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[(D'c) HeartBeat] Versuch's nochmal mit mir

GeschichteRomance, Suspense / P18 / Het
16.03.2021
13.06.2021
38
126.136
104
Alle Kapitel
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Dieses Kapitel
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10.06.2021 3.868
 
„Warum...“ Cassie sah Noah von der Seite her an, wie er in den Garten sah. Auf sein scharfes Profil, die kurzen Haare, von dem ihm gerade eine Strähne seines Ponys in die Stirn fiel, die hohen Wangenknochen und das energische Kinn und seufzte innerlich. Er war weit mehr als einen Kopf größer und sie musste zu ihm hochsehen, etwas, was sie eigentlich gewohnt war, fast jeder Mann war größer als sie, selbst wenn er kleingewachsen war, trotzdem kam sie sich neben keinem Mann so klein vor, wie neben Noah. Dabei war Simon größer, Wallace, ihr Dad, und selbst Phil, ihr Aufnahmeleiter, der die Werbeblöcke bei ihren Sendungen einspielte, alles richtig abmischte und dafür sorgte, dass alles problemlos lief. Kurz musste sie grinsen, als sie daran dachte, dass dieser Mann hier, abgekürzt genauso hieß wie er.
Wieder sah sie auf Noah und ihr Blick blieb an seinem Mund hängen, als er sich etwas bewegte und wie in Gedanken an seinem Glas Zitronenwasser nippte. Ob seine Lippen jetzt warm und fest waren, so wie sie wirkten und wie sie es, irgendwie, in Erinnerung hatte, oder ob sie kalt durch das Getränke waren, wenn sie ihn jetzt küssen würde?

„Warum?“ Noah drehte langsam den Kopf und sah sie an, als sie aufhörte zu reden. „Warum … was?“

„Was?“ Cassie zuckte zusammen und fuhr sich automatisch mit der Zungenspitze über ihre Unterlippe. Warum wollte er jetzt wissen, warum sie ihn küssen wollte? Wie konnte er das überhaupt wissen? Es dauerte einen Augenblick, bis ihr klar wurde, dass er auf ihr ‚warum‘ reagierte. Gott, wie hatte sie denken können, dass er ihre Gedanken erriet? Sie war echt bescheuert. Erneut fuhr sie sich kurz verlegen mit der Zungenspitze über ihre Unterlippe, als ihr klar wurde, wohin ihre Gedanken gingen.
Sie wollte ihn, verdammt nochmal, nicht küssen. Wieso dachte sie an so etwas? Trotzdem fiel ihr Blick erneut auf seine Lippen und überrascht sah sie, wie sein Blick sofort auf ihren Mund fiel und er die Bewegung beobachtete, während ein seltsamer Ausdruck in seinen Augen erschien. Doch genauso schnell verschwand der Ausdruck wieder und sein Blick wirkte nur noch fragend, während er ihr in die Augen sah. Trotzdem konnte sie das leichte Kribbeln nicht verhindern, das schlagartig von ihren Lippen ausgehend über ihren Körper zog und ihr Herz einen winzigen Takt schneller schlagen ließ.

„Du sagtest, warum...?“ Noah zwang sich ihr weiter in die Augen zusehen, obwohl er trotzdem bemerkte, wie eine leichte Röte in ihre Wangen kroch und sah, wie ihre Pupillen sich schlagartig ein Stückchen weiteten.

„Oh, ehm, ja...“ Nervös fuhr sich Cassie mit der freien Hand durch ihre Haare und zog kurz die Augen zusammen, als sie überlegte, was sie sagen oder fragen wollte. Doch ihr Kopf war gerade wie leergefegt und fassungslos schüttelte sie leicht den Kopf. „Ich wollte irgendetwas...“


„So, hier bin ich wieder.“ Phillipe's Stimme unterbrach sie und gleichzeitig drehte sie sich zu dem Mann um, der nun wieder das Wohnzimmer betrat und zum Tisch ging, wo er zwei Schmuckkoffer abstellte. Während er den etwas Größeren auf den Tisch stellte, legte er den Kleinen auf die zweite Couch und setzte sich. „Kommt her. Noah, ich habe meine schönsten Stücke herausgesucht. Komm und schau.“

