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Nur einen Tanz

von Herarey
KurzgeschichteHumor, Romance / P12 / Het
OC (Own Character) Talbott Winger
16.03.2021
16.03.2021
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16.03.2021 2.030
 
Auf dem Sternenball von Hogwarts war die Stimmung ausgelassen, die Schüler tanzen, lachten und genossen das Fest in vollen Zügen. Sogar Merula schien das Fest zu gefallen, von weiten konnte Liv sie lächeln sehen, es war nicht das übliche höhnische Lächeln, sondern ein ganz normales, mit den gekämmten Haaren und dem Kleid, sah sie so schon fast richtig nett aus.
Aber irgendwie verwandelte der Abend alle ein wenig, außer vielleicht Tonks, sie hatte es geschafft ihrem Kleid jeden Hauch von Elegants zu nehmen, und es zur einem Absolutem Gegenteil aller anderen Bekleidungen in diesem Saal zu gestalten. Liv fragte sich ob das ihre ständige Rebellion war, oder ob Tonks einfach nur sie selbst war, im Grunde wusste sie das es der zweite Punkt war und deswegen bewunderte sie ihre Freundin auch so.
Sie strich einen Moment in Gedanken über ihr dunkelrotes Kleid und fragte sich, ob es sie irgendwo wieder spiegelte. Sonst lief sie eigentlich nur in bequemer Hose rum, ohne diesen Ball hätte sie nie freiwillig ein Kleid angezogen.
Rasch schüttelte sie den Kopf, warum dachte sie jetzt gerade über sowas nach? Nur weil jemand anderes, er selbst geblieben war und nicht zu diesem Ball gegangen war.
Das war doch jetzt egal, sie hatte so viel Spaß bis jetzt gehabt und das sollte auch so bleiben.
Sie hatte schon ein paar Mal mit Barnaby getanzt, mit Tonks, Tulip und Bill gequatscht und immer wieder Penny versichert das ihre Dekoration ein Traum ist.
Alles war wunderbar und doch hatte sie das Gefühl, als würde sie nicht mehr richtig Luft bekommen.
Und so verschwand sie aus der großen Halle, ohne von den anderen bemerkt zu werden und ging Richtung Innenhof.

Als sie in den dunklen steinernen Hof trat, empfing sie eine milde Herbstnacht, die sie genüsslich einatmete.
Der Hof lag still im Mondlicht vor ihr, nur das Plätschern des Brunnens war zu hören.
Die Nacht empfing sie wie immer wie ein Freund, der sie in seinen vertrauten dunklen Umhang aus Stille und Geborgenheit hüllte.
Langsam schlenderte sie über den Hof und genoss die angenehme Ruhe und dieses Gefühl, das trubelige Leben für einen Moment einfach zu vergessen.
Doch plötzlich hörte sie ein Rascheln, das nicht vom Wind kam und sie sah, wie sich eine Gestalt aus den Schatten des Umgangs, der den Hof umgab, löste und auf sie zu kam.
Kurz packte sie die Furcht, sie hatte wehrend ihren Jahren in Hogwarts gelernt das auf diesem Gelände auch immer die Gefahr lauert, doch dann erkannte sie Talbott, der sie wie immer mit seinem leicht ironischen Lächeln anschaute und dabei den Kopf ein wenig schräg legte.
„Schon genug getanzt?“ fragte er mit seiner rauen Stimme, in der wie immer ein Hauch von Spott mitklang, den Liv aber nie wirklich erst nahm.
Sie lächelte ihn an „erst mal schon und du hattest natürlich keine Lust auf Tanzen“
„Ein Raum voll Meschen die sich unterhalten wollen“ er hob verächtlich die Augenbrauen „ich glaub ich kann mir nichts schlimmeres vorstellen.“
Sie konnte nicht anders als zu lachen „ich glaub schon das es schlimmeres gibt, auch für dich.“
Sie überlegte kurz, da ihr eine Idee gekommen war, über die sie jetzt schon grinsen musste „da könnte man sogleich ein Spiel raus machen“.
Talbott sah skeptisch aus „ein Spiel, das man zu zweit spielen muss?“
Liv grinste noch ein wenig breiter, eine andere Reaktion hatte sie von ihm nicht erwartet „zu zweit und nur mit dir, mit anderen würde das Spiel nicht so viel Spaß machen, auf jeden Fall nicht, mit der Idee, die ich gerade dazu habe.“
Die Skeptik verschwand nicht ganz aus seinem Gesicht, aber sie mischte sich mit Neugier.
„Okay, du hast meine Aufmerksamkeit“
„Oh wirklich, bist du sicher, dass du sie mir schenken willst und nicht lieber wieder deinen eigenen Gedanken“ spottete Liv.
„du hast sie nicht für lange und sie ist nur geliehen, also beeil dich, meine Gedanken sind wirklich sehr interessant“ grinste er sie leicht selbstgefällig an.
„okay okay“ fing Liv lachend an „also was würdest du lieber tun ...“
„dein Erst“ viel er ihr gleich ins Wort.
„jetzt hör zu! Also was würdest du lieber tun, auf den Ball gehen, oder in einer Wanne mit Stinksaft baden?“
Talbott hatte wieder sein mokantes Lächeln auf den Lippen „ich nehme die Wanne“
„Okay, nächste Runde“ sagte Liv nur, sie hatte mit der Antwort gerechnet.
„wie, das Spiel geht weit?“
„mindestens 3 Runden. Also was würdest du lieber tun, auf den Ball gehen, oder mit einer Teufelsschlinge kuscheln“
„solange die Sonne scheint, kuschel ich liebend gern mit der Teufelsschlinge“
Liv musste bei der Vorstellung wieder Lachen „Habe ich mir gedacht, okay letzte Runde, dann hast du es geschafft. Was würdest du lieber tun, eine Stunde auf den Ball gehen oder mit Penny einen ganzen Tag in einem Raum eingesperrt sein?“
Talbott hob die Augenbrauen „das ist eine Fangfrage, oder? Penny ist auch auf dem Ball, bestimmt hat sie dich 100mal gefragt, wie großartig ihre Dekoration ist, oder?“
Liv seufzte „das hat sie echt, aber du musst dich entscheiden, auf dem Ball könntest du auch mit anderen reden, wie mit mir, oder einfach nur tanzen, ohne zu reden.“
„Gutes Argument“ er setzte eine nachdenkliche Miene auf „… mmh einen ganzen Tag mit Penny in einem Raum, sie ist irgendwo eine Freundin von mir, aber sie kann echt viel reden.“
Liv kicherte „ja das kann sie“ stimmte sie ihm zu.
„okay Liv, du hat mich, ich nehme den Ball“
Auf einmal kam er noch ein Schritt auf sie zu und sah ihr fest in die Augen.
Liv merkte wie ihr Herz anfing schneller zuschlagen.
„Okay ich bin auf dem Ball, aber mit dir tanzen und reden kann ich nicht, da du mit jemanden anderem da bist“ sein Lächeln war verschwunden, er sah sie nur ernst an, in seinen Augen glänzte etwas, was wie Wut aussah, aber vielleicht täuschte sie sich.
„Dich habe ich zuerst gefragt, du wolltest nicht“ entgegnete sie flüsternd.
Er seufzte und trat wieder einen Schritt zurück, wandte sich leicht von ihr ab und ließ seinen Blick nachdenklich über den mondbeschienenen Hof gleiten.
Liv merkte wie ihr Herz sich ein wenig beruhigte, aber nicht ganz.
„Da hast du recht, ich habe abgelehnt, aber musstest du unbedingt eine Begleitung haben?“
Sie merkte, wie ihr vor Verlegenheit eine leichte Röte ihre Wangen stiegt „eigentlich nicht, ich hatte das Gefühl alle würden jeder mit jemanden hingehen, ich hatte nur im Kopf Date und Kleid und nebenbei noch wenigstens die anderen Freunde zu überzeugen hinzugehen, da habe ich nicht mehr viel weiter nachgedacht“ sie seufzte „und am Ende hatte fast keine ein Date“
Er drehte sich wieder zu ihr um „du solltest wohl mal wieder öfter allein Zeit verbringen, da kann man besser nachdenken“
„das sollte ich wohl“ stimmte sie zu.
Talbott musterte sie kurz, wobei er leicht die Stirn runzelte „manchmal weiß ich einfach nicht was ich von dir halten soll, auf der einen Seite bist du umgeben mit deinen ganzen Freunden, auf der anderen Seite suchst du immer wieder die Stille der Einsamkeit“
Sie musste nicht was sie dazu sagen sollte, oder ob sie überhaupt etwas sagen sollte, also stand sie nur da und sah ihn an und er sah sie an.
Und wieder kam er ihr näher und wieder fing ihr Herz an, schneller zu schlagen. Ganz langsam hob er seine Hand und, ohne ihr in die Augen zuschauen, strich er ihr eine Strähne hinters Ohr „wirklich ich habe keine Ahnung“ murmelte er und sah ihr in die Augen, sie hatte das Gefühl als würde sie in dem Rot versinken und die Welt um sie würde sich auflösen.
Seine Hand nahm er nicht sofort weg und so ließ sie ihre Wange leicht in seine Hand sinken, ohne sich von seinen Augen zu lösen.
Diese weiteten sich kurz ein wenig und ein Hauch von Überraschung erschien darin.
Und dann beugte er sich zu ihr und seine Lippen berührten ihre.
Es war ein sanfter Kuss, wie der erste Frühlingswind, der noch kühl ist und doch einem das Herz erwärmt.
Und doch nahm er ihr den Atem und trug sie weg, in eine Dunkelheit von blühendem Rot und Wärme. Er vertrieb alle ihre Gedanken, lies sie ihre Augen schließen und einfach diesen zauberhaften Moment genießen.
Seine Hand, die an ihrer Wange lag, gilt in ihren Nacken und zog sie noch ein Stück näher, so dass sie seine rauen und doch so sanften Lippen noch ein wenig mehr spüren konnte.
Sein Duft nach Wald und frischen Stroh umhüllte sie und lies auch den letzten Hauch von Wahrnehmung, an Ort und Zeit, verschwinden.
Als er sich langsam von ihr löste, kehre die Wirklichkeit nur nach und nach zu ihr zurück, wie ein scheues Reh.
Talbott lächelte, fast schon schüchtern, ohne seine übliche Spur von Ironie.
„Bis bald“ flüsterte er auf einmal und wollte in der Dunkelheit verschwinden.
Es war als würde sie endlich erwachen, sie stolperte nach vorne als müssten sich ihre Beine erinnern, wie man sich bewegt.
„Halt“ stieß sie hervor und hielt ihn an der linken Hand fest „ich weiß das du jetzt wieder allein sein willst, das war dir wahrscheinlich genug Gesellschaft für diesen Tag. Aber heute bin ich mal wieder egoistisch, ich hatte für den Abend einen Wunsch, mit dem Kuss habe ich nicht gerechnet, meine Träume waren wohl noch nicht so weit. Aber wenn es okay ist, möchte ich mir heute noch etwas dazu wünschen“ sprudelte es eilig aus ihr heraus.
Talbott drehte sich nicht zu ihr um, obwohl sie seine Hand festhielt, aber er entzog sich ihr auch nicht, es war als würde er nachdenken.
Liv wusste das er sich nach seiner Einsamkeit sehnte und sie freute sich schon darüber, dass er für sie zögerte.
Doch er entzog ihr seine Hand und sie spürte wie Traurigkeit in ihr aufstiegt.
Jedoch ging er nicht, sondern drehte sich zu ihr um, mit seinem üblichen ironischen Lächeln, das sie so sehr mochte.
„Was ist dein Wunsch für heute gewesen?“
„Ich wollte mit dir tanzen“ entfuhr es ihr direkt.
Er verzog das Gesicht „ich werde nicht auf diesen Ball gehen, ich dachte das wäre klar! Oder war das eine erstgemeinte Drohung mit Penny und diesem Raum?“
Sie musste schmunzeln „nein keine Sorge. Aber ich merk es mir vielleicht, falls ich mal eine Bestrafung für dich brauche.“
Herausfordernd hob er die Augenbrauen.
Sie kam noch einen kleinen Schritt auf ihn zu und nahm seine Hand in ihre zwei, so konnte sie bei den nächsten Worten die Hände anschauen und nicht in seine, sie heute so verwirrenden Augen.
„Ich habe nichts vom Ball gesagt, ich habe nur gesagt, dass ich mit dir tanzen will“ flüsterte sie.
Darauf folgte ein Moment der Stille zwischen ihnen, in der sie nicht anders konnte als die Luft anzuhalten.
Es war als wäre sie ins kalte Wasser gesprungen, aber noch nicht bereit wieder aufzutauchen.
Dann plötzlich zog die Hand, die sie festhielt an ihr und sie fiel in Talbotts Arme.
Er umschlang ihre Hüften und zog sie so, noch näher zu sich. Sie spürte seinen Atem an ihrem Ohr, was ein kleinen Schauer über ihren Rücken kribbeln ließ.
„Ich glaub den Wunsch kann ich dir erfüllen, aber wir haben hier draußen keine Musik“ flüsterte er ihr zu.
Sie merkte, wie sie einfach glücklich lächeln musste.
Liv schlag ihre Arme um seinen Hals und legte ihrem Kopf auf seine Schulter.
„Du magst doch Musik eh nicht so gerne“ flüsterte sie zurück „wir können ja mal schauen, ob man wirklich Musik zum Tanzen braucht, oder ob die Stille vielleicht auch viel besser ist.“
Sie hörte ihn leise lachen und dann fing er an sie im Rhythmus zu gar nichts, leicht hin und her wiegte.
Sie schloss für einen Moment die Augen und genoss seine Nähe und lies sich von ihm führe.
Ab und zu wirbelte er sie sogar über den steinerden Hof, durch die kühle Nachtluft, nur um sie dann wieder in seine Arme zu ziehen.
Die Zeit war wieder vergessen, vielleicht tanzten sie nur seit ein paar Minuten, vielleicht auch schon viel länger, vielleicht war das Fest schon vorbei und alle in ihren Schlafsälen, vielleicht war alles auch nur ein Traum.
Doch über dies dachten niemand von ihnen nach.
Und so tanzend sie zusammen im Mondlicht.
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