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Engelsblut

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 / MaleSlash
Alexander "Alec" Lightwood Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane
19.03.2021
24.07.2021
19
34.532
13
Alle Kapitel
69 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
19.03.2021 1.902
 
Hallo ihr Lieben :)

Tja, da ist sie: Die heißersehnte Fortsetzung! xD
Macht euch bereit für eine Menge Drama, Schmerz und viel Malec ^^
Die Kapitel werden diesmal einmal wöchentlich, wahrscheinlich freitags, veröffentlicht und sind auch anzahltechnisch mehr als beim ersten Teil.

Aber jetzt genug gebabbelt, ich schmeiß euch dann einfach mal direkt ins kalte Wasser ;)
Viel Spaß beim Lesen und ich freue mich, eure Meinung zu lesen^^

Eure Evangelina

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Der Mond warf sein strahlendes Licht über London und spiegelte sich in der Themse, die sich ruhig und leise durch die Stadt schlängelte. Auch in den Straßen wurde es immer leiser, als die Nacht hereinbrach.
Überall leuchtete warmes Licht durch die Fenster, so auch durch die einer kleinen, unscheinbaren Wohnung, die direkt am Fluss lag. Doch wenn man genauer hinschaute, sah man den Zauberglanz, der sich über das ganze Haus ausbreitete.
Im Inneren konnte man eine Frau mit nachtschwarzen Haaren und stahlgrauen Augen erkennen. Auf dem Dielenboden vor ihr prangte ein schwelendes Pentagramm und sie vollführte ein paar elegante Handbewegungen, während sie in einer fremden, teuflisch klingenden Sprache vor sich hin murmelte.
Zwei Monate hatte sie jetzt gewartet, hatte ihre Kräfte sammeln müssen und sich vollständig regeneriert. Zwei Monate, in denen sie immer wieder von Ort zu Ort, von Stadt zu Stadt gereist war, um sich wie ein streunender Köter zu verstecken. Doch jetzt war sie bereit, zurückzuschlagen.
Plötzlich gab es wie aus dem Nichts eine meterhohe Stichflamme in der Mitte des fünfeckigen Sterns. Ein grotesk entstellter Dämon erschien und der Kreis außen herum begann leicht zu qualmen.
Der Dämon wirkte fast durchscheinend, wie feuriger Rauch, und hatte spitze Hörner und scharfe Klauen.
„Was willst du, Hexe?“, fragte er an die Frau gewandt und seine Stimme jagte selbst ihr einen Schauer über den Rücken. Wie wenn man mit Fingernägeln über eine Schultafel kratzte, so kratzte auch seine Stimme in ihren Ohren.
„Ich werde dich und deine Schergen freilassen, niederer Dämonenfürst. Ich habe nur eine einzige Aufgabe für euch“, erwiderte sie und dabei glitt ein diabolisches Lächeln über ihr Gesicht.
„Welche Aufgabe soll das sein?“, hakte der Dämon nach.
„Ihr müsst jemanden verwunden, aber ihr dürft ihn nicht töten. Für das, was ich geplant habe, brauche ich ihn lebend...“
Sie erläuterte der scheußlichen Gestalt vor sich, was genau sie für sie tun sollten und der Dämon nickte zustimmend. „So soll es sein.“ Daraufhin wedelte die Hexe wieder mit ihren Händen und die feinen Linien des Pentagramms begannen zu glühen.
Mit einem lauten und verzerrten Geschrei trat der Dämonenfürst aus dem Kreis und stellte sich auf den Balkon.
Weiteres Kreischen war zu hören und in einem Sekundenbruchteil brachen unzählige kleinere, aber genauso entstellte, geflügelte Höllenwesen aus dem Pentagramm hervor und flogen durch die Balkontür nach draußen.
Die Nacht über London wurde erfüllt von den Flügelschlägen und dem schrillen Schreien der vielen Dämonen. Mit einem letzten Blick auf die Frau stieg der Fürst über die Brüstung und wurde von der Dunkelheit verschlungen.


Zwei Monate waren jetzt vergangen, seit Stella in Magnus‘ Leben aufgetaucht war. Alec hatte sich vollständig von dem Flammenden Blut erholt, nicht zuletzt dank seines Hexenmeisters, der ihn sehr umsorgt hatte.
Auch wenn es ihm manchmal sehr schwer fiel, war es doch auch sehr schön gewesen, sich von ihm helfen zu lassen. Magnus’ Schwester war sehr gerissen und verstand es, sich vor ihnen zu verstecken. Ihre einzige Chance, ihr näher zu kommen, waren die Abtrünnigen, mit denen sie konspiriert hatte.
Also konzentrierten die Shadowhunter sich auf diese Rebellen, was Alec nur Recht war. So würde er diejenigen schnappen, die gegen seine Regierungsweise vorgingen und konnte vielleicht auch noch etwas über die Hexenmeisterin herausfinden.
Seit einer Woche wohnten er und Magnus deshalb wieder übergangsweise in New York in ihrem alten Apartment, da Izzy eine heiße Spur zu den Abtrünnigen gefunden hatte. Er als Inquisitor wollte unbedingt dabei sein, nicht zuletzt auch wegen der Kämpfe, die er neben der eher langweiligen Schreibtischarbeit manchmal vermisste.
Er sehnte sich mal wieder danach, mit seiner Schwester und seinem Parabatai Seite an Seite Dämonen und Verräter zu jagen. Magnus schien die Abwechslung sehr zu gefallen, war er in Alicante doch hauptsächlich nur für einfache Schutzzauber und Portale zuständig.
Gerade saßen sie alle zusammen in Alec‘s Büro, das er im New Yorker Institut bewohnte, auf dem Boden und aßen genüsslich das bestellte Essen vom Chinesen. Gelassen machten sie heitere Scherze und lachten dabei.
Magnus wischte liebevoll einen Tropfen Soße von Alec‘s Mundwinkel, der natürlich sofort rot wurde und verlegen zur Seite sah. Plötzlich war die gute Stimmung vorbei, als alle ihre Handys alarmierend klingelten und sie auf die rotblinkenden Displays sahen.
„Dämonenalarm“, sagte Izzy nur und war auch schon aufgesprungen. Schnell taten die anderen es ihr gleich und folgten ihr in die Einsatzzentrale.
Auf dem großen Tisch war die Stadt in einem 3D-Modell zu sehen und sie erkannten, dass einige rote Punkte an einer Straßenecke nicht allzu weit vom Institut entfernt aufleuchteten. Ohne viele Worte waren sie schnell in der Waffenkammer und holten ihre Ausrüstung.
Magnus stand schon kampfbereit neben seinem Ehemann, als dieser sich zu ihm umdrehte.
„Bleib du hier“, sagte Alec und konnte nur mit Mühe seine Sorge in der Stimme überspielen.
„Du bist derjenige, dem ich am meisten vertraue und wenn in der Zwischenzeit irgendwelche Informationen über Stella reinkommen, möchte ich, dass du hier bist.“
Er hatte leicht die Hand ausgestreckt, als er sprach. Es rührte Magnus, dass er ihm so sehr vertraute, auch wenn er ein wenig enttäuscht war, nicht mit auf Dämonenjagd zu gehen.
„Alles was du willst, mein Hübscher“, erwiderte er leicht neckend.
Alec war kurz sprachlos und schüttelte nur den Kopf, um die erneut aufsteigende Röte zu vertreiben. Dann griff er mit der noch immer ausgestreckten Hand nach Magnus‘ Kragen, zog ihn mit einem schnellen Ruck zu sich heran und küsste ihn bestimmt.
„Ich liebe dich“, murmelte er noch leise, bevor er sich vollends umwandte und mit Izzy und Jace aus dem Institut stürmte.

„Wieviele Dämonen sind es?“, fragte Alec, als sie zu dritt den Eingangsbereich des alten Tanzstudios durchquerten.
„Mindestens 10, aber geht mal lieber von mehr aus“, erwiderte seine Schwester und blickte sich um.
Vor ihnen öffnete sich ein riesiger Raum mit Spiegeln an den Wänden und es war stockdunkel. Das Studio wurde schon vor Jahren geschlossen, als der Besitzer sich wegen Krankheit zur Ruhe setzte. Woher Alec das wusste?
Er hatte mal ganz kurz darüber nachgedacht, sich hier anzumelden, kurz nachdem er Magnus kennen und lieben gelernt hatte und er sah, wie tanzbegeistert dieser war. Doch dann kam ja alles anders und es war keine Zeit mehr, an solch belanglose und normale Dinge zu denken.
Er schüttelte die Erinnerungen ab und konzentrierte sich auf seine Aufgabe. Sein Bogen lag gespannt in seinen Händen, mit einem Pfeil bereits im Anschlag. Izzy und Jace neben ihm hatten ihre Peitsche und Seraphklinge gezückt und waren ebenfalls bereit, sofort zu reagieren.
Unvermittelt stürzten sich einige Dämonen von der Decke auf sie herab und durch die vielen Spiegeln sah es nach viel mehr Höllenwesen aus, als es eigentlich waren. Mit Flügeln und Krallen segelten sie durch die Luft über ihren Köpfen.
Blitzschnell verteilten sich die drei und Alec ging einige Schritte zurück, um mehr Abstand zu haben und die fratzenhaften Gestalten aus der Ferne zu töten. Ein Pfeil nach dem anderen schnellte hervor und nicht einer verfehlte sein Ziel. Nicht mehr viele von ihnen waren übrig und auch Izzy tötete alles, was sich ihr in den Weg stellte.
Während Jace sich auf einen Dämonen vor sich konzentrierte, bemerkte er nicht den, der sich von hinten auf ihn stürzen wollte.
Gerade in dem Moment, wo der Blonde sich umdrehte, traf Alec’s Pfeil den Dämonen im Rücken und er ging in Flammen auf. Jace warf seinem Parabatai einen dankbaren Blick zu, aber schlagartig änderte sich seine Miene.
„Alec, pass auf!“
Doch es war schon zu spät. Der Shadowhunter hatte nicht bemerkt, wie sich Rauch hinter ihm bildete, sich zu einem übergroßen Dämonen mit Hörnern und Klauen formte und die Pranke in Alec’s Schulterblatt trieb.
Er keuchte laut auf, drehte sich jedoch ruckartig um und stieß ihm die schnell gezückte Seraphklinge in den Unterleib. Mit einem lauten Kreischen wand der Dämon sich noch kurz, bevor er endgültig zu Staub zerfiel.
Die restlichen geflügelten Wesen gaben ein ähnliches Geräusch von sich, bevor sie eines der Fenster an der Seite durchschlugen und auf und davon waren.
Sofort waren seine Geschwister bei Alec, der sich mit schmerzverzerrtem Gesicht die Schulter hielt. Es ärgerte ihn, dass er beim ersten Einsatz verletzt wurde, nachdem er so lange am Schreibtisch saß.
„Lass mich mal sehen“, sagte Jace und ließ keine Widerworte zu. Alec drehte ihm den Rücken zu und zog sein Shirt ein wenig zur Seite.
„Es ist nicht tief, das ist gut. Der Dämon hat dich wohl nur gestreift“, erklärte sein Parabatai und zog gleich darauf seine Stele aus der Hosentasche. Nachdem er Alec’s Heilrune aktivierte, spürte dieser, wie die Wunde sich schloss und die Kraft in seinen Arm zurückkehrte.
„Geht’s?“, fragte Izzy besorgt. Sie hatte eine Hand auf seine andere Schulter gelegt und musterte ihn bekümmert.
„Ja, es ist schon wieder viel besser“, antwortete er ehrlich. „Okay. Lasst uns zurück gehen, die wenigen Dämonen, die noch übrig waren, sind jetzt eh erst mal weg und im Institut können wir sie vielleicht aufspüren“, meinte sie dann.
Alle nickten zustimmend und machten sich dann auf den Rückweg.
Als sie im Institut ankamen, lief ihnen Magnus auch gleich schon entgegen.
„Gibt‘s was Neues?“, fragte Alec ihn neugierig. Er musste nicht erwähnen, dass er damit Stella meinte. Sein Hexenmeister schüttelte nur den Kopf.
„Nein, leider nicht. Wie war es bei euch?“, fragte er an die drei gewandt, umarmte Alec jedoch recht stürmisch. Unter seinen Fingern spürte er die Löcher des schwarzen Shirts und merkte, wie sie leicht feucht wurden. Magnus runzelte die Stirn, zog sich zurück und war kurz geschockt, als er seine roten Finger sah.
„Ist das etwa Blut?!“, fragte er und blickte in die dunklen Augen seines Ehemanns. Er konnte in seinem Blick erkennen, dass dieser hin und hergerissen war, es ihm zu erklären oder einfach nur abzutun. Der Hexer schaute fordernd in seine Augen und zog die Mundwinkel nach unten, als warte er auf eine Antwort.
Alec seufzte ergeben. „Einer der Dämonen hat mich von hinten erwischt, aber es ist nicht so schlimm“, wiegelte er gleich ab, als er Magnus‘ sorgenvollen Blick sah. „Die Heilrune hat alles verheilt. Mir geht‘s gut, wirklich“, versicherte er ihm und küsste ihn schnell.
„Das liegt wahrscheinlich daran, dass er nur noch hinter seinem Schreibtisch sitzt“, murmelte Jace schmunzelnd.
„Hey. Dein Bruder hat eine wirklich verantwortungsvolle Aufgabe, die Politik ist auch ein Kampf. Die Ratsmitglieder können genauso zu Dämonen werden, wie die, die ihr vernichtet.“ Verärgert wandte Magnus sich an Jace, der nur grinste und auch Alec musste lächeln.
„Ist okay, Magnus. Er hat ja irgendwie recht“, sagte er nur. Schnaubend drehte sich der Hexenmeister zu seinem Shadowhunter um.
„Ich werde mir das selbst ansehen“, meinte er und deutete auf die Schulter und eigentlich auch den restlichen Teil seines Körpers.
„Zuhause“, fügte er dann noch hinzu. Alec verstand den Wink, dass er damit jetzt sofort meinte und sah zu seiner Schwester.
„Geh nur. Ich halte euch auf dem Laufenden“, stimmte sie ebenfalls grinsend zu. Kaum hatte sie ausgesprochen, drehte Magnus schon seine Hände und erschuf ein Portal in das Apartment, durch das er Alec gleich darauf auch hindurch schob.
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