„Gerne. Ich bin mehr als neugierig.“ Er machte eine einladende Bewegung zur Couch, während er Cassie ansah. „Nach dir, Prinzessin.“

„Ehm … danke.“ Verlegen, dass Noah sie so vor diesem Mann ansprach, ging sie zur Couch, während sie sich gleichzeitig fragte, warum er sie immer so nannte. Sie war keine Prinzessin, weder schön noch megareich, auch wenn ihre Eltern mehr als vermögend waren und auch sie sich niemals Sorgen um finanzielle Dinge machen brauchte und sie daher wenig beeindruckt von reichen Menschen oder deren Vermögen war. Aber wenn Noah sie so nannte... Cassie warf einen kleinen, schnellen Blick über ihre Schulter und sah, wie sein Blick an ihren Hüften und ihrem Hintern klebte, bevor sein Gesicht ausdruckslos wurde und er den Blick abwendete. Langsam setzte sie sich Phillipe gegenüber auf die andere Couch, während Noah sich neben ihr platzierte und sich dann etwas reckte und sein Glas an der Seite auf den Tisch stellte.

Phillipe beobachtete sie beide, bevor er mit geheimnisvollem Gesicht den etwas größeren Koffer öffnete, aber noch nicht umdrehte. Erst als beide zu ihm sahen, drehte er ihn langsam herum. „Wie gesagt, nach deinem Anruf und deiner Bitte, habe ich die ganz besonderen Stücke, von denen ich denke, dass sie dir gefallen würden, herausgesucht.“ Langsam öffnete er nun den Deckel, sodass Cassie und Noah hineinsehen konnten und Cassie konnte einen kleinen Laut nicht unterdrücken, als sie die verschiedenen Ringe sah. Drei Ringe, in denen jeweils Steine eingefasst waren, steckten in dunklem Samt und darunter jeweils etwas schlichtere Ringe. Fassungslos ließ sie ihren Blick darüber wandern, bevor ihr Blick an einem Ring hängen blieb, der relativ schlicht aussah. Jedoch war er nicht direkt rund, sondern leicht wellenförmig, wobei in jeder Welle ein winziger Stein eingefasst war. Sie war sich nicht sicher, ob das nun Weißgold oder Silber war, doch immer wieder wanderte ihr Blick zu dem Ring.

„Ja, sie sind wirklich schön. Besonders der...“ Noah nickte mit dem Kinn auf einen Ring, bevor er den Kopf schüttelte. „...aber nicht das, was ich will und ich weiß, du hast noch besseres.“

Überrascht sah Cassie auf Noah, dessen Stimme leicht gelangweilt war und wollte gerade etwas sagen, als Phillipe scheinbar betrübt den Kopf schüttelte. „Warum wusste ich nur, dass du das sagst? Gut, dass ich dich kenne. Sonst wäre ich nun beleidigt. Aber ja, habe ich.“ Vorsichtig hob er die Einlage heraus, in denen die Ringe steckten und zeigt die beiden Paare, die darunter lagen.

„Hm.“ Noah sah kurz hinein und schüttelte dann erneut den Kopf. „Nein, Phillipe. Nicht das, was ich will...“

„Die sind aber wunderschön.“ Cassie beugte sich etwas vor und betrachtete die Ringe, während Phillipe sie angrinste.

„Danke, wenigstens du weißt meine Arbeit zu schätzen.“ Seufzend sah er Noah an. „...meinst du nicht, dass...“

„Nein, meine ich nicht.“ Entschieden unterbrach Noah Phillipe und schüttelte den Kopf. „Sie sind perfekt und du weißt das. Aber sowas, oder ähnliches, würde ich in jedem Juweliergeschäft bekommen. Und das ist nicht das, was ich will und das weißt du.“

„Dann eben nicht.“ Entschlossen legte Phil die andere Etage mit den Ringen wieder in den Koffer, bevor er ihn zuklappte und verschloss. „In jedem Juweliergeschäft. Du beleidigst mich, Junge. Diese Stücke würde es, wenn … dann nur in meinem Geschäft geben.“

„Genau und nun zeig mir die in dem Kleineren. Ich kenne dich auch gut genug und weiß, dass du das Beste darin versteckt hast und es lieber behalten würdest. Das Spielchen ziehst du auch immer mit Dad ab, wenn er etwas Besonderes für Mom will. Also...?“

„Du kennst mich einfach zu gut.“ Seufzend stellte er den größeren Koffer beiseite und zog den Kleinen näher, bevor er ihn mehr als sanft auf den Tisch stellte. Er sah zu Cassie und lächelte leicht, als er ihren Gesichtsausdruck sah. „In dem großen Koffer sind alles Vorlagen oder Einzelstücke, nach denen man, wenn man möchte, andere Ringe anfertigen könnte. Es sind also nicht unbedingt Ringe, die es nur ein einziges Mal gibt. Ein oder zwei davon gibt es durchaus in leicht abgeänderten Versionen und wird von irgendeiner Dame, irgendwo getragen. Das hier, in diesem Koffer...“, er legte eine Hand sanft darauf, „...was hier drin ist, sind absolute Einzelstücke, diese gibt es kein zweites Mal und wird es auch nicht mehr geben. Also absolute Unikate und das, ... weiß Noah nur zu genau.“ Vorsichtig und wie in Zeitlupe schloss er den Koffer auf und drehte ihn langsam zu ihnen, bevor er bedächtig den Deckel minimal anhob. Bevor sie etwas sehen konnte, stoppte er und sah Noah an. „Erinnerst du dich an den Schlüsselanhänger, den ich dir damals machen sollte? Das, was du wolltest, war einzigartig und als es fertig war, war ich so fasziniert davon, dass ich daraus unbedingt Ringe herstellen wollte. Ich habe an dem hier...“, er klopfte leicht auf den Deckel, „...jetzt einige Jahre gearbeitet, bis ich damit zufrieden war.“ Er sah zu Cassie, die verwirrt von einem zum anderen sah und fügte für sie eine Erklärung hinzu, ohne Noah's kurze, erschrockene und abwehrende Geste zu sehen. „Noah wollte vor etlichen Jahren einen Schlüsselanhänger aus Platin, in dem Diamantstaub mit eingearbeitet war und mit einem besonderen Schliff. Ich habe keine Ahnung, wie er auf die Idee gekommen war, doch es war eine echte Herausforderung für mich und ich habe mehr als ein halbes Jahr gebraucht, bis ich es richtig umsetzen und seinen Dollar einfassen konnte, alleine die Gravur auf dem Rand der Münze, die er haben wollte, hat mich einiges an grauen Haaren gekostet, dabei sieht man diese nicht ein...“ Plötzlich brach er ab und ein überraschter Ausdruck erschien auf seinem Gesicht. „Cassie, … oh, … ist das eine Abkürzung für … Cassandra Isabelle? … Oh Himmel. Sie ist...“ Fassungslos sah er zu Noah, der urplötzlich eine Spur blasser wirkte als zuvor.

„Danke, Phil...“ Heiser murmelnd unterbrach Noah Phillipe, während er kurz die Augen schloss und dem überraschten Blick seines Gegenübers auswich.

„Ja, das ist mehr oder weniger eine Abkürzung.“ Cassie sprach gleichzeitig und sah von Phillipe auf Noah und wieder zu Phillipe. „Warum? Was hat es mit dem Schlüsselanhänger auf sich?“

„Nichts.“ Noah warf ihr einen kurzen Blick zu, bevor er Phillipe ansah und dann auf das Kästchen, dessen Deckel immer noch so weit geschlossen war, dass er und Cassie nichts sehen konnten. Gleichzeitig stieg ein mehr als ungutes Gefühl in ihm auf. Wenn das zutraf, was Phillipe angedeutet hatte und was er, Noah, nun vermutete, würde sich in dem Kästchen wirklich etwas Besonderes befinden, doch gleichzeitig würde Cassie auch garantiert den Schliff erkennen und eins und eins zusammenzählen. Noah schloss erneut kurz die Augen. Er war sich nicht sicher, ob er wollte, dass Cassie wusste, wie sehr er wirklich an ihr hing. Nicht, solange sie diese verdammte Scheidung wollte und er sie endgültig verlieren könnte.

„Auf dem Rand der Münze steht...“ Phillipe, der gleichzeitig mit Noah geantwortet hatte, brach ab, als er Noah's Antwort hörte und warf einen Blick zwischen Noah und Cassie hin und her. „Egal was da steht.“ Lächelnd sah er Cassie an und hob dann langsam den Deckel ein weiteres Stückchen an. „...ich denke, ihr wollt bestimmt endlich das hier sehen, hm?“ Theatralisch klappte er nun den Deckel komplett zurück und sah auf seine Gegenüber, als er deren Reaktionen mitbekam.

„Oh mein Gott...“ Cassie sah auf den Schmuck im Koffer, während Noah kurz zischend Luft holte, was sie nur am Rande mitbekam, denn ihr Blick hing wie gebannt an den Ringen in dem Kästchen. „Das ist … ich weiß nicht, was ich sagen soll.“

„Hinreißend? Perfekt? Wunderbar? Einzigartig? Unvorstellbar schön? Beeindruckend? Atemberaubend?“ Hilfreich warf Phillipe einige Worte zu Cassie, die ihn nur kurz ansah und dann wieder auf die Ringe sah.

„Alles zusammen und mehr. Ich mag sonst nicht so auffälligen Schmuck. Eigentlich trage ich so gut wie nie welchen, aber das...“ Cassie brach ab und sah wieder wie gebannt auf die Ringe. Der eine sah aus, als wären unzählige winzige Diamanten aneinandergeklebt worden, bis sie einen Ring bildeten und trotzdem wirkte es nicht protzig, sondern schlicht und das trotz des Feuers was sie versprühten, als das Licht sie traf. Daneben war ein Ring, mit dem sie nichts anfangen konnte, eigentlich waren es zwei schmale Ringe, die nebeneinander herliefen und nur durch winzige Stege miteinander verbunden waren. Gegen den anderen wirkte es fast langweilig, wenn die schmalen Reifen nicht ebenfalls glitzern und Lichtblitze versprühen würden. Darunter lag nochmals ein Ring, etwas breiter, ohne Steine und trotzdem glitzerte er, wenn auch nicht so auffällig wie der Doppelring oder die Diamanten. „Was ist das? Das sieht irgendwie nicht aus wie ein Ring?“ Fragend deutete Cassie auf den schmalen Doppelring und sah auf Phillipe, der vielsagend grinste.

„Das ist die Halterung für den anderen.“

„Ich verstehe nicht?“ Verwirrt sah Cassie ihn an und dann wieder auf die Ringe, während Noah schwieg und nur in das Kästchen sah.

„Der Ring mit den Diamanten, ist quasi wie ein Verlobungsring und kann alleine getragen werden, doch hier gibt es keinen speziellen Ehering für die Dame, wie du siehst. Normalerweise trägt Frau ja dann beide, hier nicht. Der Ring hier...“ Er deutete auf den doppelten, „...ist der Ehering, der Diamantring wird dort hineingeschoben und so werden beide Ringe zu einem. Ich würde es dir ja zeigen, aber wenn sie einmal verbunden sind, kann man sie nicht mehr trennen. Ich habe an dem System ewig gebastelt.“

„Wow...“ Verblüfft sah Cassie sich die Ringe erneut an. „Er sieht aus wie ein einfacher Silber- oder Weißgoldring, aber das ist es nicht, oder?“ Nachdenklich und fasziniert sah sie weiterhin auf die Ringe. „...denn sonst würden sie nicht so seltsam glitzern. So etwas habe ich noch nie gesehen … obwohl...“ Cassie's Kopf zuckte hoch, bevor sie zu ihrer Tasche griff und den Schlüsselanhänger hinauszog, während Noah erneut leise aufzischte. „Schlüsselanhänger, Dollar...“ Ihr Blick ging von dem Schlüsselanhänger zu den Ringen und wieder zurück, bevor sie Phillipe verblüfft ansah. „Der sieht genauso aus und versprüht auch dieses … Feuer? Sagt man glaube ich, oder? Ist er … ebenfalls von dir?“ Nachdenklich sah sie zu Phillipe und dann zu Noah, der ihrem Blick auswich.

„Ja, ist er. Du hast ihn? Also hatte ich Recht, du bist...“ Phil brach ab und sah zu Noah, der unbehaglich mit den Schultern rollte. „...hast du ihr gezeigt, was auf dem Dollar graviert...“

„Nein!“ Noah mischte sich ein und unterbrach Phillipe, bevor er sich zu Cassie wandte. „Deiner Begeisterung entnehme ich, dass dir der Ring gefällt, ja?“ Noah sah sie prüfend an, bevor er zu Phil sah. „Ich nehme sie. Schick sie bitte mit der Rechnung zum Penthouse, ja?“

„Oh nein, nicht so schnell.“ Phil runzelte die Stirn, während Cassie ebenfalls gleichzeitig redete.

„Nein! Das geht nicht, ich meine … ja, sie sind wunderschön und gefallen mir, aber...“ Hilflos brach Cassie ab, als Noah und Phillipe sie ansahen.

„Aber?“ Noah sah sie fragend an, während sie sich verlegen auf die Lippe biss.

„Sie sind bestimmt wahnsinnig wertvoll. So was kann ich nicht tragen. Nein...“

„Wenn sie dir gefallen, sind sie perfekt und der Rest egal. Phil, ich nehme sie.“

„Nein! Ich kann diese Ringe nicht vergrößern oder verkleinern, Noah. Wenn er nicht passt … und außerdem habe ich nicht gesagt, dass ich sie verkaufe. Und obendrein, gehören zu dem Set nicht nur die Ringe.“

„Du gestattest?“ Noah presste die Lippen zusammen, während er gleichzeitig nach dem Diamantring griff und Phil's Antwort gar nicht erst abwartete. „Cassie? Gibst du mir deine Hand? Bitte?“

Cassie biss sich auf die Lippen und wollte den Kopf schütteln, während ihre Hände sich um den Schlüsselanhänger krallten, doch gerade als sie nein sagen wollte, fing sie seinen Blick auf und war augenblicklich wie gebannt, als sie den seltsamen, undefinierbaren Ausdruck in ihnen sah. Automatisch und ohne es zu bemerken, hob sie die Hand leicht an und spürte einen Augenblick später, wie er sie festhielt und ihr sanft den Ring über den Finger schob. Erneut trat ein unergründlicher Ausdruck in seine Augen, während er ihre Hand langsam anhob und kurz den Ring an ihrem Finger betrachtete, bevor er ihr wieder in die Augen sah. „Er ist perfekt und fast genauso wunderschön wie du, Prinzessin.“ Zärtlich drückte er ihr einen Kuss auf die Hand und zuckte dann, genauso wie Cassie, zusammen, als Phil sich räusperte.

„Scheint so, als würde ich wohl keine andere Wahl haben, als ihn dir zu verkaufen, doch dann das ganze Set. Es gehört noch eine Kette und ein Armband dazu. Die Teile gehören zusammen, genauso wie der Schlüsselanhänger dazu gehört, irgendwie … den du ihr gegeben hast.“ Phil seufzte leise. „Willst du deinen Ring nicht ebenfalls anprobieren, ob er passt? Ihn kann ich zur Not noch etwas umarbeiten, bis ihr heiratet.“

„Wir sind schon verheiratet, Phil.“ Noah nahm den Blick von Cassie und sah auf Phillipe, der ihn einen Augenblick überrascht ansah, bevor er beleidigt die Augenbraue hochzog.

„Nun, dann bin ich jetzt ziemlich beleidigt, dass ich nicht zur Hochzeit eingeladen wurde und das ihr jetzt erst wegen der Ringe kommt.“ Er streckte die Hand aus und wackelte mit den Fingern. „...dann sollte ich die beiden Ringe wohl besser zusammenfügen, nicht wahr? … Cassie? Gibst du mir den Ring bitte noch einmal?“

„Es weiß keiner und bis gestern wusste es nicht einmal mein Vater und ich bezweifle, dass ihre Eltern etwas wissen, nicht wahr?“ Noah hatte plötzlich wieder den leicht spöttischen Unterton in der Stimme und Cassie zuckte kurz zusammen, bevor sie errötete und den Ring abzog.

„Ich kann den nicht tragen. Er ist wirklich wunderschön, aber...“ Entschlossen schüttelte sie den Kopf und steckte den Ring mit einem wehmütigen Lächeln vorsichtig in das samt bezogene Kästchen zurück.

„Es weiß keiner? Warum nicht...?“ Verwirrt sah Phil von einem zum anderen, bevor er fragend eine Augenbraue hob und zu Noah sah. „Was nun? Ja? Nein? Denn wenn ich die zusammenstecke...“

„Ich nehme das Set, Phil. Wie ich bereits sagte.“ Noah sah kurz zu Phil und dann wieder auf Cassie. „Komm jetzt bitte nicht mit 'zu wertvoll', 'zu teuer', 'zu was auch immer'. Er passt zu dir und ist perfekt und ich möchte, dass du ihn bekommst. Wenn du darüber mit mir streiten möchtest … dann bitte später und zuhause, ja?“

„Verdammt, Noah. Kannst du nicht einmal zuhören? Ich sagte nein.“ Cassie warf einen kurzen Blick auf Phillipe, der sie verwirrt ansah, bevor sie wieder auf Noah sah, der ihren Blick gleichgültig zurückgab. „Er ist wunderschön, ja. Er passt perfekt, ja. Er 'ist' perfekt. Aber verdammt, ich kann ihn nicht tragen, es käme mir falsch vor. Aus den falschen Gründen, der falschen Situation und verdammt nochmal, in vier...“

„Ich lasse euch mal allein, ja?“ Phillipe unterbrach Cassie und sah unbehaglich von ihrem aufgebrachtem Gesicht zu Noah's ausdruckslosem, bevor er aufstand und mit langen Schritten den Raum verließ.

Noah wartete, bis Phillipe weg war, bevor er aufsprang und wütend durch den Raum marschierte, während er sich durch die Haare fuhr. Leise fluchend blieb er dann stehen und schloss kurz die Augen. Gott, sie brachte ihn auf die Palme wie keine Frau zuvor. „Neun Jahre! Neun verdammte Jahre, Cassie. Ich habe dir neun Jahre nichts schenken können, nicht zum Geburtstag, nicht zu Weihnachten, nicht zum Hochzeitstag, obwohl du ihn ja eh vergessen hast, nicht wahr? Ich konnte dir damals nicht einmal einen verdammten Verlobungs- oder Ehering schenken und wenn dir der verdammte Ring gefällt, werde ich ihn kaufen und du wirst ihn tragen und es ist mir, verdammt nochmal, scheißegal, wie teuer, wertvoll oder was sonst noch, er ist. Hör' doch einfach mal mit dieser scheiß verdammten Diskussion dauernd auf. Ist ja nicht so, als würde ich am Hungertuch nagen. Er gefällt dir, er passt zu dir und du bekommst ihn...“ Noah brach abrupt ab, als ihm klar wurde, was gerade aus ihm raus geplatzt war und leise fluchend drehte er sich zum Fenster und sah hinaus.

„Verdammt, Noah. Es ist bescheuert. In vier Wochen bin ich wieder weg, ich bin nur hier, weil du mich dazu gezwungen hast. Es wäre absolut falsch, diesen Ring zu tragen. Es käme mir falsch vor und, verdammt, ich will nichts außer der Scheidung von dir. Keine Ringe, keinen Schmuck, keine Kleider oder sonst was. Das scheinst du zu vergessen bei diesem ganzen...“ Wütend zischte Cassie auf und wedelte mit der Hand durch die Luft, während sich gleichzeitig ein mehr als seltsames Gefühl in ihr breitmachte. Noch mieser fühlte sie sich, als sie sah, wie Noah erstarrte und sich dann langsam mit mehr als blassem Gesicht zu ihr umdrehte. Kurz sah sie etwas über sein Gesicht huschen, dass sie nicht einordnen konnte, doch dann wurde sein Gesichtsausdruck wieder ausdruckslos.

