Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Jane Potter das Leben

GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Harry Potter James "Krone" Potter Lily Potter Remus "Moony" Lupin Sirius "Tatze" Black
16.03.2021
08.04.2021
5
6.211
1
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
18.03.2021 1.447
 
Sirius hatte schon den ganzen Tag ein seltsames Gefühl.

Seit der Krieg richtig in Fahrt gekommen war und es immer mehr Tode gegeben hatte, hatte er dieses Gefühl, dieses leichte drücken in der Magengegend immer gemischt mit der leisen Vorahnung, dass gleich irgendetwas passieren würde. Er hatte sich eigentlich schon fast daran gewöhnt. Jeden Moment konnte man die Nachricht, dass wieder jemand vom Orden tot war. Oder in den Wahnsinn gefoltert wie Alice und Frank. Oder spurlos verschwunden. Sirius seufzte. Wann war dieser Krieg wohl nun endlich vorbei. Lange konnte die gute Seite doch nicht länger überleben.

Doch heute war es irgendwie anders. Es war nicht direkt bloß ein Gefühl in der Magengegend. Es war schlimmer. Irgendwie härter. Als würde in den nächsten Minuten etwas furchtbar schreckliches geschehen.
Sirius versuchte das Gefühl zu unterdrücken, indem er allerlei Angriffszauber übte, die er sowieso schon längst kannte oder Berichte las, die er auch schon längst auswendig konnte. Gegen Abend hin wurde das Gefühl immer schlimmer und er beschloss eine kleine Ausfahrt auf seinem Magischen Motorrad zu machen. Das Motorrad war eines seiner wenigen Besitztümer, die er wirklich mochte, denn er hatte es letztes Jahr mit James bei einem Muggelhändler gekauft und es mit Hilfe von Magie umgebaut und einige coole Funktionen eingebaut. Natürlich hatten sie einen Seitenwagen an das Motorrad geschraubt, denn nach der harten Arbeit wollten sie natürlich gemeinsam mit ihm fahren, doch die beste Aufrüstung des Motorrads war, dass es mit Hilfe eines schwierigen Zaubers in der Lage war zu fliegen. Mit diesem Fahrzeug hatten er und James schon allerlei erlebt und viel Spaß gehabt. Bei dem Gedanken, wie James und er von der Muggelpolizei verfolgt worden war, schlich sich ein leichtes Lächeln auf seine Lippen, doch das blöde Gefühl verschwand immer noch nicht.
Deswegen setzte er sich auf das Motorrad, startete den Motor und flog in den kalten, sternenklaren Nachthimmel. Das einzige was besser war als das, war auf einem Besen zu sitzen, dachte er bei sich und als das Wort Besen in seinen Gedanken fiel, musste er unweigerlich sofort an seinen besten Freund denken. James war schon seit er ihn kannte vollkommen vernarrt in Quidditch gewesen und hatte auch alles dafür getan in die Schulmannschaft zu kommen, wobei er ja auch erfolgreich gewesen war.

Kurzerhand beschloss Sirius nun, kurz bei den Potters vorbeizuschauen. Er würde nicht klopfen, denn es war ja schon spät, aber vielleicht würde das bedrückende Gefühl endlich weggehen. Als er nach ca. 10 Minuten über Godricks Hollow flog stockte ihm der Atem. Das Haus der Potters war vollkommen zerstört.

„Nein, nein, nein, nein, nein! Das konnte einfach nicht sein! Nicht auch noch die Potters! Nicht James, Lily, Jane und Harry!

Mit einem krachen rollte das Motorrad über die Straße und Sirius sprang noch während er bremste ab und rannte ins Haus. Wäre die Ruine des Hauses nicht schon beunruhigend genug, so waren es die fehlenden Schutzzauber umso mehr, denn niemand, nicht einmal er, würde einfach so in das Gebäude kommen ohne auf Zauber zu stoßen.

Mit immer mehr Panik sprintete er nun durch die Tür… und blieb stocksteif stehen. Niemals, nicht einmal in seinen allerschlimmsten Albträumen kam dieses durch und durch schreckliche Gefühl des Entsetzens vor, als er seinen Freund, seinen besten Freund, seinen Bruder reglos und mit offenen, blicklosen Augen vor sich liegen sah. Unglaubliche Gefühle der Trauer, der Wut und der Hilflosigkeit preschten auf ihn ein und drohten ihn zu überwältigen, doch im letzten Moment kamen ihm Lily, Jane und Harry in den Sinn. Schnell richtete er sich auf. James hätte gewollt, dass Sirius sich, statt um ihn zu trauern, jetzt um seine Familie kümmern sollte und so wandte er sich von dem toten Körper seines besten Freundes ab, drehte sich zur Seite und keuchte verzweifelt auf. Der kleine, zierliche Körper der da lag, dass konnte niemand anderes als Jane sein. Jane, der kleine Wirbelwind, der immer alle zum Lachen brachte. Jane die mit ihren vier Jahren doch viel zu jung für das alles hier war.

