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Manchmal braucht sie es

von RamonaXX
OneshotFamilie, Schmerz/Trost / P12 / Gen
Ellie Joel
17.03.2021
17.03.2021
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17.03.2021 1.345
 
Vorbemerkung:
Nach langer Pause in diesem Fandom, hat mich ein Bild inspiriert wieder etwas zu Joel und Ellie zu schreiben. Und weil Ellie für mich immer ein Waisenkind bleiben wird und Joel ihr Papa-Bär, ist etwas mit sehr vielen Vater-Tochter Gefühlen dabei rausgekommen – passend zu dem besagten Bild.



Manchmal braucht sie es

Manchmal braucht sie es. Die Routine mit ihm.
Es gibt ihr die nötige Sicherheit, wenn alles um sie herum droht aus den Fugen zu geraten. Er gibt ihr eine innere Stabilität, die sie mehr braucht, als sie es zugeben will und kann.

Der Alltag mit Joel festigt sie in einer Weise, die sie kaum zu beschreiben weiß. Denn im Grunde kommt sie prima alleine klar. Sie braucht ihn nicht und ein bisschen will sie ihn auch gar nicht brauchen; will unabhängig und frei sein.

Und dann kommt es doch wieder auf, dieses tröstende Gefühl, das die Routine mit ihm bringt, wenn alles Kopf steht, ihre Gedanken kreisen, sie alptraumhafte Tagträume bekommt und sich nicht aus eigener Kraft davon lösen kann.

Dann ist Joel für sie da, zieht sie auf eine fast magische Art aus ihren Zweifeln und hält ihr Gedankenkarussell mit seinen starken Armen an. Sie muss nicht einmal darüber sprechen, was sie bedrückt und er fragt sie auch nicht danach. Für beides ist sie ihm unendlich dankbar.

Ihre Dankbarkeit zeigt sich in ihrem Blick. Immer dann, wenn sie ein Stück Alltag gemeinsam verleben und sich ihr Blick an seine großen dunklen Augen heftet. Dann kann sie es nicht unterdrücken zu lächeln, einfach weil sie glücklich ist, Routine mit ihm teilen zu können.


Manchmal braucht sie es. Das Streiten mit ihm.
Wo angestaute Gefühle sind, da ist auch Wut. Und sie trägt eine Menge Wut mit sich herum. Mal ist sie wütend auf die Welt, mal auf die Menschen, die sie verlassen haben, dann wieder auf die Welt, ihre Immunität und auf das Leben, das sie führen müssen.

Ab und an ist sie auch wütend auf Joel. Sie weiß nicht warum, aber es gibt diese Momente, wo er der einzige Mensch in ihrem Dunstkreis zu sein scheint, der ihrer Wut gewachsen ist. Dann lässt sie alles los, was aus ihr hinaus will und was sie nicht länger in sich halten kann.

Sie tut das absichtlich. Sie brüllt ihn an, macht ihm Vorwürfe und schreit und weint und kriegt sich nicht wieder ein. Hin und wieder brüllt er zurück und sie ist erleichtert, dass sie nicht die einzige ist, die leidet. Auch Joel trägt Wut mit sich herum.

Doch irgendwann kommt immer der Punkt, wo er seine Wut überwindet, auf sie zugeht und sie schützend an seinen massiven Körper presst. Wie ein kleiner Donnergott hämmert sie dann mit ihren Fäusten gegen seinen harten Griff und versucht ihn zu kratzen oder zu beißen.

Und er? Er hält sie einfach fest, bis ihre Wut verraucht ist und ihr Zorn sich gelegt hat.


Manchmal braucht sie es. Seine stoische Gelassenheit.
Es gibt diese Augenblicke, wenn sie etwas Neues aus der »Alten Welt« entdeckt oder etwas Spannendes bevorsteht – dann ist sie ungeduldig und aufgedreht, wie ein normales Kind in ihrem Alter. Dann ist das Leben pure Freude, macht Spaß und könnte kaum besser sein.

Er lässt sich davon nicht so leicht anstecken. Joel kann so ruhig und ausgeglichen sein, dass er es schafft sie damit aufzuziehen, indem er Desinteresse vortäuscht, sie auf spielerische Weise ignoriert oder so tut, als würde er sie nicht ernst nehmen.

Sie probiert dann alles aus, um ihn aus seiner Reserve zu locken. Sie springt und hüpft um ihn herum, lacht und tanzt, zupft an seiner Kleidung und pikt ihn in die Seite. Aber er bleibt die Ruhe selbst, gelassen und unumstößlich wie ein Fels.

Es ist ein Spiel zwischen ihnen, das niemals aufhört und immer damit endet, dass sie ihn gegen seinen kräftigen Oberarm boxt und ihn einen muffigen, alten Brummbären nennt, der keinen Spaß versteht. Dann muss er lachen und kommt für einen Moment aus seiner Festung heraus.

An diesem Punkt hat ihre Lebensfreude gesiegt und sie teilt mit einem großen Aufatmen seine Gelassenheit, die sie durchströmt, wie warmes, sauberes Wasser aus der Leitung, das es früher überall gab. Seine Entspanntheit, ist ihre Zuversicht.


Manchmal sucht sie es. Seine beruhigende Nähe.
Wenn bösartige Träume sie in der Nacht wecken und vom erneuten Einschlafen abhalten, dann handeln diese Träume nie von dem, was da draußen ist, wie sie verletzt oder getötet wird. Sie handeln immer davon, was passiert, wenn Joel verletzt wird, sie getrennt werden, er sie verlässt oder sie ihn verliert.

Dann ist das einzige, was ihre bedrohlichen Träume stoppen kann, seine Nähe. Joel besitzt die Gabe, ihr jede Angst zu nehmen; besonders, wenn er sie im Arm hält und sie seinen Körper spürt.

Mit einem einzigen Wiegen und einem gehauchten Wort, schafft er es all ihre Geister und Gespenster zu vertreiben. Und es ist egal, ob sie dabei schluchzt, weint oder ganz still ist, seine Umarmung ist die beste Medizin. Erst recht, wenn sie an seiner Brust seinem Herzschlag lauscht und er sein kratziges Kinn auf ihr Haupt stützt.

Tatsächlich ist sein Bart struppig und rau. Dennoch mag sie oft nichts lieber tun, als die Hand danach auszustrecken und ihn zu streicheln. Er lässt sich das gefallen. Und sobald sie sich vergewissert hat, dass ihr texansicher Papa-Bär echt ist, ist alles wieder gut.

Sein gleichmäßiger, tiefer Atme und sein unverwechselbarer Geruch, sind die letzten Dinge, die sie wahrnimmt, bevor sie ohne Angst die Augen schließt und sicher einschläft.


Manchmal findet sie es. Seine beschützende Natur.
Sein Schlafplatz ist der sicherste Ort der Welt. Was immer auch in ihr vorgeht oder sie aufwühlt, bei ihm kommt sie zur Ruhe. Es ist eine Erfahrung, die längst in ihrem Unterbewusstsein verankert ist und die sie doch immer wieder auffrischen möchte.

Dann legt sie sich zu ihm und schmust sich so fest an seinen kantigen, männlichen Körper, bis er sie mit einem leisen Brummen in den Arm nimmt. Sie mag es, wenn Joel brummt, denn sie liebt es das Vibrieren in seiner Brust zu spüren und wie sein Atem sanft ihr Haar streift.

Außerdem liebt sie seine Wärme. Joels Körper ist die beste Heizung. Immer richtig temperiert. Immer warm. Immer verlässlich. Es ist seine Nähe, die sie beruhigt und seine Wärme, die sie entspannt. Nie fiel es ihr leichter durchzuschlafen.

Es ist seine Natur, die dieses tiefe Urvertauen in ihr weckt. Joel verteidigt und beschützt sie auf eine Art, die alles sein kann. Aggressiv, wenn sie sich zur Wehr setzen müssen. Bevormundet, wenn es gilt Gefahren aus dem Weg zu gehen. Mitfühlend, wenn ihr Gedankenkarussell zur Achterbahn wird. Und liebevoll, wenn sie einfach nur kuscheln möchte.

Was bleibt, ist die starke Wirkung seiner Präsenz und seine unerschöpfliche Wärme. Eine Geborgenheit, auf die sie niemals verzichten will.


Manchmal braucht sie es. All das, was Joel für sie ist.
Ihr Retter. Ihr Beschützer. Ihr Ausblick. Ihr Anker. Ihr Haus mit Garten. Es klingt albern, aber genau so ist es. Joel ist der Mensch, der ihrem Leben Festigkeit gibt, seit sie sich das erste Mal begegnet sind.

Er tut das, indem er sie umsorgt, Verständnis zeigt, ihr Fehltritte verzeiht und sie etwas fühlen lässt, was es nie zuvor in ihrem Leben gab; Zuneigung. Es fühlt sich um Längen besser an, auf dieser Welt zu sein, mit der Gewissheit, dass sie seine Zuneigung hat.

Wenn sie ihn braucht, ist er da. Wenn sie nach ihm ruft, hört er ihre Stimme. Wenn sie friert, wärmt er sie. Wenn sie zittert, hält er sie. Und wenn sie weint und es zulässt, dann wischt er ihre Tränen fort und nennt sie sein ’kleines Mädchen’.

Sogar wenn sie Reißaus vor ihm nimmt und wegläuft, lässt er sie spüren, dass sie seiner Liebe nicht entfliehen kann. Er ist ihre Familie, zu der sie immer wieder zurückkommen darf, egal was sie verbockt oder angestellt hat.

Tief in ihrem Herzen wünscht sie sich, dass sie immer sein ’kleines Mädchen’ sein wird. Und dass er immer bei ihr bleiben wird, was auch geschieht. Denn manchmal ist alles, was Ellie braucht, Joel selbst.
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