„Keine Sorge, das vergesse ich nicht.“ Kurz presste er die Lippen zusammen. „Du erinnerst mich ja immer daran, nicht wahr? Aber 'noch' bist du 'meine' Frau und wenn ich dir was schenken möchte, tu ich das, egal ob es dir passt oder nicht und einen Verlobungs- und Ehering … schulde ich dir sowieso, nicht wahr?“ Noah sah, wie sie etwas sagen wollte und zog sein Handy aus der Tasche. „Entschuldige mich kurz, ja?“
Er musste hier weg, sofort. Sonst würde er gleich ausflippen oder durchdrehen. Tief einatmend, um sich zu beruhigen, drehte er ihr den Rücken zu und wählte eine Nummer. „Maverrick? Schick Neil her...“ Noah nannte die Adresse. „Er muss meine Frau zum Penthouse begleiten und, sofern sie möchte, vorher zum Einkaufen.“ Ohne eine Antwort abzuwarten, legte er auf und trat an den Tisch, während er gleichzeitig seine Brieftasche zückte und seine Kreditkarte auf ihren Schoß warf, bevor er durch den großen Raum stürmte. „Ich bin heute Abend um sieben im Penthouse. Für acht ist ein Tisch reserviert. Geh einkaufen, lass es bleiben. Mir egal. Meinetwegen zieh Jeans an, wenn du dich dann besser fühlst und meinst, mich so zu treffen. Denn scheinbar verstehst du nicht, was ich...“ Noah schüttelte den Kopf, bevor er kurz die Augen schloss. „Was erwartest du, hm? Soll ich mein Vermögen verschenken? Weil es dir nicht passt, dass ich es habe? Schön, ich würde es tun, nur würde es nichts nutzen, denn spätestens in zwei oder drei Jahren wäre ich wieder an dem Punkt, wo ich jetzt bin. Ich besitze nun mal unzählige Casinos, Bars und Nachtclubs, von den Hotels ganz zu schweigen.“

„Darum geht es nicht, verdammt. Davon ab, dass ich einen verdammten Türsteher geheiratet habe und nicht diesen … was auch immer. Es geht darum, dass ich in vier Wochen wieder weg bin und es Blödsinn ist, dafür so etwas … wenn auch wunderschönes … zu kaufen, nur damit du dich besser fühlst. Egal wie viel Nullen dein verdammtes Konto hat.“

„Du verstehst es wirklich nicht, oder? Was glaubst du, warum ich wollte, dass du vier Wochen hier bist? Weil ich dich immer noch, genauso wie damals, mehr als alles andere...“ Noah brach ab und fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare, bevor er fluchte. „Ich bin spätestens um sieben im Penthouse, Cassandra.“ Erneut fluchte er leise und verließ den Raum, bevor Cassie noch etwas sagen konnte, die ihm fassungslos nachsah und sich mit einem Schlag hundeelend fühlte.


„Wo willst du hin?“ Phillipe sah überrascht auf Noah, der fast mit ihm zusammengeprallt war und mit verzerrtem Gesicht an ihm vorbei wollte. Blitzschnell streckte er die Hand aus und hielt ihn fest. „Noah?“ Prüfend glitt sein Blick über dessen Gesicht und wie dieser plötzlich tief einatmete und versuchte sich zu beruhigen.

„Ich muss weg. Ich nehme das Set, Phillipe, egal was meine Frau sagt. Schick es mir mit der Rechnung zu, ja? Geht es noch zeitig, damit ich es heute noch bekomme?“ Er fuhr sich mit der Hand durch die Haare. „...weißt du was? Schick es bitte besser in mein Büro, da werde ich die nächsten Stunden sein.“

„Was ist los? Hm? Willst du es mir erzählen?“

„Nein.“ Noah zwang sich zu einem Lächeln. „Neil kommt gleich und holt Cassie ab, würdest du ihr so lange Gesellschaft leisten? Bitte?“

„Da du sie in meinem Haus sitzen lässt, werde ich das wohl müssen, he?“

„Danke.“

„Sicher.“ Phil ließ Noah los, der sofort losstürmte, und sah ihm nachdenklich nach, bevor er langsam zurück ins Wohnzimmer ging.
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