Kraftlos sank er neben ihr zusammen. Er konnte es nicht hinnehmen. Nicht nach James auch noch Jane. Ihre Augen waren noch halb offen und er schüttelte sie, schrie sie an, in der Hoffnung, dass sie reagieren würde, aber nichts passierte. Hätte er an ihrer Brust nach ihrem Herzschlag gelauscht, würde er wissen, dass sie sehr wohl noch am Leben war, wäre vielleicht bei ihr geblieben und viele Dinge hätten sich besser entwickelt, doch das Schicksal meint es oft nicht gut mit einem und so saß Sirius mit verzweifelter Miene vor Janes vermeintlich Totem Körper, als plötzlich Rubeus Hagrid, der Wildhüter von Hogwarts und ein alter Freund von ihm mit einem kleinen, weinenden Bündel in den Armen die Treppe heruntergestapft kam. Sirius brauchte wegen dem Schock und der Trauer ein paar Sekunden, bis er realisierte, dass das Bündel in Hagrids Armen Harry ist. „was ist mit Lily?“, fragte er ihn, doch Hagrid schüttelte nur den Kopf.  Völlig verzweifelt fasste Sirius einen Entschluss. Er musste auf Harry aufpassen .Er musste für ihn da sein. Es war seine Pflicht als James bester Freund und Harrys Pate. Er bat Hagrid darum ihm Harry zu geben doch der meinte nur, dass er von Dumbeldore den Auftrag hatte, Harry so schnell wie möglich zu ihm zu bringen und er das auch tun würde. Da Sirius es einsah, dass es wahrscheinlich sowieso besser wäre Harry zu Dumbeldore zu bringen gab er nach und beschloss Hagrid sein Motorrad zu geben. Nicht nur das Hagrid Harry damit so schnell wie möglich zu Dumbeldore und damit in Sicherheit bringen konnte, sondern auch weil er selbst wegen den früher schönen und jetzt schmerzvollen und wehmütigen Erinnerungen nicht mehr mit dem Motorrad fahren könnte und wollte.

Kaum war Hagrid mit Harry losgefahren, fing er sich an zu fragen, warum es überhaupt so weit kommen konnte. Warum hatte Voldemort überhaupt das Haus finden können. Sie hatten doch extra den Fidelius Zauber mit Dumbeldore auf das Haus gelegt. Plötzlich schoss ihm, wie mit einem Blitz, ein Name durch den Kopf.
Peter Pettigrew

Sirius wurde, wenn das überhaupt noch ging, noch blasser als er es ohnehin schon war.
Er dachte angestrengt nach, suchte nach einer anderen Möglichkeit, doch es blieb nur eine.
Peter hatte seine besten Freunde verraten, er hatte sie Voldemort ausgeliefert!

Dort wo vor ein paar Sekunden noch Trauer und Verzweiflung  gestanden hatte, so bedeckte jetzt Wut und blanker Hass sein Gesicht und er apparierte auf dem schnellsten Weg zu Peters Wohnung.

Wie erwartet fand er ihn dort nicht vor und so schickte er schnell einen Aufspürzauber los um ihn zu finden. Jeder nicht allzu dummer Zauberer hatte in diesen Zeiten ein paar Schutzzauber auf sich gelegt, die wie in Fällen wie jetzt, dafür sorgten, dass man nicht so leicht gefunden wurde. Doch gerade weil Peter weder besonders schlau, noch begabt genug dafür wäre, war es nun ein leichtes für Sirius ihn zu finden. Als der Zauber ihm nun den genaue Standpunkt von Peter offenbarte, apparierte Sirius sofort dorthin und fand sich am Rande eines kleinen Muggeldorfes wieder wo Peter ihn nun mit entsetzter Miene anblickte.

Jetzt, wo Peter ihm direkt gegenüber stand konnte er sich nicht mehr beherrschen und richtete den Zauberstab auf seinen ehemaligen Freund. Ein paar Muggel waren bereits stehengeblieben und beobachteten das Schauspiel mit verwundertem Blick, doch Sirius kümmerte sich nicht um sie. Gerade in dem Moment, als er den tödlichen Zauber aussprechen wollte, schluchzte Peter plötzlich laut auf und schrie: „ Lily und James, Sirius! Wie konntest du das tun!“.

Sirius war in diesem Moment viel zu verdutzt über diese Worte, als das er einen wirkungsvollen Zauber aussprechen könnte und so nutzte Peter seine Chance, zog seinen Zauberstab und jagte die gesamte Straße in die Luft. Bevor die riesige Staubwolke Ihm die Sicht verdeckte, konnte Sirius noch ausmachen wie eine kleine, dickliche Ratte im Schatten verschwand.

Da stand er nun mitten auf einer zerstörten Straße, umgeben von Leichen und schreienden Muggeln und realisierte nicht wirklich, was Peter da gerade getan hatte. Hatte er gerade ihm vorgeworfen Lily und James verraten zu haben? Diese Vorstellung war ganz und gar absurd. Plötzlich gab es einen lauten Knall und Sirius fand sich umgeben von Ministeriumsleuten wieder, die alle ihren erhobenen Zauberstab auf ihn richteten. In diesem Moment ging Sirius ein Licht auf und er konnte nicht anders, als loszulachen. Diese Leute hielten ernsthaft ihn, Sirius Black der alles für seine Freunde und die gute Seite getan hatte, für einen der dunklen Seite? Ihm war klar, dass er die Situation indem er wie ein verrückter lachte nicht gerade besser für sich machte, doch es kümmerte ihn nicht. Schließlich trat ein Auror aus der Gruppe, rief einen Betäubungszauber und Sirius sank bewusstlos in sich zusammen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast