnenelben?“, hackte Legolas nach. Und wieso habe ich noch nie von ihnen gehört?

„Sonnenelben waren einst die mächtigsten Elben in ganz Mittelerde, sie waren ein reiches und ungeheuer starkes Volk und…“

Legolas unterbrach Thranduil. „Was ist mit ihnen passiert?“

Thranduil atmete tief ein. Er hasste es, wenn man ihn unterbrach.

„Ihr letzter König war Rammar und sein Vater war ein mächtiger Herrscher gewesen. Er führte viele Kriege und hatte das Reich unaufhörlich erweitert. Doch als die Zeit seines Todes kam übernahm Rammar die Herrschaft und hörte auf Kriege zu führen. Er zog sich mit seinem Volk in den Westen des Erebors zurück. Dort lebte es isoliert und geschützt. Ich war nie dort... doch eines Tages wurde das Königreich von Orks überfallen und aufgrund der Umstände besiegt.“
Thranduil hielt inne. Er blickte auf und begann die Landkarte vorsichtig wieder zusammen zu rollen.

„Wieso waren diese Elben so mächtig, Vater?“

„Sie hatten die übernatürliche Fähigkeit Pflanzen, Wasser und auch Feuer zu beherrschen, sie nach ihren Willen zu bändigen“, bei diesen Worten leuchteten seine Augen auf. „Ihre Feinde waren dagegen machtlos. Doch Rammar wollte nicht, das sein
Volk als blutrünstig und gefährlich in die Geschichte einginge. Also hörte er auf Krieger auszubilden und wog sich in Sicherheit, da er und einige andere Sonnenelben, diese Kräfte immer noch beherrschten. Töricht, wenn du mich fragst“, sagte er und sah seinen
Sohn an.

Legolas war still und verarbeitete die Informationen, die sein Vater mit ihm geteilt hatte. Aber dann fragte er: „Und warum hast du mir das bis heute nicht erzählt?“

„Nach meinen Kenntnissen hat eine einzige Elbe diesen Geschlechts überlebt. Und dieser Kopfschmerz, wie du es beschrieben hast, bedeutet, dass du sie spüren kannst. Sie scheint hier in der Nähe zu sein und ich will, dass du sie herbringst“, sagte Thranduil sehr ernst.
„Elrond und ich suchen seit Jahrzehnten nach dieser Elbe. Einmal, vor einigen Jahren hätten wir sie fast gefunden, doch sie verschwand so schnell wie sie kam. Jetzt haben wir wohl erneut die Chance und ich möchte nun, dass du sie her holst bevor sie uns wieder entwischt. Warte bis der Schmerz in deinem Kopf noch stärker wird und komm dann nochmal zu mir.“

Thranduil senkte den Blick und fasste sich an den Kopf. Er konnte ebenfalls diesen Druck und Schmerz spüren. Allerdings war es bei ihm noch um einiges intensiver als bei seinem Sohn. Sich mit Lesen abzulenken funktionierte leider nicht so gut wie er sich erhofft hatte.

„Wieso kam sie denn nicht von alleine zu euch?“, fragte Legolas erneut.

„Ich vermute, dass sie wohlmöglich nicht weiß, dass sie eine Elbe ist oder sie will ihre Kräfte geheim halten“, meinte Thranduil nachdenklich. Wie viele Gedanken er sich dazu schon gemacht hatte, würde er seinem Sohn nicht sagen.

Legolas nickte nur. Er wollte seinen Vater nicht noch weiter mit seiner Neugier zur Last fallen und fragte nicht weiter nach. Thranduil musterte seinen Sohn noch kurz und bat ihn dann zu gehen. Der Schmerz wurde stärker und es pochte pulsierend in seinem Kopf. Mit einem Nicken verließ Legolas die Bibliothek. Als er gegangen war schenkte sich Thranduil noch Wein ein und versuchte sich so zu entspannen. Der Gedanke diese mächtige Elbe in seinem Palast zu haben erregte ihn. Er war sich sicher, dass sein Sohn sie dieses Mal finden würde. Allerdings wusste er nicht, wie die Elbe oder der Elbling reagieren würde. Es waren Gedanken, die dem König eigentlich fremd waren, da er nie über so etwas nachdenken musste, wenn er Boten oder andere Gäste empfing. Diese Elbe allerdings würde er nicht so schnell gehen lassen. Nicht ohne zu sehen, was diese geheimnisvollen Kräfte anrichten könnten. Er ließ sich auf einen Stuhl fallen und grübelte.

Als Legolas die Bibliothek verlassen hatte, brauchte er frische Luft, er schritt schnell durch die Gänge der Hallen und erreichte eine kleine Sonnenterrasse. Er nahm auf einer steinernen Bank Platz. Er versuchte die Informationen, die er gerade von seinem Vater
erfahren hatte zu verarbeiten und seine Gedanken auf seinen Kopf zu konzentrieren. Es wunderte ihn nicht, dass sein Vater ihm dieses Volk verheimlicht hatte, aber er aus  welchem Grund? Er schloss schließlich die Augen und atmete ruhig ein und aus. Ein
leichter Wind wehte ihm dabei um die Nase.
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